Indiana Tribüne, Volume 16, Number 109, Indianapolis, Marion County, 8 January 1893 — Page 7
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" lf . kZWMW.SS öuriösa ans dem "Berp Ge richtösaal. Som Standpunkt dk's Sauf r.an n. Bitte, mein Herr. Ihnen gebühn er Vortritt." .I. bemahre, schlid d:rn Sie man dreist zuerst rin." .Das kann ich nicht annehmen, als An gettagtcr haben Sie daZ Vorrecht." Die beiden Herren, die sich solcher maßen in den Gerichtssaal hineincom plimentirm, sind in der Strafsache contra I. erschienen, der eine als Zeuge, der andere in der weniger benei denswerthm Rolle emes Angeklagten. Herr Gerichtshof,- beginnt der Lenlere, ick erkläre diesen Herrn öffentlich for einen Ehrenmann." Und ich bin mit dicker Erklärung vollkommen zufrieden," fällt der Zeuge, ein kleiner jchmächliger Herr, ledhast ein. Jch verzichte auf jede gerichtliche Genugtdu ung, da ich den Herrn Angeklagten schätzen gelernt und die Ueberzeugung gewonnen habe, bafj er von seinem Standpunkte als Kaufmann gehandelt bat.- Der Vorsitzende ist über diese Versicherung gegenseitiger Hochachtung erfreut, macht der daraus aufmerksam, saß die Verhandlung trokdem stattsinden müsse, w.'nn der Angeklagte es nicht vorziehe, seinen Einspruch gegen den mider ihn erlassenen Strasbesehl zurückzuziehen. Hierauf erklärt dieser sich nicht einlassen zu können, und die 23er Handlung beginnt, nachdem der Zeuge den Saal verlassen hat. Vors.: Sie sind Handelsmann? Angekk.: Ick handle mit Wurscht. Iott sei Dank ist die Welt im Jroßen und Janzen noch nich uf dem vegetabiligen Standpunkt anjelangt, wo die Wurscht sor ne Schande gilt un ihre V:rehrungor'n schlag, den.... , Vors.: solche AuZeinanderseßnN' Zen können Sie sich ersparen. Bleiben wir bei der Sache. Sie baden den ls Zeugen geladenen ' Aentier P. angecempelt. vom Trottoir gestoßen und d schimpft? Angell.: Wenn zwei feindliche Prin zipien uss einander playen, denn jicdt et allemal 'n Krach. Als Mensch, von diesem Standpunkt aus betrachtet, is der Herr Zcije in meinen Ogen n Ehrenmann, un wenn ick als Jrienkramhändler uff die Wett jekommen wre, denn würde ick ihn sogar verchren. Jndoß ick bin nn eemal warmer Wurschthändker, un von diesen StandPunkt aus, wo ich doch davon lebe, muß ick ihm doch bekämpfen. Ick habe nischt jejen det jesammte Pflanzenreich, da soll mir der Himmel sor bekoahren, denn det muß ooch sind, aber laßt mir. doch ooch meine Wurscht.' indem schon Schiller so schon jesagt bat: wat verfolgst Du meine Hcerde F Raum for Alle hat die Erve. Meins. wegen soll jeder nach seine Faon' satt werden, da steh ick als Mensch janz uss'm Standpunkt vom ollen jjrii), aber als Koofmann, wo ick doch bin, is mich kcene Lanze lang genug., die ick nicht inlege für die Wurscht.. .. Vors.: Aber wo wollen Sie denn mit diesen weitschweifigen Bemerkungen hinaas'F Der Zeuge Ist wohl Bege tariancr, un) deshalb sind Sie mit ihm in Streit gerathen? Angetl.: So is et, det wollte ick eben vcrz'ihlen. Ganz jemiethlich jehe ick Abends die Friedrichstraße lang uns onerire die Herrschaften meine warmen Wiener. Da kommt ooch der Herr; dem ick' doch nich an die Neefe ab'ehen kann, dat er blos von allerhand Pflan zenstoffen lebt. Herr Baron, sage ick, sind Ihnen ein Paar Warme jcfalüg? Jan; heeß aus 'n Kessel. Wat. schnauzt er mir daruf n. n?ie können Sie sich erlauben, mich Ihre Tchirrlek chen anzubieten? Nun bitte ick Jh neu. Herr Jerichtshof ick 'n Leichenbändler Wo ick mir schon dreizehn Jahre prompt un ehrlich mit Wurscht ernähre nn nieine Steiern dasor ab lade? Meine Würste sollen von Leichen sind? Wo schon Jrasen un Ba rone un Jeheime un andere Räthe von zejessen haben, wenn sie Nachts vom Zxriehschoppen kamen? Det war eene schwere Beleidigung for mir, die ick nich uf mich sitzen lassen konnte. Herr, sage ick denn oockk. meine Würschte. det sind respektable Würsche. die sind von anständije Rinder jemacht un von so lide Schreine, ohne Trichinen mang, denn det is AllenS untersucht un ter jut befunden. Er aber blieb dabei. det -waren Tyierlelchen. woraus nck denn nadicrlich süchtig wurde un ihm . . . . . r . ,. n leunoen sciapps veraorelcye. 1 darü ber denn jlcich fo 'n Hslloh, dat 'n Schußmann kam un mir usnotirte. Vors.: Wenn Sie auch, was zuaeae den sein mag, gereizt worden sind, so hatten Sie den Herrn doch nicht thätlich anrnreifen dürfen. 