Indiana Tribüne, Volume 16, Number 109, Indianapolis, Marion County, 8 January 1893 — Page 3
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ns Vcrhmlgniß.
ffiornaa in jrert Wrbrikuvge von I. von Drun Barnow. (7. Fortsehung.) Nich! daß sie dem Vetter abgeneigt war, im Gegentheil, sie hatte sich alZ Backstsch von dem hübschen, eleganten Husarenonizier bei seinen Besuchen auf Tanner den Hof machen lassen. Da war sie aber eben noch ein halbes Kind gewesen, das weder von Liebe, noch von LiebsZm?rben etwas gewußt hatte. Das wurde sofort anders, nachdem ihre Grobmutter mit ihr als einer jungen Dame die ersten Besuche in der adeligen Nachbarschaft gemacht hatte. Bei die ser Gelegenijett kam sie zum ersten Mal zum Bewußtfein von der Wichtigkeit ihrer kleinen Person. Jedermann hatte sich bemüht gezeigt, der Enkelin der reichen Gräfin Tanner den Begriff hiervon durch Aufmerksamkeit und Auszeichnungen aller Art beizubringen. Ihre Natürl'chlcit und Irische crodcrten sich die Herzen der alten und jungen Herren des nachbarlichen Landadels und machten sie, wohin sie auch kam, zum Mittelpunkt. Das härte auf,' als die befreundeten Familien nach Münster übersiedelten und sie sich plötzlich wieder nur auf die Gesellschaft ihrer Großmutter, ihres Onkels Leonce und Anze's angewiesen sah. Die kleine (Zomtesse bedürfte der Auf. heiterung und fand, daß Ange sehr einsilbig und sehr langweilig fei. Ich hzbe diese Promenade satt.- erklärte sie, meine Schuhe werden von den schar fen Steinen zerrissen und jeder Schritt thut mir wch. Haben Sie Lust weiter zu gchen, ich kehre um." Ange hatte zwar Lust, doch nahm sie an. sie in's Schloß zurückbegleiten zu müssen, und sagte das. Marguerite's Gntmüthigkeit brach wieder hervor. Davon kann nicht die Rede sein; wenn Sie gern weiter gehen möchten, so werde ich allein znrücttehTen und in Begleitung des Eroom spazieren reiten." Also entlassen, verfolgte Ang? ihren Weg. Er senkte sich allmählich ab' wärtZ. Der Gcbirgsbach rauschte mit laute Tosen dahm, die Schlucht wurde immer wilder, romantischer, der von dAuZlcn Tannen umstandene Weg immer einsamer, beschwerlicher. Er Zahlungen von verwilderten Menschen, die an solchen Orten ihre Schlupswm. sei haben, sielen ihr ein und sie über legte, ob es nicht besser sei, umzukehttn. Ta weitete sich j)er Weg und sie trat in eine sreundliche Dichtung, wo durch eine fammctweiche grüne Rasenfläche slü sternd der Bach dahinglitt und sie einer, alten Mann bemerkte, der nur wenige Schritte vor ihr, mit dem Nucken gegen einen Baumstumpf gelehnt, im Moose saß. Er hatte die Augen geschloffen uns schien zu schlafen. Ein .schräger Strahl d?r Nachmittagsfonne fiel gerade auf sein Gesicht, das. farblos und forgcndurchfurcht, ihr Mitleid erregte. Weißes Haar siel in dünnen Strähnen von seinen Schlafen herab, zu denen seine buschigen, schwarzen Augenbrau uen einen ieltsamcn Contrast bildeten. Tie ?stme hatte er über die Brust ge kreuzt. Sein Anzug, obgleich abge tragen, machte einen anständigen (5m druck. Eine. Touristentasch?, die an einem Lederriemen an seiner Seite hing, ein Paar 'große, derbe Stiefel konnten den Glauben erwecken, man babe einen reisenden Handwerker vor sich. In demselben Augenblick, wo Ange mit ihrer Musterung zu Ende war, er wachte d.'? Schläfer. Er öffnete die Augen: sie sielen gerade auf das Zunge Mädchen, welches, den Fuß halb zurückgezogen, ihn neugierig betrachtete. , Er svraim mit dem Ausdruck iahen Schrecks empor und jagte sie -damit in die Flucht. Sie b'elt erst an und athmete auf. als sie den Park von Tanner erreicht und ans der großrn Tarusallee dos freudige Bellen Hektor's an ihr Oh? schlug. , Ihr wildklopfendes Herz beruhigte sich sofort. Sie nannte sich kindisch und albern, daß sie vor einem Manne gcflchen. der aus dem Schlaf erwacht, begreiflicherweise erschrecken mußte, als er sie so unerwartet vor sich gesehen hatte. ..o "-"t: So legte sie der Begegnung keine weitere Bedeutung, bei. und ihre Auf merksamlcit i richtete sich auf ,Graf Leonce. welcher, von Hektör gefolgt, auf sie zukam. Er sprach feine Freude aus. Ange zu begegnen, uns zog ihren Arm durch den seinen. " Wenn Ihre Mutter uns sieht!" erinnerte sie ängstlich. Das käme mir nur erwünscht, dann wäre ich gezwungen, .das ! qualvolle Schn'eicn zu brechen." ;: , Sie zürnen mir?" ' -mSf Er lächelte matt. : 4:; "I ,. :l;,:h'S2 '-7"' - '' - -Hl ''4lf. , ..Auge. w:e oft, soll ich Ihnen sagen, öaß ich Ihnen nicht zu zürnen vermag. Lassen Sie, uns in's Schloß zurückkeh ren, Sie scheinen sehr erhitzt und haben kein Tuch , bei sich. ,'' Die Nebel steigen aber bereits empor, und Sie möchten . 1 :i. ..... : ::., k;.llN'V--iii!l:!ii!':Ji:4ll"äi HcheMle, Seine Fürsorge rührtDHH sie ! dritte sittlich feincn;cm;Si: - Wenn die Gesellschaft vorüber, die ' Ihre Mutter für den ersten Mai sestge setzt, dann Leonce, mögen Sie mit ihr prcchenW',HJS Er seufzte tief auf. ', , 1 , , Alfo noch volle drei Wochen! Nun. ist doch wenigstens ein Zeitvunkt festgesetzt. Ich danke Ihnen. Ange. So könnte es aucb nicht länger fortgeben, das müßen Sie zugeben.Ja. aberKein Ader, Ange. Klarheit, endlich Klarheit! Die Situation ist unerträg lieh, uuwürdig. Keine Thränen, bitte, seien Sie meine starke Ange. die mir tertraut: wie auch die Entschciduna
aussallen mög?, ich stehe fest, davon müssen Sie 'doch endlich überzeugt sein!" Ange war es, und dock? vermochte sie die Furcht vor der Entscheidung nicht zu bannen. Er hatte den Weg aus dem Parl über den Schloßhof genommen. Als sie ihn betraten, zog Ange mit einem scheuen Umdlick ihren Arm aus dem teinm.
