Indiana Tribüne, Volume 16, Number 193, Indianapolis, Marion County, 2 April 1893 — Page 6
Des Majors Berufung. Ccn Jutta Schaner im Centurv Ma,Zjine'. Ite bettet ton E3. it.
MaZor Huntley erhob sich vom Früh' siückZtisch und stand einen Augenblick in Nachdenken versunken. Es hatte ihn einige Anstrengung gekostet, sich aus die Beine zu bringen. Ja. er mußte sich selbst gegenüber zugeben, daß die 63 Jahre nur achtundsechszig Pflegte er zu sagen sich doch recht fühlbar machten.' Zwar strahlten die Augen hinter den dichten buschigen Brauen 4 noch in fast jugendlichem Glänze; aber wenn er sich so hätte sehen können, wie seine ihm gegenübersitzende Großtochter ihn sah. so würde er bemerkt haben, daß die hochgewachsene Gestalt stark ge beugt war und die Spuren des Alters deutlich verrieth. Und doch wollte der Major noch jung und frisch erscheinen. Cr bekämpfte sein eigenes Altwerden mit derselben Ausdauer, mit welcher er sich auf dem Schlachtfelds seinen Titel Verdient hatte. (5s geschal? das nicht aus Eitelkeit obschon zugestanden werden muß. daß auch der alte Major feine kleinen Eitel leiten besaß. Nein, er durfte einfach nicht alt werden, denn fünf unversorgte Großkinder waren auf ihn angewiesen. Er war schon in vorgerückten Jahren. als Lincolns erster Aufruf den ganzen Norden entflammte. Huntley war ei' ner der Ersten, die sich stellten. Er ließ sein blühendes Geschäft sahren. nahm Abschied von 'den Seinigen und trat als Freiwilliger ein. Als der Krieg endlich vorüber war. besaß Huntley zwar den Majorsrang und das Gefühl, seine Pflicht gethan zu haben aber der ehemalige Wohlstand der Familie war dahin, und als die Wittwe feines im Kampfe gefallenen Sohnes nach länge rem Siechthum abgerufen wurde, ver blieb den füufWaifen nichts, als ein in Washington belegenes Besitzthum, wel ches der Mutter gehört hatte. Ter Bete ran hatte weder die Mittel,noch den Un ternchmungsgeist. um ein neues Geschäft zu beginnen. So nahm er dankbar eine Eierkstelle in einem der Washing toner Negicrungs - Bureaur an und widmete sich ganz der Erziehung seiner Großlinder. Sieben Jahre hatte er jene Stellung bekleidet da wurde er eine Tages entladen. Ein einfluß reicher Senator hatte das Aemtchen einem seiner politischen Anhänger zu verschaffen gewußt. Ter unverdiente Schlag traf ihn hart, erschütterte jedoch nicht sein Vertrauen in den Glauben, daß die Regie rung.für die er gekämpst und geblutet hatte. In anderer Weise wieder für ihn sorgen würde. Er besaß ja so viele Freunde, einflußreiche Freunde, welche mit Versprechungen nicht kargten. Aber Major Huntley hatte so lange in Washington gelebt, daß er in feiner eigentlichen Heimath so gut wie verges sen war. Er tonnte sich also nicht rnchr aus einen einflußreichen Senator berufen, war kein Eonstituent eines solchen,' hatte keinerlei politischen Ein sluß. So nabm sich Niemand seiner wirklich an. Seit Jahren bewarb er sich um Stellen in den verschiedenen Vegierungs - Departements. In allen Bureaux war er wohlbekannt; man htto die lange hagere Gestalt in dem abgenuyten Uniformmantcl Jahr aus, Jahr ein im Schatzamte, im Ministe rwm des Innern u. s. w. gesehen und . belächelt. Er war die Zielscheibe un zähliger Witze geworden, der alte Eran!" im Hauen Mantel. Jeder dumme Lümmel, der zur Belohnung schmutziger politischer Arbeit mit einer Stelle abgesunken worden war. hatte sich über ihn lustig gemacht. Aber da Von wußte der alte Major ja nichts. Sein Vertrauen in die endliche Aner kennung seines Gesuchs blieb uner schütterlich. .Tie Regierung der Ver. Staaten wird sicherlich mein Gesuch genehmigen, sei es früher oder später,- Pflegte er zu sagen, das Vaterland kann einen alten Veteranen nicht darben lassen. Toch kehren wir zum Anfange unse r Erzählung zurück. Nur Jocelyn. das älteste leiner Großkinder, hatte die Frhstückstafel mit dem alten Herrn aethcilt. Die Geschwister, Maqqle. Aleck, Charles und Jack hatten sich schon früher zur Schule begeben. Zu den Schwächen des Majors gehörte daS spate frühstück. Willst Tu denn wirklich heute aus eb:n. Großvaterchen?" fragte das junae Äidchen besorgt. Es ist noch immer glatt draußen; Jbleib 5och lieber heute daheim." ' 'Ich muß gehen, me:n Liebling. Ich habe mich mit einem einflußreichen Herrn bei WillardS verabredet." Ein Schatten überflog das liebliche Eencht Jocelyns.. Wie sie diese Ver. abresungen bei WillardS, bei EbbitS und in den übrigen Hauptquartieren der Acmterjäger und Lobbyisten haßte! Wie oft war der alte Major während der legten zehn Jahre dorthin gepilgert. um jedesmal enttäuscht zurückzukehren.
