Indiana Tribüne, Volume 16, Number 186, Indianapolis, Marion County, 26 March 1893 — Page 7
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Tic Sadra;att tm Suldgesang Kifitf. 3:re rirTiliii Crjldlunz cor. AP ve HirlÄ Tie Lcichtiq!e:t. mit welche? die Ein fpeminq wegen Sck::!öen bei den Tür fexi erzielt werde:: kennte. rjj3 leider heutigen Tags noch nicht ganz aufge hört hat beweist folgende Erzählung. Ter Held dieser Geschichte war kein Ge ringercr als der berühmte Grorezicr und adrazan des Türkcnreichs Jzet Meheined Pascha, der tapfere Veriheidiger Varna-. Ueber den Ledenslaus desselben geben wir folgende Notizen: Als im Jahre 1828 der erfte Befchls Haber JusZuf Pascha sich dazu cersteijen wollte, Barne den Nufsen zu über geben, weigerte sich Jzet Mehemed. da malö nur zweiter Lefehlshader, die Kapitulation zu unterzeichnen. Er erbot sich, mit den unter seinem Vefkhlc stehenden Truppen den Ort bis aufs Aeußerste zu vcrtbeidigen. Aber sein Vorgesetcr verwehrte ihm dies. Jzet schiffte sich dcskald sofort mit einem Theil der Besatzung em und begab, sich nach Konstantinopel. wo er bei seiner Ankunft von Sultan Maq rnud zum Großvezier und Sadrazan (Siegelbewahrer) deZ ganzen Reichs er hoben wurde. Später wurde af wegen seiner zu großen Strenge entlassen und zum Pascha von Ängora ernannt. Dort erregte seine strenge Aufsicht ebenfalls bald Unzufriedenheit. Hiernach diente er als Befehlshaber in Syrien und wurde im November 1841 abermals zum Großvezier erhoben, um schon im August 18- wieder entlassen zu werden. Er wurde dann zum Pascha von Adrianopel gemacht und blieb dort bis im Mai 1813, worauf er nach Rodosto in die Verbannung ging, aus der er nie zurückkehrte. Nun zu unserer Erzählung. Es kam einst dem Großvkzier Jzet Mehemed zu Ohren, daß die Schuldner und auch die anderen befangenen in den verschiedenen (Gefängnissen ftern stantinopels hart behandelt wurden, daß man ihnen sogar die von der Ncgicruna bewilligte ?!abrung verweigerte. Er beschloß, sich persönlich davon zu überzeugen. Turch einen offiziellen Besuch fürchtete er. seinen Zweck nicht zu erreichen. Ten Berichten der Untergebenen konnte er auch keinen Glauben schenken, alte wollte er fich den Eintritt ins Gesang niß durch eine Lift verschaffen. Dem Beispiele mehrerer seiner Vor gängcr gemäs; verkleidete er sich, indem er einen großen Turban und ein altes. wallendes Gewand anlegte. gekleidet ging Jzet Mchemc) kurz vor der Abenddämmerung aus und begab sich in ein Kaffeehaus im Stadtviertel Ziw dan-5!apussi, am Gefängnißthore iv Stambul. Bald trat ein ältere? Türke ein. des' sen Anzug und Aussehen tiefe Armutk verriethen. Er setzte sich dicht neber den Groüvezier und bat diesen demw thigst, ihm einen Kaffee nebst cinei Nargileh (2?a'jcrpfcise) geden zu las .sen. Jzet Mckzemcd gab ihm bereitwilliq das Verlangte, welches, das ae wohnliche Lademittel sür Reich unl Arm ist. Er ließ sich mit dem armen Manm in eine Unterhaltung ein. und nachden er erfahren hatte, das; dieser und sein, zahlreiche tamilie durch neuer. Krank heit und anderes Unglück ms Elenl gerathen waren, fragte er ihn: Guter Hadfchi, Tu und Teinc Fa milie befinden sich in großer Noth. würde es Tich nicht freuen, wenn Tr r g r- r T r imiiffc iKannrna und üinouna iur ni und Dich hättest?" Allah Allah!. Effendi, Tu könn tesi mich ebenso gut fragen, ob ich mein, fünf Gebele hersage'." , . Nun wohl." versetzte der Großvezier, hier ist eine Börse in Gold (50( Piaster), dasur erweise nur einen 11 nen Tienst." Allah akbar! (Gott ist großN Gegen das geringste seiner Geschöpfe ist n gnadig." stotterte der arme Mann ganz verblüfft über die reiche Gabe, abe, Effendi' trockenes Brod, ehrlich er worden, schmeckt befser als dampfend. Gerichte. wenn sie die Frucht der llnreb lichkeit sind! Laß also hören, welcher Tienst ich Dir zu erweisen vermag!" Nichts als eine Versicherung sollf Tu abgeben mit zwanzig Worten! Worte kosten wenig. Sind sie wahr; so bringen sie Segen: sind sie ab falsch.' so folgt ihnen Allahs Zorn. Lekten Freitag ging ,ch nach VJcrn Dschami (dem neuen Gebethause und " Ich kümmere mich keine Feigenhau um Tein Gebet!" rief der Großvesm unzeduldig. Hier. ist das Geld! Du Deinigen darben!" Langsam, langsam, Effendi! JZ bin Nicht gesonnen, meine Worte gleick einem Tauben zu verkaufen. Wo! verlangst Tu von mir?" Hadfchi. komm mit mir zu dem Wachthause, dort ist es. Wenn wir vorbeigehen, jo tritt ein und erkläre dem