Gleich darauf jagte Komtesse Mar ( guerite aus ihrem Fuchs heran, wars. vor dem Portal angelangt, dem ihr nachfolgenden Groom die Zügel zu und svrang'vom Pferde. Gnten Abend. Onkel rief sie ihm entgegen, indem sie die lange Schleppe ihres Reitkleides über den Arm schlug, bitte. Ange. hier" sie nahm den Hüt vom Kopf tragen Sie doch Hut und Reitgerte auf mein Zimmer, warten Sie, da ist noch mein Schleier, ich hätte ihn beinahe verloren, die Jungfer hattt ihn so locker befestigt." Ich dächte, Marguerite. Tu könw lest Dir Deine Sachen selbst hinauftragen, dazu ist Fräulein Angclie nicht da tadelte Graf Leonce, indeß Ang' mit den Sachen fortgincz. Mein Gott, sie hat ja sonst in aller TZclt nichts zu thun," warf Marguerite bin. die viel zu fehr von einem kleinen Erkebniß eingenommen war, das sie zu erzählen brannte, um auf seine Erre gung zu achten. Denke Dir, Onkel Leonce, ich habe ein köstliches Abenteuer gehabt! Doch snÖ da kommt Groß mama von ihrer Spazierfahrt zurück, sie darf mich nicht so erhitzt sehen; diese rothe Fabe ist plebejisch, sie könnte daran Aergerniß nehmen. Bitte, vcr rathe mich nicht, ich denke. Du findest Deinen Weg allein durch das Vestibül Auf Wiedersehen!" Damit lies sie die Freikreppe hinau' nach ihrem Simmer. Rathen Sie einmal, was mir aus meinem Spazierritt begegnet ist," sagte V!arguente zu ihrer Gesellschaste' rin, als sie im hellen Seidenkleide und mit strahlendem Antlitz, von welchem Poudre de tiz jede verratherische Rothe genommen, im Speisesaal zum Thee mit ihr zusammentraf. Sie wissen. Komtesse, ich verstehe mich schlecht auf Räthsel," erkärte Ange, indem sie zerstreut nach der Thür blickte, durch welche die gejürchtete Gräfin mit Gras Leonce eintreten konnte. Der jungen Komtesse siel ihre Icr sireutheit ebenso wenig, wie ihres Qn kels Erregtheit auf. Sie war nur erfüllt von dem Ver langen, alle Details ihres Abenteuers Ange mitzutheilen,' ehe ihrer Großmutter feierliche Gegenwart ein Bleigewicht an ihr geschwätziges Zünglein hing. Denken Sie. Ange. als ich kaum eine halbe Stunde von Tanner ent-" sernt bin und einen Ansatz nehme, um mit . Sylvester" über eine Hecke zu setzen, scheut das Thier plötzlich und steigt in die Höhe. Ehe der Groom Einzuspringen kann, springt ein frein der Kavalier heran, fällt Sylvester in die Zügel, reißt ihn herum und macht ihn sofort lammfromm. Das geschah alles so rasch, so gewandt, so kavalicrmäßig.' daß ch kaum Zeit gefunden, das Gesicht meines Ritters sans peut et sans reproche in Auge zu fassen. Erst als er mit einem tiefen Athemzug sagte: Das hattee böse ablaufen könuen, Komtesse!" blickte ich ihn überrascht in und fragte: Kennen Sie mW" Ich bin ein Freund des Herrn von Tollen auf Fürstenberq, wo ich zum Besuch, und hatte das Glück, dort Ihre Photographie zu sehen, die allerdings weit hinker dem Original zurückbleibt!" iHtet traf mich ein Blick, ich sagk Ihnen, ein Blick, der mir wie' einem dummen Schulmädchen das Blut in die. Wangen trieb, worüber ick mich natürlich sehr ärgerte, so seh? mir auch das Kompliment und mein Ritter gerieten. Doch pst!" Ter Haushofmeister reißt die Thür auf. Grafin Tanner rauscht herein daß sie um Gotteswillen mein Abenteuer nicht erfahrt, sonst laßt sie mich nie wieder mit Jack allein cuZreiten. und ich habe der sprechen, Morgen Gräsin Tanner erschien nur in Begleitung des Kaplans. Graf , Leonce hatte sich für diesen Abend entschuld!gen und seinen Thee in seinem Zimmer serviren lassen. Während des Thees blieb die Unter. Haltung ausschließlich zwischen dem Kaplan, einem alteren Mann, der sich sehr geschickt in die gräfliche Familie eingefügt und von dem Verstände seiner Patronin eine ebenso hohe Meinung wie von seinem eigenen hatte. Es herrschte zwischen beiden eine vollkommene Uebereinstimmung der Ansichten. Marguerite." wandte sich Gräfin Tanner später an ihre Enkelin, ich habe einen Brief von Deinem Vater erhalten. " (Zr betrisst gan; bcsonders Dich, mein Kind, Du kannst mich nach' her auf mein Zimmer begleiten, damit ich Dir seinen Inhalt mittheile." , Ganz besonders mich?" suhr Mar ' guerite wie cl c ktrisirt auf. ,.' Ach, ich soll wohl nach Wien kommen, wo die Eltern und Fred jetzt sind. Das wär, herrlichjM l!f Trennung von Tanner sehr 1 lebhaft berbeizuschnen," bemerkte ihre Groß mutter in scharfem Tone. Ange glaubte etwas wie schmerzliches Befremden in der Gräfin Blick zu lesen. Vergiß nicht, daß Dein Vater jede Entschei dung über Deine Zukunft in meine Hand gelegt hat." Die kleinen Hände Marguerite'S ball ten sich unter dem Tische zornig zufam. men. und heiße Röthe schoß unter dem Poudre in ibr kieblicbeö Gesicht. Aber sie wagte keine Auflehnung, sondern senkte, wie durchdringend von der Macht und Unfehlbarkeit rhrer Großmutter, die Blicke.
