Indiana Tribüne, Volume 16, Number 144, Indianapolis, Marion County, 12 February 1893 — Page 3

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e. Scarca v:?. Agsej Hatter. (2. Fortsetzung.) IV. Tie K lause war eine alte Besitzung der HeydenS in Ostpreußen w der Nähe deZ Frischen Haffs Einst, zu ' den Glanzzeiten des Geschlechtes,! chatte be deutender LanderbesiS dazu gehört, aber das war lange her.. Heute . gehörte ihnen so viel Wald und Feld, das die llte Frau von Heyden in anständiger Unabhängigkeit leben konnte und im Stande war. ihren Söhnen eine gute Zulage, zu geben. Tiner von ihnen sollte später die Besitzung übernehmen, aber das eilte nicht. Sie sollten sich erst tüchtiz in der Welt umsehen,, ehe sie sich an die entlegene Scholle fesselten. Tort ginz alles feinen ruhigen Gang; der Jnspector. dessen Familie ebenfalls seit undenklicher Zeit im Dienste der HeydenZ stand, sorgte schon dafür, daß die alte Gnädige ruhige Tage hätte. Sie wurde verehrt wie eine Heilige von allen, die sie kannten, die alte Frau. Und doch kam sie schon seit fahren nicht mehr in' Torf hinab. An den Rollstuhl gefesselt, konnte sie rn schönen'Tugen nur im Gartm spazieren gefahren werden, oder hinab bis zu dem kleinen Friedhof ihres Geschlechts mit der alten, epheuumrankten Kapelle. Tie legten Heydens ruhten nicht Mehr in der dumpfen Gruft, sondern davor, unter den dunkeln Edeltannen, und schlichte Granitkreuze trugen ihre Namen. Ter letzte in der Reihe war der ihres Gatten, dem sie mit leidenschaft licher Liebe angehangen hatte.' Nach feinem Tode hatte sie die schwere Kran! heit durchgemacht, von der die theilweise Zähmung zurückgeblieben war. 'i Wohl hatte das Schicksal in das Antlit; der alten Frau ernste Furchen gezogen, aber, auf ihrer Stirn thronte der Friede, jener strahlende Friede, den das Bewußtsein dringt, eins zu sein mit Co!t. Und wer immer sie aufsuchte um Rath und Hilfe in geistiger und leiblicher Noth und solcher Bittenden waren nicht wenig , einen Strahl dieser - Himmelssonne nahm er mit sich. Darum kamen nicht nur die Armen,, auch die Gutsbesitzer der Nach- ; barschast verplauderten gern ein Stund- ! chen bei ihr, und gerade die jüngsten und lebensfrohesten Mädchen eiferten um den Vorzug, ihr die kleinen Liebesd tonte zu erweisen, die ihre Hilflosigkeit mit sich brachte. : Wie kann man mir so heiter sein, so 1 zufrieden und so voll Theilnahme an nderen, wenn man so unglücklich ist! meinten sie wohl. ' : . ;:;V';s? Glückliche Jugend! Du ahnst noch nicht, daF die wahre Freudigkeit erst kommt, wenn das Herz durchglüht ist von dem Feuer des Schmerzes gehäm- " ineri von den schweren Schlägen der Verzweiflung. Dann aber wirft der ' stählerne Spiegel nicht mehr nur das eigene ichsüchtige Bild zurück dann sammeln sich in ihm, wie in einem Brennglase, die göttlichen Strahlendes Mitleids, der , Barmherzigkeit, der Selbstlosigkeit und des Opfermuthes. Wohl muß es reines, edles Metall sein, das diesen Läuterungsprozeß durch- ' macht, unreines verpflichtet im Feuer, springt auf dem Amboß und wird auf den Schutthaufen des Lebens geworfen. Als Inge auf die Klause kam,' lag dort, wie Frau Kanten richtig vermu thet. noch fußhoher Schnee. - Das nicht , sehr große.-uralte Gebäude, das seinen 'Namen wohl nach einer nahen Klosterruine hatte, lag in dichte FrühiahrSnebel wie in Wittwenschleier eingewickelt Auf den Höhen des uralisch, baltischen Zuges, umgeben von alten, hochstämmiaen Buchenwäldern, ' sah es auf das Torf und die Aecker am Haff herab nicht in trotziger Ueberüebung. sondern - in liebenöer Wachsamkeit. Ueber dem Portal hing das alte SteinWappen ' mit dein Stern , über einer Wolke und der 'Inschrift: Per , aspera ad n?tra . durch 7 Nacht zum Llcht! Aus den Fenstern der kleinen, aber de baa'ichen Raume sah man auf das Hass hinauL. Jetzt freilich eine trübe wo gende graue Wassermasse, aber wenn die Apriucnne die Wolken durchdrang. dann alltzerte 'dahinter, die,L!Zacklge schneeweiße Dünenkette der' frischen Nehrung, und was dann dem scharfen Auae wit täzon wie iicter aesarbter Ho rizont erschien, waren die blauen Wellen derOstee. , , Stundenlang '. pflegten ? die beiden grauen an diesem Fenster iu sitzen und hinaus zu blicken in die Ferne. Frau von Heyden 'hatte ihre Gezelltchastenn für die Zeit ; von Inges Anwesenheit beurlaubt, und ,; so . kauerte , die junge Frau zu Füßen der Allen, ihr Haupt -an deren Schooß gelehnt, die Hände ae faltet und den Blick hinauszerichtet auf , .den blauen Streifen der trügerischen ,See.a'2Set!, sie so m ihren einfachen schwarzen Wollkleidern sitzen sah, hätte sie wohl für Mutter und Tochter halte können, denn auch auf Inges zartem Gesicht fing jener Strahl von oben zu leuchten an, oft noch durch Schauer der Thränen, Stürme der Verzweiflung, lber immer wieder und immer länger durchbrechend, wie die Sonne am Him mel immer siegreicher durchdrang durch die letzten Deckungen des WlnterS. Wohl pflegte Inge noch oft die Hände der alten Frau zu fasten und mit quälte? Summe ein; Mutter, rvarum? zu flüstern; aber diese hatte immer dieielbe Antwort: Ich weiß es nicht, Inge, aber Gott ireiß es. Seine Gedanken sind nicht unsere Gedanken und seine Wege sind nicht unsere Wege. Und wenn Jngebora ilaate, daß ihr Leben noch so lang, ihre Jugendkraft so frisch und ungebrochen sei, dann stieg ein mildes Lächeln in das Gesicht der Greisin und sie mahnte an den mien. linden Flügelschlag der Zeit, der auch een heesten Schmerz kühlt. Und bis dahin? . Per aspera ad astral Du bist ein