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Ter Herr, der mich erwartet, ist ein wirklicher Gentleman, mein Kind. Er ist befreundet mit dem Secretär des Innern und er hat mir gefagt. daß. ineine Sache gut steht. Es ist mir be stimmt versichert worden, daß sich der Präsident für mich intercssire. Jaivohl, mein liebes Kind," fügte der Major zuversichtlich und strahlenden Auges hinzu, vielleicht bringe ich Euch heute Abend schon gute Nachricht." Jocelyn lächelte und begab sich in das nebenanl?egende Blumenzimmer, wo ein zurückgehaltener Scuszer sich über den Geranien und Heliotrops Luft machte, während der Maor sich einem Bilde zuwendete, das den Ehren platz im Zimmer hatte. Es war das Porträt seiner früh verstorbenen Gattin. Niemals vernachlässigte es der alte Herr, vor diesem Bilde seine An dacht zu verrichten, ehe er das Haus verließ. Noch jetzt lebte sie in seinem Herzen so, wie sie auf dem Bilde dar gestellt war. gekrönt mit der ganzen Schönheit ihrer fernen Jugend. Arme Kate, armes Frauchen, wie glücklich hättest Du noch werden können." flüsterte er bewegt. In solchen Augenblicken zeigte sich bei dem Major das Alter mehr als sonst. Tie hagere Gestalt war mehr als je niedergebeugt, die feuchtschim mernden Augen nahmen den müden Ausdruck an und verschwanden fast hinter den tiefen Runzeln. Aber als NUN Jocelyn lüchelnd mit Hut und Mantel zurückkehrte und ihm in müt terlicher Mühe behilflich war. da stellte sich die alte Strammheit bei dem Bete ranen wieder ein. Er schaute das junge Mädchen lächelnd an und strei chelte ihre Wange. Nun Kleine? Hast Du nicht etwas vergessen?" Ja gewiß, Großväterchen, zum er sten Male." sagte Jocelyn und eilte nach dem Blumenzimmer zurück. Da so wird Teine Ausstattung fertig." Und sie heftete ihm ein Heliotropsträüß chen an den alten, vielgebürsteten blauen Mantel. Nun siehst Du aber auch' reizend aus,- fügte sie schmeichelnd hinzu. Ter Major lächelte wieder und machte sich stramm ur.d hochausgerichtet aus den Weg. den er und sie so gut kann ten. Das Knopflochbouquet war eine der Schwachen des alten Mannes. Er sah es ja nicht, wie seltsam sich die Blumen ausnahmen auf dem alten schäbigen Rocke, er hörte nicht, wie die lZlerls in den Departements höhnische Bemerkungen darüber machten. Als Jocelyn einst meinte, daß die übrigen Herren ohneBlumenschmuck ausgingen, wurde der alte Mann sogar böse. .Kate wollte es stets so haben." meinte er, und sicherlich kann es nir gends berechtigten Anstoß erregen." Sorgenvoll blickte Jocelyn dem alten Herrn nach. Denn auf ihr lastete ja die ganze Verantwortung. Die Be. hauptunz des Majors, daß er für die dermalsten Kinder zu sorgen habe, war ja doch nur eine jener vielen Jllusto nen. M sauren balle er nurns medr zum Unterhalt der Familie beitragen können. Das HauS, welches die Hunt leys bewohnten, war von Jocelyn Mutter ererbt. Es war baufällig und alt. aber Washington dehnte sich neien haft aus, und der Bauplatz mußte eines Tages sehr werthvoll, und konnte ver kauft werden, wenn die Ausbildung der jüngeren Geschwister 'eine größere burnrne erforderte. Manche Nachbarn wunderten sich,wie die Huntlcys überhaupt ihr. Leben fri sten konnten. Sie w unten nicht, wie Jocelyn zu verdienen und zu sparen verstand. Sie hatte die Frontzimmer des Hauses an zwei alte Jungfern ver miethet. Fast jeder .weitere Dollar, den der Haushalt verschlang, war das Resultat von Jocelyns Arbeit. Sie verkaufte Blumen aus dem kleinen Eonfervatorium. welches ihre kranke Mutter noch begründet hatte. Sie stickte sür die Gattin und hohen Beam ten. Sie verstand sich vorzüglich auf das Einmachen feiner Früchte, nach Recepten, welche noch aus der virgini schen Glanzperiode der Familie stamm ten. und wofür sie bei reichen Nachbarn hohe Preise erzielte. Sie spielte Sonn tagS die Orgel in einer armen Ge meinde und sie gab Klavierstunden an Anfänger. So hatte nun schon Jahre hindurch dies tapfere, geduldige. Pflicht getreue Mädchen die Familie durchzu dringen verstanden. Doch ' häufig ge nug warendie Ansprüche, denen sie ge nügen sollte, derart, daß sie unter der Last zusammenzubrechen meinte. Heute war wieder so ein Tag. Einer ihrer reichsten Kunden hatte die beißen besten Schüler ihr sortge nommen. Tie Kinder hatten so gute Fortschritte gemacht, daß sie nun einen männlichen Lehrer haben sollten. Das Dach des alten Hauses begann schreck lich zu lecken und der Dachdecker hatte gemeint, daß es nichts mehr zu flicken wäre. Die alten Jungfern hatten über .Sewergas- gellagt und mit Ausziehen gedroht, wenn der theure Plumder nicht käme, um den Schaden abzustel len. Dann waren Rechnungen zu be
zahlen, und Schwester Maggie mußte ein neues Kleid haben! Bei dem Gedanken an Maggie kehrte auch die Hoffnung in das verzweifelte Herz zurück. Maggie brauchte nur noch kurze Zeit in der Normal'chule zu ver weilen, dann würde sie Lehrerin werden und tonnte von ihrem Verdienst den Haushalt mit bestreikn helfen. Und Alcck wuchs ja auch zu einem tüch tigen Jungen heran, der fchon lange sich erboten' hatte, die Schule zu rerlaf sen, um eineStellung anzunehmen, aber von dem Großvater, der ja beständig auf Anstellung hoffte, noch immer an der Ausführung dieses Planes verhin dert worden war. ja, es mußte bald bester werden, die Zeit war nahe, in welcher sie reifen fehcn konnte die Früchte der Liebe und Aufopferung, welche sie mit Hingabe der eigenen Ju gend bei den Geschwistern gepflegt hatte. Gegen fünf Uhr desselben Nachmit tags kamen drei junge Männer die ho hen Steintrcppen hinab, welche zum Schahamie der Ver. Staaten hinauf führen. Man sah eS ihnen auf den ersten Blick an, daß sie Clerks im Schatz, amte waren, und dort bei mäßiger Ar beit gut besoldet wurden. Sie waren mit ihrer Arbeit fertig und im Begriff, sich nach ihrer Art zu zerstreuen. An )er ..historischen Ecke" bei Willards Ho tel. dem berühmten politischen Haupt, quartier, sehen sie den Major Hurltley
Itehcn. Sieh da, RiverS", rief der Eine, da steht ja der alte Major. Ob der wohl endlich die Berufung zu einer Stelle im Schatzamt erhalten hat?" Der?" . antwortete Remington. Wer wird denn so ein altes Ka'mcel anstellen? Seit zehn Jahren läuft er in oen Departements herum. Er wird nie was kriegen". Natürlich nicht," antwortete RiverS. .Er wird ja izur überall ausgelacht mit seinen Karten, seinen Empfehlung briefen und feinen Applikationen. Er läßt sich mehr anschnauzen und abwei sen, als irgend ein Aemterjager, den ich gekannt habe. Weshalb gibt er's nicht endlich aus?" .Weshalb greistein Ertrinkender nach dem Strohhalm?" mischte sich Beverly, einer der drei jungen Leute, in das Gespräch ein, indem er seine höhnenden Kameraden, vorwurssvoll anblickte. Er wollte ihnen noch derber die Mei nung sagen, doch näherten sich die Drei jetzt dem alten Major, der nieder geschlagen drein blickend und frierend an der Ecke stand, und Beverly schwieg deshalb. Doch zog er höflich den Hut. als er an dem Veteranen vorüber kam. Die beiden Anderen sahen diesem Gruße verwundert zu. .Haha, jawohl, jeht verstehe ich, weshalb Beverly den Major grüßt." nahm endlich Rivers das Wort. .Hat ja eine hübsche Enkelin. Niedliches Ding. Hab' sie letztes Jahr mal auf einem Picnic getroffen. Singt niedlich, tanzt auch hübsch. 'S ist ein süßes, kleine? summe? girl." Nicht wahr, Beverly?" .Hört mit dem albernen Geschwätz auf," erwiderte Beverly kurz, .oder ich werde Eure Gesellschaft künstig mei den." Selbst der leichtfertige Remington war etwas eingeschüchtert von dem Tone und dem Blicke Beverly'S und wagte keine Erwiderung. Er hätte sich gar zu gerne in die Kreise einführen lassen, in denen Beverly verkehrte. Sie waren nach einer Weile vor ein Schaufenster hingetreten, in welchem eine uroße Ausmahl von Karten aus gebreitet lag, wie man sie am ersten April auszuschicken pflegt. Namentlich Remington und NiverS interessirten sich lebhaft für die buntgedruckten, mei stenS höchst albernen und oft an das Knotige streifenden Witze. Plötzlich brach Remington in ein schallendes Gelächter