Z)uz-Vaschi (Capitän), daß ich Dein Schuldner sei und Unglück über Dick gibracht habe. Fordere mich vor ihm aus, die Schuld zu zahlen, und ver lange sosort meine Verhaftung!" er klärte der Großvezier. Wllche Lüge stopfst Du mir in die Kehle. Effendi! .Du kannst lein guter Muselmann sein!" antwortete der arme Mann. Bringe Dein, Geld aus emen anderen Markt. Ich will nichts von dem Sundensolde." Du wirst Teine Dummheit bald bereuen," .erwiderte der Gronvener. Teine Frau und Kinder schreien nach Arod ; Du haft-nicht einmal eine Krume für einen Hund. Während Tu hier rauchst und Kaffee trinkst, ist Dein Haus in Trauer. Mit einigen Wo? ten kannst Tu ihnen helfen. Gieb nach, ich schwöre bei der Seele des Pro pheten, daß Dir kein Leid geschehen oll." . Was hast Du eigentlich vor. Essen jri?" fraate nun der arme HMchi, das
Gold beliebüugelnd und an WciV und Kinder denkend." Ich möchte in5 Gefängniß hinein als Schuldner; das habe ich mir so in den Kops gesetzt!" Ins , Gefängniß? Allah, Allah! Du mußt von Sinnen sein, Effendi. Da Dein Gelüste nach dem Gefängniß steht, so will ich Dich nicht hindern, es zu befriedigen. Aber bei meiner Seele und bei der Deinigen, ich muß Dir sagen, daß. wenn ein Wahnsinni ger einen solchen Ort betritt, er un heilbar wird ; sollte ein Vernünstiger ihn betreten, so verliert er seinen Ver j.4tv Das ist meine Sache", versetzte Jzet Melzemed. hier ist die Börse. Komm schnell mit mir!" Jejt verließen Beide die KaffebuLe, und als sie am Wachthause vorüber kamen, ging der angebliche Gläubiger Hadschi hin zu dem 7)uzBaschi, der auf einem niedrigen Rohrstuhl ohne Lehne unter dem Vordache saß. In der einen Hand hielt dieser den, dem
Noientranz ähnlichen Tesbch, in der anderen eine Heine kurze pfeife. E? liefe die Perlen deS Tesdih nachlStNz durch seine Finger gleiten und brnach tete die beiden, in niedergetretenen schuhen vor ihm stehenden Schildwachen. Die eine Schildwach? lehnt; sich bequem an eine hölzerne -aule. o?c andere hielt die linke Hand :n der 00 sentasche und schob mit der rechten den Nest einer triefenden Salzgurke in den Mund. Selarn aleikurn Yuz- Basclii. siehst Tu den Mann, der dort du Straße, entlang hinkt?" fragte ihn Hadichi. '.ndem er aus Jzet Mehemed deutete, den noch immer eine in Syrien erhaltene Fußwunde schmerzte, und der deshalb hinkte. Avet! (Ja?) Der Mann steh! nicht zum Guten aus!" antwortete der Ka vilän. Nun. er hat mich zu Grunde gerich' tet." fuhr Hadichl fort, er schuldet mir. nur Gott weiß es. wie viele Börsen. Ich habe ihn lange gesucht, denn er ist ein listiger und schlechter Mensch. Alle Leute in seinem Mahal (tadt viertel) fchreien . Schande über ihn. Laß ihn einfangen und zur Zahlung nöthigen. Er ist wohlhabender, als ei aussieht." Jusch allah (Wie Gott es will). das soll gleich geschehen. Lauf, Ach med, lauf, Mustefa!" rief der Kapitän den beiden ihm nahestehenden Soldaten ZU. .Lauft dl.'ch. Ihr Schnecken, und packt mir den hinkenden Lump, der jetzt an der Bude des Halwadfchi (Zucker' wcrkverkäufers) vorbeigeht, und bringt mir für zehn Paras Halwa mit zu nick!" Die Soldaten liefen, so ichnell eZ ihnen die niedergetretenen Schuhe er laubten. und brachten den (zirooezie, und Halwa. Da schrie der Kapitän den vermeint lichen Schuldner an: Q Tu (5rz schürte, endlläz uaden wir lch. bist ein Aergerniß tür Teine -Machbar schast. Alle Leute sagen so. und diesem edrlichen Manne bist Tu Gott weiy es nur wie viele Börsen schuldig. Ist das wahr oder fauchr Waar oder anet) nicht wadr." erwi' derte der Großvezier lächelnd. ..Allah! Tas heint wahr!" bemerktk der 5Za?itän. Willst Tu den ehrlicher, Mann hier bezahlen?" .Voli!" ()!ein) lautete die lakonifch Antwort. O. Mensch ohne Treue, ohne Herz. Du verdienst cm schlimmes Knde! ,D?canuin (mein Lamm), briiigi diesen Menschen gleich in's Gefangniß!sagte er zu einem Soldaten, und dei Kapitän bedeutete den Großrezier. dem Soldaten zu folgen. In weniger als fünf Minuten befand Jzet Mehemed sich in dem Gefängnisse ZindauKapussi 'Am Thore flüsterte der angebliche Gläu biger dem Bezier ln s Ohr: Bon Tel nem Gelde nehme ich nur so viel, da ich den Meiniqen Brod für heute kaufen kann. Tas übrige Geld übergebe morgen früh dem Jmam (Priester) de, nächsten Moschee und erzähle ihn von Tir, damit er sich Deiner annehmt und Dir Deinen verdrehten Kopf zu recktseten kann." Darauf schieden sie und der Groß vezier wurde in eine große Zelle hinein gestoßen, weil er sich weigerte, für