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Heyden der Gesinnung nach, ' nimm ihren Wahlspruch zur Richtschnur. So gewiß ich we iß, d aß di e S onne. die dort eben ' so blutigroth untergeht, Mvrgen wiederkommt in strahlender Klarheit, so gewiß weiß ich, daß ich die Verlorenen wiederfinde, um sie nie mehr zu lassen. Durch Nacht zum Licht, durch Kreuz zur Krone. - - Als die grundlosen Wege etwas besser, die Witterung etwas - milder wurde, mußte Inge manchen Botengang für ihre Mutter thun. Es zogen sich so viele Liebesfüden zwischen der Klause und dem Dorfe hin und her, es gab so viel zu helfen und zu sorgen für andere. Und die 1 Frühlingsluft,! machte sie so müde, wenn man jedesmal wieder den Berg erklimmen 'mußte, wo der Fuß noch versank in dem braunen Laub des Vorjahres und die Aprilsoune so warm auf die Buchenstämme siel. Todtmüde war Jngeborg am Abend und tief und traumlos schlief sie auch während der Nacht. , So konnte Hellmuth, als am 1. Mai sein Urlaub zu Ende ging, die -beiden Frauen getrost sich selber überladen. Frau Kanten wollte den Sommer mit Inge zusammen in der Klause verbringen und ihn trieb es mächtig zur Stadt Wie oft hatte er sich nicht in diesen Wochen; heimlich Vorwürfe gemacht, daß sein Herz nicht ganz , der Trauer um den Bruder gehörte! Aber 'im Wachen und im Traum fühlte er, wie sich zwei weiche Arme um seinen Hals chlanaen ' und eine ,. sue Stimme: Komme wieder, Geliebter! flüsterte. Er, der ernste, zurückhaltende Mann, wurde ylngermen von dem doppelten Zauber. den er in Eora von Waldaus impulsive Bewegung legte: er sah dann bic im gestume Zärtlichkeit des Kmdes, vereinigt mit de? liebenden Hingebung des Weibes. Ihr Herz war sem und da mit war jedes Gefühl des Zweifels, ob sie sich in die Verhältnisie schicken würde. gehoben. -"' Es gibt Männer, die den Reichthum hres Empfindens vor der Ehe verzet teln in kleiner ' Münze. Wehe der Frau, die von einem solchen Manne Brod verlangt er wird ihr einen Stem daiur aeben. Aber dreimal wehe dem Manne, der das lautere Gold j eines Herzens einem Mädchen zu Fü tzen legt, die aus picyem kojtvaren Schatz nur bildendes Sp'.elwert sur Hals und Arme machen will nicht ' tx r '.Hl' zenen gediegenen, aiieyrwurdigen Schmuck, der vererbt wird von Geschlecht zu Geschlecht, sondern nichtigen Ätodetand, l den das Heute gebiert und das Morgen tödtet. V. Eora von Waldau ging unruhig im alten Garten vor dem Kantenschen Hause auf und ab. Seit vorgestern war, Heyden wieder da, sie mußte ihn-sprechen, bald sprechen, und.dazu boten ihr voraussichtlich die nächsten Tage keine Gelegenheit. So hatte sie denn auf den ersten gewagten Schritt einen zweiten folgen lau en und ihm ein Brieschen geschrieben, in dem sie ihn bat, um sechs Uhr im Garten lemer Schwägerin zu lein. Tier liebe, thörichte Mensch war ja in seiner Idealität der unglaublichsten Dinge fähig! Wer stand ihr dafür, daß er nicht morgen zu ihrem Vater ging und in aller Form um ihre Hand anhielt Hochstens die tiefe Trauer um seinen Bruder hinderte ihn daran. , ' Eora stand ftlll und seufzte. , Es schien das Schicksal dieser alten Linden zu sein, daß sie über ängstlich schlagenden, Menschenherzen rauschen sollten, nur , spannten sie diesmal ,ihre zart grünen Zweige über ein Geschöpf, in deyen Seele gute und bole Kräfte noch ungeschieden tagen, wie die beiden Magnetismen in rohem Eisen. Tie ve'rtheilende Wirkung war noch der Zeit vorbehalten. - Eora von Waldau war ein Schoos kind des Glüa's. Schooßkinoer aber haben alle ', die gemeinsame Eigenschaft, liebenswürdig in Gesellschaft' und un liebenswürdig dahezm zu ' sein. Aus dem Spielzeug der Eltern wird mit den Jahren ein Tyrann, und 'die Lust am Herrschen wüchstbis man nicht nur dem Haufe, sondern auch dem Schlckial lerne Vorschriften machen möchte. ! Solchen Menschen muß der, Begriff Schicksal immer den Bcqrin Gott ersenen. Mit ersterem kann man hadern, und das wird kleinlichen , Naturen leichter, als ein ergebenes Sich-ügen. MCöra also had.erke mit ibrem Schick sal. Warum hatte es ihr diesen Mann in den Weg gestellt, den ersten, der alle Fibern ihres Seins vibriren machte in heißer Sehnsucht? j Etwa damit sie auf alle stolzen Träume von Reichthum und Glanz verzichtete, mit denen eine eitle Mutter und ein schmeichelndes Spiegel bild ihre Seele großgezogen ? Sie wollte doch wahrlich keine einfache Soldaten frau werden, die mit ihrem Manne von Garnison zu Garmon zoq, ihren Ju gendreiz auf den Eafinobällen von eurem ht..ven Dutzend Lleutenants be wundern ließ und dreimal in einer Saison dieselbe Toilette trug? Und nun mußte sie ihr Herz an die sen Hellmuth von Heyden verlierender sie mnführen wollte am einen geraden. schattigen Lebensweg, auf dem man in Frieden wandeln konnte, sich an dem Grün der Bäume und den wogenden Kornzeldern zu beiden Selten erfreuend Cora sah in Gedanken diese ebenmäßige. langweilige Lebensstraße und zuckte mrtleidlg die Schultern. Wenn sie ihn nur nicht so toll geliebt hätte! Damals, als sie von ihrem Vater erfahren, er bekäme einen längeren Urlaub, war sie an seinen Hals aeflon, getrieben von einer Macht, die X.. ' r ,,..;.' L . 44 war ais ne iv i, und deute, da sie ihn erwartete wie ungestüm klopfte chr Herz mcht! Da sah sie durch die Hecke am Wege üne Uniform schimmern, jetzt ging das VartenpfLrtchen und nun eilte sie )ie Allee hinunter, ihm entgegen, daß hrt hellt Frühiahrstollette um sie stat

