Indiana Tribüne, Volume 16, Number 116, Indianapolis, Marion County, 15 January 1893 — Page 7

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Sie Woche und ihre Tage. Sine fia'fnbetüuMi do I. fft; JDrtflf t. Ueber alles Mögliche und UnmSg Nche wird in den Journalen des TazeZ und der Wochen ges&ieb::!, nuiirn auch nicht einmal über die Woche und I5rc Tage? Auch kleineMünzen haben ihren Werth, und mut&tb irrntandis lassen sich auch hier GoelheS Worte Z Anwenduna, bringen: Greift nur hinein in volle Menschen leben! Gin Jeder lebZ, nicht Vielen' issS oe konnt. Und wo ifcr'5 deckt, da ist's inte. ressant. (55 glaubt daher auch der Verfasser dieser Plauderei, daß seine Feder,, mit keinem Kinde der Langweile in die Wochen kommt, nimmt sie sich eine All t2g!'-chkeit zum Stoffe: den Zeitabschnitt von sieben Tagen, den wir Woche heißen. Die Woche ist ibrem Ursprnnge nach ein natürlicher Theil des synodischen, durch die Mondesphasen gebildeten MonakZ und hätten wir dieselbe nach Tio (ZassiuZ. einem unter Kaiser Marr Äurkl ledendenrömifchenGeschichtZschrci ber. den (5güptern zu danken. Allein, wenn man in Betracht zieht, dn diese ihre astronomischen Kenntnisse pon den Babyloniern und diese wieder auS Efjal däa, der Wiege des Menschengejchlech' teZ. überkamen, so spricht die größere Wahrscheinlichkeit dafür, daß die Woche ÜalöSiscken Ursprungs ist, und auch desgleichen die Brneanungt ihrer einze! nm Tage nach freu sieben Planeten : Mond. Merkur. Venus, Sonne, Mars. Jupiter und Saturn, wobei man aber nicht der Reihe folgte, in welche nach Anschauung der Alten die Planeten sich um die (5rde schaärten. sondern sich von der Reihenfolge bestimmen ließ, in wclcher dieselben als Äegenten der Tag und Nachtstunden fungirten, nfq daß jeder einzelne Tag nach den Planeten benannt wurde, welcher denselben anfing. Doch mag es richtig sein, daß die (aypter um (Ifjrriii Geburt herum ihre Tagebenennung an die Griechen und Römer übertrugen. Nur die Juden, welche gleichfalls die siebentägige Woche hakten, gaben den Tagen, mit Ausnahme des Äuhetages, welchen sie Sabbath hießen, leine Namen, sondern bezeichneten diese nnt den ersten Buchstaben des Alphabets. Hierbei sei aber aleich bemerkt. daß die in der Bibel vorkommenden Wochen nicht Wochen in unserem Sinne und, sondern aus xt )itbtn Jahren be stehende sogenannte Jahrcswochen, und der hebräischen prophetischen Poesie an gehören. Unsere engeren vorfahren, die Ger manen, kannten ebenfalls die sieben ' täaige Woche, nur übertrugen sie die römische Tagesbezeichnung, welche sie von den Römern über .Gallien her erdielten, in ihre eigene Sprache, indem sie die Namen ihrer Gottheiten jenen der emex substltulrten. Wie die christliche irche Vieles vor den Juden im Wege des Neuen Testarnents übernahm, so auch die siebentägige Woche. Sie ließ aber dnrch lange Zeit den Tagen die heidnische BeNennung, mit Ausnahme des ersten Tages der Woche, welchen zu Ehren des Autcrttelzungstages rhres Stifters sie dies dominica den Tag des Herrn nannte, und enen aus diesem Grunde und bequss Unterscheidung von, den Juden als' Nubetag (Sabbath) be stimmte. Erst Sylvester I. (314 oui) verordnete, um die yeidnizche Narnen?Senennung der Tage in vcrdrän gen. daß dieselben kurzweq feriao zn nennen sind und zur Unterscheidung jedem einzelnen die Zahl prima., se cunda, tertia :c angefügt werde. Doch konnte diese Anordnung keinen festen Fuß im Bolke fassen und blieb daher d!s aux den heutigen Tag auf den Kirchen lal.'nder beschränkt. Auch die Chinesen und die Peruaner "kannten seit den ältesten Zeiten die siebentägige Woche. ' ' Als erster Taa der Woche aalt und gilt auch heute der, Sonntag, bei den Römern dies solls gehalten. Von allen Völkern der Geschichte der Sonne 'geweidt und wurde, i mit vorgesagt. 1 ichon der den ersten Christen zur Erln nerung an Christi , Auferstehung gefeiert., wie dies deutlich ,,, aus , einem Briefe des Plinius an 5kaifer Trajan bervorgeht. Später trat, er, an ,,die Stelle des llüdizchen) Sabbathtages, an welchem Urenge jedwede Arbeit un tersagt war. In dieser Beziehuna thaten sich besonders die griechischen Lkailer (onnantm der lsroLe und sem späterer Nachfolger aus dem griechischen , Kaiserthrone, Leo II!.. durch Erlassung diesbezüglicher strenger Borschisien hervor. Auch der den Griechen war die , ser Tag. nachdem sie die siebentägige , ÄZoche angenommen, ihrem Sonnen gotte, Apollo (Helios) als dem leuch " tenden" Repräsentanten alles geistia ' ' -'fn T ,,! fVT !!;!! ' . , rfHeuen: vlen, ayryett und Necyt, geweiht. Montag, althochdeutsch raaaei taor,:! mittelhochdeutsch mantag, ist der zweite Tag der Wcche und zugleich , erster Wockentag und wurde von den Nömern, als der Mondgöttm lLuna) geweiht, dies lunae genannt. Wie der den Alten Apollo das Symbol der Sonne und des Lichtes war, so war Luna (Tiana) das Sinnbild des Mon des. des bleichen Gesellen der Nacht, und gehörte zu den Hauptgottheiten der Griechen und Rotier, aus welchem Grunde man ihr auch einen Tag weihte, und zwar weil sie vieZwillingSschwcster Apollos war, den diesem ge' weihicn. folgenden Tag. V Der sogenannte .blaue Montag" erklärt sich daraus, daß eS im Mittelalter , Sitte war, einerseits während der Fa stenzcit die Kirche mit blauem Tuche auszufchlagen, andererseits die (Fasten) Msntage dnrch Mäßigkeit, allerlei 5?urzweil und insbcfonders mit vielem Essen und Trinken zu feiern, und zwar nicht nur allein seitens der Gesellen sonder auch seitens er.HandwezkZ-

