Indiana Tribüne, Volume 16, Number 137, Indianapolis, Marion County, 5 February 1893 — Page 7
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Set Zar Alexander M. Der russisch: Schriftsteller E. A. 2& mn( dessen Änch über russische Zu stände vor ewige? Zeit hier großes Auf sehen gemacht Int entwirft in dem Januarheft der Contouiorary':vm von dem jcigen Zaren eine Schilderung, die ihn als Herrfcher und Menschen im serm Verständnisse wenigstens näher bringt. Ter Artikel kommt zu dem allerdingz nicht ganz neuen Ergebniß, daß der Zar von' Haus aus e! biederes, einfaches und scheues Menschenkind sei, der am liebsten sich auf die Rolle eines Familienvaters beschränkt hätte, dem die Krone eine Last ist; nachdem ihn aber einmal die Vorsehung aus den Thron berufen, glaube er, die ihm von Gott gewordene Rolle als dessen StellVertreter in seinem, d. h. russischmystis schen Sinne ausführen zu müssen, und darin liege deZ Zaren Stärke und zugleich seine Schwäche. Alerander so heißt eZ ungefähr in dem Artikel war für den Beruf eines Monarchen so wenig erzogen worden wie für die Rolle eines Wundarz tes. Nach dem Tode seines älteren Bruders aber beugte er sich vor dem unerforschlichen Rathschluß, der ihn zum Selbstherrscher eines ungeheuren Reiches und zum Papst einer Rational kirchi machte, und überließ das Bie?" und Wo?" der göttlichen Allmacht, die allein der unauslösbaren Aufgabe gerecht werden,ttönne. Von feinem Erzieher soll ein Bries an den Aomiral Schestakom ezistiren. worin er des ältern Bruders glänzende Talente preist, dagegen bedauert, daß der jüngere von der Natur so schäbig" bedacht worden. Was dieser aus dem Unterricht zurückbehielt, war ein lebHaftes Interesse an der Nomantik der russischen Geschichte und eine verhängnißvolle Liebhaberei für th?ologifche Fragen, die seitdem für viele seiner Unterthanen so verderblich ' geworden rlt ... v Daß nun gerade ich von , allen Menschen Kaiser von Rußland werden muß!" rief er aus, als sich schließlich die schwerste Krone, von Europa auf sein Haupt senkte. Niemals hätte er sie übernommen, wenn er sein Gewissen nicht mit der besänftigenden Täuschung eingeschläfert hätte, daß er, gleich Sau! und David, ganz besonders von Gott zu einer Arbeit auscrsehen sei, mit der verglichen die des Moses zur Ledeu tungslosigkeit einschrumpfte. Im Uebrigen findet Lanin diese Wendunz der Tinge in dem russischen Eharalter begründet. Jeder Russe sei geborener Idealist; wie das-Genie den Keim des Wahnsinns in sich trage, so der Russe den Keim der religiösen Schwärmerei. Geschichte und Literatur wiesen dafür unzählige Beispiele auf; Puschkin würde ein Mystiker geworden sein, hätte er länger gelebt: Dostojewsky wurde traßcnprebsgcr; Tolstoi, Leskow, Gogol, Solowiew. seien ebenso groß? Theologen und Mystiker wie Schriftsteller. Es liege im Blute und offenbare sich von Zeit zu Zeit in seit Tarnen Ausbrüchen, wie sich denn 6e ständig mystische Secten in Rußland austhäten und wieder verschwänden. Beim Zaren kam dazu noch der unauslö schliche Eindruck der Ermordung seines Vaters. Verwirrte betäubt und hilflos bestieg er den Thron. .Seine Rathgeber waren uneins und wider sprachen sich. Ter eine verlangte eine Verfassung, der zweite die Aufrecht Haltung des Status quo; sein eigener BrUder befürwortete die Rückkehr zur eisernen Herrschaft des Großvaters Ni lolaus. 'Verrath lag in der Luft der Palast barg angebliche Meuchelmörder. So sah sich der Zar einer, dunklen Gewalt gegenüber, ohne Triebkraft in sich selbst, ohn: Ziel. . : Da trat sein alter Lehrer Pobedo. noszew, der stets die Minister eine .Bande von Narren genannt,, mit einem vollkommen abgeschlossenen Regierungssystem vor ihn, predigte ihm den unerforschlichen Willen Gottes, der den Zaren auserwählt, um sein Volk au? der Wüste der Sünde und des Elends herauszuführen; die glücklichen Tage Nikolaus' 1. sollten zurückkehren und die Religion wieder gefestigt we den; kurzum,' Gott sei Gott und der Zar sein Prophet.' Dieser beruhigende Ausblick wlrkteWunderauf d Geist; er war überzeugt, daß er di reine Wahrheit besitze, besonders nach, dem er sich durch das Sacrament der Krönung in Mastern der orthodore CleruS hat die Krönung zu einem U: acht Sacramente erhoben wiedergeboren glaubte, wie 'Faust -durch Mephistos Trank. : ' , Und daraus entwickelte sich denn der jetzige ,theo!ratische Herrscher, der den Willen des Allmächtigen,, auszuführen glaubt, mag er die Stundisten verfol gen oder die Juden austreiben. Wider fpruch duldet er nicht, denn die Seelen seiner Unterthanen gehören ihm. Dazu ein Beleg. , Kurz nach seiner Thronbesteigung befahl er dem Finanzminister Bunge, durch einen Beschluß die