1 An gell.:, Herr Jerichtshof. versehen Sie sich mal als n warmen Wurscht Händler. ' Wenn man da in seine koos mannische Ehre jekränkt wird. ,;;da wer den Weiber zu Hyänen, wie Schiller lagt 'Hatte der Herr mir als -i jetaat. tsi tr mir nich kränken wölk, dann Hätte i ihm ooch nich jeschubbst, den 'jesen die Principieu habe ick nischt, mögen ne ooch noch so komisch sein. Der hierauf vernommene Zeuge stellt Im Wesentlichen den Vorfall so dar wie ttt Angeklagte. Meine Herren, schließt er. ich tzabe 'aiü vorhin mit dem ' Angeklagten usgesprochen und sinde, daß seine da maiiKc rregung von i:ier.i lano piinkl aus nicht aan! unerklärlich mar. O.' meine, Herren, ,ich habe früher auch :' Pfi " '. n w ; . '. . . urn gegeben uno weig. vag ne zu Gewaltthätigkeiten macht, während die Mflanzeüiost,MHUMPch , Vors.: , Ich danke. Herr Zeuge, wir sind jet üöer den Vorgang hiulänglicb fi n'crrlchtet 'JgjQ 51:. 's " Zeuge: Ich wo2te mir nur die Be merkung erlauben, daß die Pflanzen tolt rerzohnlich stimmt, und zum Ve weife hierfür erbiete ich mich, dem An geklazn für , den i!zm entstandenes Schaden auszukommeu. . Ängcll.: Tkt iZ nett, daeht man
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lSPSj!i!:"l:4!' IIt-i-fcS" 'i ;: i 's W! ';i " VA-W! ' ! ! : ' - 's "V ' " ": ;: '! .: -' . ' " :' ' -" 'k SSSSSSß9l3!3 dock, Wal 'N i?rcmnann lö. ;;ll;r.!' 2M z,cye ick meinen Einipruch zurück - ': . :, : Zeuget Und ich lade Sie obendrein zu einem Linsengericht ein. Damit ist. die Sache .erledigt und di' Beiden verlassen den Gerichtssaat. Det mi! dem Linseniencht nehme ick an," sagte im Korridor der nun völlia versöhnte Handelsmann, .un die Wurscht dazu liefere ,ck." Aber Bester." rust der Vcgetaria. ner entsetzt, verfallen Sie schon wieder m Ihre wilden Gewohnheiten....Der bttxosnt GroL'MoguI C!ne5' TageZ waren drei UaNenlsHr Spitzbuben zu einerSpritzfahrt vonMai land nach Turm gekommen und beschloss scn, in eine der besseren Hotels vonTurin ein feines Mahl zu erschleichen. Sie wählten das Hotel zum Groß . Mogul und beauftragten einen der Reisegefährte, einen ffeldzugsplan zu entwerfen. .Ihr Beide-, ordnete dieser sofort an. ,so!gt heut blmdlmgs meinen Befehl. Sobald iÄ Euch ein Zeichen gebe, steht Ihr vom Essen auf und laßt mich allein zurück. Ihr begebt Euch sofort auf den Bahnbof und erwartet mich dort. Seid ohne Sorge, ich werde bald eintreffen. Die Anderen aeborchten, man mnain das Hotel, ließ sich Speise und Trank vorsetzen, und als eine Zeche von sünfzig Lires aufgewachsen war, verschmandea die Beiden. Der Zurückgebliebene fors derte vom Kellner die Rechnung, wollte sie bezahlen und entdeckte plötzlich sehr bestürzt, daj er sein Portemonnaie v geiien dade. .Thut nicht, sagte er zu dem besorgt herbeieilenden Gastwirth, mein Vater besiht einen GeschästSladen aus dem Corso, schicken Sie niir einen Kellner mit, und die Bezahlung wird nicht fehlen." Der Chef fühlte seinen aufsteiger.den Verdacht schwinden, als ihm dieser aufrichtige Vorschlag gewacht wurde, und willigte ein. Der Spitzbube machte sich also in Begleitung des ell ners auf den Weg. Unterwegs erzählte der Jüngling dem Äufpasscr, da& fern Vater ein sehr mürrischer Ätorrn sei, der gewiß nicht ohne Weiteres werde bezah len wollen, es sei daher nothwendig, daß er (ver Sohn) vorher mit ihm allein spreche und dann erst die Rechnung prä sentlrt werde. Ich werde zuerst ein treten, schlug er vor Sie warten inzwischen vor der Ladenthür, bis ich Sie rufe." Endlich war man an dem Geschäfts lokal eines Bandagisten angekommen, der mit Bruchbändern, künstlichen Au zzen und hundert andern nühlichen Din gen handelte. ,.H!er ist mein Vater", rief der junge T?ann, warten Sie eine Minute, ,ch kehre sofort zurück." Der Kellner blickte den jungen Mann miß trauisch nach, beruhigte sich aber bals, als er sah, wie freundlich dieser vom J haber des GeschästS aufgenommen und nach einem separaten Zimmer geführt wurde. Ec war jetzt überzeugt, dag der Papa sich wohl bestimmen lassen 'würde, die Rechnung zu bezahlen. Es sollte aber anders kommen Der junge Mann hatte beim Eintreten in den Laden nach dem Prinzipal gefragt. AIS diese? sich höflich vorstellte, hatte er um einePrivatbespreckung gebeten, es handle, sich um einen Freund, der draußen warte in einer delikaten Sacke und daZ Vrivalcabinet wurde geöffnet. Der Freund war natürlich der Kellger. Sehen Sie den jungen Monn genau an' so erzählte der Schwindler , nu mehr, er leidet an einer Krankheit, d! ihm, wenn sie nicht bald geheilt wird, das Leben kosten kann. Aber er wagt es nicht, er ist ZU schüchtern. Sie der stehen mich schon. Nehwen Sie sich sei ner an. Legen Sie ihrn emen Verband an. Sie sind ja darin geschickt. Er wird sich zwar sträuben, er wird vorgeben, daß er nicht krank ist, aber zwingen Sie ihn zur Untersuchung, einmal muß ti doch geschehen, eZ ist ja zu feinem Besten. Lassen Sie ihn nur nicht ohne Uatersu chung fort. Ich gehe , jetzt weg und schicke