Indiana Tribüne, Volume 16, Number 151, Indianapolis, Marion County, 19 February 1893 — Page 6
2aS NachnUttagSschläfchel!
Humzreöke jii Hudcrt berle. Es wird bekanntlich nirgends mehr und fleißiger gearbeitet, als in den 23ii reaus der Behörden. Schuften- nen nen es diese Angehörigen der ehrsamen Schrciberzunft, welche ihrerseits im VolkSmunde papierne Tagelöhner" betitelt werden. Eine solche arbeitssame Gesellschaft, in Stärke von sechs Mann, saß seit Jahren in ihrem Amtszimmer gemüth' lich beisammen, stets eingedenk te5 schönen Spruches: Arbeit macht das Leben süß, Faulheit stärkt die Glieder.Morgens, wenn das akademische Vier tel vorüber war, erschienen die Herren einzeln in ihrem Büreau, die älteren schnaufend und stöhnend; denn das Zimmer lag im zweiten Stockwerk, und es mußte überhaupt schon eine Arbeit ocnannt werden, die steile Steintreppe hinaufzusteigen. Wenn nun die Herren Beamten vollzählig erschienen waren, was ollerdings erst reichlich eine halbe Stunde später der Fall war, ols man von oben hcrav"' bestimmt hatte, und iroi dem das Zuspätckommen mit einer Geldstrafe gesühnt werden sollte, so nahm der Stubenälteste, der Herr Secretär Bärenklau, die Zeitung aus der Rocktasche und las den andächtig lauschenden Genosse die neuestcn politischen Ereignisse vor. Hierüber cnt spann sich alltäglich eine hiige Tebalte, weil die Einzelnen den verschiedensten Parteirichtungen angehörten; ja es war schon vorgekommen, daß sich die feindlichen Lager wie die kämpflustigen Böcklcin gegenüber gestanden hatten, und einer dem andern gesagt hatt.', er wäre nicht werth, daß ihn die Sonne beschiene, und ein Esel wäre im Vergleich zu ihm ein Gelehrter. War dann endlich wieder Nuhe eingetreten, so ging Herr Bärenklau dazu über, die Städtischen Nachrichten" vorzulesen, und da waren denn wieder alle einmüthig der Ansicht, daß die Verhältnisse der Stadt nur eines Krähwinkels wärdj seien. Wir müßten zu sagen haden, dann sollte cs schon bald besser werden mit unserer Polizei, unseren Nachtwächtern, unseren Rcinigungsanstalten", so lautete stets der Refrain. Nachdem Herr Bärenklau nun sein Beiblatt zur Seite gelegt hatte, nahm er sein buntes Taschentuch hervor, wischte sich den Schweiß von der Stirn, er schwitzte thatsächlich in Folge der hitzigen Zeitungsdebatte; denn das ist doch auch eine Arbeit und dann griff er nach seinem belegten Buttcrbrod und begann eine neue Arbeit, nämlich er fing an zu essen. Da konnten natür lich die Uebrigen nicht unthätig zuschauen. im Nu fielen die Papierhüllun pen von appetitlich aussehenden Butterbrodcn und gleich darauf waren sechs Kauwerkzeuge m eifrigster Thätigkeit. Geistige Getränke wurden indessen dabei nicht getrunken, ich bemerke dies ausdrücklich, weil ein solcher Genuß strict verboten war und schärfste Strafen nach sich ziehcn konnte. Nur Herr Bärenklau genehmigte sich aus einem Fläschchen 'einige Schluck Eognac. Böse. Zungen behaupteten zwar, es sei aewöhnlich'er Nordhäuser, man könne dies ganz gut riechen, und wenn man dein alten Herrn ein brennendes Streichholz vor den offenen Mund falte, 'so schlage ihm die helle Flamme daraus hervor. Toch dem sei, wie ihm wolle, Bärenklau behauptete, er müsse Eognac zur Kräftigung seines schwachen Magens trinken, und daß er einen kranken Magen habe, könne man ja deutlich an seiner rothblauen Nase sehen. Nach dem Frühstück gaben die Ver heirathetcn gewöhnlich die Ereignisse der Familie seit dem letzten Abend zum Besten, was die beiden Amtsgenossen, welche noch Junggesellen und richtige Don Juans waren, zum Sterben langkeilte, und sie unterdrückten ein Gähnen nur aus Achtung vor dem fehlen den Haa? d:s Herrn Bärenklau. Waren nun die Familienverhältniffe in er schöpfender Weise behandelt, so banden die beiden Schmerenöther den Ehekrüppeln allerlei Liebesabenteuer auf, die sie wieder erlebt haben wollten ; sie konnten dabei stets auf ein athemlos horchendes Publikum rechnen, und dem eingefleischten Familienvater Bärenklau waren dabei verschiedentlich die Wort? entschlüpft : Ach, wenn man doch ncch einmal Junggeselle wöre !" Endlich gegen elf Uhr