Gleichwerthigkeit des Gold-, und des Papier rubels zu verfügen. Als Bunge dies für unmöglich erklärte, deutete der Zar auf seinen Willen hin, und als jener trodem feine Anficht mit technifchenAusdrücken auseinandersete, entließ er ihn mit den Worten:! Schicken Sie mir Jemand, der russisch spricht." Ein anderes Mal, ! als er von Batum aus , zu Schiff , einen Ausflug unternahm, schärfte er dem Eapitain ein, die Strecke in so , und so viel Stunden zurückzule gen. und als, der Eapitain dies mit Rücksicht auf den Kessel ablehnte, drehte er ihm zornig den Rücken. '. Häufig hört man sagen, daß die grausamen Verfolgunzen der Andersgläubigen dem Zaren unbekannt feien, daß seine Rathgeber "seine Autorität : mißbrauchten. Lanin leugnet dies; der Zar gehe sogar noch weiter als seine Minister, und wenn heute die Apostel selbst ans die Erde zurückkehren und ? predigen wollten, würde er sie nach ' Slknrlenyerdannen. .j3i$ oft habe 0
nicht dtt ZköniM von Dänemark, seine Schwiegermutter, es versucht, ihn für die Stundisten günstiger zu stimmen; sie hätte ebenso' gut zur ägyptischen Sphinx sprechen können. ' Einstmals, als si; ihre ganze Beredsamkeit erschöpft, bemerkte er ihr trocken: Ich. ein ge borener Russe, finde es sehr schwierig,: mein Volt von Gaischina aus. das in Rußland liegt, zu regieren; und ihr Ausländer bildet euch ein, dies erfolg reicher von Kopenhagen 'aus thun zu können." Auch . über die Behandlung der In den ist er vollständig unterrichtet, er will sie bis auf den ledten Mann in Rußlano ausrotten. Lanin erzahlt darüber eine bezeichnende Geschichte. Bor einem Jahre hatte ein Beamter, der zu einem hohen Posten im Justizministerium ernannt wurde, sich bei Sr. Majestät vorzustellen, um ihm für sie Zhre zu danken, rief aber durch seine Nase und den: semitischen Schnitt seiner Gesichtszügc bei dem Zaren eine solche Schroffheit hervor, daß der im Mckliche Beamte zitterte, als habe er :in gehässiges Verbrechen begangen. Bxlb daram bemerkte der Zar zu einem Minister: Der Mann X. ist ein lauft ger Jude." ÄM Verlaub, Majestät, er ist ein orthodoxer Christ." , Ter Rasse nach ist er ein Jude, und das läuft auf dasselbe hinaus, und ich bin sehr dagegen, daß Jude zu solchen Posten ernannt werden," betonte der Zar, und zwar in einem Tone, der den Minister überzeugte, da er mit der Anstellung jenes Beamten einen schwe ren Fehler begangen. Tes ledern Lausbahn ist jet abgeschlossen; er wird niehoher steigen. Wenn alles richtig ist. was Lanin über des Zaren Einfluß auf die aus wartiqe Politik berichtet, so ist der Zar ein Hort des Friedens. .Im Auswärtigen Amt sei sein Wille ausschließlich maßgebend, und zwar im wohlthätigen
Sinne. Er allein bilde Die schranke gegen einen blutigen europäischen Krieg im Gegensa zu seinen Höflingen' sei nen Officiercn und seinen Lieblings journalisten. Der Krieg ist ihm v haßt und bei dessen bloßer Nennung steigen alle seine Greuel vor seinem Geiste auf. Freilich würde dieser Abscheu nicht vor dem Gebote der Ne ligion vorhalten, und daher dürfte man auf den Willen eines einzelnen Men schen, der der Suggestion so zugänglich sei und besten, Millionen gleich JagdHunden ouf dem Anstünde standen, nicht allzu fest , bauen. So ordnete er. obgleich gegen die Balten und die Finnen anfangs '' günstig gestimmt, doch seinen Willen dem des Himmels unter Und begann, sie zum Russenthum und zur Orthodoxie zu bekehren. Auf die selbe Weife ließ er sich in das deutsch, feindliche Fahrwasser hineintreiben. Wenn auch der Zar so bemerkt Lanin ungefähr wörtlich keine SylN pathie für das deutsche Volk bestht und die anziehenden Seiten im französischen Charakter, zu schätzen weiß, so möchte er doch lieber, Rußtand als Mitglied eines aus Monarchen zusammengesetzten Drei oder Vierbundes sehen, ,um gemein schastlich die Hydra der Demokratie, des Unglaubens - und des Socialismus zu zerdrücken,, als die geringste militärische und moralische Unterstützung einer Regierung zutheil werden zu lassen, welche die Religion aus dem Staate verbannt und der Anarchie den Weg ebnet. Die ser Abscheu gegen den Socialismus, die Demokratie ' und die Anarchie ist , -der wahre Grund seiner, Freundschaft für - i !