Indiana Tribüne, Volume 16, Number 193, Indianapolis, Marion County, 2 April 1893 — Page 3

gr mwrairesiHgniiM jas-ra

Ein Dramn am ffirflculjofp. SrzSSIuz v,n Zttv ffirnt. (2. Fortsetznng.) Pilqrams Ohr hatte jedes Wort aufgefangen. Meine gnädigste Herr im jiechi vielleicht zu schwarz." sagt? cr leise. Niemand kann Beweise beibringen, daß der Gegenstand Ihrer Furcht den Fürsten anders als in der Phantasie beichästigt. Phantasieiviele lassen sich nicht verbieten." Ich glaube an keine bloße Gedan kensünde." entgegnete sie bitter. Die könnte ich verzeihen, ja belachen! Es steht anders! Warum fühlt sich der Fürst im Familienkreise bei scherzendem Gespräch und guter Lektüre nicht mehr wob! wie früher? Warum muß er jetzt immer und immer Gesang hören, um sich zu unterhalten?" Pilgram schwieg auf die Frage. Die Fürstin zerknitterte das Packet, das sie noch in der Hand hielt, und schloß: Ich habe ihm schon für die vorige Geldsendung nicht gedankt und thue es diesmal auch nicht. Wenn er ie fragt, Pilgram. erwidern sie einfach. Sie hätten 'seinen Auftrag erfüllt! Er soll merken, daß ich nicht blind bin." Ter Adjutant verabschiedete sich. Im Laufe des Winters gingen dem Adjutanten noch mehr Briefe gleichen Gewichts und Inhalts zu wie der heutiqe, und immer sprach er nach Cm-, pfang derselben bei der Fülstin vor. Ebenso geschah es in den Frühlingsonaten'bis zum Eintritt der Theatersenen. Ta eröffnete Fürst Adalbttt eines .ages seiner wmagiin: ch habe eine Einladung vom Herzog Ench. Ich denke, vier Wochen dort ZU bleiben, vielleicht auch sechs. Möchlest Du nicht in oe; Zeit mit den Kindern ein Bad besuchen. Jrmgard? Es wurde Euch Allen dienlich sein." Wenn Du meinst?" antwortete sie. ohne ihre innere Bewegung zu verra then.' Nimmst Du Herrn von Bil gram mit?" Nein, nur den Kammerdiener. Ungebetene Gäste will ich dem Herzog nicht dringen." So g:d uns Deinen Adjutanten als Reisemarschall. Du weißt." fügte sie absichtsvoll hinzu, ich verstehe schlecht mit Geld umzugehen. Pilgram ist ein guter Wirth, er kann die Kasse führen und mich bevormunden.". Dem Fürsten schien die Gelegenheit, ihr ein Verlangen zu erfüllen, sehr willkommen; denn er ergriff sie lebhaft: Mir ganz recht! Pilgram wird Euch gern begleiten, ich spreche sogleich mit ihm und fchicke ihn Dir, daß Ihr alles Nöthige verabredet!" Er ging; welchen Badeort sie wählte. fragte er nicht. Jrmgard biß sich in die Lippe und preßte ihr Tuch an den Mund. Nach Kurzem trat der Adjutant strahlenden Blicks bei ihr ein: Seine Durchlaucht ertheilte mir den ange nehmsten Befehl, den ich empfangen könnte." Die Brust der Fürstin wogte: Cr geht an den see. wo Fräulein Witepska seit vorgestern in einer Villa ihre eorn merfrische hält. Redet Ihr noch von kindlichem Phantasiesviel und Gedankensünde?" Hohe Frau!" begann Pilgram in bittendem Ton. doch mehr vermochte er nicht hervorzubringen. Sie lachte nervös auf: Nun, wir wollen uns dasür auf unsere Art Ver gnügen schaffen. Pilgram! Sorgen Sie nux', daß der Fürst unsere Kasiette 'füllt'." Es soll meiner Herrin an nichts mangeln!? verhieß Pilgram. De.r .Fürst wird auskömmlich? Mittel liefern." Nur auskömmlich?" rief sie spöttisch. Lass? Sie ihn tüchtig bluten wie mein Herz!" Die legten Worte wurden so leise gebaucht, daß der er wählte Reisemarschall sie kaum ver. stand. Er empfahl sich, um unverzüglieb Vorkehrungen zur Abfahrt zu treffen. Noch an demselben Abend verließ Seine Durchlaucht die Residenz. Prinzcjsin Magdalcnc hatte Mühe, ihren tiefen Schreck zu verbergen, als sie von der Fürstin erfuhr, wer sie in's Bad begleiten sollte. Zu Hause war es ihr leicht gewesen, den Adjutanten zu vermeiden, draußen mußte sie ihn als beständigen Gesellschafter' dulden. Doch ein GitteS war daber: sie konnte ihn überwachen, daß seine rcrschwiegene Leidenschaft für die Fürstin sich in der größeren Freiheit des Verkehrs zu keinem unbesonnenen Ausdruch hinreisen ließ. Sie nahm sich vor. Auge und Ohr zu allen Stunden offen zu halten. Nach dem Willen, des Fürstcs sollte der Leibarzt die hohe Familie seinem Badeccllegen persönlich zuführen und den Kur'gedrauch für die einzelnen Glieder feststellen lasten. Drei Wagen standen bereit, um die Reisenden an den Bahnhof zu fahren. Der erste war für die Fürstin, die Prinzessin und den ofrath -bestimmt, der zweite für den Erbprinzen, seinen Gouverneur und Vilaram. der dritte für die Bedienung. Aber man nzußte warten, der Leibarzt fehlte nocy. mt vane oer gewissen hafte Mann sich einer UnPünktlichkeit schuldig gemacht, was konnte gerade heute die' Ursache seiner Verspätung sein? Da biegt er auZ der Nebenstraße in den Schloßplatz ein, das gute Gesicht erhitzt, der Gang unncher. Die Für stin ist die Erste, die sein Erscheinen, sein auffallendes Aussehen bemerkt. AthemtoZ erreicht cr sie. Was ist vorgefallen?" fragte die ißernn schnell. Nichts," was Ew Durchlaucht an der Abreise hindert. Nur mich diSpensiren Sie gnadigst von der Begleitung, ich werde dem Badearzt schreiben!" Weshalb können Sie nicht mit uns?" fragte Jrmgard von Neuem. Nur zögernd gab er die Erklärung: .Daö Hojpital steht unter meiner Aui