,;!"lih!lr Vruft, : hörte den stürmischen Schlag eines Herzens, sah das Entzun ,n den ernsten Äugen er war d?ch der einzige, ver eiievte, in oenen virmen :e w yxat rergak, und mngenuen v 0N di eser spont anen Bewegu n g, flüsterte. ic seinen Namen, bis er die . . . . . , .- . . . . rr rl?en lpxen mir stammenoen seuzzen chloßZ,, r:-'y...ti Es dauerte eine ganze Weile, ehe sie aus ihrem Glücksrausch erwachten, ehe er das glühende junge .Geschöpf aus einen Armen nen. - Meine liebe, kleine Braut, sagte er. ind feierliche Rührung zitterte in feiner Stimme." Dann führte er sie zu einer Garten ank unter einem Iasminstrauch in der Nähe des Hauies. Die Knospen waren noch nicht erschlossen, 'aber das dichte Grün schützte sie hinreichend. Zudem war das Haus ja leer. i r -4 :,.-.. :i ' rrt . Min .'iauoerzyloß sur uns, ciico er. Wir wollen denken, eine gute Fee habe uns zuliebe die Menschen in Grasmücken , und Buchfinken verwandelt. Belauschen können sie unser Glück wohl, aber ausplaudern können sie es doch nicht. " , - "j"--'::.-Und sie schmiegte sich an ihn und achte, so zärtlich und süß wie ein Kind, aber,! aus. dem rosigen Gesicht strahlten yn em Paar heisie, verlangende freuer äugen an. . - : ;" Es fei! Für beute danke ich dem Zaubersiabe - der guten Fee aber morgen, Eora, will ich unserer Zukunft doch ; eine ! etwas 'solidere Basis geben. Sie konnte sonst zuviel Aehnlichielt mit einem Luftschloß bekommen, und sie soll doch ein wetterfestes Gebäude sein, das .- t '.".:'' . ! , . r uns quy uns yirm gteor aus zz benszeit. Morgen Vormittag komme ch zu Deinem Bater. -. V Erschreckt entwand ihm Eora ihre Hand und stand auf. . Ein 'Schatten war über ihr strahlendes Gesicht geflo gen. Hellmuth bemerkte lhn und deuete ihn aus seine Weile. ', Ja. Geliebte, sagte er. ihre Hand ergreisend und fast ehrfürchtig an seine Lippen druckend. Du muvt fchon ewige Wochen hindurch das Drückende einer heimlichen .Berlobung tragen. Wenn ich auch Deinen Vater schon heute in aller Form um Deine Hand bitten kann, , nie kann ', ich Inge und meine Mutter so schwer kränken, , in der tiefsten Trauer, meine Verlobung zu veröffentlichen. Ich hatte ja auch den ehrlichsten Willen, noch eine Weile zu schwelgen .... ft :Sg ' ,i, . :,: Aber da : warf sich Deine Eora Dir an .den Hals, wie. . : V V1 Wie uns ein großes, unverdiente? Glück vom Himmel herniedersällt. , Aber darum, Geliebter, meinte sie eifrig alle Ueberredung'auf ihren Lip pen, alle, Verführung m ihre Augen legen d, darum l aß u n s a uch wirklich heimlich verlobt sein, ' Niemand soll es jet wissen. Niemand als die alte Lin denallee ! . '?&$:y. Und Deine Eltern? Haben sie nicht das erste Anrecht auf DichMMKN Es klang sehr ernst; aber Eora legte ihre kühlen, schmalen Hände auf feine vorwurfsvollen Augen. i;. Gewiß, und mein -Vater soll Mich Dir geben in aller Form, Du überkorrekter Mensch. Er wird es mit tau send Freuden, denn Du bist ja sein Liebling. Aber neh, wenn wir es icfet sagen, wenn Mama es erfährt, die so ftreng über die Dehors wacht,, nicht ein Bierielstündchen werden wir allein sein, nicht einen Kuß wirst Du mir geben dürfen. Und dazu die rege Gesellig seit, der ewige Verkehr in unserm Hause, an dem Du Deiner Trauer wegen nicht theilnehmen kannst; den ich mitmachen muß ' o nein, nein, Hellmuth, gib nach, sei gut. . . . , , i.!,,!- : Sllyiiii,; Illltiiiiiiifeii 'y'iii Sie bog uch tief zu ihm nieder. In den großen Augen standen Thränen, und als fie den Kampf m feinen Zügen ah, da liefen biete fchweren Tropsen langsam herab und immer neue kamen und es perlte über das süße Gesichtchen wie duftender Regen vom sonnenstrah lenden Maihlmmel fällt. Und ich soll Dich also in den nächsten Wochen nicht sehen? ' M J Die Frage kam schwer und zögernd aus einem gepreßten Herzen. Eora fühlte den Sieg voraus, und sich innig an ihn schmiegend, flüsterte sie: Ich komme hler.'r, Geliebter, alle Tage, wenn Du willst, - ich habe solch uner meellcheS Vertrauen zu Dir. Nur noch eine kurze Zeit laß es so bleiben, wie es ist. ich kann es jetzt Niemand sagen, selbst nicht meiner MutkrlZßIHgiKDAz Es lag eine so leidenschaftliche In nigkeit in den letzten Worten, daß Heyden besiegt war. Sie hatte ja nicht ganz Uiirecht. der Verkehr würde für die nächste Zeit wirklich fehr erschwert M? , die Frau Oberstlieutenant liebte ihn nicht besonders, der Zustimmung d?s Vaters war er ohnehin sicher; und er selbst? Ihm war seine Braut eine Heilige, die er in den Altarschrein seines Herzens stellte ; je hingebender und vertrauender ihre Liebe war, desto sicherer und freier sollte sie sich in seinem Schutze fül?Uit:1-;Sp:i:: Es sei, Eora. Wieviel Zeit der langst Du?DW BMfWil Sie stand auf und schaute sinnend über den einsamen Garten ; in seiner Frühlingspracht. Dann bog si? einen der Jasminzweige herab, - die Knospen waren groß und weiß, aber fest ge schloffen. Sieh hier, sagte sie langsam, ein Regen und die Blüthen springen auf. So lange dieser Zweig weiß überschneit ist von ihrer Pracht, so lange will ich einen Tag um den andern hier auf Dich warten. Wenn sie abfallen.... Sie erschauerte, wie unter plötzlichem Frost, und schwieg. Wenn sie abfallen, dann schreibe ich meiner Mutter, sie soll ihre lieben Arme öffnen für ein neues Töchterlein. Also vierzehn Tage höchstens. vierzehn Tage, flüsterte Eora, vier zehn Tage. Und ihre Arme um feinen HalZ schlingend, fügte sie leidenschaftlich