meizier. cc;cy: panowerlerlrelierqcn". an diesen Fasten-) Montagen wurden dann kurzweg blaue MontagZ feie?' genannt, welche auszurotten den

Obrlgketten zruchtloie Muhe machten. TeN' dritten Tag der Woche, den von den Römern ihrem, Krieasgotte eMars) lt. . . . 1 T ... .1 . . genZeiylen ug cjesrnanis icnsiag iund nicht Dienst"-tag), widmeten die Teutschen ihrem Kriegsgotte Th?r,' der b.'i den Snevcn Z:n und bei den Cue rüskern Heru genannt wurde.' die Boparier Bayern) nannten Thzr Eor, iZru. daher. dieser Tag anch heute noch in Bayern und bei den ihnen stammverwandten Ocsterreichern. Ertaz, 'rtag heit. während die Schwaben ihn mit den Namen Zicstag. Tiestag belegen, als von der althochdeutschen Benennung des Gottes Thyr: 2iu, Zia westac abgeleitet. Obwohl als Unqliickstag geltend. wurde doch mit Vorliebe an diesem. als dem 5?rieg?qotte geweihten Tage das bei den Truiden in hohem Ansehen gestandene l5isenktüut gepflückt, mit welchem sich die kriegsansagenden Stämme bekränzten. Ein besonders pearteter Dienstag ist der ,?attnachts (NaschmaZ.) Dienstag, der als Vortrad der beginnenden großen Fastenzeit schon seit dem frühesten Mittelalter mit Tan zen, Mummenschanz, Schmausereien und Trinkgelagen gefeiert wurde. Der als dies Mercurn von den Nö mern Merkur, dem Gott der Diebe und derKaufleute, geweihteMittwoch, wurde von den Deutschen ihrem Hauptgotte Odin (Wvudan) verliehen und hieß dann Odius (Woudans)tag. In Westsalen helgt der Mittwoch auch heute noch EoudenSdag. Er galt als besonderer Glückstag. - Der die Fastenzeit einleitende Ascher mittwoch führt seinen Namen von dem ln der römilchen Kirche, herrschenden Gebrauche, das Haupt der Gläubigen an diesem Tage mit der Asche von verbrannten Pal'mzweigen als Zeichen der Buße zu bestreuen mit den Worten : lsmsnt quia pulvis 3 et in pulveren reverteris!" (Gedenke, daß Du Asche bist und zu Asche wieder wer den wirst!") Der Donnerstag dies Joris (311 oiker) wurde von den Bewohnern der deutschen Wälder Odin's und Freya'Z Sohne, dem stärksten der Götter, Donar, geweiht und heißt im Schwedischen auch heute noch da Donar und Thor identisch sind Thorsdag. Da Donar, als der Herr des Büke! nd des Feuers, auch Beschützer deS häuslichen Herdes und der Familie war, so wird dieser auch in der Gegen wart noch in vielen Gegenden Deutschlands mit Vorliebe als Hochzeitstag gewählt. Auch litten die Zwerge es nicht, daß an diesem Tage gesponnen oder Holz gehauen wurdel Der Grün donnerstag läßt zwei Erklärungen zu. Entweder' erhielt er seinen Namen von dem n diesem Tage gesungenen Psalme 23J2: Er weidet' mich auf grüner Aue und führt mich zum frischen Wasser", oder von dem Gebrauche, daß man an diesem Tage meist die erste frische Grünspeise aß: Er erhielt die sen Namen um das Jahr 1200 und gilt seit dem VII. Jahrhundert als Fest- und Gedächtnißtag an die Einsctzung des Abendmahles. b der . Freitag, althochdeutsch Friatac;, von Odin's Gemahlin Frigg. oder von der Liebesgottin Freya, welc Letztere-sehr häusig mit Ersterer idcntifizirt wird, ist strittig. Die größere Wahrscheinlichkeit spricht abersiir letzteren Umstand, denn im Lateinischen hieß der Tag Us Vensris, wär also der Lenus geweiht gewesen, und da die Teutschen an Stelle der römischen Gottheiten eine germanische gleichen oder doch ähnlichen Charakters einzu fcen liebten, so würde, da Freya als Göttin der Liebe , und Schutzherrin der Ehen verehrt wurde, ihre Einsetzung naturgemäß sein. Der Eharsreitag , der größte Fest' az in der evangelischen, besonders anglikanischen Kirche den die christliche Kirche als. Sterbetag ihres Grün ders feiert, wird in seiner Zusammen setzung i verschiedenartig erklärt, und zwar entweder vom griechischen charn (d. h. Gnade), oder' vom lateinischen caxus (lieb und theuer); auch hat man ihn auf das altdeutsche Wort kar zu rückführen wollen, welches 1 Leiden bt 'büt'el-.