ging's dann an eine weniger angenehme Arbeit, die Federn flogen emsig über das Papier ; doch zog der Eine oder Andere es vor, mit einem Reservehute, der sich im Pulte befand, in einer in der Nähe liegenden Kneipe zu verschwinden. Es wäre auch allzugefährlich gewesen, wenn der Büreauvorsteher während der Abwcfenhett Einzelner in's Zimmer gctre ten wäre und bemerkt hätte, daß ver schieden? Hüte nicht an ihren Nägeln an der Wand hingen ; so ließ sich die Abwesenheit leicht damit entschuldigen, daß der Betreffende eben einmal ausge treten sei. Die Hundstage waren wieder einmal herangekommen ; Herr Bärenklau äußerte, wie in jedem Jahre um diese Zeit, eine solche Hitze hätte er noch nie erlebt, so alt er auch geworden se,, und die Uebrigen stimmten zu und wischten sich zur weiteren Bestätigung mit einem tiefen Seufzer den Schweiß von der Stirne. Arbeiten konnte man selbst verständlich bei einer solch greulichen Hitze besonders am Nachmittage nicht. Aber diese Zeit mußte doch auf irgend eine Art todtaeschlagen werden, und schließlich kam man auf den äußerst finnreichen Einfall, man wolle schlafen. Einer mußte natürlich wach bleiben, um aufzupassen, ob sich auf dem Gange der aefürcdtete schritt des Bürean-Borste tjerS hören ließe, i'.d um die Anderen dann sofort zu wecken. Um nun Keinen ungerechter Weiss um die woklver diente Ruhe zu bringen, ließ man das Loos entscheiden, wer Wachthabender werden sollte. Und die blinde Fortuna lieb gerade Bärenklau, der sich doch aus das Schläfchen am meisten gefreut hatte.
das Pech haben, diesen Posten versehen zu müssen. Mit einigem Murren und
Brummen erklärte er sich endlich hierzu bereit. Nach weiteren fünf Minuten entwickelte sich im Zimmer ein regelrechtes zchnarchconcert, und em Uneingeweiy ter konnte leicht meinen, er befinde sich in einer Sägemühle. Daß aber böse Beispiele gute Sitten verderben, konnte man auch hier wieder beobachten; denn es dauerte nur ganz kurze ISeii, ms Bärenklau 'den Schnarchenden in tief stem Baß accompagnirte. Sein Geist war zwar willig, aber der Gel t des Alkohols machte ihn schwach. Der Wächter hatte seine Amtsgenoffen und ich selbst in unverantwortlicher Welse einer Entdeckung preisgegeben litne stunde mocyie vcrno en sein. drinnen wurde fleißig weiter gesägt, als es plötzlich klopste. .Aber kein Herein önte dem Einlaßbegehrenden, nämlich dem Büreau Borsteher, entgegen. Stutzig gemacht, öffnete er leise die Thür, und mit grenzenlosem Erstaunen erblickte er seine Untergebenen bei ihrem unrühmlichen und stranälligcn Thun. Tann aber zog er die Thür leise wieder hinter sich zu, verfügte sich in sein Zimmer, warf einige Worte auf einen Zet tel, ging dann wieder in das Schlaf zimmer" und legte unbemerkt den Zct el aus das zunächst der Thür stehenve Pult des Secrctär-Anwärters Spule. Bollbelriedigt von seinem Thun, beugte er sich dann, in seinem Zimmer angekommen, von Neuem über das Zeiungsblatt; denn auch em Bureau Borsteher lebt nicht von der Arbeit allein. Aber was schreiben die Zeitungen in den Hunostagen doch für närri ches Zeug zusammen. Er gähnte. Der Eisenwurm läßt wieder von sich hören, las er. Als er den Bericht zu Ende gelesen, gähnte er noch stärker. Und da steht auch wieder eine spalten ange Abhandlung über die Seeschlange. Solchen Kohl zu drucken, es ist empö rcnd bei vieler Hitze, der Büreau Vorsteher rieb sich die Augen. nein, er kann das Gefasel nicht zu Ende brin gen, noch einmal blinzelte er, dann aber siel fein müdes Haupt aus die qrünüberzogene Tischplatte neben der Zeitung nieder, und der Büreau Vorsteher war eingeschlafen. Eine weitere halbe stunde mochte verflrsfen sein, als Spule plötzlich aufwachte und den Zettel vor sich liegen sah. Ihn lesen und die Uebrigen wecken, war das Werk eines Augen blickes. Bärenklau fuhr verstört empor und wollte sich erst einmal ordentlich recken, indem er die Arme nach vorn und dann im Bogen schnellen netz. Aber er war noch nicht damit zu Ende gekommen, als Spule ihn anbrüllte: Sie alter Esel, haben uns da eine nette uppe eingebrockt, Sie wollen vier Jc.hre Wachtmeister gewesen sein, Sie