Indiana Tribüne, Volume 16, Number 109, Indianapolis, Marion County, 8 January 1893 — Page 2
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Ein angenehmes Abenteuer An einen: Conntcg war's, da enl IHeg in Shepherdsdush, einem Ort an fco: Landstraße, die von London uach Äcton führt, einem Londoner CrnrnbuS ein stllkcrhaft Meideter Jüngling, feines Zcich:li3 ein Schneider, mit einem dicht verschleierten weiblichen Wesen. Das Pärchen erlundigte sich im nächsten WirthZbause nach dem Weg nach Acton, dm es dann wohlzemuth nter die Füße nahm. Seine Wände iung sollte ?on kurzer Däne? sein. Wenige Minuten, nachdem 3 aufge brechen, sah man durch den Ort in der Aichtung nach Acto-n einen leichten Wagen sausen, den drei Kaminfeger, schmückten ; kurz darauf war er an der Seite der .Verfchleierten" und ichre .Beschützers-. UndAUN geschah etwas Unerwartetes. Im Handumdrehen warm alle drei Kaminfeger as -ihrem Wagen ge sprungen. zwei ergriffen den Jüngling, zogen 'ihm Rock und Weste aus und gölten über feinen Kcpf den öligen Jn halt einer großen Kanne, während der dritte Schwarze das Werk damit krönte, daß er d?m Jüngling eine Kiste voll Aul; über Kopf und Gesicht ausleerte. Nachdem der Geschwärzte noch durch eine Reitpeitsche zum Hersagen des zehnten Gebots gezwungen worden war, wandte sich der dritte der wackeren Kaminfeger an das herbeiströmende Publikum und erzählte zur Ncchtferti guncz seines außerordentlichen Thuns, der zunge Man habe 'ihm sein Weid geraubt, obwohl er, der Kaminfeger, ihm, dem Jüngling, ein - guter Freund nnd ihr ein treuer Gatte gewesen. Nach dieser kurzen, über beifällig oufgenommenen Rede befahl er feinem Weld, das währcnö des ganzen Aktes nm Gnade geschrieen hatte, emzustei gen; sie kam diesem Befehl mit größter Schnelligkeit nach und das Kaminfeger Kleeblatt verschwand ebenso schnell, als es gekommen, ein heulendes, schrecklich ansselzendes Wesen zurücklassend. Die Abenteuer des unglücklichen Schneiders sollten damit aber noch nicht zu Ende sein; er tastete auf einer Seitenstraße nach dem Ort zurück und drang, Erlö sung von feinen Qualen suchend, in die erste offene Thür ein. Die führte ihn mitten unter eine Zahl betender Heils armeemitgliedu. Sein plötzliches (ir scheinen in der frommen Schaar wirkte furchtbar. Man hielt ihn für den Teuf .. K!?dcr kreischten, Weiber sie len in Ohnmacht, Männerdrangen aus ihn ein, und dann ward ihm eine neue Tracht Prügel zn Theil. Endlich ge . lang es dem Schwergeprüften, die Leute zu beruhigen und Gelegenheit zn erhol ten. über das Vorgefallene nachzuden seit, sowie fein Aussehen etwas wieder .Herzustellen. i ' Aene Zeit. Die Alten hatten keine Beweise da. fui, daß alle Körper ohne Ausnahme von allerdings nicht sichtbaren Poren tanälen durchzogen sind. Den ersten Beweis hiefür verdankt man dem Pb Zo'opheu Bacsn. Er versuchte das.Was. ser durch Pressen und Hämmern einer mit Wasser gefüllten Hohlkugel von Blei zusammenzudrücken. Tas.Wasser . drang aber durch das Metall, hindurch und überzog die Oberfläche "der Kugel mit einem seinen Thau. Die Floren tiner Akademie erfuhr dasselbe Acsu! tat mit einer silbernen Hohlkugel. Sie versuchte das Durchgingen des Wassers dadurch zu verhindern, 'daß sie die Ku gel stark rergoldete und sah, .daß auch dann, dieselbe Erscheinung auftrat; das Wasser drang auch durch das Gold. Bezüglich der glasartigen Substanzen aber ist es bis heute nicht nachgewiesen, daß sie porös sind, ob schon es höchst unwahrscheinlich ist, daß Glas eine Ausnahme von der allgemeinen Regel , bilden sollte. Es war bisber eben nicht möglich., eine geeignete Untersuchungs Methode süc diesen Fall zu entdecken. Daß Holz in allen Dichtigkeitsgraden Don Porenkanälen durchzogen .wird, i beweist schon die Zirkulation des Sas lies eine Thatsache, welche geradezu Zur Grundlage der Urzeitforschung wurde. Denn wenn es heutein unse rem Bereich .steht, durch flükroskopische Untersuchung eines Splitters von , einem (vorweltlichen) Baum zu bestim znen, welcher Gattung derselbe ange hört, so danken wir dies nur der Poro sitat. Denn das ursprüngliche Mate, .ml, aus welchem das Holz bestand, ist vielleicht seit Millionen von Jahren verschwunden nnd doch ist die Struktur (der Bau) des Holzes erhalten, Odem :liese!ige.end kalkige Substanzen .in die Form (Poren) desselben eindrangen ,und durch Erhärkn eine vollkosunem Kopie des Originals erzeugten. D i-e Er f in dune des so. .genannten .griechischen Feuers" fällt wahrscheinlich in das achte Jahrhundert n. Chr., die' klassische Zeit der ' arabi scheu Alchemie. Wibesitzcii ; von ; vern Feuer keine genaue Beschreibung, da :oie Keruitniß desselbe in Conftantino .pel als Stuttsgeyeimniß -bewahrt wurde. Doch ist Grund ; vorhanden, zu glauben, daß es Schwefel urd sal petersaures Kalinit NapZztha mischt, . enthielt. Dagegen txiitixi aus üiefer Zeit das Recept dei MarcuL Gräcus Schießpulver zu mechen. Er weist. unj an, .in einem marornen Mörser ein ' Pfund Schwefel, zwei Pfund .Holzkohle und sechs Pfusd Salpeter s zu wulveri streu. Stampfe man etwas Nsn die jemWulver fest in eine lange; fnje; äi ,. einem EM geschlossene Röhre . .Äfcän WHreiN'dleLuft'Aiegen'also i'rrfcc jEnc' -5R ji f ci!:;'l'2c.ixif e 1 rxi,.',".. j5ec la bScxi: wir., übrigens auch Rezepte, um die Haut unser breitn bar zu mechen, so daß man Feuer anfassen könne, ohne sich ,! zu verbreänenK GräcuZ war ein Zeit genösse dcS groeen Eheinikers Djafar, der durch seine Entdeckung veS Königs , wasscrs das alchemistische Problem löste, Gold in einem flüsstgen Zu-tande tu erhalten.
