Indiana Tribüne, Volume 16, Number 200, Indianapolis, Marion County, 9 April 1893 — Page 10

Sonnwgs-Plauderei.

DaS freut mich, daß der Gesundheitörath als Plumb.ng - Inspektor weder den von den Meistern, noch den von den Gesellen befürworteten BcWerber angestellt hat. So gehts meistens in solchen Fallen, und ich weiß einen Fall, wo mich's gar nicht gefreut hat, daß es so ging, im vorliegenden Falle aber freut michs dcöhalb, weil es für die Arbeiter wieder eine kleine Lektion ist, daß sie besser thäten, ihre Kraft nicht in Dingen zu verzetteln, die sie gar nichts angehen. Was hat die Arbeiterbewegung mit der Frage zu thun, ob der Sr oder der Fpsilon Plumbittg Inspektor ist ? Welchen Werth hat für die Arbeiter ein Erfolg in einer solchen Lappalie ? Welchen vernünftigen Zweck hat es überhaupt, sich darüber mit den Aroeitgebern her umzubalgen? ES ist ganz Recht, wenn sie bei solch thörichten Geschichten aus die Finger geklopft bekommen. Nichter Taylor thut gut daran das Gefeh betreffs der Kinderschuhbehörde für verfassungswidrig zu erklären. Sin Gesetz, unter welchem eine Behörde den Eltern ihre Kinder wegnehmen und für immer vorenthalten kann, ist ein nichtswürdiges Ge seh. ES sollte zum Allermindestens die Wiedererlangung deS Kindes unter veränderten Verhältnissen möglich sein. Ich zweifle, daß eS irgendwo in zivilisirten Landen eine Behörde giebt, welche mit so ausgedehnten Machtvollkommenheit über andere Personen ausgerüstet ist, wie die Kinderschutzbe' Horde über die Kinder, welche sie in ihrer Obhut zu nehmen beliebt. Die gewaltsame Wegnahme eineS KindeS von seinen Eltern bleibt unter allen Umständen ein grausames Ber fahren, das zwar manchmal nöthig sein, aber doch durch manche Bestim mung gemildert werden kann. Dabei fragt es sich bei alledem, ob eS für die Kinder wirklich eine Wohlthat ist. Die angeerbten schlechten Eigenschaften wird die Kinderschuhbehörde wohl auch nicht aus ihnen herausbringen, und Kinder, welche unter lieblosen Fremden erzogen werden, haben wohl auch keine Aussicht Muster von Menschen zu werden. Hier ist, man mags nehmen, wie mcn will, eine der Nachtseiten der mensch' lichen Gesellschaft und durch solche Mittel mach sie ihre Sünden nimmer mehr gut. V Daß unsere Polizei zuweilen Mo ralitätsanfälle bekommt, daS ist ja bekannt. So hat sie jüngst wieder einen Anlauf genommen, die Straßendirnen einzufangen, und dabei hat in feinem Uebereifer einer derSittlichkeitswächtcr zwei anständige junge Mädchen eingcsteckt, die mit einem ihnen bekannten Herrn auf der Straße sprachen. In Rücksicht aus die außerordentliche Tugendhaftigkeit der Polizisten muß man so etwas vergeben, wenngleich es den Betreffenden sehr unangenehm ist. Es ist nur zu bedauern, daß nicht so etwas einmal Einem vassirt, der nicht so sehr von der Tugenhaftigkeit der Polizei überzeugt und nicht zur Vergebung geneigt ist. Indeß, weit wichtiger für die öffent liche Sittlichkeit und noch weit mehr für die öffentliche Sicherheit als die Verfolgung der Straßendirnen wäre die Verfolgung jener frechen, unver schämtenLümmel, vor denen nach einge tretener Dunkelheit keine Dame mehr sicher ist. ES braucht wahrhaftig nicht gesagt zu werden, daß eS einen Mann nicht gerade zu Tode erschreckt, wenn er von einer Dirne angesprochen wird, daß eS aber für eine Dame eine höchst unangenehme Sache ist, von einem frechen Burschen angerempelt zu wer den, zumal dieselben eS oft beim blo ßen Ansprechen nicht bewenden