sich, ich würde vor Tagesanbruch geru scn, rin Ertrarrtungsfafl macht mein

Bleiben nothwendig. Sie können ihn keinem anderen Arzt überlassen ?" Bohr vermied, die Fürstin anzuseh?n. während er gezwungen antwortete: Auch die Assistenten sind beschäftigt. Durchlaucht? Ter Fall ist schwer, und möglich, daß er nicht vereinzelt bleibt." In Jrmgard blitzte ein Gedanke aus. Doch nicht die Eholera?" .Leider scheint es so!" gab der Arzt langsam zu. Scheint? Es ist!Sie verbergen mir. rief sie. Und daß schon mehr Fälle eingetreten." Nun denn, ja, hohe Frau." bekannte er seufzend. Ich reue nicht." erklärteste, ohne eine Secunde die a!?ung zu verlieren. Erst recht reißen Sie, Durchlaucht!

forderte Böhr. Wenn ich durchaus Führer schlug das Herz zum Zcrsprindie Wahrheit sagen muß: drei Falle gen. im Eorridor ließ cr sie auf eine

finh hrnnm trtfnxnen hm?n trtMltsh I verlaufen und aus der Joachimsvor rv . u . m.vv. .w... stadt sechs neue Erkrankungen gemelbet. Wer kann voraussehen, welche Ausdehnung die Epidemie annimmt? Sie und die prinzllchen Herrfchaften müssen in Sicherheit fein!" Ich reise nicht." wiederholte Jrm gard entschieden und stieg, von Pil grams Hand leicht unterstünt, aus. Was denken Sie. Hofrath? Mein Gemahl abwesend, und ich soll die Residen; verlosten, wenn Äugst und Noth tinziebenk'-' Jlod) immer hoffte der Arzt, ihren kSinn zu beugen: Ich wttde Seiner Durchlaucht teiegraphlren! Der ffurst darf ermaßen, 'daß ich Ihre Abreise melde." Der Fürst darf erwarten, daß ich hn vertrete!" behauptete sie dagegen.' Aber Ihr Beide reist!" wendete sie ich an den Prinzen und die Prinzessin, Ich unter ferner Bedingung, Mama'." wiedersprach - Maadalene. Ich lasse Dich nicht allein." i Sie schlüpfte aus dem Wagen, Pilgrams Beistand mit leiser Kopfbewegung aoleyneno. er Prinz woule dem Beispiel seiner Schwester folgen. Jrmgard verhinderte ihn: Robert, I Du führst aus jeden Fall! Ich könnte es niemals vor dem Fürsten verantWorten, wenn ich den Erbprinz nicht entfernte. Dein Gouverneur begleitet Dich!" Noch sträubte sich der junge Prinz, aber Magdalene und Böbr stellen ihm vor. daß er nicht bleiben dürse, bis er nachgab und Abschied nahm, Dem Willen der beiden Damen widcrsetzte sich der Leibarzt nicht länger. 1 " . . ' .. ' . I doch m,t Bestürzung hörte er aus dem Munde der Fürstin: Fahren Sie soort wieder tn S Ho pital. Hosrath. hier . . . ' J . I mein Wagen! Ich folge Ihnen sehr bald'.Um Gottes willen!" mahnte er besorgt ab. ie werden mich mchtzurüahalten!" erwiderte Jrmgard fest. Wir müssen sehen, was sich thun läßt. Verfügen Sie über alle Hilfsmittel, die das chloß herzugeben vermag.!" Ehe Böhr noch einmal warnen konnte, eilte sie in's Portal. Magdalene. Haupt mann von Pilgram und die Kammerfrauen ihr nach. In wenigen Minuten war die Toilette gewechselt. Mit gleicher Geschwin digkeit hatte die Prinzessin den Reisemantel abgelegt und kam zur Fürstin: Mama, erlaube, da ich mit Dir die armen Kranken besuche!" Du, Kind, Um keinen Preis! Genug, daß ich Dich in der Stadt gelassen! Pilgram führt mit mir. der Soldat darf keine Furcht kennen!" Ich bin auch frei davon!" entgeg nete Magdalene. Die Fürstin faßte den Kopf der Tochter in beide Hände und drückte ihr einen Kuß auf die Stirn: Du bleibst mein geliebtes Herz! Vielleicht erfülle ich später Dem Begehren, heute nicht, füge Dich'." Was blieb dem Madchen übrig, als zu gehorchen? Fühlte sie doch heraus,

das; es nur echt mütterliche Sorge war. ihre Strahlen aus Jrmgards Leiche, die aus Jrmgard gesprochen. Aber sie Mit fahlen Gesichtern umstand die Dieirrte unruhig in den Räumen des nerschast stumm das Bett, zu Häupten