ein, besondere jclle zu zahlen. Hier besän er sich in Gesellschaft von ungefäh zwanzig Personen. Tiefe waren theilt nur wegen Schulden, theils auch weger gemeiner Verbrechen eingesteckt. De Vezier verlor keine Zeit, er fragte sein, Mitgesangenen über Alle, aus und tan bald, daß die schlimmen Berichte übe die Gefüngnißverwalkung sich bestätig ten. Jeht trat der Schließer ein. um di, esende kleine Lampe auszulöschen un die Thür während der Nacht zu schlie. ßen. Bei dieser Gelegenheit fragte de, Groizrezier: Bringst Du mir kein Essen? Dai Abendgebet ist vorüber und ich bi hungrig." Zu effen!" antwortete der Schließe boshast lachend, hier giebt cS nicht! zu essen für diejenigen, die kein Eett haben!" Wo ist die Gefängnißkost, das Bro und die Suppe, ie von des Sultan Güte sedem Gefangenen bewilligt ist? Wir Minen hier nichts von de Sultan? Güte! Laß mich gehen, iej habe andere Dinge zu thun!" sagte de, cyllecr murriscy. Da Du nichts aeben willst, wa! das Gcsck) uns bewilligt, so gebe iä Tir hier sechzig Paras," versetzte de,' r . sezier, aus ,qneu und laus Mi dasür eine Oka gutes Brod und etwai frisches Wasser.- . Der Schließer nahm das Geld im ging. . Nach einiger Zeit brachte cr cin Stült grobes Brod und einen kleinen 5?ru; voll Wassir, setzte dieses auf den Bodcr nieder und wollte sich wieder entfernen, als der Großvezier ausrief: Was ist das? Ich c;ab Dir Geld. MeineOka (etwas mehr als ein Kilo)
gutes Arod und trinkbares Wasser zu
ausen, und Du bringst mir nur da? Halde Gewicht Brod,und da Wasser isl ungenießbar. Wo ist der Rest meinci Geldes?" Bei meinem Haupte, Du bist clr anspruchsvoller Kunde! Meinst Du. oll die Auskrage der Gesangenen um onst ausrichten?" antwortete der Schließer. Mit diesen Worten wollte er die Thu, zuschließen, aber der Großvezier hiel: ihn fest und schrie: Halt, halt, Schurke, so plündert Du den Sultan und behandelst d e ar wen Gefangenen?" Ter Schllkker erhob nun seine Peit. sche aus Ochsenleder und rief wü thend: Kein Wort mehr, oder ich gebe Di, meine Peitsche zu schmecken!" Da rin dem Groszvezier die Geduld, eine kleinen Augen sprühten Fcue, ind er blieb einen Augenblick fast auf zer sich vor gerechtem Zorn. Darau sprang er vor. riß seinen Mantel aus. zeigte den reichen Diamantcn-Rischan Orden) seiner Wurde und rief mi! donnernder Stimme: Wo ist der Vermalter? Wo sind seine Untergebenen, die anderen Schurken? Bei (Znren Seelen. Ihr sollt Alle erfahren, was es heißt, dem Sul tan nicht zu gehorchen und die Unglück. lichen zu peinigen!" Der Schreck fiel dem Schließer in du Glieder, das Erstaunen der auwesen den Gefangenen war grenzenlos, als sie ocn gcsuraiieien aorazan oes ytci cheZ vor ihnen stehen sahen. Der Schließer warf sich auf sein Antlitz und heulte erbärmlich: Aman. Aman!" (Mitleid. Erbarmen!) Die Gefanae nen beugten ihre Köpfe tief gegen den schmutzigen Boden des Kerkers, legten die Hände auf die Brust und machten ihre ehrfurchtsvollsten Huldigungen. rt.. : ri;,c ii. t ' r . i;cc roijvczlcr inn jeincrn sxue den Schließer, bis dieser aufstand. Wrn befahl er ihm. sogleich' den Der '.valter und alle Warter der Anstalt ?eroeizurusen. Bald erschien der Verwalter un n?ch ihm traten alle anderen Bcdiensteten ein. Nachdem Jzet Mehe.'ncd die zitternde Gruppe streng betrachtet hatte. ltesz er sich von dem Bermattcr .c... das webäude fuhren und ud.'euat von den Grausamkeiten und 'k!rug rkien sämmtlicher Beamten dc-? .cr kers. Auf Kosten des Verwalters ließ er sür scdcn (;esnngekien ein gutes war meSssen bere'.teu und jedem chllccr hundert Hiebe ans die Fußsohlen ge ben, den Verwalter aber sandie er in's Gefängniß in Pera. Am folgenden Morgen, ehe er sich nach der hshen Vtorie begab, ließ er den Kapitän im Wachthause am Zin dau'Kapuin wegen Ucberschrcitung sei' ner Befugnisse absehen. Tann befahl er seinen angeblichen Gläubiger, den armen Hadschi. zu sich. Ter ehrliche Mann hatte das Geld schon einem Jmam anrertraut, in der Ueber zeugnng. dasz der Jzet Mehemed ver rückt sei. Wie groß war sein Erstaunen, als er plöylich vor dem Sadrazan stand. Nachdem dieser sich eine kleine Weile an seiner Verlegenheit geweidet hatte, sagte er freundlichst: Ali-Hadschi. Du siehst, ich bin ein Mann von Wort. Stehe auf. Tein Gesicht :st vor Allah reingewaschen.' Tu hast auch das Elend eines Kerkers geko stet und wirst daher andere Unglückliche milde behandeln! Von seht an bist Tu der Verwalter von Zindau-Kapussi! Vebe mit