lassen. ES gab eine Zeit, und so sehr lange ist eS noch nicht her, daß in amerikani schen Städten Damen auch des Nachts ohne Begleitung sich auf der Straße sicher vor Nohheiten fühlten. DaS ist leider anders geworden. Sei eS nun ein Zeichen allgemeiner Verrohung oder hängt eS mit den allgemeinen sozialen Verhältnissen zusammen, That sache ist eS, daß Damen des Abends auf der Straße nicht mehr vor Beleidigungen sicher sind. Und die rohen Bursche gehören durchaus nicht bloß den sogenannten unteren Ständen an, sondern sind an ihrer Kleidung als Solche erkenntlich, die sich zu der bes siren Gesellschaft zählen. Die Polizei kann da freilich nicht viel thun, eö fragt sich aber, ob in solchen Fällen die Da mcn nicht besser thäten, anstatt eiligst zu entfliehen, solchem rohen, meist auch feigen Gesellen eine derbe Ohrfeige zu applizlren. Der Plauderer. -.- Columbia" trinkt ein Jeder gern ES hält auch jeden Kummer fern l

t zs.sche QröNttttgögtschlchtett

rf dkn gemeinen Russen hat- d!t , u-g des Aaren eine höhere Beoeu Mi2 als für jene jugendlichnaive Eh rcr.aame ttt verstorbenen Kaiserin Maria, welche auf die Frage Alrxander II., ob fc durch die Pracht deS KrönungZ zuaeZ befnedigt sei, antwortete, sie sei von bcnrcitai so entzückt, daß sie bald wiedcr eirierZnung erleben möchte. Der gen-e.ne Russe glaubt, daß der Zar.wenn er im Uspendkl Ssodor (der Himmelsabrts'Kalhedrale) sanier der Wand des Hochaltars (Ikonostas) verschwindet, göttliche üb:n empsänat, welche iönal Nepenten unfehlbar machen. Die Ceremonie der Krönung ist in Rußland so alt wie da Christenthum, denn die Nachkommen deS heiligen Wladimir betrachteten sich als die Nachfolger der bylantinischen Kaiser, indcssen wurde diese Feier doch erst unter Iwan III., welcher die russischen Lande zu einem Ganzen vereiniate und den lttztenSvröß ling des r.'chtgläubigen Kaiserhauses von Byzanz heiralhkte, mit einem gttvissen P?mpe begangen, indem der genannte Zar im Jahre 1493 semen EnlelDlMlttt mit der angeblich von den griechischen Kaisern berstammenden Krone und dem kleinen Schultermantel schmückte. Iwan IV., der Schreckliche, ließ sich zuerst im Krem! krönen und er war c3 auch, ml cher die Salbung und den Empfang deS Abendmahles seitens des soeben gekrönten Herrscher? einführte. Seitdem sind diese drei Ceremonien stets verbunden gewesen, wie auch seit dem Jahre 1425 alle Krönungen in Moskau stattgefun den haben. Bis Peter I. dem .Großen, war es die Geistlichkeit, welche bei den Krönungen die Hauptrolle spielte; der Metropolit oder der Patriarch saß an erhöhiem Platze neben dem Zaren, bk kleidete denselben mit den Zeichen der zarischen Würde und setzte ihm die Krone aus. Peter I. machte sich selbst zum Oberhaupte der Klrche, diese aber zur Dienerin deS Staates und demgemäß änderte sich auch die Stellung der Geist lichkeit bei den Krönungen. Die erste elgenttiche aiserkrönung nach heutigen Begriffen wurde aber nicht an Peter selbst, sondern an seiner Ge mahlin Katharina, der ehemaligen liü ländlschen Bauerndtrne und Geliebten so vieler Herren, vollzogen. Wie einst der Kaiser BasiliScuS, hieß eS in dem Mani feste PeterS vom 15. November 1723, seine Gattin Siuowja, Justinian seine Ljupizia, Herakllus seine Martinia und Leo der Wnse seine Maria gekrönt W' ten, so wolle auch er die Genossin seiner Mühsale und Siege mit der Kaiserkrone schmücken. DaS KrönungSgewand wurde in Paris bestellt und auch die Kcone Katharina's nach europäischem