aus. .Kapital Idee, großartiger Aprilscherz. Hört mal ZU, was mir da eben eingefallen ist." Und nun erzählte er den Kameraden den Plan zu einem Aprilscherze. .Was sagt Ihr dazu?" JmmenS!" meinte RiverS. Hab' noch nie etwas Famoseres gehört. Was sagen Sie dazu, Blondy?" Der Gefragte schleuderte den Käme raden einen Blick der tiefsten Berach tung zu. .Was ich dazu sage? Ich meine, daß daS ein Plan ist. der im Kopse eines anständigen Menschen, ge. schweige bei einem Gentleman niemals entstehen konnte." Und damit drehte er den beiden Anderen den Rücken. Bj George, das war doch verflucht grob. Das kann ich mir nicht bieten lassen", brummte Remington. .Ach, lag den Träumer gehen" er widerte RiverS. ES ist heute nicht gut mit ihm fertig werden. Komm' mit herein in diesen Pool-Room." . 'Der Major stand regungslos an der
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Straßenecke und starrte wie geisteSai wescnd vor sich hin. Er ließ einen Straßenbahnwagen nach dem anderen vorüberfahren, ohne den Wink zum Halten zu geben. Er war also heute bei Willard gewesen und hatte dort den einflußreichen Politiker getroffen, durch dessen Fürsprache er das ersehnte Amt endlich zu erhalten hoffte. Aber wie hatte man ihn ablausen lassen! Zum ersten Male war er wirklich insultirt worden. Ter einflußreiche Mann hatte ihn nicht höflich abgewiesen, wie es sonst ja immer zu geschehen pflegte, sondern hatte ihm in brutalster Weise gesagt kr solle sich zum Teufel scheeren. Ganz beiau'bt ob der ihm zugefügten Schmach hatte er das Hotel verlassen und war nun, ohne recht zu wissen weshalb, der Stelle zugewandert, wo er sonst stets die Straßenbahn zu besteigen pflegte. Ja gewiß, ich bin ein alter Mann," murmelte er in sich hinein. Ich bin u nichts mehr zu brauchen. Ter Po litiker. der mir das heute sagte, hatte so ganz Unrecht nicht. Meine Kraft ist )ahin. Ter Feldzug in Virginien und Nein Alter sind nicht spurlos an mir sorübergegangen. Ich hätte das früher nnsehen müssen, daß ich nichts Ordent liLjs mehr leisten und deshalb keinen
Unspruch auf eine Stelle erheben kann.. Über es ist hart, furchtbar hart Bo werde ich doch noch schließlich um. )le Penston einkommen müssen, zu welher ich längst berechtigt gewesen wäre. Über ich wollte nicht, daß man von mir sagte, ich nähme schnödes Geld als Beahlung für das. . was ich als meine Lüraerpflicht erachtete. (i5 ist hart. rntiesilid) hart, wenn man in meinen' Jahren noch dle .hür gewlezen be kommt." Ihn fröstelte. Der Mrzwind machte ich geltend. Ter alte Uniformmantel' xax ja auch dünn und fadenscheinig' zeworden. Da kam wieder eins iar" zorüber. Sie hielt an und der alte Najor war kaum im Stande sie noch! u besteigen. Die Gar" war gefüllt.! öln lvnqes Madchen erhob sich, um dem alten Herrn den Platz anzubieten. Ja. . mein Mulem, Ich bm ein a l ter. ein sehr alter Mann," sagte er dankend, und fügte dann sür sich hinzu, gestern noch hätte ich ein solches Anerbieten abzewiesen: aber heute, nach diesen (int tüuschungen, ist auch der letzte Nest der Ritterlichkeit, der noch in mir lebte, da ginaeschwundcn." .Manche der Passagiere kannten den alten Veteranen; sie nickten ihm zu und wechselten theilnahmsvolle Blicke, als er in seinem Sitze zusammensank unter den deutlichsten Spuren geistiger und körperlicher Erschöpfung. Als seine Straße aufgerufen wurde, mußte man ihn auf muntern und ihm beimAbsteigen bebilflicü sein. Als er gebückt und stolpernd seinem Hause zuwankte, sagte der Eine der Passagiere zum Anderen: Mit dem Maior geht es rasch zu Ende. Schade um den braven Kerl! Der hätte auch ein beereS LooS verdient. Am nächsten Morgen, dem ersten April, hatte der Major sein Frühstück so spät arrangirt. daß selbst Jocelyn ihn nicht mehr dabei erwarten konnte. Sie hatte ihm einen freundlichen Mor gengruß in die Kammer hineingerufen und ihn gebeten, heute doch daheim zu bleiben, vlad) einigen Stunden wurden sie sich Alle beim Mittagessen tres' fen. Auch stand dem Alten gar nicht der Sinn zum Ausgehen. Wohm