Indiana Tribüne, Volume 16, Number 130, Indianapolis, Marion County, 29 January 1893 — Page 7

gggggg

Nach fünfzehn Jahren Wo Frkckrich Friedrich. Jtt dem Hafen Hamburgs lag et kluswanderunzsfchiff zur Abfahrt bereit. war ein großer, prächtiger Dampfer, ser mehr als taufend Köpft:?, denen die Heimath zu eng und. auch zu schwer gevorden war und die drüben mehr Plat, mehr Glück und mehr lohnende Arbeit m finden hofften, hinreichend Raum ge Vährte und durch feine ganze Erscheinung saS feste Vertrauen erweckte, daß er alle sicher in das Land ihrer Hoffnung über führen werde. . Es henfchte auf dem Decke deS Schif fes, auf der Landungsbrücke und and? Ufer ein solches Leben, ein Drangen und stoßen, Rufen und Schreien, wie es ur ein Auswanderungsfchiff darbietet, Sa in wenigen Stunden m See gehen vill. Dazukam, daß die meisten Aus anderer sich gegensei:ig nicht kannten ind auch nicht verstanden. Es waren Oberfchlesier. Czechen und Polen. Fast zmchgehends ärmliche, zum Theil nur mt Lumpen bekleidete Gestalten. Die Männer sonnverbrannt, meist von Arbeit geöeuzt. aber mit trotzigen VlikIm, entfchkoffen, dem Geschicke ein Stück Lebensglück mit Gewalt abzuringen, sder abgestumpft durch die Leiden zuvor, surch Sorgen und die Beschwerden einer langen Reise. Die Frauen Maß, aögezezehrt, mit so ermüdeten Gesichtern, als j& auf dieselben nie ein schwacher Strahl seS Glücks gefallen wäre. Dam beladen mit den verschiedenartigsten Trümmern chre? früheren ärmlichen Wirthschaft, schöpft durch die Sorgen um die Hin ser, an denen e3 fast keiner von ihnen kehlte. Welche verschi?denartige Gruppen auf zem Decke des Schiffes ! Und über allen :in Hauch des Elends. Nur aus wem zen Augen leuchtete eine freudige Hoff aung, sie hofften zwar Alle, aber was sor ihnen lag, war noch durch das Dunkel der Zukunft umhüllt. Hier saß ein armes Weib neben einem Bündel schmutziger Kleidungsstücke und Letten auf den Boden zufammengekau vcU' den angstvollen Blick auf einen Säugling gerichtet, den sie fest an die Lrust gepreßt hielt und auS dessen Iku aem Gesicht ihr der nahende Tod entge zenstarrte. Sie horte nicht das Weinen kweier Kinder von ungefäbr 3 und 5 Iah' ken, welche sich an sie klammerten und am Waffer und Brot schrieen, Sie hör !e nicht die errnuthigenden Worte chresMannes, der taumelnd vor ihr stand und dessen geröthetes Gesicht nur zu seutlich verrieth, daß er zur Flascke gezrissen hatte, um die Sorgen abzuschüt :eln. Vielleicht war die Flasche der Rrund, aus dem all' das Elend stammte. Gieb dem Kinde einige Tropfen, die erden es stärken", sprach er stammelnd md reichte semer Frau die Branntwein llasche. , Unwillig stieß sie die Hand zurück. Der Mann murmelte einige unveo ländliche Worte vor sich hin, dann ließ tt sich schwerfällig nieder, nahm daZ drei jährige Kind, einen Jungen aus das Knie und hielt ihm die Flasche an den Rund. Dicht daneben waren zwei dun keläugiqe Czechen um den Platz in hef ngen Streit gerathen. Sie schrieen und fuhren mit den Händen umher, sie fite gen sich zurück und ihre Frauen kreisch:en; schon hatten sie sich gegenseitig an öen Haaren erfaßt, als ein stämmiger Natrose dazwischenfuhr. Er verstand ,icht, warum sie stritten und sie verstatt Sen feine kräftigen Flüche in gutem Hamburger Platt nicht. Als er aber sen Einen der beiden Streitsüchtigen er faßte und so kräftig auf den Boden setzte, ?aß es sich wie ein dumpfer Fall anhör !e, da begriffen Beide, was er eigentlich vollte uns waren ruhig. Friedlicher gestaltet sich das Bild ei er anderen, nur wenige Schritte davon mtfernten Gruppe. Ein Mann, eine Frau und vier Kinder, es' waren zwei Znaden und zwei Mädchen im Alter von ehn bis sechszehn Jahren, saßen 'Bet 'ammen auf dem Deck. Das Gesicht ses Mnnes war blaß, auS seinen ein gefallenen Wangen leuchtete die Schwind sucht, aber frisch und kräftig war seine Zrau, frisch und kräftig waren die Km irr, das Ebenbild ihrer Mutter. In mtschloffener Weise hatte die Frau ihrem Ranne einen gesicherten Plaerrungen, Run vertheilt sie Brot und Speck unter Sie Ihrigen, nur dem Mann reichte ,,, sie un Stück Fleisch und Weißbrot. Seine Hand zögerte unwillkürlicb, daS Darge reichte anzunehmen, sein Auge glitt über 'eine Kinder hin. Und , die Frau der tand den Blick. JRimm nur," bat sie freundlich. ,Das schwere Brot bekommt Dir nicht, 2ns schmeckt's gut und die da sind mit sem zufrieden, was ich ihnen gebe. : Sie mb ja gesund und wenn wir erst drüben Znd, dann werden sie Dir zeigen, daß sie verstehen, die Arbeit recht anzufassen." Und die Kinder blickten ihren Vater .ustimmend an ; aus ihren Augen leuch te die Hoffnung auf ein großes und leues und schönes Land. Es reihte sich Bild an Bild und Gruppe i in Gruppe. Das tollste Drängen herrschte auf der Landunzsbrücke. 3!och immer strömten üeue Auswandere? aus dem Schiff, mühj'am mit ihrem oft umfangreichen Gepäck stch durchdrängend; die Frauen riefen nach ihren Kindern, diese schrieen, wenn : sie gestoßen oder , getreten wurden.', Manche, die auf dem Schisse sich bereits nn Plätzchen errungen ,! hatten, verließen dasselbe ,noch ;: einmal, um für die weites? Zieise noch einige Einkäufe zu besorgen. : Reiner nahm Rücksicht auf den anderen, Zeder suchte so i schnell als ! möglich sich ' öurchzudrängen. , Und mitten durch das , Rewirr suchte eine Anzahl Lastträger, welche noch Kisten und Fässer auf daS , Schiff zu bringen hatten, sich einen Weg ui bahnen. Sie riefen wohl: Platz ; va !" oder Kopp by !" aber meistens ' hatten schon vor diesem Rufe die Köpfe 1 ser zunächst stehende empsindliche Stöße nhalten. Schimpfen und Fluchen auf u'ütn Seiten. Aber daS Ohr eines Achten Hamburger Lastträgers ist unern psindlich gegen eine ganze Fluth von Schimpfwörtern, wie er sich auch nichts arauS macht, wenn er Anderen ein Loch ! den Kopf stößt. Dicht an d?,S Gelände der LandungSbrücke gedrängt stand' eine Frau von viel leicht fünfunddreißig Jahren und weinte , r. - tJ-i. 1..TT fe.ty l(t)lUVVI1Q " ""' . ikftig. 5t war nicht besser gekleidet