Muster verfertigt. Dieses kostbare Machwerk wird noch heute im Diamantensaale des Kceml aufbewahrt. Die Klone Katha rina's enthält 2564 Steine, darunter einen Rubin von dir Gröke eines Tau beneieS. welcher aus Befcdl deS Zaren ja 'Micharlowitch ,n Petlng arige kauft worden war und nach dainallgem Gelde 60.000 Rubel gekostet hatte. Pe te? likß sogar eine dedeutende Anzahl Diamanten auS stirem Scepter cusbre chen. um damit die auS reinem Golde, nach dem Muster der letzsen byzantini s.chen Kaiserkronen vttfertigte Krone sei ner Gattin zu schmücken. Die K öiung fand am 7. Mai 1724 statt und das bet dieser Gelegenheit ausgearbeitete C:re moniell ist im Gcoen und Ganzer bis auf den heutigen Tag von allen Herr fchern beibehalten worden. Sehr be zeichnend für die Beziehungen zwischen dem Reformator Peter und feinem Volk ist eS jidoch, daß Ersterer nicht die ge ringsten, bei solchen Gelegenheiten übli chen GnadenbezeuAvngkn ertheilte und daß d,e Masse des Volles an der Feierlichkeit überhaupt keinen Antheil nahm, mit einziger Ausnahme derjenigen MoS kositer, welche ein Stück von den beiden gebratenen Ochsen erwischten oder einen schluck von dem au? zwei Fontaine sprudelnden Branntwein machen konn len. Selbst die bei der Ceremonie Be theiligte Gelslllchleil ying leer aus Ob gleich nun im Volke starke Zweifel über die Berechtigung und Weisheit PeterS, eine Frk'u zu krönen, herrschten der einzige Prücedenzsall betraf den falschen DkmetriuS, welche? noch vor seiner Ver heiralhung mit Marina Mnischek dersel den die Krone aufgesetzt hatte so un terliegt eS doch keinem Zwe.sel. daß nur biefe Krönung eS Katharina I. möglich machte, den Thron ihres Gatten nach dessen Tode zu besteigen. Denn zur selben stunde, a!S Peter der .Große" innen tl ausgab, fand ,n einem der l?üle deS Palastes eine Berathung über die Nachfolge auf dem Throne statt und die Partei, welche für den Großfürsten Peter, den Sohn oeS so schmählich von seinem eigenen Vater hinaemordeten Alczei eintrat, hätte wahrscheinlich ge siegt, wenn die Gegner nicht auf die vor hergkgangene Krönung Katharina? H2t ten Hinmeisen können. Ihr Nachfolger, Peter II , wurde an 25. Februar 1728 gekrönt, obgleich er noch minderjährig war. Der geheime Rath, welcher die Vormundschaft führte. überschüttete die nächste Umgebung deS Thrones mit Vergünstigungen, vergaß f ch selbst aber auch nicht. Nach zwei Jahren bestieg wieder ein Weib den ruf sischen Thron Anna, die Tochter Iwan II und frühere Herzogin von Kurland, sieben Tage lang dauerten die Krö nungsfeierlichkeiten im April deS JchreS 1730, im Ganzen den vorhergegangenen Shnlick, nur etwas kostspieliger für das Volk aber siel nicht ab. Dagegen wur den die Vertreter der fremden Mächte bereit zu den Festen herangezogen und )um Dank dasür schrieb der spanische Gesandte Duca de Lina nach Madrid, daß der russische Hof durch seinen Luxu und durch seine Prscht die ersten Höfe übertreffe, weil dort alle reicher sei al selbst in Pari. Nach dem Tode Anna' hatte die Regentschaft Biron'S hm Dauer, und den russischen Thron best.eg am 1. Januar 1742 Elisabeth, die kraft strotzende Tochter de .großen" Peter. Bei ihrem Einzüge in Moskau empfing sie der Erzbischof von Nowgorod, Am brosiuS, in dem USpenSki Ssobor mit einer hochpatriotischen Rede, in welche? er die frühere .schwere Herrschast der Deutschen drastisch schilderte und den durck Elis.iietb'S Tbronbesieiauna oe ktlmieiSneten Beainn einer reinen na!