IX. Notizen aus Ange'Z Tage buch. 1. ' Welch wundersame Schöpfung ist das Menschcnherzk Es sieht mit Wehmuth die Sonne am Horizont versinken und folgt mit Scbnsucht dem Äbendroth aussteigenden Mond, wie er einem wd ßcn Wölkchen glich, in goldener Gluth schwebend, immer selbstständiger, leuch tender wird und mit einem sanften, magischen Lichte die Blüthen wieder zum Leben küßt, welche der Sonne hei ße? Strahl zum Welken gebracht. Stiller, heiliger Gefährte der Nacht, wie liebe ich Di! Du. gleichst dem Manne, unter deen segnendem, mit dem Strahl sich die Blätter meiner Seele wieder erschlossen, welche die heiße Gluth Feldheims zu zerstören drohte. . 2. ' Gesetzt, mein Leben würde in einem beständigen Kampfe gegen mein Vcrhangniß, gegen den Stolz seiner Mut ter hingehen; gesetzt, ich müftfe viel leiden, mein Stolz sich tief demüthigen, würde ich nicht an seiner Liebe, 'den Zeugnissen meines Gewissens, an der Aufopferung meines Stolzes erstarken, daß ich jedes VerhänAniß siegreich bekämpfen, jede Demüthigung mit Ruhe hinnehmen kann? V Glaube uicht, Geliebter, daß ich mich freue über Deine Leiden, wenn ich Dir gestehe, daß ich TiL weniger lieben würde, wenn Du nicht durch diese Lei den zu jeuer Lebensanschauung einge ganzen, an deren Hand auch ich ihr zugeführt zu werden' hoffe. Deine unerschütterliche Seele ist es, die ich liebe, verehre diese Seele, welche die Stürme des Lebensmüder sich hinbrausen läßt, ohne von ihnen gebeugt zu werden.
Wir stehen auch mit Marguerite vor einer bedenklichen Katastrophe. Ich habe sie noch niemals so hestig, so lei denschastlich erregt gesehen, wie nach der Unterredung mit ihrer Großmutter. Vielleicht würde sie sich der von der Gräfin Tanner für sie in Aussicht genommenen Verbindung nicht widersetzt haben, wenn diese nicht ihren Wunsch in einen Aefehl gcZleidet und ihr damit jedes Recht, über das eigene Herz zu verfügen, abgesprochen hätte. Das mußte einen so natürlichen und warm herzigen Charakter wie Marguerite zur Empörung herausfordern, und wenn sie diese auch nicht osfcn ihrer Großmut ter zu zeigen wagt, so wird die tluae Frau mit ihrer unklugen Herrschaft es vielleicht erleben, da& dieses heimlich in einer Weise thut, wie sie, sich dessen von einem Gliede ihres' stolzen Hauses nicht vorgesehen hat. 5. Welche Heimsuchung! Der Gast von Dollens, der Ritter sans peur et sans reproclie, wie ihn mir Marguerite nach ihrer ersten Begegnung mit ihm geschildert, machte gezicrn aus Tanner Besuch; es ist Feldheim. . O. Gott, wenn auch lie dem Zauber des routlnirten Weltmannes erliegen sollte! Ich deutete ihr an, dan mir sein Name von München her bekannt mehr wollte, konnte lch nicht verrathen und daß er verlobt, ja, wohl schon verheirathet sein müsse. Es stellte sich aber heraus, daß sie bereits durch Dollen von duser Verlobung erfahren, und auch daß diese aufgehoben sei. Ich bin rathlos! WZas ist hier das Nichtige? Alles sagen? Wird mir aber Marguente Glauben schenken?. Und wenn sie es thut, wird sie nicht , denken, verschmähte Liebe,' hieße mich sie warnen? Ob ich Leonce auf die Gefahr ausmexkzam mache, in der sich Marguerite befindet? Aber ist sie denn in Gefahr? Wenn sie wirklich ihr Herz an ihn verloren, so wird Feldheim nicht wagen, mit einer Komtesse Tanner ein' r i'r 1 y". r , , ., ' ' icuzcyes toptci zu lreiven. ; v 4V : Die Vorbereitungen für das Fest waren beendigt, welches Gräsin Tanner ihrer Enkelin zur Entschädiauna für einen langen, einsamen Winter der sprachen und wozu die Einladungen an den nachbarlichen Landadel ergan le ;, ' j, ,V , Herr EharleS durchschritt mit der Würde' eines Eeremonienmeisters die Flucht der geöffneten Salons und dir! glrte das Entzünden von Hunderten von Wachskerzen, mit denen sie nach alter, vornehmer Sitte festlich erleuchtet wurden. . .V:"v---V; . Mit ehrerbietigem Blick streifte Herr Eharleß die lange Ahnenreihe der Tanners, , welche den Empsangssalon sch:nüZte, ob auch kein Stüubchen aus den kostbaren Barockrahmen zu sehen sei und blieb vor dem lebensgroßen Portrait eines Gitters mit dem Eomthurlrcu', auf