iU Ke meisten der anderenAuZwänderer, iber sauberer. Es giebt Gesichter, aus deren Zügen man' auf den ersten Blick nne ganze Vergangenheit lesen kann, mb auf dem blassen, hübschen Gesichte er Frau standen deutlich geschrieben siel Sorgen und Noth, viel Kummer und Herzeleid. Ihre dunklen, vom Weinen ;erötheten Augen starrten schmerzlich und hoffnungslos vor sich hin. Auch sie gehörte zu den Auswande ?ern, sie hatte die weite Reise von Ober Zchlesien bis Hamburg nirückalegt, nn mit diesem Schisse nach Amerika zu sah ren. tlrn Abende zuvor war sie in Ham bürg angelangt, und während der Älacht war ihr Alles, was sie besaß, gestohlen, ihre geringen Ersvarnisse, das Geld, mit dem siedieUeberfahrt bezahlen wollte. Es war ihr nichts geblieben. Völlig der' lassen stand sie in der großen, fremden Stadt da. Das war mehr als sie ertra gen konnte, so Schweres sie auch in ihrem Leben erduldet hatte. Vergebens hatte sie sich an den Agen. ten, der den Zug der Auswanderer bis Hamburg geleitet, gewandt, vergebens hatte sie gebeten, ihr selbst den schlechte sten Platz aus dem Schisse zu verschaft fen, vergebens hatte sie aelobt, AlleS zu ersehen, sobald siedrübenArbeit gesunoen. Der Mann hatte sie kalt und grob zurück gewiesen,denn er tatte kein Herz für die jenigen, welche kem Geld besaßen. Mit mebreren Bekannten aus ihrer Heimath hatte sie die Reise unterncm men, dieselben waren indessen zu arm, um ihr belfen zu können. - Ein Mann stand neben ibr und suchte sie zu beruhigen. Fasse Dich, Rosa," sprach er, Du kannst ja später nachkom men." Die Frau schüttelte schluchzend mit dem Kopfe, sie hatte keine Hoffnung mehr. Ich habe ja nichts nichts," rief sie. Jch kann nicht heimkehren,ich wei nicht einmal, wo ich die nächste Nacht emUn terkommen sinde." Der Mann griff zögernd in dieTasche, denn er war selbst arm und mußte jeden Pfennig für seme Familie auf dem Schisse zusammenhalten. Er holte einen Thaler hervor und drückte ihn der Frau m die Hand. ?ttmm das," fuhr er fort. Du wirst auch hier ein Unterkommen und Arbeit finden. Du hast Dich immer fleißig und brav gehalten, deshalb denke ich, wird es Dir un einem fremden Orte nicht mißglücken. Sobald ich drüben eine Stätte für mich und die Meinen habe, schreibe ich Dir, dann kommst Du nach und ich werde schon für Dich sorgen!" Dann bin ich längst todt, denn ich mag und kann dies Leben nicht länger ertragen !" rief die Unglückliche. Sprich nicht so !" mahnte der Mann. Es hat Dich freilich hart betroffen und viel glüäliche Tage hast Du nicht w lebt." Die Arme schluchzte noch heftiger, denn nur trübe Erinnerungen waren durch die gut gemeinten Worte in ihr erweckt. So weit sie zurückdenken konnte, hatte ihr ganzes Leben nur aus Täuschungen, Lerd und Sorgen bestanden. Sie war die Tochter eines armen 23e bers in Oberschlesien, eines Mannes, den Noth und Sorgen hart gemacht hatten.

