Indiana Tribüne, Volume 16, Number 123, Indianapolis, Marion County, 22 January 1893 — Page 2
1 Einführung der Kartoffel in Europa.
Wem daZ Verdienst gebührt, die Kar toffel von Amerika nach Europa überführt zu haben, ist kaum noch zu mit telu. Man hat behauptet, daß Franz Drake, der Sohn eines Matrofen, dann SchiffskapWn. später Admiral, der sich durch einen Seeräuberzuz nach Wera-Cruz, nach der Landenge von Panama und nach Cartagena in Süd amerika beträchtliche Reichthümer er tvorbm und nun sein Vermögen zur Ausrüstung von fünf Schiffen und Garten verwendete, um mit Genehm! gunz der Königin Elisabeth von Eng land im Jahre 1577 einen Streifzug gegen die spanischen Besitzungen in Südamerika zu versuchen. Er segelte durch die Magalhaens-Straße nach der Küste von Chtte. nachdem er unterwegs alle spanischen Schiffe, die ihm aufstie ßm, genommen und geplündert hatte. Ungefähr ein Jahr nach feiner, Abreise von England landete er an der kleinen Insel la Mocha in der Nähe von SSal xaraifo und fand dort Bewohner, die wegen der grausamen Behandlung der Spanier, die sie im Lande erlitten, nach der Insel geflüchtet waren. Sie kamen nach dem Platze, wo die Wasserfaiser gefüllt wurden und brach ten Potatoes (der englische Name für Kartoffeln, eine Art Knollen) und zwei fette Schaafe. Dies ist die einzige Nachricht, welche sich in dem Tagebuche des nachmaligen Sir Francis Drake dorfindet uns' jedenfalls zu der Sage Veranlassung gab, daß, Franz Drake die Kartoffel zuerst nach Europa ge bracht habe. Noch einem anderen hoch berühmten Engländer, Sir Walter Raleigh, wird die Ehre unterbreitet, der Erste gewesen zu sein, welcher die Kartoffel aus Virginien in England einführte. Sir Walter, der allerdings edlere Absichten hatte, als zu.plündern, der vielmehr England Kolonien zu er werben glaubte,, errichtete im Jahre 1584 eine Kompagnie zu einer Nieder lassung m Nordamerika und erhielt von der Königin Elisabeth ein Patent, wodurch er Eigenthümer aller Lande reien wurde, 'die man dort entdeckt hatte oder entdecken würde, wobei sich die Krone den fünften Theil von allem dort geförderten Silber- und Golderz vorbehielt. Zwei Schiffe wurden aus geschickt, die außer einigen Perlen nur etwas Tabak mitbrachten. Sir Walter mtitt '3 Qrrt tsftS. 51t 1 nsrtrntrY ItUlllttV VttV UUVf VW V VtVllI l V hoffte, der Königin u Ehren, die den zungfräulichen Titel liebte, Virginien. Die Kolonisten konnten sich, deson ders gegen die Angriffe der Emgebore nen, nicht halten; sie baten Slr Walter schon nach zwei Jahren, sie wicoer nach England zurückzuführen. Ein zweiter Verfuch von Sir Walter, Virginien zu kolonisiren. worin er schon im Jahre 1583 wiederum drei Schiffe schickte, mißlang nicht weniger.' Beide Male war er selbst nicht in Virginien. Er kann daher selbst die Kartoffel von Virginien auZ nicht in England inge führt haben. Ebenso wenig ist dies von seiner phantastischen Erpedition x v; i cvAtv irn AuUt iUVyUU, Uit liH OuHlt i-OVtJ UHWUl, um die Goldftadt El Dorado anfzusu chen. In dem heißen Guiana baut man keine Kartoffeln und von dieser Reise konnte Raleigh sie auch nicht mitbrin gen. Namen der Tinge deuten aus ihre Abkunft und bieten häufig für die selbe eine bei Weitem sichere Gewähr, als die Resultate anderer Wissenschaft licher Forschungen. Die Kartoffeln hießen lange Zeit in den ökonomischen Schriften und in den Akten der preußischen Domänenkammz bis 1775 Tartuffeln, mit denen die Kartoffeln ihrer Form nach viel Aeynuchleit haben, entlehnt, deren i Niinutiv im Italienischen Tatuffoli lautet. Es scheint daher mehr als eine bloße Vermuthung, daß die Kartoffel über Italien nach Deutschland gelangte, wo Elnssius, der 1583 zwei Kartoffel Znollen aus Flandern zum Geschenk er halten hatte, sie unter seinen seltenen Gewächsen" abbilden ließ. In Eng land baute sie 1597 John Gerard als eine große Seltenheit in seinem Garten an, lolü verzpeljte man sie aus der lö nialichen Tasel zu Paris und 1621 er kannte der große Baron die ' nährende Kraft der Kartoffel und bemerkt ln sei er Schrift über Ceom und Tod", daß das Bier, wenn es mit einem Vier ttl von irgend einer wahrhaften Wur zel (sät root), wie die Kartoffel, zu drei Viertbeilen gebraut würde, eher zu lan gern Leben führen würde, als das, welches blos aus Getreide bereitet wäre. Seit 1684 wurden die Kartoffeln im Großen in Lamashire angebaut,,! seit 1717 in Sachsen, seit 1723 in Schott, land, seit 1758 in Preußen, wo sie aber, und zwar in Berlin, schon vor 1651 gezogen wurden, und seit 1783, hauptsächlich durch Parmentiers Be. mühungen, in Frankreich. Auch durch Spanier, in deren Vaterlande lange vor dem Bekanntwerden der Kartoffeln die Knollen einer Winde (Harares edu ÜsV als ein allgemein beliebtes Gemüse geschätzt waren, mutz die Verbreitung der Kartoffel vielleicht, gleichzeitig wie durch die Italiener stattgefunden Habens denn du rotatoe3 der Engländer sind aus einer Verdrehung des spanischen Wortes IZa.ta.tas hervorgegangen. In Spanien und Portugal, wodie Batate, diedaselbst vortrefflich gedeiht, der Kar toffel vorgezogen wird,' ist letztere wie. derum von England aus eingeführt Worden. , Man baut sie daselbst Haupt'. r " ' ' . rt . laqucg ' an, um , oie reisenoen ngian der zu befriedigen, ; und nennt sie des alb Batates lngleses . i'::;'"!Fatales Versprechen. 