tional'rusilschen Aera prieS. Trotz ihrer

Unterwürfigkeit unter die Geistlichkeit setzte sich übrigens Elisabeth doch selbst die Krone aus und legte sich selbst den Kaisermantil um. Zahlreiche Medaillen wurden vertheilt, viele Münzen unter daS Volk geworfen, und -Elisabeth selbst trat vor und nach dem feierlichen Essen in der Granowitaja Palata (dem Dia mantensaale) mehrmals an die Fenster, um goldene und silberne Denkmünzen in die versammelte Menge zu schleudern. Schon vor lhrer Krönung hatte die Kar serin die Todesstrafe abgeschafft und bald nach derselben erschien ein UkaZ, welcher vielen unter der vorigen Regierung nach Sibirien Verbannten freie Rückkehr nach Rußland gestattete. Ueberhaupt zeich nete sich Elisabeth dadurch vor ihrem Vater vortheilhast aus, daß sie ihre Thronbesteigung durch bedeutende Be günstlgungen auch werteren Kreisen der Bevölkerung genehm zu machen suchte. Ihr Ne e und Nachfolger, Peter 111., ist der einzige russische Kaiser, welcher nicht gekrönt worden ist und zwar bloS dköhalb nicht, weil seine herrschfüchtige Gemahlm hm Nicht die Aert dazu lies. Weir. melöer als Sohn Karl ucDtiaj van Holstein.Gottorp, de Gemahls der " , . , V . f..il...It Jkmmm zrenloSler nna, in uci u;yuj förche erzogen worden war, hatte zwar c v tm p rf: r t . i ? . aus oen iuuncj jcincr anic ucn gne chischorthodoren Glauben angenommen, ollein er stand den Gebräuchen der StaatSktrche doch stets fremd gegenüber. Deshalb auch sahen die echten Russen nc Thronbesteigung nur ungern und Friedrich II. vZn Preußen, zu dessen gröhlen Verehrern bekanntlich der neue t?atskr gehörte, suchte letzteren zu dere d?n, sich so bald a!S möglich zu krönen. .Dieje Ekrrmonie, schrieb Friedrich, .zwingt daS Volk zur Verehrrng und eS hat sich daran gewöhnt, seine Herrscher gelkönt zu sehen. Jede andere Nation würde dem Himmel danken, wenn er ihm einen Herrscher mit so außerordentlichen und bewunderungswürdigen Eigenschaft len. wie sie E. kaiserliche Malestät be sitzen, schenken würde. Allein dleze Rus sen, empfinden sie ihr Glück? Wird nicht der verdammte Blutdurst irgend Je mandkS ihm Gelegenheit bieten, seinen Vortheil rn einer Verschwörung oder Erregung deS Landes zu Gunsten des Braunschweigischen Prinzen zu finden? Erinnern Sie ich, Naiserl'che MasestSt. was bei der ersten Abwesenheit Peter 1. geschah, als seine leibliche Schwester ge gen ihn eine Verschwörung anzettelte!" Peter antwortete sehr selbstbewußt: .Ew. Majestät schreiben, daß ich nach Ihrer .Meinung mich krönen soll, ehe ich in'Z Feld ziehe, namentlich wegen der Bene hungen zum Volke. Allein ich muß Jh nen sagen, daß ich, da der Krieg bereits begonnen hat, keine Möglichkeit, sehe. -mich vorher zu krönen und zwar gerade wegen des Volkes; die ronung muß nach altem Gebrauche prächtig sein und eö ist mrr Nicht möglich, eine glänzende Krönung zu veranstalten, da ich hier da zu nichts schr.ell finden kann. WaS Jwan (den eingesperrten Thronprätendenten) betrifft, so halte ich ihn unter strenger Aussicht, und wenn ore Russen mir BöseS zufügen wollten, so