Indiana Tribüne, Volume 16, Number 137, Indianapolis, Marion County, 5 February 1893 — Page 3
ff :1!i:;il'E!;i?:'-l "If'Sfcj ri SiHll !'ll jjjli ' ;' ., ; . ::ünb V i ''iiÜlÜ'iiliitliiih "l!1' -'iihiif ! !: i ; -l i : ; : 1 ;: h : ; : ! I : ! !' :! '!-'niT'nrif f s"f s '"u i'1'1 il, ;r- : ''! K":'" " . ;i:':.p; :ui: ' -i lllfeÜI'Ji'ihJBiJliSSH .,.i::i!:;i;:.;.,!,:,,.,,.,,,!:,. MMMwmi sm m& 9"!l :;;:fS!;i!$H-: v! s'.- f - 1:?;;! Sßi U hiiiiillMi;':;"; ::!.-:;;;:!is 'iL- ; .; : "V::-: '!'' iw' :b . ;i:,;r. !' 1 : k : 1 "'': : 1 "X i: 'SÄ . 'i:'1:!;,"!' .''." 'hi iftS: 1 I - .&'?' kf:.';4('. ,:. ' '? Xi; 'iU ff si:;: fv,o!:;,;;-i?;f::!t-:: üüi,.; K: m ! !,k)AiZ.t . ii;;: i SI,:, !-ii;-,f-n i:: Srv'
f'l"; i- h-' t;,, !'
'. -'sau t "Wm
l r. ''isips;. W
g .S.i.'vJlH1' i-1 ":ff . i .liilaiin-. te !, Ii
3ng
0 ' Sioman in Rgnes harzer. . Erster T h e i l. : I , ijt " . ( . , ES war eine glänzende Versamm lung,-die heute die hübschen mit mo derner Durchschnittseleganz möblirten Aäume des Oberstlieutenants von Waldau füllte. Zweifarbig Tuch ist einmal wie dazu aefchaffen, sich von den .Kerzen der Kronleuchter bescheinen zu lassen und die wirksamste Folie für Da mentoiletten zu bilden. Um die Tafel km Eßzimmer hatten sich denn auch aus schließtich die Herren des Regiments Mit ihren Frauen und Töchtern grup pirt. Tie Unterhaltung war nicht be sonders lebhast, ja, am oberen Ende des Tisches, wo die Frau vom Hause, eine schöne, stattliche Erscheinung mit hochmüthigen, kühlen Zügen, prasioirte, .ging es zuweilen wie ein unterdrücktes Gähnen durch die Luft. Kein Wunder. Alle diese Menschen' trafen sich wöchentlich in oder zweimal;- mit ge ringer Abwechslung theilte ihnen dann die Rangliste dieselben Tischnachbarn zu. Ta mußte der Gesprächsstoff, der zudem ein eng begrenzter war,' ja ' aus gehen, zumal da man sich schon Mitte März befand, die eigentliche Saison also vorüber gewesen wäre, wenn Ostern nicht diesmal so ungewöhnlich spät gefallen. Am unteren Ende des Tisches ging es lebhafter her. Seconde-Lieutenants und junge Mädchen haben immer Stoff, um zu flüstern und zu lachen, selbst wenn sie sich am Nachmittag auf der Eisbahn und am Abend im Vallsaale treffen; ja, dann erst recht. So hatte auch jetzt eine ungestüme Heiterkeit um sich griffen, die nur der Respect dämpfte, und deren sehr harmlose Ur sache der jüngste Fähnrich war, der eben ein Clas Wein vergoffen hatte. Tcs kleine Intermezzo zog zum Cnt setzen des Schuldigen die Aufmerksam kcit der ganzen Täfelrunde 'auf sich. ' . Auch ein Paar? das bisher in cisri ger, deni Anschein nach sehr vertrauter Unterhaltung sich befunden hatte, un terbrach sein Gespräch. . Es war em Ofsicier, dielleicht am Aiffang., der Dreißiger, mit ernsten, kühnen Zügen, und eine junge, Dame, aus deren etwas blassem Gesichtchen ein Paar große graue Augen schauten.' Wie ausgelassen die jungen Leutchen sind! ' : ;.; , ;,; :.J;: Laß doch. Ich freue mich immer, wenn etwas wahre Jugendfrische durch . all die anerzogene Eonvenienz durchbricht. ' ''" . ' !" - Meine Frau Schwägerin ist ein Na turkind. Wie nian's nimmt.- Als mein Vater infolge, seiner Wunden Siebzig den Abschied nehmen mußte, lebten wir eigentlich ganz still, für uns auf unserem Grundstück, das ja mit" fernern großen Garten einen halb ländlichen Eindruck macht. ,Abe; den Verkehr mit , unseren Kreisen' gaben wir doch nie' vollständig auf. , " t Nur in den zwei legten Jahren hat man Frau Jngeborg von Heyden nie in der Gesellschaft getroffen. Eben deshalb, eil ; aus der Inge borg Kanten deines Bruders Frau geworden war. Oder glaubst du. es wäre Paul lieb gewesen, wenn ich von ' Fest zu Fest geeilt wäre, während er l..- ........ i cm . rxtUs unoeiannicn xtcctcit ju;ijjcii muj? Jch habe mich ja über diese Zurückgezogenheit am wenigsten zu beklagen. , Um ' so sicherer konnte jch sein einen Winkel voll echten Friedens zu finden, in den ich mich stets bineinflüchten konnte. In der letzten Zeit muß dieses Ruhe bedürsniß nicht besonders groß bei dir gewesen sein, ''ffl, . u :: 'M Tie junge Frau lachte ein wenig und sah unwillkürlich nach dem oberen Ende der Tafel, wo an der Seite des einuaen Herrn in 'Civil die junge, , bildschöne Tochter des Hauzes safc. : Hellmuth oon Heyden ; sing diesen Tlick au f und erröthete. . ,,, 1 Will die sanfte Inge spotten?