Indiana Tribüne, Volume 16, Number 165, Indianapolis, Marion County, 5 March 1893 — Page 4

SttdZam; SriSttzze. Erscyeirit füglich und Sonntngs.

Tie tägliche Tribüne-kostet durch den Träger Ü Cent pcr Woche, die ConntaaS-Trib2i- 8 Lenks per Wo?. Beide zusammen 15 Cents oder SsnrS xcrMonüt. Per Pest zugeschiZt in Dar zuSdezahlung per Jahr. Office : 130 O? Maryland StraZze. Indianapolis, Ind., 5. Mür; 1893. Hinler ven Soulissen. octrattsrcdien von XI. Z 0nnet. Der Mann der Liebe und b m ManndeSHasses. Ganz so schön, vsle er des Aöe'nds er scheint, ist er sleilich nicht, ob er nun den Demetrius oder den .Georg Richter trozirt der Mann der Liebe. Dir Herren seines Faches messen zwar durch? jchniktlich ein Erkleckliches an Körperlänge kleine Liebhaber helfen sich mit großen Stiefelabsätzen aber sonst sind sie nicht gcrave die , größten" Künstler der Gesellschast. $m Gegentheil. Wenn in irgend einem Fache das konventionelle Ausmaß an Talent genügt, so ist eS, -um mit Heine zu reden, beim stamme ,Derer. welche lieben. Nicht ohne Grund roird in der Werth abschätzung der Liebhaber unmittelbar der Soubrette gegenüdergestellt. Hx ist olznehin ihr lebendiger vlderxart. In ollen Stücken. Auch in seiner Äega dang kann er leicht auf alles das vcr zichlen. was jener unerläßlich bleibt. Man kann sich den Liebhaber sehr wohl ohne Witz, aber nach den heute giltigen Gesetzen nicht ohne krauSgedranukeS Haupthaar denken. Ja, mir ist ein sehr beliebter, stets an guten Bühnen enga girter Liebhaber bekannt, der mit der nnge anstößt, so daß man's bei jedem Zischlaut, den er sich abringt, pfeifen yört! Aber wie schön ist er immer sri sirt! Und wie melancholisch hängen ihm die Schnurrbartspiyen herab über en stets so sorglich rothgesärb:en Mund! 's ist, als ob der prächtige Bart alles i'.ischeln bedeckte, gerade, wie die Locken tour den hohlen Raum in seinem Schä; Del ! Und wieder ein anderer dieser Her ren ist so kohlschwarz, so brünett, daß selbst Slöcker ihn sür einen Semiten bielte und der fromme Mann sieht doch wohl nicht auj's Aeußcre aber hindert unseren Amoross nicht, stets öas weißeste Weiß auf seine ledergelbe Haut zu pinseln da sür ist er eben ein ebhabcr! Haben Sie schon einmal darauk geach tet. aufmerksame Leserin, wenn sich einer unserer Liebhaber zorneSinuthig oder kampsessrcudig auf die Brust schlug? Und da meinen Sie immer, der wuchtige Hieb müsse den ganzen Brustkasten zerschmettern! Ja, meine Gnädigste, Sie gkaubten eben cn die Natur und übcrse htn dabei die Wattur! Auf der Bühne wollte ich's ja auch gelten lassen, Itvn am (indc ist ja das HauS, welches wir dort vor uns sehen, auch nur von Pappe, weshalb sollte nicht auch die breite Brust des Karl von Moor von Watte fein dürsen! Aber im Leben! Odne Schminke? Da ist's doch grenzenlose Narrheit, wenn fi$ überall bis corriger 1 nntiire bemerkbar macht. Es hat ja wohl auch einmal seineu Nutzen. Erzählte man doch erst jüngst von einem Liebhaber, der im Gebirge Hunderte Fuß tief herabge stützt und doch unversehrt geblieben sei und das allesdankte er der Wattirung und seiner harten Hirnschale! Unter allen Mllglieöern d?5 Schau spiels ist der Liebhabcr gemeinhin der geistig Unbedeutendste! Freilich, wo gäbe eS nicht rühmliche Ausnahmen? Ab?, die Siegel wild durch solche nicht berührt. Unser ganzes modernes Schau spiklrthum hat siÄ seit mehr als einem TulzendJahren außerordentlich verstacht. Als an einem Adens ii.t Jahre 136 der Concessionszwang gefallen war, wollten bereits am nächsten Morgen Hunderte