hätten sie daS 'Sngfl thun können, da lch. wie sie sehen, gar keine VolsichtSmaßregeln ergreife und unbesorgt durch die Straßen wandere. Ich kann Sie versichern, daß wenn man mit denselben umzugehen versteht, man ihretwegen ruhig sein kann Wenige Monate daraus wurde Peter III. ent tbront und umgebracht. Der Preußen könig hatte R cht, der Zar Unrecht sein eigenes Volk kümmerte sich nicht im Ge ringsten um ihn. - Allein gekrönt wurde er doch, wenn euch in ungewöhnlicher Weise. Als nämlich nach dem Todt Katharina II. ihr Sohn Paul den Thron bestieg, liek dieser sofort den Leichnam seines ermor detenVater? im Alexander Newsklkloster auSgraben, ln einen neuen prächtigen vara legen und in oer ttloflerklrcke auS stellen, wo den Gebeinen seines Vaters genau dieselben Ehren zu Theil wurden wie der Leiche seiner Mutter im Winter palaiS. Die KrönungSinsiqnien wurden in feierlichem Aufzuge-um 7 Uhr Abends im December,bei 20 Gr. Kilte! nach dem NewSkikloster übergeführt ; mehr als 3l) Trauerwagen befanden sich im Zuge und in jedem Wagen sag ein in tiefe Trauer gekleideter Kavalier, welcher ein Stück der Regalien hielt! Dann wurde der Sarg mit den Urbzrresten PeterS, aus welchen der Kaiser selbst eine rone gelegt halte, in feierlicher Pro Zession nach dem WinterpalaiS gebracht und dort neben dem Sarge der galten mörderischen Katharina nikderaelezt. Vras Alex?! Orlom, einer der Haupt Mörder Peter 111. mußte aus Befehl Pauls am Sarge des vor 25 Jahre Er mordeten Wache halten und bei der Be erdigung hinter dem Sarge die Krone tragen. Bei der Uebe.führung der Leichen aus dem WinterpalaiS nach der PeterPzulöfkstung wurde der Sarg mit ben sterblich n Ueberresten Peters vor Demjenigen mit dem Leichname der Kai serin getragen. So rächte Paul seinen Erzeuger an seiner Mutter. Vor der Nachwelt hat diese spZieÄache deS Sohnes doch ein milderes Urtheil gefunden, als die Heuchelei der Gattin Katharina II , welche schon acht Tag nach ihrer Thronbesteigung in einem Manifest den Tod rhreZ ManneS rn lug nerischer Weise darstellte und noch am selben Tage die Krönung sür den 22. September 1762 ankündigte. So eilig hat S kein russischer Herrscher gehabt, aber man begreift diese Eile, wenn man erwägt, daß Katharina wahrscheinlich, wie Herr W. Shmakin in einem Artikel der .Nußkasa Starina' über Krönungen russischer Kaiser hervorhebt, den Brief Friedrich 11. in dem Nachlasse ihreSMan neb gesunden und gelesen hat. Der Ein ua Kathanna'S auS dem bei Moskau gelegenen kaiserlichen Schlöffe PetrowLkl in Moskau und die Krönung ersolgte in der üblichen Weise. Weiblicher Eitelkeit war natürlich nichts zu theuer. Katha rina ließ sich sür 2 Millionen Rubel eine neue Krone von vem Genser Juwelier Pauzie arsertigen sie ient heute noch, wenn auch ein wenig verändert, als Kai serkrone. Dieselbe ist mit 53 großen und 4873 kleinen Brillanten, sowie mit 75 großen matten Perlen besetzt, wiegt fünf Psund und ist gegen 30 Centimeter hoch. während die im Jahre 1355 von dem Juwelier NichollS verfertigte Kcone der Kaiserin kaum die halbe Höbe bat.

