Indiana Tribüne, Volume 16, Number 158, Indianapolis, Marion County, 26 February 1893 — Page 7
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Er ist Hsfrath geworden ! kia Zeitbild auV Ccstcnei von Eug Naspl. Was war denn eic;entllch los? In allen Winkeln und Räumen des großen Lerwaltunspalastes ichr.'une, rjogte und flüsterte es bald feierlich-ernst, bqld Zleichgiltig-lüchelnd: Er ist Hofrath geworden!Tls war die Parole des'de ginnenden Arbeitstages und diese vier Worte waren Veranlassung genug, Aktenfaszikeln und Federn eine Weile ruhen zu lassen, urnsomehr, da der gestrenge Spiritus movens des Bureaus, der Vorstand, eben zum Herrn Prasi dials.'cretär berufen worden war. Ausnahmsweise war dieser, der sich das geflügelte Wort eines verstorbenen öfterreichischen Grogfinanziers Kommen wie die Barone, gehen wie die Maurer" zur Richtschnur dienen lieh, heute zeitlicher als sonst in's Amt gekommen, weil ihn ein großer Scheuertag daheim vertrieben hatte, und so erhielt er rechtzeitig Kenntniß von einem Ereignisse, welches willkommene Gelegenheit bot. sich im schönsten Lichte einer geschickt inscenirien Huldigungsfeier vor seinem Meister und Gebieter, dem gewaltigen Herrn Gcncraldircctor zu zeigen, denn dieser ist Hofrath" geworden. Hofrath ! Nur eine richtige, tintentleckfcnde, demuthersterbende Beamtenseele vermag Inhalt und Tragweite dieser Würde vo.l zu ermessen. Für andere Sterbliche, welche im Stande sind, sich über diesen Talmiflitter, mit welchem der Staat aus (irsparnißrücksichten echtes und falsches Verdienst anerkennend überkleidet, freimüthig hinwegzusetzen, ist dieser Titel höchstens ein gesellschaftlicher Henkel, an welchem man einen Topf anfaßt, dessen Namen man sich nicht merken kann oder will. Titel nichts als TUel Hofrath . lucus a noa lucemlo weil der Hof von dem also Geehrten keinen Rath braucht. Ab es ist doch schön wenn ich'5 nur auch schon wäre," dachte der aalglatte junge Herr Präsidialsecretär im Stillen und sagte dann laut zu den er wartungsvoll versammelten Vorständen der verschiedenen Abtheilungen, indem er sich behaglich in seinem Polstersessell wiegte: Wir (Präsidialsccretäre spre-. chen immer mit wir" im Gegensatze zu dem directorlichcn ich") sind von den Ereignilsen überrascht worden trotz unsercr intimen Fühlung 'mit dem Ministerium, welches uns sonst von jeder vollzogenen Auszeichnung im Voraus verständigt. Wir müssen daher von einer Festivität obsehen, glauben jedoch, eine svontane Huldigung nicht verabsäumen zu dürfen. Da der Herr Hofrath (Bemegung) erst um zehn Uhr in das Bureau kommt, demnach noch über eine Stunde Zeit vor uns liegt, so wollen Sie gcfälligst für Ihre vesttoilette Sorge tret gen und sich um elf Uhr im Empfangssalon des Herrn Gen HosratheZ zur Beglückwünschung einfinden. Ich danke Ihnen, meine Herren. Nach dieser Verabschiedung scharrten die verschiedenen Ober- und Unterbon zen zur Thüre hinaus und erschöpft von' seiner langen und gehaltvollen Rede sank der Präsidialsecretär in sein Lederpfühl zurück, um sich die gleißenden und glinerndern Phrasen zurechtzulegen, mit welchen er den Gebieter über Avancements. Remunerationen und wie alle diese Meristeme im Beamtenleben heißen mögen, privatim und officicll begrüßen wollte. Nur der alte Wenzel (Bureaudiener heißen meistens Wenzel) hielt sich ferne von diesen Festvorbereitungen und staubte unverdrossen die Möbel im Arbeitszimmer des Herrn Generaldirektors cb. Für ihn, der seinem Herrn ein Vierteljahrhundert bereits diente, war diese Ernennung ein Selbstverständliches, das kommen mußte. Für ihn wird sich ' an diesen Tag nur die Erin nerung einer erhöhten Trinkgeldereinnähme knüpfen, denn das protegirende Anmelden, die Beihilfe beim An- und Ausziehen des Ueberrockes im Vorzimmer einer so hohen Persönlichkeit trägt
immer klingenden Dank em. Und heute kommen sie gewiß Alle, die guten neidischen Berufskollegen, die sich gegenseitig die Orden am Fracke abzählen: die Vertreter der verschiedenen ElubZ und Vereine, denen der Herr Generaldirector präsidirt; die lieben Freunde aus der Welt, in der man sich so herzlich anlügt, diese sogenannten Stützen der Gesellschaft, welche sich bemühm, ihren Mitmenschen die Balken unter den Füßen wegzuziehen; die bekannten AllerwcltZ Teller uxd Speichellecker, welche sich wie Planeten um jede Sonne schaaren; die tteuigkeitslüsterncn RePorter, von denen gewiß einer den Figaro" - Witz machen wird Nun sind Sje ja auch der Wenzel von pane Hofraty geworden!" Das wird