von Unternehmern von der sogenannten .Thcakersreiheit" prosiliren und über Nacht roar ein Bedarf an Mitgliedern enkflanden, der zu dem vorhandenen Stamm in gar keinem Verhältniß stand. Wie mit einem Schlage schnellten die Gagensätze empor und diese plötzlich so de'onvcrs gut bezahlte Kunst leckte mit füfccrn Klänge eine Unzahl von neuen Elementen an: (Zlcmente freilich, die ihr nur schaden konnten. Denn die weni gen Begabten unter den näcktlings zn Künstle Gewordenen hätten auch odne jene momentane Hausse den Weg zur Bühne gesunden. Die Uebrigen aoer sie zählten nach taufenden kalten den ursprünglichen Beruf quittirt iinö hingen nun an den Nockichößen Npollo's.... Die er rief, die Geister, ward er nicht mehr los! Gewohnheit und Nothwendigkeit ließ auch die Ueber, zähligen erlernen, was eben zu erlernen war, und wenn auch von den wie Pilze ans dem Boden erstandenen Theatern sehr, sehr viele wieder eingingen, so blieb doch eine enorme Zahl sogenan',? ler Schauspieler zurück. Wenn es im Jahre 1867 an Mitgliedern für eine Legion von Kunstinstituten fehlte, so mangelt es j?tzl an Theatern sür zehn Legionen Schauspieler, wenn wir auch sür das eigentliche Bedürfniß viel zu viel Bühnen besitzen. Zeigt uns nun diese kleine Abscha kunz, wodurch ein so enormes Plus an Künstlern entstand, so ist kaum ein anderes Fach besser als das der Liebhaber im tStande, daazuthun, wen wir gewannen. lLer nur irgendwie ein hübscher Kerl ar. wer nur mehr, als sünfundsechszig Zoll Lnge'maß, eine einigermaßen ge-. rade Nase besaß und bei Thee und But? terschnitten einmal Schiller'S Klndes Mörderin verübt hatte, der ging zum Theater, und wie weit der Weg auch ge lade von der Kiudesmörderin auS war, meistentheils sührte er zum Liebhaber. Denn dieser braucht im Allgemeinen we niger schauspielerische Gaben als jeder Andere. Spielt er zunächst doch immer 'die sympathische Person im Stücke dazu kann er am leichtesten jenes odeur He fadaise ausströmen, von welchem Ssldou nicht mit Unrechtbehauptet, daß

es die Frauen am mrtjlen deraulche. Friseur, Schneider und Unfalls des Tanzmeister thun da? Ueirige. Wenn mir nun solch eine Puppe aus der tau schungsreichcn Lichtumrahmung der Scene herunterholen und sehen uns den Schlingel bei Tageslicht an. da bleibt uns.dann eine jämmerliche Enttäuschung selten erspart. Weniger als der Ncpräsentant irgend eines anoeren Faches weiß der Liebhaber zu unterscheiden, welche Beifallsquote ihm und welche dem Dichtcrgalt. Ich muß immer an jenen magyarischen Jüngling denken, der mir feikrlich ver sicherte, Shakespeares Nomeo und Jnlia haben in Dingsda nie etwas gemacht seit er dort engagirt und der Romeo durch ihn besetzt sei, wäre die alle Schwarte zu einem Cassenstück qe worden.. Eitelkeit ist überhaupt das In karnat des Liebhaberthums. Wie der Liebhaber auf der Bühne fast immer u widcrstehlich ist natürlich ! woher sollte fönst der Dieter die glücklichen Paare nehmen? so glaubt er auch im Leben jrde Festung zu besiegen, daß er sie von vornherein sür übcrwundeit. hält. Führen wir den Liebhaber in die bürgerliche Ge sellschaft ei, so werden wir nach einer halben Stunde schon von ihm die unter Diskretion gemachte Mittheilung em pfangen, daß Frl. X. bereits ganz när risch sei. weil ihn Frl. Z). gar nicht mehr loslasse. Und dabei gilt's ihm gleich, in welcher Sphäre er sich befindet er schlägt eben überalldurch! Indessen diese anmaßende Selbstliebe wäre doch nur ein unzureichendes Kennzeichen ! Sind doch alle College des Liebhabers eitel bis zur