der, Brust stehen, welcher' in berauZiordcrndcr Haltung, auf sein Sch :v crt g'stü i'.t,' mi t de ii . stahl blau e nI scharfen Auzen der Gräsin drohend uutcr dem halbgeöffneten Visir hervor niiM'mMMMMim Der erste Neichsgraf von Tanner,erklärte er Ange. welche mit einem Auf trag der Gräfin an ihn geschickt worden. und ein Urahne unj'erer gnädigstcn Grasin. Tanners haben vielfach unter einander geheirathet. Sie sind ein kräftiges Geschlecht und sind es geblieben, soviel man auch gegen solche Heirathen in der. Verwandtschaft reden mag. Die Chronik der Familie erzählt, daß dieser edle Ritter unter Eonrad dem Tritten von Deutschland den zweiten Kreuzzug nach dem gelobten Lande unternommen und einen rühmlichen Tod bei der Belagerung vsn DamaZku? gesunden habe. ' Der Kaiser übernahm die Vor. mundschaft seines einzigen Sohnes und
erhob diesen für d!e Dienste seines Va. ters zum Neichsgrasen. Ich habe," setzte Herr Charles erläuternd hinzu, ..die Familienchronik und auch die Ge? schichte der Krcuzzüge gelesen." Hierbei verschwieg er. daß er zu sei nein Befremden keine Angaben von den Heldenthaten des edlen Äitters gefun den, ein Umstand, den er aus die man gelhaftcn Mittheilungen gezchichtlicher Thatsachen schob. Ange. welche mit sehr getheilter Auf mcrksamkci! Herrn Charles' E.tlürung gefolgt, ihrem alten Gönner jedoch denn das war ihr der Haushofmeister geworden ihre Zerstreutheit und Unruhe, mit der sie von seiner Seite fortstrebte, nicht zeigen wollte, bemerkte schüchtern, ob er schon lange bei der gräflichen Familie sei. Bald ein halbes Jahrhundert, mein liebes Kind," sagte er und warf in dem breiten Mittelpfeiler der Fenster einen würdevollen Blick feinem Spicgelbilde zu, dem man in seiner untadelhaften weisen Kravatte, Weste und schwarzen Frack, qlattrasirtem Kinn, sorgsam ge scheiteltem weißen Haar das halbe Jahrhundert Dienst barkeit durchaus noch nicht ansah. Sehen Sie, mein Fräulein." knüpfte er seine Betrachtungen an feinen langjährigen Dienst, man wird durch die Länge der Zeit gleichsam ein Theil ein Glied würde zu kühn ausgedrückt sein der Familie, welcher man Dienst und Leben weiht. Ich habe die jungen Herrschaften zwar nicht auf meinem Arm getragen dazu, war Madame Leonard da aber ich habe sie zuerst auf's Pferd gesetzt und ihnen bei Tisch den ersten Wein eingeschenkt, ja, ich darf mich rühmen, das Vertrauen des hochscligen Herrn Grafen sowohl, wie dec reichsgräflichcn Söhne genossen zu haben. - Fs sind stattliche Männer geworden, .'in Jammer nur, daß unser Leonce, icb wollte sage, dan Gras Lcon-.c Sie sehen, die Zunge vergißt sich zuweilen erblindet. Ach, wenn Sie den jungen Herrn Grafen in seiner Jugenddlüthe gekannt hatten! Das war ein Mann. 'ich sage Jhnen,ein Kavalier, vom Scheitel bis zurohle. Damit toll nicht gesagt sein, daß Gras Herbert und Graf Alsons das nicht auch gewesen sind, aber Graf Leonce hatte, um mich eines Vergleiches zu bedienen, die ritterliche Fröhlichkeit und Kühnheit eines Richard Löwenherz. Dabei mußte man ihn lieben, weil er weniger unnahbar, sich auch mit seinen Untergebenen in freundlich vertraulicher Weije, fast wie mit Seinesgleichen, zu unterhalten pflegte. Wer hätte geglaubt, daß es einmal mit ihm das Ende nehmen sollte!" Ange's Zerstreutheit hatte sich verloren. 'und nur die Sorge, die Gäste mochten eintreffen und seine Mittheilung unterbrechen, beunruhigte sie. Zu ih, rer Enttäuschung brach Herr Eharles aber hier mit seinen vertraulichen Mittheilungcn ab. , Er hatte seinen Nundgang durch die Salons beendigt und war befriedigt. Die Beleuchtung war 'glänzend, und glänzend mußte sie sein, das gehörte sich für rin Fest auf Schloß Tanncr. , Ich sehe," sagte er mit einer Protektormine zu Ange. Sie verstehen es. sich auch Ihrer Stellung angemessen zu kleiden. Das einfache weiße Kleid ist anspruchslos, paßt aber immerhin in den festlichen Kreis, in dem Sie sich zu bewegen haben, um nach der Frau Grasin Anordnung mit mir die Bedienung im Auge zu behalten." Ange erröthete. weniger wegen dieser Gemeinsamen Aufgabe, als vielmehr, weil.des Haushofmeisters Frage sie daran erinnerte, daß sie nun doch die Trauer abgelegt und aus ihrer beschcidenen Garderobe ein weißes Kaschmirkleid angezogen hatte. Es war dies in der Hoffnung aeschehcn. darin weniger aufzufallen, als wenn sie sich als Tieftrauerude in der Gesellschaft bewegte. ' z Die ersten Wagen - rollten in den Schloßhof. Wd.
