Indiana Tribüne, Volume 16, Number 103, Indianapolis, Marion County, 1 January 1893 — Page 3

iiiljtlH0lU)j Äamaa la zssi W!b!snflen vcs J. vs 23tua Wnsw. (6. Fortsetzung.) .Möglich, ja wahrschemlrch, aber ich darf das nicht wunschm." Sie sah ihn betroffen an. .Un) weshalb Tikht?" Muß ich Ihnen das wirklich erllä. ren? Sie find jung, arglos, obgleich Vieles geschehen, um ihre beglückende Harmlosigkeit zu zerstören. Ich bin aber welterfahren genug, um zu roisien, daß kein sreundschaftlicheZ Verhältniß zwischen einem jungen Mädchen und einem Manne ebne gehassige Nachrede bestehen kann. Und ist., es nicht selche, wogegen der Mann daZ Weib, welches e? liebt, schützen muß? Blind, wie ich bin, habe ich den Verlust meines Ge sichtZ tragen gelernt, dem Anblick der Menschen, dar Natur entsagt; ich bin stark un Entsagen geworden, und klag' los werde ich mein Geschick, ja, wenn es fein muß, unsere Trennung ertragen. niemals aber dazu fühle ich mich nicht stark genug, von dem Weibe, das ich liebe, das Opfer ihres reinen Namens." Beim aber Ihre Mntte? unserer Verbindung ihre Zustimmung versagt?" versuchte Ange leise, welche diele Möglichkeit bei Feldheim sehr leicht genommen, als ihre Mutter sie gefragt, ob sie wirklich fähig sei. ohne den &t.i seines Vaters fein Weib zu werden. W-nn sich alle gegen Sie kehren, welche Sie bisher geliebt und der Se gen Ihrer Mutter zum Fluch wird? Sie sehen sehr düster, Angel Toch selbst mit diesen dunklen Voraussehun gen werde ich mich abzusinden wissen, sobald ich Ihrer Liebe sicher bin. Auch dem Rechte der besten Eltern sind einem längst mündig gewordenen Sohne ge gen'über Grenzen gesteckt. Wie könnte er sonst jemals selbstständige Bahnen bezchremN?" ..So wären Sie S aNein, der Opser bringt." athmete Ange schwer, und ich diecenige. welche sie nimmt!" Sollte Ihnen das so schwer bei dem Manne werden, der sür sich das große Eeschcn! Ihrer Liebe gefordert? Ihre Mutter ist sehr alt," wandte Ange ausweichend ein. Wollen Sie damit sagen, daß ton äü unserer Vereinigung auf ihren Tod warten sollen?" fragte er, schmerzlich -enttäuscht, daß sie daran denken konnte. Nein, Ange, ich möchte, selbst um mein böchsteS Glück zu erreichen, nicht einen Tag ihres , Lebens gekürzt sehen. Cesetzt aber den Fall, ich könnte mich damit einverstanden erklären, mit un serer Vereinigung bis zu jenem ersten Tage zu warten: glauben Sie nicht, daß' bei mir denn auch ich bin ein schwacher Mensch Stunden kommen können, wo das Verlangen nach Ihrem' Besitz unnatürliche Wünsche in mir er weckt, ich die Altersschwäche, die HinfäMgteit meiner Mutter mit sehr getheilten Gefühlen verfolge, ja wo ich sogar zum Heuchler werden konnte? Glauben Sie aber, daß solche Stunden mir nicht zu größerem Fluche werden könnm, als wenn ich selbst gegen den Willen meiner Mutter Sie zu meinem Weibe gemacht? Es liegt nichis gegen meine Wachl vor, als rein äußerliche Etanoesvorurlh.'ile. Sie sind, obgleich bürgerlich geboren, aus achtbarer Fei mili'e, kein Makel ruht auf Ihrer Ver gangenhcit." rch, doch, unterbrach sie ihn ammernd. stürzte zu seinen Füßen und umklammerte seine Kniee, es ruht ein Makel, nein, ein Fluch auf unserer Familie. C, verzeihen Sie, daß ich nie, nie den Muth gefunden, offen davon - gcgcn Sie zu sprechen, aber ich leimte es nicht; ich ich fürchtete, es möchte sich Ihre Güte in Vorsicht, Ihre (Frcundlchast in Abneigung, ja geheirnes (brauen verwandeln,' und das hätte ich nicht ertragen können." Ange, Ange, mein Gott, sind Sie Jen Sinken? rief er, erschrocken über Zziesen isüccn Ausbruch einer Verzweif lung. deren Quelle ihm zu einem furchtbaren Räthsel wurde. Er hob die Vcr'cisclte zu sich empor und zog sie an d.:s eigene wudfchlagende Herz. (Er lies; sie aulirniicu so nur konnte N5ch sein ziellos hereinbrechenden GetoUlnstnrn wicder Siichc eintreten. Fester uni'chlangen seine starken Arme die un:er convnlsivisch.'m Schluchzen erzitternde gestalt, als sei er entschlossen. sie gecen jedes Unwetter zu jchü jjen, vä ihr junges Hauptverschuldet oder unvcr'chuldet zu treten drohte. Was er t czbeckt, er erreichte es, ohne ein Wort der Beruhigung zu sprechen. Wie nach frcerem Gewitter sich die örodenden Wollen theilen und einen strablenöen Eonnenblick durchlassen, der selbst eine von Regen und Sturm durchpcit'chie Landschaft zu erklären vermag, so wirkte diese Umarmung, mit der er sie an, seinem starken, treuen Herzen hielt. Sie wurde ruhiger und rotziger, ja sie konnte lächeln,, w;rni auch unter Thränen. Sie sollen Allcs. Alles wissen, Alles und dann , ntschndett,sagte sleMWK. Habe " ich nicht , entschieden?",) Er neigte sich zu ihr nieder und, drückte einen Stuft in ibr Duitine-? 5aar.! , Siö wollte , ihm die Lippen reichen, aber noch wagte sie es rncht. .Tars ich erzählend fragte sie leise, , mit versagender Stimme. Wenn cs Sie nicht zu schmerzlich regt gerciß.1 Sie können denken, wie es mich' verlangt. Sie von dem Druck jenes Entsetzlichen zu befreien. 1 das nach Ihrer Aussage wie ein Fluch ouf meiner unschuldigen Ange ruht." .. .Wie gut Sie sind, o wie gut!" Er zog sie neben sich auf den Divan nieder,! auf wrlchcm erst Äg? Kurzem (Iräsin Mary ihr belastetes Herz ihm enthüllt und er ihr den Freden gege fcen, wie er ihn auch Ang) zu geben tzsffte. 4 Leise stahl sich ihre XUlzt Hand ia

