Indiana Tribüne, Volume 16, Number 130, Indianapolis, Marion County, 29 January 1893 — Page 2
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Canadas berühmtester Indianer. Von allm lebmden Indianern in der canadifchm Dominion hat keine? einen solchen Ruf hier sowohl wie in Europa erlangt, wie der SOjährige Sa chem Gabe" in New Brunswick, der ehrwürdige Häuptling des MiliceteStammes, der Jäger. Philosoph und Weltreifende, mit vollem Namen Gabriel Aquin genannt. In ungewöhn licher Rüstiateit verbringt ti seinen Le bensabend m dem Dörfchen St. Ma ry'S gegenüber Fredericton, in dessen Straßen er noch heute eine der bekann testen Figuren ist. Einst gab eZ kaum einen kühneren und glücklicheren Clennthierjäger in ganz Nordamerika als ihn. Außer dieser Eigenschaft hat er aber sonst wenig von dem an sich, was man an Indianern gewöhnlich sucht, abgesehen natürlich von der Gestalt und Haut färbe und jener Biederkeit, wie sie im seren Naturkindern eigen ist, sich aber auch mit Verschlagenheit beiträgt. Man thut übrigens nicht gut. in der Unterhaltung mit ihm das Gespräch aus die Clennthiere zu bringen; sonst
wird er wehmüthig und macht Bemer kungcn wie: Ich glaube, daß in 50 Jahren diese stolzen Thiere vollständig verschwunden sem werden, und dleJn dianer auch! Ein Elennthier ist in einer der aufregendsten Erinnerungen feines Lebens verwoben. Eines Tages, als Gabe für den britischen Major Blaine auf die Elennthierjagd gegaw gen war, kam plötzlich ein riesiges 6 xemplar mit Donnergepolter aus dem Dickicht gestürzt, setzte gerade über den Bufch, in welchem Gabe versteckt war und brach dem' Häuptling ein Bein. Er batte trotz seines furchtbaren Schmerzes Selbstbeherrschung genug, keinen aut von sich zu geben: sonst würde sich ohne Zweifel die wüthende , Bestie umgewandt und ihn mit ihren lanzenartigen Hufen in die seligen Jugdgründe befördert haben. ' ÄlZ vor 30 Jahren die britischen Prinzen Albert und Alfrelzsas canadi sche Dominion besuchte, war Gabe ihr beständiger Führer und Berather, und einmal rettete er den Prinzen von Sa les vor dem Erninkungskob im St. Johnfluß. Vor zehn Jahren besuchte der Häuptling die internationale Fischeeiausstellung in London, wo er allge meines Aufsehen erregte; alle Mitglieder der königlichen Familie, ausgenommen die Königin selbst, machten ihm ihre Aufwartung und boten ihm ein herz licheS Willkommen. Gabe befitzt ein riesiges HandschriftenMum, auf das er mit großem Stolz hinweist, und in welches Hunderte von Handschriften britischer KömgshausmitgÜeder und b kanntcr Edelleute eingetragen find. Die, seS Buch enthält auch eine Reihe merk, würdiger Reifesufzeichnungen und führt den eigenthümlichen Titel: Diploma tische und Staats-Correfpondettz des Melicete-Jndianers Gabe. Nebst einem Bericht über seine Reisen und Empfange während der Großen Internationalen Fischerci'Ausstellung 1883. Im Ver. kehr mit fürstlichen Persönlichkeiten ist der Häuptling niemals zu einem Hof Nng geworden, sondern hat sich stets gleichfalls als Souverän und Ihres gleichen zu geben gewußt. Wer sich ihm gegenüber mit berablassender Freundlichkcit" benimmt, kann sich aus eine rasche und gesalzene, wenn auch ele gante Abfertigung gefaßt machen, zumal Gabe ein Mensch'von sehr schlag fertigem Witze ist DaS Ergrauen der Haare. , Was es mit dem plötzlichen Ergrauen der Haare für eine Bewandtnis hat, ist noch nicht genügend aufgeklart. Die überlieferten Beispiele, daß Personen, wie Marie Antoinette, Thomas MoruS. Ludwig von Bayern über Nacht graue Haare bekamen, sind keine wiffenschaftlich untersuchten Fälle, daß aber die Möglichkeit des plötzlichen CrzrauenS eines Haares vorhanden ist, dafür könnte der französische Physiologe Brown-Sequard eintreten, welcher vor einigen Jahren über , eine an sich selbst gemachte Beobachtung folgendermaßen berichtete: Ich fand an meinem bims len Bart eines Morgens an einer um schrieben Bitte einige HMre grau; diese Wahrnehmung überraschte mich, und um festzustellen, wie es mit dem Ergrauen zugehe, zog ich die weißen Haare mit einer Pincette sorgfältig aus. Am nächsten Tage fand ich in der nächsten Nachbarschaft jener Stelle wiederum einige Haare ganz grau; ich zog auch diese aus und sah am nächsten Morgen abermals einige Haare ent färbt " Das Ergrauen der Haare im frühen Alter dagegen ist ja eine, be kannte Thatsache Es trifft nament. lich brünette Personen und ist sogar erblich. Ein Mittel, grau oder weiß gewordenen Haaren die ursprüngliche Farbe zu verleihen, gibt es außer den sogenannten Haarfärbemitteln nicht. Die legieren sind parsümirse! Lösungen von Blelialzcn, vor welchen nicht ae nug gewarnt werden kann;1 oder von Höllenstein, denen Anwendung harm loser ist. Außerdem werden benützt Wallnuertrakte und Ammonlak-Ber bindungett. 