si'.id nicht einmal als Nachtwächter zu gebrauchen, ein Kindermädchen hätte beuer aus uns aufgepaßt als ie, sehen Sie her, der Bürcau-Borsteher ist hier gewesen, hat uns alle schlafend gcfun den, und hier schreibt er auf einen Zet tel: Eriuche die Herren, wenn sie ausgeschlasen haben, sich einmal in meine Stube zu verfügen." Was machen wir nun f Alle waren bleich vor Schrecken und nicht zum Mindesten Bärenklau im Vollbewußtsein seiner doppelten Schuld. Die beleidigenden Worte Spule's nahm er im Augenblick gar Nicht übel, er ver suchte sogar, sich zu entschuldigen; aber die Uebrigen schnauzten ihn an. er solle besser nach einem Ausweg aus diesem Dilemma suchen. Endlich meinte Einer: Ich hab's. Wir entschuldigen unS. daß wir nisolge der schrecklichen Hitze unwohl gewesen seien.' Kopfschmerzen gehabt hätten und plötzlich ohnmächtig geworden seien, und hier habe ich ja noch ein Flüschchen. mit Cssig, da neh men wir alle einen Schluck, und das nöthige, blaffe Aussehen kann nicht ausbleiben." Dankbare Blicke trafen den Rathge der, und nachdem der Essig mit den üblichen Gesichtsverzerrungen herunter gewürgt war.humpelten die sechs Kran ken, wob sie sich theils die Hand auf die Stirn, theils auf, den Bauch legten und ihre Züge so leidend wie möglich zu gestalten suchten, bis vor die Zimmer thür des Allgefürchteten. Halt", rief hier Spule, sehen . ... v r wl? erst einmal ourcy s qiUsseuocy. ob er ein grimmiges Gesicht schneidet." Scbmidt. der den vorzüglichen Rath gegeben, schaute hindurch, drehte sich aber im nächsten Augenblicke nach den Uebrigen mit den Worten herum : Donnerwetter, der Kerl schläft ja auch." Richt möglich,", riefen die Andern im Ehor. Ja, so sehen Sie doch selber." Und Alle überzeugten sich nach der Reihe, daß Schmidt Recht hatte. Wissen Sie was", meinte Schmidt nach einerPause, wir sind gerettet; un ter diesen Umständen war mein Plan mit dem Essig Essig; wir gehen jetzt Alle leise hinein, aber ganz leise, damit der Sanftruhende nicht erwacht und stel len unS im Kreise um ihn herum, bis er sein Schläfchen beendet hat, anhaben wird er uns dann wohl oder übel nichts können." Und dann huschten die Sechs fast unhorbar in's Zimmer. Eine ziem liehe Weile mochte vergangen sein, Schmidt hatte schon verschiedentlich mit dem Fuße gescharrt, als der Herr Bü reau-Vorsteher aus seinen Träumen von Seeschlanqen und Eisenmürmern emporfuhr und scheu und sich besinnend seine ihn umstehenden Untergebenen anstarrte. Herr Büreau-Vorsteher, ich wünsche Ihnen im Namen der anwesenden Her ren wohl geruht zu haben," sagte Schmidt einfach. Und ich wünsche Ihnen daffelie. meine Herren," antwortete ihm der An geredete, verlegen lächelnd. Sie kön nen auf Ihr Zimmer an die Arbeit -zehen, ade? ich bitte Sie, bedenken Sie,
daß es einen Paragraphen gibt, der vor Amt-geheimniß handelt!"
Der Cylindertausch. f f z . j1 KZZtM&M M ttib Im vollen Wichs hier sitzt Herr Fein, Die Liebste zu crmarten. Die Sonne brennt, sanft schläft er ein Im Bromenadcn-Garten. Ein Strolch kommt an, des Hutes GlanzLockt ihn mit seinem Scheine. Zerknittcrt und zerschlagen ist Höchst jammervoll der seine. Ein Doppelgriff, schon sitzt der Hut. Ter schone, auf meinem Kopfe. Der Jammerfilz o jerum! ruht vanft auf des Herrn Fern Schopie. Er ist erwacht, die Liebste naht Doch zürnend ging sie vorüber. So kam durch'die verruchte That Schnöde um ihre Lieb' er! Das gestörte Pienie, oder: wie Du mir. o idi Dir. Eine QcilZarmee-Weschichte In vier Bildern. I. &ym&mm , KT . - 4w&,r ' i --rrwyy'T. II. Ein vorsichtige r Mann. Arzt: Wo fehlt's?" Bauer: Zahn weh hab' i'!" Arzt: .Und deswegen lanen Sle mich eme Stunde welt her beibolen? . ffehlt Ihnen denn sonst nichts?" Bauer: Ja. schon ber was verlangen S' denn, wenn i' Ihnen Alles sag'?" Ein guter Kerl. Seid deut Abend recht brav, ttmder. Eure Mutter ist recht krank. und ich r-nnu in'ö WlrtdZhauSl
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Für unsere Frauen