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die seine, Ermulhigend drückte er sie ihr sanft. , Ich war zugegen. " begann sie leise und zaghaft, als das Schreckliche geschah, das meinen Ellern und mir zum furchtbaren Verhänzzniß werden sollte. TroIdem ich damals ein fünfjähriges Kind war und zwölf Jabre nach jener SchreckenZzeit verflossen sind, steht mir jene Scene, die es herbeiführte, noch mit qualvoller Deutlichkeit in allen ihren grausamen Einzelheiten vor Augen. Die Lampe brannte im Schlafzimmc? meine? Eltern. Ich war wegen Ungehorsams von meiner Wärterin, die 'mit ihrer Näharbeit am Tische saß, hinter die fpänische Wand geschickt warden, welche die Betten meiner Eltern umstellte. Hier Zollte ich so lange bleiben. bis ich versprechen würde, nicht wieder ungehorsam zu sein. Ich hatte mit dem Versprechen keine Eile und trokke in dem dunklen Winkel, bis ein Geräusch, wie ein schwerer Fall mich neugierig machte und hcrvorlockte. Zu meinem Erstaunen war die Wär kenn vom Stuhl gefallen und lag mit geschlossenen Augen, das Geficht zur Seite geneigt, auf der Erde. Indem öffnete sich dre Thür und mein Bruder trat ein. Er war mir im Alter vier zehn Jahre überlegen, ein hochausge schössen Mensch mit hagerem Gesicht, dunklen Augen, dichtem, schwarzem Haar, das in wirren Locken über seine Stirn hing und unheimlich die Blässe feines Gesichts, das Dunkel seiner schwarzen Augen hervortreten ließ. In der Hand hielt er eine gewöhnliche Holz axt, mit der er sich der Wärterin näherte. Lautlos erhob er die Art, laut los, ohne sich zu regen, ohne den leisesten Schrei auZzustoßcn, empfing ihr armes Gesicht Schlag auf Schlag. Ich wollte schreien, ich wollte ihnr zornig zurufen, daß er ein böser, ein schlechter Mensch sei. der armen Bcrtha so wehe zu thun. Das Entsetzen lähmte meine Zunge, ich konnte nichts thun, als unter das Bett meines Vaters kric-

chen und dort so regungslos verharren, wie es das unglückliche Opfer meines unseligen, wahnsinnigen Bruders ge tban hatte. Wie lange ich in dieser Lage ausgehalten, weiß ich nicht. Es mußte aber lange sein, da ich von meinem Platze auö'den Regulator zweimal schlagen hörte und Zuletzt acht Schläge gezählt hatte. Ich erinnerte mich, daß es fünf Uhr gewesen, als meine Wärtertn die Lampe angezündet -und mich, weil ich ihr die Streichhölzchen wieder holt au-gepustet, hinter die Wand ge-; schickt hatte. Mich fror und hungerte in meiner gedrückten Lage. Da aber Niemand kam, nichts sich regte, wagte ich mich heraus. Ich wußte meine Mutter auf einige Tage in der naheliegenden Stadt zum Besuch bei einer Bekannten, mü nen Vater in seinem Studirzimmer und die Köchin in der Uüche mit der Zubereitung des Abendbrotes befchäftigt, zu dem man mich doch endlich txu fen mußte. Aber w.-der mein Vater, noch die Köchin erschienen. Endlich näherten sich aus dem Sieben zimmer langsame Schritte. Ich hielt den Athem an und wagte mich noch nicht hervor,- aus Furcht, sie möchten ncinem Bruder gehören. Ein Stöh ren folgte. Dann warf sich Jemand auf das Bett, unter dem ich lag. War es mein Vater? Leise kroch ich hervor und erkannte, trotz des Dämmerlichtes, welches hinter der Wand herrschte, meinen Vater. Ich sprach zu ihm. aber er hörte mich nicht, er schien eingeschlafen zu sein. Dabei bemertte ich Blut an seinem Schädel und Blut auf dem weißen Kisseu, auf welchem sein Kopf lag. Ich legte mich, als meine Versuche, ihn aufzuwecken, vergeblich blieben, zu ihm in's Bett,- drückte mich fest an seine Seite, und ermüdet durch Aufregung und Angst schlief ich ein. Es war Heller Tag, als ich am an deren Morgen erwachte. Die klare Tezembersonne schien grell in's Zimmer und auf vas blutige Kissen, auf dem meines Vaters zerschlagener Kopf lag. Seltsam, er selbst schien weder einen Schmerz zu fühlen, noch um den Vorgang des vergangenen Abends zu wis sen.' Das zeigte die Frage, die er, als er seine Augen mit einem schweren Blick langsam aufschlug und erstaunt, mich neben sich Zu finden, an mich richtete: Weshalb hast Du nicht in Deinem Bette geschlajcn?Ich fürchtete mich." gestand ich un tcr hervorbrechenden Thränen, und als er mir noch immer nichts zu wissen schien sagte ich ihm, daß sein Haar voll Blut sei. Er fuhr empor und mit der Hand nach dem Kopf. Das Blut war ge rönnen, aber es blieb doch etwas von seiner Feuchtigkeit an seinen Händen hasten. Er richtete sich erschrocken auf, um aber gleich wieder in die Kissen zu rückzusinken. Weshalb kommt Pauline nicht?" klagte ich ihm. Paulinc war die Köchin, auf deren Erscheinen ich gerechnet hatte. Mein Vater hieß nach sie ru? fen. Ich erklärte aber, daß ich mich vor Hans fürchte, der kommen könnte. '. Weshalb?" fragte mein Vater er staunt. : Weil er die Bcrtha uird gewiß auch Dich mit dem Beil g.'schlagen hat," antwortete ich ihm. ' Mein Vater , starrte mich, wie, aus einem Traume erwacht, entseKt an. : We!ch' wahnsinnige Worte sprichst Du da?" stieß er in heiserem, gepreß tem Tone heraus. Dann sank er wie der stöhnend in die Kissen zurück, schloß die Augen und sprach kein Wort mehr. Mich litt cs nicht , länger , an seiner Seite ich mußte fortaus dem Hause hinüber zur alten Gertrud, welche neben unserer Villa das Hausmanns Häuschen bewohnte. Ich schlüpfte aus dem Bett und eilte, ohne mich umzuschauen, aus dem Zimmer nach der Hausthür. 1 Zum Glück war sie nicht verschlossen. Ich vermochte mit meinen kleinen zitterndm Händen nach einiger Anstrengung die schwere Klinke nieder zudrücken und .stand frostbedend, lira