Der Haushofmeister nahm seinen Plazz am Haupteingang ein, und Ange wollte sich zurückziehen, als die gleich einer Nosenkönigin geschmückte Marguerite auf sie zueilte. : Wie gefalle ich Ihnen?" rief sie ihr entgegen und flog ihrer Großmutter voran, welche ' in einem! schwarzen Sammetkleide mit weißen Points und einem Brillantoiadcm in dem hoch aufgethürmten weißen Eclock, einer Konigin glich. ', Marguerite!" Was befiehlst Tu. Großmama?" .Daß Du an meiner Seite bleibst and mit Deinem Better und mir die Honneurs beim Empfang , der " Gäste machst." : ;- I fd'x -' , Mein Gott, das hat doch Zeit. , bis die Gäste da sind." schmollle Margue rite. .Fräulein Sarterno, gehen Sie an Ihren Posten in's Thcezi'mmer!" Ange gehorchte, froh, sich zurückziehen zu können. ?t ''PH , Aber, Großmama, dafür sind doch die Lakaien da!" rief die Komtesse :,4 In1. ' Marauerite, Du vergißt, daß ich H'i'h, i'; eS bin. die hier Befehle ertheilt!" herrschte ireHrößmüttctwe'un'z Baron von Dollen und Gemahlin, Bol:üM HaushofmeisterAz".SZ Ange kam beim Hinauseilen gerade Fcldheim Aüg'j in Aug' zu steheii und für einen Moment blieben beider Blicke MnncmDcrljat Der seine drückte Erstaunen, der ihre Erschrecken aus. Sie ließ ihm weder Zeit zu einem Gruß, noch sich von sei nem Erstaunen, ihr hier zu begegnen, zu rholcn. Sie entfloh wie ein geheß teö Wild durch die hell erleuchteten Säle, die endlosen Korridore nach der Bibliothek. Hier wußte sie sich sicher, unbeachtet, hier konnte sie Herr ihrer furchtbaren Aufregung werden, in welche sie diese Begegnung versetzt hatte. Der Gedanke, daß sie nach der Gräfin
Befehl überall in den erleuchteten Sä. len ein aufmerksames Auge habe und die Lakaien dahin dirigire, wo man vielleicht eine Erfrischung zu reichen vergessen, war ihr unerträglich, feie mochte in die Gesellschaft nicht mehr zw rück. ' Equipagen rollten vor das Portal des Schlosses und rollten wieder fort. Alles im weiten Hofraum war Leben und Bewegung. Nur in der Bibliothek und den cn grenzenden Gemächern des Grafen Leonce lagerte eine tiefe, schwermüthige Stille. , Ange horte die langsamen, monotonen Schritte des Grafen im Nebenzimmcr. Sie klangen so ruhig, so unberührt inmitten des festlichen Treibens, das wie die Wogen einer fernen Brandung zu ihm hinübertönte. .Thränen entströmten Ange's Augen. Die bange Furcht vor einer drohenden Gefahr fand diesen Weg der Erleichterung, und das Vertrauen zu seiner, zu ihrer Liebe, die jeder Gefahr gewachsen, kehrte zurück. Sie trocknete ihre Thränen,, össnete leise die Thür zu des Grafen Gemach und trat ein. Ein dämmeriges Halbdunkel herrschte darin, hin und wieder huschte ein flackernder Schein der im Hofraumc brennenden Fackeln über den einsamen Mann, der in seiner Wanderung innehielt , und sich Ange zuwandte, deren Eintritt ihm nicht ent gangen war. Wie gut, daß Sie gekommen. Ange," sagte er und streckte ihr die Hand entgegen. Ange erschrak über dZe Kälte seiner Hand, die tiefe Blässe seines Gesichts, auf welches ein heller Lichtstrahl vor draußen gefallen. Leonce. Sie leiden, was fehlt Ihnen, find Sie krank?" rief sie tt schrocken. Nein, Ange, ich bin nicht krank, aber ich leide, weshalb soll ich cs leug nen." Ihr Herz schlug bei seinen Worten, wie das einer Schuldigen. Ahnte er die Gefahr, in der sie schwebte? Ter Glaube an den Scharsblick seiner See!' ließ sie erbeben. Sollte sie ihm alles sagen alles gestehen? 