Alla!,'. Diese Geschichte ist nicht das einzige Beispiel von dem gerechten, wenn auch zu hartnäckigen Sinn dieses Staats mannes. Leider hatte er gar zu viele Feinde, und sein Ende war deshalb dasjenige. welches so manchem orientalischen Staatsmann zuTheil geworden: in der Verbannung den Abend seines Lebens zuzubringen. Eine Herenmelsterln. . Die Stadt Florenz ist in großer Auf regung über ein (Zreigniß. das sich in dem nahen Orte Pontea (ma zugetra gen yar. Hier teol ein Bauer, dessen Tochter im höchsten Grade hysterisch ist. Das sunge Mädchen schrie zuweilen ganze Nächte hindurch und setzte das Haus durch seine HallucinatioZen in Schrecken. Ter Vater befragte ver schieden? Aerzte, doch sie vermochten der Kranken nicht zu helfen. In letzter Zeit mehrten sich die Anfülle, und der Psarrcr des OrteS l,eg dem Bauer ae genüdcr eine Andeutung fallen, daß es sich bei seiner Tochter nur um Teufe leien" handeln könne. Ter Bauer ließ vorerst einige Messen lesen und machte sich sodann in Begleitung seiner Tochter aus den Wea nach Florenz. Torr sollte Einer hatte eZ ihm verra then eine berühmte Hcxenmcisterin wohnen und zwar in der Via Piiti. Der Bauer trat in die Wohnung der berüchtigten Alten und fragte ohne Wel tcres: Seid Ihr die HerenmeistcrinZ Auf ihre Bejahung brachte der Bauer sein Anliegen vor und schloß e5 mit den Worten: Meine Tochter ist verhext und dagegen soll nur Hexerei belfen. Die Wahrfagcrin aus Via Pitti ging auf diese ihr zugedachte Rolle ein und meinte, eine gewöhnliche Beschwörung koste nur 5 Lire, helse aber auch nicht viel, hingegen koste die Beschwörung des Belzebud selbst 25 Lire, diese helfe unfehlbar. Der Bauer zäblte die 25 Lire auf, und nun begann auch sofort die Beschwörung, welche darin bestand, daß die Alte auf den Knieen rutschte und ein unbändiges Geheul aufschlug, ein Vorgang, der den Bauer, da er sich in einem finstern nur von zwei Wachs kerzen erleuchteten Raum abspielte, mit großem Zutrauen erfüllte. Endlich war die Beschwörung zu Ende und hatte nach der Aussage der Herenmei ; sterin gewirkt. Vater und Tochter RvaMI. '..ii). CVC CU .!v . m s iiumuii vui uilUÜC oyc -ctiüc, I .... , . , null i i rArt Xt Wl I fetltt ' x -r 1 u ' nichts welter zu thun, ja!3 nach Lause
zu gehen und den Backofen zu hetzen. Die erste Person, welche zu Euch kommt, ist die-enigc, um derenwillen das Mädchen hier trank ist. Habt Ihr jene Person unschädlich gemacht, hört die Krankheit sofort auf. Darum (zum Vater gewendet), packe sie, sobald sie in Deine Hausthür tri.tt und stecke sie in Gegenwart Deiner T'ochtcr in den Back ofe'n." Mit dicfer Weisung gingen die Bei den heim: der Bauer zündete sogleich ein tüchtiges Feuer an, wie es die Herc" vorgeschrieben hatte. Das Feuer wurde die ganze Nacht unterhal ten, aber Niemand llopste an die Thür. Mit anbrechendem Tage klopste es. Wer ist da?- fragt der Bauer. Ein Etück Brot um der Barmherzigkeit Go! tkS willen!- Der Bauer eilt auf die Thür los, öffnet sie und sieht ein armes, altes, vor Frost und Hunger zitterndes Weid vor sich. Ohne sich auch nur einen Augenblick zu besinnen, erfaßt er die Unglückliche mit beiden Armen, hebt sie auf und schiebt sie in den ge hcizlen Backofen. DaS Geheul der un glückseligen Bettlerin wird von zwei vorübergehenden Milchleuten gehört, welche Einlaß begehren. Allein der Bauer -öffnet nicht. DaS Jammerge
heul wird ,mmer entselllchcr tic Hausthür weicht der Gewalt und den Eindringenden gelingt es, die Unglück liche Alte grauenhaft verbrannt aus dem Ofen zu ziehen. Der Bauer, seine Tochter und die Hexenmeisterin" sind sofort verhaftet worden. Einen unbedeutenden Wirthshausstreit hat ein Wiener Vürger mit dem Leben bilden müssen. Am 18. Februar hat der Hauptmann An ton Buresch vor dem Hotel Holzmarth in FünfdauZ dem Bäckermeister und Bezirksausschusz Joseph Knoth aufge lauert und ihm mit seinem Schnappmeffer einen Stich in die linke Brust, feite versetzt. Ein geringfügiger Eon flict war das Motiv für das vom Hauptmann Buresch begangene Ver brechen. 