- ' i;. ' ä fc. -'.fc. : i den Kurilen Bismara, wciaze oie oeui schen Staatsmänner bekanntlich jetzt anders zu erklären suchen. Selbst bei der augenblicklichen Sachlage würde einer, der den Zaren kennt, ihm die ernstliche , Absicht, mit Frankreich , ein förmliches Bündniß abzuschließen, nicht zutrauen, obgleich dessen Einzelheiten von Zeit zn Zeit die Spalten der, Ta gesvresse füllen. - Die Umstände mögen ihn, allerdings gegen seinen Willen, veranlassen, beim künftigen , Kriege mit den Franzosen gemein sam vorzugehen ; ! I auch , deutet etzt alles darauf hin. aber er ist ent schlössen, keine marlas cl osaveoAnes mit dem, was er verabscheut, cinzuge hcn, und die erste Gelegenheit zu de nutzen, um die, Nothwendigkeit eines solchen Bür.dnisses hinwegzuräumen. (Auch der , gewaltigste russische Zar kann gegen eine Bewegung, welche die Masse des Volks ergreift, nicht an sei nem Willen festhalten. Sind einmal die dunkeln religiösen Instinkte der orthodoxen Massen erweckt, so muß der Zar ihnen freie.Wahl lassen, um sich die Krone zu retten. , Kaiser Nikolaus und Alerander II. haben das "zurGeV nuge'erfahren Die Feigheit, die dem Zaren oft vor geworfen wird, seine Adschließung in Gatschina, das Spionirsystem. die Auf stellung ganzer Armeen bei seinen Ci fenbah'nreisen laßt Lanin nur in be schrünttem VZaße gelten. Wer wie er seinen Vater verstümmett vor sich lie gen sah; wer de m T ode so häufig haar scharf entging; wessen , Frau in der Steppe zwischen Trümmern und Lei chen stand, während 1 seine Tochter sich schluchzend an ihn schmiegte ! mit den Worten:, :;0, Papa, sie werden, uns jetzt ermorden!" dessen Nerven mö gen nicht mehr aus , Cisen bestehen. Jedenfalls besitze er den moralischen Muth eines Helden und eines Marty rers. Bei dem blinden Glauben an seine religiöse Sendung bange ihm nicht ob der Folgen seiner Politik, und die Gewißheit des Todes bei einem Schritte, zu dem er sich durch die Religion oder sein Land verpflichtet glaubte, würde ,hn nicht mehr beunruhigen, als das Summen einer Fliege. Als Fatalist ist er buchstäblich überzeugt, daß jedes Haar auf feinem Haupte gezählt ist. Er gehorcht den Geboten seines Gewis sens, so verkehrt letztere auch sein mag. Wer einen Begriff von dem verhält nißmäßig freudelosen Leben des Zaren gxjjcUm will, der mag den Aufsatz selbst
lesen, cnn leine Minmer und .vZslinge sich vor ihrc-r Abreise-im Sommer von ihm . verabschieden, so entfahren ihm nicht selten die Worte: Ich auch sehne mich darnach, mich auf dem Lande zu verkriechen und auf einem Gute zu wohnen!- Vor dem Winter. Palast hat er eine abergläubische Abneigungz er verbringr niemals eine Nacht dort', und Gatschina ist, besonders im Frühling und Herbst, ein trüber und eintöniger Platz; zudem hat dcr Zar sich noch dessen schlechteste Zimmerflucht im Zwischengeschoß zum persönlichen Wohnsitze ausgesucht; die Decken sind so niedrig, daß' er sie mit der Hand berühren kann. :- " ' ' - IM Winter wohnt er !m Anitschkow Palast, bei dessen Einrichtung er. der Bewegung halber, selbst hülfreiche Hand leistete und u. a. die Bilder auf hing. Das erste Geld, daß ich in meinem Leben verdient,", bemerkte er, als er damit fertig war. Aber wo er auch ist, überall hat er Gelegen h:it, über seine kaiserliche ; Vereinsamung nachzudenken. Freunde besitzt er nicht, denn die Erfahrung hat ihn mißtrauisch gemacht, und feine Brüder. Vettern und sonstige Verwandte thauen in seiner Gegenwart nicht auf; sie furchten sich mehr noch als der geringste seinec Unterthanen, ihn aus einen Fehler aufmerksam zu machen. Ter einzige, der sich bei ihm aufknöpft, ist General Tschercwin. allgemein des Zaren Hof narr genannt; 'aber seine Späße sind roh und würden oft das Anstands gefühl eines Fidschi-Jnsulaners bckci digen." , Der Zar seinerseits läßt sich wohl am meisten gehen bei den Randbemer kungen, mit denen er die ihm vorgelegten Schriftstücke ausstattet. Fine Herde Schweine" ist ein häufig vorkommender Ausdruck; serner: Was für ein Vieh er ist!" u. s. w. Er hat eben keinen Krund. eine bobe Acktuna vor der Menschheit zu haben, am allerwenigsten "San tfvty rt 12 flsrtrtvlrrt UVi. lljlly, jV .f. V, VHvili . zenn sie haben ihn mehr als die übn gen getäuscht. Er fand heraus, daß ziner' seiner vertrantesten und frömmstcn Minister, eine Säule der Orthozorie, Wittwen und Waisen betrog; :in anderer, dessen Freimuth , ihm geiel. cntvuvvte sich als Lüaner: lein Kriegskamerad, cm General, mit dem er während des ru'sifch-türkischen Krie ges Schach spielte, bcstahl die Solda ten; und die Osficlcre. die ibm Treue gelobt, verschworen sich zu seiner Er mordung. Daher traut er denn cigent lich Niemandem mehr. Soviel aus -Lanins Aufsätze., i j '. ,' , ' ' m m ' , y. Die NattenfalltN. ; Vor einiger Zeit itand'im PZoneer der größten indischen Zeitung, eine lu stige Geschichte, die auch für deutsche Leier von Interesse sein dürfte, umso mehr, als sie eine köstliche Satire auf den im englischen Heerwesen herrschen den Zopf, ist. ... Nicht weit von P. (damit ist die an der afghanischen Grenze liegendcgestung Peschaur gemeint) befindet sich ein Ma gazin, in welchem eine große Anzahl von Uniformen und sonstigen Militäri