Ulan tat die gelehrten Frauen lächerlich gemacht uud holte auch die unterrichteten nichr leide, wahr scheinlich, weil min e für u höflich lzielt. so viel' unaisseade Müane, beschämen zu lassen. S o eth e. Nur eine Frau. Wir weiblicken Wesen müssen wahr lich mit einer ganz enormen Menge von Zähigkeit und Ausdauer begabt sein, j wenn wir bei alle den ungerechten Hm dernlssen, den schier unumstößlichen Steinen des Anstoßes, welche uns hü den und drüben stets von Neuem vor die Fune gerollt worden sind und noch werden, nicht schließlich entmuthigt in dle iknle sinken und das Vorwärtsschrel ten entkräftet aufgeben. Wohl sind unsere deutschen Mitschwestcrn jenseits des Oceans gewohnt, auf unsere Ein richtungen als das Endziel allerFrauen bestrebüngen zu blicken, doch selbst dieses scheinbar so ungetrübt, wolkenlos heitere amerikanische rauenhimmelreich hat seine temporürenSonnensinstcrnisse, während welcher die Stadtlenker vor übergehend im Dunkeln herumtasten und unseren Blicken so- das Licht des Forlschrittes entzogen wird, an welchem wir uns noch eben erfreut hatten. Doch in Zeiten des Unglücks gewährt eS immerhin einen schwachen Trost, Leidensgefährten zu haben, und so müssen wir uns beruhigen mit dem Ge danken, daß es am Horizont der euro päisch'deutschen Frauenbestrebungcn noch gar viel mehr dunkle, mangelhaft erleuchtete Stellen, als bei uns giebt. Und die Damen drüben werden den Druck ihrer aufgedrängten geistigen Finsternis; weniger beschämend empsm den, wenn sie erfahren, daß auch die amerlkanische Fortschrlttssonne manch mal auf ihren eigensten Pfaden um kehrt und eigenhändig die Fackel aus-' löscht, die sie selbst entzündet. Zu unserer qememsamen ferneren Beruhigung sei es gesagt, daß sowohl hier wie dort nicht die mangelnden Fähigkeiten sind, welche die Frauen daran verhindern, dauernd im Reiche der Aufklärung zu verweilen, mit geistigem und körperlichem Auge das Licht zu sckauen und lbre Leistungen einer arel len Befeuchtung auszusetzen, sondern daß überall die Schuld an den verrätherischen schwerfälligen .Weiberröcken und den von der Sitte vorgeschriebenen Kleidern liegt, welche wie Bleigewicht ihren Ausschwung hemmen, sie auf der engen dunklen Erde festhalten. Denn an allen dcutsch-geistlgen Hlmmelspsor ten steht es zu lesen: Frauen ist der Eintntt verboten!" Und gelingt es kühnen Streberinnen ja einmal, die Wächter durch einen intelligenten Kopf, flammendes Auge, geschickte Hand, schwungvolle Rebe über die hinter männlichen Künstlermänteln oder Na men verborgenen Weiber Gewänder hinwegzutäuschen, so wird der Eindring lmg. sobald er von der himmlischen Herrenschaar doch als Weib erkannt. mit Schande und Spott verjagt, denn sehet, sie ist nur eme Frau" und wagt sich zu uns. Nachfolgende kleine Bei spiele mögen das Gesagte besser illu striren. Bor emlgen Jahren. befand sich aus einer Miznchener Ausstellung ein von weiblichem Pinsel gemaltes Bildniß; es war kein sehr großes Brustbild in bescheidenem Rahmen, aber vorzüglich wirkend, besonders reizvoll in der Farbe und genial angelegt uud behandelt. Zwei männliche Kunstjünger treten in den Saal, nachlässig hoheitsvollen GcmgeS, strotzend von berechtigtem stol zen Hochgefühl auf ihre großen kühnen Schlapphute und dle lang wallenden Nünstlerlocken. Ihr flüchtig an den Wänden entlang gleitender Muste rungSblick bleibt an jenem kleinen Bildniß hängen, sie stürzen darauf zu : Du, das ist gut! das ist famoS ge macht! der kann was. Wer ist es denn?" Man bückte sich aus den Rah men hinunter, man liest: Ach, nur eine Dame!" Ohne ein weiteres Wort ziehen sich d:e Beiden zurück; wie konnten sie sich nur von der gefchlechts losen Vortrefflichkeit eines Werkes ver leiten lasten, argloser Weise die Lei stung elner Frau zu loben, zu dewun deri. Doch jene arme Malerin, ein hobegabtes Geschöpf, lst an der unter drückunq und Nichtbeachtung von Sn ten ihrer männlichen Kunstgenossen und Kritiker zu Grunde gegangen! Sie war auch nur eme Frau!" Nicht viel besser erging cs einer an deren Künstlerin. Zu Berlin war ein ganz vorzügliches Bildniß einer Dame ausgestellt. Als nun die Kunstrichter zusammentraten, um über die Verthei luna der Medaillen zu bcschließen, er hob sich einer von ihnen und sagte: Ich meine, wir geben dem Wegmann