Ihnen den jungen Mann." Und der Gauner entfernte sich , heiter lächelnd, zuflieden mit de Geschäft, und rief dem Kellner laut zu : Treten Sie ein, Sie werden erwartet." Als der Kellner unter höflichen Grüßen deSPri zipals, der ihm an der Thür entgege kam, eintrat, verschwand der Spitzbube eiligst, die Bahn war frei. Inzwischen wurde der Kellner in daZ Kabinet ge führt. Ich komme wegen deZGtschäftL." Gewiß, ich weiß bereits." Nun gut, fo zeige ich Ihnen hie" Und der Kellner schickte sich an, den Paletot aus einanderzuschlagen, , um aus der Brust tasche die Rechnung herauszusuchen. Den Paletot können Sie anbchal ten,"! unterbrach ihn der Vandagist, ziehen Sie nur zunächst die Stiesel aus, Sie brauchen sich , hier nicht zu ge niren." Aber wozu die Stiefeln, weshalb sollte ich mich geniren," , warf der Kell ner ein. Sie können dann leichter die Bein kleider ablegen." , 1 '" Aber ich fehe den Grund nicht ein Verstellen Sie sich nicht litberFreund, haben Sie vollesVertrauen zu mir. So lange, Sie die Beinkleider anbehalten, .können wir nichts machen. Diese rnüs sen Sie abnehmen, ich werde Sie daz zwingen. Ich erfülle eine sehr wichtige Wicht." , , : Aber Sie sind wohl nllrrisch,", nt fuhr eS dem verdutzten Kellner. !, Lassen Sie doch Ihre Scheu schwin, den," beruhigte ihn der Händler, , der mehr und mehr sich für den Fall interes sirteHtfh lÄsSt'ft Und ich sage Ihnen, daß Sie verrückt sind, entgegnete der Kellner, für wen halten Sie mich denn, ich bin so gesund w SiKWMiML'MiW Aber der Mann gab keine Ruhe, tt ließ den Kellner nicht eher von bannen ziehen, als bis dieser ihn vollständig überzeugt hatte. Die Rechnung seines vermeintlichen Sohnes hat er trotzdem nicht Eezahllv Tee letzte HexenprozeJ In Eagkand. Der berühmte englische Jurist. Sir John Holt, im Jahre 1703 Lord Ober richte? an dem Gerichtshofe KingS Bench in London, hatte in seiner Jugend als Student manchen tollen Streich gemacht unh unter anderen einst mit mehreren glkichgesinnten Freunden einen Autflug unternommen, xbej em fi ihr ganze
i!V ::.ä ;,J; S ? W'ä'1 vü: SSCXSESgrjSS KEfjC Meld ausüben, fs das sie 'sich 'zuletzt trennen mußten, um sich rinzeln. fo gut es eb?n gehen 5 t c, ri att) bei a t st t -iiitifii'if.-1'ii";;;." Z durchzuschlagen Holt kam in klnDors. Wirthshaus, iest:ll:e sich ein bescheidenes Abendessen nnd ein Bett und trat dann in das Gastzimmer,!n welchen die in die Nebenstube führende Thüre offen stand. Dort, lag ein kleine Mädchen im Bett, und als der junge Mann näher trat, er zählte ihm die Wirthin auf seine Frage, daß das Kind seit Monaten das Fieber habe und dieses oller ärztlichenKunst zum Trotze nicht weichen woll:e. Der Stu ; dent schüttelte mit wichtiger Miene daS Haupt und sagte, man möge sich beruhi gen, er werde daS Kind heilen. Er schrieb einige unsinnige Worte aus ein Perza mentgückchen, rollte dasselbe zusammen und befahl, es dem Kinde an daS Hand gelenk zu binden. Der Zufall fügte es. daß das Fieber wirklich wegblieb, und die 'Eltern des Kindes gaben ihrer Dankbar keit gegen den vermeintlichen Retter des selben dadurch Ausdruck, daß sie ihn mit dem Besten, waS daS HauS bot, bewir theten Und nöthigten, noch einige Tage zu bleiben. Als er endlich abreisen und bezahlen wollte, erschöpften sie sich aus's Neue in Danksagungen und nahmen keinen Pfennig an. Vergnügt, bei seinemVeld Mangel so glücklich davongekommen zu sein, wanderte" der Bruder Studio der Hkimath zu. Viele Jahre vergingerzHolt war Richter geworden und hatte als so! cher in AmtSgeschcsten die gegend zu be suchen, wo er einst jenen Jugendstreich ausaeführt hatte. EL war Gerichtstag im Orte, und unter anderen Verbrechern wurde ibm auch eine alte Frau vorgeführt die der Hexerei beschuldigt war. Meh rere Zeugen schworen, die Angeklagte be pke n Kaubermiltel. mit dem sie rt. 1(5 Vieh gesund und gefnndeö krankma chen könne; man habe sie bei der An Wendung dieses Zaubermittels ergriffen und dasselbe könne vorgelegt werden. Der Nichter verlangte dieses Zaubermit tel zu sehen und man brachte einen schmutzigen, mit Bindfaden umwickelten, au5 Lulnpen bestehenden Voll herein. Man nahm ihn vorsichtig auseinander und entdeckte in der Mitte ein Stückchen Pergament, das Holt sofort als dasjenige erkannte, welches er einst derWirthin als Mittel gegen daS Fieber übergebe? hatte. Einige Minuten schwieg er bestürzt, bann ließ er den Saal von den Zuhörern räumen und bat die Geschworenen, ihm kurzesGehör zu schenken. .Ich mußJH nen ein kleines Erlebniß aus meinem Le den erzählen, .meine Herren begann erz wenn eö auch für meine jetzige Stellung sich wenig schickt, Jugendstreiche zum Be klen zu grben, so muß die