' ii' i : ,! s ' 1 t "Ji V j! " ;' ' i ; "' 1 !l " ' V ' ' r 1 erte w:e d : e z l ugel ei ncs gronen, glan enden Falters. Ta lag sie an seiner

-i'i1 j-ri 'M ' . i r'1 ! i ! : f' ' 'i'iii!1!'! ''!:! d"n Mk''' !''!''v!li ff. ' 1 i M' ' y i hlNzuZI!!!Da,s, ist eine Ewigkeit. , n icht

wahr, Geliebter? , '',?L,,,Z' ?!:: :l: ,,- !f : ;;if : 't- '. " " 'X'-t . ., ' ' ' .'. ";;i!V ,i i;i ,!l IJa". ' "e '-th- - . ,mw" ,:,,,.,:' , ' , -.st Eora von Waldau war in ihrem Zimmer.! Wenn man aüZ seiner Umgedung auf den Eharakter schließen kann, 'so bot sich hier ziemlich viel Gelegenheit, einen Einblick in das Innere des jungen Mädchens zu thun, die nachlässig in einem der niedrigen, mit geblümter , Seide überzogenen Sesselchen 1 ' -i ii-,.:' s . ' .:'-' .-,' ,," T-i"-', . .' ; r:r. ji lQ8;-':V-' :-'::-:-r i " 1-1 i ' Es sah ' alles so zierlich und modern aus, was dieses verwöhnte Prinzeßchen umgab, die geschweiften ! weißlackirten Rococco-Möbel . mit den Goldleisten, der von Amoretten gehaltene Spiegel. Es paßte alles so zu ihrer Erscheinung, die modernen, , nichtssagenden Photo graphicn an den Wänden, der Schreibtisch, der so voller NippeS stand, daß kaum' Raum für die elegante Mappe mit großem goldenem ; Monogramm war. es sah, alles ; so ; zart und dustig aus, wie Eora selber, die nach dem heißen Tage, einen losen Frisirmantel übergeworfen 'hatte und mit deinem Falzbein spielte. Sie wollte offenbar einen neuen Roman : aufschneiden, der vor ihr auf dem Tische ' lag, aber so verheißungsvoll der Titel des franzö fischen Buches auch war, über denselben hinaus war sie noch nicht gek?mmen. ' Die rosa ver schleierte Lampe erfüllte mit traulichem Schein das hübsche Gemach, in dem die Jungfer jeden Morgen tadelloses Ordnung machte. Sie hatte , auch den weißen Flieder in die Jardinicre des Ecktischchens gestellt. Eora kümmerte sich um' Blumen nur, insofern dieselben den unerläßlichen Abschluß einer eleganten Toilette bildeten, dann zeigte sie in der Wahl der duftenden Blüthcn'aber auch einen nie schlenden Geschmack und sicheren Ehick. Da auf dem Boden lag noch der Strauß weißer Narcissen, der heute den Seilenschluß ihrer - resedafarbencn Straßentoilette gebildet. Jetzt vereinigten sie den letzten süßen Athcm ihrer Blumenscele mit einem Strom von Dust, der zu! den geöffneten Fenstern die Grüße des Frühlingsabcnds und den weichen Gesang einer Nachtigall hereintrug. Und inmitten dieser Atmosphäre von Sehnen : und Genießen träumte das schöne Mädchen mit einem verlangenden Lächeln um den Mund und einem gewährenden Schimmer in den , großen ü, Da öffnete sich die Thür und Frau von Waldau trat ein. Du, Mama, so spät noch? Es lag Erstaunen in dem Tone der Tochter, uud ein berechtlgtcsndenm so gut sich Mutter und Kind auch verstanden, zu einem innigen Aussprechen, vertraulichen Geplauder fühlten beide nie ein Bedürfniß., ':,:, - '::.'0Jl ' So mußte es etwas ganz Besonderes sein, was ; Frau von Waldau so spät noch herbeiführte. ';':.;' ' Wie sie so dastand, im matten Licht der Lampe, das die feinen JältQen um Augen und Mund nicht deutlich erkennen lieg, war sie Nicht nur , eme imponirende, sondern noch eine schöne Er scheinung. Die volle, gebietende Ge statt trug sich grade und stolz, in dem schwarzen Haar zeigte sich kein Silber faden und die dunkeln Augen blitzten voll Selbstbewutfem. - Um den Mund la g ein überhebender Z ü g ,: i und in der That hatte es die Frau Oberstlieutenant vorzüglich in ihrer Gewalt, die Unnahbarkeit der Ablömmlinge eines der altestcn polnischen Adelsgeschlechter, die Verwandtschaft mit? einer Seitenlinie der Jagellonen ihre Umgcdung fühlen zu lüff en -' , : ; -. . -' -v : -;;4i : Ja, Eora, ich habe noch Wichtiges v j. A. , t' IX. A::,: ' l it: ' ' ; . !:f uiu oir zu oeivrecycn. ; i C : e 13 1 c : !;; si cö; ' .! :'; u nb : 1 3& e t r ä db tc te;! ;;x 1 n e Weile aufmerksam ihre tadellos schönen Hände ; 1 d ann sagte sie ohne besondere Betonung: i y ,,x 1 1 m Es ist mit der Abendpost ein Brief angekommen, in dem Baron v. Berger um deine Hand bittet. , , . , 1 Eora rückte ihren Sessel ein wenig aus dem Lichtkreis und faßte das Falzdein fester, aber ctijm: IIN un? I fragte ihre M utter nach einer Welle. ;.; -x $M4?Jm Du hast sicher noch etwas hinzuzu fügen..',H,: Nein, ich komme nur, um deine Ant wort zu holen. Willst du dich im Augenblick nicht entscheiden, so hat es auch Zeit bis morgen früh. Berger tcheint feiner Sache allerdings ziemlich sicher zu fein.. Er schreibt. 'du habest dich seinen dahl gegenüber Nicht ablehnend verhalten. und er bittet, ihm das Ja" mittels Draht zu übermitteln, damit er den Nachtkurierzug zur Reise i benutzen und übermorgen dir perfönllch seme Mil lionen zu Füßen legen darf?WW Wieder das feine Lächeln der Frau, die wie eine geübte Schachspielerln ihre Figuren ordneteWMWMM Eora stand auf und trat an'S offene Fenster, ueber das niedrige Elfenoit ter, das ihren Garten von dem Kan ten'f'chen trennte, sah sie im Mondlicht auS dem dunkeln Grün der Bäume eine silberweiß leuchtende Stelle. ES war der Jasminstrauch, der in voller Blüthe stand. WÜ Ui4ä Ich weiß wirklich nicht, sagte sie zögerndHWM Ob du nicht ein wenig zu dem ziem Uch neugebackenen Edelmann herab. ,:eigfti Varum mache dir m diefer nivellirendni Zelt inne Sorgen. Er bietet dir ein bedeutendes Vermögen, du ihm deinen Namen, deine Schön. heit, deine Formsicherheit und Eleganz. Ihr werdet euch vorzüglich ergänzen. r bedarf keiner weiteren iKngifi, verzichtet im Gegentheil ganz ausdrücklich darauf. Was dir doch wohl sehr angenehm ist? Zum ersten Mal lag eine kaum derhehlte Bitterkeit in Eoras Frage. Ihre Mutter zuckte nur leicht die Achseln. Daß wir unseren Haushalt auf diem Fuhe nicht von der Gage deines