Lächerlichkeit eS ist ja begreiflich, daß Vs sind. Nicht nur, daß ihr Siuhm und Preis mit dem Augenblick vergeht, sie stehen auch mehr als andere Kunst -estissene in Andrer, ja. in beS Zufalls nd. Ein zerrissener Strick am Schnür-rfcc-n und der Vorhang fällt dem Dar- - l'.er o.erade in dem liueublrf auf die Nase, da s'ine Kraftanstrengung eben ihren Lohn erwarten durfte er wird ausgelacht! Noch Eins entschuldigt die grenzenlose Ucberhebung: Das Publi kum. Denn daö leyieie weiß in feinen breileren Schichten auch nur selten dem Dichter zu geben, was des DichierS ist: DaS Bühnenbild wirkt in seiner otali' tät und der Schauspieler ist es. der zu nächst die Hand aus daS Nejultat legen darf. Aber nicht nur närrisch eitel, auch leickiksinniger olS die Genossen ist der L'kbkabel. Ist die Soubrette sparsam, der Eharaktcrsieler geizig, der Komiker philiströs, so darf der Liebhaber für sich das Prädikat: schlechter Nechner voll und ganz in Anspruch nehmen. Er rechnet gar nicht! Und wie feine Zensur im ölechnen. so fällt sie auch in einer anderen der Elkmenkarmiisenschasten ge radezu vernichtend aus: der Liebhaber liest auch gar nicht. Vielleicht gehört hierher eine Anmerkung. Unter den kleinen Directoren der Provinz sind die meisten ehemalige Liebhaber der Nest besteht aus Komikern. Er stere waren viel zu wenig Schauspieler,' um, als sie älter wurden, in ein ande res Fach überzugehen, sie wurden Direc toren. und in Pyritz oder in Essen kann man dce ergrauten Knaben noch immer munter den Julius in der Körnersche'n Banditenbraiik verzapfen sehen. Die Komiker tragen mehr Hang zu bürger l'cher Seßhaftigkeit in sich, daher bei ihnen die Directorialbestrebungen. Wir kennen den Liedhaber nun auf Geist und Verstand hin bleibt noch eine wichtige Disciplin: das Herz. Er Nimmt auch hier schlechter fort, denn alle vom Theater. Er flattert viel zu viel, um wirklich Herz zu behalten. Ich habe beobachtet, dnß der Liebhaber kein Talent für die Liebe und nicht einmal Verstand niß für die Ehe hat. Begibt er sich in die letztere, so nimmt er den Unsrieden als gewohnheitsmäßigen Begleiter mit. Familiensinn, den wieder den Komiker, in hohem Grade besitzt, hegt er entschie den nicht es inkommodirt ihn auch, Familie zu haben. So zeigt sich denn gerade die verlockendste, die liebenSwür digste Gestalt der Bühne in unvor lhellhastein Lichte, wenn dieS Licht nicht auf Täuschung berechnet ist eine Naupe, der die sch Bernden Flügel des sarbcnglänzenden Falters eingetrock: iut sind. Zu dem entgegengesetzten Resultat gelangen wir bei näherer Bekanntschaft mit einem College des Liebhabers. Im Munde des Publikums heißt der Arme

t gemeinhin der Intrigant. Man darf ( mir aber glauben: gerade der Mann deS HasteS i)t ll allgemeinen am werngiten Intrigant, wenn auch nicht behauptet werben soll, daß gerade er stets ein Mann von Charakter ist. Thalsache und nicht unweienltrcy sur unsere Betrachtungen ist. daß sich im Fa che der sogenannten Charakkerspieler, von denen hier die 3!ede, mehr Talente sinden. als auf einem anderen dem Manne gehörigen Gebiete der Schauspielkunst. begrelst sich das auS dem Umstand, daß iin Bühnenjargon heute fast alles ins Eharaklerfach geworfen wird, waS nicht dem Helden,' dem Liebhaber ode? dem Komiker gebührt. Die früher noch sehr fcharf hervortretende Grenzlinie zwi schen Charakterspieler" und Vater" ist heute fast gänzlich verwischt, wie sich auch der Darsteller größerer Chargen mit Vorliebe Charakterspieler nennt. Eigent lich ist diese Bezeichnung ein