ein ' heißer Tag für mich und ihn", denkt der vhilosovhircnde Wenzel, der die Mcnfchen kennt, nicht wie sie scheinen, sondern wie sie sind, legt die eingelaufencn Zeitungen zurccht', schürt das loderndeFeuc? imMarmorkamin und zieht Tut) in sein von geheimnißvollen grünen Tuchthüren umgrenztes Reich, das Vorzimmer zurück. Inzwischen eilen über Treppen und Gänge schwarzbefrackte, weißbehandschuhte Herren mit spiegelblanken Eylinderhüten, es sind die Vorstände, welche nach vollzogener Festtoilette zurückkehren, der elften Stunde entgegen harrend. Der stets geschäftige Hausinspector schmückt eben mit einem rasch Herbeigeschafften frischen Blumenstrauß den Schreibtisch des Genercldirectors, und legt seine Visitenkarte mit einem bescheidenen p. f. zur a. h. Auszeich nung" auf die polirte Untertasse der Vase; die Scheuerfrauen binden' auf seinen Befehl weiße Schürzen um, odniohl sie kaum Aussicht haben, zur Gratulationscour zugelassen zu werden und der Portier bürstet und glättet Dreimaster und Huissierstad, die Insignien seine Eerberusämtes an Fest tagen. " " ; Und Während ch Alles so in dem
großen Hause emsig schmückend .regt und Präsidialsecretär, Adtheilungsvor stände, Hausinspcctor, Scheuerfrauen und Portier die Schatten eines festlichen Ereignisses vorausmcrfcn, und nur die nichtigen subalternen und Diurnisten unbeirrt die kreischenden Federn über
das Papier jagen, naht sich die Hauptperion, der noch unbewußte. Hosrath in gewohntem gleichmäßigem Schritte, begleitet von seinem Hunde Tyras, der gemüthlich nebenher trottet, hie und da, den Kopf emporgehoben, witternd, als fühle auch er, daß etwas in der Luft liege. Nun sind sie in da; weite Thor eingebogen. Da steht der Portier und ergeht sich in den zierlichsten Bücklingen und überreicht mit den devotesten Wün sehen die heutige Wiener Zeitung" dem überraschten Herrn Hofrathe". Tyras schnuppert an der nach Drucker schwärze riechenden Zeitung, welche sein Herr fast zitternd entgegennr mt, dann wendet er sich mit einem eigenthümlichen Blicke ab und poltert die teppich belegte Stiege hinauf, welche nur für ihn. den Generaldirektor und die Verwaltungsräthe benutzbar ist. Also Holratb..' Jetzt wein er auch, warum cr heute Nacht so gut geschla fen, wa:um dr Minister ihn gestern Abend im Fover der Oper so ausfallend freundlich grüßte, warum sein Hund heute Morgen stets an d:r Thür kratzte und hinaus zu wollen schien nun war die Erzählung da: Er ist Hofrath geworoen! Jetzt weiß er auch, was feiner Alles in den nächsten Stuuden harrt und indem er sich lächelnd zuflüstert Fassung. Herr Hofrath. Fafsung." will er mit einer jünglingshaf tcn Schnelle die Stufen hinan, die zu seinem Heiligthum führen, in dessen Vorräum sein getreuer Wenzel steht, bereit, ihm Hut, Stock und Pelz abzunehmen. Und überall hörte man die elektrischen Glocken erschallen, die seine Ankunst in allen Räumen signalisiren, aber ganz anders als sonst, denn von heute an ertönt es: der Herr Hofrath ist da! Ein Gläschen Cognac noch zur Stärkung. eine Eigarctt: angezündet und den Rauch eingeschlürft, während die sinnenden Augen immer wieder die glückbringenden Zeilen des amtlichen Theiles der Wiener Zeitung" suchen und lesen dann kommen sie schon, wie aus den Wänden gekrochen, dem Boden gestampft, die Solo-Gratulanten uns möchten einer den andern zertre tcn. nur um zuerst ihre Phrasen abhaspeln zu können. Unten im Thorbogen aber reibt sich schadenfroh der Portier die Hände: indeß sie sich oben drücken und drängen war er doch der erste, der ihm die ehrlich gemeinte Mittheilung machen konnte, daß er Hofrath geworden". Dann kam die von Herrn Präsidialsecretär so uneigennützig angeordnete Auswartung in corpore. Da standen sie wie die Marionetten in Reih' und Glied mit den tiefausgeschnittencn Westen und der steifleinenen weißen Hemdbrust die so manche neidische schwarze cele deckte, die General-, Ober- und Unterinspectoren, während der junge blcichgesichtige Herr Vrüsidial secretär gleich einem Leithammel das Glöcklein seiner dürftigen Beredtsamkeit lautete. Die dankende Erwiderung des Gefeierten geht nicht über die bekannten Grenzen einer unvorbereitet wie ich bin HlUt i;iilUU2. JJX.UH u..... vn)AH hört das ebenfalls typische durch diese mir zu Theil gewordene Auszeichnung werden auch Ihre Verdienste anectannt" und den Schluß macht der nicht minoer bekannte Appell: Unterstützen Sie mich als bewährte Mitarbeiter auch ferner, denn nur so :c. :c." Hierauf Ecr.le, welchem Tyras. der bisher in