sollte er auch? Sich wieder Enttäuschungen und Verhöhnungen aussetzen, wieder sehen, wie diejenigen Leute in Massen nach den verschiedenen Reglerungs bureans zogen, die er ja so gut kannte. und die ihm. wie er feit gestern wußte, auf immer verschlossen sein würden? So stand er rn düsteres Brüten ver funken cnn Fenster und blickte auf die um diese Zeit ziemlich öde Straße hinaus, die mit leichtem Schnee bedeckt war. Das Wetter war stürmisch und unfreundlich; ein eisiger Nordwind, wohl der letzte Bote des Wmters. fegte durch die Straßen. Da nahten sich Schritte. war der Briefträger, der heute seinen geichästigen Tag hatte. Wirklich, da war er auch schvn vor der Thüre, welche sich diesem Manne so sei ! ten öffnete. Ein Brief für ihn? Ja, das war cl yor nicht möglich! Wer sollte ihm schreiben, ihm dca die Welt ja vergcuen hatten Ter Major ging an: die Thüre. Richtig, ein Brief für ihn. den Major Huntley. Und in einem'großen blauen Umschlag, der oben groß gedruckt den Namen des Absenders truq. Was war das? HcUiger Gott! Da stand es gro gedruckt auf dem sogenannten ofsiciel i len Envelope Trasi Depirtmeat United SUtes'l Von namenloser Unruhe gefoltert. sanl der alte Mann in einen Stuhl. Er öffnete den Brief und da stand auf einem Briefbogen, der dieselbe Auf schrijt wie der Umschlag trug: Major Huntley! Washington, D. C. Sie - werden hiermit sucht, sich lofort zum Dienst zu melden bei "
Weiter las der Maior nicht. Die
alten Augen schwammen in Thränen' der Freude, und das alte Herz, das so verzagt gewesen war, jubelte hefl auf: ,C ich wuvte es la! Ich wuete. es mußte kommen, früher oder später. Eine Regierung, wie die unsrige, kann die treuen Dienste nicht ohne Anerken nung lassen, welche ch ihr dereinst ge leistet habe. O, es mußte a endlich, endlich kommen, Jocelyn. Jocelyn. Kind. Liebling Maggie. Aleck, Jack, lo kommt doch, lo kommt doch und freut Euch mit mir!" Er hatte vergeuen. daß das HauS leer war. und daß nur die alte Susie, die ehemalige Sklavin aus der virgiNischen Heimath seiner Schwiegertoch. ter, im Hause anwesend' war. Die Susie kam denn auch herbei und holte Spui und Mantel, aber der alte Veteran sagte ihr weiter nichts, als daß man ihn nicht zum Essen erwarten sollte. Dann stürmte er hinaus in d:n UNfreundlichen Avrilmorgen, wie ein junger Fant, der die Welt erobern möcbte. ' Was wohl in den alten Herrn ge fahren sein mag sagte die alte Susie zu sich selbst, 'als der Major um die nächste Ecke bog. .So habe ich ihn noch nie gelehen." . In dem geräumigen Arbeitssaale des ersten Elerks des Schatzamtes herrschte die übliche Thätigkeit. Tie vielen ElerkS arbeiteten an ihren Bü chern und Papieren und sahen kaum auf, als die in diesen Räumen wohlvbiutwiti yyfc iuii uitttt jiuiuis uui I ihnen auswuchte. Nur zwei derselben warfen sich beeuwnzlle Blicke zu , bekannte iöeitalt des alten uicaiors vor und ein dritter. Mr. Beverly, erhub sich, um auf den alten Herrn zuzugehen und ihn in die Privatosfice des ersten Clerks zu führen. Dieser Beamte maß den alten Herrn. der sich ihm mit einer Verbeugung nä, f . . . - . y . herte. mtt fragenden Blicken, und nahm X sim ittlnat '1 1 V an rnhMtt. uumi viit um juviii iiviuui uiivi"'1 nen -ener entgegen, oen um oer zca cv e . i ... i cv zor. statt zeoer weiteren Erklärung. ausgehändigt hatte. Als der Beamte las. erheiterten sich zuerst seine Zuge, aber ein Blick aus - f . tf . . -. f 4 a " den beicheiden dastehenden alten -verrn I. . t . X. i (i ?i rtM . ueb iyu Ui uuuiurn saften. . .ES lst aber doch unmöglich. Major, dah Sie das da ernst genommen haben können,- tagte er. rt f V . , ri Der Maior schien nicht recht verstan. fr . , . fm. ... den zu haben Er trat einen chrltt C A. Am. fc 1 W Am mV IaaI. VA vor. ocugie iiuj weil uocr uilv icgic uic Hand an das eine Ohr. . .Ich sage. Sle können dies doch nicht ernst genommen haben, wiederholte der Beamte mit lauterem, aber nicht unfreundlichem Tone. ,Ws meinten tolC. Mr. Ehief. kam es langsam hervorgestoßen L L. , L. I tt - L