, W!t lt nachtrZgllcht Krönung Peter 111.. welche der erfinderische Geist deS Kaisers Paul in Scene setzte, so zeichnete sich auch die Krönung des Letzteren selbst am 5. April 1797 durch manche Abson derlichkeiten aus. Am feierlichen Auf zuge mußten alle bei Hofe angestellten Personen, Kammerherren und Kammer junker theilnehmen, und da diese sich wohl aus dem Parket zu bewegen, aber nicht aus dem Pferde zu sitzen verstanden, so herrschte im Zuge die kcmischrste Un ordnung. welche noch durch einen schar sen Frost gesteigert wurde. Bei der Krönung begnügte Paul sich nicht bloS mit den bisher üblichen Jniignien, son lern er zog auch noch ein Kleid an, wie eS die alten Zaren bei solchen Gelegen heilen gebraucht hatten, und darüber wars er den Purpur. Nachdem Paul sich die Krone aufgesetzt, ließ er sich auf den Thron nieder, legte die Regalien auf ein Kiffen und rief die Kaiserin zu sich; die selbe ließ sich vor ihm auf die Knie nie der und Paul nahm seine Krone vom Haupte, berührte damit daS Haupt sei ner Gemahlin und setzte sie sich wieder aus. Dann schmückte er die Kaiserin mit einer kleineren Krone, dem Andrea? Orden und dem kaiserlichen Mantel. Paul bezeichnete sich bei Verlesung der Akte Über dicThronsolge zum ersten Mal offiziell als daS Haupt der Kirche und reichte sich daher auch selbst daS Abend mahl. Neben diesen Neuerungen der Doppelkrönung und dem Empfang deS Abendmahls begegnen wir noch einem anderen ungewöhnlichen Umstande.näm lich der Verleihung von Orden an dik Geistlichkeit. UebrigenS verschenkte Paul bei seiner Krönung nicht weniger als 82,000 Bauern ! Allerdings haben diese ihm auch eine Wohlthat zu danken, denn er beschrankte in einem UkaS, welcher vvm KrönungStage datirt ist, die Arbeit, welche die Bauern den Gutsbesitzern zu leisten hatten, auf drei Tage in der Woche, und verbot den Gutkbesitzern.die Bauern an Sonntagen zur Arbeit zu zwingen, . Alezander I , dessen Krönung am 15. Sept mber 1501 ersolgte. dürste der ein zige russische Kaiser gewesen sein, welche, sich ganz ungenirt unter den VolkSmas sen bewegte und dessen Thronbesteigung mit unverhohlener Freude von allen Seiten begrüßt wurde. AuS dem AuS lande waren Griechen, Grusinier, Eng länder, Franzosen, Deutsche und hol länder nach Moskau gekommen, um Zeugen der Festlichkeiten zu sein und der gemeine Russe zeigte bet mehr u Gelegenheit eine wahrhaft hnndi! ehrung süc den neuen HmH:s, i Regierungsantritt ja allerdings rl SchreckenSregimente Paul als o!c genröthe einer bkss?ren Zeit t.4j .;. mußte. Der junge Zar übkijd denn auch seine Unterthanen mit ' udenbezeugnngen, uster denen die Befrei ung der zlhlreichen Eingekerkerten und Verbannten den besten Eindruck machte. Sein Nzchfolger hatte erst einen Auf stand niederzuwerfen und die unglückli chcn Urhiber desselben hängen zu lassen, ehe er an die Krönung denken konnte. Am 22. August 1826 setzte Nikolaus I. sich die Krone auj'ö Haupt und die Hof bistoriographen melden, daß die Begei. st er ung deß Volkes kein Grenzen mehr gekannt habe, als