feinem gewohnten Winkel nahe dem Kamine geträumt hatte, ebenfalls beiwohnt und sich als verständnißvoller Reichshund nur von denen streicheln läßt, die minbestens ein Gehalt von 3000 Gulden beziehen. Dann ein Verbeugen hin und wieder, die Gefühlskomödle ist zu Ende und der Herr Hosrath zieht sich mit seinem Präsidialsecretär in das Arbeitszimmer zurück, freilich nicht um zu arbeiten, sondern nur um Gefühle und Meinungen auszutauschen, Vlst te.ikarten mit dem konventionellen Esels ah? zu mustern und haufenweise ringe langte Briefe und Telegramme zu lesen und theilmeise zu erwidern. Dazwischen immer neue Besuche, Te putationen, süßlich-triefcnde Redens arten, hohl wie die Köpfe derer, die sie sprechen und die alle schließlich dem Helden des Tages selbst langweilig werden, wenn er eZ auch nicht merken läßt, denn schön ist der Weihrauchduft doch, wenn er auch lm Ueberman Kops schmerzen verursacht. Der erste Tag eines solchen hosräthlichen Daseins ist mcht leicht, aber Würde macht Bürde" meint sauersüß lächelnd der Herr Präsidialsecrctär, der gleich einem Schmetterling seine Hofrathsblume in jicr liehen Windungen umgaukelt. . Spätabmd ist'S für die obern Zehntausend, vorgerückte Nacht für die misera contribuens plebs. Wir finden den Herrn Hofrath in seiner Wohnung, nachdem ihn feine letzten Tischgäste verlassen hatten, und im Begriffe, sich in . ... II I T Vati luoio zuruazuzieyen, denn noch hat er nicht das Bedürfniß zu ruken. auch drängt der nimmermüde Geist nach Sammlung. Und so setzt er sich an seinen Schreibtisch, zündet sick die selbstgedrehte Eigarette an und über denkt no.chmals den beutigen Ehrentag r rv .. seines noens. oylgcsaUlg entfaltet er daZ große Diplom, welches in dem bekannten vormürzlichen Amtsstyl seine Ernennung bekanntgibt, denn er hat damit ein Ziel seiner Wünsche, freilich nicht das Endziel, erreicht und sein (?firrtii nnA stirt-vimrt5?i"?fitA iyVVtj t. iivuf tiyvtHitVU, Was ihm an Kraft der Jugend 'ab geht, ersetzt er durch Zähigkeit des AlterZ. Von Pike auf war er die Stufenleiter der Beamtenlausbabn binan gestiegen, schneller als Andere, kennt. nlereicher, geschmeidiger iinö diploma tisch im.Umgange milMenschen, die.
schroffe Charaktere nicht lieben und
deren Schwächen er seinem persönlichen Vortheile nutzbar zu machen wute. Er war ein Achtundvierziger-Student und Freigeist gewesen, aber t höher seine soziale Stellung wurde, desto mehr ver. blaßte die revolutionäre Farbe, bis sie endlich ganz verschwand und auch er angekränkelt wurde von zenen aehaltlosen Prinzipien einer Gesellschaft, die nur oem cyeine icoi. Anfangs wollte er sich's nicht einaesieben, daß er damit eine bedenkliche Schwenkung mache, aber er entschul digte sich damit, daß er mit den Wölfen heulen müsse. Dann hörte er, wie in diesen Kreisen freiheitlich gesinnte Geister den Narren gleichgestellt wurden, und er schwieg, da ihn seine Stellung immer enger und fester an diese Gesellschaft band, bis ihm eine Rückkehr zu seinen Idealen unmöglich ward. Noch dachte er hie und da an dies Par'adieZ, aber der Erfolg seines Strebens in dieser impotenten und doch herrschenden Welt des Scheins berauschte ihn und nahm ihn gefangen. So wurde cr wie alle die andern ..alat ten Herren, glatten Frauen, mit weisen höflichen Manschetten" und nun ist er Hofrath" und kann seine Idealnuirnen unter einer goldgestickten Uni form begraben. Nun gehört auch jener farblosen Phalanx an, welche den starren Konser vatismus aus ihre ahne geschroben hat. Jetzt erst fühlte er, wie er so ganz ein Anderer geworden, schmerzlos und unbewußt, freilich gegen feinen cinstigen Willen, aber dafür ist er ja Hofrath". Es lebe der conventionelle Er. folg, der sich an die leere orm knüpst. selbst wenn ihm die Familie zum Opfer gebracht werden muß! Bah! statt einer Familie hat man mehrere, die weniger Sorgen machen, man lebt ja in dem grand monde UNO nickt ZU Hause, man muß repräsentiren, stattren, prüsidiren, Politisiren (natürlich streng regierungsfreundlich und dyna stisch-hyperloyal) das ist die Signatur jeder Großsüchtelei treibenden Gesellschaftssphäre. die der Allgemeinheit wie dem einzelnen Individuum ihren Kainsstempel ausdrückt; mnndus vult decipi, ergo decipiatur. Alles dies überdachte der Hofratb un manchmal schüttelte er selnen ergrauten Kopf, denn in seinem Innern schien das Facit doch nicht zu stimmen. Die Form nur die Form! An ihr lag ihm Alles, ihr opferte er Alles. So hatte er sich einst die meinen entfremdet, vielleicht auch wurden