eine Medaille für fein famoses Po trait !" . Allgemeine Zustimmung folgt dem Vorschlag. Da erhebt sich em an derer Herr und sagt mit spöttischem Gesicht : Meine Herren, werden wir ihm die Medaille auch geben, wenn wi: wissen, daß dleser Wtgmann nur eine Dame ist ?" .Natürlich nicht !" erwidern dle vorurthenSfrelen (!) uu parteiischen (!) Richter. Eine ganz ähnliche Geichichte passirte vor gar nicht langer Zeit in dem Kreise einer für hochaedildet und freisinnig geltenden deut chen Gesell chaft. ES war die Rede von einem Buch, daS die meisten kürzlich gelesen hatten, oder ae rade lasen und nicht genug zu rühmen und zu preisen wußten. Wenn man nur eme Ahnung hätte, wer daS ist. wie gerne möchte ich den Verfasser ken nen !" äußerte einer der begeistertsten Lobredner. DaS sollen Sie bald er sahren!" erwiderte eine anwesende Dame, e5 ist einer meiner Bekannten, die Schriftstellerin N. N." Wie, nur eine Frau ? von einer Frau ist dies Buch geschrieben ?" rief der eben noch funkcnspruhende Anhänger. Jyltm, daS kann Niemand von mir verlangen. da lese ich nicht weiter, da werse ich es gleich in die Ecke, nur von einer rau I" Und so urtheilen mt etva verein
zelte deutsche Männer! Auch in diesem Lande gibt es genug ungläubige Thomase, die ausrufen: Wer wird den aufgewärmten, alten, langweiligen Kohl lesen, das hat ja nur eine Frau" geschrieben." Und sollte sich unter dem oben bezeichneten Gemüse vielleicht doch gegen alle Erwartung etwas recht Ge nießbares, Gaumenrcizendes finden, dann beißt es sicher: Eine Frau hätte das auch niemals fertig gebracht, das hat sicher ein Mann geschrieben!"
Hingegen gilt es als ausgemacht, daß Niemand Anderes so schwülstig, unklar und unlogisch, ohne jedwede vernünftige und richtige Interpunktion zu schreiben im Stande ist, wie wieder nur eine Frau". Doch sollen, wie man mir er zählt, auch Zeitungen und Zeitschriften mit streng männlicher Besatzung eristl ren, an deren klassischem Styl die Leser, manchmal zu nörgeln haben, natürlich nicht die Leserinnen, denn wie würden diese eS wagen, ein Urtheil zu fällen, denn sie sind ja nur Frauen !" Nicht bester ergeht es uns rm taglichen Leben! Sind wir leichtgläubig, unge schickt, indiskret, unpünktlich, dann heißt es, nur einer Frau" kann so etwas passtren. Lassen wir uns selbst vom strömenden Regen nicht abhalten. unsere Freundinnen oder Vergnügungen aufzusuchen, dann höhnen die Männer nur eine Frau" kann m sol chem Wetter dem Amüsement nachlau fen!" Während notorisch sämmtliche Club und Gast-Häuser an regnerischen oder stürmischen Abenden geschlossen und verödet daliegen, denn welcher Herr wäre im Stande, in solchem Wetter dem Vergnügen nachzugehen? Im Ge gentheil.'die liebevollen Väter und Ehe manner betrachten eS als ihre schönste heiligste Pflicht, einmal den Kindern einige Abendstunden widmen zu können und' dann im traulich gemüthlichen Heim zu bleiben, wo nur eine rau" ihnen Gesellschaft leisten kann. Ja. wenn wir an all den Beispielen aus dem cocn seyen, wie yoq vie grauen von den männlichen Berussge nosten und Ehegatten geschätzt und ge lobt werden, dann erscheint cs uns doppelt unverständlich und tadelns werth, daß ein einziger Hagestolz an der Spitze dieser Metropole es wagen konnte, eme Dame aus dem Rathe der Schulväter zu entlassen, die darin nichts weiter verbrochen hatte, als nur eine Frau" zu sein, und hauptsächlich nur" den werdenden Frauen ihr wärmstes Interesse zuzuwenden. Oder sollte der Bürgermeister ausnahmsweise von den deutschen Helden der Städte Schilda diesseits und jenseits des Oceans die eine Hauptlehre profitirt haben, daß weiblichen Wesen alle, ihre Tüchtigkeit, Klugheit, Bildung und Verwendbar keit nichts helfen und nützen kann, so lange Männer im Rathe der Väter sitzen, die niemals, bei Sonnenschein oder Regen lernen werden im Weibe etwas anderes zu erblicken als nur eine Frau". Moderne Gedanken über Talent. Die Natur schenkt dir nur das Ta lent, die Anerkennung desselben mußt du dir erringen. Das Talent lät sich ebensowenig von Jedermann gerne loben, wie ta deln. ES bildet ein Talent sich in der Stille." Dieser Goethe'sche Satz hat einst gegolten, jetzt entwickeln sich aber die Talente unter Lärm und Reklame. Die Einbildung ist das Talent der Dilettanten. Wie vielen Kritikern fehlt das Talent der Anerkennung. So mancher Autor besäße sehr viel Talent, wenn all' das von ihm wäre, was er geschrieben. 