- , Gewiß nicht. Ader , dein langes . Ausbleiben war mit ein Grund, der ' mich trieb, Eoras dringenden Bitten 'I Folge zu leisten. Ich wußte nicht, ob Paul an dich geschrieben, ich wollte aber sehr gcn mit dir sprechen-denn ich bin so glücklich. : Xpy ' . w ,! ' :ii " : ' , ' 'i Jetzt war es an der jungen Frau, zu erröthen. Bis unter den Ansa der schlicht zurückgestrichenen braunen Haare stieg die verrütherische Blutwelle und um den Mund lag ein so träumerisches, glückliches Lächeln, daß ihr Schwager sich tief herabbeugte und leise fragte: 1 Es waren zwei schwere Jahres, nicht whr? Warum jetzt von dem harten Winter sprechen, wo der erste Frühlingssturm ' übe? die Eide, geht? Wenn die Rosen blühen, kann Paul schon hier sein, das Commando von Samoa ist in wenigen Wochen zu Ende. , Heute haben wir .... sie sah suchend auf die zierliche !Menkär!e'k6I'' Ten6. März 1889,- ergänzte er. Also höchstens noch ein Vierteljahr. Hellmuth. Komm, stoßen wir aus eine glückliche Heimkehr an! Tie Gläser klangen silberhell zusam ine!3 Und auf einen fröhlichen Sommerm i der Kläüse Eine Hochzeitsreise werdet ijt ; "doch wohl nicht nachträglich noch machen wollen, und so denke ich Paul und ich nehmen gleichzeitig einen längeren Urlaub und wir verleben ihn ge meinsam in der alten Klause bei mei nem Mütterchen. , Wieder glitt d Blick des OsficierS zu dem schönen Mädchenbild hinüber, und Jngeborg, die das Glück nicht selbstsüchtig machte, dachte mit einem stillen Seufzer, daß sie seine Gedanlen errathe. Wenn aber vor ihrem Auge das Bild der sanften Grcisirr aufstieg, die. seit Jahren an den Rollstuhl u fesselt, auf der fernen Familienbesitzung in Preußen lebte und von den beide
Söhmn wie ,sme Heilige derehrt wutde. dann konnte sie sich die sprühend leb hafte, gefeierte und verwöhnte -Cora von Waldau nicht als Herrin der Klause denlen. die doch einmal Helmuth, gls dem ältesten Sohn, zufallen sollte.' Tie Liebe that Wunder ! tröstete sie sich. Cora aber liebte den ernsten Mann, daran schien ihr kein Zweifel. Trotz der sehr angeregteu Unterhaltung mit ihrem Nächbar. suchten die dunkeln Augen doch immer und , immer wieder die Helmuth von Heydens, Und diese strahlenden Sterne redeten eine deutliche Sprache. Zu zartfühlend, um ein Vertrauen zu erzwingen, das ibr nicht freiwillig entgegengebracht wurde, schwieg Inge still und beide folgten ihren Gedanken in ein blühendes Eden der Liebe und de Glücks, als das allgemeine Stuhl rücken anzeigte,, daß die Tafel aufgeht ben sei. Inge wurde von Cora in das Crker zimmer gezogen, in dem es sich die Jugend ein wenig gemüthlich machte. Ich glaube gar,'du willst zum hun derlsten Male hören, daß Frau Haupt, mann B. noch nie einen guten Aur schen hatte und Frau Lieutenant von R. ein ausgezeichnetes Verfahren kennt, Flecken aus der Uniform ihres Mannes zu entfernen, sagte das schone Mädchen, indem es sich behaglich in einen Schaut kelftuhl zurücklehnie. Man bildete, ein wenig Cercle um das verwöhnte Reaimentstochterchen.
Die jungen Lieutenants schwärmten alle sur Eora von , Waldau, es gehörte das geradezu zum guten Ton; sie nahm all diese Huldigungen als selbstverständlich an. nährte auch hin und wieder eme Liebe, soweit das mit Ruckncht auf strengste äußere Form geschehen konnte, . .'' 'v 1 1 ' r- t . , aoer erwioerr yane e, omti inar wußte, noch keine. Frau von Waldau war eme Point, ihr Mann ein gerader deutscher Haudegen von altem Schrot und Korn. So war in der Tochter- ein wunderbares Gemisch von hciLer Leidenschaft und kühler Berechnung, das sich schon in ihrem Aeußeren ausprägte. Zu den aschblonden Haaren und der blendenden Haut bildeten die strahlenden, fast schwärzen Augen einen fesselnden Ge gensatz. Auch die Figur versprach ein mal tadellos zu werden, . jetzt war sie noch ein wenia'xüberschlant. was der Erscheinung des meistens strahlend hei ieren Mädchens mitunter etwas Slindii ches gab Cora kannte diese scheinbare Harmlosigkeit als einen ihrer Hauph reize und benutzte, sie als solchen. Ein Bild vollendeter Eleganz war sie übrigens immer, auch jetzt in ihrem weißen Kaschmirkleid mit dem großen Strauß Maiglöckchen in dem breiten Stoffgürtel. Das verwöhnteste Auge fa nichts an ihr zu tadeln, und doch konnte zugleich auch die ehrliche, nur aus dem Herzen kommende Liebe all diesen,Liebreiz und diese mädchenhafte Frische für goldecht und unverfälscht halten, -r ' . ; '. "' So hingen auch jetzt die Augen zweier Männer in unverhohlener Bewunde rung an. ihr,- denen sonst wohl kauir etwas anderes gemeinsam war. In der Thür lehnte Banquier Ber ner aus , Berlin, Baron von Berner hatte der. Hausherr heute mit kaum merklicher Betonung den Fremden sei nen Gästen vorgestellt, eine ziemlich be deutende Finanzgröße, die ihre Hand bei den letzten großen Anleihen im Spiel gehabt, dafür denKronenOrden bekommen, den der Träger heute nebst 'einigen Hausorden kleiner Hofe in vol tf i m.v . .j " jr - . ' ": . : w ier u)roBe irug. s roar ,, ein cann Mitte vierzig,' eine etwas gesucht ele gante Erscheinuna mit blasirtem Gesicht und den Fältchen'um die Augen, die als Erinnerung an gar zu, vergnügte Stunden sol'eicht zuräckbleibenUEr hatte die Familie Waldau im Sommer in Schevenittgen kennen gelernt und nun auf einer Durchreise, aufgesucht. In Wahrheit hatte Cora großen Ein druck auf ihn, gemacht und er war ge kommen, um das Terrain zu sondiren. Seine Stellmq war jetzt gefestigt und eine elegante Frau