11 Vvi (.- r WKim sKitti (ii - i, : iiiuuia tuiVII .Ul, dllll" der, it haben nns lange gesehen ! ? 'erfohn: Allerdings. Echwie , gtrm & lange das Vergnügen ge yavl, eu seyen: 's ,.-Dc a ch t d e r G etootjnt) eitlen (zu einem Lehrling): Willst Du einen Gruß bei Deinem Principal be pellen?,, Lehrling: Ja, wann soll er ferti sein. , ; 1
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Clne Verbannte. ''TJneExilee" heißt das neueste Buch Pierre Loti's. Tie Verbannte ist ffarmsn Sylva, die Königin den Ru mänien, von welcher erst jüngst die Nachricht durch die Blätter gegangen ist, sie weigere ttch, nach Rumänien zu rückzukehren. Pierre Loti'S Darstellung lehrt uns, daß kein Widerspruch darin liegt; der aufgedrängten ist die freiwil lige Erilirung gefolgt. Was in anterer Hand zu einem StückZplatter politi scher Pikanterie geworden wäre, gestal tet sich in der Umbildung durch den Poeten zu einer psychologischen Studie von wunderbarer Scharfe und jenem melancholischen Reiz, den HerzenZwärme und reine menschliche Theilnahme über die Darstellung intimer Vorgänge bre! ten. Loti. der am rumänischen Hofe nicht wie ein illustrer Gast, sondern als ein Freund aufgenommen war, beginnt mit der Erzählung einer Geburtstags seiet der Königin im April 1890. Der Salon warmen Sylva s ilt mit Alu men überfüllt gleich dem Tempel einer indischen Gottheit am Tage ihrer An betung Im dunklen Fond, in ernem erhöhten Theile des Gemachs, der eine Estrade bildete, inmitten von Stickereien der seltensten Nuancirung war das MärtyrerJdoZ, das man heute noch einmal feierte: die Königin, wie gewöhnlich in weiß gekleidet, die Haare, ebenfalls weiß, ihr jugendlich gebliebenes Antlitz umrahmend, mit ihrem Lächeln voll unendlicher und hei tercr Güte. Zwei Ehrenfraulein, zu ihren Füßen sitzend, öffneten und lasen ihr die Glückwunschtelegramme vor, welche sich auf einer Silbcrplatte auf häuften.... Gezeichnet Humbert I.," schloß die eine von ihnen. Und die andere nef: Dieses da ist von der Königin von Schweden, welche Eurer Majestät wünscht...." Die Korngm hob das Haupt nach mir, der ich eben eintrat und, lächelnd, mit dem Ausdruck einer grenzenlosen Melancholie, gab sie mir die Aufklärunq. welche onenbar meine Blicke suchten: .Me,n Geburtstag ijt heute Sie wußten nichts davon, 'ich hatte diesen kleinen verboten, es Ihnen zu sagen. Ich bekomme schon Blumen genug, mein Gott.... Der unausgesprochene Schluß der Phrase sagte, daß die Königin durch die Verschwendung von Rosen sich nicht tau scheu ließ Eines dieser beiden Ehrenfraulein ist Helene Bacarescu, deren Verhältniß zur Königin Loti uns besser schildert, als Alle, die es v ihm versucht haben: Das war ein kleines Frauenzimmer, das beim ersten Anblick nicht aussiel, aber bald durch seinen Geist bezauberte. Mt einem Aeußeren von strahlender Kindlichkeit, einem labyrinthisch gebil beten Geist (irne ame eompliquee en labjrinthe), ein wenig deraulcht von ihren literarischen Erfolgen und ihrem rapiden Glückwechsel, ehrgeizig vielleicht, aber so entschuldbar, es geworden zu sein; fähig überdies guter Regungen des Herzens und der Mildherzigkeit namentlich für die Kleinen, die ihren Wg nicht verstellten. Die Königin, zunächst aufmerksam auf die seltene In tclligcnz vonMlle. Helene , hatte sich nach und nach gefangen nehmen lassen durch ihr großes dichterisches Ta lent; und'dann. Mutter ohne Kind, im Herzen die ewige Trauer um die eigene Tochter - tragend, liebte sie am Ende diese so erstaunlich begabte Adoptivtochter." Loti nimmt an dem Diner theil und er beschreibt die Geburtstagscour die letzten Gratulationen, welche die Königin Elisabeth von ihrem Volke em Pfing. Die Ehrenfräulein und die Kö nigin selbst tanzen und singen nach nationalen Rhythmen in altrumänifcher Tracht. .. . .Alle diese hübschen, neu gierigen. Prüfenden, treulosen, schwar ;en Augen distonirten mehr als je mit , . ? f ...., . mezen anittenewanoern. uno oann, ich weiß nicht was von etwas Undank barem, Haßvollem, Grausamem lag in iyrem kacheln Zur die Königin, ihren höfischen Verbeugungen, ihren Handküssen. ... O. das sage ich nicht von Allen, gewiß, darunter waren auch Loyale und Getreue, Frauen von Herz und treuem bedenken,, die sich von den Anderen unterschieden. Aber die Mehr zahl von ihnen fröstelte mich an, in unerwartetem Lichte gefehen.. .. Und wie sie verändert, war, ihre Kö nigin, seit drei Jahren! Damals noch sozung und'jetzt zerstört durch eine UN" vergeßbare Trauer,, durch eine unerhörte Tauschung vielleicht.' abgemagert, gealtert und mit trostlosem Lächeln.