9 Verkannte Talente sind nicht zu ver kennen.' . Talent ist wie die Sieb ein eigensinnig Kraut, Gar oft gedeiht es wild, doch selten wo man s baut. -Der Diamant. Der Diamant verbrennt in starker Glühhitze bei 700 bis 800 Grad Eel sius, falls ein ungehinderter Sauer stonzutritt möglich ist. Sonst bei Aus schlun der Lust kann der Diamant der höchsten Temperatur unserer Oesen ausgesetzt werden, ohne irgend eine Veränderung zu erleiden: wenigstens verhält sich so der farblo e Diamant. Der Versuch, durch welchen man diese Thatsache sür gewöhnlich erweist, hat keine Scywlerlgkeit. Der Diamant wird in einen kleinen hessischen Tiegel gebracht und fest m Magnesia emge ftampst. Dlesen Tlegel stellt man ,n einen zweiten, der mit eingestampftem Graphit gefüllt wird und setzt daraus das Ganze lange Zeit der höchsten Tem peratur eines Porzellanosenö aus. DaS naturhlftorlsche Museum in Wlen enthält emen Diamanten, den Franz I., der Gemahl Mana Theresias, mt Jahre 1751 dem Brennpunkte emeS großen Brennspiegels aussetzte. Der Diamant wurde, nachdem er einige Zeit dieser Procedur . unterlegen, innerlich und äußerlich schwarz. Allein bereits 1649 wurden auf Veranlas ung oSmuS in. durch Florentiner Akademiker zuerst Diamanten m einem arojen Tschirn hausen'schen Brennspiegel verbrannt. In starker Glühhrtze löst ich der Edel stem ohne Rückstand aus und verwan delt sich in kohlensaures Gas, wie eS durch Lavoisier entdeckt wurde. Ob eS möglich ist, den Diamanten, der ja reiner Kohlenstoff,- durch starke Erhitzung in Graphit überzuführe, ist zwar be hauptet, aber noch nicht endziltig be wiesen worden. Ein neuer Pel z kann einer ganzen Damengesellschaft warm ma Üen. .
Hoppla! Reiter'Tkizze von Mari Treuter.
Voppla! war der schneidigste Kürassierlieutenant der Garnison X. ' Im gewöhnlichen Leben nan"!e er sich Schmöttau, oder besser Udo, Reichs graf von Schmöttau auf und zu Schmörgendorf, Ströchwitz und Uen golsheim. Seinen hübschen Spitznamen ver dankte er einer Redensart, die bei seiner Eigenschaft als Kavallerist und passio nirter Vertreter des Rennsports sehr verzeihlich war. Hoppla ! nannten ihn seine Käme raden. Hoppla ! die'gestrengen Herren Vorgesetzten, nota bene, wenn sie sich außerhalb des Dienstes befanden, und Hoppla ! hieß er bei der ganzen Schwadron, überhaupt bei allen Leuten, welche ihn kannten. Die Person des Grafen büßte indes sen nur das Geringste an ihrer Autorität ein. Hoppla ! war in X. sprichwörtlich geworden. Man wußte viele Aneldo ten von ihm zu erzählen. Hoppla " hatte Gras Schmöttau ausgerufen, als er mit seiner Kleopatra beim vorjährigen Rennen den ersten Preis gewann, im wilden Ritt aber vom Pferde herunter weit über das Ziel hinausschoß und sich das Schlüssel dein brach. Hoppla!" entfuhr es ihm, als sein oberster Kriegsherr gelegentlich einer Truppenbcsichtigung ihn huldvoll' an seine Seite beordern lien. und Hoppla!" stöhnte er bei der Nachricht vom Tode seiner geliebten Mutter. Eines Tages fiel eS seinen Kameraden auf, daß Hoppla! nicht mehr der alte Hoppla! war. Nicht etwa, daß er plötzlich seine Lieblingsrcdensart außer Kurs setzte doch sein Hoppla!" klang icdt entweder gereizt oder sentimental. . Hoppla! hat Schulden," behauptete Rittmeister Brausig scherzend in seiner Gegenwart. Nein, seine Kleopatra hat den Spat," versuchte ihn Lieutenant von Schwerin noch zu übertrumpfen. Hoppla! rührte sich nicht. Ich hab's," schnarrte ein strohblon der Fähnrich, welcher den Vorzug be aß, eine lleme Durchlaucht zu sem, er ist verliebt." Hoppla!" machte Graf Schmöttau und sprang vom Stühle auf. Wen meinen Sie mit dem Er", Fähnrich von Schwarzenberg?" Die kleine Durchlaucht knlckte bei dem unerwarteten Angriff zusammen wie ein Taschenmesser, und seine wasser blauen Augen fuhren hilfesuchend lm Zimmer umher. Natürlich den