Rücksicht doch schwinden, wenn es sich darum handelt, ein unschuldigeSMenschenkben vor schwe .rer Strase, vielleicht gar vom Tode zu retten. Die Schristzüge auf diesem Pa viere sind einst in jugendlichemUedermu the von meiner Hand geschrieben worden, und daS Stückchen Pergament ist nichts weniger als ein Zaudermittel." Er er zählte nun den Vorfall der.Wshrheit ge mäß, und sein Bericht machte einen sol chen Eindruck, daß zumStaunen deSVol keS nicht nur die vermeintliche Hexe frei gesprochen, fondern in Folgt dieseSVor saUS auch fortan Niemand mehr in Eng land der Zauberei beschuldigt und ange klagt wurde. Der Onyx von Süzaffyauscn Eine , der wertvollsten und interes santcstcn kunstantiquarischen Kleinodien in der Schweiz istder Onyx, welchen die 'Stadt Schasshausen besitzt. Derselbe gehört zu den prächtigen Beutf.!Ücken der Schweizer nach Ihrem Sieg', über den Herzog Karl den Kühnen von Burgund -bei , Granson im Jahre 147o. Dieser Onyx ist eine antike Eamee. Bei Gele 'genheit der fünfzigjährigen StiftungS seier der historischarchäologischenGesell schaft in Schasshausen ist diese antike Onyx Eamee uS dem Besitz des Her zogS Karl des Kühnen vonBurgund zum Gegenstand einer gelehrten, vorzüglich illustrirten Abhandlung erwählt worden, aus welcher, als daS Wichtigste, Folgen des zu entnehmen ist : Diese . Eamee zeigt eine weibliche Gestalt mit einer Krone ; in der rechten Hand ein Füll hsrn, in der linken den EaduceuS' oder Schlangenstab des Merkur; mithin eine Pax Diese rom'scheCamee ist geschnit ten worden am Schlüsse des erstenJahr Hunderts christlicher Zeitrechnunp, und zwar ohne Zweisel zum Gedächtnisse der Umiilvung oder Reorganisation deöKai serreicheS unter Vispasian nach Nieder nerfung' der nationalen , Revolution in Gallien, in Germanien und Judäa. ES lassen sich mithin ganz genau, die Jahre 60 bis S2 nach Cristo angeben. Die Fassung ist mittelalterlich und von HSch stem Kunstwerthe. Diejenigen, welche sie fo prachtig fassen ließen, erkannten offen bar den hohen Werth deS Steines. Dee goldene Aelf bestehr zunächst in einem dreifachen Lorbeerkranze und ist deSWei teren mit goldenen Löwen undAdlern ge schmückt, zwischen denen bunte Edelsteine und Perlen mit goldenen Blattornamen tkn angebracht sind. , Auf der Rückseite dieses kostbarenSchmuSstückeS ist ein stl derneS vergoldetes Plättchen, in welches ein Ritter gravirt ist mit einer Inschrift, welche besagt, daS dieses Pretiosum, wahrscheinlich als Medaillon an einer goldenen Halskette zu tragen, dem Grasen Ludwig FrohSdurg gehört habe. ; W Shrend ;: der französischen Besitznahme SckaffhausenS imJahre 1795 wurde die seSKleinod von dem berühmtenGeschichtS svreiberJohanne'! v. Müller, dem .Thu kydideS der Schweiz, sorglichst verbor aen. Johannes v. Müller schreibt dar über an seinen Bruder: .Die burguu dische Reliquie ruht sicher in meinem Pulte." Nun befindet sich dieselbe mit alle anderen kommunalen Kostbarkeiten in dem Stadthause von Schasshausen. :!!gf!pä HNH!gDDzHVKV! 7ssssmMMiS& Gäbe ee, wie doch heut zu Tage Al irS prämiirt, diplomirt und patentirt wird, auch eine Jnduflrierittermedaille und Ehrendiplom für Räuber, so dürf ten als die ersten Kandidaten für diese Auszeichnungen in Konkurrenz kommen die Herren Briganten in Macedonien. Man höre folgende Stöcklein, daS sie unlänast auSaefüdrt. Unaekäbr a i ftümtUt ton Sitolia kn Mredonlen
:-V ;;.'j!pi' : T:iiV:rr!ii:'i!hi':b!;::,;i:';
liegt die SOOO Einwohner zählende Stadt Florina mit einer seh? starken Garnison, die Residenz eines iKaimakaw ! emes Kadis, mehrerer anderen administrati ven und Gerichtsbehörden und d?S grie ch'schen Bischofs Moglenian. Der Ort zählt mit einem Worte zu den bedeuten deren. Am 28. Juli nun wurden dort der Kaimakam, der Kadi und zahlreiche Notabilitäten durch eine verw?gene Ban de des in der Umgebung sein Unwesen treibendenRaubgesindels aufgehoben und iNS Gebirge als Gefangene abgeführt, wo man von denselben ein hohes Löse geld verlangte. Der Vorfall spiel te sich in aller Ruhe ab. An dem verhängnisvollen Tage waren die Behörden gegen Mitternacht im Konak mit Arbeiten beschäftigt, denn wahrend des Ramazans arbeiten die türkischen Jkamten nur zu? Nachtzeit; Zwölf Banditen drangen plötzlich in den Konak ein, bemächtigten sick der nichts ahnenden Beamten, banden sie und führ ten sie mitten durch die Stadt dem Ge birge zu, ohne daß die in der Stadt gar nisonirenden Truppen auch nur die Ah nung hatten. DaS RkgierungSgebäude war während dieses ebenso verwegenen a!S rassinirlen UeberfallS von 60 bis an die Zähne bewaffneten Banditen umzin gelt und der in demselben untergebrach ten Wachabtheilung türkischer