5auptmann Buresch hatte im Gasthause mehrere Semmeln ge prüft", indem er dieselben mit der Hand zum ihre führte und drückte, und Bäckermeister Knoth hatte dieses Benehmen gerügt. Als Herr Knoth die Restauration verließ, wartete Hauptmann Buresch aus ihn und ver setzte ihm den Messerstich. Herr Knoth sank ZU Voden und wurde in seine Wohnung gebracht. Trotzdem sich' die Aerzte alle mögliche Mühe gaben, Knoth am Leben zu erhalten, ,)t voriqen Sonnabend eine bedenkliche Berschlim merung in seinem Befinden cingetre ten. und AbendZ starb Knoth an Blut Zersetzung. Tas Wiener Ptakfom mando hat sich infolge dessen veranlaßt gesehen, die Verhaftung des Haup manns Buresch anzuordnen. Eine ÄSttergöschichte. Eine Göttergeschichte aus Sibirien erzählt der russische Reisende Dioneo in der Rußkaja Wiedomosti": Im äußer sten Nordosten Sibiriens, da wo die Jakuten und Tschuktfchen hausen, liegt das Städtchen Gischlginsk, die Haupt stadt des Kolyma-Distrltts. Die russi sche Obrigkeit vertritt dort ein Jsprwnik (Krcischef). Vor drei Jahren etwa be hauptcte der Mann, der diese böchste Stellung dort einnahm, eines schönen ages, er sei der Hauptgott des Jaku tischen Pantheon, der Juriung.Ali Taion. Die Bevölkerung schenkte ihm Glauben und auch der Diakon der rus fischen Kirche fiel ihm bei, während der Pope sich während des ganzen Verlaufs neutral verhielt. Dem Jurjunq-Taion wurden nunmehr göttliche Ehren er wiesen, unter Glockengeläute trug man ihn täglich durch die Anfiedlung und das dauerte so ein ganzes Jahr lang. Da man in Wladiwostok nun so ab solut gar nichts von Gischlginsk hörte. wurde der Eapitän des Dampfers, der von Wladiwostok aus alljährlich den Ort anläuft, beauftragt. Erkundiaun gen einzuziehen. Aber zwei Jahre lang erhielt er stets die gleiche Antwort von den Einwohnern, dan nämlich der Js prawnik in dienstlichen Angelegenheiten den 5?reis bereise. Als diese Antwort sich zum dritten Male wiederholte. stellte der mlktrauisch gewordene Eapi tän sich zwar befriedigt und fuhr ab. NachtS aber erschien er wieder und gegen Morgen schickte er eine Barkasse in die Stadt", schon von weitem hörten sie Glockengeläute, Flintenschüsse, jubelnde Rufe der Eingeborenen und das Trom meln des Schämanen. An den Ufern brannten überall rie sige Scheiterhaufen und den landenden Truppen begegnete eine merkwürdige Prozession. .Vlus einer hohen Tragbahre, die mit Rebhuhnflüaeln, mit Bändern, Haarbüscheln, Schellen ?e verziert war. saß würdevoll der IS prawnik. der Gott von Gischigiusk Acht aufgeputzte Lamuten trugen ihn, und ringsumher drängten sich alle Be wohner der Stadt. Voraus tanzten die Schauanen und schlugen aus allen Kräften aus ihre dumpjtlingenden Trommeln. Die Bevölkerung feierte die Befreiung ihres Gottes auZ großer Gefahr. Man kann sich ihr Entsetzen vorstellen, als sie plötzlich die bewaff neten Mannschaften vor sich sahen, von denen sie geglaubt hatten, daß sie längst auf hoher See seien. Der ott wurde festgenommen, auf die Barkasse geseyr und vom ampser nach Wladl wostok ins Irrenhaus geführt. Leider erzählt Herr Dioneo nicht, was man aus dem Diakon und aus dem klugen Batinfchka. dem Popen gemacht hat. der während dicfer drei Jahre dem Gott Jsprawnik gegenüber mit so viel Weis heit seine Neutralität zu bewahren ver standen hat. Aus St ock Holm wird ein seh? trauriges Vorkommniß gemeldet: Bei einer Uebung im Fechtclub wurde Dr. Wahlseldt von dem ArtillerieLieu. ! tenant Fick durch einen Stich in'S Auge I U f -...-. , U MUfc t . . . . . . o chwer verwund, vak ein Tod eine Stunde später erfolgte.
Nr. 586.
Ekizze t, Srft Otto Hpp In dem großen Staats-Jrrenhause zu Utica im Staate New Z)ork war ein neuer kranker cinaeliefert worden. Ter Inhaber der Nr. 586 war gestor den. und so erhielt der eben Ange kommene, wie es dort üblich ist. die vakante Nummer. Er. war durchaus nicht friedfertig, fondern in den ersten Wochen einer der bösartigsten Irren. der schrecklichen Todjuchtsansällen an beiMsicl und mehr denn einmal ferne Wärter mit ungewöhnlicher ZZraft an griff, sich aus dem Fenster zu stürzen versuchte und allerlei lebensgefährliche Versuche anstellte, so daß er eine Gummizelle erhielt und streng bewacht werden mußte. Ich war als Assistenzarzt an der Anstalt thätig, und da der Kranke Lehrer gewesen war und deutsch sprach, interefstrte ich mich für ihn. Tie Wutbanfälle wurden schwächer und schwächer und hörten endlich ganz aus. Es waren neun V!onate vergangen, und Walther kZorth so hien er sah seiner Genesung entgegen. Er war sechs Fufz lang, baumstark und blondhaarig. Ich sehe ihn noch vor mir stehen mit seinen wajserblaucn Augen und seinem langen, träumen scheu Gesicht. Als ganz unschädlicher Kranler genoß er viele Freiheiten. Er spielte gern aus dem Piano, das un Betsaal der Anstalt stand, und horchte den Klängen der. alten Hymnen, wenn der Geistliche am. Sonntag kam und sich