flimmert vom leuchtenden Schnee ,de? die Nacht über gefallen war, vor- der alten Gertrud, die damit beschäftigt war, den Schnee zur Seite zu schaufeln. Ich erzählte ihr. daß etwas Schreckliches passirt sei, erwähnte aber dabei nicht den Namen meines Arudersz fon dern bat sie, mit mir zu meinem Vater zu kommen. Sie folgte mir in's Haus und in das Schlafzimmer meiner El kern. Mit einem Schreckensrnf prallte die alte Frau vor dem Anblick zurück, der sich ihr in meiner leblos daliegen den Wärterin bot. deren Gesicht bis zur Unkenntlichkeit durch klaffende Wunden entstellt war. Sie zitterte jetzt ebenso wie ich und meinte, sie müsse zunächst die Polizei rufen. Ich klammerte mich an ihr Kleid und bat sie, mich nicht allein zu lassen. Sie brachte mich in ihr Stübchm, sie hieß mich artig und verständig fein, bis sie wieder käme, schenkte mir eine Tasse Kaffee ein der in der Röhre stand.

legte ein Brödchen dazu und gebot mir zu i i i A f ntr rt ri n 5ii n v und mich fror, genoß ich das mir Ge uviii . lXJ-h f ltV reichte, wenn auch unter hcrvorstürzen den Thränen, als ich mich wieder alleir sah. Es vergingen Stunden, ehe Gertrud zurückkehrte. Ich hatte mich in emen dunklen Winkel hinter dem Ofen, theils um mich zu warmen, theils aus Furcht vor einem möglichen Erscheinen meines Bruders zurückgezogen. Zuletzt begann ich na? meine abwesenden Mutter zu jammern, verstummte aber sofort, al? Frau Gertrud eintrat. Sie zog mich aus dem Winkel hervor und begann, mich nach den Vorgängen am vergangenen Abend auszuforschen. Ich antwortete nur mit Zittern und Thränen. Sie wickelte nach in eine warme Decke, legte mich auf ihr Leder sopha, schob mir ein Kissen aus ihrem Bett unter den Kopf und erzählte mir, daß nach meiner Mutter telegravhirt worden und diese bald eintreffen würde. Das beruhigte mich etwas, und die alte Gcrtmd nahm ihr Examen von Neucrr wieder auf. Ich erfuhr vmr ihr, daß Pauline, die Köchin, ebenfalls arg zugerichtet in der Küche gefunden worden, und sie fragte mich, ob ich denn gar nicht wüute, wer all das schreckliche Unheil angerichtet habe. Kleinlaut gestand ich ihr, daß ich gesehen habe, wie Han' mit der Art Bertha'geschlagen habe. Also ist er's wirklich gewesen!" xk) die alte Gertrud. Man hat's nicht glauben wollen, obgleich die Polizei seine blutigen Kleider sammt einer blu tigen Holzazt oben auf seinem Zimmer gefunden und er auf und davon gegaw gen ist." Auf und davon ist Hans?? wicd:r holte ich erleichtert. Ja, Kind, armes Schäfchen. Sag' mal, wie ging denn das zu, was hast Tu gesehen?" Ich antwortete unter erneuten Thrü' nen. Na. beruhige Dich, es wäre gran sam. die Schwester gegen den Bruder zeugen lassen. Die Polizei wird Dich freilich schon ausfragen." Ich erklärte mit ausbrechender Hef tigkeit, daß ich nicht ausgefragt sein wollte, und als sie mich deswegen schalt und ermähnte, daß ich alle Ursache siätte, als die Schwester eines solchen Brud.'rs artig und bescheiden zu sein, fühlte ich mein kleines Herz so rebellisch schlagen, daß ich Mühe hatte, einen Zornesschrei zu unterdrücken. Obgleich ich noch ein Kind war, stieg doch bereits der Begriff vor; dem Fluch in mir auf, der auZ der furchtbaren Schuld meines Bruders für mich erstand. Alles em Porte sich in mir gegen denselben, und doch empfand ich damals schon meine Ohnmacht, gegen ihn anzukämpfen. Alle Bemühungen der alten Frau, mich zum Sprechen, zum Erzählen der Thatsachen zu bringen, blieben erfolg los. Weder sie, noch irgend Jemand, außer meiner armen Mutter, hat zu jener Zeit ein Wort darüber aus mir heraus bringen können. Als der schreckliche Vorgang zu Pro tokoll genommen und ich als einzlger Zeuge von den Beamten zur Aussage ermuntert wurde, blieb ich bei der Erklarung, daß ich hinter der spanischen Wand gestanden und wenig gesehen hätte. ' Mein unglücklicher Bruder machte bereits den anderen Tag jede? Untersuchung damit ein End. daß er sich erschoß, wodurch der Schleier, der