sie ihm mit einer gewissen Absicht, welche sich so gerne unter der Maske falscher Freundschast verbirgt, entfremdet, und am Abend seines Gebens stand er vereinsamt da. Wo wlyen feine Kinder? Hinaus in die weite Welt, da und dort schlecht und recht lebend er hörte je weniger, je lieber von ihnen. Seine Erziehungsmethode hatte fehl geschlagen, seine Beglückungstbeorie von einem standesgemäs'.en, überglänzenden Verkümmern in irgend einer Beamten carriere schlechte Früchte getragen, der einstige Freiheitsdrang ihres.' Vaters war aus die Söhne übergegangen. Aber cr kennt diesen Freiheitsdrang diesen Firlefanz nicht mehr, und da cr ihn nicht mehr zu unterdrücken ver mag. weiß er ihn zu verfolgen. Zu sehr gewohnt an die Schmeichelei und bedingungslose Unterwürfigkeit seines Beamtenheercs, fühlt er sich durch die Opposition eines Einzelnen im eigenen Hause tief verletzt, und darum kann er verzichten, ja er muß denn die kon ventionelle Lüge der Gesellschaft fordert cS gebieterisch. Und er beruhigt sich damit und läßt sich aller Verpflichtungen gegenüber den Seinen feierlichst los sprechen. Auf dem Schreibtisch liegt ein Brief seines Sohnes. Er kennt die. Hand schuft, er weiß, was dieser Brics enthalten wird, denn ein halbes Dutzend vor diesem gipfelten in dem immer glchen Wunsche, daß sich dem Vergessenen das Vaterherz wiever zuwenden möge. Gerade heute." murmelt der Hofra'th. indem er den Brief bei Seite wirft er läszt ihn unerönnct. wie er die ande ren unbeantwortet ließ. Kämpft dabei nicht doch eine Regung ,n seinem In nern? Das martige. farfgezeichneti Antlitz mit den entschlossenen Augen läi nichts lesen von Verzeihung. Ver zeihung einem Kinde, das leichtsinnig Streiche machte, indem es eine von Knechtseelcn ersonnene Beamtenlauf bahn sich muthwilliq verscherzte unc schließlich Korridi! dictu! jener freiheitlichen Bewegung in die Armt warf, die eine Besserung der heutigen Gesellschaftsordnung aus ihr Programm gescyrleoenk vergessen und vergebend Er kann es nicht, heute schon gar nicht, denn .er ist Hosraty geworden!" i. Kannibalismus. Grausige Tage haben drei Matrosen des untergegangenen norwegischen Vollschifss Thella" aus Tönsberg hinte, sich, die an Bord der dänischen Bar! Hermann", Kapitän Andersen, ir Eurhaven eintrafen. Diese drei Ma trosen: Ole Andersen aus TönZberq. stt-itn r r, r . viynniun juirnar ucooscn aus lign stiansund und Alexander Johanssor aus Fiskerbekskilde berichten laut dem Euxhavcncr Tageblatt": Thekla" be. fand sich auf der Reise von Bbiladel. phia nach Havre mit einer Ladung Pe. troleum. DaS Schiff wurde durch starke Stürme schwer leck, so daß di, Mannschaft sich entschließen mußte, cö zu verlassen. Dem Kapitän und acht Mann, gelang es, das Schiff im Bool zu prlasscn; die anderen Böte wurde beim Aussetzen zertrümmert; so daz neun Mann an Bord blieben, die sich in den Fockmast retteten. Besahn- unc Großmast waren gekappt worden. Nah. rungsmittel hatten sie nicht; das Schiff trieb fortwahrend unter Wasser. Fünf Matrosen sprangen nach und nach iw Wahnsinn über Bord ; vier Leute blie den übrig; der vierte war ein Hollän der. Diese hielten sich vom 22. Decembe,
bis zum 7. Januar ohne weitere Ray rung als .den Thau, der sich an dcu Raaen und an dem Mast ansammelt und den sie ableckten. Am dreizehnter. Tage erbot sich der Holländer, sein Le. den für die Anderen zu lassen. Dieö wollten die Anderen nicht annehmen. eS sollte vielmehr daZ LooS geworfen werden: seltsamer Weife traf es den Holländer. Run wurde dieser getödtet und sein Blut aufgefangen; davon ha. den sich die drei Ueberlebenden genährt: Inzwischen waren den Unglücklicher schon vier Schisse begegnet, ohne sie zu bemerken. Am 7. Januar bekam di dänische Bark Hermann" daZ Wracl auf Grad 29 Fuß Nord-Breite und 22 Grad 46 Fuß West.Länge in Sicht
dieselbe glaubte zuerst, cZ sei ein Dam pser, hielt aber endlich doch daraus zu und schickte ein Boot ab, das unter vie len Schwierigkeiten die halb wahnsin' nlgen vcute lettetc. Das Wrack war voll 'Wasser, mi! aufgesprungenem Deck. Die Leute er hielten, nachdem Hermann" sie 'i (5uxhaven abgefetzt, vom fkandinavi fchen Consulal neue Kleidung; dn Schwede, welcher noch nicht wieder zu rechnungsfähig war, wurde dem Cux havener Krankenhause übergeben. Höchstes Lob verdient das Verhalten des Capitäns Andersen, der nicht nur mit riesiger Anstrengung die Leute ret tete, sondern sie auch an Bord seines Schisses ärztlich behandelte und den völlig iZrschöpsten in vollem Sinne dei Wortes