-, Und diese Trauer sinkt von den hohen Saaldecken nieder nichts vermag sie zu zerstreuen und aus dem rothen Marmorsaaie tauchen Die Blicke der Ehrenfraulein in die lange Flucht der mit ausgesuchtem Geschmacke deeorirten Gemächcr, mit unbestimmter Sorge vor Erscheinungen ' ' 1 und Aachlgebilden. .Was verursacht dicS Alles?, Vielleicht diese , Abschlicßung von , dem Außenleben. Vielleicht dieser leere , Raum rund UM , uns, prunkvoll ! u nd , düster. den Echildwachen hüten. , und diese Stille, diese schwere Stille inmitten einer der Wettstädte.' wo das Rollen der Wagcn ,, das fieberhafteste und unaufhörlichfte ist. . . : Wahrlich, man fühlte da etwas Eigenartiges, da? die licht strahlenden yostaleln nicht rerurjachen, und das war wie die Palastkrankheit, der Truek des Königthums." An der Seite des Thronerben sak jeden Alend an der kleinen Familien tafel Mlle. Helene . Von dieser beständigen Nachbarschaft rührte zwei fcllos die Entstehung eines Gefühls her, das leicht vorauszusehen war. Daß cm Prinz von Jahren, strenge fern gehalten von den Vergnügungen seine. Alters, eizr Leben der geistigen Arbeit und Milttarklchen Uebungen führend, für em heiteres zunges Mädchen einge. nommcn wird, ein Mädchen, geist sprühend und von hoher Intelligenz.
mfflseBB9BOTjiM!'a!rjLegf die einige überdies, die er in vertrau tem Verkehr sehen darf, ist die natür lichste -ache der Welt. Dieser Roman, der sich hier entwickelte, und den eine gewisse Presse zu entstellen gesucht hat, war wohl einfach und anständig zu allem Anfangs Und der Gedanke einer Heirath, so seh? sie den? aufgestellten Regeln widersprach, wurde zu dem ein? zigen, der einem jungen Manne lom men konnte, der, wie der Kronprinz, in puritanischen Ideen und von un tadelhaften Beispielen umgeben erzogen war; während Mlle. Helene anderseits nicht dazu angethan war, siüch tige Licbesgefühle zu wecken, sondern vielmehr .sie nach und nach zu festigen ; und festzuhalten durch ihre immer wache Intelligenz." Ein Jahr darauf besuchte Loti die Königin in Venedig, wo sie im yotel Tanieli" das erste Stockwerk bewohnt Ganz im Fond des großen Salons, dessen Thüren mit Königskronen ge schmückt sind, dessen noch immer prunk volle Decke ungeheure Luster aus vcne zianischem Glas trägt, ist die Königin in weißem Kleide, ausgestreckt in einem Fautcuil und sie bewillkommt mich mit ihrem gütigen Lächeln.... Aber wie ehr Gesicht verändert ist, abgemagert.. ; Seit dem letzten Frühling scheint sie um zehn Jahre gealtert zu sein." Ste ist so krank, hat mir diesen Morgen Mlle. Eatherine gesagt, so krank. ... und dann, sie geht Nicht mehr; man muß sie tragen oder in ihrem Fauteml fortrollen, nun lsts vorüber mit ihrem schönen geraden Wuchs -und ihrer schönen königlichen Haltung. Ihr zu Funen, auf nem Tabourel sitzt mit dem Ausdruck eines spibüb! schen Kindes Mlle. Helene , bekleidet mit einer sehr einfachen Rosarobe, ihr schwarzes Auge immer lebhaft und forschend. In ihrer Haltung ist etwas wie die Affektation, verwöhntes Kind zu spielen, die Tochter dieser anbetungs würdigen Mutter und ich habe über dies einmal bemerkt, daß in.Abwefcnheit von Zuschauern ihr Benehmen gegen die Königin immer kälter und zurückhaltender war. Das soll sie nicht herabsetzen: So wenige Frauen vermögen sich ganz und gär als sie selbst zu zeigen, ohne eine ein wenig assektirte Pole, ohne eme selbst unbewunte Be rechnung der Wirkung. Ich setze an derfeits keinen Zweifel dürem, daß bei ihr nicht aufrichtige Anhänglichkeit für diese Adoptivmutter war, und daß sie mcht echte Thränen vergossen hat, IS sie sie für numer verließ. Die Königin war von der ganzen, bis zu einem gewissen Grade treuen Gruppe umgeben, welche, ihr bei ihrer traurigen Abreise gefolgt war und die hier ihren Hof bildet: im Gänzen acht oder zehn Personen. Und man plaudert fast heiter, aber' ohne volles Zutrauen Die Königin sagt mir la- , , . ' ! - in ' cyeno, was mcyi weil oaoon in, eine Wahrheit zu werden: Winm Sie, wir sind die Verbannten von Venedig." Und sie wgt Mit einer traurigeren Nuance hinzu: Wir sind selbst, wie Einige behaupten, eine kleine Gruppe von Verbrechern gegen Europa." Ich muß hier in einigen Worten angeben, welches zu dieser Zeit die Situ iion von Mlle. Helene am rumänischen Hofe wär. Von dem einfachen Ehrenfräulein, das ich einst gekannt, fand ich sie nun zur Verlobten des Thronfolgers geworden. Es ist wahr die Kammer hätte nie ihre Einwilligung zu dieser Heirath gegeben und der König hatte die seine zurückgezogen. Indeß war nichts abgebrochen, da der Kronprinz, , von seiner Familie ach Deutschland zurückberufen, um in sei mm Stammschlosse einer strengen Zurückgezogenheit unterworfen zu werden, Mlle. Helene weder ihr Wort, noch ihre Briefe, noch ihren Verlobungsring zurückgegeben hatte. Die Königin welche die Vereinigung ihrer beiden Adoptivtochter so sehr ersehnt und weil sie diese Mesalliance gefördert, sich die Ungnade ihres ganzen Volkes zugezogen hatte, verzweifelte noch nicht. ,,, Die Journale Europas kommentirten? die meisten mit Uebel wollen, diese seltsame Situation,, und Mlle. Helene begann, nachdem sie den Thron vor Augen gehabt und vier Monate in diesem Zaubertraum gelebt hatte, zu ' fühlen, wie Alles zerfloß. gleichwie beim Erwachen Von größtem Interesse ist, was Loti über Earmen Sylva ; sagt . über die Schriftstellerin nämlich, nicht die Kön gin von Rumänien. ES , ist ebenso viel Kritik darin, wie anziehende Schil derung : -0 - ; v-: 'r-l-'MB0 .Der ? Arbeitstisch der Königin war bedeckt mit diesen deutschen , ÄlockS" Über welche ihre große, freie und auf rechte Schrift so flink hinlief, ,, mit all' den !! lieben, zum Schreiben i gehörigen Sächelchen, , mit ! ihren Initialen und ihrer Krone geschmückt. Ihre höchste Zuflucht in den verzweifeltsten Stim mungen, sind ! diese Blocks, deren ein zelne Blätter mit fieberhafter Eile beschrieben, , eines um das andere adgerissen werden. Die Königin, welche mehr geschrieben hat, als irgend ein Schriftsteller ihrer Zeit, , hat sie zu Tausenden abgerissen, diese Blätter, über die ihre Feder hingeeilt war eine jener Federn, die "ans sin" genannt werden, die endlos schreiben, ohne daß man sie einzutauchen brauchte. Gedichte. Aphorismen, ' Romane und Dramen, immer im Fieber konzipirt, geschrieben in äußerster Hast, in er schöpfender Anstrengung, um so schnell wie möglich alles Unausgesprochene zusammerizufaffen und zu fixiren, was in Strömen aus der Imagination heraus fluthete. Und so ungleich; einige Werke rei chen an erhabener Größe hinan; andere blieben unvollendet, in einander g wirrt, wie sie es waren durch den gleichzeitig entstehenden Keim der folgenden Arbeit. Kein Werk ist genug durchgearbeitet da die Königin sich in der :n der Literatur au dem Irrglauben bekennt, Alles müsse unmittelbar ftin.
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gesZzrieben im ersten Elan und dann so aelassen werden. Das so beträcht liche Lebenswerk Earmen Sylvas, des. scn größter Theil für immer ungeoruat und verloren bleiben wird, hätte durch die Hände, eines gewissenhaften Sonderers gehen müssen; so ausgewählt hätten diese Werke den Rang erworben, den sie verdienen... O! Ich will nicht sagen, die Arbeit der Kömgin sei nicht charmant, so wie sie ,st; t hat einen hoben Flug, der so vielen geschickten Büchcrmachern versagt ist; anderseits errath man bis in ihre schwächsten Partien die große, edle, vibrirende und zur Theilnahme herausfordernde Seele und für die, die empfinden und weinen, ist das genug - wenn auch mcht für die Menge Ute rarischen Mandarinen. Man staunt selbst, daß diese Frau, als Fürstin geboren und gekrönte Königin, seitzwanzig Jahren so alles menschliche Weh erarunden konnte und biS in die Tiefen erfassen die niedrige Noth der Kleine!' ; und der Armen. Die aeistiae Ueberanstrenauna, meint Loti, habe noch mehr, als der Kummer ihre Krankheit verschuldet. Um 3 Uhr Morgens zündete sie ihre Lampe an und arbeitete. Dann nahm das Tagwerk als Königin sie ganz in Anspruch und hielt sie fest bis 11 Uhr Nachts. In Venedig, als Lon sie sah, arbeitete sie noch. Ihr Buch hatte den Titel: DaS Buch der Seele." Sie versprach Loti, ihm etwas daraus vorzulesen aber ; in der Gondel. Sie fügte hinzu: Ich muß Sie aber aufmerksam machen, hüten Sie sich: das ist das Buch einer Närrin! Denn Sie wissen, daß mein Kopf, wie es scheint und mit ihrer schönen Hand, fast durchscheinend m ihrer Magerkeit, beschrieb sie zwei drei Kreise in der Luft vor ihren Augen, um anzuzeigen, diesmal wirklich lachend, daß ihr Kopf beschuldigt war, stark wirblich zu sein . ..." Die älteste Unwersttat. , Nicht in Europa ist die älteste Universttät zu suchen, sondern in Afrika, und zwar in dem