m AAa rnii uovlrr nmmr zuruu. Kleber Maior. es ist heute der erste April. Irgend ein Ammel hat sich diesen Briesbogen und Umichlag ver. schan und in schamlosester Weise an Und mit diesen Worten zeigte er auf CZ. 4- t f I nnX .JIa? V AI A einige Schnörkel und Floskeln, welche an der stelle, die sonst der Platz sur die Unterschrift einnehmen würde, an gebracht waren. Der Mazor war aus allen einen Himmeln gestürzt. O. mein Gott. auch dieies no war Alles, was er hervorbringen konnte. Das iocben noch strahlende, freundliche Glicht des Al ten wurde plötzlich alchsahl. und nur mit I?Zühe vermochte er Nch aufrecht zu erhalten. . ..Seken Sie stch, lieber Mazor, bat der Beamte. ..Mait hat Sie schändlich oeirogen ineir ncy. u-no ntqrncn Sie die Sache auf, wie oen streich eines dummrn Jungen. Ich aber werde den Schandbuben ausfindig ma chen. und wenn derselbe in meinem Bu-. reAu arbeitet, so hat er heute hier zum letzten Male geiesten.' Ich danle Ihnen. Vk.Eh7?fcIerk." erwiderte der alle Mann. ,.Jch will jetzt wieder gehen." Ter Beamte beamtete den Mazor aus der Thür der Privatosfice hinaus und vilttle i.ynr nacy. wie oerieive lang. lam,. aoer yoqerqooeuenaupies leinen Weg durch den Arbeitssaal nahm. Die unterveamlen arvetteten wie ,onn. wenn sie das Auqe des Vorgesehen auf sich ruben wissen. Nur zwei erhoben nch etwas und zeigten in ihrem Benehmen, dL ihnen der Vorgang bekannt war. Aeverly stand aus, bot dem Alten die
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pncii ,eine pollluii gcuoi. -rqcn zfen die beiden Abgesandten in den Sie denn nicht, daß das ,ng da- Regierungsbureaur. denHotelcorridors, keme Unterlchrut tragt?" ! sogar in 'den Si'ungsälen des Eon
yano un. ocgicucis: iiii v. uic über ihn gebracht hatte. Thüre; Remington hatte die Feder q'utcr Witz, ja ein vortrefflicher sinken lassen und blickte verstört der m 1 Ja. weshalb konnte ich alter langen blauen Gestalt nach. ,jjflrr f aU( Dauben! Bin ja doch zu Zwei Minuten später erscholl duSder nichts mehr nütz-Lacht doch, sage ich. Privatoffice der Ruf: ! lQd)t bcf über den köstlichen Witz - Mr. Remington!" ! lü(j)t bpcl? lacht!" und der Kranke brach Bestürzt eilte der Gerufene an daS jbst in cm heiseres Lachen aus, wäh. Pult seines Chefs. reno cr erschöpft in die Kissen zurück. ,.Mr. Remington, Sie werden wohl jQnf verstehen, daß ich keine Clerks beschäftig Auch Beverly konnte kaum die Thrä. gen kann, welche sich Aprilfcherze mit en zurückhalten, und er mußte sich achtbaren alten Veteranen erlauben." abwenden, als die beiden Schwestern Aber wie konnte ich ahnen, da der in wildem -Schmerze und unter lauten alte Herr wirklich " Verwünschungen gegen den Absender Hier ist nur für Gentlemen Platz, des Witzes sich auf das Bett des Kr Mr. Remington", unterbrach ihn'der ken warfen. Vorgesetzte scharf. Ich erwarte mör - Nach einer längeren Pause kehrte daZ gen früh Ihre Resignation auf meinem Bewußtsein bei dem Kranken zurück. Tische- vorzufinden. Guten Morgen,,' Er erkannte seine Enkelinnen, warf ih Mr. Remington.- nen zärtliche Blicke zu und erfaßte mit Ich HZtte nicht übel Lust, dem alten seiner letzten Kraft ihre Hände. Major den Platz Remingtons zu geben, j Kate," sagte er dann mit kaum noch Ja wohl, so sei es-.sagte der Beamte zu hörbarer Stimme, .Kate die Beru. sich selbst, und schkkte sofort einen Pa ; fung ist dock noch gekommen, gen eus, um den alten Major zurück jendlich doch noch." rufen zu lassen. Aber Huntley hatte , Und dieses Mal hatte sich der Major
vu? wujuttuu.i Venus ucuu cn uuu J W ICa M 4 MAMA AMkA der Page kehrte unverrichteter Sache zurück. Kurz vor der Mittagspause rief der Ehiefclerk Mr. Beverly in die Privat, ofsice und fragte denselben ' nach der Wohnung des Majors. Aber noch besser, lieber' Beverly, Sie scheinen den alten Herrn ja zu ken nen", fügte er hinzu. Jch habe jetz! wirklich eine Stelle sür ibn. und da icb