schen Ausrüstungsstücken 'ausbewahrt wird, und um dieselben vor Ratten zu schützen, wurde eine Katze gehalten, für welche eine kleine Unterhaltungssumme ausgesetzt war. Allein Sparen" war die Losung; und so wurde denn der Beamte, dem das Magazin unterstellt war. eines schönen Tages beordert, Rattenfallen zu bestellen.' Aus verzinktem Eiscnöraht, Marke I, und zwar im Verhältniß von einer, Falle auf jede hundert Anzüge." Die Katze wurde als überflüssig erklärt und meist bietend verkauft. . S:. : :? ' Unter Zugrundlage des obigen Ver haltnisses waren 19,3 Fallen erforder lich, und demgemäß wurden 20 Fallen bestellt. Der' Bestellzettel kam zurück mit dem Bemerken, 'daß man nur 19 Fallen bewilligen könne, aber so wurde zum Troste beigefügt, Bruchtheile euer Falle, welche 0.5 überstiegen, sollten in Zukunst als ganze Fallen angesehen werden. : Der Magazinbeamte ' erwie derte hierauf, daß dann bvlt 33 An züge übrig blieben, welche . nicht , durch Fallen gefchützt wären. Allein ohne Erfolg. ' Die 1 9 , F a llen ! kamen auch . r m ' v - :; i " " "' 'iti ' t ' .. im Laufe der Zelt an und ,n der nach sten Nummer der , Militarzeitschrist Vera nderungen u nd 5 Ver besser u ngen im Kriegsmaterial" erschien ein führliche Beschreibung der Rattenfalle, erläutert durch zwei Tafeln. Armee formular B No. 1530 solle richtig aus gefüllt jeden Monat eingereicht werden." lautete die Jnstruction, welche die Fal' enibegUUri? Dieses Formular war ein Meister stück seiner Art. Auf einen Blick konnte man da sehen. wicvielAnzüge vorrathig waren; den Kubikinhalt der Zimmer, die Anzahl der Fallen im Dienst, die Zahl der gefangenen Ratten per Tag u S ;5;nj4:pl:Di el $Ka t ten . w u rden 1; weiter hin nach Alter Größe und Farbe klas sifizirt in die senkrechten Spalten ein getragen. Mäuse erschienen unter die Rubrik Bemerkungen". Das procen tualische Verhä ltniß zwischen den ge fangenen Ratten und der Anzahl der vorhandenen einerseits und zwischen Ratten und Fallen andererseits wurde am Rande vermerkt. Mäuse wurden in letzterer Berechnung miteinbegriffen, aber nicht in ersterer. Der Magazin beamte bescheinigte den Empfang der Fallen und ersuchte um Instruktionen, wie die Fallen zu stellen seien. Die Antwort kam, daß man die Sache in Betracht gezogen habe, und daß In strultionen binnen kurzer Zeit gesandt werden würden. Der erste Monatsbe richt war wenig erfreulich, mehrere An züge waren von den Ratten zerstört. Die oberste Behörde bewies yun, daß sie der Sachlage gewachsen war. .So fort", d. h. innerhalb eines Monats war eine ausführliche Instruktion aus gearbeitet. Der zweite Monatsbericht war wie der erste. Sind auch die Instruktionen ordentlich, befolgt wor den?" Ja. Allein dieLerftörten An
züge gehörten augenscheinlich z:: denen, welche nicht durch Füllen beschützt waren, lautete die triumphirend: Antwort. Eine andere Falle - wurde bewilligt, allein, so hieß es, man habe eine dein entsprechende Vermehrung der Anzüge um 07 Stück in Betracht gezogen. I Im dritten Monatsberichte war die Anzahl der gefangenen Ratten immer noch "nil", aber mehr Anzüge - waren zerstört worden. Eine neue Art von Rattenfallen wurde bestellt, die sich von der vorhergehenden nur dadurch unker schied, daß die Falle in Deutschland verfertigt und daß der Draht nicht, ver zinkt wr. Allein auch damit wurden keine Ratten gefangen, und hie Zerstör rung der Anzüge ging weiter. ; Nur die aUerintelligentcsten Leute seien mit den Fallcnstellen zu beschäfti gen . . . : Ein Uutcrofsicier sei besoudcrS damit zu beauftragen, die Leute zu in struircn. Im naäzsten Monatsberichte set' die Zahl der so instruirtcn Leute M nau anzugeben, so lametc der. Be fehl. .. ' Der Ehrenmann, der zu , diesem Dienste auscrsehen war, bewies stch .des in ihn gesetzten Vertrauens , würdig, denn der Drill, den er ausarbeitete, war ganz im Geiste der Instruktionen gehalten. Nach verschiedenen kompli zirten Bewegungen, welche darauf be rechnet waren, die fallenstcllenden Mus keln ordentlich zu entwickeln, begann derselbe mit dem Kommando die Fal len aus" und schloß mit Fallen in Ruh". Ehrenzeichen in Gestalt von verschlungenen Rattenschwänzen aus Gold wurden an diejenigen verliehen, welche den Kursus durchgemacht eine gewisse Fertigkeit im Fallende:. , erworben hatten. Allein ohne Crfl g, denn die Ratten fuhren in der Zerstob rung der Uniformen fort. Der Bericht über die Zahl der aus gebildeten Leute müsse wöäsentlich ein