marokkanischen Fez. ES ist die keruinische Universität, so genannt von ihrer Gründerin, Fatme der Helligen aus Kanuan in Tunesien, die im 9. Jahrhundert n. Chr. lebte. Es unterliegt keinem Zweifel daß damals, wo Paris, Oxford, Cambridge, Padua und Bologna noch keine Universitäten hatten, Studenten aus Andalusien, Frankreich und sogar auch Eng fand nach Fez wanderten 'und dort ge meinsam mit Tunesiern, Tripolitaniern, Aegyptern u. f. w. studirten. Fez ist noch heute der westliche Hauptsitz der muhamcvanischen Theologie. Ein englischer Gelehrter, Stephen Bonsal, der längere Zeit dort lebte, hat die UniversitätsverMtnisse eingehend erforscht und darüber in der Fortnightly Review" einen Artikel veröffentlicht, dem die Frkf. Ztg." folgende EinzelHeiken entnimmt: Wie alle richtigen Universitäten, ist auch die Keruina eine Republik, die sich selbst regiert. Sie begreift in sich die Fukis, die eigentlichen Professoren, und die Emins, so viel wie Beigeordnete; aber diese beiden Gattungen haben mit der Demokratie nicht bloß der Gläubigen und der Studenten, sondern auch der Maulthier- und Kameeltreiber zu rechnen, die in diesen Räumen verlehren; der Sultan selbst kann nichts ge' gen diese Privilegien ausrichten. Vor drei I ahr'en setzte er den Mokkas dem ab. den Rektor der Universität, der sein Amt, auf Grund des Erbrechts durch seine direkte Abstammung von der helligen Fatme besitzt; es erhod sich aber ein solcher Sturm unter der BevölkerunZl der Universität, daß die Absetzung wieder rückgängig gemacht werden mußte. Der Sultan ergriff den Ausweg, daß er erzählte, sein Vater sei ihm im Traum , erschienen und, habe thn gebeten, den Mokkadem wieder einzusetzen. ' Seitdem hat sich der Sultan nicht wieder in die Angelegenheiten der Universität eingemischt. Der wissen schaftliche Werth der Keruina ist natürlich nicht groß, der grißte Theil der Studenten kann kaum selbst lesen und schreiben. Auf der Universität besteht ibr Studium darin,, daß 'sie ihre Unwissenheit vervollständigen durch das äußerliche Studium der Bokhane (einer Art Tal mild deZ Muhamedanismus), derAstro logie , und des Prophetenthums. Nur wenige Begabtere sind kühn' genüge die Mathematik zu studiren, die ganz in dr Ueberlieferungen der arabischen Wissenschaft stecken geblieben ist; Andere werden Juristen-.' die Zahl sämmtlicher Studenten beträgt etwa tauzend, da runter sind gegen 400, die, freie Ver pfleauna haben. 1 Die Freischüler be kommen eine ziemlich magere Kost aus der Stiftung, die noch von Fatme herrührt, und alle Jahre ein Gewand, ibre einzige Kleidung. ichlasen m den Höfen der, Moschee, trinken das Wasser der Springbrunnen und ejsen trockenes Brot dazu: . Andere bekommen Unter kunst bei irgend einem Kaufmann der Stadt, dem sie. als Entgelt für Kost und Wohnung, verschiedene Dienste leiftcn;: sie besorgen ihm Ausgänge, füttern seine ', Maultbiere u. oal. So bringen sie die vier bis fünf vorqeschrie denen Jahre zu, nach deren Verlauf sie Lehrer, Priester, Notare, Frieden lichter werden. Tie wahre Neue. Reue vernichtet Schuld," So hör' ich viele sagen. Die, darein eingelullt, Sich dann danach betragen. Der Quell ist rein und klar, Doch wer ihn recht will brauchen. Muß nackt mit Haut und Haar Sich ganz d'rin untertauchen. So ist es mit derReu': Soll sie die Schuld vernichten. So muß man, ohne Scheu Vor Schmerz, sich selbst erst richt:.
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Die neue Schreibmaschine. Humoi'Ske ciil dim gszlischk vcu R. I. ' Mr. Bulles, ein bekannter Bankier , in New Z)örk, hatte, der Richtung der Mohe folgend, sich eine Schreibma schine angeschafft und überließ es feinem Prokuristen, aus der Zahl der Bewcrder sich die geeignetste Person zur Bedienung der Maschine auszuwählen. Diejenige, welche den Vorzug des Engagements erhielt, war eine große, imposante Dame von auffälliger Schonheit und dem hochmüthigen Wesen einer Herzogin. Sie kleidete sich geschmackvs'I, und mit ihrer Art und Weise, sich an die Schreibmaschine zu setzen, machte sie eher den Eindruck einer großen Dame der Gesettschaft,welche sich herabläßt, gelegentlich ein Stück auf dem Pianino zu spielen, als den einer besoldeten Schreiberin. Es sah aus, als wäre das ganze Personal in ihrem Diensie und als bestände ihre Beschäftigung nur in der Kontrolirung ihrer Millionen. Mr. Bulles hatte immer das Gefühl,' als müsse er sie erst um Erlaubniß fragen. ob er rauchen durse, und war mitunter fast angstlich, sie zu bitten, ihm einige seiner Correfpondenzen nieder zuschreiben. Welche Arbeit jedoch er ihr auch immer gab, sie verrichtete sie so gut wie sie nur irgend gethan werden konnte, und