das Leben und den Verstand zurückgab: als er sie ausnahm, konnten sie sich nicht bewegen und waren halb irrsinnig. Ueber das Schicksal der übrigen Mannschaft, die sich, im Boot rettete, ist bis setzt nichts bekannt ge. worden: anzunehmen ist wohl, daß u umgekommen ist. Eine aus Hain bürg eingetrossene Nachricht bestätigt die grausige Meldung mit dem Hinzu fügen, daß die drei vom Wrack der Thellck" geretteten Matrosen in Cur haven wegen Herübten Kannibalismus verhaftet worden sind. - Die Katzen Nevolutiou in Chefter. Kurz nachdem Napoleon nach St. He lena abgegangen, waren in der Stadt Ehester an allen Ucken der Straßen An schlagzettel zu lesen, worin es hießt' Eine große Anzahl achtbarer Familien sei ve reit, sich nach St. Helena zu begeben. Da aber diese Insel von der ungeheuren Menge der daselbst hausenden Ratten und Mäuse verheert würde, hübe die eng lische Regierung beschlossen, alle mözlr chen Mittel zu ergreifen, um sene aefäbr liche Plage auszurotten. Um das Un ternehmen desto rascher auszuführen, hieß es weiter, sei Unterzeichneter, der Au steller dieser Bekanntmachung, beauf tragt, einen hinreichenden Vorrath von Katzen in der kürzesten Zeit aufzutreiben, cmnach erböte cr sich, 16 Schillinge rr an k . . e V . v w.j sur einen gesunoen grossen a tcr, zehn Schillinge (10 M.) für eine kr Wachsens weibliche Kafe, und eine halbe Krone für ein mngeö Katzchen zu zahlen. .das nur laufen, Milch trinken und an einem Drahtfaden zerren könnte. Zwei .age nach der Verbreitung dieser Amei ge sah man in Ehester zu der festgesetzten Stunde eine große Menge alter Frauen mit ihren Kindern und Enkelinnen her beikommen, die Aue mit Katzen vollge stopfte Säcke herbeitrugen. Die merk würdige Prozession hatte bald alle Gas sen und Straßen eingenommen, rnifr be vor eS Nacht wurde, waren wenigstens dreitausend Katzen in der Stadt Ehester versammelt. Ueberall hörte man das klägliche Gewinsel des eingesperrten w . aeengesaziecyis, oas sicy nach der in den Anschlagszetteln bezeichneten Gasie bin bewegte. Die Gasse war eng ; alle da hin tranöportirten Katzen brachen aus einmal in ein fürchterliches Miauen aus. Je mehr die Sacke wegen deS beschränk ten Raumes an einander gedrückt und gestoßen wurden, desto heftiger erscholl das liauen von innen heraus : das Ge schrei der Frauen und Kinder mischte sich bald in das Katzenconcert ein, und das anhallende Gebell der Hunde bildete den Baß in dieser lieblichen Harmonie. Elni ge von den Katzenhandlerinnen, die sich durch ihre Nachbarinnen etwas beengt fühlten, warfen ihre Säcke ab und singen an, sicy zu voren, wozu dann die gesan genen Katzen die KriegSlieder miauten Nun wollten auch die Gassenjungen der auten Stadt Ckester n!ckt miiki ,i,s,s,,n i.i n ' " ' r " M 0171 sie rissen daher alle Säcke auf, aus denen dreitausend wüthende Katzen heraus sprangen, die mit ihren wildcn Krallen über die Schultern und Häupter der Kämpfenden schonungslos hersielen. Die ewohner der tadt standen an den Fen stern und ergötzten sich an dem Schau spiel. Unsere Katzen sprangen aber bald nach den Balkons hinauf, erstürmten die Zimmer, zer chlugen die Scheiben, und plünderten und verheerten, was ihnen in den Sälen nur im Weae stand. Die aufgescheuchten Hunde mischten sich auch noch in dies halllose Treiben ; die ganze männliche Bevölkerung von Ehester grifs endlich zu den Waffen, um dem Unwesen ein Ende zu machen ; und noch waren i rp leine zwei runoen vcrswssen, als man fünfhunderte Zkadaver den Fluß hinab r . . r . r rrs r. . r-i r gieuen sa?. er uorige yeil oer-revo lutionaren Partei hatte bereits die Stad geräumt, wo sie die Spuren ihres Kam pfeS auf den von ihren Krallen zerfleisch ten Gesichtern mancher Frau, und all Ehrendenkmäler mehrere Haufen von r , ret r r -r' zerorocyenem isescylrr zurückließen. Vor der Börse: .'Die Ge schäfte gehen miserabel!" WaS Sii r . . äC V f m - nicyr sagen:" eios! unsere Mil livnare verarmen, rieultcb war ich be Baron T. Als ich an einer halbgeöffne i o- r . . r-t ? . fr-. 1 len yur voruoetging, ja? icg cic &an nin und ihre Tochter. Denken Sie nur, die Armen spielten Beide an einem Kla vier !" Nach dem Kammermusik siin frr öSfcnt filrrftM-fi A sri UV(ilv . Vi-n t.. j)vy fu.kyibt.iiy. W anderer sagt p ihm : Sie scheinen sich nicht sonderlich unterhalten zu haben ?" Ganz und gar nicht !" Weh halb besuchen Sie dann überhaupt Kow zerte?" Aus Vergnügungssucht. Denn nichts gleicht dem Vergnügen, einen Komertfaal verlassen zu können.'
Der neue Kammerherr.