Unsinn, denn in der Absicht deS Bühnendichters lag eS offenbar, daß absolut jede Rolle, auch die allerkleinste, einen gewissen Charakter" zeige. Immerhin ergiebt sich auS der Mannigfaltigkeit der Aufgaben ein ge steigerte? Anspruch an daS künstlerische Vermögen, und die Schwierigkeit endlich ist es, welche die Talente, wenn schon nicht schastt, so doch zum Schaffen weckt. Wir haben es also mit einem Schlage von Künstlern zu thun, der sich schon durch lebhaslereö Bestreben von anderen abhebt. . Und manches Nebenmoment ist geeignet, diese vorlheilhaste Unterschei bung zu vertiefen. Da ist zunächst ins Auge zu fassen, daß der Charaktelspieler meistentheils auS innerem Drang zur Bühne geht. Vom Liebhaber wissen wir, baß es sehr oft rein äußerliche Dinge waren, die ihn der Kunst in die weiten ach so schlaffen ! Arme führten! Er war hübsch gewachsen :c. und er oder andere fanden, daß er feine schöne Kör perlichkeit besser verwenden konnte, denn in Dienste Merkurs. Auch den Komi

ker machen zumeist dritte Personen erkennen, daß er eine .putzige Kruke, daß er der reine Komikuö sei und so entdeckt das Publikum den Künstler. Ganz an ocrs steht eS mit dem Intriganten. In den seltensten Fällen geht diejer aus allcrunkerster Gesellschastsstuse her vor. Studenten, Buchhalter, Aspiranten des Lehrfaches sind es, aus denen das Charakterfach sich rc-'rutirt. Also zumeist Menschen, bei denen aus'er einer gewissen Fundamentalbildung etwas wie ein Hang für das Jdealische vorhanden ist, oder doch vorhanden zu sein pflegt. Man hat seinen Schiller, Körner, Kleist gelesen, oft avch theilweise verstanden; man ist ja ost genug imTheater gewesen! Zu Haus hat man dann nachgelesen und, liehe da, man fand, indeß man sich so laut lesen hörte, die bereirswährend d Vorstellung gehegte Empfindung, daß man's auch so. daß man'ö sogar besser machen könne, bestätigt, fehlt nichts mehr als ein hilfreiches Zusammenmir ken der materiellen Verhaltnisse und der junge Intrigant ist fertig! Entweder

man stand bereit? auf eigenen Füßen doch ist das nicht ost der Fall und dann braucht eS nur etwas von jener Mischung, die zu gleichen Theilen auS Leichtsinn und Energie besteht. Oder man hat vermögende Eltern nun, die sind bei einer scheinbaren Abneigung gar nicht so schwer zu bellimmen. Denn im Hintergründe jedes (ZlrernherzenZ fchlum mert doch der Götze Eitelkeit, und wer geböte mehr an Opfern für diefen Moloch als die Musen?! Wenn also auch Vater in starrer Komödie 'S ist wirklich sei ten mehr als das! sich abwendet und Mutter einige Thränen auf den ersten Theaterzettel vom Debüt deS , verlöre nen Sohnes tropfen läßt eS soll nur etwaS auS dem Jungen werden, dann wenden sich die Dinge! Oder endlich arme Eltern! Da kostet'S freilich Kampf! Nur mit aufrichtigem Schmerz sieht der Unbemittelte seinen Sohn den sicheren Boden verlassen und sein Leben den Wogen eines Meeres preisgeben. daS unersättlich ' immer neue Hekatomben heischt. Und wenn nun gar die Hoffnung dahin stand, daß der Sohn mithelfen sollte gegen Mangel, dann wirft die be dauernöwerthe Mutter wohl drei Hände voll Erde dem lebendig begrabenen nach .... Die .Hinterbliebene betet: Gott fei dem armen Sünder gnädig. Wenden wir uns von diesem dem gan zen Stande geltenden allgemeinen Be merkungen wieder zurück zu unserem Specialfach, so wird uns klar, daß der sogenannte innere Trieb, der junge Leute dem Cyarakterfach zusührt, starker, ausdauernder sein muß, als jene un bedachte Regung, die dem Komiker aus dem Salon auf das