aus gutem Hause als Neprajentintln seines großen. ÄZcr mögens sehr wünschenswerth. Tiefe Cora gefiel ihm ausgezeichnet Vielleicht konnte Niemand in diefem Kreise so gut wie Berner echtes Gold von Talmi unterscheiden.. , Hier war wahre Eleganz. Chick, angeborene und nicht anerzogeike Vornehmheit zudem reizte die noch knospenhafte Frische des zungen Mädchens den erfahrenen Manr doppeltDi Wttmi mMB Hinter Jnaeborgs Sessel stand Lieu tenant von Heyden, und auch seine Augen sahen nachdenklich zu Cora, die mit ;eiw uoer ein eoen verlauzles No praö). SlWüidelfsie tSchtercheÄ seiner alten Mutter, der Sonnenstrahl in der Klause zu werden? Wenn er sie so ' im Kreise huldigender Kameraden sah.' wollte ihm zuweilen eine bange Ahnung das Herz zusam mcnpressen. Aber dann schlug sie die Augen zu ihm auf, wie eben. jetzt, voll und groß, und in diesen schimmernden Sternen stand immer eme süße Ant wort auf die bange Frage, die seine Lippen noch Nie ausgesprochen. Sonst pflegte man bei ähnlichen Ge legmheiten bei Waldaus mit einem Tänzchen zu schließen. Auf eine Frage danach erwiderte Cora ablehnend, duS sei der angebrochenen Fasten wegen nicht 'möglich in Wahrheit fürchtete man die Mißbilligung deZ fremden GasteZ, der wohl schwerlich noch Geral len am Tanze empfand, man könne aber em wenig Musik machen. Herr von Kern, Sie haben doch Ihre Zither mit? wandteste nch an einen der jüngeren Herren. Befehlen, gnädiges Fräulein ! rief derselbe eilfertig aufspringend. Nun, dann steht Ihnen ein Genuß bevor, meine Herrschaften, endlich ha ben sich unsere Ansichten über Schwei zer Volkslieder geklärt und wir wollen Sie an unserer Freude theilnehmen lassen. Ihren Arm, Herr von Kern. T ansprechenden Melodiken ernte
ten lauten Beifall. Cora ließ ihnen noch einige Salonstücke von Chopin uniz
Arayms folaen Und zeigte ' eme' man zcnde Technik. Ihr Spiel war wie ue zelbst, sicher.' elegant, sogar leidenschaftllch. aber ohne innerstes Empfinden. Während sie spielte, bildete sich eine tiefe Falte auf Hellmuths , Stirn. Er hatte ein femeZ munkalitches Versiändniß und dieses Salongetlingel war ihm in der Seele verhaßt. ' ; Singe noch etwas, Inge, bat er semt Schwägerin, ich möchte gern einen reu neu Klang mit nach Hause nehmen. V Du weißt, ich singe Nicht gern m Ge' sellschast. :yyr' : ' r So mache beute eine Ausnahme. Du bist ja glücklich. Fühlst du nicht das'Bedürsniß, deinen Jubel in Töne zu kleiden?, Für diese Menschen. 1 Heydens 'Auge schweifte ein wenig spöttisch den Kreis der Zuhörer. Die meisten Mienen zeigten übermäßig gespannte , Aufmerksamkeit, einige der Damen betrachteten oberflächlick die ; . r--. ,' ri. - aus ocm -tiicgc iiegenoen Alunillverie. Für mich. Nein, Inge, denke, du singst für Paul, willst du? ' ' Wieder stieg eine seine Räthe ln die Wangen der jungen Frau, aber willig stand sie auf, ' ging, zum Flügel und wählte unter den Noten. ' Bald darauf füllten das Zimmer die Töne einer zwar nicht großen aber itfuh derdar weichen Anstimme. 1 Jngeborg sang Schumanns ergrel sende Frühlingsahnung : Ueberm Garten durch die Lüste r Sie lang mit dem Herzen, Glück und Jubel, schwelgte die Klänge und der herrliche Schluß, in l. - fl'.tt X. J-m- -t Ml ' oem gezuuies eenen, enulltes yossen mächtig durchbricht, griss gewaltig ar die Herzen der Hörer. . '. Hellmuths und CoraS Augen ruhten ineinander, zum letzten Mal an diesem Abend, denn gleich darauf brachen die Gäste auf. Aber als der , junge Offi zier seine Schwägerin sicher, nach Hause geleitet hatte und nun ? seiner eigenen Wohnung zuschritt, schien ihm der erste junge Frühlingssturm, der verheißend über die Erde fegte, dieselben Worte zuzurauschen : Sie ist dein, sie ist dein!" ,- n. ',; Jngeborg von Heyden hatte es nicht weit. Gleich an den sorglich gepflegten z v- ni-f...i :rr vyiuini, uct -u uci yuiuuu tycn rüiuu gehörte, stieß das Landhaus, welches die verwtttwete rü Hauptmann Kan ten mit Mer Tochter bewohnte. , Es war ein einstöckiges altes Gebäude, zu dem eine Allee uralter Linden führte. Jetzt tobte der Sturmwind durch ihre kahlen Aeste, und die Zweige ver dem Hause zunächststehenden schlugen an di? Scheiben von Inges Eckzimmer. Die zunge Frau hatte ihre MädchenWohnung behalten. Das zweijährige Commando Pauls war, ganz plötzlich gekommen. Seinetwegen war der Brautstand verkürzt worden, noch in den Vormittagsstunden des Tages, deszen, Nachtzug den jungen Ehemann zur sofortigen Einschiffung nach Wilhelmshaven führte, hatte in aller Stille die Haustrauung stattgefunden. Da war es a ganz selbstverständlich, daß Inge bei ihrer schwächlichen Mutier blieb. Das junge Paar aber wollte sich sein Heim später gemeinsam einrichten. MancheSeile ihrer Briefe trugden Plan zur Möblirung . eines Liedlingszim mers; fern auf dem Stillen Ocean, unter dem Kreuz des Südens dachte der junge Ehemann sich einen behaglichen traulichen Wohnraum für die angebetete Gattin aus. Sie trugen es schließlich ganz fertig im Herzen, ihr kleinesrvt '.!'' 