so hatte er an ihr nichts weiter auszusetzen, als ihren Hochmuth. Endlich beschloß er, ihren Stolz zu beugen. Er hatte sich die ganze Zeit über unbehaglich und 'gedrückt durch ihre Ueberlcgenheit gefühlt, nun sollte sie einmal ihm gegenüber dasselbe empnndcn. ' So rief er sie denn am nächsten Moracn in's Comptoir, und nachdem er ihr einige Geschäftsbriefe diktirt hatte, sagte er: .Nun kleinere Bogen, bitte. Sind Sie fertig? Warten Sie." Sorglos aus die Spitze semer Cigarre velLend, starrte er eine Weile sinnend durch das Fenster. Lieber Jrm begann er, ich danke Dir vielmals, aber es wird nicht möglich sem, durchaus mcht. Ich habe ein für allemal auf jedes Amt im Politnchen Dlenste verzichtet, und obgleich die Stellung als Gesandter in einer !-tadt wie t. Peiersourg aucrordentlich ehrenvoll und die Wahl meiner Person höchst schmeichelhaft ist, konnte, ich doch ew yoa und meine Thätigkeit hier nicht aufgeben. Sage dem Präsidenten in amtlicher Sprache, er wäre seh? gütig, aber er müsie sich nach iemand Anderem umsehen. Meine besten Empfehlungen für Mrs. Blaine, und genehmige die herzlichste Condolation zu dem Verlust unseres Hauses. er innige. Sr. Hochwohlgeboren Herrn James G. Blaine, Washington? D. E. Das an der Maschine arbeitende Mädchen brachte dies mit ruhigem, unbewegtem Gesicht zu Papier. Der Ernst ihres Betragens war durchaus unverändert. Ist das Alles?" fragte sie jetzt. Ja.- antwortete Bulles matt, ja ich glaube, das ist Alles." Er war durch solche, Kleinigkeit nicht muthlos zu machen und berief die Schreiberin während des' Nachmittags zu sich, um ihr folgende Note zu diktiren: - Mr. Telmonicos. Sie wollen mir gefälligst eines Ihrer größten Pri-vat-Speisezimmer für morgen Abend vorbehalten und ein Abendbrod für hundert Personen vorbereiten. Meine Zimmer sind zu ilcin ich wünsche deshalb ein größeres bei Ihnen. Treffen Sie Anordnungen, daß , später getanzt werden kann, und bestimmen Sie Tecorationen nach Ihrem Belieben, jedoch gehen Sie mit Blumen nicht über 1000 Dollars. Ihr Ergebener." Die nächste Note lautete: Lieber, alter 'Junge! .Ich , würde ,.nit Freuden zusagen, aber Tuxedo stimmt mit meiner Verdauung nicht überein. Natürlich,, Du kannst alle Pferde haben, die Du wünschest. Die beiden Führer sind nicht in der Stadt, aber ich werde sie Dir kommen lassen. Ich denke, der Preis, den Du mir für den Wagen bietest, ist annehmbar, und Du sollst ihn dafür haben, , umsomehr als ich das Kutschiren aufgeben unö mir eme Yacht anzchassenvill. , Dein.. ..." Der letzte Brief war: , , Lieber HerreShoff! Die Zcichnun aen langten 1 gestern hier an und sind roahre v Schönheiten. Dem Aussehen nach zu urtheilen, bin ich sicher, daß das mir zum Ankauf empfohlene Bcnt an Eleganz und Sichcrheit allc übrigen schlagen wird.!, "Ich werde Jb ren Rath befolgen und von dem Fahrzeug Be fitz ergreifen, sobald es segelfertig ist. Achtungsvoll.. , ! ,Herr Bulles .sagte: ,,.Tas genügt. Wenn Sie fertig sind, lassen Sie mich sehen." Er glaubte, eine kleine Spur von Demuth an der hochrabrenden Per son zu entdecken, doch zu zuversiolich war er nicht. Wenn dies keinen Ein druck auf sie macht," dachte er bei sich, dann schreibe ich morgen einen Briej an die Königin von England und einen an Gladstone, ln dem ich meln Bedau ern ausdrücken werde, an den Festlich' leiten und Jagden im nächsten Sommer nicht thellnehmen zu können." Als das Mädchen ihm die Briefe zui Unterschritt vorlegte, schob er sie nach lässig zur Seite mit dem Bemerken: Ich werde sie später unterschreiben und lelost zur Polt brlnaen. In der That unterzeichnete er sie. legte sie couvertirt unter verschiedene andere Briefschaften, wo das Persona sie nicht sogleich sehen konnte, und machte weitere Pläne für die Zukunft. Am folgenden Tage lehnte er dm Em ladungen zu Diners bei den vornehm sten Persönlichleiten ab, berief einen Architekten zu sich, den er Mit dem Ba eines Landhauses in Newport betrauen wollte, und machte außerdem noch eine Bestellung auf ein kostbares Damen kollier. . Die Schreiberin sing an, ein wenig