Im Audienziimmer des Mirsten von Eberstein befanden sich nur zwei Per onen: Der Hosmaler Reinhard und der Registrstor Schwemmlein. Reinhard war -eine richtige Künstlernatur, er hatte eö daher mit seiner Toilette wenig genau genommen. Der Frack schien noch von seinem Großvater zu stammen, die Cravatte war verschoben und die weißen Handschuhe eine Rummer zu groß. Er wollte des Fürsten Urtheil überdie neueren Wandmalereien im Gartenpavillon entgegennehmen. Negistrator Schwemmlem dagegen war ein Muster von Eleganz. Als langjähriger Hofbeamter hatte er stets den hostählgen Anzug sauber im Spind hängen, tund die Frau Registratin wachte mit Argusaugen über denselben. Der gute Mann erfreute sich einer großen Klnderschaar. und neuerdings waren nun noch ein Paar Zwillinge hinzugekommen. Das vertruq fein Budget nicht. Nachdem er bei seinem Vorgesetzten vergebens um Gehalts:rhö'yung petitionirt hatte, beschloß er, ine persönliche Audien.; beim Fürsten .lachzusuchen. Beide hatten eme halbe Stunde gevartet, als Baron v. X. erschien, der .ieue Kammerherr des Fürsten. . Nachem er Jahre lang auf Reisen gewesen z?ar, hatte er sich erst vor wenigen Ta zen bewegen lassen, in den Hosdienst zu treten. Meine Herren," sagte der Kammer Herr, der Zweck Ihres Kommens ist mir ja aus Ihren Audienzgesuchen bekonnt. Der Fürst ist heute ein wenig unpäßlich und kann nicht erscheinen. Trotzdem will ich sehen. Ihnen eine zweite Audienz zu sparen. Warten sie noch einige Minuten, und ich überbringe Ihnen den Bescheid des Fürsten." In der That kehrte der Kammerherr bald zurück. Se. Durchlaucht," wandte er sich in den Hofmaler, laßt Ihnen sagen, )aß er vorläufig Ihren Wunsch nicht :rfüllen kann, er schickt Ihnen aber hier ein Geschenk von 50 Mark. . Und ehe der verblüffte Maler etwas :rwidern konnte, hielt er schon den Fünfzigmarkschein in der Hand, wäheend sich der Kammerherr an Schwemmlein, den Bater des Zwill'.ngSpaares, wandte. Ihnen, mein Herr, läßt Se. Durchlaucht die vollste Befriedigung über )hre neueste Leistung aussprechen." Unter allgemeiner Heiterkeit klärte ich dann das Mißverständniß auf. Um das NhinoeeroS zu seyen. Mein Herr, können Sie mir nchi sagen, wie ich zum Rhinoceros .'omme?rU kj Da geh'n Sie nur g'radeaus. und dann Iin:s um dieae. Dank' schön!" mri Hoppla!" ,. Sie Rhinoceros!!!" Ganz einfach. A kommt zu seinem Freund und frägt ihn, ob er französisch könne er hätte einen Brief zu schreiben. O, das ist ganz einfach," sagt dieser ; zum Beispiel heißt: ÜQUtsills Flasche, ITromage Käse, ami Freund und mit den andern Wörtern machst Du S gerade so !" . Der blasse Neid. HauS frau zum. Dienstmädchen: Und das sage ich Ihnen ernstlich, Mmna, den Umgang mit Soldaten kann ich nicht leiden!" Ach. Madame, so reden Sie ja blos, weil Sie man 'nen Zivilisten zum Mann haben!" V
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Der Magen.
er Gesunde menicklickc Maaen ent hält, wie jedes krästige Ausstoßen lehrt, katZ Sll?r Oitfl nN iH3 11111 lUVIV -.Ui UUll Gase; schon durch Verschlucken der Schaumblascn des . Speichels kommt Luft in den Magen. Diese Luftmassen erleiden dort aber stets Veränderungen, indem das Blut den Sauerstoff aufnimmt und dafür Kohlensäure wieder abgibt, so daß man in, beschränktem slnne von einer Magenatymung sprechen darf. Aber auch im Magen selbst können sich Gase bilden. Mit jeder Mahlzeit werden ja eine Menge zersetzungSsaylger fslot und auch Keime genug eingeführt, die bei der günstigen Bruttemperatllr des Körpers'Gelegcnheit zu Zersetzungen geben, sobald die hemmende rast des Magensastes, in erster Linie der Salüäure. fehlt. Allerdings ist diese in einem gesunden Magen immer in hinreichender Menge vorHanden, um fehlerhafte Währungen zu unterdrücken, indeß bei aewiffen Störungen der Verdauungsth'ätigkeit, z. B. bei chronischen Magenkatarrh, in bestimmten Fällen von Magenerweiterung. wo die Aussaugungsveryaitnisse des Maaens stark verzögert und die Verdauungsbewcgungen fast ganz stillstehen, können namentlich Hefepilze wie Dr. Franz Kühn erst neuerdings wieder bestätigt hat ungewöhnliche Gahrungsvorgange veranlassen, die nicht bloß mit ganz beträchtlicher Gasentwickelung verbunden sind, sondern auch brennbare Gase entstehen lassen, die sich entzünden,, sobald sie mit einer Flamme m Berührung kommen. Diese Gase enthalten nämlich nach den Untersuchungen verschiedener Forscher neben großen Mengen (buastoss und Kohlensäure auch Wasserstoff und in geringeren Vcengen Sauerstoss und zuweilen Spuren von Sumpfgas. Bei der Gegenwart von Wafferstoff und vielleicht