't r' .,.,r rt" j ',- 1 .i ' " ,! ! karcyenscyioß, uno wenn Paul eme Kiste mit fremden Waffen, eigenartigen Geweben odr eigenthümlichen Gefäßen schickte, schrieb er wohl : Du weißt, Inge, , als Decoration in die kahle Ecke links von meinem Schreibtisch l"j oder: T türkische Shawl kommt über das Tabouret in Deinem Zimmer ebta:- , : So waren die beiden Jahre vergan gen, langsam. wie die Zeit vergeht, wenn wir ein festes, heiersehntes Ziel vor Augen haben,' das scheinbar immer in unverrückbare? Ferne vor uns steht, bis es auf einmal Leben und Bewegung zu bekommen scheint, sich uns entgegen neigt, wenn wir mühsam die letzten steilen Stufen erklimmen und nun hin absehen auf den staubigen endlosen P fad d a Zu nten, der uns jetzt plötzlich s r kurz erscheint! : fiS'J ',, Inge stand vor d:r großen Photogra phie llzres Mannes, die über ihrem Schreibtisch hing. Wie schnell war doch eigentlich alles gekommen und vergan gen. das Liebeslcid und Glück ihres Lebens.,, zauberhaft schnell. Wie ein Wirbelwind hatte es sie erfaßt und hinau sgesch lcuder t fa ü f die hohe See des Bangcns und Zwcifelns, immer, auch in der heil gen Stunde a m Al ta r, hatte sie die Insel der Seligen nur in unbestimmte? Ferne geschaut, immer wieder hatte eine Welle das schwanke Schifflein zurückgeworfen jetzt endlich winke das milde Licht des glückverheißendenLeucht thurms, sah sie die Einfahrt in den friedebringenden Hafen. Schnell vertauschte sie im Nebenzim mer das helle Seidenkleid mit einem Schlafrock. ' rückte dann einen Sessel vor das Bild, das der volle Lichtkreis der Lampe traf, und zog den Pries ihres Mannes hervor, den sie heute Morgen erhalten hatte. Ihre Hände zitterten em wenig, als sie die engde schriebenen Seiten auseinaderfaltete. Geliebte! Was sagst Du. wenn ich schreibe : an Bord- des Adler? Ja, staune, meine Jng?, ich habe in Bom bay wechseln müssen uud bin für die Heimreise dem Adler zugetheilt worden! Heimreise! Wie süß das klingt! Noch liegen Tausende von Meilen zwischen Dir und mir. aber ich sühle es an dem stürmischen Pochen meines Herzens, d geht heim zu Dir. Geliebte, heim zu Jubel und Glück! O, daß meine Sehnsucht die adlerstarken Schwingen ausbreiten dürfte rascher als Snner Makkstät Schiff sollte sie mich dahin dringen, wo mein Herz weilt, daß ich
zu Deinen Füßen m'ederkmccn könnte. Deine lieben Hände mit Küssen bedeck! und: Dir . sagen dürfte : Inge.' mein angebetetes Weib, endlich, endlicki! . . . Noch eine Prüfung ist zu überstehen. Die Olga, der Eber und wir sollen zunächst einige Zeit vor den Samoa-Jn-seln kreuzen, um die beiden.Könige. die sich' bekriegen, r in Schach' zu halten. Wozu'sühren Könige eigentlich Krieg, und noch dazu solche wilden Könige ? Du siehst, Inge, ich bin kaum noch Soldat, nichts lebt in mir, als meine Leidenschaft. . Wenn ich die Wache habe und ich schreite auf dem Verdecke auf und nieder in diesen stillen, steruenfunkelnden Tropennächten, dann gleitet Dein Bild neben mir her. Lehne ich mich über Bord hernieder zu der dunkelblauen Fluth. durch die unser schnelles Schiff eine leuchtende Furche zieht, so grüßen mich Deine geliebten Züge. '-Deine Stimme redet zu mir im Brausen des Sturmes, Deine, Augen grüßen mich aus den strahlenden Sternen, Du. wo hin ich sehe. Du um mich und Du , in mir. ::; ';' . . O Inge, wie stark ist das Band der Liebe, das zwei Herzen verbindet für immer! Wohl muß sie Gott uns selbst in Herz gelegt haben, daß sie Tren nung und Tod überdauert und ewig ist
in diesem flüchtigen Hrdendaseln. Ein Strahl von oben, der uns durchleuchtet und verklärt. Sieh, ich hatte ja nie eine andere Geiebte gehabt als die See allein! Sie war meme Vraur gewejen, ,br hatte meine inaoenhaste artilchleis. meine eidenschaftliche Liebe gehört. Ihr hatte ich mich angelobt für immerbis . r . f . ' " r -, w iQviq sau uno teilte sanslen Augen mich gefangen nahmen. Vielleicht ist sie 'jetzt eifersüchtig, die Verschmähte, sie singt mir manchmal so wilde Lieder und 'will sich wle S schemt, nicht mit dem zufrieden geben, was ich doch allein noch für sie habe mit treuer Pflicht ersuuunq. . . . --rNur dies eme Mal noch soll sie mich tragen, dann sage ich ihr Lebewohl sür immer. Ja, Jngeborg, ich bringe Dir eme Ärautgave mit, die Ileoue, die Dein Herz sich wünscht: ich nehme den Abschied. Ich hab'S erfahren. , was es heißt. Dich entbehren ; zum zweiten Mal ertrüge ich , es nicht. Und wozu auch ? Mein Ehrgeiz steht nur nach den Kränzen, die mein Weib mir flicht, sie soll dazu nicht Lorbeern -nehmen. sondern die Elchenzweige des heimischen Waldes. ' In der Nähe der Klause will ich mich ankaufen und ein Leben des Friedens und der Arbeit fuhren. : ' Wir werden Hand in Hand gehen, ich weiß 1 ä f1 4 -4 . " " '''! " 11 ,; es. 4?aoe icy oocy vet meinem ejuch in der Klause Dein Interesse für das Landleben mit frohem Staunen, bemerkt Du wirst Dir einen Wirkungs kreis schaffen,' der dich i beglückt, denn ihr Frauen findet ja euer G!