--v:-: "r-i'-i-" -:-:;-"r;:-:-Hinsichtlich des , Freitages läßt sich nit dem Prediger sagen: Das ist ein Tag, von , dem wir sagen, , er gefällt uns nicht!", da er insbesondere einer zener Tage ist. den man ja vor den Abend nicht loben dürse.' Er gilt nämli in der ganzen Welt, und selbst oft auch bei t wissenschaftlich, Gebildeten lalZ ein Unglückstag par excellence! Woher , stammt nun dieser Aberglaube? Abgesehen daß dieser Tag der Sterbe tag des Erlösers ist, also eigentlich für die Christen ein Glückstag sein soll: galt er auch schon in vorchristlichen Zeiten als Unglückstag. , Dies läßt sich-zu-rückführen darauf, indem die Chaldäer annahmen, daß auf jedem der sieben Planeten, die sie kannten. , eine Gott heit herrschte, welche von ihrem Herr schersitze aas das Leben auf der Erde beeinflußten, daß aber an jedem Tage eine andere Gottheit regiere, und zwar jene, zu deren Ehren der'Taz bestimmt war. Der Freitag war nun dr Aschera geseiht, welche wohl als Göttin der Liebe und der Zeugung, aber auch als jene des Krieges und des TodeZ verehrt wurde. Was daher an ihrem Tage be gönnen wurde, mußte auch am selben Tage noch zu Ende gebracht werden, weil nach der letzten Stunde des Frei tages die Geister deS Kaivan, des chd däischen SonnabendgotteS, frei wur den, welchei als Gott des Winters Feind alles Erschaffenen war und behufs Zerstörung desselben sich mit Aschera in deren Eigenschaft als Kriegs und To deZgöttin vereinigte. Dies war nun auch der Grund, warum man es ver mied, am Freitag etwas Neues zu un jernehmeneinen Vertrag,, oder ga? eine

Ehe zu schließen. Der Glaube an d'ie sen Gott des, Unheils überging nun von den Chaldäern auch auf jene ,Vöerschasten. welche von ihnen die Woche übernahmen, wozu dann später bei den Christen, wie vorerwähnt, auch noch der Umstand hinzukam, daß an diesem Tage ihr Heiland starb. Der Sonnabend, das beißt der Tag vor dem Sonntag, der Schlußtag der Woche bei den Römern dies saturnaa heißt in Italien saddaw, im Iran zssischen ?msäi, althochdeutsch amdai dao, in Süddeutschland und Oesterreich Samstag. Er war nicht nur der Sab bathtag'der Juden, sondern auch jener der Chaldäer, an welchem jede Arbeit ruhen mußte. Bei den Juden wird die Sabbathfeier , auf Moses zurückgeführt und wurde dieselbe so strenge eingehal ten, daß sie sogar an diesem Tage sich von ihrer Wohnung nicht weiter ent fernen durften, als eine Strecke von höchstens 2000 Ellen, welche Strecke Weges sodann Sabbatherwez hieß. Bei den (zhaldäern hatte , die Sabbathruhe in dem ihre Ursache, ' als Kaivan. der Wintergott, dem dieser Tag geweiht war, Feind jeder Schöpfung war.

Ich komme im Kamen deS Königö Eine Anklage wegen Erpressung wurde vor der ersten Strafkammer des Landgerichts I in Berlin , gegen den Äestaurateur Gustav Hoffmann verhandelt. Der Angeklagte war im Be sche eines Wechsels'über 150 Mark, der von dem Handelsmunn Obel ausge stellt und von dem Handelsmann Wein holz acceptirt war. Der Letztere konnte nicht zahlen und die Wechselklage gegen ihn hatte keinen Erfolg, da er bereits den Ofsenbarungseid geleistet hatte. Obe! war nicht zu finden, so daß der Angeklagte, sich vorläufig an diesen nicht halten konnte. Jni April d. I. erfuhr der Angeklagte, daß Obel sich müder unverehelichten Hauß verlobt hatte und daß diese nicht mittellos fei. Er begab sich nach der Wohnung der Hauß'und fragte, wo Obel sei. Die Hanß erwiderte, derzelbe ici verreist, woraus der Angeklagte sie in großer Erregung der Unwahrheit zieh und da mit drohte, daß er den Obel. innerhalb zehn Minuten verhaften lassen , werde, wenn sie sich nicht dazu verstehe, den Wechsel sofort zu bezahlen. Der Angeklagte zeigte dem Mädchen ferner den Kopf des Erkenntnisses, wel ches ihm in seiner Wechselklage gegen Welnholz zugestellt worden war. - Sie sehen, ich komme im Namen des Kö nigs. hier steht eS, nun machen Sie nicht lange Umstände fonoern zablen Sie. ich weiß, daß Sie ein Sparkassen buch und auch baares Geld haben." Nach diesen Worten des Angeklagten ließ das Mädchen sich einschüchtern, eS gab dem Angeklagten 44 Mark baa reS Geld und ein Sstarkassenbuch über 800 Mark, wovon derselbe 100 Mark abhob. Die Zeugin bekundete im Ter min,. daß sie wohl gewußt habe, daß sie zur Zahlung nicht verpflichtet gewesen, aber durch das ganze Verhaiten des Angeklagten habe sie gefürchtet, daß derselbe ihr irgend ein Uebel zufügen könne und deshalb das Geld herausge geben. Der Gerichtshof war mit dem Etaatsanwalte der Ansicht, daß alle Thatbestands-Merkmale der Erpressung gegen den Angeklagten erwiesen seien, auch liege dex Fall keineswegs milde, sondern sei mit einer Gefänznißstraie von drei Monaten zu ahnden. , . , , ,,,, , , . ;,:' ' , ' Ci oma VS ttm StbtnS In Wien dürfte die in einigen Tagen stattfindende officielle Verlobung deS Fräulein Amelie v. B. Tochter eines der ersten Bauherren, mit dem unlängst auS dem Orient zurückgekehrten Adoptivfohne eines indischen Nabobs. der als Besitzer mehrerer Millionen gilt, einiges Auf sehen erregen. Amelie v. B. ist bereits eine voll aufgeblüthe Rose. Man er zählte sich seit Jahren, daß Amelie nicht heirathen erde; Eingeweihte wollten wissen, daß sie, als sie im Jahre 1870 mit ihrer Gesellschafterin (die Mutter war frühzeitig gestorben) in Baden weil te. sich sterblich in den Hauslehrer ihrer Freundin verliebt, ihm ewige Treue ge schworen, und da sie deS 1 Vaters Einwilligung nicht erlangen, ja eS nicht ein al dahin bringen konnte, daß derselbe ihrem Erwählten eine Unterredung be willigte, sich feierlich gelobt habe, wenn nicht ihm, dann keinem Manne angehö ren zu vollen. Dr. Manfred B. hatte hernach noch zwei Jahre in Wien gelebt und die Geliebte öfters bei ihrer Freun din gesvrochen, doch da er sah, daß sie sich in stillem Gram