'St''- ? ''!:":: v 111 Freiheit. Die Freiheit wird, ich bleib' dabei. Nicht eher zeigen sich aus Erden, h,' Als bis die Menschen einig werden Erst über das, w a s Freiheit sei. ! ; , I; 1. 1 j;; ,:f i;- ifiiili;:!'::!:'''!,-iti-;l:!':;,:-i' 'iT." :"--: - Böser Nachsatz. Bleibst Du m!r auch trcui fragt ! schluchzend Jette ihren Schatz, eznen waaeren Mus ketier, , der , als ' Zweijähriger in seine Heimath beurlaubt wird. .Ja. ich bleibe , Dir treu," entgegnet August ?! überzeugungswarm .wenn ich wie derkomme.- : Werthschätzung. A: O, , diese Sirene hat mich mein ganzes Ber ' mögen gekostet!" B: Und mich den 1 Verstand'.- A: .Sie kommen halt überall ant mea!-
ahlköpflgreit. i C5 ist eine allbekannte Thatsache, daß Kahlköpsigkcit, namentlich vorzei tige, bei Männern viel häufiger vor kommt, als bei Frauen. Außerdem lichtet sich bei den Männern die Stirn und Hinterhauptgegend zuerst, so baß auf der Hohe des Scheitels nur noch eine schwache Brücke von Haaren die dichtbestandenel: Schläfen verbindet, während das Ausfallen der Haare be! den Frauen durchweg an anderen sei len des Kopfes, nämlich auf der Höhe des Scheitels und hinter den Ohren ansetzt. Worin liegt nun der Grund dieser auffallenden Verschiedenheit? Es kann keinem Zweifel unterliegen, daß die hygienisch völlig widersinnige Kopf bedeckung der meisten Männer die Hanpturfache ihrer Kahlköpfigkeit bildet. Gerade das starke Geschlecht trägt eint warme, das schwache eine leichte, luftige und nie beengende Kopfbedeckung, die auch im kalten Winter wenig Schutz gegen die Unbilden der Witterung gc währt; im Sommer ist buchstäblich der Sonnenschirm die eigentliche. Kopfbe
deckunq der Frauen. Und die häufige ?T ?" r . t't A ststti. Einwirkung freier und frischer Lüfte übt eine heilsame Abhärtung aus, wäh rend die Männer ihre Kops haut unter dem undurchlässigen und dichten Hut meist so verzärteln, daß sie aus einem geheizten Zimmer ohne Hut kaum über einen Gang zu gehen wagen. Aber nicht allein, daß der Hut dem Kopfe Luft und Licht nimmt, sondern es er fährt die Kopfhaut überdies zwischen dem steifen Hutrande und dem knöcher neu Schädel noch einen argen Druck, me formllche Strangulattonsfurche lst ja die Folge, der, immer die gleichen yautstellen trejzend, oft stundenlang andauert und sich durch Jahre wieder holt; Gefäße und Nerven, die die Haut des Scheitels versorgen und diese Einschnürung passiren müssen, leiden da durch in ihrer Ernährungsthätigkeit. Dazu kommt der übermäßige Schweiß unter m undurchlässigen Hülle, dessen alze und Fettsäuren die Kopfhaut er weichen und ihr Gefüge lockern, so daß sie obersten Schichten ihre normale Le benssauer nie erreichen, sondern sich schon vorzeitig abstoßen. Kurz, unter ser naturwidrigen Enthüllung eines Körpertheils, der von Natur schon be kleioet ist und deshalb viel weniger chukes bedarf, als unbehaarte Körperflächm,- werden die natürlichen Er.ff r; x. . jin n nayrungövorgange vq zunacyir nez zern, darum sich aber auch um so eher :rschöpfen. Eine andere Urjache des srubzeitlaen Haarverlustes, die der landläufigen Zlnschauuna völlig zuwiderläuft, sieht Dr. Seeger in Wien wie er in seiner Studie in der Wiener Klinik" .Ueber gorzeitige Kahlheit" darlegt in dem Kurzträgender Haare. Kurzgejchnittenes . i r .? . , . . .. . paar ernten an axait einmal, ourcy örönnung des Markkanals, dunn.auch dadurch, daß es schneller wächst als so! ches. das eme bestimmte Lange bereits 'rreicht hat. Durch den gehobenen Stonwechlel in der Haarpapille erschöpft sich die Leistung, der von der ?!atur übernommene Grundstock des Vermogens der Haarerzeugung wird zn schnell verbraucht, der Druck des Hutes behm vert bei kurzgeschnittenem Haar die Ernährungsverhältnisse noch mehr und läßt nur unzureichenden Ersatz zu, da her verschmachtigt sich der Nachwuchs an Haaren mehr und mehr, d:e Papu len vermögen nur noch Wollhärchen zu erzeugen und veröden allmälig ganz. Auch' bei Frauen treten am Scheitel oder hinter den Ohren, wo der Ausputz der Haare vielfach starke, und mihal tende Zerrung bedingt, infolge dessen mit der Zeit ebenfalls Ernährung' ftörungen und somit Verödung der Haarfollikel und Verlust des Haares ein. Nicht selten siebt man in emer Familie die Glatze durch Geschlechter glätt zen. Tr. Seeger erklärt dies aus emer gewissen Erblichkeit, in der Schwäche des Haarbodens, wo die haarbildendcn' Organe