der Kaiser, mit allen Regalien versehen, nach der Krönung auS der HimmelsahrtSkirche die Rothe Treppe hinufstieg, auf der obersten Stuse sich umdrehte und mit einer drei maligen Neigung deS Kopses seine ge treuen Unterthanen grüßte ! Dem VolkS feste aus dem ausgedehnten Dewitschjt felde, an welchem 200,000 Mensche theilgenommen haben sollen, sah jedoch der vorsichtige Mann mit den beiden Kaiserinnen von einem Pavillon zu. Du Reihe der Festlichkeiten auch die Ge sandten Frankreichs und Englands ver enstalteten zu Ehren deS Kaisers zwei glänzende Bälle schloß mit einem Ball, der sehr reichen und sehr frommen Grä sin Orlov (der Gemahlin des Siegers von TscheLme), welcher durch seinePracht alle anderen übertraf. Auch Erleichte rungen glaubte Nikolaus wie seine Vor fahren bei ähnlichen Gelegenheiten sei nem Volke verschaffen zu müss?n. Selbst einigen Dekabristen wurden solche zu Theil. Allen Personen, jedoch mit Au, nähme der Jaden, welche in da? AuS land geflüchtet waren, wurde straffre. Rückkehr gewährt. Eingedenk der ge valtsamen Art, in welchkr er selbst aus den Thron gelangt war, erließ Nikolaus 1. noch am Tage der Krönung ein Gesetz wegen der Thronfolge. DaS Schicksal hat ihn aber lange genug leben lassen, um noch selbst den Zusammenbruch seineS Systems zu sehen. Erst ein Jahr nach seiner Thronbestei gung, d. h. nach dem Abschlüsse des Pa riser Friedens, durste Alexander 11. a seine Krönung denkrn und dieselbe fand deshalb erst am 26. August 1856 statt. Wie heute, so stiegen auch damals bis Preise in Moskau in'S Fabelhafte und ?.lerander 11., welcher von dem Werth des Geldes nie einen rechten Begriff ge habt hat, versäumte nichts, um die Feier zu einer außerordentlich glänzenden zu machen. Die Krönung selbst vollzog sich nach dem üblichen Ceremoniell, nur daß aus dem in der Mitte der Kathedrale aufgebauten Throne drei Thronsesie! ausgestellt waren : der Thron Iwan 111 für den Kaiser, derjenige deS Zaren Mi chael sür die regierende und derjenige deß Zaren Alerei sür die verwittwete Kaise

rin. Zur Krönung Alexander 11. urV Den auch schon Gememdeältefle der Wo mänenbauern und Kolonisten, je eine, auS jedem Gouvernement deS euroväi schen Rußland, als Vertrete? der damals allein freien Bauernschaft nach Moskau berufen. DaS Volksfest wurde auf dem ChodynSkischen Feld: abgehalten und statt an den üblichen zwei Fontänen konnten die MoSkowlter sich an wenig stenS sechszehn Fontänen mit weißem und rothem Wein satt und volltrinken. Wie der der Krönung Alerandtr 1. wur den auch diesmal die mit Speisen bela denen Tische von der Masse vollständig geplündert, noch ehe der Kaiser ange kommen war. angeblich weil dasGlocken zeichen ' zum Beginn der Speisung au Versehen zu früh gegeben wurde. AIS die beste Gabe, welche der Zar bei diese, Gelegenheit seinem Volke darbrachte. nno ohne Zweisel die Erlasie anzusehen. durch welche auf vier Jahre die Rekru ttnausyebungen eingestellt und sammt liche noch arg Lehen befindlichen Dekahri

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