Schon als Kino hatte sie den ganzen 5ag über Garn spulen müssen und wenn sie an die Zeit zurückdachte, erinnerte sie sich stets nur an Hunger und Schläge. Trotzdem war sie zu emem hübschen, blühen? den Mädchen herangewachsen und dann war ein kurzer, schöner Frühlingstag für sie gekommen. Sie lernte einen zungen Mann, Andreas .Sanders, kennen, der ibrseint Liebe gestand, und obschon er arm war , wie sie selbst, ging ihnen doch ein Himmel des Hof fens auf. Der junge Bursch war ge fund und hatte kräftige Arme, und er meinte, durch Arbeit und Fleiß müsse er sich 'überall eine Stätte erringen können, an der er mit der Ge liebten, glücklich werden könne. Viel verlangten sie beide nicht vom Leben. Glück hieß für sie nicht mehr, als haß ihre Herzen fest und, treu an einander hingen und daß sie durch ihre Hände im Stande waren, die Noth fern zu halten. Jahre lang hielten sie treu zu einander, da bewarb sich ein Bauer um Rosas Hand und ihr Vater sicherte ihm dieselbe zu. Vergebens .sträubte Ilosa sich, den ungeliebten und weit alteren Mann zu heirathen, ihr Vater war unerbittlich ge blieben und hatte geschworen, daß sie nie Sanders Frau werden solle. Der Wohl stand des Bauern verblendete den arme? Weber., . . , .,. ....yv,' Trübe, böse Tage mußte daS Unglück, liche Mancher durchleben. : Ihr Vater hatte sie durch Härte zu zwingen gesucht, er wies ihrem Geliebten die Thür und hielt sie wie ! eine Gefangene im Hause, damit sie Sanders nicht sehe. Mehr als einmal war sie nahe daran gewesene sich aus Verzweiflung das Leben zu nehmen. Körperlich und geistig herabgekommen, hatte sie endlich jede Widerstandskraft ver loren. Sie wurde die Frau deS Bauers und an demselben Tage verließ Andreas SanderS seine Heimath, ,um nach Ame rika auszuwandern. : - , . Für die Unglückliche war kein ag dn Freude mehr aufgegangen. Ihr Mann,, ein roher und dem : Trunke . ergebener Mensch, behandelte sie schlecht, sein Wohl stand erwies sich als Trug und mit seiner Wirthschaft war eö von Tag zu Tag mehr rückwärts gegangcni Rosa litt unendlich viel, zwei Kinder wurden ihr geschenkt," 'aber beide ' durch den Tod wieder genommen. Ihr Mann überhäufte seine Besitzung mit Schulden, sie wurde ihm endlich genommen und arm wie ein Bettler mußte er daS Haus verlassen. , Geschwächt durch den Trunk, unfähig zu arbeiten, sorgte die Frau für ihn Jahre lang, und sie that eS so lange, bis der Tod deS ManneS sie erlöste. Sie würde das Alles nicht ertragen haben, hätte die Erinnerung an den, den sie so innig geliebt und dem ihr Herz immer noch gehörte, ihre Kräfte nicht ausrecht erhallen. Obwohl sie von San derS nichts wieder gehört hatte, konnte sie nicht glauben, daß sein Herz ander? empfinde als das ihrige. So waren fünfzehn lange Jahre des Elends geschwunden, als ein Auswan derungsagent in daS Dorf gekommen war und eine ihr befreundete Familie überredet hatte, nach Amerua auszuwan " ' 7 , bern. . e tonfauftt Stetingef 6a5

SSKKSXsä

und Gut, entnahm inre CrfparmM und schloß sich der Familie an, um sie zu be gleiten, denn der Glaube hatte sie nicht verlassen, daß sie drüben den wiedersin den müßte, dem ihr Herz noch immer ge hörte. Wohl theilte sie dies Niemand mit, aber ihr Herz hielt en diesem Glauben fest, wie an einem Heiligthum und die Vernichtung dieser Hoffnung es war r r .. ipre tzte nntiie mn, Lyren Schmer, m erhöben. Sie konnte dies nicht sagen, und das drückte ihr fast daZ Herz ab. m M. w m MM- ft Ms V j ya ie NlH vioar wreoeryotte ver neben ihr siehende Mann noch emmal. ..Glaub' mir, es wird keinem Menschen mehr auferlegt, als er trafen kann, Kümmerniß hast Du genug in Deinem Leben kennen gelernt, da oarst Du hos fen, daß auch für Dich bessere Tage kom men werden." WaS sind Worte für ein verzweifeln des Herz! Weniger als ein Strohhalm in schäumender Brandung, weniger als ein Regentropfen für eine . dürre Landschaft! Die unglückliche Frau hörte die Worte kaum, denn sie fühlte sich un sagbar elend. Platz da'! Platz da! Schert Euch zum Kuckuck, aber versperrt hier den Weg nicht!" rief ein Lastträger mit lauter Summe und drängte die unglückliche Frau unsanft an das (selaude. . Rosa ließ die vor die Augen gepreßten Hände sinken; sie blickte einem dicht vor rhr stehenden, mtt schwerer Krste belade nen Mann in die Augen, sie wollte zu rückfahren, das Brückengeländer gestatte te es nicht, ein halblauter Ausschrei ent xfl"A irrer xjnnt; Und auch Ire Mann war