Truppen, die erst hinter die Geschichte kam, a'.S die ZernirungdeS Kanals bereits vollzogen war,wa? bedeutet worden, daß man der selben bei dem geringsten Versuche eines Widerstandes oder einer Alarmirung die Köpfe vor die Füße legen werde, denn um sie insgesammt , zu binden und un schädlich zu machen, fehlte es an Händen und Zeit. Selbstverständlich ergriff am anbrechenden Morgen eine heillose Pa nik die Bewohner de? Stadt und des ganzen Bezirks, wo sich die Nachricht wie ein Lauffeuer verbreitete. Der Pascha betrachtete den Vorfall mit der echtenNu he deS Orientalen, wahrscheinlich in der sicheren Ueberzeugung, daß dieser Fall, da er seine Person diesmal nicht knS Mitleiö zog, wohl nicht der Müh werth sei, ibn aus seinem dolco sar mento
aufzuscheuchen. Wurde man ihn näch stens ausheben, würde er ruhig denken kismet. Au? dem nicht rnehe ungewöhn liche Wege. rIr istein Mann von ca. 45 Jahren, gut confervirt, Rentier, draußen vor dem Hallefchm Thor, unverheirathet, oder, wie er es mit grimmigem JunggesellenHumor nennt, noch unbescholten. Aber wie daS so zu sein pflegt, das Alleinsein sing an, unserm Hagestolz mehr und mehr zu mißfallen. Alle seine Freunde und bekannten wählten sich ein holdes Weibchen und wurden nicht müde, unserm 45jäbrlgen die himmlischen Freuden der Ehe m den schönsten Farben auszumalen. Vielleicht thaten die Freunde das, damit er nichts vor ihne voraus habe; doch gleichgillkg : unser Rentier beschloß zu veirathen. yn seinem Innern stand es felsenfest: in der Ehe findest Du Dein Glück-! Aber wen? Darüber zerbrach er sich nun den Kopf. In der Wsbnung seiner verrvittweten Schwester, welche in dem Hkuse wohnte, fanden sich bei deren bildhübschem Töchterlein viele junge, itgehrenZmerthe Madchen ein; aUi sie Ware ihm alle zu jung. Dnn kannte er auch eine ganze Ans zahl junger Wittwen, aber auch unter ihnen fand er nicht die Nichtize. Was war da zu niachen ? Er überlegte hin und her, da kam ihm ein guter Gedanke: er wollte es mit einem Heiraihsgesuch versuchen ! Haite doch erst vor einigen Tagen ihm zufällig seine hübsche Nichte bei Tisch mit Begeisterung von den gu ten Wirkungen eines solchen erzählt; eine ihrer Freundinnen hatte einen reizenden" Mann auf diesem Wege bekoms wen. Das werkte er sich und that des gleichen. EineS Tages ließ er ein ernst gemeintes Heiraihsgesuch" in die Bläser einrücken, und siehe da, am nächsten . ge hatte er elf Briefe in der Hand, von denen ihm zwei ganz besonders convenir ten. In No. 1 schrieb ihm eine, junge Dame: sie sei generyt ihn kennkn zu lernen, und gab rh für nächsten Mittag ,12 Uhr ein ZlendeivouS an der Normal Uhr auf dem Potsdamer Platz ; Erken nungszeichen beiderfenS ein Maiblumen sträußchen in der Unken Hand. Sie wollte noch, so schrieb sie, in der Nechien einen reiben Sonnenschirm tragen. Inhalt und Ton deS Briefes, sprachen ihn sehr an. Am nächsten Morgen stieg er beretts um II Uhr die Trepp: hinab; amHalleschen Tb?r kaufte er sich das vorschriftsmäßige Alumensträußchenver' barg es vorläufig im Gewände und schritt nun beflügelten Schrittes, aber nach allen Regeln der Kriegskunst, 'zum Stell dlchein. " ' m ?WKV&ä&i' " Er umging des südliche Thorgebäude deS Potsdamer Platzes und lugle nach der ormal-Uhr, hinüber. Sieh, da! Dort drüben kam eine junge Dame mit einem Maiblumensträutzchen in der lin ken Hand ; daS Gesicht wurde von einem rothen Sonnenschirm bedecke : , AllcS wie verabredet. DaS Uebrige, was er von derHeirathslustigen sehen konnte,spannte seine Erwartungen auf ' Hööste. Tadelloser Wuchs, geschmackvolle Toileite und ein Füßcben zum Entzücken ! Mit wenigen Scdritten flog er über den Damm, riß das Blumensignal aus dem Paletot, und, jetzt ' trat er klopfenden Herzens an die Maid heran. Den Hut zum Gruß lüftend, bog unser Seladon sich vor. um nun auch das holde Gesichtchen unter dem Schirm feben zu können, prallte aber im nächsten Augenblick entsetzt einen Schritt zurück, und auch die Dame zuckte in tödilicker Verlegenheit zusammen : Onkel und Nichte hatten sich ein Rendezvous gegeben. ' Im nächsten Augenblick fuhren zwei Droschken nach verschiedenen Nietungen von dannen, und am nächsten Tage erschien der On kel nickt zu Tisch, er ließ sich bei der Schwester entschuldigen : er war zu Schiff nach Potsdam. , (Berl. Tgbl.) - A der, Eousin, wie kommst Du dazu, mich in die Wange zu kneipen V Ja siehst Du, liebe Cousine, Ihr habt mich beut' geladen, da versäume ich meinen Commers, und etwas mufc ich doch zu kneipen haben l" Gern gewährt. Frau : Ach Emil, wie wunderbar schön, wie roman tisch! Hier möcht' ich ewig sitzen blei ben! Mann - Vute, laß' Dich durch mich nicht stören! Adieu!