Schlosses umher und schickte einen Diener nach dem andern aus. um Erkundigungen über den Zustand in der besonders heimgesuchten Vorstadt einzuziehen. Inzwischen war die Furstiu im Hosvital erschienen. Die Menschen sammelten sich zu dichten Gruppen vor dem Eingang, als sie das hcrrschastliche fuhrwerk gewahrten. Tes Lodens und Rühmens der muthigen Landesherrin war lein Ende. Also doch!" brummte der alte Bebr bei Jrmgards Anblick und ziichte dem Adjutanten an ihrer Seite zu: Herr, konnten Sie es nicht verhindernd" Pilgram zuckte nur die Achsel. Die Fürstin trat an die ersten Betten, in denen -Siranke lagen, die von dem Uebel noch nicht mit voller Gewalt erfaßt waren. Sie sprach ihnen Trost und Hoffnung ein, doch ihre guten Worte blieben unverstanden. 'Umso mehr wirkte ihre Gegenwart auf WÄter und Wärterinnen, die hin und her eilten, hier Arzneien bringend, dort Einer den Andern in der Bedienung der Leidenden unter stützend. Nichtlange aufhalten,Durchlaucht! bat der Hofrath. Sie wies seine Mahnung zurück: Bin ich gekommen, nur um mich zu zeigeni Ich will alle Patienten an s,k-n' In diesem Saal meinetwegen!" gab der Arzt nach. Indem ward die Thür eines Nebenfaales halb geönnet, der Kopf einer Wärterin schob sich hindurch, eine dürre Qand winkte. Die Fürstin bemerkte eS: Tas gilt Ihnen, mein lieber Böhr!" . aram .Warum Nicht?" Er ließ die Frage unbeantwortet und ,. - ? . n . verlcywano ymier oer ö.yur.

a. Durmlaucdt. aber da Innein l satt vom ÄuZoruai o?r kbolera batte nUnn itht an mm: et, uc;r htj -ä hnA m-ni

ff J F 7 7 -j. I (T - " 7 " " " IIHU.u -! V 5 vvtv Wll V fl. f . vu f o ' dürsen weder Sie, noch Herr von Pil- er erwidert, es werde hoffentlich bei ver- war ein zwanzig bis fünfundzwanzig lich das Einfachste wäre, wenn Sie mir

Ml? folgen!- emzeilen tauen oinoen, wenn oic ur- iiamt aller Acann, Mit einem AM ua in aller teile die tevre aaven. memisa i