an das Instrument setzte. Bevor die Kranken in den Saal einmarschir ten, Pflegte der Pfarrer, der ein großer Musitliebhaber war. etwas zu phanta siren. Tas war Walter Forths beste Stunde ; er lauschte den schlichten Wei sen mit einer rührenden Andacht. Eines Sonntags traf ich ihn so, wie er auf die Musik horchte. Tie Fenster waren geöffnet, denn es war ein kostlicher Frühlingstag ; der Dust der blnhenden Gesträuche aus den Gärten drang in den aal, der Himmel war blau und dieVögel zwi:sch:rtcn im hellen, warmen Sonnenschein. Da die Aetkapelle ziemlich hoch lag. hatte man eine b:rrliche Aussicht, n?cit über das grün prangende Land. Der Kranke hatte sich an die Eiscustäbe des Gitters geklammert und sog den frischen Odem der blühenden Gottcsmclt mit sichtlichem Behagen ein. Tann, wie die Mänge auf dem Flügel eben verhallten, liefen ein paar große Thränen seine Wangen herab. Ich stieß den Geistlichen leise an und wies aus die No. 5L(Z. ES war ein gar zuführender An blick. In seinen Blicken lag cS wie ein .großer, tiefer Jammer, aber auch wie eine unendliche Herzcnssehnsucht. Wie steht es mit ihm?- flüsterte der Psarrcr mir zu. Ich denke, er ist gerettet," erwiderte ich. er kann in drei oder vier Wochen die Anstalt verlassen.Es scheint ihn ein großer, schwerer Kummer zu bedrücken; aber mitgetheilt hat er sich Ihnen gegenüber noch nicht?" Nein er ist schweigsam und ver schlössen; aber ich glaube, die Stunde wird kommen, seine Wahnvorstellungen sind stufenweise milov geworden vielleicht wird eine milde Melancholie noch lange bleiben, aber auch die kann schwinden, sobald er in das thätige Le den zurückgekehrt ist." Er hatte jel)t doch bemerkt, daß wir zusammen flüsterten und uns vielleicht mit ihm beschäftigten. Er drehte sich hastig, wie ein junges Mädchen errö thend. um; bei dieser Bewegung siel ihm ein Büchlein aus der Brusttasche. Herr Forth!" rief ich, ,,ie haben eben etwas fallen lassen." E? nickte mir dan'cnd zu und ver ließ den Saal, nachdem er das Büchlein aufgehoben und eilends zu sich gesteckt hatte. Meine Vermuthungen erwiesen sich als richtig; nach einem Monat entlie ßen wir ihn mit unseren besten Wün schen; er war völlig geheilt. Allein tt war viel zu schüchtern und schämig, als daß er mir irgend welche Mittheilungen über sein Leid hätte machen mögen. Vielleicht hatte er auch nicht die rechte Stunde gesunden, denn ich war da mals gerade, da unser Ehcfarzt er krankt war. mehr denn je von schwer wiegender. Pflichten in Anspruch genom men. Ein Jahr war seitdem vergangen. Ein kurzes Jahr, und wie ganz anders sah es nun in den amerikanischen Län dernous! Ter5Zrieg war da! Niemand hatte an ihn geglaubt; selbst alte, weise Po litiker wiesen die Idee, daß es Ernst werden könne, weit von sich. Eom promiß war auf Eompromiß gefolgt seit langen Jahren hatte man sich be müht, den tiefen Ri zwischen Norden und Süden zu verkleistern, ein Eon zeffiönchcn war auf das andere gefolgt doch zulcht mußte doch der Appell an die Waffen erfolgen, und eS war zu spät. eS ging nicht mehr. Das Volk des Nordens erhob sich wie e l n Mann, um die Union, welche die Väter gestiftet hatten, zu erhalten. Der Ton der Trommel hat einen gar magischen Klang. Sie verließen den Wedstuhl und dte Dreschtenne, die Fabriken und die Schreibstuben, um die Flinte und den Säbel zur Hand zu nehmen. Ich gab meine Stelle auf und wurde Assistenzarzt bei einem New Vorker Artillerieregiment. Es war am Tagevor der blutigen rf A w - cylacyi vei reomasourg, gegen Abend. Das Wetter war so'mild und liedlich, daß ich mich auf eine Stunde auf den Hügel hinausstahl, auf deffen Fuß unser Regiment kampirte. Es war ziemlich dunkel geworden, als ich oben aniangie. 'ceiienweit lagen zu meinen Füen die Lagerzclie des gro ßen Heeres, deren Feuerschein sich düster und. schwarzgelb abspielte. Tausende von. Lichtern zitterten und blickten nach ieder Nichtuna hin, viele erstreckten lud
tn parallellen Linien oder rn Kurven wie die Straßenlaternen einer großen Stadt. In weiter Ferne spielte irgendwo ein Musitkorps. und von jenseits her. von der anderen Seite des Stro m.'S. erschollen hier und da Hornsig nale. Ich saß in tiefen Gedanken auf einem alten Baumstamm, der daneben lag. Plöklich legte sich eine schwere Hand auf meinen Arm. Ich fchrat auf und erhob mich No. 58'.)!" rief ich unwillkürlich