wellbeuten'de Podium springen heißt. Dieser stärkere Trieb setzt einerseits mehr unzweifelhafte Sega bung, andererseits viel entwickelte reS Selbstvertrauen voraus ein Zug, der durchaus geeignet ist, unser Bild schärfer hervortreten zu lassen. Schei den wir nun noch daö gesammte Makeri al in zwei Gruppen, indem wir 'zunächst jenen älteren Schauspieler kennen lernen, der heute und seit Jahren schon ein fev tiaer Cbarakur'-ieler ist. und kommen dann zu jener SpecieS, die erst rm letzten Jahrzehnt den Wcrdeproceß über wunden hat. oder aar noch in den d a malischen Kinderschuhen steckt. ' Der erstere ist ein Mann von nor maler Mittelgestalt, mit eckigem Kopfe, wenig Haar, starken Brauen und perga menliaidiger Haut. In daS schmale Aiiiliy mit beweglich hervorstehendem Kinn sind !:es und stark die Runen ein: gegraben, die weniger die Zeit, alS die stete Uebung der GesichksmuSkeln schuf. Denn der Charakkerspieler .arbeitet hauptsächlich mit seiner Visage. Figur, Organ, Temperament stehen bei ihm in zweiter, ost auch in gar rciner Reihe; mit seinem Gesicht aber, dem stets ver schoben?, mit dem bald festzu'ammen gekniffenen, bald weit nach rechls und links gezerrten Munde, mit den Nasen stügeln, di? wie Klappen au der Klar! nette dingn bar sind, mit dem zu ewigem Rollen o?rdaminten Augen kurz mit diesem ganzen lerptuum mohile eineL un.'bläisig den AuSdruck wechselnden Gefühls, erzielt er feine Erfolge. Wenn ich einen, echten, rechten Komödianten im Cigarrenladen begegne und beobachte, wie er bei dem Erwerbe von zwei Loth Nejsing die Stirn in wulstige Falten legt, dann muß ich unwillkürlich an das Fell des jungen PudelS denken, das dehnbar genug ist,, um einen Handgriff zur Transportirung deS edlen Ouadru pe'den zu bieten. Wc,,, dann der Mann räu'pert, wie mein seliger Rektor, und mit Trompetenton hervorschmettert: Für dreißig Psmnig frischen Ratiborer Ressing dann erkenne ich den Guten auch ohne nähere Prüfung, denn er hat ein II, das ihm eigenthümlich ist, wie dein Pirnaer das weiche P, ein R, daS immer an ein rostig rasselndes Reiter schmert gemahnt! Dieser Normal Cuaraklersadrikant aus den sechsziger fahren ist eine durchaus harmloie Natur. Je wüthender er seine Rollen spielt, je rollender seine Anger, wüthen, je blecher ncr sein Ton und t schnarrender sein st, um so gemüthlicher ist der Mensch, wenn wir ihm ohne Schminke begegnen. Er ist mäßiger als seine College, hat Hang zur Ordnnnq und Stabilität ja so gar Familiensinn. Sehr oft haben diese Herren irgend tlwt wunderliche Privat: Neigung. Sie fertigen Korkschnitzereien. sammeln Briefmarken oder Münzen; ich habe sogar solche kennen gelernt, die Bücher sammelten. Ueberhaupt hat der Charakkerspieler zu allererst einige Bücher, ineß der Liebhaber eS im besten Fall zu einem Photographie-Album bringt. In der Erfüllung feiner Pflichten von profefsio neller Sosgsamkeit, ist er auch sonst eint g ermaßen Philister er geht nicht durch, macht nicht gern und nicht viel Schulden, kleidet sich etwas nachlässig und ist begeisterter Verehrer der langen Pfeife. Charakteristisch an ihm ist, daß er fast nie musikalisch ist. Da er es häufig ivm 'Regisseur bringt sein hä. herer Biidungsgrad berechtigt ihn hierzu gibt er auch Dramatischen Unker richt, und so ist denn sein Dasein oft verschönt durch den zeitweiligen, je nach Amständen auch einmal andauernden Ver kehr mit Novizen. Unter diesen letzteren erfreut sich die erste Liebhaberin seiner besonder? Neigung. Der Charakter spieler ist auch nahezu der einiiae Mann.