ouf seiner wahnsinnigen That ruhte, noch undurchdringlicher gemacht wurde. Zwar zweifelte man kaum an einer Umnachtung seines Geiste-, obgleich wiederum Thatsachen vorlagen, welche derselben geradezu widersprächen Das Außergewöhnliche dabei war. daß der Vater' weder Schmerzen noch Wund ficber gehabt, und nur Pauline, die Köchin, - ihren Wunden erlegen war. Die Zusammenstellung der Aussagen ergab, daß dem Vater wie der Wärterin durch meinen Brud:r ein Mittel in den Ka.'sce gethan sein mußte, welches sie nach einiger Zeit betäubt, und cmpfinduitgUs gemacht hatte. Mein Vater erinnerte sich, vor feinem Schreibtische d.'i der Arbeit eingeschlagen und mit dem Kopf vornüber , gefallen , zu sein. ' Wa'iricheinlich hatte er weniger als die Machen t von dem Kaffee getrunken, weshalb seine Betäubung keine so starke gewesen. Als er aus dieser soweit erwacht war um, von einem Uebelbefindcn gequält.- sich nach seinem Bett zu schleppen, verblieb er neben mir mit kurzen ' Unterbrechungen , in nicht adzuzchüttelnder Betäubung die Nacht HindmchMsKMWW, ' Meine .Wärterin kam erst im Krankenhause zum Bewußtsein. ! ': '' Was konnte aber, wenn nicht Wahn sinn, meinen unseligen Bruder dazu getrieben haben, drei Menschen, darun ter den eigenen Vater, zu betäuben um dann in so barbarischer Weise zuzu 'iichtenfMWWWWAM,Ä? ; Vergebens suchte man nach dem Mit tel, welches er hierbei benut, mit desfen Hilfe er ähnlich, wie jener amerika. nische Maler hatte experimentiren wol

lerv der in sekneM' KIMlerWahnde Freund ermordete, um die Todeszuk kunaen an ihm zu studiren. Mein Bruder war ein ungewöhnlich begabter Mensch gewesen, der nicht allein neun Sprachen beherrschte, bereiiS im siebzehnten Jahre sein Abiturienten-Examen bestanden und meinem Vater, der Arzt, früher Apotheker gewesen, in ftinen wissenschaftlichmedizi nizchen Experimenten zur Hand ging, sondern auch eine große künstlerische Begabung, hatte, mit der er ohne jede Anleitung mit wenigen Mitteln Bilder entwarf, welche weder in ihrer Farbentechnik, noch in ihrer eorrekhen Zeichnung den Dilettanten, wohl aber in der Eomvosition eine Neigung zum Absonderlichen und Schrecklichen vcrriethen. Was nun aber auch alles znsammengewirkt haben mochte, um meinen Bruder zu jener fürchterlichen That zu drängen, die Erkenntniß von derselben, derkiare Augenblick mußte gekommen fein, sonst hätte er nicht so bald darauf Hand an sich selber gelegt. Kurz nach der That, nachdem er seine Kleider gewechselt, hatte er in einem kleinen Laden des Ortes sich Cigarren gekauft und mi't der Verkäuferin, was sonst seine Art war, sich unterhalten, längere Zeit übe? Ortsverhältnisse gesprochen, ohne daß derselben auch nur der leiseste Verdacht gekommen wäre, es könne sein Verstand nicht klar sein. So unschuldig wir an dem surchtbaren Eccigniß warm, so grausam meine armen Eltern darunter zu leiden hatten, das Mitleid war keineswegs, auf unserer Seite, es geHorte allein dem armen Mädchen, für deren Pflege und Lebensunterhalt, sowie der Bestattung der einen meine Eltern aufzukommen hatten. Vielleicht hätte ich den Eindruck der schrecklichen Katastrophe überwunden oder wenigstens mich nicht so gedrückt und yebrandmarkt gefühlt, wie' es gefchah,' wenn die Menschen nicht eine fast abergläubische Furcht an den Tag gelegt hätten, unser Haus zu betreten und mit meinen Eltern zu verkehren. Es ist wahr, mein' Vater ermuthigte hierzu nicht. Durch seine gelehrten Studien, seine Einsicdlergewohnheiten, die mehr und mehr zunahmen, hatte er sich den Menschen entfremdet. Selten, ja nie sah man ihn lächeln. Wortkarg, selbst gegen meine Mutter und mich, sprach er kaum das Nothwendigsie. Seine Praris hatte er aufgegeben, über feine Bücher sah man ihn wohl tagübcr sitzen, nicht aber in seinem Laboratorium. Alle Experimente schien er eingestellt zu haben, die meisten schriftlichen Anfragen nach seinen erprobten Mitteln bcschicd er ablehnend, nur wenige auswärtige