weniger krast voll und mächtig entwickelt sind, als z. B. bei starken, borstigen Haaren. Daß von vornherein Unterschiede in Kraft des Haarbodens bestehen, laßt sich schon daraus folgern, daß es Men fchen mit zarter und mit derber Haut gibt; außerdem beweist der Widerstand, den 'die Kopfhaare verschiedener Perso nen dem Ausziehen entgegensetzen, daß der Eine feine und lockere, der Andere dicke und tiessitzende' Haare erzeugt. In dieser angeborenen Schwächlichkeit des Haarbodens und in der häufig damit verbundenen Anlage zum Kopf schweiß, hauptsächlich aber in der im natürlichen Behandlung der , Kopf schwarte durch die Kopjbcdeckung ,hat man die Ursache der vorzeitigen Kahl köpsigkeit zu suchen. ' Bei den Maßregeln zur Abwehr aller das Haar bedrohenden Schädlikeiten gilt als oberster Grundsatz, den Kopf so wenig wie möglich' warm !einzuhül' len. ! Die meisten Kahlköpsigen führen sa auch den Beginn und den raschen Fortschritt ihres Zustandes stets auf kine bestimmte Jeit zurück, wo sie, bei unpaffender Kopsbedeckung (z. B. unter dem Helm) bäufig Kopsschweißen ! usgesetzt waren. Unter einer hygienisch luftigen und nicht schnürenden Kopfbe Deckung sollen die Haare minoestensso lang getragen werden, daß jedes Haar, welches noch innerhalb der Kopsbeoekkung wurzelt, mit seinem Ende in's Freie gelangt die außerhalb der Kopfbedeckung sprießenden Haare mögen kürzer 1 getragen t werden. . Dr. Seeger hält , es für eine völlig Irrige Ansicht, daß das Kurzscheeren der Haare ihrem Gedeihen forderlich sei ; der Kopsschmuck der Frauen beweist ja auch deutlich ge nug das Gegentheil. , , Geradezu schädlich für die Haare ist weiter das häufige Einfetten kurzer Haare mit den Händen; nicht nur die Haare, sondern auch die Kopfhaut werden mit dem Fett berieben und so die Poren verlegt und die Hautath mung gehindert. ,, Der dem Haarschaft
anhaftende natürliche Fettstoff deZ Haares läßt sich mit weichen und nicht starren und kratzenden Bürsten unr Kämmen über die ganze Länge , derselben verbreiten, so daß' die Haare auch ohne Zuthaten von Oel oder Pomade den schönsten Glanz zeigen. Und daZ Bürsten der trockenen Haare nach dem Strich mit einer weichen Bürste in lcichten Zügen und so lange fortgefetzt. biZ an den befahrenen Stellen eine leichte Erregung oder ein schwacher Anflug von Röthung sich zeigt, regt vorzüglich Ge säße und Nerven zu erneuerter Thätig' keit an, so daß sich die dürftigen Haut stellen wlcder beleben. Noch fördernder wirkt aber, wie Dr. Seeger empfiehlt, gewissermaßen, ein Massiren bei Kopfhaut, dadurch, daß man sie hin und her bewegt. Manche Leute können ja durch wirklichen Mus kelzug ihre ganze Kopfhaut bewegen; wer es nicht kann, legt zuerst die flache Hand auf den Scheuet und schiebt zu nächst unter Zuthat der Hand die Kopfhaut hin und her. bis die Muskeln dem Willen gefügiger geworden sind. Auf eine Miaute kommen etwa 40 bis 50 solcher Verschiebungen, die 4 blS 5 Mi nuten lang fortgesetzt werden, bis ein Wärmegesühl am Scheitel sich einstellt. Die Wirkung dieser Uebungen kann auch noch durch elektrische Behandlung unterstützt werden.. Das Bürsten und das Verschieben der Kopfhaut soll tag lich dreimal, Morgens, Mittags und Abends, geschehen das Elektrisiren und die Erregung der kleinen Haarbalgmuskeln dagegen zweimal täglich. Legteres geschieht dadurch, daß man Über Nacken Schultergegend bis zur Haargrenze entweder mit einem trocke nen Fr.ottirhandschuh oder auch mit der freien Hand leicht hin und herführt, worauf sich das Gefühl des Ueberrieselns(Gänsehaut) vomHinterhaupt über den Scheitel und die seitlichen Flächen des behaarten Kopfes einschließlich der Ohrmuscheln und der angrenzenden Wangengegend . einstellt. Die so be handclte'Köpshaut gewinnt in der Folge an Ernährung und erlangt auch mehr Widerstandskraft gegen Temperatur Wechsel, so dan die übertriebene Verzärtelung der Kopfschmarte zum Nutzen derselben wegfallen , kann. Indessen Wunder werden mit diesem Verfahren auch nicht gewirkt werden. In Fällen, wo der Niedergang und die Verödung der Hautgewebe 'schon soweit vorge schritten ist,, daß das Tastgefühl, der Kopfhaut bereis Einbuße erlitt, wo nicht einmal Wollbarchen mehr vor Handen sind, da kann vielleicht das Weitcrgrcifen der Glatze noch verhindert werden, wenn auch an die Wicdergewinnung des Verlorenen nicht zu den? ken ist. Wo aber noch Empfindung vorhan den ist und neben einzelnen starken Haarschäftcn sich noch Wollhärchen in größeren Mengen zeigen, da ist die Aussicht auf Wiedergewinnung besseren f t r, , ,''"'"''. 1 : . r t 1 TT . .