ück im Ge veN. . , -;--.-t:XO wie das süß sein wird, nach des Tages Arbeit. mit Dir auszuruhen in gememz amen Planen, , :; gemeim amen Erfolgen. So wird künftighin keines einen Gedanken haben, , der nicht auch dem andern gehört, und auch unsere Seelen werden eins sein. Inge, zittert Dein Herz in Dir bei diesem Gedanken? Fühlst Du, wie ich, das . Rauschen der Leidenschaft Dich duechbeben? :rt Zwei Jahre sind s. dan Du memen Namen trägst,- zwei Jahre, daß ich Deine Hand nicht mehrin der , meinen gehalten. Deine Lippen nicht mehr geküßt. Wird das Leben lang genug sein, um mich die Qualen der Entfa gung vergessen zu lassen ? ?Weil Du dastandest, an jenem Maienabend, un ter den Linden in Eurem (harten. Dein Antli so weiß, wie D:in Schleier, die großen Augen voll Thränen und ich konnte gehen! Keine Heldenthat, vollbracht im Fieberrausch des Schlachtge tümmelS, war größer als jener Abschied. Wie sollte ich mich der Thränen schämen, die in Deinen Kranz gefallen sind? Da, unter den alten Blu men. stehe wieder, wenn ich heimkehre o' . t .". c v . m r . i. t uno iiioicu, giuyenoe ' oien Ullile m den Handen. ' ; , $ymM r r ' r1',.' r r . t. v Bleien riq svu ver , nacyne Polt dampfe? befördern, den wir treffend Er wird wohl bedeutend früherm Deine Hände kommen als eine Kiste, die ich in Bombay aufgegeben habe. ' Tie Ich ten Grüße aus dem Orient. Diese weiche blaue chinesische Seide mit der Goldmalerel wird Dir'so gut fteben. meine kleine Frau. , ' In meinen Thrä nen habe ich Dich schon in ihr gesehen. Die zwots: schmalen gezchnutenen Sllberringe sieh Dir genaujan. Sie sind Taufchmünze in Indien, di Frauen I;..s '.!:;.. CV !' j.fcv uugen ic utt anuru uno frugen. Diese da sind von einem bildschönen schlanken Hindumädchen mit träumenschen Gazeuenaugen. Du mußt sie im mer tragen, Inge. Ich will sie über Dein schmales , Handgelenk ziehen in Stunden . süßer Tändelei, , wenn wir zusammensitzen an'unserem Kamin im heimischen Norden. Ich habe sie oft zusammenklingen lassen in meinen der ben SeemannSfäusten, dann fangen'fie mir j leise und silbern ein süßes Lied von Liebesglück. Und da bewundere auch den praktischen ' Ehemann, echten Thee und Vanille, direkt voii der Quelle. Tie großen chinesischen Fächer wird Dein Schönheitssinn schon unterbringen, ebenso die Menschen. In den japanischen Kasten kannst. Tu wenn Du willst, die Milchqrofchen einschliehen und in der echtm. Schildpattschale Walderdbeeren serdiren. denn Du bist Herrin über alles, was mein ist, Geliebte, jetzt und immer. Und nun lebe.roohl. ' Ich beuge mich zu Dir herab und. küsse Dir Mund und Augen lange, lange. Gottes Segen über Dich, mein Lieb, mein Weib. meiii Schutzengel! Gottes Segen über Dich und sein Friede uns beivm. ' TeinPaul." Die junge Frau hatte ihre Lektüre beendigt. Die Hände um die Blätter gesaltct, saß sie mit glühenden Wangen da, die Augen fest auf das Bild gerichtet. Ihre Lippen bewegten sich wie im Gebet.
' -f: worden, Mitternacht längst vorüber. Eben wollte Jngeborg aufstehen, als der eine Fensterflügel krachend aufflog. em eisiger ustzug ocs Ammer suuie und die Lamve.' die vor dem Bilde stand, jäh aufflammte und verlosch. ; ;: Zitternd rastete Inge nach dcm chme felhölzchen - und entzündete die kleine rosa Wachskerze, die zum Siegeln der Briefe auf dem Schreibtisch stand. Dabei flog ihr Blick zu dem Kalender, und sie sah, dan unter dem Datum Ib. März 89, solgender' Spruch stand : ' Zwischen Lipp' und Kelchesrand , Schwebt des Schicksals eherne Hand ! ;::fg:. (;:;r;;iit;".: . J'SDer Montag darauf war ein klarer, sonniger Frühlingstag. - Auf dem Easernenhose herrschte reges Leben, die Packkammern waren geöffnet, Monturcn, wurden ausgeklopft Soldaten liefen hin und her. Irgend ein .großes Thier" hatte für dienächste Zeit seinen Jnspcctionsbesuch angesagt, und alles rüstete. Die Uuterofsici'ere wetterten und fluchten, die Wachtmeister zeichneten Notizen über Notizen in ihre dicken,- schmierigen" Taschenbücher, und auch die Herren Officiere standen in einer, Gruppe eifrig plaudernd' zusammen undwarten auf den Oberstlieute nant. ' , ' ' ' Eben betrat derselbe mit seinem Adjutanten den Hof. Seine Miene schien bewölkt, und auch der schneidige Negi-ments-Adjutant hatte etwas Gedrücktes an sich, als er jetzt Heyden zu dem Ehcf befahl. - ; -. ! Verteufelte Geschichte, wandte er sich an die Zurückbleibenden.' Eben Extra? blatt gekommen, furchtbarer Verlust bei Samoa, drei tüchtige Kriegsschiffe mV Mann und Maus untergegangen. ; Man fragte nach den Namen. Eber, Adler und , Olga. Im Verzeichniß der Officiere befindet sich auch der Name von Heyden. ; Ein aufgeregtes Hin und Herrcden begann, Hellmuth von Heyden war beliebt, bei : allen ; Kameraden, jeder kannte die innige Liebe zwischen den Brüdern auch hatte der jüngere bei gelegentlichen Besuchen sich viel Sympa thieen erworben. Da stürzte der junge Ofsicier blaß wie der Tod dem Ausgang zu, ohne Gruß an - ihnen vorbei ' Der geht zu seiner Schwägerin. Angenehmer Auftrag. - Eine Wittwe trösten. die nie Frau gewesen.' : 1 ! Wird ein schwerer Schlag sein. War am Samstag so glücklich, höre sie noch singen.,;. 