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mehr Interesse zu zeigen, und scrntt jetzt: Ja, mein Herr," statt einfach ,;a", womit immerhin ichon , etwas ge vonnen war. Er merkte, oak er Fort schritte machte. 1 Aber am vierten Tage erschien sie mit einer womöglich noch kälteren Miene als bisher und leate, drei Briefe auf sein Pult? Sie pflegte stets die Post, sachen für ihn zu öffnen und die Privatbriese von den Geschäftsbriefen zu sondern. Hi, sprach sie, sind drei Briefe, von denen ich' nicht recht wugte. ov sie Ihnen oder Ihrem Buchhalter zu übergeben sind." Bulles blickte nach der, Unterschrift eines der Briefe und las den Namen H. Herreshoff". Dr Inhalt lautete: Herrn Henry Busses! Werther Herr! Ich bin im Bcsik eines mit Ihrer Firma versehenen und von Ihnen eigenhändig unterzeichneten Briefes, welcher sich aus eine ?)acht und eine singirte Correspondenz, die zwi schen uns geführt worden sein soll, be zieht. Da ich weder das Vergnügen habe, mtt Ihnen, noch Mit der Angele genheit der acht bekannt zu sein, so kann ich nur annehmen, daß Jemand Sie zu hintergehen beabsichtigt, und sende Ihnen daher Ihren Brief zurü Ihr ergebener - H. Herreshoff Mr. Bulles wurde sehr roth und wagte.nicht aufzusehen. : Er hätte gern gewußt, wie weit das Mädchen wohl den Brief gelesen haben mochte. I m zweiten Briefe stand: Das von Ihnen für Dienstag bestellte PrivatSpeisezimmer und Souper war genau nach Ihrer Anweisung für Sie in Be reitfchaft gesetzt, aber Niemand erschien. Sind wir im Irrthum, wenn wir qlauden, daß hier ein Mißverständniß vorliegt, oder daß Ihrem Schreiben, welches wir zurückbehalten, irgend ein schlechter Spaß zu Grunde liegt, oder aber,' daß Jemand Ihre Unterschrift gefälscht hat. Wir erwarten umgehende Aufklarung u. s. w. Delmonicos." , Mr. Bulles sank in seinem Stuhl zusammen. Er öffnete den letzten Brief mit unsicherer Hand. Das Mäd chen stand immer noch hoch aufgerichtet neben ihm gleich einem rächenden Geiste. Der Brief war von emem Freunde und enthielt einen Ausschnitt aus emer Zeitung nebst folgenden Zet len: Lieber Henry, hast Du diesen einliegenden Zeitungsartikel gelesen? In des Himmels Namen, was bedeutet das? Da muß sich Jemand einen nie derträchtigen Witz gemacht haben, der Dich auf's Empfindlichste berühren muß. Es stand in großen Lettern au dem Zeitungspapier: Ist Henry Bulles geisteskrank? Der wohlbekannte Bankier macht sei nen Freunden große Sorge. . Washington, I). Der Sekre. tär der Vereinigten Staaten empfing eine Mittheilung höchst merkwürdiger Art von Henry Bulles, laut welcher derselbe sehr hoheitsvoll den Posten eines Gesandten in St. Petersburg zurückweist. Er ist sowohl dem Präsi denken als Mr. Blaine gänzlich unde konnt, und es muß vermuthet werden, daß entweder sein Geist etwas gestört, oder daß er das Opfer eines niedriger Scherzes ist." . , , - . Mr. Bulles ließ das Papier fallen und fchaute verzweifelt auf die Schrei berin. Gaben Sie jene Briefe zu' Post?" , fragte er. Ja", sagte die Herzogin streng. Ich fand sie auf Ihrem Pulte, nach dem Sie fortgegangen,, waren,, und nahm an, daß Sie vergessen hatten, sie mit Post zu besorgen. War da? nicht recht? ,, Sie sehen em, daß ich Sie Nicht länger brauchen kann. Sie wissen zu viel.", Das ist, meiner Meinung nach, ge rade ein Grund, weshalb ich bleiben sollte. Denken Sie nicht auch so? Sie mögen sagen, sie fino oas Zupfer elnez schlechten Spaßes geworden, ich aber kann, sobald ich entlassen werde, an ders sagen. Würden Sie es nicht vor ziehen, 'mein Gehalt ein wenig zu er höhen und mich weiter zu beschäftigen?" 1 Mr. Bulles blickte düster auf den Zeitungsausschnitt, der vor it)rn auf dem Pult lag.' ,, r - , - Ja," sagte , er grimmig,, es ip besser, Sie bleiben." ; , Merkwürdige Zeitungsannoncen ..jü'",., " : ii: i?'" ' :! ""r ' - .: :; :. , I. I;.! Rici -Die Zeitungen haben schon manche? Todesfall zur Kenntniß gebracht, aber noch nie den meines seligen Onkels, Eommercienraths N. Ein Stick- und Schlagfluß, der unglücklicher Weise gerade ihn traf, machte seinem Leben ein Ende. Er starb, sich selbst unbewußt. im 73. Jahre seines irdischen und im ersten Augenblicke feines jenseitiger Lebens. Als ich mich vor 25 JaiVr? mit dem Professor N. verehelichte, glaubte ich nicht, daß ich heute den verehrten Lesern der schwäbischen Ehronik seinen Tod anzuzeigen haben würde, und doch ist eS so. In einem Alter von 47 Iahren unterlag mein Gatte dem allzugro ßen Gewichte seiner unergründlichen Gelehrsamkeit, und so mußte er gestern Abend seinen Geist aufgeben, der ihm in den Literaturzeitungen so oft unge rechter Weise abgesprochen worden ist. Das verehrliche schwarze, Seife be dürfende Publikum, sowie alle extra feine weiße. Stärke zu. haben wün schende Herrschaften erlauben wir aus uns're Fabrik aufmerksam zu machen, die beide so nothwendige Art'.kel in be ster Qualität, und zu den billigsten Preisen liefert. Nichts 'ist der AuSbeu. wngsfucht mehr heilig; noch ehe der Mensch geboren ist, wird er ein Opfer der Speculation. So hat sich in Lon don eine Gesellschaft gebildet, welche die Familien gegen Zwillinge und Drillinge versichert! Bei der Geburt von Zwillingen zahlt sie 50, sind Drillinge gekommen, 75
Blücher im Volkötteö.