Reichsgrafen Udo von Schmöttau auf und zu . Sie können doch nicht verlangen, daß sich der unge !cann bei der langen Titulatur oie Zunge zerbricht," erbarmte sich der öicke joviale Rittmeister Brausig des aollig lonsternlrten Fähnrichs. Die klemc Durchlaucht hatte übriaens sen Nagel auf den Kopf getroffen Hoppla: war verlleot.i Der Gegenstand seiner Anbetuna hieß Alice und war eine englische Schlmmelstate. Im Tattersall der Residenz halle er das entzückende Geschöpf gesehen und sem Herz an dasselbe verloren. Leider war seine Liebe hoffnunaslos. denn der Tirector des TattcrsaUs er ttarte dem Grasen, da Lady Alice, die :x nur in der Dressur habe, dem Besitzer um keinen Preis verkäuflich wäre. . Gras Schmöttau mute sich in das Unabänderliche fügen, indessen wirkte die traurige Gewißheit für ihn, der an Entsagung nicht gewöhnt und dem kein Vlnderniß zu hoch war, wenn cs aalt einen Preis zu erringen, entschieden versllmmeno. Seine üble Laune fand an der klei nen naseweisen Durchlaucht, welche zum ueversluv noch femer Schwadron zugetheilt war, eine willkommene Ziel scheide. Das hochgeborene Opfer zit terte beständig vor 'seinem Vorgesetzten, denn eS wurde bei dem kleinsten Ver eben ebenso gerüffelt, wie der tölvel hafteste Stallknecht. Eines Tages mußte - i . . . - . vle cvwaoron v einer Fclddienst Übung einen ziemlich breiten und stellen m:lse liefen Fluß passiren. Hoppla!" rief Graf Schmöttau und zetzte mit semem Braunen pudelnaß die Böschung hmaus. Seine Leute folgte. Plötzlich ertönten unter den Nach züglern Hilferufe. Ein Pferd hatte seinen Reiter abgeworfen, und dieser klammerte sich krampfhaft an den Hals des Thieres. Natürlich wieder der Schwarzen berg." polterte Graf Schmöttau und stürmte mit seinem Braunen wieder die Löschung hinunter. Bald aber be meilte er, daß die Situation im Wasser eine ziemlich gefährliche war. Das Pferd schlug heftig mit den Hufen und versuchte sich von der an seinem Halse hängenden Last zu befreien. Ein SchreckenSruf ging durch die tanttschaften. etzt sprengten auch der Rittmeister v!. i t : rtr. , UNS Sie uoilgen Offiziere yeroel. Loslassen! In des Henkers Namen' zassen Sie doch die Bestie los!" komman dirte Graf Schmöttau mit Donnerftim me. Doch in demselben Augenblick e - . ft. . .er m . . m . . .? . . lraf em VUfscyiag oea opf des Reiters, welcher ihn betäubte. Seine Arme hatten ncy in den Zügel verwickelt. Der Mann schien verloren. Da sprang Graf Schmöttau vom Pferde, in seiner Hand blitzte die scharfe linge skmes Taschenmessers. Hoppla!" keuchte er und war mit einem Satz im Wasser. Vorsichtig feuerte er auf das geängstlgte Thier zu. Da ein kräftiger Hieb, ein lautes wiehern! Das dc, leite Pferd rudert ln müHtgen Stöl.en mit einer stark blutendeil alsOttnoe dem Ufer zu. Bald darauf erreichte auch der kühne Aetter, von lauten Hurrayrufen be grüör. mit seiner fast leblosen. Bürde leri Land.
Die kleine Durchlaucht' ist mit' einem blauen Auge davongekommen. Als sie nach einigen Tagen und ei ner leichten Gehirnentzündung, die der Hufschlag des Pferdes hervorgerufen hatte, wieder zum Bewußtsein erwacht! war, ward ihr als erste Begrüßung ein Rüffel ihres gerade anwesenden Borge-
setzten, welche Liebenswürdigkeit aber, die alte Durchlaucht Vater mit einer hränenreichen Umarmung erwiederte. Theurer Freund, Retter meinesl einzigen Kindes," sagt der Fürst mit' vor Bewegung zitternder Stimme, ge statten Sie einem überglücklichen Vater Ihnen außer seiner unwandelbaren . Freundschaft einen wenn auch schwachen o doch greifbaren Beweis seiner Dank barkeit anzubieten. Nrijmai Sie das!" Er deutete mit der Hand nach einer os enen Thür, die ins Freie führte. Hopvla!" jauchzte Graf Schmöttau und machte einen Freudensprung. Vor der Veranda stand Lady Alice, die englische Schimmelstute. v?ine Fuhpartie über den Nhein. Von einer Fußpartie über den Rhein nach dem Niederwald berichtet man der Franks. Ztg." aus Mainz vom 18. Januar: In Massen zogen heute gar Viele an den Rhein, um den in Eis Erstarrten zu sehen; ich that dasselbe, nur setzte ich mich auf die Eisenbahn und fuhr bis nach Bingen, wo