aus und verbessert: mich sosoit:Zverr. Forth Sie hier Sie stelzen im Heere bei w.'lchem Regiment?" Ich hatte ihn tro? der Dunkelheit er kannt. ;. S:it drei Tagen bei dem Ihrigen", erwiderte er: aber Sie verzeihen, daß ich Sie störte Sie waren immer so freundlich gegen mich auch in der Anstalt damals und ich bin noch nie dazu gekommen. Ihnen meinen Dank auszusprechen." Ich drückre seine Hand. Dann zün deten wir unsere Cigarren an und plau derten allerlei. Der Gesprächsstoff ging endlich aus und wir saßen schweigend da. Es wird Zeit, daß wir hinunter gehen", sagte ich. ) Er nickte. Noch ein kurzes Wort. n. U ...1 i. st 3 . . c i Vtrt ocior, eulgeguele er. vj gcyi etwas vor im Lager;' ich habe gehört, daß wir morgen oder übermorgen an arenen werden. Und n:qt Jeder kommt aus de? Schlacht zurück. Meine Stunde hat geschlagen, ich weifc es, ich falle im nächsten Gefecht." Unsmn. Mann!" erwiderte ich. Solchen Einbildungen muß Keiner sich hingeben." Nein." sagte er leise, meine Ah nung wird mlcy rncrj: tauicgen. cy stehe allein in der Welt, ich habe weder Vater noch Mutter mehr, noch sonst Jemand, der sich um mich kümmert. Aber ich habe ein.' kleine Er innerung bei mir, ein altes kleines Gebetbuch ' wissen Sie. dasselbe, das mir einst aus der Tasche fiel, als ich im Vetsaale der Anstalt zu Iltis stand. Erinnern Sie sich noch ic riefen mich damals an " Ja." sagte ich. Tas kleine Buch." suhr er fort, ist mein einziger Schar. die einzige Erin nerung an Leoen un) Liebe für mich. Ich war vor Jahren Lehrer in New )ork und gab Privatunterricht in einer reichen Familie. Da mi ein kleines Madchen " Er holte tief Athem. Nichts Unrechtes. Herr Doetor. nichts Unrechtes! Sie war unter meinen Augen lzerangewacy en, zu? ;ungfrau em'.orgedlüh:. Ich Hai:? nie ein Wort zu ior gezagt, nie. Das sie mein Ein und Alles war. mein .raum zur Nacht, mein Gedanke bei Tage. Ich wunte. da es eine thörichte Leiden schaft war. denn sie war die Tochter eines Millionärs und ich ein armer deutscher Schulmeister. Aber dennoch ja. ich konnte es nicht lassen, ich liebte sik wie den Stern und Kern mernes Lebens. Eines Tages war sie eben hinausge ganzen, um ein Buch , zu holen. Ta griff ich zufällig nach dem tl?i:ien alten Gebetbuch, das unter ihren driften lag: ich blätterte darin und fand am Nande. mit Bleistift geschrieben, die Worte: Ter liebe, gute, alte Walter Liebe" Ich steckte das Büchlein bastig ein. als sie wieder eintrat. Sie kam so befangen zurück, so verwirrt die Stund? war bald zu Ende, ich ging. Ein paar Wochen darauf kam ich in das Haus des kleinen Mädchens zurück. Ta ich ja im Hause bekannt war. halte mich zufällig Niemand gemeldet, ich ging leise in das Besuchszimmer da stand sie. Arm in Arm mit einem jun gen hübschen Manne. Sie hatte das Haupt an seine Bru't gelehnt und flüsterte zärtlich, o so zärtlich: Walter, mein lieber Walter, mein Lieb, mein Alles!" Ich schlich still zurück. Tie Liebenden hatten nichts vernom men. da auf dem weichen Tevvich mein Schritt unhörbar blieb. Ich verließ das Haus und dann kam der Wahn sinn über mich. Ich war nicht ihr Walter gewesen. Sehen Sie. Herr Doktor, das ist die Geschickte des alten Gebetbüchleins von No. 586. . Und nun, wenn ich falle. und Sie sollten in meine Nähe kom men. nehmen Sie die kleine Reliquie zu sich. und gedenken Sie einmal meiner." Er schwieg. Ich drückte stumm seine Hand. Dann gingen wir in's Lager zurück. ir , Die Schlacht bei Fredericksburg wurde in der That schon am nächsten Tage geschlagen : sie war eine der nutzlosesten und blutig'ten in dem greuelreichen Kriege zwischen dem amerikanischen Norden und Süden. Umsonst stürm ten unsere braven Burschen die steilen Höhen hinaus sie wurden wieder hin abgeworfen. Der Kartätschenhagel riß ganze Reihen zu Boden' wir wurden schmählich geschlagen, da keine Reserven vorhanden waren und der eigensinnige ffrontangriff natürlich keine günstigen Resultate erzielen konnte. Gs war tief in der Nacht. Ich war erschöpft und hatte mich kaum auf fünf Minuten hinlegen können Hunderte blieben unverdunden. Todtmüde schloß ich die Augen. Da rief mein Bursche : Herr Doktor, eben bringen sie noch Einen, der in den letzten Zügen liegt." Ich sprang auf. Die Krankenträge? hatten die Bahre dicht vor die Laterne gesetzt. Ich warf j einen Blick aus den Armen, der eben noch röchelte und dann verschied. Die ser eine Blick hatte genügt eS war No. 580. Er hatte Recht gehabt. Wal ter Forth hatte das Ende gefunden. ES liegt auf meinem Arbeitstisch und erinnert mich oft an No. 586. Set arme unrechte Walter !