Vaaroeuanoes , Nicyr ausgeicyionen. Das Neuzprieen begmnt dann meist vom Rande der kahlen Stelle, von der Haararenzc aus, und zwar zunächst erscheint dichtes Wollhaar, das später in stärkeres und, gefärbtes, übergeht. Die ersten Spuren einer günstigen Wendung zeigen sich allerdings erst nach einem Viertel bis Halbjahr. Wer aber mit einem steifen Hute fortzchwitzt, wird auch der aller weiteren Behanolung nichts erreichen. Trlttksprüche. Aus der endlosen Zahl der Trink, spräche greife , ich hiermit eine Anzahl heraus, m der sicheren Hoffnung, daß dieselben dem Leser nicht bekannt sein Kommt von Faß? und nicht vou -Fasten" ' Unser Wörtchen gefaßt", Tann bin ich selbst in, verhaßten Lebenslagen gefaßt. Tres faciunt collegiurn, Der Spruch, trist fürwahr nicht dumm; Doch fehlen dir dazu die Zwei, So fei nur klug und trink' für Drei. Die Nas' sei roth 'S giebt keine Noth; So bin ich denn, Gott Lob und Preis, Doch wenigstens nicht naseweis. Phlegmatisch sitze ich beim Wein Und labe mich an seinen Gaben, Nur darf er. soll er schmackhaft fein, , Nicht selber auch ein Phlegma haben. Bei meiner Treu! , Daß Wasserscheu W: Zu schweren Krankheiten gehöre. Scheint sonderbar! Mir ist'S nicht klar; Weiß nichts davon, daß krank ich wäre Daß doch die Menschen, wenn sie 'wai Nicht leiden können, sagen, Daß ihnen dieses oder das ' Schon lange liegt im Magen"! JßIct)Aeb iM:: : iV:::. an j j; ii ti icic in e t niiiiilighriiiäi-F;- si;:-iiilflliiii!!1 . Und doch möcht' manches Mal ich sagen: D lägest du mir schon im Magens , ''!'.;& Bei dürrem Wetter thut sich weit Die Erde klasfend aus und schreit vi Nach Regenzeit. ; Wir Erdensöhne thun eZ fein Der Mutter Erde nach und scbrei'n GÄachBieMndMznH "' :(ä.:;: fi (i'i Glücklich ist Am Tage und zur Nachtzeit spät, Wie er beim Wirth in der Kreide steht. i!'ih ""' ,:il!':'i::i:,';;r' -!'"! ;' " - ::!!' " :;t,!: ' !- h"!i!i!ii.i'ii -j'i-jii' iHS: !: l,,T1,,,;il.l:,. ,, " : i ; ..,. ..i't Was istAufrichtigkeit?fragte ein Herr die Soubrette Putzig und diese antwortet: Wenn ich all' das Böse gerade herausjage, was ich von meinen Freundinnen denke.Wie dumm! Erster Studio : Deine Wirthin sagte mir eben, sie wolle Dich steigern " Zweiter: Wie dumm von ihr, meine Schuld bei ihr noch zu vergrößern!
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LeymanttKNoeoeo. August Lehmann war ein kleiner" Schnhmachermeistcr, wohnte im Keller und hatte ein frohes Gemüth. Seiner Herzensheiterkeit konnte es nicht einmal Eintrag tbun. dafc ibm mancbmal ein Kunde mit der Bezahlung durchging. Auch der Studiosus Fadeckel. der im Sommer gegenüber im dritten Stock wohnte, war'am Schluß des Semesters fortgezogen, ohne die blanken Rappen Lehmanns zu bezahlen. Statt des Geldes hatle Lehmann nur einen Brief erhalten in dem ein Loos zur Möbel ausstcllung im Landesausstellüngspark lag, nebst folgenden Zeilen: Hochge schätzter Meister ! Nehmen Sie dies, es kann Sie reich und glücklich machen. Es würde Sie nichts nützen, wenn Sie klagen wollten. Seien Sie mit Ihrem Loos zufrieden". Lehmann seufzte nur leicht, meinte dann aber gleich wieder lustig zu' seiner Frau; Du. Olle, wenn wir eine Inrichwng zewinnen, kooscn wir uns ne Villa dazu". Dann strich x das Faß. deckelsche Konto und schloß das Loos ein. Er hätte.es ebenso gut wegwerfen können. Er wußten was bei ' solchen Lotterien herauskommt: gewöhnlich Nichts. Und heute! Ja da soll doch gleich.. Die Nummer hier mit einem der Hauptgewinne, die er in der Zeitung las, hatte eine unglaubliche Ähnlichkeit mit seiner Loosnummer. soweit er sie noch im Gedächtniß hatte. Nachsehen und Vergleichen war Eins. Donnerwetter sa. das stimmte, wahrhaftig! das stimmte. Lehmann hatte zwar' fest und heilig versprochen, die vier Paar Schuhe für die Kinder des Herrn Fuhrunternchmers Stindeken bis zum Abend fcr tig AU machen. Unsinn Z Was braucht er sich jetzt noch um die Kundschaft zu scheerm! Er ließ Weißbier kommen für die Frau, die Gesellen und sich. Heute konnte er ja doch nicht hinaus, den Ge winn abzubolen. Aber morgen. August Lehmann und Frau fuhren mit emas schwerem Kopfe, aber um so fröhlicherem Herzen nach Moabit. Er wies sein Loos vor. Hier, das Nococozimmer für Da men, sagte der Beamte, der die Aus thcilung der Gewinne beaufsichtigte. Ein Rock .... ein Rock .... ein ... . Was!?" stammelte Lehmann, ganz verwirrt von der Pracht, indeß seine Frau mit offenem Munde dastand. Es war auch wirtlich 'zu schön. Da die himmelblaue Seidendraperie, die zartgeschweiften, mit feinsten geblümten Stoffen überzogenen Möbel, der hohe Spiegel, an dem die Leuchter von reizendm kleinen Porzellane'ngeln gehalten wurden, die unzähligen Basen und Nippes. . . .ja, so etwas