auch noch verwickelter Kohlenstoffverbindungen ist es nicht verwunderlich, daß diese Gase in Berührung mit der Luft, z. B. beim Aufstoßen, unter günstigen Bedingungen sich entzünden, wie sie auch, künstlich unter Waffer aufgefangen, leicht brennen. Und in der That gibt es in der medicinischen Literatur eine kleine Anzahl von Fällen, wo solche Gase durch Zufall in Brand geriethen und so dem Kranken Gefahr brachten. Schon im Jahre 1864 erwähnte Professor Waldenburg einen Kranken, der infolge eines Magenleidens an starker Gasbildung im Magen litt. Ein Theil der aufstoßenden Gase schmeckte säuerlich und verursachte die Empfindung der Kohlensäure nach Weißbiergenuß, zeitweise aber hatten die' Gase 'auch ganz andern Eharakter. indem sie nach faulen Eiern schmeckten und rochen. Und dicfe Gase entzündeten sich bei Anwesenheit eines brennenden Gegenstandes außerordentlich leicht; wenn der Kranke eine Eigarre rauchte und b:i herannahenden Ausstoßm die brennende Ciaarre aus dem Munde nahm und sie in der Nähe desselben hielt, so singen die ausstoßenden Gase plötzlich Feuer und verpufften mit einer sichtbaren bläulichen Flamme, von der der Kranke auch in der Mundhöhle ein Brennen empfand. In einem anderen Falle, der von Dr. Popoff beobachtet wurde, wann die Gafe geruchlos und brannten, in einem Gefäß unter Waffer aufgefangen, im Dunkeln m.t schwach bläulicher Flamme, dabei hörte man oft 'ein Knistern, zuweilen erfolgten aber auch starte Explosionen, so daß selbst die Gefäße zersprengt wurden, wie auch der Kranke selbst sich oft Schnurrdart, Lippen und Nase versengt haben will, wenn er beim Anzünden einer Eigarre vom ' Aufstoßen überrascht wurde. Aehnliches erzählt Dr. Scott Orr von einem 70jährigen Mann, der schon seit Jahren an großer Säuremenge und Verdauungsstörungen und an starken Blähungen nach jeder Mahlzeit litt, die besonder's während der Nacht mit hestigen Schmerzen verbunden waren. Eines Abends wollte er sich seine Pfeife anzünden und gerade als er das Licht an seine Pfeife hielt, überfiel ihn die unfreiwillige Unterbrechung, die Gase singen Feuer und verbrannten ihm Schnurrdart und Lippen. Es gab eine , kleine Explosion, als wenn man etwas Pulver aufflammen läßt. Fünf bis sechsmal passirte ihm Aehn ,liches. Auch Dr. Beatson weiß von einem Mann zu berichten, dessen Athem eines Nachts, als er eben nach der Uhr geleuchtet hatte, beim AuSblasen des Lichts Feuer fing, so daß es einen Krach gab, wie bei einem Pistolenschuß, und seine Frau von dem Knall erwachte. , Auch Dr. Friedrich Schultze beobachtete. mehrere Monate hindurch einen Kranken, besten aufgestoßene Gafe sich an einem Streichholz, das man ihm vor den Mund hielt, unter lautem Knall entzündeten, wie wenn man eine gewöhnliche Gasflamme anzündet, wobei fußlange' bläuliche Flammen vor seinem Munde sichtbar wurden. Auch die Schaumblascn, welche sich auf der Oberfläche erbrochener Masten in reichlicher Menge bilden, waren mit brennbaren Gasen gefüllt ; führte man ein brennendes Streichholz dicht über die Blasen hinweg, so entstand eine Folge von puffenden Detonationen, wie ein Pclotonfeuer im Kleinen. Wie reichlich die Gasbildung unter Umständen im Magen sein kann, zeigt ein Fall, den Dr. Arnold bereits 3 Stunden nach dem Tode des Kranken zu seziren hatte. Der mächtig ausgedehnte Magen nahm fast die ganze Bauchhöhle ein und beim Anstechen strömten große Mengen Gas aus, die mit einer etwa halbsußlangen hellblauen Flamme brannten. Weiter sind vereinzelte derartige Beobachtungen. noch von Friedlich, Frerichs, Heynsius, Sandby. Naught bekannt. In neuester Ze'.t hat auch Dr. Franz Kühn, Assistent an der medizinischen Klinik des Professors Riegel in Gießen, ebenfalls mehrere derartige Fälle veröffentlicht. Dieser Arzt konnte auch
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):Mcfegährung als die Hauptursache solcher Gasbildungen im menschlichen VZagen. dessen andauernde Thätigkeit in besonderer Weise gestört ist, bestätigen. Dr. Kühn suchte auch Mittel zur Bekämpfung derselben ausfindig zu machen. Unter den verschiedenen gährungswidrigen Stoffen zeigten sich ohne sonstige schädliche ?!ebcnwlrkungen nur Salizylsäure und das Saccharin fähig, die Gasbildung zu hemmen. Die Salizylsäure war fchon in Lösungen von 0,0005 v. H. wirksam, Saccharin dagegen gab erst bei 0,05 v! H. Aussicht auf Erfolg. Da sich aber aus einem Liter Mageninhalt im Laufe einer Nacht vier Liter Gas entwickeln können, so bedarf e5 unter Umständen größere? Mengen (bii zu 0,01 Gramm Salizylsäure und 1.0 Gramm Saccharin), um