'l-Ul'-iiiiUliiJi'uifiiHliä'i'jt'l'iiii'L
Heimliche Heirathsfabriken. In d des schottischen Landgutes GrctnaGrecn verbreitet, dessen biederer Schmied, und nriedensrichter Generationen hindurch flüchtige Liebespaare aus allen Richtun gen der Windrose heimlich in's Ehejoch schmiedete. Zum Bedauern Vieler kann Gretna Green infolge von Aen derung?n der englischen und schottischm (ihegesetze nicht mehr seine romantische Rolle spielen, welche indeß unsterblich im Gedächtniß der Nachwelt fortleben wird. Noch ausgedehntere Wichtigkeit aber, wenigstens " für die liebeskranken Pärchen in unserer großen Republik, haben verschiedene amerikanische Flüchb lingZ-Heirathsfabriken erlangt, derer Gelchäst, trotz der Agitation behufs ein Heitücher Eh.'geseye in den Ver Staaten, nocy lange hvmn mrnt. Fricdcnsnaiter 5lcivvms Amtslokal. Es ist leicht begreiflich, dasj überall an der Grenze zwischen zwei Staaten, von denen der eine strengere Heiraths gcsctze, als der andere hat, sich solche Gretna Ärccns aufthun. Man hat solche säon in New Jersey, Pennsyl vanien, Ohio und anderwärts gehabt. Ungewöhnliche Bedeutung alsParadics für heirathstolle Pärchen hat z. B. schou in dn Tagen Henry (5lays der Weiler Aberdecn in Brown Countq, .Q., erlangt, dessen jovialer Friedens richter Bcaslcy laugst im besseren, Jenscits den Lohn für seine mehr oder min der guten Thaten genicht. No5) geht in verschiedenen Theilen der Union das nun sagen wir, Heiraths-Grcnzer-geschäft recht schwungvoll. Aber das großartigste amerikanische Gretna Green ist, und bleibt wohl auch, das Stadtchen Jeffersonville in Jndiana, .unweit der Kentuckyer Grenze, das als Heiraths - Fabrikstädtchen alle ähnliche Amor - Jndustricplüi)e weit in den Schatten stellt. Im" wunderschönen Monat Mai beginnt seine Hauptsaison, aber vollen Stillstand hat es niemals. Vurgermelster John Ware. Von alkn Theilen des Landes erhAt Jefsersonvii e dankbaren Zuspruch; aber neun Zehntel der Heirathspilger, welche es aussuchen kommen naturgemaß aus der nächsten Nachbarschaft, aus Kentucky. , Nach den Kentuckyer Gesehen kann ein Mädchen erst im Alter von 21 Jahren heirathen, während es! in die Gesellschaft hausig schon im Alter von 16 Jahren! oder noch früher eingeführt wird. Das ginge vielleicht noch 1 an. wenn Kentucky in der Nähe des Nordpols läge, und, seine Bewohner leberthranträge Eskimos wären, aber so es ist doch zu grausam! vo seufzt die Maid im revolverromantischen Blaugras-Staate, so seufzt ihr feuriger junger Ritter, und hinüber eilen ficj ,, vielleicht . mit Hilfe eines geheimen Verbündeten jenseits der Grenze nach Jndiana,, wo schon im, Alter von 18 Jahren der Segen des Himmels und des Friedensrichters zum Bunde für's ganze Leben gekauft werden kann. Meist werden sie nicht vor der Zeit ein HÖtj Eine der ersten in Jeffersonville. und im ganzen Lande, welche das Glücklichmachen von Liebesflüchtlingen nach allen Regeln der Industrie betrieben einschließlichkdeS Meclamenwescns ist der Richter Ephraim Keigwin. ein frü herer Apotheker und ein allgemein beliebte? alter Herr, und er steht noch heute an der Spi&e des Amor-Hand-langergcschästes. , Am 30. November waren es 16 Jahre, daß er ununterbrachen das Richteramt und die Eheschmiede versah, und er hat in dieser Zeit 6783 Pärchen vereinigt.!!,, also 13,566 Menschen wenigstens ' für den Augenblick (uad wer vermöchte es überhauvt auf die Dauer?) glücklich gemacht. Er nnd seine Amtscollcgen rühmen sich übrigens, daß noch sehr selten ein von ihnen getrautes Pärchen nachher auf Scheidunz ausgegangen sei, wohl aber in viclcn Fällen die längst Verheiratheten idn:n gelegentlich freundschaftliche Besuche abstatteten und ihre Dankbarkeit durch Kartoffel-, Mais-. Schnaps- oder sonstige Geschenke ausdrückten. Vielleicht ist aber auch an diesen Geschichten ein gutes Theil Ge' schästsreclame. Einige der hin und wieder verössentlichten Briefe lesen sich beinahe wie die berühmten Dankesschreiben von ehemasl leidenden Menschentindern, welche durch dieses oder jenes wunderba-e Heilmittel zum Glück-