gab es eigentlich bisher nur m den Märchenbüchern. Ein Rococozimmer," wiederholte der Beamte. Wann wollen Sie die Sachen abholen lassen?" Morgen," sagte Lehmann ohne viel Ucberlcgung. Ganz berauscht kamen sie nach Hause. Das Erste war, daß sie die gute Stube", alte feste Möbel noch von Mutter her, an einen Trödler sozusagen für ein Butterbrod verkauften. Am andern Tage war großer Aus lauf vor der Lehmann'schen Kcllerthür. Es sieht auch zu merkwürdig aus, wenn so herrliche Sachen in einen alten haßlichen Keller getragen werden. Lchmann hatte gerade.' stolz und glücklich um sich blickend, den Trümeau auf der Schulter, um ihn herunter zu schaffen, als ein Schutzmann erschien. Der ver suchte die Leute zu zerstreuen und fragte dann den Pcchlunstler mu deutlichem Mißtrauen, woher die Sachen rührten. Lehmann lächelte überlegen und wollte mit der einen freien Hand in die Rocktasche greisen, um den Ausweis zu zeigen. Da pardauz! der Spieael glitt ihm von der Schulter, dem Schutzmann gerade auf die Füße, und brach rn tausend Stucke. Sie haben das mit Absicht gethan," schrie wüthend der Mann des Gesetzes, und werden sich wegen KörperVerletzung und Widerstand gegen die Staatsgewalt zu verantworten' haben. Inzwischen hatten mehrere Kinder nach den blinkenden Scherben aegrrnen. Drei davon schnitten sich, fingen entschlich zu lamentiren an und wollten es Batern sagen". Endlich standen die Möbel, so gut sie in dem niedrigen untapezierten Raum sieben wollten. ' Lehmann war ganz in Schweiß gerathen und setzte sich etwas heftig aus eins der Zierlichen Stühlchen. Bums,, brach es unter ihm zuiammen. Frau Lehmann holte sich eigens ein frisches Tuck, um den TraZportftaub von den Mvbcln zu wischend Leider zerbrach ste acht kleine Figuren dabei. EineNachbarin wollte helfen. dieSpm ter zusammcn.U'egen, und stieß dabei mit dem Kops an die Muichel, der Sophalehne. '. Daraus entwickelte sich ein Zank, an dessen Schluß die Nachdarcn den Lehmanns nebst Nachkommen bis zum zehnten Glied Feindschaft fchwor. Lehmann und Frau sahen sich i schwei gend an. Sie wollten einander nicht gestehen, daß die vache mit dem Lotte riegcwinn einen Haken hätte. Am, Nachmittag mußte Lehmann einen ganz nothwendigen Gang machen. Seine Frau , ging bald darauf in die Markthalle, nachdem sie den Kindern streng verboten hatte, in den Ssalona zu geheu. Verbiete mal Einer den mndern'etwaSKWV fliÄ , .' -.M.i-3 . i , ,,, ,, ,... , ,.,;';:!: !! '! : I; j i, :: i"," , i 1 Als Lehmann wiederkam, sträubten sich ihm die Haare zu Berge. Sein Aeltester hatte zwei 1 wunderschönen Schäferinnen Backen und Schnurr bärte gemalt. Der Bengel der! Die Mädel, Minna und Hermine, hatten ihre große Puppe in der Truhe von Rosenholz gebadet, und die prächtige Malerei a 1 Watteau war ganz und gar verwischt. ,; Der Lehrjunge Paul kniete gerade noch auf dem Teppich, um das Muster zu studiern. In der linken Hand hielt er den Topf mit Stiefelwichse, und da er in sein Studium ganz vertieft war, floI fortgesetzt ein zäher schwarzer Strom
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auf das duftige Gewebe. Lehmann außer stch vor Wuth, hatte gern dem Missethäter Eins versetzt, , aber der Unae flikte davon. Lebmann wollte ihm 'nach und stolperte. Im Fallen griff nach einem vauteuit und brach - ' l -r !' o:e eyne av. Ganz betäubt von all dem Malheur äeiat er die Stufen keraur an die kriscbe Luft. Da aebt erstens ein Mitalied der Steuer Commission des Bezirks vorüber: ..Guten Taa. Meister. Na. Sie wecden wir hochnehmen, Sie GlücksPlU!" Dann kommt wieder ein Schutzmann und stellt weaen der Anair von Vor mittag lange Erhebungen an. Kaum xn tt fort, erscheint der Vater eines der Kinder, die sich an den Spie gelschcrbm geschnitten haben. Das Kind sei in ärztlicher Behandlung. Lcbmann würde verklagt werden, wenn er nicht gutwillig Kosten und Schmer zensgeld bezahle. Ehe der geplagte Meister noch die rechte Antwort findet, ist auck schon die Frau Fuhrunternehmer Stindeken gef- 5 , V t rommen. &a 'eymann sem zuoxi nicbt aebalten. siebe sie die Äeitelluna der vier Paar Schuhe zurück. , Lehmann suhlt sich zum ersten Male in seinem Leben tief elend. Endlich kehrt seine Frau zurück. Sie hat im Hinblick auf ihr Glück gleich zwei Gänse auf einmal erstanden.' Er' nimmt lhr die Bratvögel wüthend ab und sagt: ek" man ileicb weiter, zum Trödler. Ick will meine Möbel retour haven, und wenn la das Doppelte dasor bezahlen soll." Und dann denkt er innerlich fluchend an den Studiosus 'aßdeckel und an das Loos. Es kann Sie reich und glück lich machen". Dummes Zeug ! (Berliner Tagbl.) Elektrisches Licht uud Insekten. Aus Eolumbia - (Südamerika) wird der Köln. Bolksztg." geschrieben: Im September 1891, wurde die elektrische Straßenbeleuchtung eröffnet, und zwar mit Bogenlampen von I200fc Kerzen Lichtstärke. 