HagestolZ'VetraÄtUttgett. Die Hagestcl.e zerfallen in zwei große Gruppen:' in solche, die heirathen woll tcn, aber ans irgend einem Grunde nicht dazu kamen nn in solche, die glaubten, nicht hcirathen zu können. Hagestolze, die nicht wenigstens einmal in rhrem Leben die ernste Absicht ge habt haben, zu heiraihen, gibt es nicht. Das reden sie sich und andern nachher ein, wenn es zu spät ist, daß sie von vornherein das Heirathen abgeschworen hätten. Das mag Müttern und TSch tern, die häufig fo verächtlich-mitleidig auf die alten Junggefellen herabblickerr, gefagr fein, grundZatzliche Hagestolze gibt es nicht, das Leben hat sie wzu ge inncht. Umstände haben siedazu gezwun gen: kein Mensch sträubt sich gegen sein eigenes Wohlergehen, das ist wider natürlich. Und die Ehe ist für den Menschen ein Zustand des Sichwohl, fühlens, häufig freilich ein latenter Zustand. Die Ehe hat wie das Glück überhaupi etwas Verhängnißvolles, manche Men schen haben kein Talent dazu, glücklich zu sein. Es ist wahr, so wie manTa lent zum A!alcn oder zum Erfinden hat, so kommen manche Menfchcn mit dem Talent auf die Welt, sich stets leid lich glücklich zu fühlen. Das Schicksal scheint in dieser Beziehung sehr gerecht vo: zugehen, denn die Menschen mit dem Talent, glücklich zu sein, haben meistens kein anderes ausgesprochenes Talent. - Vielleicht ist dies sogar der Grund dafür. Glückliche Genies hat es nie gegeben und wird es auch nicht geben, denn das Genie ist ste!S etwas Anomales, diese Menschen wachsen ein.
seitig ans sich heraus; gewrv, sie leisten stets etwas Außergewöhnliches für die andern, das thun sie, weil sie cs müssen, aber glücklich werden sie nie. weil sie nicht können. Wollte man sich ebenso konsequent wie banal aus drücken, so könnte man sagen, daß eigentlich nur die Dummen wahrhaft glücklich sind, oder umgekehrt, baß eZ ein Glück ist, zu den Dummen zu gehören. Der Leser, der üb.'r die Be Handlung- entrüstet sein sollte, der sehe sich nur einmal vorurtheilslosin feiner nächsten Umgebung um, und er wird die Ansicht nicht mehr, so paradox sin den. Zum Heirathen haben manche Leute thatsächlich kein Talent, und sür diese ist cs besser, ledig geblieben zu sein; manche bilden sich aber nur ein, kein Talent dazu zu haben, und sür die'cist es schade, daß sie nicht unter den Pan tosfcl gekommen sind. Denn unter den Pantoffel wären sie sicher gekommen; dem entgeht nur ein Theil derer, die frisch und fröhlich, ohne sich viel Kopf zerbrechens zu machen, in die Ehe hineinspringen, aber selten einer, der auch bezüglich seiner Wahl von philiströser Weisheit überfleußt. Im All gemeinen jedoch kann man sagen, daß viele Hagestolze gute Ehemänner abge geben hätten und daß es für. die Gesellschaft schade ist, wenn sie schließlich zum Gespött dieser selben Gesellschaft in der Welt umherlaufen. , Zum Gespött, gewiß, aber das ist wieder cme groe Ungerechtlgkelt. wo von es freilich auf Schritt, und Tritt in dieser schönen Welt wimmelt, denn es ist nicht allein ihre Schuld, daß sie sich kein eigenes Heim, gegründet haben. Das heißt, so lange wir nicht an dem Fundamentsatz rütteln: es gibt keinen Hagestolz, der vicht wenigstens einmal in seinem Leben .die ernste Absicht ge habt hat, mit einem weiblichen Wesen ein ebenso ernsthastes Wort zu sprechen. Tcrfenige Hagestolz, der, die Hand auf das alte , eingetrocknele Herz, das Gegentheil zu behaupten wagt, der trete vor und - werfe den ersten Stein des Anstoßes auf mich. Indessen, bei Be Pachtungen wie den vorliegenden, bei denen man es gleichzeitig mjt dem star ken iiind dem schwachen Geschlecht v:r derben kann, da Muß man nach Fal stafs'schcm Recept vorsichtig , sein und sich in den sicheren Mantel der Anony mität hüllen, sonst könnte man am End doch noch Löcher in den Kopf be kommen mit dem Motto: .es ist -die höchste Zeit, daß der K:rl da einen 'vsse neu Kopf kriegt. Wer trägt dcnn.nun die Schuld da ran, daß es Hagestolze gibt, ja, daß es leider in der Gesellschaft von Jahr zu Jahr mehr gibt ? Der Hagestolz selbst, oder die Frau, die er nicht gcheirathct hat ? Manche Leserinnen werden sagen, das ist eine thörichte Frage: jeder Hage stolz hätte heirathen könnend wenn er es ernstlich gewollt .hätte. Ich behaupte im Behaupten muß man immer forsch sein, besonders wenn es mit dem Beweis etwas hapern sollte beide Theile haben Schuld daran Der Mann etwas mehr als die Frau, weil ,er ja das Recht der Initiative hat: bau fig freilich auch nur scheinbar, , denn Ti .. : . f . o-. n,:xJ -. tvi -i. wie uiac grauen na) in