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li , Sterblichen ' ' , gemacht Jedenfalls aber ist nur worden lind. Wen ein all von , schlcchtgebackencr aus Ieffersonvillc in die Qcffcnttichkcit gedrungen. Beklagt werden die !?tl -ir-i A i f s?tiir . f?f COtt.3. f .lvuvll4ltvillU.it V''V überhaupt nur von manchen in ihren srüberen Einnahmen geschmälcrtcn Geistlichen. ' ' Die Mbübren bei RiÄtcr Keiqwm und feinen Eoll.'gcn schwanken zu i chen tz3 und S10 aewiß ein wahres Lumpengelv für das descheerte Glück; mancher enthusiastische junge Romeo, der es sich leisten' tonnte, hat denn auch bedeutend mehr auf dem richterlichen Altar geladen; der vocdste Bctraz, von dem man je hörte, war W. Squire" JoSn Warc'S AmiZlokal. Der bedeutendste Eoncurrent, welchen Keigwin,, hat obwohl keineswegs niedrige Eifersüchtelei zwischen den Beiden besteht ist der ehrwürdige und leutselige Jolm Ware, welcher früher Mayor der Stadt war. Er hat als Friedensrichter in 12 Jahren 2000 flüchtige Paare vereint, und fast alle von ihm geschürzte Ehttnoten sollen bis zum Grabe gehalten oder doch alle AuS sicht dazu haben. Er selbst vermag sich nur an eine kinzige chndung einer von ihm geschlossenen Ehe zu erinnern. Eine wichtige HUfspcrson des friedensrichterlichcn Ehesch!nied:s ist der Heirathsagent", in einer wenige? erhabenen 'und poetischen Industrie würde man ihn vielleicht Schlepper" nennen,' und er stcht an kecker Zudrinz--lichleit sicherlich nicht z. B. hinter einem Emigr.intenhaus-chlepper zurück. Seine Aufgabe ist, den fremden Heirathspilgrim an die richtige schmiede" zu leiten und ihm in jeder ionstigen Be Ziehung rathgebend, und unterhaltend zur Seite zu stehen. Seine Einnalzmen und Trinkgelder machen ebenfalls cin sehr hübsches Sümmchen aus. iP.ti SwSHt7?i trvriiTT?vsw1 .. rJS"" f- KAijrfz 'rVT-Ä-l """,? ' iS'tPTif kMtS-' , ... jpHwmk . .t-'k , , 38: ii. GMcksbcot nach OJr.t a. Selbstverständlich profitirt auch das ganze Bcrkchrsgeschäfr, ,die Eisenhah. ncn. die Fährboot-Linie s. w.. und dadurch mittelbar wieder viele Andere von der Liebesindustrie einen großen Brocken. Der Eountyclcrk, welcher für die nöthigen Hcirathslicenzen geraucht wird, nimmt aus dieser Quelle allein jedes Jahr etwa 52000 eirr.,. Es , war daher eine unbegreifliche Dummheit voin localpatr!o!ijchttt '. Standpunkt? daß sich anfangs des Jahres der Stadtrath von gewissen , Leuten in"s Bockshorn jagen ließ und eine Ordinanz annahm, welche dieses Asizl flüchtiger liebesbeladenen Seelen für imm:r verschließen nnd eine so blühende cinbeimische Industrie verrichten sollte! Daß diese , Ordinanz ' ein jämmerliches iasco war und vor der Entrüstung?fluth der öffentlichen Meinung verging, wie Butter an ' der Sonne, braucht kaum gesagt zu, werden. , , ' Der Zusammen a,g der Oinge Taschenuhr, Pfandhaus 'und Kneipe. Der , flotte Studio,, den man hier brav zechend am Biertisch erblickt, hat sich so ebn die Mittel dazu ve-schafft. Seine neue Weilznachtsuhr schlummert schon im dunkln Verließ dcö Pfandonkels. ihrer Auferstehung beim nächsten Wcchsei scbn süchtig entgegcnsedend. Bis dahin aber wird vumpen! der Wiit) uns Hyperbel. Müller: Neulich ,aß ick im Wirthshaus neben dem be kannten Geizhals Knicker ein lang weiliger Mensch, kein Wort war aus ihm herauszubringen." Schulze: Ja, der ist eben so geizig, daß er nicht einmal die Kosten der Unterhaltung tragen mag!" BeimPferdevermiethe r. Vermiethcr: Darf ich Sie um Bezah. lung präsnumsrs.n6O bitten, mein Herr?" SonntagZreiter: Was. glauben Sie denn, ich komme ohne das Pferd wieder" Vermiethcr: w0, nein aber das Pferd könnte ohne Sie wiederkommen." Ein Äeneidenöwerthet. SiudiosuS Bummel (in der Zeitung lesend): Der Bantier Goldstern hat ein Vermögen von zwanzig Millionen ! Donnerwetter, kann der Schulden machen l
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DaS Geheimniß. Tausend Mark in der Lotterie gewonnen! Hurrah! Aber icht reinen Mund gehalten, Frau, und auch hr, Kmdcr, Elize, Hans. ' xip Win ,f,t;f ' "" ""r - t w ,r ,j rw , l! v , chen, . Lincben. namentlich kein Wort zu Miseren Nachbarn, den Sccretärs. die, Frau ist so neugierig und der Mann immer gcldbcdürftig." Alle:' Natürlich, kein Wort Zage? wir!" Secrctär: Ich weiß nicht. Ncgütra. tors kommen mir Zckt so verander! vor, sie sind immer so lustig " Frau: Und so gcheimnißvoll thun sie; aber ich werde es schon herausZnc -gen. ich muß nur sehen, sie einzeln cdzufassen." . Secretärm: Nun, Frau Reistra. tor. darf man fragen, wo Sie heule so srüh hingehen?" ' Rezistratorw (für