9! ach den ersten Nächten war der Boden unter den Lampen irrn Jnsektenlcichen aller Gröl;en.Formen u. Farben förmlich besät; nach ein paar Wochen nahm deren Zahl stetig zu. so daß die Glasglocken der Lampen öfters in den ersten Nachtstunden geleert wer den mußten, da die Massen der todten Thiere das Licht ganz zu stören drohten. Nach und nach kamen aus den umliegenden Waldern von Nutzholz, Kakao und Kafsee-Baumen allnächtlich vnzähl bare Schaaren von bislang in der Stadt niemals gesehenen noch gekannten Kerbthiercn, Schmetterlingen. Libellen, Mücken, um das elektrische Licht kennen zu lernen und dafür mit dem Leben zu büßen. Monatelang wurden jeden Morgen von jedem Laterncnpfahl Korbe voll Insekten weqgeschant. Nach ein paar Monaten sing die sonderbare Einwanderung an, geringer zu werden. um endlich ganz nachzulassen, und heute betrag die Anzahl der neugierigen Nach zügler kaum , noch täglich ein Dutzend der zedcr Lampe. Die Landleute in meilenweitcm Umkreis der Stadt erzäh len aber, daß die Käser und Nacht schmetterlinge in den Wäldern ausgestarben seien. Panischer Schrecken. Panischer Schrecken" oder Panik wird gebraucht für einen plötzlichen, blinden Lärm. , Der Ausdruck hängt in der That zusammen mit dem griechischen Worte ln, welches den Gott der Weiden und Bergwälder, den Beschützer der Hirten und Herden, den Liebhaber der Nymphen und den Erfinder der Syrinr (Pansflöte) bedeutet. 1 Pari ist aber überhaupt der JnbeqrlN der qe h.'imnißvollen Gesühle,. die sich des Menschen im Dunkel des Waldes, und der einsamen Natur bemächtigen und auch des Grausens und der Furcht. Er wird der Gott, der jelbst Heeren Schrek ken einjagt' und so den Sieg in der Schlacht verleiht. Seine Gestalt als solche schon erregt Entsetzen, da er mit Zicgenfüßen, Bocksbart und Hörnern auf dem Kopse erscheint. Als die Karlhager von den Römern bedrängt wurden. ; da ' entstand ' ungeheure Ver wirrung in der Stadt. Die Einwoh ner gingen aus einander los, verwun deten und tödteten Einer den Ande ren, als ob sie Feinde waren. Alle, war in Wuth und Verzweiflung Sie nannten dies damals schon panischer ; ichrCCl Clt .',:.,:;": 1 .. : & i :Mi.'.':!'il!i!;jir!illS! , ;i; " '' ' : : -: 'm ', : ' f ::. Der alucklicke Mollad Mollab Schamveddin!l bemerkte , bei Mondschein in seinem , Garten eine dunkle, euait. , vermuthend, das es ein Uebelthäter, sei, nahm er fllnk Pfeil und Bogen, schok darauf los und oina drnn , schnell zu Bett. Am nächsten Morgen war tein Erstaunen groß, als er bemerkte, daß er , seinen eigenen Kaftan, den seine Frau zum Trocknen im Marien auzgeyangt , hatte, durchschössen babe. Er warf sick auf den Boden, betete auf den Knieen, stand aus. : arm NÄ hinter die Obren, leat sodann die Hände auf den Bauch ganz andächtig, ' warf sich , wieder aus ' den Boden, kürzte die tLrde und rief: Ge priesen sei Allah und sein Prophet Wie alücklicb. da ich diesen Kaftan ae stern während der That nicht getragen habe, denn der Pfeil hatte mich un barmherzig durchbohrt und ich wär heute unter den Todten!" Eine gesunde Gegend Wo haben Sie den Sommer der brackt. " fraat ein Bummler den an rn. .Im Oftseebad X." Ist )as 'ne gesunde Gegend?" So ae sund, daß, als die Gemeinde einen ttirchhos anlegte, sie einen Kerl todt schlagen mußte, um nur endlich ein Be nabniß zu erleben. Naive Frage. Karlchen Papa, warum kommt denn die Feuerweh? lmmer erst, venn'S schon drenntf"
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' Pech. (unorrSke tea KartSIsVe. Wenn Einer Pech hat, dann kann er emen !ack voll Gold nnden, es xt Pech für ihn. Wirklich, ich kenne Zs. Zu der Species diczcr Pechvogel geHorte Frlk;Mchlhose. Ich weiß nicht. ob es noch mehr Leute giebt, die Mehlhole heißen; aber das wem ich, so verschiedene Begriffe Pech und Mehl auch sind, für Fritz wurde selbst sein Äamc zum Pech. Hatte der gute Junge als langaufgescholsener Obersccundancr ein Stipendium erwerben und durste mit demselben, einem langgehegten Wunsche Folge gebend, an eine Forstsachschule übergehen. Ä!ehlhose heißen Sie?