sieben & blieben, sein Auge war aus die Frau ge heftet, seme Gestalt schlen unter der schweren Last zu wanken, seine Hände konnten sie nicht länger halten, er ließ sie von der Schulter auf die Erde nie dergleiten.. Nosa Z!osa !" rres er. Andreas V erwiederte die Frau und orohte ohnmachtig niederzusinken. Der Lastträger sing sie mit seinen Armen auf rücksichtslos sich Bahn brechend, trug er sie von der Brücke an das Ufer und von dem Ufer in eine nahe gelegene L!estaaration, in der die Matrosen und Lastträger verkehrten. Auf einer Bank ließ er die ihm leichte Last nieder. Als die Unglückliche zu sich kam, blickte sie in ein paar liebe und treue Augen. Rosa, wie kamst Du hierher?" pag te der Lastträger, der kem Anderer war als Sanders, den sie m Amerika wie derzufinden hoffte, indem er die Hand der Frau fest in der feinen hielt. . Mit stockenden, abgerissenen Worten erzählte die Wiedergefundene daß es ihre Äbsicht gewesen sei, nach Amerika auszuwandern, daß ihr indessen in der Nacht zuvor Al les geraubt sei. Und Dein Mann V fragte Sanders, Er ist feit Jahren todt." -Todt! Und Du bist frei Z" Jak" . Frei Frei!" jubelte die kräftige Gepalt des Mannes mit den ehrlichen Augen auf und seine Rechte preßte die Hand der Frau so fest, daß sie hatte auf, schreien mögen. Nosa, das hat der Himmel söge sügt !" rief er. Dann sprang er auf und befahl dem Wirthe, das Beste zu bringen, was er habe. Sieh, Nosa,"i fuhr er fort, als der Wirth den Tisch mit Speise und Trank besetzte, was mich damals fortgetrieben hat, das weißt Du. Ich war in verzwetslungovoller Stimmung. Ich ging hinüber, fest entschlossen. Alles zu über Winden und zu vergessen, ich wollte nichts wieder von meiner Heimath und von denen, die ich, zurückgelassen, hören, als ich aber drüben angelangt war, konnte ich Dich doch nicht vergessen. Bon Ort zu Ort habe ich mich dort umhergetrieben, ich litt keine Noth, denn Arbeit fand ich überall, aber es ließ mir nirgends Auh5. Ich mochte nicht schrei ben und doch zehrte es an mir, daß ich von Dir nichts erfuhr. Fast zehn Jahre bin ich drüben gewesen, da trieb es mich zurück. Ich wollte in meine Heimath eilen und doch bangte mir vor dem Ge danken. Dich als Frau des Bauers wie der zu sehen. Daß Du richt glücklich fein werdest, das wußte ich. , Ich zögerte und gewann hier Arbeit, . gute Arbeit. Ich habe sogar Ersparnisse gemacht, ohne mich zu fragen, weshalb, denn an mein Alter habe ich nicht gedacht. Ich habe immer die Empfindung gehabt, wenn ich nicht mehr arbeiten' könne, dann sei es fertig mit mir und Zeit, daß ich sterbe. Nun sage mir, wie eS Dir ergangen ist." :;.:: : ; ;' V , Die arme Frau, die ihre Hand ruhig in der Nechten deS Jugendgeliebten ließ, erzählte langsam,' flockend von " ihrem traurigen Leben. Sie verschwieg Man ches, weil schon die Erinnerung daran sie erzittern machte, aber , es war doch nur ein trauriges Lied von Kummer und Herzeleid. ..Rosa," sprach Sanders, indem erdaö vor ihr stehende GlaS mit Rum auf einen Zug leerte, umsich ,Muth zu trinken. tuv niuvtuiituu viuiii Mi Kt kä Wehen Yi1 ifmUtrnnnr, eben viel umherqewor fen. Jeht habe ich , mich auf einer Scholle Erde festgesetzt, die groß und fest genug ist, , um , zwei Menschen , sicheren N - . ... r. rw r. r r t. cr caum zu gervayren. cy yaoe vie Ar eit nie gescheut und WaS ich jetzt treibe, W- T i" ,.: i.iili .. 2. . !,. . . f beit nährt noch Mehrere., Frage Dein Her?,, ob in ihm noch nachhallt, WaS, es einst , für mich empfunden, und wenn eS mir zustimmt, dann : nimm , hier 1 meine Hand, Du sollst keine Noth leiden, so lange ich Dir zur Seite stehe, und Du follft auch niemals sagen, daß ich verges fen habe, was ich Dir einst gelobt. Mein Herz hat die Prüfungszeit überstanden." Nosa antwortete nicht, sie konnte nicht sprechen, weil ihre Thränen es nicht ge statteten. Sie ließ es aber ruhig gesche hen, daß er sie an sich preßte, und als sie die Worte wieder gewann und ihm fagte, daß nur die Hoffnung, ihn wieder zu sinden, sie nach Amerika getrieben ha be, da jubelte er auf. Also mich mich hast Du ge sucht!" rief er glückselig. Und als mehrere seiner Karmeraden in das Zim w V vvntuitfivi WWV mj G mer traten, lud er sie alle ein, feine Gäste ... , ' . , r r n n zu sein, weil er den schönsten Tag seines LebenS feiere. Es waren urwüchsige und rohe Gefel len, die in der Schenke dort vorkehrten. w V ... Wtf Hl V . VVIVH, sttsiegtcn kräftige Flüchs. kLszMßen