verzhrte, daß nicht? den Starrsinn ihres aus seine Geldsäcke stolzen VaterS brechen könne, sich schwe ren Herzens entschlossen, die Heimath zu verlassen. Wir müssen einander meiden, Amelie," hatte, er, sie mit seinen Küssen bedeckend, gesagt. Trachte, mich zu ver gessen." Nie nie," versicherte Amelie ihm; wenn du, auch ferne ,, bist, werde ich nur im Gedanken an dich leben".... Sie schieden. Dr. B. nahm eine Stelle als Nelfe Begleiter bei einem reichen Inder, Mr. Blanket, der am Ganges ausgedehnte Besitzungen hatte. Der Mann war alt, kränklich, suhlte sich trotz seines Reich thumZ unendlich arm, da eine heißgeliebt te Gattin und zwei hoffnungsvolle Söh ne ihm ein Jahr zuvor durch die Cho leraEpidemie entrissen worden. Auch er wollte vergessen, und in ihrem gemeinfa men Leide schloffen sich die beiden MSn ner aneinander; es entstand zwischen ihnen ein innige FreundschastSverhält niß. Doctor Manfred vertraute dem älteren Manne an, wag ihn bedrückte. Jahre vergingen, ohne daß er von Amtlie eine Nachricht erhalten ; d erGedanke, obste noch frei sei oder einem Anderen angehöre, peinigte ihn Tag und Nacht. Von Algier aus erkundigte er sich darum bei einem Freunde; dieser war gewissen los genug, ihm auf des alten B. Wunsch, in dessen Hause er als Buchhalter an gestellt war, zu antworten. Amelie fei Zeit zwei Jahren an einen Pariser Ban liererheiraMt.NaLErLatt dieser

Nachricht'versiel Dr. 7Mar.fred 'inein hitziges Fieber! Mr. Blanket pflegte ihn Tag und Nacht; jetzt, da, der junge Mar.n in Lebensgefahr schwebte, ward Mr. Blankek sich erst darüber klar, wie lieb er ihn hatte, und er gelobte sich, falls Manfred genesen sollte, ihn an Sohnesstatt anzunehmen . Manfred'S starke Natur siegte. Er erwachte nach schwerer Krankheit zu neuem Leben, ward durch Mr. Blanket'S Freigebigkeit reich, unermeßlich reich, doch keine Macht der Welt konnte ihn, seitdem er die Geliebte sich als Weib eines Anderen denken mußte, wieder fröhlich machen. Doctor Manfred fühlte sich fortan wirklich als Sohn des Mannes, dessen Namen er nunmehr fühlte. Auf feinen Reisen hatte er manche hervorragende ' Schönheit, manche Frau von Bedeutung kennen ge lernt, die sich glücklich geschätzt hätte, sich mit ihm zu verbinden ; alle waren ihm gleichgiltio. Eine stille, aber jetzt um so heftiger auftretende Sehnsucht zog ihn nach dem Orte seiner ersten Liebe. In der Rückerinnerung wollte er sich all die süßen Stunden noch einmal zurückzau bern, die er einst zwölf Jahre waren bereits verflossen mit ihr verlebt. Mr. Blanket und fein Adoptivsohn stiegen in einem der ersten Hotel in Wien ab. Nach Verlauf weniger Stunden wußte Dr. Manfred, daß er myftisicirt worden, daß Amelie v. B. nicht verheiralhet sei, im Gegentheil still bei ihrem Vater lebe nnd alle ihr gemachten Anträge jnrück gewiesen habe. Während er nachsann, ob und wie er sich ihr nähern sollte, hatte Blanket sen. bereits seinen Plan ge faßt. , Er selbst wollte als Brautwerber seines Sohnes zu Amelie's Vater gehen, und da er hoffte, daß der Glanz seiner Millionen eine verständliche : Sprache spreche, glaubte er, die Sache leicht in rechte Geleise zu bringen. Fast schien es, als ob der sonst praktische Mann sich diesmal getauschthabe. Herr v. B. hörte seinen Antrag ruhig an, sagte aber dann, daß seine Tochter nichts von Hei rathZvorschlägen hörenwolle und er es jetzt, da sie nahezu dreißig Jahre sei, aufgegeben habe, sie anderer Meinung ziu machen. Schon wollte sich Mr. Blankei zurückziehen, da kam ihm ein rettender Gedanke. .Ich lasse Ihnen

die Photographie memeS Sohnes) ' sag te er, dessen Bild aus seiner Briestafche hervorziehend, zeigen Sie sie, ich bitte dringend, Ihrer Tochter ; ich weiß, , daß sie die Bewerbung meines Sohnes an nehmen wird !" ., .Wunderlicher Kauz !"murmelte Hen V. B., nachdem Blanket gegangen, ,.denkt der durch eine Photographie des Mäd chens starren Sinn ändern zu können." Er darnach :n den Anblick des Bil des vertieft, als Amelie das Zimmer be trat. Da sie'," sagte er, wieder ein Freier." Herr des Himmels !" rief Amelie, nachdem sie , einen , flüchtigen Blick auf das Bild geworfen, "Manfred! Manfred! Sprich, Vater, ist er hier? f iar er bei dir ? Wie kommst du zu dem ilde ?" Bist du von Sinnen V fragte der alte Mann erstaunt. Vater!" rief Amelie in höchster Aufregung, das ist ja Dr. Manfred B. derselbe, dep . . Du irrst. Jener war ein armer Teu fel, dem ich meine Tochter nie zur Frau gegeben hätte. Dieser aber ist derSohn des reichen PlantagendentzerS Blanket, eines mehrfachen Millionärs, der das Recht hat, für seinen Sohn eine Toch ter aus erstem ause zu veanspruchen. Und du würdest ihm deine Tochter geben ?" fragte Amelie in sichtlicher Auf regung. Ohne Bedenken." So .1 V. . ttK' ? ... i. cuc, ign von einer iiiivluigurig IN Kenntniß zu sehen, bat die Tochter und das Bild mit Küsten bedeckend, rief sie : Ich wußte ja, daß er, zurückkehren, daß er feine Antelic nicht vergessen werde !" Eine Stunde später war daS Räthsel zu Aller Befriedigung gelöst. . . .Die beiden Bäter, die schon