mal eingereicht werden, war der nächste Betehl. - . - Allein immer noch keine Verbcsserung. -'J-H. Da endlich mußten die Behörden zu geben, daß die Fallen den Erwartungen nicht entsprochen hätten, objchon weder an den Fallen selbst, noch an der Art des Stellens irgend etwas auszusetzen sei. Dabei wurde zufällig nach gefragt, welche Lockspeise gebraucht werde. ' In dcr Antwort' wies der Magazin beamte' darauf hin, daß in den ihm zugegangenen Instruktionen kein Geld zum Ankauf von Lockspeise ausgewor fen sei, und man, tonne nnmöglich von ihm verlangen, daß er dieselbe aus sei ner Tasche bezahle. . .. ;. Inzwischen jrcssen die Ratten lustig weiter. "'iitv Wie Erzherzog Josef ei Trink geld bekam. Ter Vesti Naplo" erzählt: Eincö Vormittags betritt eine Gesellschaft von Au sflüglcrn den Alcsuther ,Park. Nach einigen Schritten erblicken die Ausflüa ler auf einem hohen Baum einen Blousenmann: der dort oben Aeite jagkÄ Halloh, ' guter Mann!" ruft ! ein !W . t r .r ? , '. r 1 ' Ättlgueo oer ezeuiqasr zu iym mn ?Uf. ' Sie befehlen?" Wir möchten gern den crzherzog lichen Park besichtigen. Ist es auch geMattet?" . Ja, warum denn nicht? . Möchten Sie uns nicht als Führer dienen?", ; i , Mit dem größten Vergnügen. ' Vor erst muß ich aber hinnntcrklettern." ; Der Arbeiter in der Blouse stieg vom Baume mnab und führte die (se schaft. Er war ein sehr guter Führer; er wunte Alles zu zeigen und eingehend zu' erklären. Wiederholt raunten sitf die Mitglieder der Gesellschaft zu: , ! Was für gebildete Dienerschaft der Erzherzog alt! Nachdem die Ausflügler mit ' dem Rundaanae fertig geworden, gaben sie dem Führer ein Trinkgeld von drei Gulden, welches derselbe mit gebühren dem T an ke annahm, um dan n sei ner Wege, zu gehen. , Die Gejelljchast! wen bete sich dem Ausqanqe zu. , Doch wa ren sie noch nicht draußen und . bald sagte der Eine, bald der Andere: Wie schade, dag wir den Erzherzog nicht gesehen had.'nl" Und sie fragten einen zu fällig des Weges kommenden Gärtnerburschen: Aus welche Weise könnten i " 4 r'ü; w rr-,lf. . ' ? ,, '" !i' r wir wom oen rzyerzoa 0 er zu w ri 1 ' r," ' ' z, ' l! ,,ch'i, '.Z, , , sicht, bekommen?MM'MM Gerade im gegenwärtigen Augen blick können Sie ihn sehen. Dort geh .'('y,;V'.l''!',ii.if: DerdortiinidH :;;;slw0l3l.":;,!;:;''';s:i? Tiefe Beschämung auf den Gestch teru der Auzflüqler." Der Blousen mann, ihr soeben entlassener Führer, dem sie drei Gulden Trinkgeld" gege den hatten, war der Erzherzog in eige ner Person. ; ., Beim Diner sagte Erzherzog Josef tu heiterem Tone zn seiner Gemahlin, der Erzherzogin Klotilde: . Siehst Tu, meine Theuerste, das Mittagessen habe ich mir heute verdient." Und er zeigte der hohen Frau tnumphnend die drei Gulden; auch er zählte er ihr, auf welche Art er das Geld verdient" habe. Das Trink geld" vertheilte er dann unter di Alcsuther armen Kinder. Gerüchtweiseverlau tet, der Zar sei von dem Geniestreich seines Gener: lgouverneurS Gurko in Warschau, zum l00jähr,gen Gedenktag der zweiten Theilung Polens einen Fest ball zu veranstalten und den hohen polnischen Adel zur Theilnahme an demselben zu zwingen, s 0 entzückt ge mesen. daß er den schneidigen" Gene ral in seiner nächsten Umgebung zu haben wünzche und beabnchtlae. densel den an Stelle des Gen. Wannowoski, welcher wieder ein CorpsEommando erhalten solle, zum Kriegsminister zu krnennen.
,' 1 :'! lun.' " i!: "!" 'U fs-: ; .1 i f ": ;' ;: ! "i 1 'i t'ti'- it'1 2er Wäschekorb. , ,
berliner Gericht sscene.) Meine Herren, die setzt folgende Ge schichte hat einen etwas komischen Bei aesännack". Mit diesen Worten wies der Vorfitzende des' Schöffengerichts die Besitzer aus die Verhandlung hin, die gegen den Handelsmann Heinrich S.' stattfinden ' soUfc. Duferviri--etwa; gOahriger Mann tnit verschmitzt blik kenden Äugen, erbat sich, vor , Eintritt in die Verhandlung das Wort. -Herr Jerichtshof," begann er, erstens jchört die Sache nach meme Ansicht garnicht vor't Kriminal,, sondern- vor't söge nannte Ziviljericht' in', die Judenstrafe, wo dcr Mann Mir za verklagen und seine Rechtfertigung holen kann ; zwectens ? habe' ick mir uf ' meine Vertheidisung nicht inrichien iekonnt. indem mir en Schutzmann heite Morsen IN alle Herrzotts-Frlehe aus n Bette UN hierher jeschleppt hat, un drittens is die Sache überhaupt verjähren, indem der sogenannte Bedrug bereits am 14. Juni ausgefichrt sein soll un heite schreiben wir schon den Tag , vor Weihnachten. Tie Schose ls also ieber sechs Monate her: , Vors.: Selbstverständlich habe ich Sie vorführen lassen,' da Sie mit Ihren körben im Lande umHerreisen und zum vorigen Termin einfach nicht erschienen sind.,, Von Verjährung kann keine Rede sein. Angekl.: Denn bitte ick, det mir en Vertheidiger jestcllt wird. Vors.: Mnsinn, das Gericht stellt Ihnen keinen Vertheidiger. , Wollen Sie sich denn ;M dem kleinen Sachvcrhalt auf's Leugnen verlegen? Angekl.: De t j er ad e nich. a der die Sache