VMWk rvenMlöckr,

CZn naturNches kZerlmittel für', Fallsucht, Hysterie, Weitötau NervSsität, Hypochondrie, Melancholie, Schlaflosig. keit, Schwindel, Zvunfr sucht, Rückenmark nd GebirnI Schwachen. Licse ÖledZzia tat eine direkte Wirkung ans dl Skr bea-Genton, beseitigt alle Nebemiz und besSrdn: den Auflud de NervkN'Fluidumt. 61 ist eine Zusa vnkvuug, velHe nie ladet oder tuuutaeaetvu teUct. CRo? et verthvolle Sulb s2r SlerVekided iVlCl uud eine Hrclx.Flasche zugesandt, ttinu vJ erhalten auch die Medizin nlonfl. Tief Medizm wurde seit dem Jahre 1878 von dem Hochw. Pastor Sig in ort Wayne. Ind.. zudUt und jetzt unirr seiner Qnwelsung von der K0ENIG MEDiCINE CO., 238 Kandolph SU, CHICAGO, UL ÄÄ vei Apotheker habe sk, $1.00 die Flasche, C Flasche sür $5.00, grobe $1.75, i ifi $0.00. ,' In Indianapolis t den deutsche potheken von ff. Will, i) an ker, U West Wajdtngt Ttr. und Ecke Süd Sa Str. und Lincoln Laae. ver seine bürgerlichen Pflichten rnit ge nug ausfaßt, um zur Wahl zu gehen! Man wird derlei nicht leicht bei anderen Schauspielern finden., Alle? in Allem keine ideale, aber gewiß auch keine un sympathische Figur. Wie anders unsere jüngeren Intrigant?! Sie haben noch mehr gelernt, als ihre Altvordern zu ihrem Schaden, meine ich. Denn dies PluS besteht in dem genossenen dramati schen Kursus etwas. aS ich bis auf Weiteres auf das Entschiedenste perhor reScire. Schon "deswegen, weil dies Unterricht im Schauspieler den letzten Funken von Bescheidenheit ersticken muß! .Muß?- höre ich fragen. Natürlich! Der dramatische Lehrer soll seinem Zog ling ehebaldigst Resultate zeigen. Ab gesehen nun davon, daß der Herr Docent in den meisten Fällen ein Charlatan ist, in vielen and:ren selber nichts versteht, so bieten auch die kleineren Rollen viel we niger die Möglichkeit, daö etwa vorhan dene Talent glänzen zu lassen, als die eigentlichen Trümpfe. Und so beginnt der lernende Schauspieler da, wo der ehrliche Künstler aushört, oder doch erst sehr spät hingelangt: beim Studium großer Nollen ! Dies Ueberspringen aller vorangehenden Stationen schmälert das eigene Urtbeil ebenso, wie eS die Ueber Hebung fordert. Solch ein jnnger Mensch von zwanzig Jahren sucht einen Lehrer auf, der ihm in Zeit von einem Jahre den Fran; Moor, Wurm, Marinelli, Richard III. und noch ein halbes Dutzend dergleichen Giganten einstudirt. ' Dann geht der Jünglinq bnauS. Für ihn fängt natürlich die Welt der Rollen erst beim Lear an. Geringeres ist ih n zu gering! Und waS ist die Fol' ge? Daß diese arroganten Gesellen mit dem fadenscheinigen Talent zu einer wah ren Landplage sürdie Provlnz-Oirectoren geworden sind; daß man schließlich im mer noch die alten, zahnlosen Herren mit dem Pudelsell auf der