Vaters unterhalten können, weißt du. Aber a uch darin br aucht für dich Niichts Drückendes zu liegen, deine Ausstattung soll in . jeder Beziehung den Verhält nisten entsprechen, in die du eintrittst.

Und das sind andere, als die der Provinzstadt, fügte sie mit einem Seufzer bmm- " m'tmM: r!tti'-Tr. f ;: ! .,;; i ... ;;!; ! ;, -.-i. ,;, , :, ;; ,x ' .ry- ;. Sie warf einen Blick natz dem Fenst er, an dem Eora noch immer lehnte, u nd' stand, auf!?5 -Du kleines Glückskind ! , Weit, du auch, daß dir da in den Schoß fällt, wonach sich andere ihr Leben lang sehnen? , Aber überlege es dir und wähle zwischen Baron v. Berger und Hellmuth vDden" Eora fuhr herum nut Purpur übergössen. Du weißt? .... : ,v Jetzt lachte Frau von Waldau ganz amüsirtö.."?"i, Ich wäre doch eine, schlechte Mutter, wenn es anders wäre. ' Aber. Kind, traust du mir denn wirklich die Getx. Jt.n ,i :s : v : ! ' r-. 'iJ' . i ; . uuiuuiuiicu zu, oz eine vsicnc ju machen, mit Verstoßung zu drohen und zu verlangen, daß du dein Herz opferst. wie in einem bürgerlichen Trauerspiel? Nein, grade jetzt will ich die Früchte ; .!:".. '' . (.rr: t. r. meiner rzieyung genießen, ieyen, oaß ich mich ganz auf ! dich verlassen kann. Nicht mit einer Vorstellung will ich dich beeinflussen wühle allein! Und wknn es Herr von Heyden ist. für den du dich entscheidest mit vollendeter FreundIichkeit werde , ich ihn willkommen heigen. Denn die romanti chen Stelldicheins im Garten haben, nun ein Ende, mcht wahr? Und .für, mich wäre.) die Sache eigentlich noch einfacher wieder lachte sie unbefangen. Dein Trousseau füt die Flause bütl)e '':;et';.iitcht:joiMni fangreich zu sein brauchen. Aber nun gute, Nacht,, Kind. Also auf morgen früt). v ; i v . ; Mit einem flüchtigen Kuv auf die Stirn der Tochter ging , sie, so siegeZgewiß, wie sie gekommen. .M Eora war allem. ; Wieder erfüllte Frühlingsduft und rosiger Dämmer schein das Zimmer, aber in ihre Träume hatte mit rauher Hand die Wirklichkeit gegriffen. v.'.'V-v : .: . : yjr V: Nicht, dan sie sich ln diesen vierzehn Tagen j 11 icht immer gesagt : es ist ein Traum! Wie der Vogel Strauß hatte sie den Kopf versteckt, obgleich sie wußte. die Gefahr war ha, kam mit Windeseile naher.! Jetzt wo sie ihr in's Auge sah. schauderte ne doch. , Sie ' s ollte , mit kaltem Blut emem Herzen den Todesstreich vrrsetzen, einem Herzen, das : sein Blut gern tropfenweife dahingeqeben, wenn es ihr damit einen Kummer erspart hätte! Sie hätte kein Weib sein müssen, wenn die Ver ehrung. die andächtige Liebe, mit der Hellmuth sie überschüttete, nicht auch ihr Herz zu edlerem Leben wachgerufen Ci 1 1 5:;:' l: : j' '' :!;, ' Ihre Leidenschaft hatte die seine entzündet zu einer mächtigen Flamme, aber ? 'lf:-'-'' r,. 