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Cdne Zweifel die Sterbe- oder Leichentammerl" flüsterte der Adjutant tyr zu. Jrmgard schritt vorwärts: Kernmen Sie!" Er vergaß die Etikette, ergrin die urZtin am Arm und hielt ne zurück: Ich bezchwöre Ew. Durchlaucht, über treiben ie Jl?re Kühnheit nicht!" toie sah ilzn mit seltiam flirrendem Blick an: Was wollen Sie? Liegt an meinem Leoen das Geringste? Lassen Sie mich los!" Erst jetzt kam ihm zum Bewußtsein. welch: Freiheit er sich genommen, cr stammelte eine Entschuldigung. Die Fürstin drückte die Thür zum Nebenjaal aus. zuckte jedoch zaudernd zurück. Ein surch:bares Bild mußte sich ihr dargeboten haben. Sie tastete hinter sich- Ihren Arm. Pilgram!" . Fürstin!" rief er entsetzt. wiia, na; acuui z icuc. .turnn i: 11 : f ( ii ..c . i . i . : r . rv t Urtnf r Mitr -in sVif nS. vl iiir 1" Bank nieder. Nur ein Glas Wa Mit ffcltWtl. a . t l bitt V IMtf II bat sie. Pilgram holte es in fliegender Hat. . In dem Moment schritt ein Heilgehilfe durch den langen Gang, der Adjutant beauftragte ihn. den Leibarzt herauszurufen. Jrmgard hatte das Glas an die Lip pen gesetzt, ein Schüttelfrost befiel sie. Der herbeieilende Arzt erschrak bei dem Anblick so hestig. daß. ihm beide Arme schlaft an den Armen niedersanken. .Weg mit d?m Waner!" nes er. Xie Warnung kam zu spät. Gewaltsam raffte die Fürstin sich empor: ES ist nichts, nur ein plötzlicher Widerwille, den ich Nicht Über' winden tonnte. Ich sab ein grausam entstelltes Gesicht. Ich muß mich erst an dergleichen gewöhnen. Morgen komme ich wieder und werde standhas ter fein!" Dabei drückte sie Böhrs Hand. Sein Mund schmieg, aber sein schmerzlicher Blick sagte, die Herrin werde schwerlich am nächsten Tage w:edertommen. Auf den starken Arm deS Adjutanten gelehnt, ließ Jrmgard sich aus dem ungtuclsdau e supren. Aue Kopse der draußen harrenden Menge entblößten sich ehrerbietig, doch kein Hochruf erscholl, lautlose Stille herrichte. Wahrend der Rückfahrt ms Schloß fragte Pilgram jede Minute nach dem Befinden der vergötterten Frau, sie schüttelte immer nur leise das Haupt, als könne sie sich nicht' aussprechen. In ihre Gemächer gelangt, brach sie zu sammen. Alle Anzeichen der zerstörenden Krankheit traten hervor. Die Schloßbedienung hielt sich tapfer, vom Ersten bis zum Letzten dachte Keiner . rn T e ' , . an ole sesayr. oie iun ,eion oeoroqre; eS zeigte sich, in welcher Liebe Jrmgard bet ihren Untergebenen stand. er tr- om . 'jPrinzessin Magdalene wich nicht vom Lager der Fürstin. Mit einer Geschicklichkeit und Sicherheit, als wäre die Krankenpflege ihr Beruf, unterzog sie sich allen Dienstleistungen. Welches Ma physischer wie moralücher Kraft einem Menschen innewohnt. kommt erst zu Tage in Zeiten, wo große Ansprüche an ihn gestellt werden. Da ist eine zarte Gestalt oft dem scheinbaren Riesen an Stärke überlegen, und ein Eharakter. den man für schwach gehalten, entwickelt unbeugsam: Festigkeit. Leibarzt kam dreimal in drei Stunden, verordnete dies, verordnete jenes, machte aber nicht den kleinsten Versuch, die Prinzessin aus dem Krankenzimmer zu entfernen; er wußte, er würde in den Wind reden. So ost er die hohe Patientin verließ, siel ihn im Vorzimmer ein Mann mit verzweifelten Geberden an. ob er Honnung habe, die Fürstin zu retten. Wäre der alte Böhr nicht von Last und Sorge über bürdet geweien. er hatte an Pilgrams nehmen merken müssen., für wen der junge Officier in grenzenloser, verzeh render Leidenschaft glühte. Alle Mittel, worüber die Heilkunst verfügte, wurden erschöpft. Doch der grause Tod kennt kein Gebot." die Sonne des nächsten Morgens warf der Entschlafenen saß thränenlosen. überwachten Auges Magdalene. bis der Arzt ihre Schulter berührte und mit erstickter Stimme bat: Folgen Sie mir. hier ist Ihres Bleibens 'nicht. Prinzeinn!" Sie lien sich leiten wie ein Kind. Er brachte sie in den entgegen gesetzten Schloßflügel, wo nach seiner Angabe die lustigsten Räume für sie hergerichtet wurden. Ter greije Herr war selbit todesmatt, allein der Gedanke an seine ärztlichen Pflichten er hielt ihn noch auf den Füßen. Er wollte wieder in's Hospital zurück, auf der Treppe kam ihm der Osfi.ier der Schloßwache verstört entgegen. Böhr blieb stehen mit der Frage: NeueS Elend I zu melden" Der Hauptmann von Pilaram." berichtete der Lieutenant, scheint von der Krankheit befallen, er stürzte vor dem Wachtlokal bewußtlos nieder, wir haben ihn in seine Wohnung schaffen müssen." fcne t'm Wort ,u sauen, beaab tick, der Arzt mit dem Hiobsbsten zu dem Adjutanten, fand ihn noch in tiefer Ohnmacht, doch kein Symptom des gefürchteten Uebels. Mühsam in'S Leben zurückgebracht, stöhnte Pilgram: Warum haben ?le mich erweckt? Mir wäre besser, ich schliefe den ewigen Schlas!" Jetzt schien dem Hofrath eine Ahnung aufzugehen, was das Herz des DazeinSmüden an der Hingeschiedenen Fürstin verloren, aber er hütete-sich. die Vermuthung laut werden zu lasten: still lenkte er feine Schritte zu Anderen, denen er vielleicht noch helfen konnte. ' Mittlerweile hatte der Telegraph die Trauerlunbe m Die crne zum pursten Adalbert getragen. Aus die erste Bots aer die erforderlichen rstchtsmaßregeln nicht versäumten. Die zweite Antwort I i i "-. f7 J i . r lauieie: eine urcyiaucyi weroe jo