das Schau spiel doch ein ungleich eindringlicheres ist. Das Wetter war günstig; die Sonne sandte ihre Strahlen herab und die Lust war klar und scharf. In Bingen tst.es ia recht nett; aber ich hielt es für besser, hinüber nach Rüdeshcim zu wandern. Zu Fuß. Vor zwei Jahren war dies zum letzten Mal möglich, und Niemand glaubte damals, daß der alte Vater Rhein so bald wieder Tausense von Menschen ans seine Eisdecke nehmen müßte; denn vor 1891 war er zehn Jahre offen aeblieben. Nun. die Bmacr. Rüdes heimer u. s. w. ärgern sich nicht dar über, werden dann doch wieder einmal ' ihre Hotels und Gasthäuser etwas be lebt und auch die klemere Geschäftswelt verdient ein wenig. Das will im Winter, wo sonst der Fremdcnzufluß aus bleibt, viel helfen. Je länger das Vergnügen dauert, desto lieber ist es den Leutchen. Vielleicht theilen sich darem auch die Bediensteten der Tra jectschiffe, die für gewöhnlich den Verkehr zwischen beiden Ufern vermitteln; die jetzt Arbeitlosen haben nämlich mit ' vieler Muhe durch die Schollen einen -Weg geebnet, mit Sand und Erde bestreut, außerdem aber mit Tannen ' bäumchcn abgesteckt. Wer diese freilich etwas holperige Passage beschreiten will, hat eine in sein Ermessen gestellte Gabein die aus einem Tischchen stehende Büchse zu spenden. worauf ihm das verbindlichste Dank'schen" cntgegentönt. Wenn man so inmitten des herrllchen Stromes steht. auf schwachem Boden zwar, aber sicher und ohne Angstgefühl, wird Einem doch seltsam zu Muthe. Es ist in der vierten Nachmittagsstunde und der Ne bel ist allmählich heraufgezogen; weit weit liegt der Rhein schneeweiß in Schollen da; vor dem Spaziergänger thront auf der Höhe die eherne Germa-. -nia des Niederwalds, unter ihr, nach links, liegt Burg RhemfelS und der Mäusethurm, und schweift der Blick , dann in der Richtung nach Mainz zu, so sieht man rechts hoch oben die neue Rocbuscavelle: unten aber, auf deS Äheines Grunde, da ruht der Nibelun gen Hort. (SirtfntfiA tnnTTt- rch in 5?ith5ftrn - V V f W V W 4 nur kurze Rast machen und dann den Rückweg antreten ; doch da dachte ich, daß eine Wanderung nach dem Nieder -wald gar nicht so übel wäre. Gedacht, gethan. Hinaus ging es ziemlich. Ich war der einzige Touiist, der an diesem Tage vor der ehernen Jungfrau stand. Ja, eS ist jetzt still hier oben," meinte der wachhabende Invalide, nicht .ein, mal Handwerksburschen, die sonst im, mer anrücken, ließen sich Montags und .Dienstags hier sehen ; heute freilich waren zwei oben, aber Engländer Amerikaner kommen jetzt nicht." Ich zweifelte nicht daran ; der Weg ist bebeschwerlich, trotzdem aber hat die Par tie auch im Winter ibre Rene. Wenn - man von der Höhe aus auf den Rhein hinabfchaut, dann nehmen sich die auf ihm wandelnden Menschen wie Zwerge aus und alles, Wasser und Land, scheint in ein einziges Eismeer verwan velt zu sein. Zwei Stunden hatte die Wanderung gewährt und der Schatten des Abends lagerte über dem Rheine, auf dem auch mit Pferden bespante . Schlitten dahinjagten, als ich wieder nach Bingen hinüberging. Es war stiller geworden ; hin und wieder be ctPfrpp mir p'm 9lrh?iter hr tfntVita Vb V W t V des Rbeins seinem Taaewcrk nacbae . gangen und nun dem heimathlichen Herde zustrebte. Rechts und links rag ten aus dem Dunkel die in den Strom angrenzenden Häuser aus ; sonst war nichts außer der umgebenden ungeheu ren Fläche zu gewahren." Ein braverMann ist der Richter Woods im Staate Tenneffee, welcher seine Grand Jury instruirte,keine Anklage wegen Diebftahl einzu bringen, in Fällen, wenn arme Leute Kohlen gestohlen haben, um sich gegen die herrschende bittere Kälte vor dem Erfrieren zu schützen, da er solche An klagen zurückweisen würde. Beides. Herr Kohle: Haben Sie schon gehört, daß unser Verein demnächst einen Ausflug unternimmt?" Dame: So, per Wagen ode? per pedes?" Herr Kohle: Per Bcedes!" Geht ihn nichts an. Aber Mensch, wie kannst Du denn mit so einem zerrissenen Rock über die Straße gehen!" Wieso, denn? Ist ja gar nicht meiner! Macht der Sewohnheit. A (am Arme seiner dritten Frau dS Standesamt verlassend): .So, dsL wär' 'mal wieder gefcheh nl"