die Hoffnung aufgege den ihre Kinder je so recht von , Herzen glücklich zu sehen, .drückten , einander stumm die Hände, als sie Zeugen deS Wonnerausches waren, der die liebenden beseligte. Der ofsiciellen Verlobung soll mit thunlichster Beschleunigung di:Hoch zeit folgen. Das Liebespaar hat ja lange genug auf einander gewartet, um nicht die oft fehr relativen Freuden eines lan gen Brautstandesdurckkosten zu müssen. , ; Diylomunsviegel. ' Bieder muß ein Diplomat sein ! Biederkeit erweckt Vertrauen, Und den Biedern läßt ein jeder Gern in seine Karten schauen. , Ehrlich muß ein Diplomat fein! Wer da mogelt, wird in vielen Fällen abgefaßt, und darf dann Meistens nicht mehr weiterspielen. Offen muß ein Diplomat sein ! ,, , Wer von zugeknöpftem Wesen ' Ist : weit mhr oft, als dem Offnen Läßt sich vom Gesicht ihm lesen. , ' )-!!fcfr??l?v ' -.... ' ;,,! ''frir':- ' 'r . :,' ; ' ,: , ' Ä"" AlleS darf ein Diplomat sein, - " Nur kein Esel! Manchmal sinket , Sich trotz alledem ein solcher. Der dann meistens schnell verschwindet (f iiil'ä ::,r'' -i -;:3 E i ntn e t o l a cyen äußerst mißtrauischer Mensch war John Cald well in Hartsorö, Michigan. Da er den Banken inicht traute und auch sonst nicht ' wußte, wie er 1 seine dreitausend Dollars in baarem Gelde so aufbewahren solle, daß weder Motten noch Rost sie fressen könnten, vergrub er sie auf seines Sohnes Farm, sagte aber auch diesem nichts von dem Versteck des Gel des. Inzwischen aber ist der Geizhals gestorben, und der vergrabene SchaK harrt des glücklichen Finders. tioqjerun g. 'Slaey einer Aufführung auf einem Liebhab ertbeater' einerProvinzialstadt trittMoseS zu Wolf, dem Vater der als Hauptactrice thätig gewesenen Tochter mit den schmeichelhaft ten Worten: Wolf, ich sage Dir, Deine Bertha hat werklich gemacht Aurora", worauf Jtzig verbeffernd einfällt : Mo. ses, haste gemacht einen Lapsus in der Sprache, haste doch gewiß wollen sagen : hat se gemacht Fourage". Das Stubenmädchen von Lande (tritt in das Zimmer einer mit ihrer Herrschaft befreundeten Familie) : .MK d' Hand ! Mei Gnädige schickt döS BSachel da für d' Fräul'n Bertha. Wel Here von die FrSnleinS iS denn die fräul'n Bertha? Dn VuÄkte oder die rcöfete.

Ich und die MauS

ES ist schon sehr spät Die Lampe auf dem Schreibtische brennt trübe. Der Docht jcheint schlecht geschnitten zu sein, denn an dem Zylinder , zieht sich ein, schwarzer Streifen in die Höhe. Ich bin müde. Mein Gehirn denkt nicht mehr und die Hand verliert die Feder. , In kurzen Pausen schließen und öffnen sich die Augenlider. 'Der Nacken , beugt sich 1 unter das Joch der Nacht ich muß fchlafen gehen Was ist das? Die Welt außerhalb mei neS Zimmers liegt stumm wie vor der MenZchwerdnna. Nur die Fenster klir ren bescheiden, wenn sich der leise Nacht wind an sie andrückt. Es war mir aber doch so. als hätte ich rm Zimmer ein Geräusch gehört, das plötzlich wieder verstummt ist! ,Achwas ein Kasten wird gekracht haben! Ich bin allzu schläfrige um mich dafür weiter zu interessircn Die Bettruhe ist doch die Krone, des ganzen Lebens! Daliege ich aus dem Rücken in himmlischer Frei heit. Die dösen Geister, des Tages, die Sorgen und Aergernisie bekommen einen Fußtritt, und die Muskeln, an denen sich der Körper aufrecht hielt, sie ruhen jet auf einer weichen Unterlage. Nur wenn man seine Aufmerksamkeit stark anspannt, füölt man auch beim ruhigen Liegen eine Menge kleiner Bewcgungen über den Leib laufen, seine Spiele, des Muskelapparates, welcher gewissermaßen nicht ganz aus der Uebung kommen will. Indem ich dies beobachte," fühle ich, daß sich der Vor hang, der das Parket des wachen Le bens von ver Bühne des Schlases abschließt, allmählich herabsenkt. Die Augenlider bekommen Gewicht. Der Lidschluß ist ein fühlbarer Truä; er widersteht dem Willen, die Augen zu öffnen, mit großer Kraft. Ich höre nur meinen Athem durch die Nase streichen und fühle ganz schwach, wie das einförmige Ticken eines fernen Uhrenpcndels den Schlag meines Her?enö. Noch einige- Sekunden ein letztes Ar.f'lackcr:! des Tastgesüh:, we. ches den Fuß zurückbeugt, der an die kalte Wand des Eiscnbettcs gerieth und es fallen die Thüren aller Sinne zu.... Das Nordlicht blitzt in rofenrothen Lichtern um mich her. In unerhörtem Wirrsale wälzen sich die Eis schollen übereinander und die weiß grünen Blöcke tanzen auf den Kämmen dunkelblauer Mcercswellcn. Der, Himmel ist schwarz und die Sterne, die ganz in meiner' Nähe zn sein scheinen, funkeln in unbeschreiblich herrlichem Glänze. Ich bin am Nord pol der, Erde. Barfuß eile ich über das Meer von Eis. Die Kälte, die ich leide, wird immer ärger, mit Todes anglt set;e ich wie betäubt über - die Svalten'und Schrunde; Die Abgründe werden immer breiter. .' Trotz der Kälte bin ich in Schweiß gebadet, ich gebe mich schon verloren.... , Da dringt ein fernes Brausen an mein Ohr..,., ein Hämmern und Schlagen:. .., ein Pochen ein Ticken .... ein leises Scharren den tiefen Athemzug, den ich mache, sühle ich und höre ich. ,.: Bin ich denn wach? Bin ich wirklich