fürchte, daß sich der Major jenen elen oen Scherz zu sehr zu Herzen nehmen roird, so möchte ich Sie bitten, ihn so fort aufzusuchen und ihm die Mitthei lung zu machen, daß er von heute an wirklich in meinem Bureau angestellt ist und jederzeit mit seiner Arbeit dcgin nen kann. Remington wird uns heute verlassen-, schloß der Beamte mit :inem vielsagenden Blicke. Beverly hätte wohl keinen Auftrag von seinem Vorgesetzten erhalten, den er mit mehr Freude ausgeführt hatte. Ja, er kannte den alten Major feit lan ger Zeit, und er kannte auch Jocelyn, die liebliche und pflichtgetreue Enkelin öesfelben. So hielt denn bald darauf :in Miethswagen vor dem Huntley'schen Hause, und aü' Beverly's Klingeln offnete ihm Jocelyn. D. Gott, es ist dem Großvater doch nichts zugestoßen"? war die crste Frage des bestürzten Mädchens, als der ungewohnte Besuch eingetreten war. Nicht da) ich wüßte. Ist er denn noch nicht hier? Ich habe ihm eine gute Nachricht zu überdringen." Und nun erzählte Beverly, was sich im Bureau ereignet, und wasder Ehief :lert ihm aufgetragen hatte. Jocelyn war außer sich vor Freude. Kommt Kinder, kommt Alle herbei, Maggie. Aleck. Eharles. Jack, wo seid
! ihr denn alle, denkt Euch, der Großvater hat die Berufung erhalten! Dieser Herr da ist hergekommen, um Groß Väterchen gleich abzuholen." Das Huntley'sche Haus hatte wohl .,x,ü,,. - W V' 5.7'!. IV. celyn gab nch keine Muhe mehr, die Freudentdränen vor Beverly zu verbergen: die Knaben tanzten wie Indianer um den großen Eßtisch herum. Maggie und Jocetyn lagen sich in den Armen und die alte Susie stand vor der Thür mit der Küchenchürze vor den verwein, lVWb.M y Vl Ms j- W fV . VV n Augm und rief einmal über daS . AnXir W nll wp I d&r.laml" Dem wackeren Beverly ging das Herz auf bei diesem Ausbruch reiner Freude. der ihn einen tiefen Blick thun ließ in die Eintracht und die Liebe, welche 14 ft t V 1 WVI VVV VIVV4 UHtll 0, Jocelyn,- rief Maqqie. . ' f -yj ' ' unter den Gliedern dieser Familie ,kt Inmmen aiish t r m fttMi tos sere Taae: ient braucdst Du nicbt mebr ;i,r linrnnst m ln bll iükt SnceImi Du'" i fr m bleibt ffirnün;it?rsfott wr v v . vr ruw k, ,lr? rzT hn i TrtnW W V V, . VVp Vj MV sein." nehm Jocelyn nach einer ' ' qjause 0(1 ZTJort. t s ist'möalick. dak er nock, einmal m uuu Ö0U1 oder bei Willards vor. ,,.. f1(1 m m mnUUUm ,n er,n ,ftntt Miö. ! elnn. s will ick nock ibm sucken. m,,Zn (;ufi erm(iret miA fcmfi mnfit! ute Nachmittag nicht mehr.I " . . cvn mt, Bea e tuna mack e nck Be ; sllIt- Meaoker di? q?ackfor. schungen hatten keinen Erfolg. Nir. nPhÄ fnrTn. m- nur- eine niir he lten Mannes trenen. Stundenlana a umher, ohne irgend welche Nach 1 richt zu erhalten Es war noch nicht acht Uhr, als Be verly in Alecks Begleitung wieder am Suntley'schcn Haüie anlangte. Die yimkulan, stand vor der ?büre. 6m Volimt aab nähere Auskunft. Er hatte üItn Mann braunen in der Bor. adt binter einem Scbuvven aefunden. m ttx ajor wohl schon längere Zeit legen haben mußte. Durchnäßt bis aus die Haut und mit einer leichten Kopfwunde, die von einem Sturz her ..ikn tonnte. lba,tet. Da der alte Herr bewußtlos war, so hatte derPoli' nad) 0er Ambulanz geschickt. Beverly trat in das Haus ein. ' Im Eßzimmer schluchzten und jammerten die jüngeren Kinder; auf dem Bett im Nebenzimmer lag der Kranke noch im mer bewußtlos. Der Arzt war eben dagewefen. halte einige Anweisungen ge geben und erklärt, er werde in einigen Stunden wiederkommen. Am Bette saßen die Schwestern. Maggie still vor sich hin weinend. Jocelyn mit thränen ,, Nlick ant Mi Antlid des Kran starrend. Beverlo bot aufs Tiefstegriffen seine Hilfe an, welche auch an. genommen wurde. tQtl, Mitternacht reale sied der i Kranke urti flüsterte erst' leise, dann! i,,fr ? later kurie &äke rar ck Es. war die Geschichte jene5 Ta. at mit all den Enttäuickunaen und HerjÄ das jener Aprilscherz nicht getäuscht. Als Beverly in der Morgendämme rung nach Hause kam, war auch in ihm ein Entschluß reis .geworden. ' Den Geschmack des Herrn kann man oft schon an den Cigarren seine? Dieners riechen. Nimmt man d i e W e l t.
wie sie ist, so nimmt sie Einen, wi man ist.