Scanner ra mehr oder weniger versteckter Weise selbst beim Schöpf genommen haben, um sie mit Ehe zu überziehen, wie die Lateiner sagen,, könnten, das läßt sich nlcht,'nachrechncN'7srellich,ßstÄ" daß mir die langweiligen ' Statistiker bei dieser Betrachtung nicht in's Wort sallcn können, denn abzählen kau man dieLacheÄn ' Es wäre übrigens voreilig, behaup ten zu wollen, daß, wenn die Frauen sich die Männer erwählten, s weniger Männer MteH die übrig blieben" jedenfalls a der w ürd en d ans manche, die jetzt als Hagestolze die Stammtische unsicher achcn. sich bereits eiven derbaulichen Aerger darüber zuezoger. haben, daß ihr ältester Junge l schon wieder einril in Quarw si ben ist. Dn die alten Junggesellen schören für gewöhnlich wenigst. nl in ihrer besten Zeit" nicht gerade zu den unsympathischen Erscheinungen und sind nicht immer von der Natur stief mütterlich behandelt. Doch das will euch nicht viel bedeuten, für die Ehe gibt cö kaum ein Hinderniß. Der Satz Wer 'ne Puckel hat, da kann ' nit met gohn" hat hier keine Geltung. Man könnte sogar fast die These ausstellen
Junge, Don Juans, alte Junggesellen. Haha! werden die Frauen rufen, da haben wir's, da steckt ja der Beweis drin, daß die Hagestolze selbst schuld an ihrem Unglück sind. Dagegen ließe sich einfach erwidern, daß gar keine Don Juans vorkämen, wenn das schöne Geschlecht ibnen dazu keine Gelegenhrit gäbe. Vom Lebemann zum Ehemann ist nämlich nur ein Schritt, vom Lcb.'mann zum Hagestolz 'sind abc' viele. Es ist wahr, wenn ein Jüngling in den guten oder auch in den belten Iah ren 'die Absicht hat, in den Apsel der Ehe lassen wir es dahingestellt sein,' ob dies ein süßer oder sauersüßer Apfel ist zu beißen, so wird es ihm nicht sonderlich schwer gemacht, dieses, Gelüst zu befriedigen, aber grade weil es ihm manchmal so leicht gemacht wird, beißt er nicht zu, und weil man ihm von allen Seiten den Apfel so verführerisch schildert, worin junge Frauen eine große Meisterschaft besitzen, deshalb argwöhnt er, daß derselbe Wurmstich. seil Leute, die Anlage zur Ehelosigkeit haben ein instinctives Gefühl, nicht
glüZlich zu werden, hält sie der Ehe fern , werden grade durch solche rastlose Bemühungen ihrer Umgebung Kopsscheu und glauben schließlich, daß sie durch ihre Schlauheit einem großem Unheil entgangen seien. Wenn ein Mann, ob mit Recht oder Unrecht, ist gleichgültig, zu der Ueber zeugung gelangt ist, die Ehe sei eine Falle, in die man ihn stürzen lassen wollte, dann dürfte es schwer halten, ihn den Gang zum Standesamt wonne? trunkenen Blickes wandeln zu sehen. Daß aber vielean ihrem Leben zumeist zu ihrem eigenen Unglück zu dieser Ueberzeugung gelangen, das ist nicht ihre Schuld allein, sondern auch zum Theil der Frauen, nicht der grauen im allgemeinen, sondern der jenigen, welche Zeit und Umstände dazn berufen machten, ihnen die Ehe als ein erstrebenswerthes Glück erscheinen zu lassen. Ich spreche also hier von Hagestolzen, bei denen nicht ungünstige pccüniäre Verhältnisse sie anfangs vor lausig und dann endgültig vom Heira then ' abgehalten haben, 'sondern von denen, die, wie man zn sagen pflegt, ganz gut hcirathen konnten, aber nia) wollten.Diese Sorte von Hagestolzen, über die man mit dem Verdammungsurtheil, . sie konnten, aber sie wollten nicht" den Stab bricht, sind zumeist beklagenswerthe Leute, die nicht auf dieerste beste hereinfielen und das Pech hatten, die Richtige nicht zu finden. Die Richtige", das heißt gar nichts, werden manche Leserinnen denken, das ist soein saules Wort, dahinter sich jene genußsüchtigen, feigen Leute verschanzen, die im Re jtaurant leben und auf einem möblirten Zimmer sterben. Also zum Hei rathen gehört Muth, und zwar der Muth, glücklich zu werden. Die Rich tige? Wenn z. Ä. Jemand eine sparsame Frait sucht und in seinen Kreisen nur Mütter und Töchter kennen lernt. i die gern viel Auswand machen, oder I tti.n Q?Av.rt.X int t1tlla ?L?1 ttA.4tfA tuiuii niiuiiu mit jiutifc (jiuu uiwiyit, die Chic hat und zu repräsentiren ver steht, und 'in seinen Kreisen nur Mäd chen sieht, die gleich ihren Müttern anr Pfennig kleben und nur gute Hausfrauen" versprechen, wenn Jemand sich eine interessante Frau wünscht und nur mit kalten Schönheiten in Berührung kommt, oder wenn Jemand eine hübsche Frau erobern möchte, ihm aber vor der Töchterschulweishcit seiner Bekanntschaften bange wird, dann findet er die Richtige" nicht. Es ist ein Ver hängniß: was also in dem einem Falle die Nichtige wäre, das ist im andern Falle die Verkehrte. In allen diesen