, Kulv??!! -s,

fort die Heimreise' enkreken, man möge aber mit der Bestattung seiner Gcmah lin unter den obwaltenden Umständen .ilcht auf ihn warten, die feierliche Beisetung könne später stattfinden.' jetzt habe die Bevölkerung der Residenz doch keinen Sinn dafür. Er täuschte sich, hoch und Niedrig strömte hinzu, der Todten die letzte Ehre zu erweisen: ein Wehagen ging von Haus zu Haus, ils wäre jeder Familie ihNiebstes Glied mtrissen. - Im Leichengesolge befand ich auch der Hauptmann von Pilgram. Die in sich zusammengesunkene Gestalt )es sonst' so rüstigen Maimes erregte lllgemeineS Aufsehen, sein glänzendichwarzeS Haar durchzogen eisgraue Zäden.Als der Fürst in den Bahnhof, ein'uhr und von lauter verweinten Augen :mpfangen wurde, erschrak er sichtlich 2ber die Veränderung im Acnßercn seilies Adjutanten: er glaubte die Vorboteil der mörderischen Krankheit darin zu .'rkennen und ließ seine Hand nicht von )er des Officiers berühren. Eilig fuhr :r in's Schloß und verfügte Pilgrams Beurlaubung. Selbst die Versicherung des Leibarztes, der Adjutant sei nur )urch den Schmerz über den unersetzlichen Verlust, den Stadt und Land eritten. so gebeugt, beruhigte den hohen)crrn nicht; erst als die Epidemie kein Opser mehr forderte, entschloß er sich, 'icn Hauptmann wiederzusehen. Die Landestrauer verlängerte die Serien des Theaters, tlll und ode var's in der kleinen Neiidenz. nirgend Nllsik oder Gesang. DerFürst. dem veder seine Kinder, noch die sonstigen Umgebungen Aufheiterung zu bieten sermochten. machte tagelange Jagd lusflüge, ein paar Mal auch kürzere tteisen. deren Ziel Niemand ersuhr. Daö Laub der Bäume lichtete sich be--eits. als er wieder von einer solchen mrücklchrte. Kaum hatte cr sein Kadiiiet betreten, da ließ der Minister von LZerdenberg sich melden und begann zhnc Einleitung: Mit Ungeduld habe ich Ew. Durchlaucht erwartet, um die !en vorgestern eingegangenen Brief zorzulegen." Cr zog ihn aus seiner v!appe Das Schreiben ist an daS Ninisterium gerichtet, ich verstehe aber )en Inhalt nicht, ebensowenig ist mir )as Bankhaus des Absenders bekannt. Wollen Ew. Durchlaucht mir gnädigst Aufklärung geben und befehlen, was )em Manne zu antworten ist?" Der Fürst nahm das Schriftstück, daS den Stempel rincS WechselkontorS in einer alten Hansastadt trug. Er las, und Erstaunen malte sich in seinen Z)!ienen. dann sah er den Minister an: Die Sache ist mir so räthselhaft wie Ihnen, Werdenberg! Wir sollen wieverholt Anleihen gemacht haben? Ich weiß von keiner einzigen. Depeschiren Sie augenblicklich und fordern Sie Zlusschlu'ß! DaS Ganze kann nur ein Irrthum von Seiten des Bankiers sein, aber ein so unbegreiflicher wie unverzeihlichcr Irrthum!" Eine Stunde später erschien Herr von Werdenderg abermals vor seinem Souverän, und zwar in höchster Aus regung: Durchlaucht, ich bin außer mir! Hier die Gegendepesche des BankhauseS!" ' Nun?" Mit wendender Post gehen die betreffenden Papiere an Ew. Excellenz ab als ilnmiderlcgliche Bemeife unserer berechtigten Ansprüche." , Was für Papiere?" fragte der Fürst. ES können nur Schuldvcrschreibun gen gemeint sein," versetzte der Mini ster.' Wir entdecken unzweiselhast eine der dreistesten Fälschungen, die jemals gewagt worden!" Der Fürst behielt feine volle Ruhe und fragte nachdenklich: Steigt Ihnen irgend ein Verdacht auf. lieber Werdenberg?" Nicht der leiseste, gnädigster Herr! Wen von Ew. Durchlaucht Dienern, die mir sämmtlich treu ergeben schienen, sollte ich einer solchen Schurkerei für fähig halten? Indessen will ich unter der Hand Nachforschungen anstellen.DaS ist meine Meinung nicht!" widersprach der Gebieter. Im Gegentheil: verrathen wir unZ durch keinen' mißtrauischen Blick vor unseren Leuten! Und." fügte er halb ernst, halb scherzend hinzu, hüten Sie daS Geheimniß vor Ihrer Frau'." 0, wie können Durchlaucht glauben. ich würde Ihre Frau." unterbrach der Fürst, kommt hinter Alles!" Durch meine Schuld sicherlich nicht!" vertheidigte sich der Minister. Selbst ii.'s Verborgene blickt sie." fuhr der iyix) sork. aver geven &it ! ihr den Rath, nicht zuviel zu erspähen, Nicht mehr, als vorhanden ist!" Worauf beziehen Durchlaucht?" Auf gewifse Verdächtigungen, über die unsere Primadonna sich bitter beklagt." Die Excellenz blickte verlegen zu Boden. Also aus Wiedersehen morgen!" lenkte der Fürst ab. Der Minister verließ das Kabinet. In seiner Behausung gab es einen Auftritt zwischen Herrn und Frau Wer denberg. der reich an dramatischer Wirkung war, waS aber nur die beiden Spieler selbst empfanden, da Publikum ausgeschlossen blieb. (Fortsetzung folgt.) Splitter. Sehr weise und verthe,ik die Gaben - , 3 der '.'laiur ncy oiics iuen. rmen mum elvazcn yaven, ' iie "0a?cn .iDiicriianoiK9 wiiicni m Ein Unikum von einem Sconurrbart. In einem Bericht des Kimmen Journals" über einen Unvon Schnurrbart, der einen dunkel- ; blauen Ueberzieher und ein lleinkarrir ' Ä . . tes Jacktt trug."

Die vierzel,Zlie Person.