1 ..i" " w.. . seine Liebe, die wie eme Altarkerze rein und leuchtend brannte, hatte auch in ihre ! Seele ein l Licht geworfen das' M nng. mü den Geistern der Finsterniß ümiidjgjc : War es denn unmöglich. Mit ,hm glücklich zu werden? Wenn sie die Seine wurde ein Schauer durchrieselte sie sollte sie dann noch den Tand entbeh ren, der allein ne beide trennte? Würde sie die Welt entbehren, wenn sie in seinen Armen lag, die Anerkennung ihrer Schönheit, das Entzücken darüber in den aelubten Augen : las? Sollte sie denn nur eine hohle Modepuppe sein und nicht tausendmal lieber eines edlen Mannes geliebte Hausfrau? Das war das böse Wort. Was eS für einen bitteren Beigeschmack hatte! Sie sah sich plötzlich in der Klause, wie "" .;- . 7 e ',. . Tt '- ' "" r 1' 'l J ' I rei ' ' 1 - tt r e ihr iRfetnetfrommfngeiflf rung jetzt so ost ausgemalt, neben seiner Mutter, die sie nie verstehen würde, in einem Kreis von Pflichten, den sie sich nie aneignen konnte. Sie ging in die schmutzigen, dumpfen Stuben der Armen, vor denen sie sich graute, sie pflegte Kranke, obgleich sie eine aftheti sehe Abneigung vor allem Ungesunden und Unschönen hattDWW M Sonntags' saß sie inDderz kleinen Dorfkirche und sah auf die blöden Gesichter der Bauern und Fischer und am Nachmittag kamen Pastors ; oder Oberförsters zum Besuch. Dann trank man den Kaffee unter den Bäumen, die der Urgroßvater selbst gepflanzt, die Frauen sprachen i von dem Aerger, den j die Mä gde machten, und gaben sich vorzügliche Recepte zu Marmelade und Honigkuchen, die Männer spielten ihren Skat und sprachen über die ErnteAussichten. ;i,iiÄ 4 V H f l ..,.; k: n .i;!:i';;il!,H ifiyt, Hl.,;:;;',' liikllEi'iji .j!,,!!1!,,: ... E ora ging heftig auf und ' ab Ich kann nicht, Geliebter, ich karm nicht! Du und ich, wir beide würden unglücklich werden! Und lichtere Bilder kamen. Wie in einem Zauberspiegel sah sie sich, die schöne, viel beneidete Gattin des reichen Mannes, sah sich auf der Höhe des Le bens und Glücks, tonangebend in wei ten reifen, anaeoeiel, niujl mear im von den simpeln Officieren ihres Aa terS nein, der Adel des Geistes lag zu ihren Füßen, beugte sich ihrem Scepter, denn sie war nicht nnr die schöne, sie war auch die kluge, geistreiche rau. sie besaß den Schlüssel zu den Herzen der Menschen, und diese wollte sie sich öffnen. Langsam schloß sie die Fenster. Lebe wohl, flüsterte sie, die Arme nach dem schimmernden Jasmmstrauch aus streckend, lebe wohl, du schönes Traum bild. Du darfst nie Wirklichkeit wer den, der Preis, den ich zahlen müßte. wäre zu uoch! Als sie in ihrem spltzenbesetzten Bette lag, schluchzte sie w em Kind. Ge wöhnt, jeder Regung nachzugeben, hielt sie sich für das deklagenswertheste Ge schöpf. Wie schrecklich würden die Gratulationen fein, die Visiten, der Empfang! Bei den Visiten fiel ihr ein entzücken des Modekupfer ein, das sie heute ae sehen. Dieses korallenrothe Seiden kleid mit den schwarzen Spitzen war

eigen? me für it erfunden. Dazu

mußte sie dann freilich einen großm schwarzen Spitzenhut mit gleichcn'Rosen tragen und über dem Gedanken an die mattrothe Foulardtoilette , schlief sie