Fällen hat also die Frau, die der zu künftige Hagestolz nicht bekommen hat, so viel Schuld an seinnn ledigen und leidigen Zustand als der Hagestolz selbst, der diese Frau vergeblich ge lucht hat. - Die Kategorie von sitzengebliebenen jungen Männern stellt übrigens nicht einmal den. größten Trupp der alten I unggesellen; und diese sind, wie wir gesehen haben, auch nicht ganz unschul dig an ihrem Unglück, die süße Gewöhn hett des Daseins und Wirkens allein ertragen zu müssen. Viele alte Junggesellen verdanken- nämlich ihr beklagcnswerthes Loos einem directen oder .indirecten Korbe, den ihnen 'irgend eine Jungfrau, die womöglich später selbst sitzen geblieben ist und über, das Hagestolzenthum loszieht, angethan hat. Es .werden überhaupt auf dieser schnöden Welt mehr' Körbe ausgetheilt' ah manche alte Jungfer , glauben mag, und wenn man verhältnißmäßig so weuig davon erfährt, so liegt das daran, daß Körbe von Gebern wie von Empfängern , nicht an ble -große locke gc4 hängt zu werden pflegen. ,,, . ' Dieses Korbmotio des Hagestolzen thums dür f te d och woh l '. ' zumei st ; au f Rechnung des zarten Gefchlcchts komwen., Ja, höre ich da entrüstet ruien, wenn eine Jungfrau einem Jüngling durch die Blume zu verstehen gibt, er möge sich seinen häuslichen Herö ander we i t bedienen lapen, so kann ra an ihr das doch nur in seltenen Fällen verar gen,h'dellnHw'nn dann hätte sie ihn doch auch genommen, und Azur Liebe kann ich dich nicht zwia gen", heißt es in der Zauberflöte. Richtig, sie mochte ihn nicht!" Aber warunl mochte sie ihn nicht? Ueber die.'e Frage wollen wir uns ein kleir wenZg'verbrttten.FIDZ Im Arbcitcrstande und im kleinen Handwerkerstände gibt es so gut wie gar keine Hagestolze. Nicht etwa, weil diese Stande eiurr eigenen Frau noth wendiger bedürften, oder weil sie ihre Ansprüche " vcrhältnißmaßig geringer stellten, als andere Stände, auch wohl nicht, weil sie beim Freien mehr Ge schick zeigen und kühn auf ihr Ziel los steuern, sondern lediglich, weil sie in der Lage find, möglichst früh heirathen zu können. In der Jugend haudelt man bekanntlich erst und dann'überlegt man. im spätere Alter machen es viele
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Leute umgekehrt, und , das kann man ihnen doch nicht zum Vorwucf machen. Der jugendliche Arbeiter und Hand werker sieht, liebt und hcirathet; und weil ihm die Reize der Jnaend zur Seite stehen,' weil er kräftige Muskeln, feurige Augen und ein warmes Liebes verlangen besitzt, so ruht das Auge der cntspre'chcndcn Jungfrau, mit Wohlge fallen auf ihm: sie 'sieht ihn und liebt ihn wieder. Kopf und Herz kommen bei ihr in keinen Zwiespalt, sie hat leinen Anlaß, auf etwas Besseres" zu warten; wenn, sie überhaupt so etwas wie ein Ideal kennt, so ist er" eben ihr Ideal, muß es sein, denn er steht in der Blüthe seiner Jahre, er bietet ihr ein eigenes Heim, und schnell fertig ist die Jugend mit dem Wort: ich lieb' dich. Ganz anders verhält es sich mit den Aermsten. die nachher ' als Hagestolze noch obendrein verhöhnt werden. Sie kannten .erst spat mit ernsten Absichten Umschau halten unter den Töchtern des Lames, dieweil ihre pecuniäre Lage das nicht eher erlaubte, als bis , sie schon in die reifern Jahre" eingetreten wa ren. Kann denn heutzutage ein Kaus mann, wenn er nicht ein beträchtliches schwicgerväterliches Vermögen vor und hinter sich hat, vor dem dreißigsten Jahre heirathen und wird er nichthäusip noch älter darüber? Gewiß, wir wollen es gern zugeben, in manchen Fällen ist mittlerweile der erste nachhaltige Likbcsrausch bereits verflogen, der frühere gewandte Courmachcr hat einem resignirten Verstan desmcnschcn Platz gemacht, der Cotillon macht ihm kein Vergnügen mehr und dem gemischten Chor" mag er auch nicht beitrctcn. Nun verlieb: sich so ein 34jähriger junger Mann, dessen natürliche Köpfbedeckung, schon fadenscheinig wird und der in der Wahl seines Schneiders niä)t mehr vorsichtig genug ist, in ei hübsches, junges, leb'enslusti gcs Mädchen und bekommt einen Korb. Warum giebt sie ihm diesen Kord? Weil sie das instinctive Gefühl hat, mit ihm nicht glücklich zu werden? O nein! Warum also? Weil sie sich infolge der Lectüre von Romanen, die irgend eine alte Jungfer oder em Sckriftsteller m Unterrock in unsern Familienblättern losgelasien hat, den Kopf voll überschwenglicher romantischer, idealer Schrullen gesetzt hat, weil sie beständig, auch am Tage von dn. Mann ihrer Wahl" träumt, weil der Held ih res Lebens" schon kommen wird und kommen muß, denn in den Romanen ist er