WWMWML

und fest mit der Faust auf den Tlcy zu pochen, wenn der Wirth ihnen nicht so fort brachte, was sie begehrten. Als aber Sadoers ihm seine und Nosa's Lebensgeschichte erzählte, waren sie lu stig, aber wagten kaum laut zu spre chen. Es war, als ob auch bei ihnen das Gefühl der ersten Jugendliebe leise Nachhalle und die hat immer etwas Hei liges. In der Familie eines Freundes brachte SanderS Rosa .unter, bis er für, ein ei genes Heim Sorge getragen. . AIS am folgenden Morgen bei der Hochfluth der Dampfer die Anker lichtete, um mit eintretender Ebbe den Hafen zu verlassen, da standen Sanders und Rofa auf der Landungsbrücke, um den Schei denden noch ein Lebewohl zuzuwinken., Sie standen Hand in Hand da und auS den Augen der Frau, die am Tage zuvor so verzweiflungsvoll geweint, die gemeint hatte, das Leben nicht länger er tragen zu können, leuchtete der jungfräu liche Glanz und das jungfräuliche Glück einer Braut. Sieb," sprach Sanders, indem er Nosa's Hand fest drückte, es ist doch Alles gut geworden. Du warst gestern in Verzweiflung, weil Du nicht mitfah ren konntest, und wedn Tu jetzt auf dem Schisse wärst, dann würden wir uns Wohl im Lsben nie wieder gesehen ha ben. Ich meine, eS ist gut so gekom men." Er riß die Mutze vom Kopfe, schwenkte sie in der Luft und rief den dem fremden Lande entgegen Fahrenden ein lauleS: Hallo, Hallin !" nach. Der Nomstt einer Acrlinerln. Der Prozeß einer unglücklichen Ber linerin gelangte am 29. Dez. v. I. vor d:m Gerichte in Como zur Verhandlung. Fräulein Laura Maß, eine Berlinerin von Geburt, die seit einiger Zeit in Italien als Sprach und Kla vierlehreritt ansässig ist,, nahm ouf der Anklagebank Plaj;. Der gegen sie ein geleitete Prozeß bildete den Abschluß einer langen Reihe trauriger Ereignisse. Vor zwei Jahren wurde Frl. Maß, die damals als Erzieherin in dem Hause öes sehr reichen Mailänder Großkaus mannZ Ccssia lebte, Mutter eines Kin s'eS. dessen Vater der Älteste Sohn des Hauses war. Fräulein Maß wurde aus dem Hause gejagt, eine Zeit lang unterstühl und schließlich vcrlasscn. Im ätzten Sommer schrieb die unglückliche Dame, die sich mit ihrem Ninde in dem denkbar größten Clend befand, einen herzzerreißenden Brief an , die Familie Cessia und bat um eine kleine Gabe. : Da fie keine Antwort erhielt, begab sie sich nach Banano, wo die aesamMte FamNie eine Sommerwohnung inne hatte, und nachdem sie noch .mehrere Bittbricfe geschrieben, deren Annahme verweigert wurde, lauste sich Fräulein Man ein lanacs. m einer Scheide Ixt gendes Messer und sagte jedem, der es hören wollte, Ut w irgend ein Mit alied der Familie Sessia niederstechen werde. Die Cmabinieri. nahmen sie deshalb in Haft und führten sie in das Ge änanln von Lecco. Unter der An klage der versuchten Erpressung und der Bedrohung stand die junge, sehr schöne Dame vor dem Gerichte in Como, als sie in schlichten, einfachen Worten ihre traurige Lage schilderte und erzählte. dan ne mcht d:e Absicht aehabt habe. irgend etwas.zu erpressen, sondern nur den Batcr Ihres mdes um emen lacher lich geringen Beitrag für den Lebensunterhalt des letzteren gebeten habe, ging eine Bewegung des Unwillens und der Rührung durch das ganze Publr kum und auch die, Richter konnten sich dieser edlen Aufwallung nicht cntzie hen. Die Zeugen und selbst der Haupt bclastunaszeuae, Sessia Sohn, sagten zu Gunsten der Angeklagten aus und stellten übereinstimmend fest, dan die Drohungen mit dem Messer nicht ernst zu nehmen waren. Der Staatsan walt hielt zwar die Anklage, aufrecht, seine Rede glich jedoch eher einer Vertheidigungsrede. als einem Staatsan walts'Ptaidoyer. Mit großer Warme sprach er von dem unerfahrenen Mad chen, das fern von der Heimath den Lockungen, eines eleganten Lüstlings erlegen und dann dem bittersten Elend preisgegeben worden sei. Er beantragte für die versuchte Erpressung das Mini mum, der im italienischen Gesetze für diesen Fall vorgesehene Strafe, die zwei Jahre Gefängniß und außerdem einen Monat w?gen des unerlaubten Tragens einer gefährlichen Waffe. Der , Ver theidiger Dr. Eilardi, plaidirte unter großem Beifall , des Publikums,. das in Italien seine , Beifallsaußerungen auch im Gcrichtssaale kund gibt, fü' Freisprechung. );, iZ:?.:; ; Der Gerichtshof schloß sich dcn,ÄuZ. sührungen der Vertheidiauna,! an und sprach die Angeklaate frei ; wegen des s ; i s:. ist fx-'" cm v ! K .rlV"u,Vlr ! slort lur Ne bezahlt wurde , und ar von dem Staatsanmalt Dr. ' Bacchlaloill.' der , nch . auch d?s KindeS ' fvi. i iitrrtt TAiif intvi n n 1 1 i nUt, a11 ),." , tuyiutucc ' Weise angenommen hat und e? zu adopI ..'.,.' ! ' w i 1 i i i il tircn gedenkt. ii,,. 'w-ll thi;MstKrt;C;i tnlWort!: Geldverleiher zum , Studenten : Also, junger Herr, heute werden Sie mir Hof fentlich, , ,, den Wechsel, bezahlen?" Kann ,' nicht." Sie haben mir doch versprochen, daß ich der Erste sein soll, den Sie zahlen. Heute ist schon der 15. und ich habe mein Geld noch immer nicht." Nun, Freundchen, , ich haoe mein Wort gehalten ; es kann sich Nie mand rühmen, von mir einen Heller ' be kommen zu haben !" Die SchlotheimerZtg." schreibt: ..An die aeebrten Abonnenten dieses Blattes ! Jeder von Ihnen feiert gewiß gern Kirmse, und die Buchdrucker auch ; es würde unö dies aber nicht mög lich sein, wenn wir eine Zeitung na i ff M. . Fa. t t r ' Donnerstag drucken mußten, deshalb wmlt rt ftMfflsltftf W,iirin ttnn werden die aeschätte Leserinnen und Leser verzeihen, wenn die nächste Don nerstagS'Nummer der ttirn,se wegen auS fällt. Die Expedition.". O du glückli . jr ff t t . , . SWktLU'