'ipr -.: Und die alte Frau von Heyden, die ihre Jungen so abgöttisch liebt ! ; Wie war's denn aber möglich, drei unserer besten Schisse! ' " Was weiß ich, sagte der AdZutant achselzuckend. Windhose - - Tcifun jedenfalls sind Schiffe und Bemannung verloren. ' :. t'Wy fy : : " ' - V'Ein ' schwerer Schlag für die junge Marine.T's Damit war man auf ein weites Unter.zaltungsgebiet gekommen. Der Stoff war noch lange nicht erschöpft, als der Oberstlieutenant näher trat und die begann. ; Indessen stürmte Hellmuth von Hevden zu seiner Schwägerin. , Unterwegs hatte er ein Extrablatt gekauft und die trockene, geschäftliche Mittheilung gelesen, die doch Unglück, und Todestr'auer in viele Familien Teutschlands trug. Konnte es denn sein? Sein stolzer, blühender Bruder? Und Inge? Wie würde sie' es tragen? ; jfk? ' Rasch eilte er die Lindenallee entlang und trat durch die offene Thür in den Flur. Eine große Holzkiste stand in demselben, Stroh und - Papierschnitzel lagen umher,' als hätte man vor kurzem noch verschiedene Gegenstände auZgepackt. , Hellmuth blieb stehen und sah auf 1 dem i: Deckel der Kiste verschiedene ausländische Postzeichen. ' Sollte e? Inge glücklich , finden und ihm seine Botschaft noch mehr erschwert werden? , Aber nein, da hörte , er lautes Wei nen. , Es kam aus der Küche, von wo sich das Mädchen eben näherte, um im Flur aufzuräumen., Als sie, lhn erblickte, brach - sie m erneutes Schluchzen wmimMiB Ach. Herr Lieutenant, das Unglück, das furchtbare Unglück! , Unsere arme nädigesieuberledteSKlcht! Also4iKWsFFraüH 4on?Äte 17 ' ' " n:.:; ! " - ; Min ü- j.; .;-i:rlr. . iil lDos Mädchen nahm die Schürze von den'iAg.'j1 U Die junge Frau? Die hat sich gleich in ihr Zimmer eingeschlossen. Aber die alte Gnädige, der Jammer! v,:l Ungeduldig näherte sich Hellmuth der Th ü r. isäM! '! ißa .:, ,'; ii ; .llj&ifiil'i . Inges Mutter war ihm nie besonders sympathisch gewesen. Das hatte er mit am meisten an seiner Schwägerin bewundert. d& sie dieser verbitterten, kränklichen Frau gegenüber, die den Tag mit Klagen anfing und mit Seuf zen beschloß, die in Kleinigkeiten sörmlich schwelgte und em seltenes Talent dazu besaß, sich und anderen das Leben schwer und trübe zu machen, nie auch nur einen Augenblick die Geduld ver lor. Und dabei erkannte Frau Kanten mit dem Egoismus der Krankheit und, des Alters diese rührende Fürsorge ihres Kindes nie -an ja, sie hatte es Inge nie vergeben, daß dieselbe durch ihre Heiroth den Entschluß kundgegeben, auch einmal für andere Wesen zu leben, als nur für ihre Mutter. Jetzt fand er sie im verdunkelten Zimmer auf der Chaiselongue liegen, ihre beruhigenden Tropfen neben sich, den Migränestift in den Händen. Wie können Sie sa spät kommen? rief sie klagend. Seit einer Stunde warte ich aus Sie. Aber eS nimmt Niemand Rücksicht aus den Jammer einer alten Frau, Jeder denkt nur an sich, Inge 5at sich eingeschlossen und. . . MS sie sein düsteres, blasses Geficht sah mit der tiefen 'Falte zwischen den Brauen, schien ihr doch einzufallen, daß er als der einzige Bruder des Verstorbenen auch ein Anrecht auf Trost Worte habe. Nichts wurde Frau Kanten
Der Sturm war immer heftiger ge
fo schwer, als das Zugeftändniß, daß auch andere unglücklich wären, wenn natürlich deren Mißgeschick auch keinen , Vergleich mit dem ihren aushielt. Den-' noch wollte sie eben einige Worte des Mitgefühls sagen, als Hellmuth das Gemach schon verlassen hatte. Lise, sührt eine .Tbür auS , dem Schlafzimmer ' meiner Schwägerin w den Erker? , '., VV:.; ; .. :.y ; Ja, Herr Lieutenant. : y Dann führe mich hin. ' Liefe gehorchte, und bald stand Hell muth in der offenen Thür, die von JngeborgS, Schlafzimmer in das Eck zimmer ging. In dem Raume war wenig von der Ordnung zu sehen, der ihn sonst aus' zeichnete. Fächer , lagen in, buntem Durcheinander mit Federn und Waffen, über das kleine Sofa siel ein mattblauer, weicher' Seidenstoff, und dicht vor seinen Füßen lag eine schmale silberne Spange, die im Sonnenlicht funkelte. Zu den Füßen des Thorwaldsenschcn Christus aber, der die eine Ecke ein nahm, kniete Inge. Die verschränkten Arme lagen , aus dem Postament, das Haupt war tief hcrabgeneigt. : Hellmuth trat näher und rief si, beim Namen. ' Keine Antwort. Inge, Pauls Bruder ist bei Dir! ' . Da fuhr sie auf und sah ihn an mit brennenden Augen, aus. denen noch keine lindernde Thräne geflossen war. Er hatte Mühe, in diesen vom Schmerz versteinerten! Zügen die' der