ja auch pünktlich im dritten Ea pitcl angetreten, als die Heldin grade achtzehn Jahr alt war. Und wie'wird er" darin beschrieben! Stimmt diese Beschreibung denn auch wohl in einem Punkte mit dem Herrn Proeuristen. tti da neulich um ihre Hand bat? Nein, sie mag ihn nicht, wenigstens jetzt nicht. Wäre der Abgeblitzte, dem nach einem zweiten Korbe vorläufig nicht lüstern ist, drei bis vier Jahre später bei jener romantischen Jungfran angetreten, als die nüchterne, erbarmungslofe Wirklichkeit ihr die thorich ten Romanflausen bereits aus dem er hitztcn Köpfchen gejagt hatte, so wären die beiden vielleicht ein glückliches Paar geworden und die Welt hätte einen Hagestolz weniger gehabt. Es ist keine Ucbctreibung,was die verschrobenen Fa milienblattgeschichten unserer beliebte sten Erzähler" oder, um mich eines unglücklicken Ausdrucks zu bedienen, unjerer Dichter und Dichterinnen in dieser Hinsicht für Unheil anstiften, da von machen sich unsere gestrenge Stati stikcr gar keine Vorstellung. Von den jungen Männern nun, die gern hcirathen wollten, aber aus irgend einem Grunde nicht dazu gekommen sind, bilden die durch solche Körbe Eingeschüchlertcn einen großen Bruchtheil. Einen weiteren Aruchtheil stellen diese, nigen, welche als unselbständige Cha rattere sich m bestimmten Heirathsprozecten von Eltern, Geschwistern,' guten Freunden und getreuen Nachbarn ab athen", lassen. Leute. wieSie, heißt es bei diesen guten Rathschlägen, könnten doch ganz andere Ansprüche machen, dabei denken sie an irgend eine eigene Schwester oder Nichte. ' Aus diese Weise geht denn häufig für den von den besten Absichten geleiteten HeirathZ:andidatcn, auch ein normales Mitglied der bürger liehen Gesellschaft zu werden, die gün stige Gelegenheit vorüber. Geschieht dies in jenen kritischen Jahren, wo der Eandidat selbst nicht mehr weiß ' ob er vielleicht nicht doch schun zu alt ist zum Heirathen'', so ist der Hagestolz fertig. Die Gründe die dem schon ältern jungen Mann eingeredet werden auf,! daß er von diesem oder jenem Heirathsproject abstehe, können dabei von dem Standpunkte dieser Umgebung aus im mer noch , lauter sein. Es sind aber auch dab.'i solche Adm ahnungen" von Leuten, die nur das, Beste ihres Nebenmenschen im Auge haben",!! nicht ausgeschlossen. ' die sich sür jeden Undefangenen, nicht nur für das Opfer, als Erbschaftsspeculationen und dergleichen auswci feui!SW leM anchem M k ü nst igen älteNZJünM mag aus ähnlich: Weise von denen, die sich nachher selbst über ihn lustig machen, die Ehe verleifclÄ MDergebsrene Hagestolz, also derje nige, der unseres Mitleids am wenigsten würdig iÜ, obwohl er auch manch mal infolge seiner ganzen Veranlagung nur zu bedauern ist. ist derjenige der stets glaubt, noch nicht in der Lage zu sein, heirathen zu können. Der Mann ist immer am Ealculircn, ob es , bald geht, ohne dabei aber meistens irgend eineu concretcn Heirathsplan im Äuge zu haben in dieser Periode gefallen ihm noch so ziemlich alle jungen Mädchen, mit denen er gelegentlich in Berührung kommt , bis er schließlich mit fünfzig Jahren herauögercchuet hat, daß es doch nicht geht. Diese Dummköpfe sind meistens im BesiS der einträglichsten Lebensstellungen und hinterlassen den lachenden Erden immer ein beträchtliches Vermögen. Zu den geborenen Hagestolzen gehö: ferner auch jene
weisen Propheten, die Kvor i lauter Vor sicht, Berechnung und Angst, dupirt zu werden, schließlich cbenmlls in der Tinte der Ehelosigkeit sitzen bleiben, obw ohl sie eine ganze Zeitlang in den Au gen von Müttern hmathähizcr Tochte? zu den schönsten Hossnungen berech tiglen. Sie sind stets gut situirt, ha, ben eine ansehnliche äußere Erscheinung und eine Wo Durchschnittst; dnngaber sie wissea edm selbst nicht, wo sie, ' wie die Redensart lautet, ihr weises Ei hinlegen sollen.' Das eine Mädchen ist ihnen zu anspruchsvoll, das andere zu vorwitzig, die dritte hat nicht genug Vermogni, bei der vierten ist das' Vermögen der Eltern nicht ganz sicher, die fünfte hat zu viel Geschwister, sodaß ihnen, wie sie jagen, nach ,der Hochzeit vor lauter Besuchen die Thürklinke nicht kalt wird, die sechste ist zwar hübsch aber zu ausfallend u. s. w. Zu diesen Schlaubergern, die. wie sie von sich selber rühmen, so leicht nicht auf den Leim kriechen, gehört auch noch eine kleine Gruppe von ehemaligen Jünglingen, die vor lauter Selbstde wußtsein und Eitelkeit es niemals bis zur Hochzeit bringen, höchstens zu einigen Verlobungen Sie halten sich und werden darin von verschiedenen malitiösen Freunden bestärkt, für die schonsten Kerle der Stadt, spielen bei AusFührungen von Männerchörcn" die erste Rolle und sind, nachdem sie ein mal bei einigen abgetakelten Bühnen künstlerinncn' ihres Stadttheaters Glück gehabt haben, von ihrer Uuwiderstehjichkeit überzeugt. Sie tragen, wenn übe? die Weiber" gesprochen wird, stets ein vielsagendes Lächeln zur Schau, bringen es, wie gesagt, häusig zu meh reren Verlobnngen.bekommen'abec stets, nachdem das Unaiiderstehliche an ihnen langsam in das Unausstehliche üb:? gegangen ist. von ihren AuZecwähltcn den Laufpaß, worauf sie sich dann all mählich zu Eölibaismärtyrern ausbil-