Bin r - !';.: i ,,,"",' .i,,,' ' , !,,,!,, , " ' ' :, im. -M. t mh ; :; ."-ä."- n: r: i ; '.yi!!:;.r x r '-j : :- " !:!: t:;;:: . Heyden wartete ungeduldig unter den Linden. Eora. sonst meistens die erste bei dem Stelldichein, kam nicht. Und doch hatte er ihr Wichtiges zu sagen. Am Morgen hatte er ein halbjähriges Eommando an die Gewehrf'abrik tn Spandau erhalten, in , drei Tagen anzutreten. ; Nun mußte die Entscheidung kommen, ohne die Einwilligung von Eoras Eltern wollte : er nicht fort. Selbst die Veröffentlichung ihrer Verlobung war unter diefen Verhältnissen möglich. Und wenn auch nicht diese Heimlichkeit mußte so wie so ein Ende haben. Er litt furchtbar' untere ihr. seine gerade, offene Natur empörte sich dagegen. 1 . ; EoraS heiße, flammende Küsse betäubten freilich. immer von Neuem seine Gewissensbedenken, aber nach jeder Zusammenkunft im Garten erhoben dieselben doppelt drohend ihr Haupt.- ES war seiner und ihrer unwürdig, heute wollte er ein ernstes Wort mit Eora spttciViilkft . Da kam sie die Allee hinunter. Sie ging langsam und trug das Köpfchen ein wenig gesenkt, wie die Blumen um her. die' sich auch ! beugten , unter der drückenden Schwüle des Tages. Hellmuth eilte ihr entgegen. ' ; ;. Ich habe, gewartet.! Geliebte. eZ ist halb sieben und um sieben muß ich ) in der Jnstructionsftunde sein. ! Ich weiß, aber wir haben Besuch, Lieber. Eben sind , wir vom Diner aufgestanden, da konnte ich mich ein halbes Stündchen fortstehlen. ,; . Er sah erst jetzt, daß l sie in voller Toilette war, in einem duftigen weißen Spienklcid mit einem Strauß gluthrother Rosen an der Brust. - Er achtete sonst wenig auf Aeußerlichkeiten , in ver Kleidung der Damen, es hatte Eora schon oft gekränkt, wenn er nicht bemerkte, wie sie sich für ihn eigens doppelt schön gemacht. ,, Gibt eS doch Männer, die im Stande sind, das undefinirbare Etwas einer modernen Toilette in seine Nuancen zu zerlegen, als hätten sie einen Schneidercurfus bei Worth durchgemacht. Es sind die, welche das Weib nie mit dem Auge i der , Seele, sondern immer nur mit dem der Sinne sehen f- Hellmuth von Heyden gehörte nicht 'zu:ihwrn!i?h Heute zum ersten Mal prägten sich die Einzelheiten von Eoras Erscheinung in Hellmuths Gedächtniß, der goldene KettengürtelA der?t'die,schlankeTLllle umschloß, die langen weißen Marseille? Handschuhe, die sie eben abstreifte. Und von plötzlichem Gefühl überwältigt, zog er diese kleine, weiße Hand an seine Lippen und flüsterte leidenschaftlich : Wie fchön du aussiehst, Eora, so hold nnd lieblich wie eine Braut. , ' .Das zunge Mädchen zuckte zu,am-"i-i'i ."I .;' i I . lü!"!!;' , j!,,''1' ," i' , , !' , , . !,! : ,;;; ,' ' w,i ;i, l' ,k ,; '!'" men. Ahnte er, wer noch eben vor ihm diese Hand mit heißen Lippen geküßt. sie seme strahlend schöne Braut genannt, drüben hinter den spitzenderhangenen Fenstern ihrer Villa, als man die Ehampagnerkelche zusammenklingen ließ aus ihr Wohl? Aber nem, wie sollte er ? Und dann wallte es heiß in ihr auf. O, sich noch einmal satt trinken an seinen Lippen, sich noch ein mal berauschen in seiner Liebe es gab ja kein Morgen mehr! Und w'llenlos ließ sie sich 5 nach der Lau be s ühren, schmiegte sie sich an ihn, trank sie den betäubenden Jasmindust zusammen mit semen heißen Küssen und , seinen Lieblofungcni'ijj'.;;! Da schlug die Glocke vom Kuchtburm faöN!Kllj; Ich mun gehen, Gellebte, es ist eir.j,KkkHik,kAtzDZ WsPlpÄra i Wankend stützte sie sich auf die Lehne der Bank, so weiß wie die Blüthrn, die über ichmgen. Also morgen um 12 Uhr spreche ich mit deinem Vater, übermorgen mit dem Frühesten muß ich nach Spandau. Das war unser letztes heimliches Stelldichein, von morgen an wandeln wir im Licht des offenen Glückes und haben nichts mehr ' zu MttoaenÄrnlfos Schwarze Gewitterwolken hatten sich am Himmel aufgethürmt, durch die Baume zog der erste pfeifende Wmd stoß, fast dunkel war es unter ihnen ttMNi Hellmuth sah nicht die erschreckende Blässe der Geliebten, er fühlte nur das Zittern ihres KorperS und ! sagte j blt' tto:,!? Geh schnell hinü ber. Eora. Das Gewitter bringt Kühle mit und du bist so leicht gekleidet. Dann ging er eilig nach der großen Pforte. Als er sie hinter sich schloß, mußte er unwillkürlich an seinen Bru der denken. Von hier auS war er damalS geschieden, unter den Bäumen hatte er Inges weißes Kleid leuchten sehen, wie jetzt EoraS hmüderschim inerte nur daß cS für ihn der letzte Gruß der Liebe in diesem Leben gewesen war. Armer Paul! Wie furchtbar sieht unS das bleiche Bild des TodeS an. wenn wir mitten auf den sonnigen Auen deS GlüaeS wandeln! Eora hörte das Klappendes Schlos fes, mit einem Stöhnen preßte sie die Hände vor die Augen und sank auf die Bank zurück. (Fortsetzung folgt.) A u f d e m D 0 r f t a n z s a a l. A. (zu nem Dorsmusikanten): Sag mir mal. Heiner, wie Tu nur die große Trommel schön schlägst! - Musikant: Na, ich denk' halt immer, 'S iS Fell von meiner Alten, da fällt mir'S leicht! Von allen Geschöpfen verwenden die Frauen, die Katzen und die Fliegen am meisten Zeit auf ihre Toilette. Zweideutige Annonce. Junger Schriftsteller wcht einen Gehil ff jV44 jftttf 4-&&i $ :