Patienten bchult er bei und trug sich mit der Absicht, sein Grundstuck zu verkaufen und weit fort, womöglich nach Amerika zu ziehen. Aber oenr Verkauf stand die Tragödie im Wege, welche der Villa meiner Eltern weit und breit eine traurige Berühmtheit verschafft hatte und dadurch Sommerfrifch1er und Patienten, welche bei uns im, wer Wohnung genommen, zurückschreckte. Kein ordentliches Mädchen blieb in unserm Dienst. Ich selbst fand keine Gespielinnen, aber ich verlangte auch nicht danach, nachdem ich auf einem Kinderfest, zu dem mich eine Freundin der Mutter mitgenommen, gehört, wie ein kleines Mädchen, auf mich weifend, zu einem anderen gesagt: Sieh, das ist die Schwester von dem Mörder, sie soll seine dunklen Augen haben!" Seine Augen! O wie ich von Stund' an diese meine Augen haßte, obgleich sie meine Mutter ihre weichen Sammetsterne nannte, und mir allabendlich nach unserem, gemeinsamen Gebet einen Kuß darauf gab. , Wie eine inkter dolorosa war meine Mutter in ihrern heilig stillen Schmerz anzusehen, in dem sie langsam dahinwelkte. Niemals kam ein Laut der Klage über ihre Lippen, niemals wurde der Name meines Bruders, auf den sie so stolz gewesen, genannt;, niemals sprachen meine Eltern in dem mir vertraut gewesenen Tone inniger Verch rung und Liebe zusammen.' Es war als fürchteten sie, damit irgend eine weiche Saite anzustimmen, welche die Vergangenheit herausrief,, in der sie vielleicht in der Erziehung ihres Sohnes Fehler acmacht. oder als treffe sie, oie ihn in die Welt gesetzt allein, die Verantwortung für das Unheilwelches er bcrausbeschworen. , , ,,, ' , . Dieses unnatürliche Verschweigen des natürlichsten Schmerzes rief eine Unnatur im Verkehr meiner Eltern hervor und steigerte die Gemitterschwüle, die seit jenem Unglückstage aufsuns lastete. Die Elektrizität in , der Lüft , war!,so groß, daß eine Entladung .kommen mußte. Und sie kam.'' 1 Es war an einem Nachmittag, unge fähr ein halbes Jahr nach ,, dem schiecklichen Vorfall.' , Ich spielte : im Pavillon mit meiner Puppe. Im ??ebcnzimmer, der Studirstube meines :Va, ters, befanden sich meine Eltern. ' Die Unterhaltung wurde anfangs in leisem, gedämpftem Tone geführt. Dann erhob sich, die Stimme meines VaterS, er erklärte mit großer Heftigkeit: .Wir müssen das ,, Haus ? verkaufen, es kann nicht so fortgehen, mm 1 ganzes Geld steckt im Hauje, und nichts bringt cs 'unsn.. , , Weshalb hast Du Deine Praxis aufgegeben und willst keine Patienten mehr haben?" erhob auch meine Mutter ihre Stimme lauter. Weshalb?" wiederholte er. Glaubst Du, daß man mich nach unserem Unglück als Arzt gern gesehen oder uns gar Patienten in's Haus geschickt hätte? Machst Tu Dich blind dagegen wie Jeder uns mit Mißtrauen be gegnet, wie man uns allmälig ganz isolirt hat. Niemand sucht- uns auf, Jeder meidet uns, als stecke der Wahn sinn in der Familie, und ist es nicht so, starb meine Mutter nicht im Irren hause?"

Hier brach die Stimme meine? Va ters rauh ab.. und er verstummte. , Wenn Du, freundlicher, weniger schroff und menschenscheu wärest," wandte die Mutter. unendlich sanft ein, aber" Aber," fiel er ihr heftig in's Wort, ich weiß langst, daß man auch bei mir einen , Äusbruch des Wahnsinns befürchtet Deshalb flieht, meidet man unser Haus. Begreifst Du denn nicht, daß mich alles das dem Wahnsinn nahe führen kann. mich, dem der eigene Sohn den Schädel zerschlagen?" : Rede nicht so, Mann! Besser wär'S, wir bätten alle an jenem unseligen Abend durch unsern Sohn ben Tod ge, funden!" Freilich n?äre das besser gewesen: wenn das Kind nicht wäre dann Die Stimmen der Eltern wurden leiser, ich verstand nichts mehr. Ich hatte meine Puppe zur Seite gewarfen und hatte jedes Wort aufgefangen, welches gesprochen worden. Wenn das Kind nicht wäre," wiederholte ich in meinem kleinen Hirn die Worte, deren Bedeutung ich sehr wohl verstand; deyn ich war in den letzten Monaten erstaunlich reif geworden und wnßte, daß meine Eltern lieber heute als morgen die Bürde ihres Lebens abgeworf-n