den. Diese, letzten beiden Sorten von Hagestolzen verdienen gewöhnlich den ganzen Spott, der zu Unrecht über alle aaestolze ausaegouen wird. Sie em pfivden indessen diesen Hohn noch und haben auch Augenblicke, in welchen sie sich selbst verachten. Ein solcher Milderunasgrund ihrer Beurtheilung kommt jedoch der letzten Gruppe von Hagestolzen, den Saddu cüern, noch nicht einmal zuaute. Von den Sadducäern heißt es bekanntlich,, daß der Bauch ihr Gott sei. Diese Species edler Männlichkeit heirathct nämlich lediglich , aus dem Grunde nichts weil, die Gründung einer Familie sür sie eine Magenfrage ist. Zu diesem Entlchluzze kommen sie indeizen auch erst nach dem dreißigsten Jahre; vorher haben ne auch einmal Ideale gehabt. Und z. A. ernstlich mit dem Plane um gegangen. ! eine Köch'n zu heirathen Äie sind der, Schrecken der bürgerlichen Mittagstische und sterben, das Auge starr auf ein paar fette, auf dem Tische stehende Schwelilscotelettcs gerichtet, an Hcrzvcrscttung. ' Nachdem wir so an einigen Tvpcr. gezeigt haben, wie ein hoffnungsvoller Jüngling dazu kommen kann, ein hon nungsloser alter Junggeselle zu werden erübrigt uns jetzt noch, und dazn leitet za unlere letzte Type vortrenlich über. das endliche Geschick eines Hagestolzen in kurzen Zügen zn skizuren. Falls diese Schilderung etwas übertrieben . r n . r ' w f r " . ii' . ri ictit iome, zo wi?o ne yoneniiia) oesio abichreaendcr wirken. is zum 45. Jahre sind die Hagestolze man hofft da immer noch, sie würden sich in später Liebe irgendeinem weiblichen Wesen dauernd anschließen noch ganz erträgliche Mitglieder der Geiellschazt, von dem 50. Jahre ab macht sich dann allmählich der Fluch des Zölibats geltend. ! Ais dahin haben sie außer ihrem Berufe noch allerhand schöngeistige Jnkcrenen, spielen Cello. treiben Blumenzucht, und ruhrige Mit glieder des Verschönerungsvereins oder schreiben hsnorartreie Novellen nnd pa triotische, Gedichte, sind gern gesehene Gäste am Stammtisch und in der Er hol ung" u nd trin keil n och nich t mehr als ne vertragen können; manche onen tiren sich sogar während des lieben lan gen ! Tages im Eonversationslericon über das, was sie ihren Bekannten Abends in der Kneipe erzählen wollen. einige haben stets die Tmche voll dro! ligcr Geschichten und verstehen es zuweilen mit leidlichem Anstand, pikant zu sein. ' Ihr Gesundheitszustand läßt in diesem Stadium noch nicht allzuviel zu wüujchen übrig; find sie von Natur lebhast, fo werden sie hager, huldigen sie dem Phlegma, so werden sie beleibt: das Essen schmeckt beiden noch ausgezeichnet. Sobald sie jedoch die Fünf z ig ! ü her schreiten , treten d ie i typischen Symptome des Hagestolzenthums immer mehr zum Vorschein. Sie klam mern sich noch einmal ganz krampfhaft an die Genüsse dieses Lebens, legen eine kurze Zeit noch einmal besonderen Werth auf ihre äußerliche Erscheinung, um dann auch in dieser Hinsicht lässig zu werden. , Dann naht die böse Zeit der Seldstbetrachtungen, sie reden auf ihrer Bude und sogar auf der Straße mit sich selber, machen sich in besonders ärgerlichen Augenblicken, die jetzt im mer häufiger werden, bereits Vorwürfe, daß sie ihr Geschick nicht wie die übrigen, die auch wußten, was sie thaten, an ein weibliches Wesen geknüpft haben.'DKBDWVUWMH!Ui,G,,,, In Momenten nervöser Gereiztheit wandeln sogar ihre einstmals in Aus sicht genommenen Bräute an ihrem gei stlgen Auge vorüber: diese hätte ihn gewiß ganz gern genommen, es war ein so herziges, gutes Ding, und jene hätte er am Ende auch haben können, die Kleine mit den großen blauen Augen, wenn er nur muthig zugegriffen hatte. Mit dem Ende der Fünfziger erfaßt sie langsam aber sicher jener undefinirbare, die Gesundheit stetig unterwühlende Ekel, den sie anfangs ängstlich vor der Welt verbergen, der dann aber bei jeder Gelegenheit wider ihren Willen zur Geltung kommt, sie sind' dann herrliche Objecte neurafthenifcher Pathologie.