Stirn den schön rednerischen Patentmimea unserer Zeit vorzieht. ES ist sonst nicht viel zu sagen von den Jntrigauten'Jünglingen. Trotzdem sie ursprünglich mehr Anlage, mehr ele mentareS Wissen hatten, als Andere, er geben sie doch einen viel geringeren Pro centsatz an solchen, die wirklich empor kommen, als andere Fächer, und daraus erklärt sich der nicht zu verkennende Mangel an hervorragenden Charakter spielern aus den letzten Jahrgängen. Im besten Falle erden sie eine Speeia lität. Das heißt: sie gucken diesem oder jenem Alkmeister eine bestimmte Dar. iiellungSform ab, verlegen sich dann auf da? sehr begrenzte Gebiet, welches den Sonderknifsen den besten Boden zu bie ten scheint, und nun reisen sie als Ver künder des Evangeliums von der Speci a'.istrung der Kunst in die Welt kenne ich doch Einen, der nur 'Aristokraten spielt! Unerquickliche lesellschaft das! Sie selbst hört von nichts anderem, als von sich reden. Berührt lkiner einmal einen Eollegen'im Gespräch, so kann daS nur mit Achselzucken und herabhän genden Mundwinkeln geschehen. Sie ieen Zeltungen, aber.nur, um sich zu in iormiren, ob hinreichend Reklame sür sie gemacht wurde. ' Bücher rauben ihnen viel zu viel Zeit ja selbst sür daS schöne Geschlecht sind sie nur i'oweil empfänglich, als ihre maßlose Eigenliebe dadurch Nahrung gewinnt. Noch einmal und immer wieder muß 7 ich's sagen: eS gibt auch Ausnahmen. vlbe? das find weipe Naben! Jeder Schauspieler, der wirklich Hervorragen: deS leistet, ist an sich eine Ausnahme. Haben wir doch unter den 14,000 deutichen Bühttenmitgliedern kaum 200, die über dem Durchschnittsmaß in Bezug auf ihre künstlerische Bedeutung stehen. Diese Proportionen sind auch auf alle übrigen Eigenschaften der Aühnenmelt anmend bar, und so ist eS denn wahr. 'waS die .Naive" sagt : .Beim Tkeater gibt'S doch reckt schlechte Menschen l 0 ; m m StaatOhio,StadtToledo, ' LucaSEounty, 8.8. ) . Frank J.EHeney beschwört, daß er der ältere Partner der Firma ff. 3. E h e n e y k & o. ist, welche Geschäfte in der Stadt Toledo, in obengenanntem County und Staate, thut, und daß besagte Firma die Summe von einh u n d e r t D'o l l a r S für jeden Fall von Katarrh bezahlen wird, der durch den Gebrauch von Ha l l'S K a t a rr h Kur nicht geheilt werden kann. F r a n k I. 5 h e n e Y. Beschworen vor mir und unterschrieben in meiner Gegenwart am 6 September A. D. '86. . ' A. W. G l e a s o n, Siegel 1 ' öffentlicher Notar. Hall's Katarrh Kur wird innerlich genommen, und wirkt direkt auf daö Blut und die schleimigen Oberflächen deö Systems. Laßt Euch umsonst Zeugnisse kommen. F. I. C h eney & d 0., Toledo, O. . Verkauft von Apothekern, 76 C.

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