hatten. Die Thür öffnete sich. Meine Mutter trat in den Pavillon. . Sie sah verweint und blaß aus. Ich stürzte auf sie zu. Mama, Mama," schluchzte ich und umklammerte ihre Knie, Du darfst Du sollst nicht sterben. Du mußt bei Deiner Anae bleiben. Tu mufct, hörst Du, Du muztl" Meme wllde Leldcnschaft entsetzte sie, ich sah cs in ihrem Blick. Kind," beruhigte ue mich, was redest Du da, wer sagt Dir denn, daß ich sterben will ?" Ihr, Papa und Du, die Ihr das Leben nach Hansens Tod nicht ertragen tonnt. . Aber Du hast a Teme Ange. Mama, denke daran, bleibe bei mir, gehe nicht von mir, sonst nimm auch mich mit!" Sie drückte mich fest an sich. Ich werde leben leben für Dich!" sagte t mfe, feierlich, als lege sie mit diesem Versprechen einen Schwur ad. Und nun sei ein gutes, verständiges Kind, trockne Deine Thränen und ver spnch Mir, me wieder so heftig zu sein !" Ich versprach es, und der Frrcdi war zwischen nns hergestellt. Das ging b's zum Anfang des Win ters, wo der schreckliche Vorfall jährig wurde. Da erklärte mein Vater, dav er in Geschäftsangelegenheiten verreisen müsse, seine Rückkehr könne er noch nicht bestimmen. Ob meine Mnttcr ahnte, daß er von dieser Reise nicht wieder zurückkehren würde? Sie kannte den ruhcloie.r Geist meines Vaters, der auch in besteren Tagen, wie sie mir später erzählte, niemals lange an einem Orte ausgehaltcn. Sie fühlte, daß alle Ueberredung ihn nicht umstimmen würde, daß es vielleicht auch das Beste sei, wenn sie ihn gewähren und fern pom Schauplatz der grausigen That Vergessenheit suchen laste. Und so reiste er ab. Der Abschied zwischen uns war ruhig kühl, als gelte cs nur ein kurzes Ueberlandfahren. und doch sollte es eine Trennung für Lcben sein, wie der Vater meiner Mutte7 in einem Brief anzeigte. HaEe mich für todt, was ich auch in , Wahrheit bereits für Dich, für die Welt geworden bin. Ich fürchte , mich vor mir selbst, deshalb fliehe ich Euch. Deshalb werde ich mein Leben freiwillig enden, wie unser unglücklicher Sohn es geenl ?ir. Suche das Haus zu verkaufen, verlasse, sobald Du in der Lage bist, den Ort. der Euch wie mir ein furchtbares Memento geworden! Fliehe, damit unser Kind nicht dem Verhängniß verfällt, das sich wie eine klirrende Kette an uns, 'die Gezeichneten hängt." ' Ange's stimme ging in einem wilden Aufschluchzen nnter. Ihre Kraft und Beherrschung, die bis zuletzt ausgehalten, war zu Ende. Ihre furchtbare Aufregung kehrte zurück, sie wollte sich aus seinen Armen reißen, in' die. sie sanft, während ihrer entsetzlichen Enthüllungen gezogen, aber er hielt sie ,st, so fest, daß sie ben Kampf aufgeben muöte. Leblos, kalt und starr lag sie in seinen Armen. Er fürchtete, sie sei ohnmächtig geworden und rief mit einem Ausdruck namenloser Angst namenloser Liebe ihren Namen. , ' Sie zuckte , zusammen, und Thränen entstürztcn ihren Augen. Er beugte sich zu ihr nieder,, küßte . von ihren Augen die Thränen , fort ' und flüsterte in überströmender Liebe: , Jch fürchte nicht jene Ketten, welche Dein Unglücklichcr Vater , klirren hörte. Meine Liebe nimmt cs mit jedem Verhangniß auf, sobald Tu einwilligst, mein Weib zu werden!" 1 - ' ; 1 , Als wenn ein Feuerstrom sich' über sie ergösse und in die erstarrte ; Gestalt neues,,, glühendes ;! Leben , i brächte so wirkte sein Kuß, auf ihre Augen, so seine Worte auf ihr todtwundes .Herz. Ihre Thränen versiegten, ihre Arme umschlangen seinen Hals, ihre Lippen drückten sich auf die seinen und jauchzend rief sie in ihre Küsse hinein: ,, Ich KSIM Einen Moment vergaßen Beide die Gegenwurt. Graf Leonce kehrte zuerst zu ihr zurück und erinnerte an die Aufgäbe, welche ihn jetzt erwartete: Ich werde noch heute mit meiner Mutter sprechen." Ange fuhr aus seinen Armen empor. Ihre jauchzende Glückseligkeit versank wieder in einen Abgrund von Furcht und Schreck. O Leonce, nicht heute nicht morgen bitte bitte -nicht !" flehte sie anqftvoll. Schenke uns noch Tage, Wochen ungetrübten Glückes. Es fehlt. uns nichts daran, nachdem Du auch den letzten Schatten aus meiner Seele entfernt hast! Ach, das Geheimniß unlerer Liebe ist ja so schön!"