Eine Zeit lang, wenn auch schon der Stammtisch langst keinen Reiz mehr sür sie hat und sie vom leichten Mosel zu schweren Marken , und zum Eognac überaeh.'n, versuchen sie vergebens.
durch forcirtcZ Kartenspiel sich die innere Qcde wegzutäuzchcn. ' Manche fangen auch an, sich in d:escm Stadium für die Kinder ihrer, Ackannten zu interessiren. sie werden Onkel" während früher Kinder sür sie ein Greuel waren. Ihre sämmtlichen LebcnZqrundsütze gerathen eben m's Schwanken. Als Gcsellschaster werden ne dann entweder langweilig oder arten in unangenehme Rechthaber aus. In dieser Periode glauben 'sie auch mit einem Mcl alle möglichen Krankheiten zu haben, welchen sie durch GeheimMittel dazukommen suchen. ; Ihre Klage über die Jämmerlichkeit die'er Wel: wird bei ihnen ein stehendes Kapitcl. Immer deutlicher wird es ihnen klar, fürchterlich klar, daß ihr Leben verfehlt, ihre Znkunft hosfnunci.slos ist. Sie verfallen endlich der Einsamkeit und haben weder den Willen noch die Kraft sich von Zeit zu Heit noch einmal aufzurütteln. Schlastose Nächte - ensbiue Groll. Ekel am Le ben, Furcht vor dem Tode, das ist das Ende. Das erste, was du thun sollst, Mann, Ist sterben, Wenn du schöne Mägdlein nimmer magst Umwerben...... Dann ist es aus, mein Held, mein Lieb, Bist ausgebrannt; was übrig blieb, Ist Asche, Ist Asche- " Und wie sieht im Faust" geschrw ben, wie liesest tou? In raschen Jahren geht's wohl an. ?o um und um frei durch die Welt zu streifen; Doch kommt die böle Zeit heran. Undich als Hagestolz allein zum Grab zu zchlcisen, Das hat noch keinem wohlgethan. Worauf Mephisto erwidert: Mit Grausen seh ich es vom weiten. Und dann wieder Marthe: D'rum werther Herr, berathet euch be Zeiten. - ASerhand Sprachschätze. In einem Beschluss? der Kgl. General Commission für die Provinzen Vran denburg und Pommern vom 10. Octoder (Nr. 2037) prangt folgender wunderdarer Schachtelsa!; : .Die dem rühercn Stadt, izndikuZ, jetzigen Rechts anwalt Herrn Wittchow in Charlotten bürg (z. Zt. Schillerstraße Nr. 107, ,,vodnyalt) durch unteren Bekchlu vom 12. September 1892 in Verbindung Mit unzerem Bcjchlutte vom 23. Mai 1831 bezüglich der ln dem letzteren Be schlnsse aufgeführten, auf dem am 5. Mai 1856 bestätigten Recesse über die Aufhebung der Gemeinheiten auf der Feldmark Charlottenburg, im Thiergartcnfelde und den in der Königlichen Jungfernhaide belcgenen Wiefe'n berußenden gemeinschaftlichen Anlagen auf Grund des Gsscöes vom 2. April 1837, G.S. S. 105 übertragene Ver tretung der Gesammtheit der aus dem Rezesse ' ersichtlichen Betheiligten wird hierdurch im Einverstündniß' mit dem Herrn Rcgierungs-Präsidcnten auf die sämmtlichen auf jenem Rezesse beruhen den gemeinfchastlichen Angelegenheiter' der Jntcressenschaft ausgedehnt." ' 'In einer größeren Wiener Zeitung ist zu lesen: Zufclge der heute hier gewesenen Commission.. d dürste, der in den Sack eingenähte Leichnam l . . . einem Wiener Touristen angehört ha ben.. Bei dieser Gelegenheit wurden der bis nun fehlende Unterkiefer, , sowie einige Rippen gefunden. Auf dem Ortsjricdhofe in Preßbaum wurde ' die Obduction des Leichnams vorgenommen.. ..Die Haut am Kopfe war über denselben gezogen. . . . , Sonst war an dem Leichnam keinerlei sichtbare Verletznng wahrzunehmen.!' Die Säcke ergaben auch, daß es ehemalige Futterjäcke sind. Dr.K ordnete an, daß das von Schmutz starrende Hemd gewaschen werden soll. Das bis nun für ein Cblffonhcmd gehaltene Hemd entpuppte sich .... als ein Touristen - Jägervi v :,;.;,. kiSi Ein Proceß der inNizza alle Welt beschäftigt, ist die Ehrendeleidigung. welche ein Apotheker einem bekannten Teputirten angethan hat, indem er im Auslagefenster eine Glas flafche ausstellte, mit folgender In schrift: Bandwurm, dem Teputirten M. X. entzogen'." Da Bitten und Drohungen nichts nutzten, verklagte M. X. den Apotheker; immer wieder mußte die Verhandlung vertagt werden wegen Kompetenzstreitigkeiten, während das Streitobject sort und sort als Re Kslm?dicntl - !1D c c!:stl t e..m c es len burgi sehe Justizrath F. war anerkannt ein vortrefflicher Skatspieler. Oefters kam er im Club mit Herren zusam men, deren Spiel ihn sehr wenig erbaute. Wie er nun wieder einmal mit zwei anderen Herren beim ?kat sitzt, tritt ein vierter zu ihnen heran mit der Frage: Was spielen denn die Herren?" Darauf der Alte: Ick speel Skat. Was de Herren dohn, dat wce ick nich." Höchste Kunstleistung. Erster Schauspieler: Ich sage Ihnen, College, ich habe einmal den alten Moor in den Räubern gegeben, da hat das ganze Publikum geweint. Zweiter Schauspieler: Das ist noch garnicht, wir haben kürzlich in einem Dorfe die Räuber so natürlich aufgeführt, daß )ie Bauern anderen Tags noch allerlei Fegenstände vermißten. Man i st nie in größerer Gefahr, eine Dummheit zu begehen, ils wenn man sich am aescheite!iu ' )ünkt.