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Blaue? Montag. In einem Stücke waren die Deut schen d'S 14. Jahrhunderts ihren Alt vorderen treu geblieben, im unverwüst lichen Durst. Für Meister und Hand werksgesellen so lesen wir im Bar" ' waren die blauen Montage, an welchen sie nicht arbeiteten, aber desto mehr schlemmten, immer bedenklich; hält man doch dafür, der Name sei ent standen, weil man sich an diesen Ta gen so weidlich abgeprügelt. da die Äücken blau geworden. Eine andere Deutung geht dahin: es wurden m der ersten Fastenmoche die Kirchen mit vio lettem und bläulichem Zeuge ausge schlagen. An diesen Montagen ardei teten die Handwerksgesellen nicht, und das hieß, der blaue Montag". SpZ ter trug man djesen Gebrauch auf alle Fastenmontage über und zuletzt auf alle Montage im Jahre, die. nun insgesammt blaue Montage wurden. ES galt sür einen Ehrenpunkt, recht viel zu trinken, selbst das Trinken pro poena (zur Strafe), wie es sich bi sekt aus der deutschen Universität unter den Musensöhnen erhalten hat, finden wir schon frühzeitig angedeutet. In den Kapitula'.ien Karls des Großen wird ausdrücklich rerordnet: Tie Grafen sollen ihre Untergebenen nicht zum Saufen prügeln." Tie groben Bußen des BulletrinkenS führten verschiedene Namen, so in Pommern: Ein Klee blattlein, d. h. drei Glas hintereinander, jedes in einem Zuge ausgetrunten. Setzt man das vierte hinzu, so ist dies der Stempel zum Blatt. Ten Fuch5 schlaffen bestand darin, daß Einer eine große Kanne nahm, dem Nachbar und dieser wieder dem ?!achbar zutrank, bis er an den Letzten kam, der den Nest herausholen mußte, und sollte derselbe auch noch so groß sein. Darauf trank dieser aus einer frischen Kanne, und das Spiel ging nach voriger Weise, bis Keiner mehr trinken konnte. War man recht lustig, dann wurde die Parianke getrunken, d. h. man nahm eine große Schale, trank sie Einem zu, und wenn sie bald leer war, schüttete man da3 Uebrige den Anderen ins Gesicht und zerschlug die Schale auf dessen Kopfe. Darüber durfte Niemand fauer sehen, wenn er nicht ausgelacht werden wollte. Man trieb den Unsinn weiter in dem sogenannten Einen zum Wasser reiten. Wer trinken sollte, ließ sich aus Hände und Knie nieder, ein Anderer setzte sich auf seinen Rücken und ritt zu der. ent sernt stehenden .Schale hin. welche das improvlsirteZ Pferd in seiner thierischen Stellung austrinken mußte. Ein "M Ut brachte es bei dem Herzoge WratiZ kam IX. dahin, daß dieser bis zur Schale kam, war aber schon so über füllt, daß er das Gesäß, statt es auszu trinken, vollspie, was gewaltige Kurz weil machte". Wenn man rief: .ffurle, murle, puff", dann wurde ein kleines Glas bis auf die Nagelprobe geleert, widrigenfalls der Sünder aufs Neue Kurle, murle, puff", trinken mußte. Der entlaufene Tclave. Dem reichen Bey Zeynal Abbedin war fein gewandtester Sclave entlau fen. Er ging deshalb selbst auf die Suche nach diesem und fand ihn denn auch bald in einer Thcebude. wo Ali so hieß der Bursche gemüthlich, als wäre nicht) geschehen, in den gcstohle nen Fcsttag'stleiöern saß und rauchte und Thee schlürfte. Zeynal faßte ihn sofort beim Kragen, um ihn heimzu führen. Wie cn'lietzte er sich aber, als der Sclave, welcher kräftiger war als er, ihn. seinen Hcrrn, bei der Gurgel packte und schrie: Sohn eiiis Hundes, habe ich Dich! Tu bist ja mein clave Ali, der mir Hab und Gut gestohlen hat und dann geflohen ist! Bo.wärts, folge -mir in mein Haus!" eynal hatte Mühe, sich loszureißen. Die Menschenmenge, welche sich rasch c: sammelte, führte Beide vor den Ka.i, damit er richte, welcher von ihnen der Herr sei und welcher der Sclave. Der Kadi, ein alter Silberc-art, !?e sann sich eine kurze Weile; dann flüsterte er seinem Henke? einige Worte in's Ohr und beiahl, hierauf mit lauter Stimme: Ihr Kläger, setzt Euch dort in der engen Eingangsthüre neben einander und beugt Eure Köpfe gegen mich!- Tie Beiden 'gehorchten doch Niemand wußte, was geschehen sollte, und- Stille trat ein. Ta rief plötzlich der Kadi: H.'nker, nun schlag' dem' Sclaven d?n Kopf ab!" Hui sauste das lange Schwert klirrend durch die Lust aber schneller noch fuhr Ali empor, während Zeynal ruhig in seiner Stellung verblieb. Da begriffen Alle die Weisheit deS Kadi und unter lautem Hohngelachter und Beifallsrufen wurde der Sclave, der sich, in der Angst um seinen 5?opf, verrathen hatte, nach dem Hofe geführt, wo seiner eine tüchtige Tracht Prinel wartete. Tcr Kadi aber lächelte dm reichen Bey einen vergnügten Äbschieds grüß ZU, strich seinen langen Sildtr darl und freute sich seiner Lcdenztluz heit. NKhestörer. Was war wohl schuld, daß manche Nacht Er nicht ein Auge zugemacht Als junger Bursch im Städtchen? Ach, 'ö Kathchen! Nun hät er sie! Doch warum wacht Er dennoch ost bis Mitternacht? Sind noch d'ran ' schuld die Mädchen? Nein, 'S Skäichen! Höflich. Richter: Tcr Ge richtshof hat Sie zu lebenslänglichem Zuchthaus verurtheilt.. Angeklagter: Da wir uns dann nit mehr seh'n werden, so wünsch' i' den Herre a recht fröhliche Auferstehung." Klassischer Grund. Herr (zum Mädchen): Ach, liebes Fräulein, würden Sie es erlauben, daß ich Ihnen -u , , C3 ' bncrc Kn "5 ia l:n,:t! m rx : c . 1 mvju. m:..-.