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!;!'' "jjf V- j nji'1 - läjjriäf!1Ejne ?rbschst. Camille Flammarion, - der wohl bekannte 1 französische Astronort, ! hak ;, bon; vrin'ii:rcijrci:f st c iri': n-bir 6 stre5.;; ' Andenken erhalten. (5ine junge deutsche Gräsin die sich wissenschaftlich beschäfiateIas',,JlammLrlon'öMerieveso5 ders gern. , Sie , bewog ihren Gatten, k.''''' .'"'IC rr ' xr r ' , oen sranzoflfcyen eieyrlen einzuladen. während ,der Sommermonate einige Tage in dem Schlosse, das das gräfliche Paar, im Jura besaß, zuzubringen. Der Gras willigte ein, und so wurde Flammarbn ihr Gast. .Die Gräfin," so erzählte Flammarion jüngst einem Berichterstatter ! des : Temps7, .war achtundzwanzig Jahre alt, ihr. Gatte bedeutend älter: Frau , von H war ebenfo nervös als romantifch, sie war fchwindfuchtlg und man mute stundlich auf ihren Tod gefaßt fein. Sie glaubte an ein Jenseits und sprach dcs halb, von ihrem bevorstehenden Ende mit philosophischer Ruhe. Ei'les Abends sagte sie zu mir: Ich werde Ihnen spater einmal etwas schenken, was Sie an nehmen muffen, wenn Sie mich nicht : kränken wollen. Einige Monc.;? waren verflossen und Flammarion hatte das geheimnißvolle Versprechen längst der ge Nen, als er eines Tages mit emem Trauerdriefe ein kleines Packet erhielt, in dem sich ein Stück blendend weißer. , diZker Menschenhuut befand, das eisig kalt war und dem Astronomen, bei der eruhrung '. eine i Art elektrlfchcn Flu dums auszuströmen schien. 1 , Der Begleitbrief war von dem Hausarzt der, gräflichen ; Familie geschrieben und enthielt die Mittheilung,- daß die Gräfin aestocben sei und war", so fügte der Arzt hinzu, ihr letzter Wille, daß man Jbncn, verehrter Herr, nach "' ' 'iv - '" . . , , '. ' ." lyrern .ooe ein siua aul von iyren schönen,, Schultern, die Sie am Abschicdsabend so sehr bewundert haben, zuschicke und daß Sie in dasselbe das erste Exemplar des ersten Ihrer Werke 1 das nach dem Tode der Gräsin ver offentllcht werden wird, einbinden las- , sen mögen." Flammarion erfüllte den sonderbaren Wunsch, ließ die Haut von einem geschickten Gerber verarbeiten und sem Auch .'errs t in das weiße, zarte Menfchenleder einbinden. Auf dem Deckel des Buches. daS sich in Flammarions Observatorium zu In visy befindet, stehen in Goldlcttcrn die Worte: Erinnerung an eme Todte." An die Mittheilung, daß ihm die Haüt bei l)cr Berührung wie ein elektrisches Feuidum vorgekommen s ei, knüpfte Flammarion noch einige interessante - Bemerkungen über menfchliche Elektricität. : Er kenne eine Dame, auf deren Körper sich ost knisternde elektrische funken zeigten; die Dame trage, stets seidene Leibwäsche und die Beruh rung der Seide mit der Haut bringe elektrische Erfchemungen hervor.- Bcl einer andere n Da nie ! h a b t ch di e Elek UKita;.;'ftet$: ; fe'irKtaeltesesst' und: :'TDärj.i0Thebinltc9' in:3it:''C)aa?tn' ; die sich plötzlich ausstellten und mil Elektricität geradezu getränkt gewcjen seien. Die eleltrlfch'te" von allen ihm bekannten , Frauen aber sei Sarah Bernhardt, deren reicher, Haarschmuck oft in überraschender Welse zu Berge stehe. - WÄ - :-i;hMi.---v-rTy . ' ... ' ' 5l ü ch eine Armee Vorlage. Als der JOiähriae Krieg seine gewalm iig.'n Opfer gefordert hatte und die : Heere bedeutend zusammengeschmolzen ' w are n, wu rdc am 1. Febru ar 1 65 0 , i s zu Nürnberg folgender KrciStagsfchluL gesaßt: 'Demnach auch die unum gängliche deß heyl. Römischen Reichs Nothdürft erfordert, , die in diesem 32 Jerig blutigen Krieg ganz abzenom mene, durch das cywerdt, scrantheu , , und Hunger verzehrte Mannschast wie derumb zu ersetzen und in das khünfftig eben desselben Feinden, besonders aber dem Erbfeind des christlichen (Namen, ! dein Türckbcn, desto stattlicher oewach fen zu fein, auf alle Mitl, Werg und Weif; zu gedenkhen. Als seinds uf reiste : Deliberatioa und Berathschlagunz fol , gende 3 Mittel vor die dequcmdste und ,, b c p t r ä g 1 1 11 e j : c r a t et liriüa; a II e r c u ä bc ; : liebt morde n "l m M fir-: 1. Sollen hinfüro innerhalb , den nechsten 10 Jahren von Junger mann schast oder Äannßpersohnen, so noch unter 00 Jahren fein, 111 d:e Klöster uszunemmen verboten, vor das 2tt de nen Jenigen Priestern, Pfarrherrn, nicyl oroensleuiy, oocr au ff orn 1 1 ff , (1 tern',-n"iota!isich ' Ehelich zu : tcr-;;;;; heurathen; 3. Jedem Mannßpersohnen 2 Weiber ' . zurpthettiCTlauot feia'l dabei Öoq alle und ede 'cann5pkrsobn ernstlich erinnert, auch auf den Kanzeln öfters ermanthLwerden sollen.

Sied deroe it a l t e n b lerinne n zu versalMK

ten und vorzusehei;. daß er sich völlig und gebärender i)iscretion und versorg befleiße, damit er als ein ' Ehelicher Mann, der ihme 2 Weiber zu nemmen getraut, deede Ehefrauen nicht allein nothwendig versorge, fondern auch unter Ihnen allen Unwillen verhüette.?D ;fij Gegen Jupiter entbrannten :!" EinstenS üt:sen3alt'QfM;i!,StreUI Himmel stürmende Giganten Gigerln sind in unserer Zeit. G efä hrliche Drohu ng. Der gefertigte Gemeindvorsteher von ttannendorf erstattet der löblichen Staatsanwaltschaft hiemit Strafanzeige gegen Johann Schömmer wegen Be drohnng. weil dies bei seiner Arreti rung ausrief: Euch Lkannnidorfer werde ich schon noch gefcheidt machen! wodurch die Gemeinde in große Angst versetzt wurde, da Schömmer ein ütx kommener Mensch ist. der sogar im Stande wäre, eine solche Drohung zu verwirklichen. Passender Moment. Frau Eommercicnrath: Nach dem Braten singt unsere Sieglinde daS Schubertsche .Am Meer! ' Er: .Ser gut! Dazu kannst Du ja dann t:a ÜrinaSialat lerviren laiienl-

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