Mer es wird nicht lange ein Gehcimniß bleiben, Ange., Das vertrauliche Du. welches unsere Liebe ungerufen auf die Lippen geführt, maß' zum Verräther werden." ' F Wir sind ja so wenig in Gegenwart anderer zusammen, uns Deine Mutter macht uns, das Verstummen so leicht, sie sieht es nicht einmal gern, wenn Du an mich bei Tafel das Wort richlest." Und wenn sie Dich in meiner G genwart kränkt, verletzt glaubst Du, ich kann das ungerügt lassen? Nein. Ange, ein Vcrstcckspiel ist unserer Liebe unwürdig.? Aber sie war nicht zu überzeugen. So bat sie um sein Schweigen mit Küssen und Thränen, und er gab nach, so sehr es ihn auch drängte, seiner Mutter von feiner Liebe zu sägen, das Wort zu hören, das feine Wähl segnen sollte. Aber Ange's Stimme schmeichelte so süß. Er blieb immer nur ein Mensch. So werde ich einstweilen schweigen, so schwer es mir auch wird. Du magst selbst bestimmen, wann ich mit meiner Mutter reden soll. Werde nur nicht der Vogel, der entfliegt!" versuchte er zu scherzen. Ich danke Dir. ich danke Dir, jubelte sie auf. 0, wie ich Dich liebe liebe!" Und sie lachte, weinte und küßte ihn. Er löste sanft ihre Arme, erhob sich und trat an das Harmonium. Heilige Accorde sollten ihm beistchen. ihrer, seiner Seele das Gleichgewicht, die Ruhe zu geben, deren sie beide bedurften, um den Kampf sür ihre Liebe aufzu-

VIN. Seit jenem Tage waren Wochen ver flössen. Vergebens wartete Graf Leonce auf die Stunde, wo Ange ihm die Freiheit des Handelns zurückgeben würde. Sie sprach es Nicht, kein Wort, nicht die leiseste Andeutung siel, daß er mit seiner Mutter sprechen möchte. Ihre Furcht vor den strengen, kaltdurchdringenden Augen der Gräsin schien von Tag zu Tag zu wachsen. Wäre er ganz frei von der leisen Sorge gewesen, ' Angers fast unnatürlicher Furcht möchte eine krankhaste, angeerbte Reizbarkeit zu Grunde liegen, er hätte schließlich doch sein Versprechen gebrochen, das sie ihm gegen seine besfere Ueberzeugung abgerungen, und der peinvollcn , Uncntichiedenhcit, welche dcide Theile aufreiben mußte, ein Ende gemacht. Diese Bcforgniß hielt ihn aber davon zurück. So schwieg er. aber dieses Schweigen marterte Beide. Unwillkürlich stellten sie sich ferner, aus Furcht, sich zu verrathen, und das natürliche schöne Verhältniß machte einer ängstlichen Spannung Platz, welche jede Unbefangenheit zu zerstören drohte. Einmal war Ange nahe daran, sich 'N feine Arme zu werfen, ihn zu bitten, seiner Mutter Alles zu sagen und die Entscheidung herbcizulühren. Aber da kam ihr ganz zufällig die Gräfin in den Weg. als sie nach den Gemächern des Grafen zu ungewohnter Stunde gehen wollte. Jhre'stahlgrr.uen Augen sahen sie überrascht, durchdringend an. Da war es mit ihrem guten Willen vorbei, sie stotterte ein? Lüge, sie habe ihr Auch bei ihm liegen lassen, welches sie sich holen wollte. - . .Ich denke, damit hat es keine Eile,'" sägte die Gräsin latt, lassen Sie das bis zu der Lesestunde. Sie müssen cs vermeiden, meinen Sohn außer der Zeit zu belästigen." Sie schlug die Blicke zu Boden. Wie ihr vor diesen jcharfcn Augen graute. welche die , geheimsten Gedanken ihrer Seele zu errathen schienen. Nein nein, sie würde nie freundlich auf sie niederblicken, , niemals sie als Tochter willkommen heißen, es war Wahnsinn, daran zu denken Und doch, wenn sie daran dachte, da); sie ibn aufgeben sollte, verwirrten sieb ihre Gedanken, und sie hätte ausschreien mögen vor Angst. Noch war keine Gefahr hierzu vorhanden, noch war ihre Liebe seiner Mutter ein Geheimniß, aber der Tag mußte ja kommen, wo Alles ein Ende nahm, wenn er ihr Gehcimniß enthüllte. Er dachte cs sich so leicht, sie auch gegen den Willen seiner Mutter zu seinem Weibe zu, machen. aber ne wußte, welches groe Opler er ihr mit der, Pietät für diese , Mutter bringen würde. Und dann, gesetzt den Fall, sie gäbe wider alles Erwarten ihre Zustimmung zu ihrer Verbindung, wurde sie nicht mit dem Recht der Mutter nach der Vergangenheit der! Eltern Derjenigen sorichen, die , ue in ihre Familie auf nahm? ,Sie erinnerte' sich : noch sehr wohl des Eranlens bei ihrer ersten Vorstellung; wie viel schärfer würde es aber jetzt ausfallen?! Sie fand nichts den Muth, ihr, süßes Geheimniß dieser Frau preiszugeben.1 .':,:X: "ys,:':-v'r::i Darüber ging der Winter ; dahin. Der März, der April kamen.' Eis und Schnee schwanden unter, dem Frühlingshauch. , Mit warmem , Strahl küßte die 1 Sonne die : erwachende Erde, weckte Knospen und Blüthen an Baum und Strauch, trieb mit weichen Winden, milden Regengüssen sie mehr und mehr zur Entfaltung und regte Hoffnung und Lebenslust an. Das galt besonders bei Comtesse Marguerite, welche in der einsamen Winterzeit ! viel an guter Laune eingebüßt hatte. Die Andeutungen ihrer Großmutter, daß sie sich mit dem Gedanken vertraut zu machen habe, ihren Vetter, Graf Moor, ul heirathen, trug vielleicht zum Theil Mzu bei. (Fortsetzung folgt.) Au s dem sxamen. Pro fessor: .Setzen Sie den Fall, Sie wüiden im Eisenbahncoupe von einem Mitretsenden überfallen, nach längerem Kampfe gelänge es Ihnen aber, Ihren Gegner zum Eoupefcnster hinaus zu stürzen. Würden Sie strafbar lein?" Candidat: Ja, denn das HlnauZ werfen von Gegenständen wäbrend der Fahrt ist bei Strase verboten!"