'Aber was sollte 'sie ihm gehe, heu. was sagen? Konnte- sie sich denn selbst von dem Rechenschaft geben, was sie bei FeldhcimS Blicken fürchten ließ? Als Ange jetzt ihren Kopf an seine Brust schmiegte, beugte er sich nicht nieder. Noch ' gestern hätte sie wiederum den Zeitpunkt der Entscheidung. den er endlich' erreicht glaubte, hinauszurücken gesucht. So ging es nicht fort. - Das sagte er ihr setzt mit freundlichem, aber unerschütterlichem Ernste, und schluchzend willigte sie in alles, unfähig, ihm jetzt das'Gcständniß von der Anwesenheit Feldheims zu machen. Sie ergriff seine , kalten Hände und drückte sie mit einer stummen Abbitte an ihr Herz. Er hatte seine Hände saust aus den ihren gelöst und sie an sein Herz gczo gen. . Meine Ange." flüsterte er zärtlich, ich danke 'Dir aus tiefstem Herzensgründe, denn noch niemals ist es mir so klar geworden, daß nicht ich. sondern Du allein es bist, welche Opfer bringt wenn Du Dein junges, blühende Leben an das des armen Blinden bindest und ich dieses Glück allein dem Mitleid Deines großen und reichen Herzens der danke."' - Wie er sie muthig zu machen suchte! ,,O Leonce, wehrte sie ihn flehend, '..Tu weißt doch, wie innig ich Dich liebe!" Ja Ange, wie man die Dämme rung liebt, in deren mattem Lichte alle Formen alle Härten schwinden, in der wir sanft träumen, wohl auch ein schlafen, um, wenn wir erwachen, zu sehen, daß wir geträumt. ' Wenn es anders gewesen, Du hättest unser Geheimniß nicht so lange wahren können.' hättest Dich wie ich mit allen Fasern Deiner Seele nach einer Vereinigung gesehnt, die nurderTod und auch der nicht zu trennen vermag." War es so? Nein, nein! jammerte es in ihr auf. O Leonce, wenn Du wüßtest " : , Sie verstummte und suhr aus seinen Armen empor. Schritte und Stimmen ertönten im Palmenhaus. 1 Ein Lakai mit, brennenden Wachskerben, gefolgt von ' einigen Herren, welche kamen, um Graf Leonce in seiner Einsiedlerzelle zu begrüßen, , öffnete die Berbindungsthür zu derselben. Ange entschlüpfte hastig, auf . dem Weg, den sie gekommen war. ohne von den Eintretenden bemerkt, worden zv
um. 4J Ir' ji.,; :. -l-,;:.: f ;,i;.!i:;: ':!..:, ..- ,. ,M, ii, i.,:i;-"';i:s ' ' . . Im Tanz'aal wogten die Paare, da? Orchester spielte einen Walzer. , ,,'' Komtesse Marguerite hatte mit ihren Vetter, dem Grafen Mar. den Ball eröffnet. Es jswar '!' auf Befehl ihrer Großmutter geschehen, dem sie mit trotzig Z zurückgeworfenem Kopf und niedlichem Schmollmund nachgekommen 1;,; Darüber ; fühlte sich ihr Vetter im höchsten Grade indignirt, und sein Unwtlle stieg noch, als sie beim Walzer durchaus nicht in Takt kommen wollte. Zwar hatte sie ihm erklärt, daß sie Walzer nicht tanzen könne und lieber diesen Tanz pausiren möchte. Wie sollte aber ein schneidiger Husaren lieutenant, der hoch zu Roß aus dem Nennplatz ebenso, wie auf dem Parquet als Tänzer den ersten Preis davontrug, vor dem Wazniß zurücktreten, seine kleine, niedliche Muhme nicht in den Walzertakt zu bringen! Undenkbar! Doch,, so viel er sich mühte, sie kamen nicht vorwärts. Sie lachte sorglos, übermüthig dazu, ihm aber stieg das Blut zu Kopf. Er gab es auf, und sie traten auf ihren Platz zurück, Marguerite lachend, er, leise, aber haarscharf zwischen, den Zähnen die Worte herauöstoßcnd: .Für so bar an jedem und allem
Takt hätte ich Dich nicht gehalten, Mar guerite!" Sie zuckte die runden, weißen Schul tcrn. . ?":v Vy- -' Das kommt vom Landleben, da wird man urwüchsig und meineiwege? auch taktlos!" '. In demselben Augenblick trat Baron Feldheim an Marguerite heran, der beugte sich und bat um eine Extratour. Zum Erstaunen ihres BetterS nahm sie die Aufforderung an. Nun. ich gratulire zu der Arbeit.scherzte Graf Mar malitiös, als Marguerite ihren Arm in den JeldheimS legte. Vielleicht gelingt eS mir besser." gab Feldheim zurück, der die resultat losen Walzerversuche mit angeschen und sich darüber amüsirt hatte. Und wirklich, fehlerlos tanzte sie jetzt im Arme des Barons zweimal in der Runde durch den Saal. Feldheim verabschiedete sich von der strahlenden und triumphirenden Mai' guerite. Ihr Better war empört. Am liebsten hätte er Feldheim. der sich angemaßt, seine widerspenstige Kousine in Takt zu bringen, beleidigt, wenn dies seine Niederlage nicht allzu bekannt gemacht hätte. Bei Gott, das soll sie mir büßen!" schwur er und sah dabei aus, als könne er diese Drohung wahr machen. Obgleich er sich bei der ersten Begrnßung an diesem Abend habe eingestehen müssen, daß die zwei Jahre, in welchen er Marguerite nicht gesehen, aus dem kindlichen