sanften Jngeborg zu erkennen. Und plötzlich, wie ihr Blick sich suchend zu dem Bilde hob, um das die hellen Strahlen der Frühlingssonne eben eine Strahlenkrone flochten, fiel sie mit einem herzzerreißenden Aufschrei an seine Brust. . Er streichelte sanft und zärtlich das weiche Haar, er dankte Gott, daß sie endlich weinen konnte. Als das faf sungslose Schluchzen leiser wurde, sagte er zögernd, wie Jemand, der wenig an den Trost glaubt, den er geben möchte: : Vielleich t ist noch eine schwache Hoffnung. Nicht alle werden untergegan gen sein. - ' Da hob sie die feuchten Augen auf und sagte tonlos: Er, ja. ' -Ich sühle es, Hellmuth, er kommt nie wieder. Sie machte sich sanst aus seinen Armen frei. '':',; Kann ich noch irgend etwas für Dich thun, Inge? ' ' ;. , Da flammte es wie heiße Sehnsucht über ihr Gesicht. . -, Bringe mich zu seiner Mutter, sobald Du kannst. : Noch heute Abend, ich verspreche es Dir. ' ;'n" ' , ,. . r f Ein Händedruck und die junge Wittwe war wieder allein. , , Frau Kanten lag noch imme? auf der Chaiselongue. Lise war bei ihr und machte ihr kühlende Umschläge. Es wurde ; Hellmuth schwer, seine , Bitte vorzubringen, aber, um Inges , willen bezwäng er sich. - ;:; yy . V Gnädige Frau, wäre 'es nicht ? mög lich, wenn Sie mit Inge noch heute für einige Zeit nach der Klause meiner Mutter gingen? - i-.-- :T. ' Reisen ? In dieser Jahreszeit auf das Land, nach Ostpreußen. ' wo noch fuß. hoher Schnee lag? ? Wie konnte man einer alten kranken Frau so etwas zu trauen? Und dann es war gewiß schon traurig genug ' su? sie, in den nächsten Wochen. Inges Verzweiflung ansehen zu müssen aber auch noch den Jammer der alten Frau von Heyva hören, das ginge doch über ihre " a m t". . " i' ' ' !l ;,. 1 ',-1 . ' .;. " . !' . i" : " Kräfte. 1 jenn Inge gehen könnte au? sie wäre . es vielleicht von wohlthätigem Einfluß, und. ich würde ihr ja gern das Opfer dringen, mich einige Wochen mit Lise zu behelfen, könnte mir auch irgend eine entfernte Verwandte ein laden; aber jetzt könnte sie ja nicht allein fahren und wo in aller Eile eine
passende Veglegung hernehmen? :' ' ; Dem jungen Offizier fiel ein Stein vom Herzen. Inge und feine Mutter ein paar Wochen allein das tooi augenblicklich , der beste Aalsam für !6rlf Vristrte; biiglf 5rn;5! brtÖiBerf! lieutenant heute sofort einen mehrwöchentlichen Urlaub angetragen, den er unverzüglich antreten wolle, ver sprach für alles zu sorgen, Inge zum Nachtcourierzug abzuholen und schied beruhigter. Als Mann fühlte er ! das Bedürfniß, wenigstens für die nächsten Stunden Kopf und Hände beschäftigt zu haben, um nicht unaufhörlich dem nagenden W urm i m Herzen lau schen zu müWWWMftWWMff? "., 'i.:! iiii.iii:11:!!,::!!!!;!;!!;,!:; !,!-:,-:l-::iMli!iiiiir".il::ii!!!ii.'ii i.::' i'lllii'iPiliViiäsii'i:1!!:: Nach einer Stunde ließ er sich bei Oberstlieutenant von Waldau melden. Die Unterredung war kurz, denn sei nem Gesuch wurde mit liebenswürdiger Bereitwilligkeit gewillfahrt. Als er in dem halbdunklen Corridor nach dem Mantel griff, flog plötzlich iine schlanke Gestalt auf ihn zn, zwei weiche Arme schlangen sich um seinen Hals fest, als wollten sie ihn nie wieder lassen, und Eoras Stimme flüsterte dicht an seinem Ohr: - - Vergiß mich nicht, Geliebter, und bleibe nicht zu lange fort. Wie ein Traumbild wa? sie ver schwunden, als eine Thür ging, und wie im Traum ging Heyden nach seine? Wohnung. (Fortsetzung folgt.) Falsche Auffassung. Ein Förster erscheint, sichtlich angehei tert, bei seinen; Landesfürsten. So etwas ist mir noch nicht vorgekommen!bemerkt entrüstet der Fürst. Daraus entgegnet der biedere Förster gemüth lich: Mir schon öfters, Hoheit'.Nach de m H au Sdall. Mut ter: .Also eS ist noch rmmer nichts mit dem Assessor; mir scheint. Du animirfl ihn zu wenig!" Tochter: .Ader Ma ma, zehn Mal bin ich ihm auf dem dunklen Flur begegnet, mehr kaun ich
doch nicht tdunl"
Die reeonstruirte Caravelle veS '
Columvuö ganta Maria". ES war ein glücklicher Gedanke, den der Ausschuß zur Organisation der Feierlichkeiten zur Erinnerung an die Entdeckung Amerikas in dem Ent;chlu)'e faßte, ein möglichst genaues Facsimile des ehemaligen Flaggschiffes Christoph votumvus bauen zu lanen. Nachdem die Sache in die Hände des Marine, Ministers gelegt war, wurde seitens des Staates eme Commisnon unter dem Borsitze des LinienschissscapitänS D. Cesareo Fernandez Duro ernannt, zu der der Marinemaler D. Rafael Man Icon. : der SchissSneutenant Francisco Cardona und der Zahlmeister Francisco Sunico bestimmt wurden. Als Bau ort wurde das Arsenal de la Carraca bei Cadlx gewählt und als Leiter der technischen Arbeiten der Schiffsbau Ingenieur Leopolds Puente ernannt, während Capitän Duro und dem Maler Manleon der archäologische Theil über' ' lassen blieb. Am 23. April 1892 er solgie bereits die Kiellegung und schon , am zb. Junr in Gegenwart des Gene ralcapuäns vonAndalusiender feierliche mt..if-..z . - : . ':,";" HUCllUUJ. r ;1 y Nicht unbedeutende Schwiert zkÄen boten die Ausrüstungsarbeiten, da jedes an Bord gebrachte Stück in archäologi t t. . R'..f:i ...r i.' m:iri . . 'r scyer inzicoi us oie licyiigttll j einer Erzeugung geprüft wurdet Jingirte Objecte sind streng vermieden worden, und man ist in jeder Hinsicht bemüht gewesen, das Fahrzeug so auszurüsten. wie es seine Elgenlchckft zur Vornahme einer sclbstständigen Oceanfabrt ersor derte. Zu dem interessantesten Theile der Ausrüstung gehört die Armirüng der Santa Maria, welche aus zw Lombarden, zwei Falconettcn, verschie ' denen Spingarden und einer der Be