sich): Die werde ichjeht gut ärgern; (laut) ich gehe, mir einen neuen, ganz modernen' Hut kaufen." Secretärm (für sich: Also Geld ha. bcn sie, aber wieviel und woher?" Sccrctärin: Guten Tag. Fräulein Elrze, ich gratullreJhi'en bestens .zu der Erbschaft nicht wahr, Ihr OnlcZ ip doch gestorben?" Elise: Bewahre, ich habe gar leinen Onkek, und geerbt wie sollten wir zu einer Erbschaft kommen! Wir haben überhaupt kein Geld gewonnen! Adieu!" Secretärm (für sich): Aha! Alsl gewonnen haben sie das Geld. Sekretärin: Jetzt aber stolz. Herr Hans, der Papa hat ja beim Karten spcl soviel Geld gewonnen." Hans: Bitte, mein Papa spielt überhaupt nicht Karten; was tir $e winnen, gewinnen wir auf sehr reelle Weise." Secretärin (für sich): Also Lotterie! Secrctärin: Nun. Frieder Papa hat ja ganze hundert Mark in der Lot t.'rie gewonnen." Jrii.;: Pah. hundert Mark auf so was lassen wkr uns gar nicht rin. aber woher wissen '!e überhaupt" Sekretärin: Nun, das ist doch kein Geheimniß." Secrctärin: Guten Tag, Minchcn wird der Weihnachtsmann auch diel bringen?" Minchcn: Ich weiß nicht." Secrctärin: Aber Papa hat ja fünfhundert Mark gewonnen." Ä!inchen: Viel mehr, aber wir dürfen nicht sagen, wie viel." Sectetärln: &omm einmal hcr, Linchen, weißt Tn schon, daß Dein Papa tausend Mark in der Lotteri, gewonnen hat?" Linchcn: , Ach. wie lange schon, die Hälfte ist sogar schon ausgegeben." Secrctär: Lieber Freund Äczi strator, gestatten Sie ,n!r, Jhnen'zu Ihrem Lotteriegcwinn von taufend Mark zu gratulircn. und da Sie immer noch fünfhundert Mark übrig haben, helfen Sie mir mit hundert Mark aus einer momentanen Geldklemme, nicht wahr? (Langes Gesicht des Registrars.") Als im Jahre 1807 31 a polcon I, mit den kriegführenden Mo narchen Europas sich in ' Tilsit befand, wo am 7. ö. Juli der, bekannte Friede zu Stande kam, da Ziest er die Schauspieler der Comedie francaise aus Paris nach dieser, zu seinem Haupt quartier erwählten kleinen Kreisstadt kommen, damit sie, wie er ausdrücklich sagte, einmal vor einem Parket von, Königen spielen sollten. Unter 'den Künstlern war cs vor Allen Talma, welcher durch die leioenschaftliche Gluth seines Spiels Bewunderung erregte. Es war am Morgen nach der Auffüh runz des Nicomede", so lesen wir in einem Aufsah von A. Äririus in den Münchener N. N.", als Napoleon,, auf dessen ausdrücklichen Wunsch daZ Stück gegeben war, Talma ' zu sich rufen liezz. Ter gefeierte Tragödie der beim Kaiser, welcher ihn oft und gern bei sich sah, im größten Ansehen stand, hatte nie mit solchem Feuer ge spielt, als an diesem Abende 'Wie gewöhnlich fand er den Kaiser,! beim 1 Frühstück, der nur um diese Zeit seinen Künstlern Audienz Zu , geben pflegte.' Sie haben 1 zu 'meiner Zufrie denheit!. gespielt, lieber Talma" sagte , der Kaiser, und indem er noch einige Schmeicheleien über die, Art, roie i Talma "seine Rolle aufgefaßt hatte, hinzufügte kam er auf das außcror deutliche Talent Corneill es zu sprechen aus dem er, wie er ernsthaft versicherte, einen Minister, gemacht haben würde, ' wenn der große Dichter sein Zeitgenosse gemescn wäre .Aber lieber Talma,"? sagte er, plö!)lich wieder aus die Dar stell ung i des , Äicomede" zurückkom mend. warum machen Sie so viel Ve megungen mit den Armen?- Talma suchte dem Kaiser einleuchtend zu ma chen, daß sowohl der " Charakter der Rolle, als die Sprache dies bedinge. Der Kaiser hörte, den Aussührungen des großen Kunstlers schweigend zu und gab stch so den Anschein, als pflichte er t. ihm bei. Dann, als Talma seine Ver theidigung beendet hatte, gab er dein Gespräch: eine andere Richtung. Die Arme auf der breiten Brust kreuzend, begann er vom italienischen Fcldzuge in erzählen. Napoleon sprach mit je ner Bcredtsamkeit. die Viktor Hugo so bezeichnete: Sein Wort war farbig wie die Poesie und genau wie die Al gebra.- Der Etikette zuwider ließ Talma während des Kaisers Erzählung oft einen Ausruf der Bewunderung rntschlüpsen und als der Kaiser geendet hatte, rief er auS: Sirc, ich habe nie knals so hinreißend große Thaten schil )ern hören!" Der Kaiser hob das svrüh!tück auf. Dann trat er an cra Wnstler heran. Sehen Sie wohl, lieber Talma." sagte er mit ironischem öächZln, und ich habe noch keine ein sige Armdeiregung gemacht!"
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