Wirkungen zu :rzielen. Selbstverständlich sind auch hier regelmäßige Magenausspülungen zanz am Platze. CYinesische Bettler. Der Ostasiatische Lloyd schreibt über das Betteln in Ehina: Die Bettelei ist hier zu einer schönen Kunst ja zu :iner Wissenschast gediehen. Sich auf die Lehren des Buddhismus stützend, welcher das Almosengeben anempfiehlt, belagert der chinesische Bettler Stadt und Dorf in einer systematisch organisirten Weise, mit dem Resultate, daß er Krämer und sonstige Händler stets mit Erfolg angreift. In manchen Städten bilden die Bettler eine Zunft, welche unter dem Bettlerkönige" stcht,der vollständige Macht über seine Untcrthanen" ausübt. . Das Zahlen einer bestimmten Summe an den König" schützt den Laden vor den unliebsamen Besuchen seiner Untergebenen: andererseits unternehmen sie das Einsammeln ihrer Steuer von ein oder zwei Kupfermünzen mit einer Ausdauer und Unverschämtheit, die nirgends auf der Erde ihres Gleichen findet. Man kann die Bettler in Ehina in mehrere Klassen eintheilen: in solche, die in Abthcilungen von drei oder vi.- gehen; einzelne Bettler, welche entweder an einem bestimmten Platz oder umherziehend ihr Gewerbe ausüben, ferner in solche, die sich selbst Wunden zufügen, oder die mit unheilbaren Geschwüren und dgl. behaftet sind, und schließlich in Blinöe, deren Zahl Legion ist. Die Grenzlinien zwischen diesen verschiedenen Klaffen sind allerdings nicht immer scharf markirt, da eine Klasse in die andere aufgehen kann. Das Bcttlerhandwerk verlangt im Reiche der Mltte gewisse Vorbereitung: Viele beginnen dassclöe in frühester Jugend, und gewöhnlich fangen sie ihre Profession damit an, daß sie eine Anzahl von blinden Bettlern herumführen. Auch kommt es mitunter vor, daß Mütter ihren Töchtern die Sehkrast beiiehmen. so daß sie sich ihren Lebensunterhalt als blinde Sängerinnen erwerben können; auch die Blindheit mancher Bettler mag dieser Ursache zuzuschreiben sein. Viele andere haben zweiffellos ihr Gesicht durch eine Augenkrankheit. die in Ehina sehr allgemein ist und deren Heilung die einheimischen Doctoren fast gar nicht kennen, verlo ren. Am gewöhnlichsten ist der Bettler, welcher in Gemeinschaft mit mehre ren anderen, theils Männern, theils Frauen, die Straßen entlang zieht; sie sind zumeist blind und werden von eincm Knaben geführt. Ist der Krämer, dessen Laden sie belagern, gutmüthiger Natur, so mag cr ihnen ein oder zwei Kupferstücke zuwerfen, worauf sie sich entfernen. Ist er jedoch nicht geneigt, freiwillig mit dem Almosen herauszurücken, so müssen die Bettelnden eine andere Taktik einschlagen: sie belagern den Laden und ver suchen mit klagender Stimme das Herz des Krümers zu erweichen. Letzterer mag sich in wilden Flüchen ergehen, aber das schüchtert sie nicht im Geringsten ein, denn sie wissen, daß der La denbcsitzer doch über kurz oder lang nachgeben muß. Endlich kommt die Gelegenheit: es nähern sich Kunden, und sobald diese den Laden betreten, fangen die Belagernden mit erneuter Energie ihr Wimmern und Weinen an. Tcr Krämer, fürchtend, daß er einen guten Kunden verlieren könne, läßt sich endlich dazu bewegen, ein paar Kupfermünzen in die Körbe der Bettler zu werfen, die darauf abziehen, um dieselbe Taktik in dem nächsten Laden zu wiederholen. . Andere wählen eine stark besuchte Straßenecke, woselbst sie einen großen Bogen Papiers vor sich ausbreiten, ans dem sie mit rührenden Worten ihre klägliche Lage schildern; sie warten dann geduldig ab. bis Jemand vorbeigeht, der sich ihrer erbarmt und ihnen einige Münzen zuwirft. Die Ehinesen haben Furcht vor alten kranken Bett lern, denn sollte ein solcher an der Schwelle zum Hause sterben, so ist, nach chinesischem Gesetze, der Haus. ! besitze? verpflichtet, die Beerdigung? 'kosten zu tragen; auch würde, dem Volksglauben zufolge, der Geist des. 'Verstorbenen im Hause spuken. Ein He'ld Sie: Willst Du gleich mit in's Nebenzimmer kommen!" Er: Aber warum denn, liebe Emma?" Sie: Je nun, ich kann Dir doch anstandshalber vor unseren Gästen keine Ohrfeigen geben!" Er: Jaso, natürlich!" Natürliche Folge. Red. nerin (in einer Frauenversammlung): .Meine Damen, die Männer müssen gezwungen' werden, zu heirathen. We, von Ihnen, meine jungen Damen, gegen den Antrag ist, bleibt sitzen üue Fräuleins eryeoen sicy). In der Eile. Zeitung;, notiz: Als heute Mittag unser Chef redaktcur eben beschäftigt war, einen höchst schneidigen Leitartikel zu schrei. den, fuhr der Blitzstrahl in das e bäude und schlug ihm die Scheere auZ '.der Hand.
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