hat doch ihren janz ap'artisen Fummel, un so mit zujedrückten Cogen läßt: man sich doch nich jerne . verknacken. Vors.: Sie. geben doch zu, daß Sie sich jetzt eines recht raffinirten Betrugs schuldig gemacht haben? Angekl. :' Wenn ick keenen Vertheidiger jestelltZkrieje, lasse ick mir , uf nichts , in. Ick, werde mir doch nich eigenhändig eine sogenannte Schlinge um den Hals lcjen? Vors.: Schön, Sie haben das Recht, jede Auslassung zu verweigern.:, Wir haben ja die Zeugen hier. Zunächst wird der Zimmermann P.' vernommen. Herr Präsident, wat ick durch den Menschen sor Acrjer lehabt habe, ' det iZ nich zu sagen; noch heute uzen sie mir in die janze Nachbarschast mit die ollen Reisekörbe, un mit meine Frau wäre ick des wcjen beinahe auZenanderjejangcn. Ick möchte doch bitten, die jan. Strenge des Jesc'tzeZ walten zn lassen. Vors.: Erzählen Sie nur möglichst .kurz. Zeuge: In dem Monat Juni . wollte meine Olle nach ihre Heimath, in Thüringen reisend Nu hatte sie mir jcbeten, ick möchte ihr doch mal ecnen Han dclsmann mit n Reisekorb rufschickcn. wenn ick mal so'n Mann uf die Straße treffen dhäte Als ick nu 'cen paar Tage später in die Jejend, bci't neie Thor' bin, sehe : ick : so'n Jndividibum da mit cen großen, Handwagen voll Korbwaaren halten. Ick sehe an ihn ran un sage: Sie, jage ick, kommen Sie heite vielleicht noch nach Moabit?" Det könnte möglich sind, meente er. So", sage ick, denn Zehen Sie mal nach der Havelbergcrstraße", un denn besch rci be, ' ick i i h m gen au, wo ick w ohne, un sage ihm, det mein e Fra u eenen Rcisekorb kooscn will, ,un sage noch, wenn. sie vielleicht nicht zu Hause sollte sind, dann sollte er man bei'n Budiker in ; detselbe Haus :: sehn, den hätte meine Frau ooch jebeten, ihr eenenKo?bwaarenmannrufzuschicken,un der würde det Jeld ooch jerne auslejcn. Er besinnt sich ecne Weile un macht denn en Jesicht, sv ehrbar als 'ne Töpperichürze. D!ee, meent er denn, nach Mojabit komme ich heute doch nich mehr, da werde ick wohl erst nächste Woche hinkommen. ' Aber ick könnte ja eenen 'Reijelorbjjö Thor bei eenen Restaurateur unterste!len un i denn könnte ick ihn ja us'n Abend mit nach Hause nehmen. So unrecht hatte er ja nich ; ich koofe denn ooch so'n Ding sor sieden Mark un bezah le j leich u n jede denn ooch eene jroße Weiße zum Besten. Als ich us'n Abend mit'n Korb uf die Schulter nach unsern Korridor rinkomme, krieje ick keenen jelinden Schreck, als ick da ooch eenen neien Reisckorb , stehen sehe. Meine Frau kommt raus, kiekt mir un meinen Korb mit große Oogen an un sagt: Nanu ? Noch eenen V- Un denn kommen wir zu die Auseinandersetznng un sie erzählt mir, det der Mann so um viere rum jekommen wäre un hätte ihr jesagt, det ick ihn zu rjr j efdt)icf 1 ä t te!!:!i: inbernll; sie cenen Reisekorb benöthigt wäre. Un sie hatte zet denn ooch jegloobt un hatte eenen 8o?b gekooft,' aber für acht Mark. Wie wir uns nu so jejenseitig über den schlechten Kerl ärjern, da kloppt det un ein kommt der Budiker von unten. Det heeßt, er wäre beinahe rinjefallen. denn er stolperte ieber die deeden Reisekörbe. Nu hört aber ALenS uf!" sage ick, det is der dritte. Un dir Nachbar setzt den dritten Korb hin un erzählt denn", det en Handelsmann mit Körben bei ihm jewesen wäre un der hätte mir senau beschrieben, un er sollte bei meiner Frau en Korb verkoofen, un die wäre nu nich zu Hause, un ob er ihm den Korb nich abnehmen wollte. Un ver Budiker hatte ooch keen Arg nich schabt un hatte den Korb ' für 7 Mark 56 Fennje jenommen. Nu könnten mir ja ordentlich verreisen"' meinte er noch, als wir die drei Körbe so ansehen dhatcn: Denken Sie bloß. Herr Je richtshof, da is der Mensch jleich nach dem ick mit ihm jesprochen hatte, nach Mojabit rausjejondelt und hat uuS so mit die Körbe rinjelegt. : So mal is denn doch noch nich dajewesen. Vors.: Haben Sie alle drei Körbe be halten ? Zeuge: Nee, zwee habe, ick wieder verkoost, aber natürlich billig, ick habe 6 Mark Schaden jehabt; der Spott is aber ville . höher zu rechnen, den ick ausjestanden habe. Der An geklagte gab zu, daß die Schilderung des Zeugen auf Wahrheit beruhe; seine Handlungsweise sei aber nnr als eiu
sogenannter Geschäftskniss" anzusehen. Das Urtheil lautete aus eine Woche Ge fängniß. ' ' " , ' V