Mädchen eine junge, übermüthige Dame gemacht, so suchteer sich doch ihr Benehmen als mädchenhafte Sprödiglcit und Koketterie zu erklären und kannte die Vortheile seiner Ber dindung mit ihr zu genau, um sich hierdurch von seiner Werbung zurück schrecken zu lassen. Marguerite hatte sich nach dem Wal zer in den an den Tanzsaal angrenzenden Wintergarten zurückgezogen, wohin ihr Fcldheim, des Sieges bewußt, den er über dieses unbewachte, kindliche Herz erlangt, gefolgt war. - Sie standen unter einem Orangenbäum, in dessen start duftende Blüthen Marguerite das niedliche Naschen steckte und dabei über diese hinweg in schüchternem Aügenspiel tnlt Feldheim kokettirte. Er wußte ganz genau, was diese Augen ihm verrathen was sie ihn fragen wollten, und war auch heute mit der Absicht gekommen, seinen Sieg sich zu sichern, 'mit dem ihm, ganz unerwartet, ohne alle Anstrengung das Herz und die Hand einer junaen Dame zufiel, welche zu den reichsten Partien deZ wesifülischm Adels zählte. Er war ein GlücksZazer, das mußte er sich ein gestehen. Er hatte München verlassen und bewarb sich ans Vcrwendung Dollens um eine Obc'rförsterstclle in Westfalen, die ihm in Aussicht gestellt worden. . , " - ' Der Zufall hatte ihn mit Marguerite zusammengeführt, und der Ritterdienst, den er ihr geleistet, hatte ihn zu ihrem Helden gemacht, dem s nur geringe Anstrengung kostete, nhr Herz zu erobern und sich eine glänzende Partie zu sichern. Alles mühsame Emporklimmen, alle pekuniären Verlegenheiten horten auf, sobald es ihm gelang. Mar" guerite die Seine zu nennen. , ' Daß er ihre Liebe nicht erwiderte, konnte hierbei nicht in Betracht kommen. Feldheim hatte , keine Achtung vor den Frauen. Es war das ein Thema.: das er immer mit ' großer ; Leichtfertigkeit behandelte. . . Ihm war die Liebe, die Bewunderung der Frauen, gleichwie bei Mar guerite und auch bei Ange mühelos zu gefallen, und das gab ihm jene Nachlässigkeit und - Sorglosigkeit in Liebesaffärcn, welche - den Bruch mit Ange herbeigeführt hatten. Daß er mit einer Komtesse Tanner kein frivoles Spiel treiben durfte, darüber war er sich ebenso klar, wie darüber, daß sie ihn liebte. ' 's; : Und doch schreckte er zurück, das entscheidende Wort zu ? sprechen, nachdem ihm unerwartet Ange auf Tanner entgegengctreten mar. Ihre zur vollen Blüthe entwickelte Schönheit überraschte ihn ebenso, wie der Ausdruck des Schrecks bei dieser Begegnung seine Eitelkeit verletzte und ihn zu dem Waaniß herausforderte, , ihr (.. . , : ..-Ji"s , V"iftiH' '! ,-i"r iLiebe zurückzuerobern. "'l, ' Daß sie keine der geladenen Gäste auf Tanne? war, sondern im Schloß eine dienende Stellung' einnehmen mußte, bewies ihm nicht allein ihr schlichter, jedes Schmuckes barer Anzug. ' sondern auch die scheue Flucht, mit der sie bei Ankunft der Gäste au? dmtginpfgSsaal Er mußte sich ihr unbemerkt zu nä Hern suchen, was in ihrer untergeord neten Stellung allerdings schwerer hielt, als wenn sie sich in der Gesellschaft als Gast bewegt hätte. Doch auch das berührte ihn nicht, machte ihn aber zer streut und iinaufmerksam Marguerite gegenüber wilche mit dem Kleinqewehr jeuer nhrer blauen Augen Pfeil auf Pfeil auf ihn abschoß, bis sie zuletzt doch erreichte, was sie zu erreiche!' M&Wt gtynnorflt.) lpi.J'iit::S& u k arester Amts, blatt ist folgendes Euriofum zu lesen: Geehrte Mitbürger! Damit man mein Unterschrift mit anderen ähnlichen nicht verwechsele, dringe ich hiermit zur all gemeinen Kenntniß, daß ich von meiner Geburt 1857 bis 1872 den Namen Georges! Dimittie getragen h'nbe, von 1872 bis 1859 den des Timitrie Georgescu, vom Jahre 1879, wo ich eingezogen, bis 1882. wo ich als Gesreiter abging, hieß ich Andrcescu Dimitrie und von 1882 bis heute zeichnete ich und werde auch in Zukunft zeichnen D. G. AndreeScu.- Wir wollen Hoffen. daß der Herr D. G. Andreescu eS nicht dabei bewenden lassen, sondern seine geehrten Mitbürger noch recht oft durch seine ?!amenmetamgrphos'n tt freuen wird.
ErlkSniA.