Tittlsttcht. . Kürzlich bezeichnete es das Jitttrlä als höchste Staffel modekner Titelsucht, daß ein Arbeiter des Hosjhcatcrs in München in einer Todesanzeige seiner Frau die Bezeichnung gegeben: Königl. Hostheatcrfarbenreibersgchilftngüttin." Aus der Zeit meines Aufenthaltes in Bayern 1852 bis IcGi entsinne ich mich eines hübschen Gegenstückes, indem die Tochter eines wohl nur zeitweise im Königlichen Marstalle verwendeten Arbeiters in einer VcrlebungZ anzeige sich dcn Titel beilegte: Kbmgtlch? suxcrnumcräre Heublnderstochier-,, welche durch die Bekundung ihrer Ueberzäh. ligkcit" die OberpläkatanschiSgerStoch. ter" noch aus dem Felde schlagen dürfte. Wenn diese Titel, wie mitgetheilt wurde, in hohem Grade die Heiterkeit der Vttinchener erregten, so ist das ja begreiflich, im Uebrigen haben die Münchener mindestens war es zu meiner Zeit dort so im Grunde nicht allzuriü Anlaß, über Derartiges sich lustig zu machen, da man auch in den bessern Bürger, wie in Bcamtcnkrcisen täglich Wunderlichkeiten und Ausschrei tungcn der Titclsncht begegnete. Wäh rend in Norddeutschland jede: gebildete Bürgerliche, der auf Namen und SM lunq hält, jedes ihm nicht zustehende Adelsprüdikat sofort mit Entschiedenheit zurückweisen würde, hielt man es in dm gleichen Beamten- und Bürgerkrersen in München für unhöflich, im Um gange und auf Briefumschlägen Herren und Damen anders als mit Herr oder Frau von" anzureden, und' Herr von Kraxllmeyer oder Frau von Krempel huber, weit entfernt, solche Titulaturen zurückzuweisen, glaubten ihre Wohlerzogenheit zu beweisen, indem sie durch weg Gleiches mit Gleichem vergalten. Bei Beamten war dieses Gebühren um so auffälliger, als von oben herab im dienstlichen Verkehr solchem Treiben mit Entschiedenheit entgegengetreten zu werden schien: mindestens sprechen meine eigenen Erlebnisse dafür. Als ich in bayerische Dienste trat, unter schrieb ich mich, weil das von" denn doch zu dem Namen gehörte, den i von Kindesbeinen an geführt: F. von Lcvetzow." Tcr Kuriosttät halber habe ich bis auf den heutigen Tag ein Schreiben des Königlichen Oberpost und Bahn-Amtes für Obcrbahern auf geHoden, welches am Kopfe deu Ver merk enthielt: Anmaßung unbe rcchtiglec Adelstitcl betreffen)", in welchem mir verboten wurde, ferner das Prädikat von" führen. In meinem Falle hatte die Sache freilich wohl noch einen nskalischc Hinter gründ, denn, obgleich cs mir ein Leichtes war, meine Berechtigung sofort nachzuweisen, wurde das Verbot doch ausrecht erhalten, bis ich mich in die bayerische Adclsmalrikcl hätte eintragen lassen, was mit einer rech! hMn Taxe verbunden war. Die in Bayern durchweg übliche, in der Königl. Hostheatcrfärbcnrelbers gehilfesgattin" .schon gekennzeichncle

Form, nach dem Zunamen des Mannes der Bezeichnung als Gattin den gan zen Titel des Mannes mit Allem, waZ daran bimmelt und bammelt hinzuzu setzen, zeitigt auf Adresse oft wunder liche Blüthen unfreiwilligen HumorS. So liegen mir. aus Bayern stammend, folgende drei klassische Adressen vorn An Frau v. E...., außcrctaksmäßige Majorsgatkir." An Frau v. B... KLnigl. Postdirectorsgattin außer Dienst." An Frau v. W , Königl. Generalsgattin zur Dispo lilion." F. v. L ev ek ow. " LZesignirt. , Sie sollten doch bei so 'ncr star ? ken Familie eine , größere Wohnung nehmen." Das wäre zwecklos; in ein paar Jahren wäre sie doch schon wieder zu klein!" ''. ' '; " , z':;': "" ';";1;läj ':;-f i Ei entlarvterNenommist. 'S 4V "V. ' -''VI;JV , T . r t,ifckv:';j.,,:sj; 11 vv WWM Mann: ! 1 Was hast Du denn. Alte. aß Du's Gesicht so zusammenkneifst ? Frau: (stöhnend): Wadenkrampf." Mann: .Wenn'S weiter nichts ist! Frau:Na thu' nur nicht so. olS ob Du schon 'mal Wadcnkrampf hättest haben können!" Fatales Mißverständ n i ß. Zimmerherr: Mein Fräulein, wenn Sie wüßten, wi sehr Sie meine Ruhe rauben!" .... Fräulein? Sprechen Sie mit meiner Mutter!" Zimmerherr: Wieso? Die spielt ja nicht Klavier!" Liebe macht blind. Neid stumm. Haß taub, Zorn zahm, Geiz krumm V

&X X . , , . "f vs - ii k , nu Lr. j I AlVt'" r. H-i'Jv Vt fö yf feftfeM'l A JU iM rf h' i -'A Vmißm ) k nT k sU&m c -? m T4 mkl tzWMPWch mfmmWi ft, " 1 --EI&r"4; sSm - - !?ri ' :V .. '

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