satzungsstarte entsprechenden Zahl Arm brüsten, Schwertern, Lanzen, Piken, i Helmen und runden Schildern besteht.' Die beiden Lombarden sind 1,43 Meter lang, haben 9 Em. Bohrungsöffnung und liegen in Blocklassetten, welche keine Höhcnrichtung des Rohres gestatten. Diese beiden Geschütze stehen , auf dem
Hauptdick unter der sogenannten - ',......... . " ... !! ' .'.:!,-. wazanze uno ragen aus engen, lreis förmig ausgeschnittenen Pforis her vor. Nach eingehenden Forschungen ' ist erwiesen, daß es im 15. und 16. Jahrhundert unter den Lombarden soiK;" wohl Vorder- wie Hinterlader gab. , Bei der Ausrüstung der rcconstruir ten Santa Maria hat man die, erstere Art gewählt, indem man sich genau an folgende Stelle der !n3truooion nsutic von Garcia del Palacio hielt : Alle offenen, mit Ladungskammern versehe nen Geschütze können nur am Oberdeck ausgestellt werden, well sie. wenn sie sich unten befinden, einen Rauch ent wickeln, welcher den BcdicnungZmann schastcn den Ausblick entzieht. , Sie sind daher ebenso wie die Feldschlangen nur auf Track und Schanze zu verwen denidas sind die höchstgelegenen Decks), I, während sür eingedeckte Aufstellungen ' Geschütze mit geschlossenen Boden stücken ,:. benutzt werden sollen, welche den Rauch ' durch s die Mündung : 1 abgeben.- Die ' vier Falconetten der Santa Maria sind ebenfalls auf Back und Schanze ver theilt und haben auf den ersten Blick , , einige Ähnlichkeit mit modernen Schnellladekanonen kleinen Kalibers und führen wie diese eine Art Richt bäum, der bei den Revolvergefchützen als Schulterstück ausgebildet ist. Diese . Falconetten haben I,34rn Länge und 7em Bohrung, sie sind, wie ihre alten ; Vorfahren. Hinterlader und hKen , Verschlußstücke, die mit einer Kammer zur Aufnahme der Pulverladung vcrse hen sind. O Die Lombarden wie 'Falco netten Warfen entweder Kugeln, die aus einem eisernen Würfel, mit Blei mantel best inden, oder Sleingesch osse. " : Beide Gefchützgattungen wurden da - -. f ..'..- -i i mais aus laoeiien geserikgr, weites man um einen stählernen Dorn fchmie dete. ,, Als Geschützmaterial war Bronze noch nicht in Aufnahme gekommen. ? Unter den Springarden sind im 15. " und 16 Jahrhundert gebräuchliche 1 Feuerrohre zu verstehen, welche Kartät schen feuerten. " Sie waren au f Stzti ' ven montirt Und konnten an Bord wie um Lande verwandt werden. Ihre Mündung war trichterartig erweitert. ' ' AIs Modell der Spingarden' diente ein aus der Zeit der Königin Jsabella der v KatholischenNstammendeSZK
Kathedrale zu Toledo, daW,elnDbe'-
mannte Spmgarc,e vorstellt, währeud, , für die Lombarden' und Falconetten , die in der königlichen Waffenhalle zu , Madrid befindlichen Originale benutzt wurden. Die schon erwähnten Schrif ',' ten des Garcia del Palalico und seiner eitaenonen baben stii&fötrt
punktet für die finnereMusftattün Schiffsräume gedient und man hat sich auch bei der Einrichtung der Wobn ' n räume genau an die Ende de? silöHM JahrhuttdertS geltenden Vorschriften gehalten. . ' 'mmmpfflS Sogar wegen der Herstellung der Matratze für die Koje des Admirals hat man sich Rath aus alten Büchern i i ü lA geholt. Endlich sind i getreue Nachbil düngen von Instrumenten, Seekarten, Flaggen, Wimpeln sowie von allen nur denkbaren Ausrüstungsgegenstanden an Bord gegeben, welche die alte Santa Maria möglicherweise geführt habe? könnte. Das Schiff hat eine Wasserderfchie bung von 246 Tonnen und einen mitt lern Tiefgang von 2,90m. Bei den Segelproben hat sich die Santa Maria als gut manövrirend erwiesen. Das Schiff 'wird in Diesem Frühjahr selb ständig die Reise nach Amerika zur Er öffnung der Weltausstellung in Chicago machen; Dir beiden- kleinern Schifft Nina und Plnta, welche auf Kosten der Ver. Staaten nach den Plänen Man leonö in Barcelona ' gebaut werden, sollen jedoch von einem spanischen Kriegsschiffe hinübergcschleppt werden.
Unterschied. A.:. Ist dal hübsche Hausmädchen etwa Deine CoeurDame?- B.: Nein, aber meine KehrDame!'
!r-:fc
'"'ii-jiii; ! ' "!' . ' .'r I :.!"!." , '.l'Si! . ;"- 'Ii I Mi l 1 ';'!.. 1' !; - ; .. Z-H i . M: rm-M ;!!'. 1! iSV jt:. ÜM;f llfti,.;,,:,,;:'. :liMB M ;.E'!k;;. 41! fliVJi, -..nS ;.;,! 1,:.:';
Q
I V: 'i ik "iiW 'tVki! 1 'j, ' I ,1 jil (; !