Gin Sttavenkrieg im Orient

.cii 5. Seenger. Orientalische Skinen" nennt dcr4 Stcaßburger Professor Theodor Nöldele. der vor kurzem erst von der Universitat Cdinburg zum Ehnndoctor für ganz hervorraqcnde und beiondns fruchtbringende Leistungen auf dem Gebiete der semitischen Sprachen" er nannt worden ist, eine Sammlung von neuuAuflützen, die zum größten Theil 0)tt. m einMie vprsoden aus der Geschichte des Islam zum Gegenstand.' haben. In der fünften Abhandlung gibt uns der Verfasser eine eingehende Schilderung jenes Stlavmaufstandes, der die Herrschaft der Abbasioen aufs ernstlichste gefährdete und : während eines Zeitraumes von dreizehn Jahren die Städte und Lander am unteren Tigris schweren Verwüstungen Preis gab, von deren Folgen sie sich nie wieder ganz erholt haben. . Das ungeheure Reich der Mbasidcn erstreckte sich damals etwa vom heutigen russljchen Turlestan und dem, ndns bis nach Aden, Algerien und dem ost Nchen Kleinasien; es war an Flächen räum weit größer als das romrzche Reich zur Zeit seiner größten Ausdchnung. aber an Einwohnern viel ärmer, line einigermaßen feste und sichere Re kierung dieses Ländercolosses war schon deshalb und außerdem auch aus geographischen Ursachen . sehr erschwert, und nur ein Herrscher mit hervorragen den Fähigkeiten war im Stande, den Frieden und die Ordnung im Reiche wenigstens zeitweife aufrecht zu erhal ten. Und es hat der Dynastie der Abbanden nicht an solchen Herrschern ge kehlt. Harun ar Naschid und noch mehr sein Großvater Mausur, der Erbauer von Baghdad und Begründer der späteren Bl ilthe des Reiches, der am 7. Oclober 775 starb und dessen Lebenslauf Nöldeke im vierten Aussatz seiner Cri mt'Skizzcn" ausführlich beschreibt, hatten wenigstens soweit bei einem orientalischen Reich überhaupt von Gerechtigkeit und innerem Frieden gesprochen werden kann durch nicht gewohnliche Gaben des Geistes und durch rücksichtslose Energie geant sich und Andere eine rechtmäßige Handhabung der Verwaltung lUnd der Gerichtsbarkeit von Seiten der Beamten erzwungen und die Ruhe im Lande gesichert. Allein sehr bald nach dem Ableben Harun ar Raschids, am 23. März 809, begann der stolze Bau in seinen Grundfesten zu wanken. In der Nacht des 11. oder 12. Tecembcr 891 würde der Chalif Mutawatttt auf Anstiften seines eigenen Sohnes ermordet. Tcn daraus folgenden trostlosen Zustand im Reiche' schildert Nöldeke folgendermaßen: Die türkischen und sonstigen Trup. pcn erhoben und stürzten die Ma i ?n die Besehlshaber, größtcnthcils eyeiNalige Sklaven wie ihre Untergebenen, stritten um die Herrschaft, waren aber oft selbst wieder von der Laune ihrer Soldaten abhängig. In den Provinzen traten neue Gebieter' auf, die es nicht immer mehr für nöthig hielten, den Chalifen wenigstens äußerlich als ihren Herrn anzuerkennen.. . . In den großen Städten der Tigrisländer gab es arge Pöbelunruhcn. Frieden und Sicherheit hatten nur die Landschaften, in denen ein thatsächlich unabhängiger Statthalter fest und streng regierte." Nur in diescn traurigen Verhältnissen läßt sich eine Erklärung dafür finden, saß ein gewissenloser, aber genialer Abenteurer. auf die verachtetfte aller Voltsclassen, die Sklaven, gestuft nicht weit von der Hauptstadt des Ru ches etne Herrfchaft begründen und jahrelang die benachbarten Gegenden ausplündern und verwüsten konnte. , Der Schauplatz dieser für die Zustände im Reiche, der Chalifen 'charatte ristischen, von Nöldele ausführlich und anschaulich geschilderten Episode ist nur noch annähernd zu bestimmen: eS war das Mündungsgebiet des Euphrat und Tigris, das zelbzt ,n seiner gegen wärtiaen Gestalt nur mangelhaft er forscht ist und das außerdem seit, jener Zeit mannigfache Umwandlungen er litten hat. Am unteren Euphrat, der sich an , seiner Mundung ' in ern großes See- und Sumpfgebiet ausbrei-, tcte, lag Basra, bedeutender und grö ßer als die heutige mehr östlich aele gcne , Stadt gleichen Namens. ,!, Dieser Ort und tklne nächste Umgebung war von unzähligen,, man sagt, mehr als 120,000 Kanälen ' durchschnitten und war mit dem damaligen Hauptarm des Tigris, dem jetzigen Schatt el Hai, an dem , die große, Stadt Wastt ! lag. durch zahlreiche, zum 'Theil, für große Seejchlffe zugängliche Wasserstraßen verbunden. Öcstlich l von .Basra waren ausgedehnte, !von Gräben durchzogene Ebenen, deren fruchtbarer Unterboden von , einer Schicht salzhaltiger Erde bedeckt,,, war. Hier ! nun hielten reiche Unternehmer große , Massen schwarzer Sklaven, um den in der oberen Schicht befindlichen Salpeter zu gem.nnen und zugleich den frucht baren oden auszuschließen. ' Die Heimath' der Sklaven war die Ostküste Afrikas, das Land dcr Zendsch eigentlich Zeng (Zangcbar, ,, entstellt Zanzibar). In der Vereinigung dieser Sllavcnmengen lag zugleich die Mög lichkeit und die Bedingung ihrer ac wattsamen Erhebung, da nur bei glcicher Erbitterung gegen die Herren ein gewisses Gemelngesühl und unter gun stigen Umständen das Bewußtsein der eigenen Stärke sich ausbilden konnte. Daß der Held unseres SklavenkriegeS es verstand, diese Kraft in Bewegung zu teyen und zu einer furchtbaren Macht auszubilden, ist ein Zeugniß seiner Genialität. Darum spielt denn j Ali, Sohn Muhammed'S, angeblich auS dem Dorfe Wermin. nickt weit vom . , " ' heutigen Teheran, m den Annalen sei m Oiii i ..d. tHm kA 5! ner Zeit eine große, wenn auch wenig rühmliche Rolle. Er gab sich für inen Abkömmling AliS und seiner Frau Fatima, der Tochter des Propheten, aus; eine Angade, die weder unbedingt