gerettet? Noch immer dringt das scharrende Ge sräusch an meine Ohren. Was ist Traum, was ist Wahrheit?. . . ; Ja, zetzt glaube ich wohl wach zu sein; denn ich siz-e im Bette auf. Aber auch das könnte ich ja träumen. . . . Fort mit euch ihr wunderlichen Gestalten meiner Einbildungskraft! Ich bin wach ich will wach sein Das ist mein Arm und das meine Nase und das mein Taschentuch und da das Ticken und Schnarren. Was bedeutet dieses aus, dem Traume nachhallende Geräusch! Sollte ich wirklich , unmer noch schlafen und mein Wachsein wäre selbst nur ein Traum?,'. .., Die Augen sind offen, um sie herum ttt alles sinster. Icd ,onentirc, mich weit: Da ist, die Bcttwand meine Hände und Füße fühlensie; da die Tapete der Wand, da die Bettdecke ach! Es ist klar, ich din tucd) aber das Ticken? Richtig! Das stammt doch aus meinem Traume! Hilf, Himmel ich , kenne mich nicht aus: ,Bm ich em Lord?, Traum ich, sagt; oder hab' ich bis jcht geträumt? Ich schlafe nicht, ich sehe, ich höre, ich spreche, ,, ich rieche. , Tel meiner Seele, ich i bin 1 ein Lord,, wahrhaftig , kein Kesselflicker, ' noch , Ehristofi Schlau." Nun fasse ich einen Entschluß. Ich ! springe aus dem Bette, und nun ,! weiß ich daß ich , wach , bin. Denn das Schienbein, welches mit dem Sessel zusammengestoßen, spricht eine deutliche Spracheund auch jenes gewisse Geräusch ist verstummt. Aerstummt ganz richtig. , Also habe ich doch bis zu diesem Augenblicke geträumt?!..: Ruhig. Phantasie, knurre nicht! Ich mache Licht! Ah! !. Das Leben ist doch kein Zimmer. Freundliches Licht, da du , den finstern Zweifel mit einem Strahle verscheuchst! Horch es fängt schon, wieder an. Was, gerade unter meinem Bette? Ich lege- mich wieder nieder und verhalte mich ganz ruhig. Richtig, da ist es wie eine Raspel, die über eine Holzkante fährt Ein Geräusch in der stillen Nacht hat immer etwas Unangenehmes an sich. Was kann das sein? "0, ich arme Seele, ich Bruchstück von einem Ver stand, ich ich lasse mich von einer Maus bange machen. Natürlich eines der zarten Thierchen in dem feinen grauen Pelz, knuspert da in einem Gang dc- Bodens herum, den es ge funden. Ich klopfe an die Wand das Mäuslein erschrickt und das Geräusch hört auf. Ich bleibe ruhig, und es fängt wieder an. Ter Gedanke an das liebenswürdige Geschopschen,' das ganz unbewußt meinen Schlaf stört, erheitert mich sehr. Ich lösche die Lampe aus, krieche unter die Decke und denke über meinen Traum nach. Er ist ganz klar. An seinem Anfang sieht mein Fuß, der sich vor dem kalten eisernen Bett zurückzog und an seinem Ende die knuspernde Maus Das Kältegefühl war die einfache Thatsache, um welche die Phantasie des Traun-

leben? ihre Gebilde anhäufte. Es ist ja dem Traume eigenthümlich, daß , er die Thatfachen des wahren Lebens nie unverändert läßt. Er geht immer zu den Extremen. Als daher jenes Kälte gefühl in das Bewußtsein hineingerieth da weckte es alle, die , schlafenden Vor

stellungcn, die damit m irgend emem Zusammenhang standen. Die aanze Verwandtschaft nahm die Einladung an und erschien auf der Traumbühne: Nordlicht, Eisschollen, Gletscherspalte das , Polärmecr, , ein hell glänzender Sternenhimmcl und die bloßen züße, mit denen, ich vor Kälte schauernd durch das Ehaos rannte. Ter Schweiß, der über mich rann, war, kein Widerspruch gegen die kalte, Umgebung sondern eine natürliche, Folge des Laufes. Der Traum ist in sich selbst immer logisch. gleichwie auch ein Narr, der sich für einen König hält, ganz logisch von fei nem Warter eine Krone fcrdert. Der Wahn liegt nicht in der Mitte, sondern am Anfang. Also das Alles ist sehr klar. 'Aber was war eS nun mit ie nem Geräusch, welches plötzlich scheinbar aanz unvermittelt in mein Traum leben einbrach?.. .. Fragen wir unser MäuZlcrn; es wird , spater Antwort geven. cr .raum pano oerens aus seiner HSHs und ich vor der Katastro phe. Gewöhnlich folgt nach diesem Sta dium das ' Erwachen: ' Wahrscheinlich verhält es nch so: Das träumende GeHirn braucht sehr, viel Blut, und wenn dieses zuströmt.verdrängt eS eine gewisse Flüssigkeit, den sogenannten liquor, aus den Hirnkammern zurück rn den Rückenmarkskanal und entlastet so das' Gehirn eben von icnem Drucke. der vielleicht den Schlaf erzeugt Wie dem , aber sei, dem Erwachen geht vermuthlich immer em Zustand des Halbschlumm'ers voraus, in welchem wir zwar noch schlafen aber bei bereits ge öffneten Thüren der Sinne. Straßengeräusche dringen bereits zu den Ohren, ohne aber als solche erkannt zu werden; das Mondlicht, das auf dietransparen ten Augenlieder sällt, ruft Bilder im Bewußtsein wach, die Lage der Glieder wird gefühlt aber alle diese Wchr nchmungen verweben sich auch m den Traum.' Sie werden falsch gedeutet, weil der Verstand noch schlummert. Die Straßengeräusche erzeugen die Vorstellung eines Bergsturzes, das Mondlicht eine Feuersbrunst, das Gefühl des unter dem Kopfe liegenden Arms die des Ueberfahrcnwerdens. Und nun ist auch die Rolle der Maus klar. Das Geräusch, welches sie verursachte, drang zN meinen bereits durch den Halb ichlummer