Mm Ein Arveiterpalast. Das Bestrebens für die '. arbeitenden. Classen eine würdigere Existenz zu! schaffen, tritt immer , mehr zutage ; es dürsten daher einige Angaben über eine neue , derartige Unternehmung in Eng land nicht ohne Interesse für den deutschen Leser sein., Der Kostenpunkt hat immer ' Schwierigkeiten bereitet, und einzelne kleine Häuser zu bauen, welche rentabel sind, ,hat nicht recht gelingen wollen. .Dagegen scheint The Arti san's Dwellincr Company" oder Gesellschaft für den Bau von ArbeiterWohnungen Glück gehabt zu haben , in ihren ; Bestrebungen. Herr Farrant, Leiter des Baues,' und Graf Rowton haben in London einen -Palast ausge führte dcr nach jeder Richtung h!n die höchsten Erwartungen übertrifft Rowton House" ist an der Bonb straße, im Stadtviertel Vauxhatt, gebaut und hat eine Front von-l5 Meter. Es ist vier Stockwerk hoch, hat ein sehr gefälliges Aussehen und ist nur für un verhcirathete Arbeiter bestimmt. - Im Erdgeschoß befindet sich depSpeisesoal, der genügenden Raum für 192 Perso Nen bietet; in demselben befinden sich vier Küchenherde,' an denen jeder Arbeiter , seine Speisen , sich selbst bereiten , darf, , und , zwar kostenlos; wer nicht , für sich selbst lochen will, kann seine Speisen zum Selbstkosten preis in zubereitetem Zustande von der Anstalt beziehen; dieses, Essen wird in einer besonderen Küche verabreicht. Auch ein schönes Rauchzimmer fleht zur Verfügung. Der Waschraum enthält 44 Waschbecken, eine Anzahl Fußwannen sowie Vollbäder, kaltes und warmes Wacr ist zu jeder Zeit zu haben, und zwar wird alles unentgeltlich her gegeben. Schmutzige Wäsche kann ebenfalls im Hause von den Besitzern gewaschen , werden, auch ist ein Raum zur Desinfec tion von' Kleidungsstücken vorhanden, ferner eine Barbierstube und ein Raum, wo Stiefel geputzt werde.:. Im ersten Stock , befindet sich das Lesezimmer, k2lm lang und 5,5m breit. Es enthalt eine sehr gute Biblwtbek Schreibtische son?ie Lchnstühle; hübsche Bilder zieren die Wand!.'., , Die Schlafräume, 460 an der Zahl, sind höchst zweckmäßig eingerichtet. Mit wenigen Ausnahmen hat jeder Arbeiter ein eigenes Ziminer das von dem des Nachbarn durch ein Wand getrennt ist. , . , , , Jeder Schlafraum hat ein großes Fenster, ist mit Gas versehen und wird durch Luftheizung gewärmt. Die Bett stellen sind von ' Eisen, die Matratzen aus Roßhaaren; jeder Arbeiter erhält eine genügende Anzahl ., von Decken. Betttüchern und Kopfkisien. An den Wänden befinden , sich eine Anzahl Haken zum Aufhangen der Kleider, außerdem ist ein , verschließbarer Kasten vor , . Jeder' Mieter , bezahlt für' den Tag 0 Bence. Hierfür erhält er außer dem Esten alles,' während in der unmittel baren Nachbarschaft der Arbeiter für eine elende Schlafstelle, die er mit dieten andern theilen muß, 4 Pence ver langt werden. ' Schließlich sei noch bemerkt, dan die Anstalt einen Gewinn von 4 Procent abwerfen ; soll. Die Einträglichkeit einer solchen Anstalt hängt selbstverständlich von der BeNutzung ab, um so mehr, da nur von Tag zu Tag gemiethet wird. " Der Arbciter, der gestern gekommen ist,, kann heute wieder gehen, und es muß für ihn Ersatz vorhanden sein. Wo also keine erhebliche Zah! unvcrheirathcter Arbeiter ist,, wie häufig in kleineren Städten, dürfte ein solches Unterneh ,menkaumausführdarL seren großen Städten dagegen müßte sich auch . etwas ähnliches' einführer, rMm , 'myfk Der materielle Vortheil, der dem Arbeiter aus solchen Untrnehmnngen zu Gute kommt, ; sollte nicht allein erwogen werden. Indem den arbeitenden Klassen eine würdigere Existenz geboten wird, hebt sich auch die sittliche Seite des Charakters. 1 Der Menschenfreund , der sich mit ihnen besä ssen ill kann hier ein schönes Feld finden, auf dem es ihm bedeutend leichter gemacht wird, sich mit dem um das tagliche Brot Ringenden zu verstündigen. Und aus diesem Grunde allein scheint der Bau solcher Arbeiterpaläste bei uns auch wünschenswerth; denn durch Gesctzgebung allein wird das Ziel kaum ;volljiänMapm Graf Alfred b. BothmerW ;' i! I" ll 1 1 1 Ein probates Mittel. Der französische Romandichter Crcbillon gab einst, unter der Regierung Ludwigs X.V., einen Roman heraus, der ein Pasquill auf die Liebesabenteuer des Königs war. Was that der Fürst, um sich vor den Sticheleien des Spötters Ruhe zu verschaffen ? Er machte- ihn zum königlichen Zensor mit einem Jahrgehalte von 1500 Tha lern. . Weiter Blick. Tante: Wo rum haft Du denn dem Herrn nicht gedankt, Emma?" Emma: Was, dem Menschen soll ich danken, der erst thut, als wenn er sterblich in mich verliebt wäre, um mich dann sitzen zu lassen und eine Andere zu nehmen?" Tante: Aber wer wird es denn gleich ganz verderben mit den Leuten kann er denn nicht Wittwer werden?" E r s p a r n i ß. . .Wie,Du has. Deiner Frau einen so theuren Ring ge kauft? Welche Verschwendung!" Im Gegentheil,eine Ersparnis : Sie brancht seitdem nur mehr halb so viel Handschuh:!" Auch eine Kritik. Autor (bei der Aufführung seines Stückes, zu feinem Nachbar, der nach dem ersten Acte fortgehen will): Ader, mein Herr, es kommen ja noch zwei Acte!" B.: D'rum geh' ich ja!