zweifelhaft, och;, unbedingt erwiesen

lt. Ehe Ali seine Pläne zu verwirklichen begann, hatte er bereits aus den un ersten Schichten der Bevölkerung nanentlich aus, den Freigelassenen, sich iich und ergebene Helfershelfer aus --'"Xtrri 1 i C:mvti ..,? CVnA ' gesucht. Hin 10. September des Iah es Lb9 rief er die Sklaven zum one im Jäjupie crnf. 6r - üekn: lincn die Herstellung wahrer ' Gesenlichkeit. Nur wer ihm folgte, war gläubig und erwarb -die; hunmlnchcn und irdischen des wahren Muslims. Ädcr mit solchen religiösen Beweggründen allein hätte er wohl wenig ausgerichtet. Sie warm nur das Gewand, in das er seine irdischen Versprechungen, die dem gemeinen Empfinden der rohen Masse angepaßt waten, . kleidete. Diese Acrißunqen sind recht bezeichnend; er versprach seinen Anhängern: Freiheit. Vermögen und Sklaven; also nicht twa allaemelne Freih.'lt und Mückzc !i gleit, fondern Umkehrung der beste hendm VcrNltniste. Stellt man außer dem in Nechnung, daß ein Mann mit solchch Wcrheißüngm den Sklaven als ein Abgesandter Gottes, für den er sich auch wohl, wenn niazt selber hielt, so doch ausgab, leicht erscheinen konnte, so wird man sich nicht wundern, . daß Ali mit seinen Lehren einen vollständigen Erfolg erzielte. In Schaarcn von 80500 Köpfen zogen die Stlavcn dem neuen Messias zu. Die, Eigenthümer versuchten an fangs mit allen Mitteln, den drohenden Ausstand hintanzuhalten, sie versprachen sogar dem All fünf Goldstücke für jeden Sklaven, den er ihnen ausliefern werde. Aber treu einem den Sdntrnr zen gegebenen Schwur hat er bis zu sei nem Tode zu rbnen gehalten. Daqegen bat er die Aufseher niederen Gra des, acaen die, wie immer. Izt Horn seiner Anhänger sich hauptsächlich richtetc, geschont und entlassen, nachdem sie von ihren einstigen Untergebenen tüchtig durchgeprügelt waren. Eine werthvolle Vermehrung inner Kräfte erfuhr Ali durch die schwarzen Soldaten, die. namentlich nach Niederlagen der Negicrungstruppen zu, den Zendfch überliefen. Ueber die innere Einrichtung dieies merkwürdigen, grögtentheils aus ehemaligen Negersklaven gebildeten Näubcrsiaates erfahren wir leider so gut wie nichts. Tie großen Erfolge Ali's haben ihren Grund einmal in seiner vortrefflichen Leitung der Massen, dann in den günstigen Terrainverhültmgen und endlich in der natürlichen tapferkeit der Ostafrikaner, die ja auch deut : - a - f- ? " . l. . '. ' jcye urncicrc in oer neueren zu eigenem Nachtheil kennen gelernt' ha. ben. Die Verpflegung seiner großen Kriegsmassen mag' durch freundliches Entgegenkommen der Bauern in den benachbarten Dörfern die von ihm ebenfalls Verbesserung ihrer Lage er hofften, : erleichtert worden fein. Allein als das ausschlaggebende Moment in den nun folgenden Kämpfen muß das geniale Feldherrutalent des großen Empörers angesehen werden, ' der z. B. schon am Tage nach einer schweren Nie? derlage am 23. October 809, da sein Heer von den Einwohnern von Basra zersprengt wurde und er selber kaum dem Tode entrann, mit seinen NegerMassen das Heer der Städter fast vernichtete. Ein ganzes Schiff lies er in jenen Tagen mit abgeschnittenen Köpfen beladen und auf 'einem Kanal nach Basra treiben. Die Stadt selber wägte er damals sechs Wochen nach seinem ersten Auftreten noch nicht anzugreifen. In. der Residenz der Chlcn. Samarra, drei Tagereisen ' oberhalb Vaghdad am Tigris, ging wieder ciru mal alles drunter und drüber. Die gegen Ali gesandten Truppen entbchrlen deshalb der rechten Führung und wurden in Bälde überwunden oder ganz vernichtet. Am 19. Juli 870 fiel Obolla, eine blühende Stadt am Tigris, am 14. August Ahwaz, die Hauptstadt von Ehuzistan l,Susiana) in die Hände der Rebellen. Obolla wurde ein, Raub der Flammen, seine Einwohner . wurden niedergemetzelt. Und, bald sollte, Basra das gleiche, Schicksal erleiden. Am ,7. September 871, während' des Freitags gzttesdienstcs drang ein Negergenerat zum ersten Male in' die Stadt und versuchte, sie an mehreren Stellen anzu zünden, am anderen Morgen wurde sie von den Truppen, der Zendsch bcfcßt. Fürchterlich war nun das Morden. Die geringste Schätzung gibt die Zahl der, in Basra Gctödteten auf, 300.000 am Die erbeuteten Weiber und Kinder wurden, in die,, Sklaverei geführt; die vornehmsten Frauen wurden mcibietend verkaufte 1 1 1 1 1 Inzwischen hatte! der spätere Ueter winder der Zendsch die Zügel der,, Re gierung in die Hand bekommen. , Im Juli 870 war der fromme Chalif Muthadi ermordet und sein , Vetter Motamid zum Beherrscher der Gläubigen ausgerufen worden. ' Dessen Bruder Muwajfek übernahm die Leitung der Staatsgeschäfte und damit, die Füh rung des Kampfes gegen die Schworzen. Allein auch er und noch mehr feiner Unterfeldherrn lernten in verschiedenen schweren Niederlagen die Tapferkeit und Kricgstüchtigkeit der ! verachteten Stlavenmassen kennen. ,Ali war einsichtig genug, ; die eroberten Städte nicht dauernd besetzt zu halten, sondern brach von Zeit zu Zi'it zu großen Raub und Eroberungszügen aus dem Sumpfgebiet aus. Auch kamen andere Anführer, besonders der Kupferschmied Jakub, dessen Aufstand und Eroberungszüge Nöldeke im sechsten Aufsatz eingehender dargestellt hat, ihm ohne es zu wollen und ohne Rücksicht auf ihn zu Hilfe, so daß seine Macht im Jahre 879 nach mehreren glücklichen Kämpfen größer war, als je zuvor und seine Truppen bis Sschardscharaja, etwa 15 Meilen unterhalb Baghdad vordrangen und sich die geängstigten Bewohner des Landes nach der Hauptstadt flüchteten. Da aber trat die Wendung ein. Am 4. Juni 879 starb Jakub; mit seinem

Bruder und Nachfolger Amr schloß Muwassak sofort Frieden, uin seine ganze Macht gegen die schwartn Näuder verwenden zu tonnen. Mit groue?