geöffneten, Ohren. Die Phantasie jedoch machte daraus ein, Brausen, welches sich aber immer mehr abschwächte. Es ging über in ein Hämmern,. Schlagen, Pochen, Ticken, leises Schaben das sind die Stufen, aus welchen , der Verstand allmälig erwachte; je mehr ich also dem Ausmachen kam desto mehr näherte sich der Traum der Wahrheit. Und , endlich war ich wach und hörte das wirkliche knus pcrnde Geräusch,, welches das Mäuslcin das sich bei mir zu Gaste geladen, un ter meinem Bett verursachte. . . . Diese Erklärung, die ich mir gebe, beruhigt mich, , Ich fühle eine 'Art Behagen und strecke und-recke mich, wie Einer, der jet)t gar keinen weiteren Wunsch hat. Die Uhr zeigte vorhin die fü.ifte Morgenstunde. Noch ist es stockfinster draußen. , Tann und wann rasselt ein Wagen über das Pflaster., die Fenster zittern., Dann ist wieder Alles still. Nur ich und die Maus wacyen. Sie bleibt fleißig bei ihrer Arbeit r.Nd muß sich tummeln. wie ein Gefangerier, der sich einen Gang ,in die Freiheit gräbt. Denn bald wird , der Tag grauend Tann wird die , Sonne aufgehen und in jeden i Winkel mit kecker Neugiere hineinleuchten und dann werden Menschen kommen und über die . : -;.;., ' . . . ' 1 w l":": 1 ' Tv k ' " :! -(f r. i" Bleien läppen, iauier , iNLe, rocicge der kleine Miniver in dem grauen Mänielchen nicht verträgt. Aber , aus mich wacht jetzt das Geräusch einen angenehmen Eindruck. &tint Einförmigkeit wirkt wieiein! monotones W lied und ich bleibe ganz ruhig, um mein Mäuslein nicht in der Arbeit zu stören, das mir vorkommt, wie der kleine Abbe, Faria ,, in , dem .Monte Christo"...' Meine, Situation ', ist schrecklich. , Ich kann nicht heraus und der Tod brüllt mich aus tausend Kehlen an. Ta wickelt sich ein Rüel um meinen Hals und löst sich wieder ab, wie eine Schlange. "Ich sühle die Stoßzähne sich mir nähern und es sträuben sich meine Haare. ; Ter Boden schwankt, wie von Erdbebenstößen gehoben. Meine Umgebung ist ein Heer wilder Elephanten, welche auf mich in einem weitsn Kreise zukamen. Der Kreis wurde immer enger und enger. Die kleinen Augen funkelten vor Bosheit. , Die langen Rüssel schlugen wild in die Lust und zielten auf meine Brust und meinen Kopf. Dabei stießen sie ein furchtbares Gebrüll aus ohne damit auszufchen. Noch ist mir nichts geschehen, aber die Gefahr und das Entsetzen vor dem Anblick machen mich halb wahnsinnig. Ich kauere mich nieder, ich wehre mit den Händen ab, mein Athem stockt,, die Sinne beginnen wir zu schwinden ich erwache mit einem tiefen Athemzuge und in Schweiß gebadet Noch einige schnelle befreiende Bewegungen des Brustkorbes und ich bin wieder bei mir. Diesmal kommt der Zweifel nicht mehr, ob ich schlase oder wache. Ich höre mein Mäuslein. Wieder war es schuld an dem Traum. Denn die Elefanten waren nichts, als dessen vergrößerte Phantasiebilder. Das MauSschwänz chen wurde zum Rüssel, das Knuspern zum Gebrüll, lauter barocke Einfälle deS Traumes, der gleich einem Wahn witzigen Maler die tollsten Bilder auf die Leinwand unseres Bewußtseins wirst. Lessing erzählt von sich, daß er nie geträumt habe. Allein, wie wußte er daS ? Wir bringen gewiß einen großen Theil des Schlafes ohne Traum zu, da es ja sonderbar wäre, wenn wir

in, einem Augenblicke träumten und uns im nächsten Momente, wcnn wir erwachen, nicht auf das Geringste dessen besinnen können, was wir eben gedacht haben. ' ' Aber die Seele kommt doch nie ganz zur , Ruhe. , da doch das Gehirn im Schlafe nie ganz blutlttr wird. Ein Freund, .erzählte mir einmal, daß er von Dingen, welche abgethan, von Begebenheiten, die abgelaufen seien, hau fig, und stets Zn der lebhaftesten Weise träume. Immer seien seine Träume derart, ' daß sie sich nicht auf Dinge be zogen, an die er tagsüber gedacht, son' dern weit zurückliegende. Das ist nun freilich sehr verschieben; aber immerhin werden auch dieses Freundes Träume stets durch eine unmittelbar vorher stattgehabte, seinem Bewußtsein vielleicht gar nicht gegenwärtige Ursache veranlaßt sein. Es muß immer irgend ein MäuSlcin vorkommen, sonst gibt eS keinen Traums Und wenn es auch noch Geheimnis bleibt, was der Traum eigentlich ist,j was diese Seite eines anderen Lebens zu bedeuten hat, in welchem sich jeder mit einer eigenen Welt umgibt, die Charaktere sich auf den Kopf stellen,, der Blinde sehend, die Taube hörend,' die Rechtschaffene zum Verbrecher, der Bettler zum Krösus, der Narr zum Weisen, wird das Eine 'ist sicher wahr: Jeder Traum knüpft an das ge gcnwärüge Leben in irgendeiner Weise an. Aus nichts wird nichts, cuch kein Traum. Und nun fällt mir ein: Habe ich das Alles nicht in jener Nacht ge träumt? Träume ich nicht vielleicht nur, daß ich dies niederschreibe, oder, schreibe ich wirklich? Seke nieder, Adlergedan!', Dein Gesieder, kibne Seglerin Phantasie, wirft eiz mutblo scs Anker hie" ich habe kein Mittel) das zu entscheiden. O doch der freundliche Leser kann mir ja sagen, daß er diese Zeilen selbst gelesen!. . .. Ja, aber wie, wenn ich auch diese Beftütigung nur träumte? .! R ob. Franceschini.