Viel weiß das Volkslied vom alten Blücher zu singen und zu sagen, dem , unvergeßlichen Helden, desien hundert.' fünfzigster Geburtstag unlängst HcftifttVß! wurde. Lieder warm es zumtlstOlttz? im Heere selbst entstanden, nach demW Muster und der Melodie älterer HeU dcngesänae. So feierten die Soldaten ; als der Elbübergang bei Wartenber sich vollzogen hatte, den ManchallBß Vorwärts- am Wachtfeuer nach der.,,? Weile vom Prinzen Eugen: -M: - : 7 ;' Aus dem Hauptquartier in Ieffcn Schrieb nacy reiflichem Crmcneu -'-' Vater Blücher den Befehl: - Morgen früh soll Mrk marschircn ' i:1'? Ucbern breiten Elbstrom fübren - Sein Arineecorps ohne Feh l.' ; Dann "' kam die ' : gewaltige Völfer. : schlecht und jetzt sangen die Preußen nach der Mclodie des aus der Jridcri. ' cianischen Zeit stammenden ,, Kaiser ' 1 Joses, willst Du denn eines mit mir,,,, wagen", dem geschlagenen Napoleo? nacy: . Kennst Du nicht den alten Greis, Blüs ? chcr. unsern Helden? Der wird Dir von seiner Kunst, auch 'noch was vermelden. 1 Oder meinst, daß Blücher alt und nicht ... . " , könne fechten? Donnerwetter, na. da kommst Tu grad' an den Rechten! y4 i f ,.- ' :- . .:"'?,., v Vergebens beschwört Napoleon die ;" Preußen, doch nicht so heftig zu sein, ' nach der hub chen Melodie: ..Geh. Mädchen, packe ' Dich : nach Haus zu Deiner Stickerei," er bekommt nur diehöhnende Antwort: , MI ;" Äe! Leipzig bist kaput gemacht Mit Deinem großen Heer, Jetzt wirst zum Land hinausgejagt, ' Adje, .Du 2ömpfeBJ.v:;r; ' ' So folgen wir dem SiegeSzuge der Deutschen, bis nach Paris hinein und können auch dem Klag Napoleons auf Elba lauschen. Indessen dieser sich in Ingrimm verzehrt und verwegene Plane ersinnt, erfreut sich BlÜcherK zum Fürsten von Wahlstai ! ernannt! und mit der Herrfchaft UikMtoifihf Schlesien begabt, des behaglichen Jrie dens, doch jäh wird er aufgeschreckt: Vadder Blücher fat in godcr Roh Un schmokt sin Piep Tobak derio. Da kloppt em wat an sine Dör, )at was de hollische Postcouncr, Und dädrin stund et schwart up wieß, De N a p l wär wedder in Paris. Fi," spra! de Blücher, Mt tote ml woll, Js denn de Kerel düwelsdoll? 'T iS god, nu maken wie noch en Gang, Mi würd hie fo de Tied schon lang." Ganz im Tone des alten Burschen licdes vom Growsmcd", dem dieser Sang nachgebildet ist, wird nun ge schildert, wie dem Napl, als er den Marschall Vorwärts kommen sieht, die Herzkütc" schwach wird, und er legt sich auf's Bitten: Ach Blücher, liebster Blücher mein. So blüchre doch so arg nicht dm. Aber unwirsch erwidert der Alte v seinem geliebten Platt: Holt , 't Mul, Kujon, un scgg kem ' , Wurt, ' , Gliek ut ganz Frankreich mötst Du , m:-: Qustav IV. üonZtitvtbtn und die Offenbarung Ioyannis. Bekanntlich wurde Gustav IV. ent , thront und mußte den Bernadotteswei ' chen, weniger bekannt dürfte aber sein, daß an seiner Absetzung die Offen barung JohanniS Schuld trug Schon in früher Jugend machte sich bei ihm eine Vorliebe zum Mysticismus bemerk bar, welchem ersich. bereits mit acht zehn Jahren zum sclbftständigen Regie ren gelangt, ganz und gar hingab., Er fand seine größte Freude' in dem Stu dium dcS Ücbersinnlichcn, und sich in die Schriften Schweöenborgs undJung Stillings ,, vertiefend, , versuchte , er die Räthsel der Geisterwelt zu entschleiern. Dieses bewog ihn schließlich nicht nur sein privates Thun und Lassen, sondern auch seine Regierungshandlungen nach den dunklen Sprüchen der l Apokalizpfe zu'tegeln Einst erließ Gustav den Befehl, 833 Eichen im , königlichen Thiergarten zu fällen., Zwar war eine, Lichtung im Parke nothwendig, aber es blieb uner findlich, wie der K.'nig gerade zu dieser Zahl gelangt war. 1 Die Veranlassung war schließlich die,! dah Jung-Stillirg 888- als eine der heiligen apokalqvti schen Zahlen bezeichnet hatte! Aus ähnliche Weise wurde ferner bekannt, woher der fanatische Haß stammte, ml chen Gustav in höchst unkluger Weise gegen Napoleon I. zur Schau trug. Es waren keineswegs politische Gründe, sondern er hatte herausgetüftclt, daß. die Buchstaben des Namens Napoleon die Zahl 666 ausmachten, die nach der Offenbarung Johannis die Zahl des Thieres ist. Den Marschall Brune suchte Gustav zum Abfall von Napo leon zu bewegen, den russischen Gesandten AlopäuS ließ er wider alles Völker recht einsperren und seine ' Thorheiten im eigenen Lande wen endlich so weit gediehen, daß seine Entthronung erfol gen mußte. Hoffnungsvoll. Barons ist nach einem sehr bewegten Jungge stllenleben in den Hafen der Ehe einge laufen. Bei der Hochzeitstafel nimmt ihn der joviale Schwiegervq.ter beiSeite und sagt: 9ifl, ich hosfe, Sie werden setzt solide werden und keine Dumm heiten mehr machen." Salbungsvoll erwidert Baron K,, auf seine jungeFrau zeigend: Tas soll meine lefetf sein!" Falsch gedeutet. Student' Ach. mir geht es sehr schlecht heute! - Wirthin -.Aber lassen Sie doch ten Arzt knal kommen! Student: Ach. ttz pumpt mir ist auch nichts!
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