fl'evtHt n ufenia Martin. Hinter den Dächern des Westviertels von New Äork aina die Sonne zur cüfle. Auf die Riesenstadt senkte sich langsam die Nacht herab. In dem Hause des reichen Miste? Göret in der Korn Avenue wurden bereits die Lichter angezündet. Noch waren die Jalousien nicht vor die krystallencn Fensterscheiben gezogen und man konnte von der Straße aus frei die Fracht der hell erleuchteten Gemächer bewundern. Die Flügel des breiten Portals wur den jetzt weit geöffnet. Zwei galonnirte Diener erschienen und nahmen Auiltel lung am Thor. Dann rollten Equipagen heran. Verhüllte Gestalten kamen aus denselben zervor und stiegen die große Marmor treppe hinan, um pünktlich bei Mister Äoret, der heute eines seiner in ganz 1!ew 7)ork bekannten, lukullischen Gastuähler gab, zu erscheinen. Dem Treiben vor dem Portal hatte nn junger, gutgeklcideter Mann, der lässig an einer der nächsten Laternen lehnte, ausmerksam zugeschaut. AlS )ann die Auffahrt der B)agen vorüber ivar, wandte er den Blick ab und starrte nif das Straßenpflaster. Wie gern wäre Kurt von Rieden 0 hieß der Mann an der Laterne die breite Marmortreppe mit hinauf geganzen zu Mister Göret. Denn sein Mazen knurrte gewaltig und dabei waren seine Taschen leer. Alles, was er besaß. bestand in dem Anzug, den er auf )em Leibe trug, dem Uederrest seiner :hemaligcn eleganten Lieutenantsgarderobe. Sechs Wochen war der ehemalige prcußise Lieutenant bereits in 1!ew Sork umhergeirrt, nach einer Anstellung suchend. Doch vergeblich. Nun waren seine Baarmittel aufgezehrt und er stand rathlos und hungrig an der Laterne. Wie hätte er och vor Kurzem gedacht, daß ihn die Woge des Schicksal aus dem fröhlichen Leben als Ulanenofsicier in R. hinaus in daS Land des Sternenbanners, in Noth und Elend tragen würde! Den Glückspilz hatten ihn seine Ka meroden immer genannt. Und in der That, er war auch tn Liebling der Göttin, die über der Glaskugel schwebt. gewesen. Alles war ihm gelungen. Er erfreute sich der Gunst der Vorgesetzten. die Damen der Garnison schwärmten für ihn. die Kameraden liebten ihn. Da kam der Unglückstog. Es war Rennen in Berlin gewesen. Kurt hatte am Totalisator verloren. Um den Verlust wieder herauszufchla gen. war cr des Abends in einen Spiel rlub. der in einem der ersten Hotels sein: Sitzung abhielt, gegangen. ES wurde hoch gespielt. Kurt derlor. Immer wieder versuchte cr das Glück zu wenden. Immer toller wurde fein Spiel. Am anderen Morgen hatte er sünfzigtausend Mark verspielt. Diese Summe konnte er nicht auf treiben, und so blieb ihm nichts Anderes übrig, als der Weg über das große Wasser. ' Das Geräusch eines vorübereilenden Wagens schreckte jetzt Kurt cuipor. Äaml versank er wieder in seine Träumereien. Seine Gedanken flogen über Land und Mcer in die alte'Garnison. Er sah sich wieder an der Spitze seiner Schwadron. Hussah, nun ging cS wieder über den alten sandigen Exercierplatz mit den hohen Pappelreihen. Wieder fühlte cr unter sich die schnelle Etute Martha. die ihn einst im Frankfurtcr Rennen zum Siege getragen hatte. Nun ging es in das freundliche Städtchen zurück. Die Regimentsmusik blies lustig drein. Hinter den Fenstern tauchten blonde Müdchenköpse auf und nickten dem schönen Rieden freundlich zu. Buff! Ein Windstoß riß Kurt am Hut und brachte den Träumer aus der Heimath überS Wasser zurück nach New York in die Korn Avenue. Verwirrt rieb sich Kurt die Augen, er blickte scheu um sich und weinte bitterlich. In den üppig eingerichteten Ein pfangSräumen des Mister Göret hatten sich indesten die Gäste versammelt. Wirth und Wirthin begrüßten höflich die Geladenen. Jetzk trat ein Diener an Mistreß Göret heran und meldete, daß' im Eck faal die Tafel bereit sei. Die Augen der Wirthin überflogen schnell die Schaar der Gäste, dann näherte die Dame sich hastig dem Gatten. .Mein Gott. Mann", flüsterte sie, wir sind gerade dreizehn zu Tisch." Auch jenseits des Oceans ist der Glaube verbreitet, daß von dreizehn Personen, die zusammen an der Tasel sitzen, eine binnen Jahresfrist sterben muß. Gorets bekannten sich zwar selbst entschieden frei von jenem Aberglauben, dennoch hielten sie ihrer Gäste -wegeiv streng darauf, daß die Zahl ihrer Tisch genossen niemals eine ominöse war. Mister Gorct war schnell gesaßt. Warte nur emen Augenblick, meine Theure, ich hole noch rasch einen meiner ; Bekannten, rief er seiner )anin zu. ; Dann eilte er die Marmorstufen hinun , ter und hinaus auf die Strafe. Als er an dem immer noch an der Laterne lehnenden. Rieden vorbeikam. warf er, im Vorübergehen einen prüfrn den Blick auf denselben. Da durch blitzte ihn ein Gedanke, er blieb stehen und verbeugte sich höflich vor dem jun oen Mann. .Mein Herr," begann er. .hier oben bei mir ist heute Gesellschaft, wir sind dreizehn zu Tisch. Ich bin nun im Begriff, in aller Eile einen in der Nähe wohnenden Bekannten zu überreden, noch schnell zu kommen, um der Vier zehnte zu sein. Da fällt mir eben ein. ,u sein. Sie sind ja anständig anae zogen.' Kommen Sie schnell. Dann V . wcre mir geholfen.

Kurt war ansang? erstaunt über 5ic)e sonderbare Einladung. Doch er schlug schnell ein und ging mit Mr. Zoret in das Haus hinein. Im Indern des früheren Lieutenants jubilirte :S. Wieder einmal ein gutes Diner ach langem Darben. Donnerwetter. Wer hätte das heute Morgen ucch gesacht! ' j Nun betraten die Beiden die Em gsangsräume Mistec'Gorets. Rieden Vurde schnell bekannt gemacht. Dann zing es in den Eßsaal, in welchem die reich besetzte Tafel der Gäste harrte. Rieden war so gesetzt worden, daß kr zur Linken die junge Miß Göret, die Tochter des Gastgebers, hatte. Er war in bester Laune und ließ seinem Humor frei die Zügel schießen. Eine Gesellschaft zu unterhalten, das hatte er gelernt, daS war ihm nie schwer geworden, davon wußte das alle Jarnisonstüdtchen etwas zu erzählen. Me die lustigen Geschichten, die drolli zen Mätzchen, mit denen er die Damen in der Heimath entzückt hatte, sie wurden auch jetzt in's Treffen geführt. Die Gesellschaft gerieth in die heiterste Stimmung. Die steifen Herren und Damen New Jorks lachten verznügt, ebenso wie man in der Heimath lachte, wenn der Lieutenant Rieden die Unterhaltung führte. Auf dem 'Antlitz des Mister Göret