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MB-ig-gli EtnHttd Dieser Tage ist in Berlin der Oberst k lieutenant a. D. von Beyer gestorben. Er hatte nch. wie das Mllttär-Wo chenblatt" berichtet, im Feldzuge von 1870j71 den Ruf ganz besonderer Tapferkeit und Kaltblütigkeit ,crwor ben. Oberstlieutenant a. MööK' Beyer führte als Preminlieutenant im französischen Kriege die 3. Compagnie , des Jnfantok-Rements war betheiligt an jenem langen AiördeG rischen Ringen, welches das 1. Aataillon des genannten Regiments in der Schlacht bei Wörth um den Besir des höchsten Punctes der französischen Stellung, des Galgcnhugcls wo über dem Grabe von zehn dort gefallenen und beerdigten Ossicteren uch zctzt das Denkmal dieses Regiments erhebt zv., ; bestehen hatte. x Mehrere Male wurde der Berg von dem Bataillon genommen, aber stetö ,L wurde es durch überlegene Gegenstöße,,, der Franzosen wieder in das Sauer thal herabgeworfen, bis es endlich mit Hilfe der eindoublircnden Sicdcnund ' vierziger und der Königsgrcnadiere geV,' lang, den GaZgenhügel zu nehmen und-, zu behaupten. Wahrend des Zangen Kampfes, , iiv ; welchem dieses Bataillon 13 Qzficierc. 29 Unterojficicre und 3J9 Mann todt, und verwundet verlor, erschöpste sich allmählich die Munition, und um einen Rest derselben noch für alle Fälle auz-I , zusparen, ordnete Beyer für seine Comvt pagnie die Einstellung des Feuers an und setzte dieselbe durch. Bet dem ten Anlauf, den das Bataillon selbst ständig gegen den Galgenhügel aus führte, erreichte Beyer als Erster den ,, Gipfel. Er bemerkte aber, daß die Franzosen wieder zu einem neuen Ge gcnstoß ansetzten, und daß Unterstützung dringend nothwendig war. Um die soeben im Uebcrgange über die Sauer begriffenen Truppen zur Eile anzuspornen, befahl er dem neben ihm str-! henden Hornisten Schnell vorwärts!" : zu blasen. In diesem Augenblick fiel , der Hornist, durch' den Kops geschossen. 7Beyer nahm ihm das Horn aus der Hand und entlockte demselben, wenn gleich in sehe falschen Tönen, das Signal, welches auch seine Wirkung nicht verfehlte. Während, der Belagerung von Paris ' wurden von der 10. Division vor An i druch des Tages stets sogenannte Patrouillentompagnien überdieVorpostcn linie hinaus vorgeschoben, we:che die Aufgabe, hatten jed:n Ausfall des Feindes möglichst schnell zu entdecken. In der Dunkelheit zu weit vorgegan . gen, stößt Beer unvcrmuthet bei eintretendem Zwielicht auf die von den Fcanzgsen stark besetzte und befestigteVilla Crochard und erhält von derselben lebhaftes Feuer. Einige erst vor Kurzem vom Ersatzbataillon eingetrof sene Leute wenden den Rücken und dro hen die Kompagnie mit fortzureißen. Nach einem für die Unsicheren nicht gerade schmeichelhaften Fluch comman dirt Beyer mit Löwenstimme: Faßt das Gewehr anl Achtung! Präsenürt das Gewehr! Hierauf geht er ruhig die. Front der Eompagniecolonne herunter, r stellt Haltung und Vordermann her -kein Auge im Kopfe rührt sich: die Compagnie steht wie eine flauer, während die französischen Kugeln über sie hinweg schwirr ren. Dann comm an- '; dirt er Schultern", läßt den orde'Hstcn Zug schwärmen und das Feuer erwidern und führt seine Compagnie in er Ordnung zurück. , Gctdc Vttneralsqätzc. ' Unermeßliche Schätze, reinen Schwe fels, nur nach Tausenden von Cent bscha.-b a? bergen die unzähli gen und tiefen Klüfte, Spalten und Risse d -s berühmten - seueripeien Popokotep-tl in Meriko nah? seinem Krater, , den man in obiger Abbildung : erblickt. Die einige, aber auch ' fast unübersteigli Schwierigkeit für die Hebung dieler schätze bildet die Schwie riglcit des Tran-vortZ. Doch hat sich jet eine Gesellschaft gebildet, welche eine Eisenbahn bis an den Fuß des Popokatepctl bauen und so die Heran icyanuiig ves gelegenen qwesels nacr o'vcrmltteiN?wirdMMW!, pililp'ttBp Bewohner Europas in der älteren Steinzeit, d. h. vor ungefähr stcdcntcu send Jahren, hat nach Dr. Georg Au' schau etwa folgendermaßen auZgesehe-?: Erst Blutsuppe vom Pferd, dann Rhtnocerosknöchel als Entree". weiter Höhlenbärenschinken oder Höhlenlöwen Filet mit Rennthiermaczen.Jnhalt als Beilage, schließlich als Hauptgericht geröstete Mammuthnieren mt Früchten ds Waldes. Schon einladender für uns nimmt sich ein Mahl zur jüngeren Steinzeit, aber immer noch vor'viertausend Jahren aus. Da gab es: Kraftbrühe vom Urstier, Erbzen mit Speck und Sauerampfer, oder Bohnen mi t H a m m e ! fl e i sch . W il d sch w e i n am Rost gebraten mit Hagebuttentunke. Als Nachtisch: Verschiedenes Obst und Schledenschnaps; als Getränk: Kelti scheö Bier: und an Stelle unseres Nach mittagskaffees: Ziegenmilch mit Flie dermuskuchen oder Mohnstriezel. Die Treue ist das G e dächtniß des Herzens.
v itsi url ZpUzz ' f) fÄ yZt : Tfcfi?5&iSi . 3 ßtJLyZVStCH' afMfi iBfh t ' ! i ;: fJk-ifS-SKI k ZMMMMTWM sjM'WchMrW 0' -Mm M lUMMM ' ' -: y ' -fA "Z'PCZ'J: -L.. - J9" '"h-" .ri,: -j.-Lfcj. ?--,yH' r. r-f..rfZrt L JTP'triSfTK 1 :, , : , : , ,
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