Frei ich Vllmeift (Sottet. Wer reitet so spät durch Nacht unk Wind? 'S Ist der Vater mit seinem Kind. Es; ist ein Ritter, gar schneidig, und fein. Der deutsche Herr Lieutenant von Neit1 : zcnstein. . ' Lippspringe, Lippspringe. Tu hast wohl die Gicht? .Siehst, Nitter, Tu den .Erlkönig nicht? Den Erlenkönig mit Krön' und, Schweif?" .Lippspringe, es ist ein Ncbelstreif." Du liebeZ Pserd, komm, geh' mit mir! Gar schönes Futter gewahr' ich Dir; Das Heu, es duftet so herrlich am Strand, Die Güte der Mütter ist allseits besannt. Mein Ritter, mein Ritter, und hörest Du nicht. Was Erlenkönig mir leise verspricht Sei ruhig, LippZpringc, und trabe geschwind. In dürren Blättern säuselt der Wind." r Willst, seines Happel, Du mit mir gehn? Meine Mägde sind alle so wunder . schon; Meine Mägde, sie führen zum Stall - Dich hinein Und werden Dich stets mit dem Beste? crfrcu'n." Mein Nitter, mein Nitter, und siehst Du nicht dort Erlkönigs Mägde am düstern Ort?" .Lippspringe. Lipvspringe, ich seh' es genau Es scheinen die alten Weiber so . grau.Ich möchte Dich haben, so schön an . Gestalt; Und bist Tu nicht willig, so mach' ich . Dich kalt..Mein Nitter, mein Ritter, jcht faßt er mich an ! Erlkönig hat mir ein Leid's gethan!" Dem Ritter grauset's, er jaget dahin Vor seinen Augen da glänzt der Ge winn. Erreicht Groß.Wien mit' Müh' und Noth. Nach wenigen Ta?;en, Llpnspringe war todt' Des Gatten Nttckkeyr. In vorgerückter Dämmerstunde sitzt Elinda Rensberger. die junge Frau eines, Kaufmannes, der erst vor drei, Wochen ihr lirbcs Männchen geworden, auf dem Sooba und harrt sehnsüchtig der Heimkehr des Gatten, welcher durch dringende Geschäfte zu einer mchrtägi gen Abwesenheit gezwungen worden ist. , Wer die Flitterwochen ze gekostet, dem wird es bekannt sein, wie 'so sehr unangenehm eine mehrtägige Unter brechilng derselben ist und'mit welcher Sehnsucht Stunden und Minuten bis zum Wiedersehen gezählt werden. Er vermag aber auch dann die Unruhe zu verstehen, in welcher sich Elinda bcfindet, denn schon ist die Stunde da, für welche der Gatte gestern brieflich seine Rücklehr anackündigt hat. Da plötzlich wird die Klingel ge. zogen, so rasch und so lrästig, wie ihr Gatte zu thun, pflegt. ' Fr ist es! jubelt das junge Weibchen und vom Sopha aufspringend, stürzt sieden Eorridor entlang mit dem Rufe:, Mar. mein lieber Marj" reißt die Thür auf und fällt dem stattlichen, bärtigen Mann um. den Hals, der ihr mit regendurchfcuchtetcm Rock im Tunkel des' nicht erleuchteten TreppenflurS die Hand entgegenstreckt. Die glückliche, -'selige Sündct aber U merkt seine Hand nicht, sie hängt an seinem Halse, zieht ihn sest an den so genden Busen und bedeckt seine n M U nl mit heißen Küsten y Aber sonderbar, der Undankbare, der Kaltherzige., er crundert ihre Liebkolun. gen nicht, er sträubt sich sogar dagegen ':jb i es c 5" 11 n ci c I? c u c r 1; -j 'U n ;.!p c in nie einige unverständliche Worte. DaA ist sür das arme Frauchen zu viel. Sie zieht ihn in den Eorridor hinein, den das Mädchen von der Küche aus soeben mit der Lampe betritt, f : .EntseslicN- schreit Elinda, es is jadWostbote!?UM Ja. dieser war eS. Er steht gan, verduft vor ihr. mit einem Expreßbrief in der Hand. Sie d.ckt die Hände vor das schamrothe Gesicht und stürzt zurück ll''iyrinmrl ;Der;iiejira den Madchen seinen Sricf aus und ent-! fernt sich eilig, ober auf der Treppe hö rt,M'a a iljn m ür mein 'iilf'Ö Ich kann nn dafor! Warum zün den auch die Hausbesitzer die Treppen lampen nit zu rechter Zeit an! Ak haben die hlu mal jüß g'gmectSii lii'l'K'siisW Jungfer :äiR u n DgebeP ich'S Hz aber fauft.i;: Dreimal habe ich im Winter die Hilfe der Herren ia, Anspruch genommen, um mich vom Fall auf dem Eise zu er heben. Viermal bin ich mit einzelnen Herren durch einen langen Tunnel ge fahren: zweimal hat mich ein Herr zu der Gesellichaft zurückführen müssen, von der ich im Walde abgekommen war. Neulich ließ ich mich gar aus dem Kahn, in's Wasser faUen. um mich von einem Herrn retten zu lassen und alleS vergebens! Au S der Rolle gefallen. Hausherr (wahrend seine Frau in Ohn macht gesallen ist. zum Mädchen): .Lausen Sie mal rasch zum Arzt. Rosa!- Fran (plötzlich erwachend): I tSilh tnrtS K nrhl Vrtfiir frtwiist' 'wiviyi iuii? v tunii t 2k. t i v r. .it er t... . imi jmiJii vxn iuioca olninrryu kaufen, den Tu mir vorhin abgeschlüm zen hast!"
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