lagerte heller Sonnenschein. Seine lgenartige Wahl der vierzehnten Per on schien ihn nicht zu gereuen. Als das Mahl beendet war, trat er an leinen lustigen Gast- heran und lvinkte ihn in eins der Nebenzimmer. Mttn Herr," begann er. Sie ge allen mir. In der nächsten Woche wird der Posten eines meiner Secretäre rei. wollen Sie in meine Dienste treen V In heller Freude schlug Rieden ein. Nun brauchte er ja nicht mehr hungernd durch die Straßen zu irren, jetzt hatte er eine Anstellung gefunden. Kurt machte sich gut auf seinem neuen Posten. Immer mehr gewann er das Vertrauen, der Familie Göret. Als nach einem Jahre Rieden wieder einmal die Marmortreppe' in dem gro ßen Hauje in der Korn. Avenue h nanstieg, da. strahlten seine Augen vor Glück und- an seinem Arm hing ein junges blühendes Weseir, Miß Göret. In denselben Räumen, in welchen. einst jene lustige Gesellschaft abgehalten wurde, feierte man auch die Hochzeit, und mancher der Festredner gedachte scherzend bei der Hvchzeitstafcl der dentmürdigeu Stunde, in welcher der Bräutigam als die vierzehnte Person. Einlaß in. das Hi& Garet gefunden. hatte. Der Bruch des TlmeSgeyeimnisseS. (Ein ActknKück vo 6 Vlittern.) I. Vormerkung: Im Schöppen stedter Anzeiger" steht im localen Theil: Wie wir von gut unterrichteter eue erfahren, wird seitens des Vcinisteriums beabsichtigt, das hiesige Gericht, auszuheben und den Bezirk desselbefl! dem, be nachbarten Gericht zuzutheilen. II. Dccret d5 Gerichtsvorstande5 Fuchsig: Da der hiesige Anzeiger nur durch einen Bruch . des Amtsgeheimnisses in den Besitz der Nachricht über die beabsichtigte Aufhebung des hiesigen Gorichts gelangt sein kann, ist; die. Sachen zu unter! uchen und zunächst: der Redacteur zu verhören. III. Verhör, des Redacteurs:: Die Mittheilung über die beabsichtigte AufHebung des hiestgen Gerichts- ist mir gestern beim ttegelschieben durch den Gerichtskanzlisten Hansemann' gemacht worden. IV. Verhör- des- Gerichtskanzlisten Hansemann:' Die Mittheilung über die beabsichtigte Aushebung deS- hlestgen Gerichts ist mir beim gestrige! Abendfchoppen in dem Restaurant zur .Baumannshöhle" von dem, gerichtlichen Aktenhefter, Buchbindermeister-. Theilig,. gemacht worden. V. Verhör, des Buchbindermeisters, Theilig: Die Mittheilung über die beabsichtigte Aushebung des hiesigen GerichtS ist mir. gestern in, dem Cafe zur goldenen Akazie" von dem Pfarrer Bieder gemacht worden. VI. Verhör des Pfarrers Bieder:, Bei dem gestrigen Frühschoppen im Hotel Zum schwarzen Lamm" hat von; der beabsichtigten Aufhebung, deS hiesigen Gerichts der Gerichtsvorstand Fua. sig an unserem Stammtisch Mitthei lüng gemachte (Fortsetzung fehlt.), Gcdnnkenspänc. Es gibt Menschen, die durch ihre bloße Existenz die Menschheit verleumden. E5 gibt Menschen, die immer sprechen und von denen .man doch ie etwas Hort. Wenn man ansängt, das Leben zu verstehen, versteht das Leben uns nicht lmhr. Mancher nähme sein Unglück mit mehr Gleichmuth hin, wenn n nickt bemitleidet würde. Wenn ein großer Mann eitel ist, ist er es gewöhnlich auf das, worin die Andern feine Schwäche sehen. Nicht wenn man jugendliche Thorheiten nicht mehr macht, ist man alt. sondern wenn man sie nicht mehr verzeiht. V orau S. Macht Ihr Fräulein Tochter schon tüchtige Fortschritte auf dem Klavier?- Ja gewiß. Wenn sie mit ihrem Lehrer qutrsm&ins spielt, ist sie ihm immer zwei Takte vorlms." Verfängliches Lob. . ..Ist Ihr Mann denn auch wirth schaftlich O. ich sage Ihnen, der kommt aus den Wi.thschaften gar mm mer 'raus!" " Va ierschmerz. Schad', daß mein Peperl g'storden ist! Heut' wär', er gerad' vier Jahr' alt wie schön könnt' er mir jetzt schon 'S Bier hol'n!-