Seltsames Jagdabenteuer. .Ja, meine Herrn, sagte der alte Oberförster Micshammer eines Abend am Stammtisch, früher war man auf der Jagd noch viel verwegener a!Z hcut zutage! Da lassen Sie sich nur einmal ' erzählen, was ich, als junger Forstprak i:t i . x i , t. . rricr,fi v , v:. iuuui i;iiuuui ijuo i ;üuuiwi utc ganze Zeit über die Donau herüber in unser Revier ein Eapitalhirsch; lang schon pasj' ich ihm auf. kann ihn aber nicht erwischen! Da eine Abends eS war mitten im Winter wie ich aus dem Hochholz heraus komm' steht er auch schon vierzig Schritte vcn mir weg auf der Blöße da! Ich nehm' ih.r natürlich gleich scharf auf's Korn und drück' los da. kommt mir's erst, daß ich vor Aufregung zu laden vergessen! Der Hirsch aber ha! mich schon bemerkt, springt mit einem Sak) über die Bö schung, klatscht im Wasser auf und schwimmt im nächsten Augenblick bereit in der Donau. Ich laus' nur schnell an's User hin unter, mach' ein Boot los, d:'.S an der Ketke hlinnt und rüder' crA, Leibes krüsren hinterdrein 1 ltnl wirklich nach fünf Minuten bin ih ihm so nah daß ich ihm die Bootskette über Ge weih wcrsen kann! Hollah", denk',, ich, Bruder, set bist du mdn!" Der Hirsch aber arbeitet wie närrisch, aus's. User ,lo5 und errcichss auch troß der starken Strömung. - Da plötzlich macht er einen oö ich stieg im weiten o gen in Wasser und der Hirsch rennt Mit, dem Boot am Geweih m den Wald hinein!" (Lebhafte Bewegung an? Stammtisch.) - '"' Ja", sagt der Obersörstcr. tief auf schnaufend, " das , war ein kaltes Bad damals ich hab' lang noch d'ran labo rirt! Den Sapermentcr von einem Hirschen aber hat erst zehn Jahre später mein Rcvicrnachbar geschossen!" ' : " ' Wie?, frug Einer. Woran hat 'her r?rtnrt k fZ Yitr rrimTim wint iviiuikiii, vup u vi nu iiuiui , $iriWdr?2 Aber, ich bitt' Sie-,' cntgegnct : der Oberförster und sah den 1 Frager der wundert " an, ,er , schleppte ja doch am Geweih das Boot mit der Kette , nachl;ä't: M :;! ,,,, fi.ik - : .p.,, ,;. v.M -li, J i ; . ;" ; ' ' ! Daheim. . Wie viel Gefahren dich umdräuen, Du hältst viel Noth und Mühsal auS., Kannst du dich nur, im Stillen,,, freuen? JchomKAaA Was Fremde dir an Ebren schufen, ! ii Viel wen'ger macht's dem Herzen aus Als wenn die Deinen fröhlich , rufen:,' Er.,kom"mHnach Mehr kannst du nicht an Glück erjagen Und zögst du noch so weit hinaus, Als froh so recht von Herzen sagen: , Ich bin zu Haus! Bei der K a s e rn -V i s it e. General: Sind Sie mit der Kost zu frieden?" Rekrut: Zu Befebl. Herr General!" General: Genug zu essen? Hm, und dann erhält nicht am Ende der Eine 'ne große und der Andere 'ne kleine Portion?" Rekrut: .Große kriegt gar Keiner, Herr Gc neral!" Zweierlei Standpunkts Sie: Alle Bekannte sind des Rühmens voll, wie .vorteilhaft mir das neue Kostüm steht Du allein verlierst kein Wort darüber!" Er:' Ja sieh', lie bes Kind, die anderen Leute vnlieren eben nur Worte ich aber 'S Gelds Im Wirtshaus. Gast: Dies Huhn ist das zäheste Essen, was mir je vorgesetzt wurde." Kellner (vertraulich): Ach, gnädiger Herr, dann haben Sie bei unS'nonie ei? Beefsteak gegessen." Ueberflüssig. .Das Zim. mer gefüllt mir ganz gut nur fehlt ein Schreibtisch!" Schau'n S', den hat bis jetzt noch Keiner vermißt bei mir haben immer nur Studenten ge wohnt!"

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