- fragt lhn der neue Ordinarius mit einem Tone in der Stimme, der unsern Fritz nichts Gutes ahnen läßt. Jawohl, .Herr Professor; Fritz Mehlhose'. . Machen Ihrem Namen alle Ehre!" Und dabei schaut der Herr Professor mit fatJrifchen Blicken an Fritzens lau gem Leichnam hinab. Sind des armen Kerls funkelnagel neue schwarze Burkinburen. die er sich expreß für diesen feierlichen Moment zugelegt hatte, über und Über mit Mehl bestäubt. Er hätte aus der Haut sah rcn mögen. ..Klopfen Sie. bitte, die Mehlhole erst aus. mein Lieber, und kommen Sie dann wieder. Hier in der Forstakädemie haben wir wohl Hosen an. aber-keine MehlboimFritz wankte hinaus, und das Gc. lachter der ganzen Klaffe folgte ihm nach. Draußen auf dem Flur des Schulgebäudes bemerke er die Ursache seines Unheils. Maurer hatten dort ein paar leere GIvssäcke aufgehängt, die er beim Eintritt übersehen und gc streift hatte. Tas half nun nichts mehr; der Name Mehlhose hatte dadurch einen so sonderbaren Klang bekommen, daß wirtlich die garize 'Pechvogelnatur des guten Jungen dazu gehörte, die fortge setzte Neckerei zu ertragen. Fritz kam in die Lehre. .Der alte Oberförster von Westernhagen nahm ihn zu sich. Das war wiederum ein Glück für Fritz. Der alte Herr von Westernhagen war nicht nur ein gediegener praktischcr Forstmann, er war auch ein väterlicher Freund feiner Eleden. Hielt er diese zu allen Arbeiten, auch zu den praktischen Arbeiten im Walde an. dann zog er sie nicht wemger in den engeren Eirkel seiner Familie mit hinein. Kurz er betrachtete sie als seinö Jungen. Das war dop pelt angenehm, denn statt eigener Söhne hatte er ein paar hübsche Töchter. Backfische freil'ch noch, aber das ist ja für den Forstelevcn gerade das erwünschteste Wildpret. Eines schönen Tages sollten einige ältere Kiesernbestände zum Schutze gegen die Kieferuraupe getheert" wer den. .Pfui! Lene und Trine Western. Hagen rümpften die Naschen, da macht man sich , wieder die ganzen Kleider schmutzig, wenn' man durch den Wald geht.Das sollen Sie nichts meine Ta men." beeiferte sich Fritz mit ritterlicher Artigkeit zu sagen, lassen Sie mich nur machen." Er war kaum mit den nothwendige sten Bureauarbeiten fertig, da stürmte er schon mit Büchse und Patronentasche in den Wald hinein. .frort mal, Leute.. Unsinn! Bringt die Theer-Ninge weiter obeil an, seht mal so !" Fritz zeigte an dem Stamme hoch. Ja 7 die Waldarbeiter krauten hinter ihren Ohren, Sie tön nen's gut sagen, Herr Förfteleve! Es hat aber nicht Jeder so lange Beine, MieSie ; ,;; ;'; Dummes Zeug!" Fritz sah sich nach den herbeigeschafften Thccrtonnen um. Mal her damit! WiN Euch zeigen, wie Ihr das macht!" Die Arbeiter rollten ein Faß heran und richteten es auf. Inzwischen war auch der, Herr, Oberförster mit Lene und Trine in den Wald gegangen. Sie sahen von fern des Forsteleven sonderbare Dispositionen ' Was will denn der Mehlhose eigent lich beginnen?!" fragte der Herr OberZörftevZ "t.r-",-Trine und Lene kicherten. , Fritz ließ das Thecrfaß dicht an einen Baum schieben, stieg hinauf, und be gann den Theerring um den Stamm zulziehem WM -&M$$Z , " - - Plötzlich der Herr Oberförster und seine beiden ,, Backfische waren auf Sprachnähe! herangekommen, "gab der Faßdeckel !' unter FritzcnS 1 Füßen 1 nach; und der lange Forsteleve sank langsam in den dickflüssigen, Theer hinein, der natürlich zu gleicher Jeit in dicken Strömen oben heraus und in das 1 " Wie er aus dem Faste h.'rausgekom.nen ist, das ist Fritzen niemals klar geworden. Er sah sich nur noch neben demselben stehen, von Kohlentheer triesend , und , vor sich den Herrn Obersörster mit Lene , und Trine, alle drei Thränen lachend. Dann, härte er den Herrn Oberförster aufcn: Jetzt können Sie sich Pcchhose nennen, Sie Mehlhose ! Machen Sie nur. daß Sie nach Hause kommen, damit Sie keinen Schnupfen von dem Theerbadc bekommen." Das verschnupfte Fritz gewaltig. Das heißt, nicht die Worte des Oberförsters und auch nicht das Thecrdad. mohl aber das laute und mehr als lustige Lachen, mit welchem die beiden Backfische das Wort Pechhose!" wie verholten, so lange er noch Forstcleve mar. Doch auch das erreichte sein Ende. Eine soldatische Carriere konnte Fritz nicht einschlagen, da er zu lang und zu dünn war. Da war eS ein wahres Glück für ihn, daß ein Duodez-Fürst gefallen an seiner Größe fand und ihn
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ZU seinem OberjäMmeister ernannte. Wirklich, das war so gut. als ob er eitbt V14 k'V VUll VUttVVV IV"! denn an Schnupfen, oder an tlnemg leichten VerschnupftfttN litt Fritz MchM Hose, Dank seiner pcchösen Bcrgangen heit nicht, und das war die Hauptsache -bei Seiner Hoheit: Nichts ist mir widerwartiger, als fchnudfcnde Personen hatten Hzchstdicselben zu bcmec-' ken geruht, als Fritz. empfangen wurde. .. es ist mir deshalb lieb. , daß Sie den : dieser Schwäche frei sind " Und Fritz war auch glücklich, denn. C?n isv?fTX 4t'tinSit !RS er wußte sich nicht aUein vollständig frer'H von allem Verichnupfistin, er wußte ,Ä sich auch vollständig in den Banden vtntt:-$ Trine Westernhagen. die sich aus dentM Backfisch zu einer lieblichen Waldblume' G entwickelt hatte und die heimzuführen , f gedachte, sobald er sich in einneuesUmr y$ hineingelebt haben würde. Zu Fritzens' Obliegenhelken gehörte es; Se. Hoheit auf die Jagd zu beglci- ß ten. Eines Tages machten Äcioe einen Pirschgang durch den Forst. Hoheit liebte diese Pirschgänge ganz besonders, , und außerdem halten die .ReVierföHer. ? gemeldet, daß sich seit einigcn Tagen ein Capital-Hirsch. Lierundz:?anzigender, wahrscheinlich aus dem denachbär"? ten kaiserlichen Forste eiNAesunden habe. -'"I Diesen Hirzch wollten sie jagen. Se. Hoheit hatten es sich ' in den erlauchten 5 Kopf gesetzt, den Vierundzwanzigender Höchftihrcm kaiserlichen Herrn Bruder und Vetter vor der Nase fortzuschießen, ehe sie sich wieder auf und davonmachen würde, und natürlich! Fritz hatle alle Hebet in Bewegung gesetzt. nuder Ä den Standort des Thieres unterrichtet i : zu fein und Se. Hoheit an dasselbe her - anführen zu können. Da hatten sie den stattlichen König S der Wälder" vor sich, ans einer Lich ß tung äsend, prachtvoll zum Schuß auf's . H Blatt. .jbmi Se. Hoheit hat schon die Büchse an der Backe. Der Hirsch ist nihig fön , ter, kein Lüst'chcn verrüth ihm 'die Nahe ; des Todes, schon legt der Fürst dm Zeigefinger an den Hahn, lchon da weiß der Teufel auch, muß der PechVogel Mehl hose, der in seinem ganzen Leben noch nicht vcrschnupst gewesen ist, ein so phänomenales Nicßen übcrkom .- men, daß nicht nur der Äicruudzwan j zigendcr, sondern auch Se. Hoheit, der öürst. entkekt zur Seite sprinat und die Kugel des Letzteren ein Loch in die Lust reißt. ' Hcrrrr !" der Fürst war oleich vor innerer Erregung, ich denke, Sie schnupfen nicht Dcinii. warf er seine Büchje über die Schulter und schritt waldein, ohne die Entschul digung des arnlen Mehlhose abzuwarten. Der aber bekam am ' andern Morgen schon seinen gnädigen Ab schied". Pechs Freilich Trine von Westernhagen. hat er nachher doch noch geheirathet, aber daß ihm auch da och irgend ein Pech bevorsteht, ist sicher: denn wenn der Mensch Pech haben soll - hat e. Pech. ,. " ' Ein Meister im Trinken. Zu Anfang dieses Jahrhunderts' fand sich zu Eoinburg ein 5!reis hoch gebildeter, geistvoller Männer zuiam men, wie iyn die Hauptstadt ctjoti lands nicht wieder innerhalb ihrer Mauern gesehen hat. Walter Scott gehörte zu ihm und Henry Arougham, , der nachmalige Lordkanzler Großbri tanniens., Eine? der eifrigsten Mtglie der dieser Gesellschaft war ferner Lord Hermand, Obcrrichter des höchsten schot tischen Tribunals. Ein ausgezeichneter und Gelehrter Jurist, that er sich noch in einer anderen Richrung hercor, die in scner Zeit in den feinsten Kreisen Edin burgS mit besonderer Sorgfalt gepflegt,,, wurde und in der That zu einer fast, unerreichbaren Vollkommenheit ge ... langte, wie wir dies u. A. auS den . Briefen und Tagebüchern Walter Scotts ersehen können. Diese Kunst war das starke Trinken und in ihr Lord Hermand ein Meister, dein man ' sogar in Schottland die Palme reichen mußte. Zugleich hatte er die höchste Achtung vor dem Trinken und das tiefste Mitleid mit dem armen Schluk ker, welcher sich nichts darin zu gute thun konnte; dagegen aber auch ne unaussprechliche Verachtung für alle Diejenigen, die wohl hatten tüchtig trinken können, es aber nicht thaten. Soniie der edle , Lord wacker, zechte, entfaltete sich seine gute Laune zu ihrer vollen Glorie; schon nach dem dritten Glase zeigte sich seine geistvolle LiebensWürdigkeit unwiderstehlich. Darum verhängte er als Richter stets die streng ' sten Strafen für solche Leute, die in der Trunkenheit ihren Kameraden übel be gegnet waren. ' Einmal geschah es, daß ein Betrunkener einem seiner Freunde . einen Mefferstich , versetzte und wegen dieser That zur gerichtlichen Verantwsr tung gezogen wurde. Die übrigen Richter des Kollegiums waren der Än sicht,! den Menschen mit einer unbcdeu ' ten den Strafe laufen zu lassen. Lor! Hermand jedoch empfand durchaus kein (5rbakmen mit dem Schuldigen, drang vielmehr darauf, dab man ihn zur De portation nach einer der britischen Strafcolonien verurtheile. .Man sagte uns." rief er aus. dag. bei dem Verbrechen keine Bö-williAkett vl Grunde gelegen habe und daß der Thäter berauscht gewesen sei. Gut. er war betrunken, und dennoch verwundete er den Mann, mit dem e? zusammen getrunken hatte! Die ganze acht hatten die Beiden mit einander gezecht, und' doch stach r mit dem Messer nach sei ' ncm Kumpan, nachdem er eine ganze Flasche Rum mit ihm geleert hatte! Gerechter Himmel. D!ylords, wenn er so etwas in der Trunkenhüt that, wa2 wird er dann erst thun, wenn er nüch tern ist?" Merkwürdiger Vider. spruch. Große : herrliche Gedanken eines klugen leuchtenden Geistes , tratin in solchen stillen, einsamen NZtm p Tage!-
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