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Vin Berliner Noman. Tie'c7?nius scandaleuse Berlin? beschäftigt 5ch augenblicklich mit den Schicksalen eines Unternehmers, der ini gesellschaftlichen Leben der Residenz eine Rolle gespielt hat und seht öurch un glückkche ehelich? Verhältnisse in eint überaus bedrüngteage gerathen ist. Der Gestürzte er nenr.5 augenblicklich nicht einmal eine Schlasstelle lein eigen besaß Häuser. Equipagen. Dienerschaft, ein N'.ttergut. ein großes Baarver mögen, mit welchem e? geschickt zu spetuliren verstand, und- last but not least, eine bildschöne, junge Frau. Aus der Hefe des Volkes hatte er daj blutjunge, schöne Weib, nur d.'m Zugk des Herzens folgend, zu sich emporge, hoben. Anfänglich lebten Beide glücklich. die Ehe war mit reizenden Kindern gesegnet ; da kamen geschäftliche Miß ersolge. Von den Gläubigern hart be drängt, grist der Kopflose zu einem ganz abnormen Mittel, sein Vermögen der Frau, den Kindern und sich zu er halten : er schlug seiner Frau Schei dung vor. um sich allen ZwangSmaßregeln seitens der Glaubiger zu entziehen. und die Frau willigte, wenn auch mit Widerstreden. ein. Anfänglich ging auch Alles nach Wunsch; was der Geschiedene verdiente und es war oftmals recht erheblich ging in den Besitz der geschiedenen Gattin über, bei welcher der Exgatte natürlich als Miether wohnte. ' Da nahte im verflossenen Sommer das Verhüngniß. Die junge, schöne und reiche Frau, hielt sich in einem fashionablen süddeutschen Bade auf; der Gatte ging seinen Geschäften inzwischen in Berlin nach. Im Bade machte die junge Frau Furore bei den Männern und wurde um so mehr umschwärmt, nachdem man Kenntniß von ihrem Reichthum bekommen. Einem jungen Arzte gelang es. das Herz der schönen Frau zu gewinnen und nun, wo sie erst einmal wirtlich liebte, wurde es der einst blutarmen Näherin leicht, auch die letzte moralische Feffel abzustreifen und auf ihr gutes Recht als geschiedene Frau zu pochen. Triumphirend kehrte sie mit ihrem armen, aber jugendfrischen Se ladon nach Berlin zurück: der unbe quune Miether", ihr Ehemaliger-, wurde brsvi manu mit einem Rock und einem Stock auf die Straße gesetzt und fristet sein Leben vorläufig nothdürftig. Die- Nächte findet er Ruhe auf einem alten. Sosa in einer bekannten Kneipe, er ist, wie man so sagt, fertig bis zum Ausputzen-. Aussische Kalmücken. Eure russische Zeitschrist brachte kürzlich Mittheilungen über die Aufklärung, welche die russischen Kalmücken btx ihren lamaitischen, aus den sögenannten heiligen Büchern des LamaiS mus -schöpfenden Mönchen finden. Der Geist der Medicin ist ihnen leicht zu sassen. DaS wesentlichste Mittel für alle Kranken ist der Aderlaß. Ader dabei, ist 'zu beachten, daß der Mensch aus Seele, Lebenskraft und Körper be steht. Die Seele ist ein lebendes Wesen, daS.-fortwährend sich langsam durch den Körper bewegt und durch eine Wunde einen Ausweg aus dem Körper sucht, worauf der Tod eintritt. Infolge desten, haben die kalmückischen Aerzte mit Hilse der gelehrten Astrologen" vor jedem Aderlaß festzustellen, wo sich die Seele im Augenblick im Körper be sindet. Weilt sie in der Nähe der schmerzhaften Stelle, an der der Aderlaß gemacht werden soll, so muß dieser vorläufig unterbleiben, damit die Seele nicht, vielleicht durch die Wunde entwei chen. könne. Damit wartet man ab, diS, sie sich auf ihrer Wanderschaft durch den Körper wieder so weit entfernt, daß für. ihr Entweichen nichts zu befürchten, ist. WaK die Welt betrifft, so stützt sich, das- ganze Weltall aus den mythischen Berg Ssameza. Er ist von sieben eiseinen und einem goldenen Berge, umgeben, zwischen denen sich, acht Oceaue befinden, die vier größere und . acht kleinere Kontinente enthalten.. LänaF dem Gürtel des Berges Ssameza , bewegen sich Sonne, Mond und Sterne. Die Sonne ist feuriges Glas, derMond ab besteht aus durchsichtigem Krystall. Sonnen- und Mondjinster. niß entstehen dadurch, daß sie zuweilen vou dem bösen Geist Archola verschlun gen werden, besten Bauch aber in der Mitte gespalten ist, so daß Sonne und. Mond nach einiger Zeit wieder, von., felbst heraustreten. Den Regen macht der Gott Lu, der überhaupt der eigent. liche Wettermacher ist. Ist er erzürnt,, so versetzt er seinen Schweif in heftigeBewegung und dann gibt es Donner und Blitz. Zuweilen spielt er. aber nur mit seinem Schweif wie das Katzchen. und dann gibt es nur. fernes. Wetterleuchten. Du w i r st? weder al S. G e nie, noch als Held erscheinen) wenn. Du Deinen Witz, und Dein Schwert, gegen den Schwächeren gebrauchet. Frage, und An.ort.,Dame (beim Advokaten): Für eine einzige Frage nehmen Sie doch gewiß nichts'.- Advokat: Q nein, gnä dige Frau,, niti für die Astwort.- ' Gefuhnt. Richter: .Alss Sie gksteh-n. in den Keller des Wirthes eingcdrocheu zu sein ur.d den Wein gestohlen, zu haben? Können Sie einen. Milderungsgrund anjuhn?"- An-, geklagter:' Ja, Herr Nichte ich hab den Wem auch selbe? getrunkt." Ein italienischer Graf, so lesen wir. im .Zeitgei', ließ sich von dem Male? Luca Giordano, genannt Fa Presto (162 1705) malen. Als das Bild fertig war, wurde es aber nicht abgeholt.' Da hängte der Kunst' ler es einfach zum Fenster hinaus mit einem Zettel, aus dem weithin sichtbar die Worte prangten: Ich hänge hier, weil ich kein Geld habe." Der Graf ' beeilte sich, seinem Abbilde die nöthigen ' Moneten angeoeihen zu lasten.