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mxxjBXixmjmKMmtssaasm :,r' ii-lli'li!!!1 fei:" Ä :e Getsierbeschwö.ung n,,,, In Zwib.'lishausen starb August Bündlich, der erste Mann seiner Frau. Dann sucht mm Niemand etwas Au berordentlichcs. wohl aber darin, daß Augusts Bün)lich vor scincm Hinschci den versprach, seinen Freunden als Geist wledercr scheinen zu wollen,." was , er denn auch hielt. ,, , : Denn kaum war seine Frai: an einen zweiten Mann verehelicht, so börte man fast alle Nachte ein regelmäßiges un , heimliches Pochen iin Hanse, und sah namentlich den Keller von einem fremd artigen Scheine erleuchte was vorher nie der Fall war. .. Grctchen thcilt es in trauter Unter Haltung, ihrem Georg, und dieser dem Lenchcn mit. immer nichr verbreitete sich das abenteuerliche Gerücht, immer mehr, ward die Neügierde der schau lustigen Nachbarn rege, bis die muihigsten unter ihnen sich entschlossen, die Frau endlich davon in Kenntniß zu. setzen, und den Geist zu beschwören, ja es herrschte sogar kein Zweifel mchr, als man durch ein verborgenes Heller loch sogar des Geistes Schalten sah. wie er in gemessenem Schritte von Faß zu Faß ging, iim sich, wie im Leben,, so auch nach seinem Tode don dem Aes:nden seiner Weine, die er abgöttisch vcrehrte, zu überzeugen. 1, Mit hämischein Lächeln börte die oe sorgte Frau die Geistergcschichte an. und , plötzlich ihre Mienen zu wichtigem Ernste verziehend. erbot sie sich, den Uedrigen . voranzugehen und eine Veschwörungs formel auszusprcchen, die den Geist zum Reden brachte. Stumm harrten Alle dcr Dinge, die da kommen sollten, als endlich die kühne Frau mit feierlichem Pathos ihren Zauderspruch in den .Keller hinabdonnerte: Hanncs, mach' voran, geh' rauf!" . 9 Hot Dich der Deliel, schun wiedder do; i' kumm glei, i muß crscht noch mol trinke!" tont es in nichts wenig-r als gnsterahnlicher Stimme aus den: Keller entgegen, und nicht lange' währte es., als im gemüthlichsten Hausnegligce, die Pfeife im Munde und toscnfarbcncn Humors der ' z wc ite A!ar.n der Gcistcrbcswwvrenn , aus dem Keller heraufstieg, und verwundert über so späten und zahlreichen Äesuch seinen Freunden erzählte, daß er sich seit meh reren Monaten damit amüsire. aus den alten Fässern seines .Vorgangers den Weinstein abzullopsen und . zn . sam meln. . . ' . ' Unter fröhlichem Gelächter entfernten sich die Gcisterbanncr, und Grclchen hat eZ jüngst versucht, ihren Georg durch jenen Machtspruch vom Bierkriige weg zuzaubern. aber so etwas geht nur bei Geistern. t ' ' Drei Waffen. Von dem Grafen Gcza Zich'.z. dem bekannten einarmigen Klaviervirtnoscn und Intendanten der ungarischen Na tionaloper, wird soeben cm Gedicht verösscntlicht, dem ein rührender, Gedanke u Grund liegt: D;t.'ei Wctf ff.:': ' In meinem Zimmer aus grrnem Tuch Hängt , eine Waffcntrophäe, . H ,s So ost ich sie erblicke, wird ' , Im Herzen mir so wehe. , Ein Schwert dle eine ist; das chat Mein Vater einst getragen. Mit dem er manche grimme Schlacht : Für's Vaterland geschlagene Die zweite jene Flinte ist. Die mir den Arm zerschossen; Die Sache lief noch glücklich ab. Hab', keine Thräne vergossen. k " " Die dritte meinem Sohn gehört', ' Mit ihm starb all mein Hoffen ; ' D ie II eine Kinderflinte ist's, , l : : Die mir in's Herz getroffen. ' ":;l . , ,!:',. 1;, v. " , m';'m,' i AW'MeIrMH t-Sö?erISß' : da die Beleuchtungsstossc noch sehr pri mitiver Art waren und man sich Nachts mit Talg- oder Stearinlichtern zu be helfen gezwungen war, lebte ein Ge richtsrattz, dessen Ehesrau einer über .riebencn , Sparsamkeit : hnldizte, z so zwar, daß sie ab und zu die Grenzen dcr guten Lebensart , ü bcrschriit. So ' ließ sie eines Abends, als ihr Ge.nchl ' mehrere Freunde zu Gaste hatte, nur ein einziges Licht auf den Tisch stellen, das, ziemlich groß und von abgetönter Farbe, die Dunkelheit eher vermehrte :a:;:bernri trug es der Rath, endlich aber wandte r sich an seine Gattin mit ffden Wor ten: Liebes Kind, sei doch so freund lich und laß noch ein Licht dringen, damit man sicht, wo das andere steht." HMS e l b st v e r r a t h. Studiosus: Zum Teufel noch einmal, jetzt hab' ich schon drei Nächte nimmer ordentlich ge schlafen wegen d?r verfluchten Blechar arbeite?, die bei uns ds Dach ein decken!" Hausherr: ..Aber die arbci ten doch nicht auch die Nacht hindurch!" StudiosuS: Das freilich nicht ; aber wenn man von der Kneipe heim kommt, sind die Kerls natürlich scho? wieder da!" Probater Ausweg. Sei dem Verein Maleria" darf nach den Statuten kein ordentliches Mitglied ausgeschlossen werden. Wenn sich aber ein solches durch saumselige Leistung der Zahlungen, durch Krakehlerei oder sonst etwas mißliebig macht, so wird es in einer Sitzung feierlich zum Ehrenmit glied ernannt und in der nächstfolgende? hinausgeworfen. Zeitgemäße A n n 0 n c e. Jene unbekannte Dame, mit welcher ich mich gestern auf dem Lalle verlobte, wird um ein Lebenszeichen gebeten. Guter Rath. Bummel: Hör' Du ich schwanke noch, so ich heute noch in die Kneipe gehe! Rummel: Tu schwanken wir lieber, wenn wir anZ der Kneipe kommen '
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