ucberleguiig und ungewöhnlicher c hutfamkcit ging kr dabei vor; bcdtutende Machtmittel standen ihm zu Gcf.; .. !ÄV lEUU hole, aber langsam und zögernd holte er zum' entzcheidenden schlage aus. Im Jahre 881 waren die Ncgcr aus allen bis dahin , eroberten Landern ver drängt und auf. ihr eigentlich? Sumpf gebiet beschränkt in und um Muchtara. die ..Auserwühlte" eine große vom 9Zegerfür?e,n nach feinen ersten ErM gen gegründete Stadt, die etwas unter halb Basra am Westujcr des AgriZ lag. Sie war durch Kanäle und a::ch durch Ägmttiche Befestigungen Zur Ver theidl'glmg , gerüstet: auf den Wällen standen sogar Wurfmaschinm. An Menschen fehlte es nicht, wenn auch die Angabe, daß J00,000 Kämpfer dem Aegers'ürstm zur Vcrsügung ge standen haben sollen, als eine starke Uebertreibung anzusehen ist. Muwaffak richtete sich von ,vornherein ns.'eZne lange Bclagcrung ein und erbaute Muchtara ' gegenüber eine - Lagorstadt, der er den Namen Muwasjakija gab. Seine Truppen waren bei der nun folacnden langwierigen . Belagerung der Negerstadt in den'offcnen Gefechten bei Weitem nicht immer siegreich; allein in der fast von allen Seilen cingefchlosse n::t Stadt wacht: sich bald wr Mangel an Lebensmilteln sehr fühlbar, und Muwaffak wußte die hieraus fo'gcnd: Unzufrieocnhcit der Schwarz? zu in mm Vortheil auszunützen: Die Nebeln len, welche Ali verließen, erhielten Ver zeihung und oft reichliche Belohnung. Das war nicht gerade edel und tapfer. aber klug gehandelt und wirkt am, sodas d?r Abfall der Offincre Alls immer haunger wurde, je mehr sich seme Lage verschlechterte. Trop.dem hielt sich di Bim bis zum 11. August 188). Da brach mit der Erstürm ang der selben durch die AegierungNruppcn die Macht und das Reich der Schroarzcn zuzammen.. All sclvst jou nacy nicyr unglaubwürdiger Angade nch dcrgistct haben, als er Alles verloren sah; am Sonnabend, den 23. November 88:,!, zog Abul Abbas, der Sohn des Muwa:sah der am Kampfe gegen Äli rüü::li chen Antheil genommen batte, n:!t re::r auf eine Stange Mtn ilco d:s Negerfürstcn in die Hauptstadt Bagh?ad em'. MuchMra uno Muaffalija sin) schon im folgenden Iabrhundert aus der Reihe der von dcn Gcographrn rrwähnten Städte , verfchwundm. Ter Sohn AliZ, der mit fünf höheren Befehlshabem gefangen genommen war, wurde, mit diesen 835 anläßlich eines ncnen Aufruhcs der. Ncgcr im Kerker Zu Wäsit geköpft. So endete", schreibt Aöldcke am Schlüsse feiner in gefälliger Form manche interessante Einzelheit bietenden Darstellung, Jo endete einer der d!u tigstcn und vcrbeerendsten Ausstände, von denen die Geschichte Vorderasicns berichtet. Seine Nachwchcn werden sich noch lange fühlbar gemacht haben und es ist kaum zweifelhaft, daß sich die Städte und Lander am untern Tigris nie wieder ganz von dcn Verlusten erholt haben, die sie damals erlitten." Ter Name Tayomey. . Eine interessante Erklärung über den Namen des afrikanischen Landes Dahomey, das die Franzosen, wie es scheint, cndgiltlg unterworfen haben, findet sich in einer französischen Zelt schrift. Die Volksetymologie führt den Namen Dahomey auf den barbarischen Gebrauch zurück, ein menschliches Wesen zur Sicherung eines' nen errichteten Gebandcs zu opzern. Im 17. Jahrhun dert empfing der König von Kanua, mit Rainen Da. (die Schlange), einen flüchtigen Prinzen aus Allada. Tacon donoü. Leyterer zeigte sich in seinen Forderungen so verwegen, daß sein Äastfrcun'd ihm sagte: Prinz von Allada. Tu bist ein Undanlbarer; Deine Vcftrcbungen gehen dahin. Hüt tcn bis auf meinen Leid hin zu bauen." Und was der König mir bildlich an deutete, sollte schreckliche Wahrheit wer den. Ter Flüchtling neieinigie de trachtliche Kräfte, griff Zincn Sohl thäter an besiegte ihn l'.no ließ ihn lebend in eine Grube werfen, auf der er dann seinen Palast baute, welchem man den Namen, Tahomeq (Tahome, Leib des Da) gab. der dann später auf das gc'nze Land überging. - I n einem Vertrag, den kürzlich ein Mitglied , des Berliner Zweigvereins vorn Allgemeinen,, dcut schen ,Sprachoerein hielt,!, wurdet die Witz- und Spitznamen behandelt,,, an denen die deutsche und englische Sprache viel reicher ist;! als die französische und italienische. , Ten Scharfrichter,, nennt, man Hauptkassirer, den SO'.iettendich ter, Vierzchnender und vom Second, licukenant heißt eZ, daß er zwei Stern-, warten mit sich herumtrage.,, Tieuitarre'wird Polkschinken genannt, uuö der Fernsprecher besitzt trolz seiner Iu gend bereits eine stattliche Äcihe Volksthümlicher Bezeichnungen. ,,, Man nennt ihn Plappcrschlange, Plauderschnur, Sprachstrick, Meilenzunge, ,Sprcchpost,! Quasielstrippe. ,! Von sonstigen cherzen, die der Voiagcnde mittheilte, s'i die Kasernenhof.! tv erwähnt: Äch. tung! oder ich lau Euch brummen, bis der jüngste von Euch der älteste wird," sowie der Wortlaut einer Gebrauchs Muster-Schutzanmeldung. welche lautet: Eine runde Trinkflaschc su Säuglinge mit flachem Boden." Gefährlich. Commis (in einem Handschuhgeschäft, zur alten Jungfer): Mein gnädiges Fräu lein, darf ich um Ihre Hand bitten? Alte Jungfer (den CommiS stürmisch umarmend): Ewig die Ihre! Wiefs kommt e S. daß man vor jedem hohlköpsigcn Parvenu dcn Hut zieht und sagt: .Ich habe die Ehre!" Es sollte doch richtiger heißen? .Ich ehre die Habe!'

m ! l '