'futtvi ine stdele Freischü?" füttrnng. Alts, Bon einer fidelen reischü- Aufführung erzählt F. Nesmüller in den Dresd. Nachr.". einer Ausführung, deren Hclven zwei Sangesgrößen. der k. k. Hofoernsänger Winkelmann und der Bassist Fischer von der New Zsrker Großen Oper waren. Währen) einer Ferieneeise im Gebirge waren die Bei den an einem Junitage in einem Dorfe eingeregnet die Opfer gräßlichster Langeweile. Mißmuthiz saßen sie in der Wirthsstube, da ging plötzlich die Thüre auf. eine abgerissene Jammer gestalt schob sich herein, präsentirte sich als Tirector- Lindenmüller und über reichte zugleich einen geschriebenen Jet tel. auf dem zu lesen stand, daß der Direktor- mit feiner Truppe auf der Durchreise begriffen, am Abend den Freischü'K- ausführen werde, aller ding? mit sehr starken Strichen. D Dialog bildet bei mir die Hauptsache," meinte der Herr .Direk tor". Winkelmann und Mischer nah men natürlich sosort zwei BillelZ, da sie sich einen Hauptspaß vzrsprachen. Herr Lindeninü'äer verschwand glückstrahlend: eine Viertelstunde später aber stürzte er, ein Bild bellstcr Verzweiflung, wied.'r in die Stube und theilte den Sän gern die er nicht kannte. mit Thränen im Auge mit, daß die Auffüh rung nich: staltsinoen könne, da der Mar" mit dem Kaspar" durchgegan gen sei. nachdem sie ihre Wchengage im Voraus erhoben hatten. Der Jammer des Unglücksmenschen rührte die beiden Sänger, sie sagten dem Herrn Direktor", wer sie seien, und erboten sich zugleich, für die Ausreißer einzuspringen! Hatte LindenmüUer eben noch Schmerzensthränen geweint, so vergoß er nun Freudenzähren; dann raste er davon mit dem' iegesruse: Probe bestellen! Austrommeln lasjen. austrommeln lasten'.- Lassen mir nun Nesmüller über die Aufführung selbst berichten: AbendZ war der Theaterraum der Scheune bis zum Giebel mit Zuschauern gesüllt. ja viele derselben selten sich auf die Tachspar ren und harrten der Dinge, die au-ge trommelt wurden. Das Scheunenthor nmrde auZgeho den, Bretter über Böcke gelegt, um den Zuschauerraum zu vergrößern, denn Aehnliches hatte man in ( noch nicht erlebt. Jch glairb'S nit. daß sie's sind!" behaupteten emige Zweifler. .Jch kenn alle Zma.- bchauptetc ein Dorsschöngeist. der Sohn des Ortsrichters. Den Winlelmann hab' ich neulich in Wien g'hört im Tannhäuser und dm Fischer hab' ich vor a vaar Jahren in Dresden g'hört. wie er den Hans Sachs g'sungen har ich sag' Euch, das war a Schuster, nie ich noch tan bessern g'seh'n hab'. ' Ich wär' stolz gewesen, wenn der mir a Vaar Stiefeln gemacht hätt'. Wenn sie's aber nit fein, dann soll der Linden müller was erleben einsperren last' ich ihn. so wahr ich der Dorfrichter bin-." Als der Vorhang nun endlich irr, die Höhe ging, nachdem eine Schaf glocke das Z?ich?n zum Anfange gab. und- der wohlbekannte .Winkclmann seitwärts am Tische saß. brach schon ein AeifallZgruß aus, daß. die Zu schauer auf den Dachsparren' zu. wackeln annngen. r AI ober mit dem Oberförster der Kafpar auftrat, di schrie der junge Dorfrichters ohn ; Meiner See!, es ist der Fischer, wie cr leibt und lebt ?" und zum Publikum gewendet brüllte er ? Dös- & der Amerikaner, Leur'. den ich in Dresden g'seh'n und g'hört hab'.Und derselbe Jubel wie vorhin brauste auf'4 Neue los und hielt Minut-cn lang an. Endlich war oie Ruhe wrever hcrgestellt, man saß still, lauschend der Dinge, die da kommen sollten. A15 Mär begann : 0. diese Sonne. furchtbar steigt sie mir empör t- fcrach neue? Jubel los. Daß viel? komische Intermezzi; vorkamon. die bejubelt wurden, ist ja selbstredend So z. B. iw der S.ene. wo Max mit, der Frei kut den Steinadler aus' den Wolken M'schicßkn hat. Die altü- Zündnodel flirte versagte da schrie Fischcr in sei nein köstlichen, ganz au-gedasscnen Hv' mor aus vollem Halse r .Bumm !" und pardauk lag der Adler- zu seinen ftükttt. Machend ergriff cr ihn und sprach: Freundchen. da4 nenne ich einen Schuß, die Jündnadeldüchse hat zwar versagt, aber dennoch ist der Adler getrossen." Tann zeigte er Max daZ herabgestürzte Ungethum.-einen ausge stopften Hascnbalg mit ongenühien Günseflügeln. worüber natürlich das ganze Publikum in? homerisch? Geläch ter ausbrach. Ebenso später in der Scene des Kugelgikßsns. . Kaspar warf nämlich bei dieser Gelegenheit sehr son. derbare Ingredienzien in den Schmelz ticgel : Glas von zerbrochenen Kuchen fcnstern !" zwei Zmtner Quecksilber zehn Psund Dynamit das rechte Auge eines Wiener HopserS lanstatt Wiedehopfes) das linke Auge wäre LuruS (Luchses). Den Kugelsegen parodirte cr dermaßen, daß der .blä hendste Unsinn zu Gehör kam. Cr steckte anstatt einen Todtenkopf ein große gelbe Rübe auf den Hirschfänger und b.'schwor folgendermaßen den Oder sten der Hölle : Schütze, der im Schlafe wacht. Somiel. Samiel. gute Nacht ! Steh mir bei mit Deiner Macht. Bis der Mumpitz ist vollbracht ! Salbe mir daS ttreut mit Brei. Segne sieben. Null und drei, Daß die Kugel eilig fei ! Samiel, Samiel ! herbei . R a f f i n i r t. Herr: Da? ist ein wunderschön gemalte? Osterei. .Dame: Und wie riesengroß! Denken Sie, ein gewöhnliches Hühnerei. Herr: Ja', wie rafsinirt heutzutage so. gar die Hühner in der Ostereierfabrika. turn sind! Streng. Mein Fräulein, darf ich Ihnen ein Osterei zu Füßen legen?" Wenn Sie es erstiegen rnügen nein!-
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