Indiana Tribüne, Volume 16, Number 103, Indianapolis, Marion County, 1 January 1893 — Page 2

Wie hieß Robert Franz? AngebllH um einer neu aufgetauch itn Enthüllung" eNtgegenzutreten, in Wahrheit aber wohl, um lagerndes Material zu verwerthen, beschäftigt sich die Leßmmm'sche Allgemeine Teutsche Musikzeitimg" nnt der Frage, ob der Compsuist Aobcrt Franz so geheißen habe, oder ob die Behauptung richtig sei, daß er den Namen Knauth führe. Dife Behauptung war nämlich von einem gewissen Gustav Schmidt in Ameika a'ufgestM, der vor Jahren gele geniftch cmsK Aufsatzes über den Cöm poniften erklärte, daß Iran; nicht so beiße und datz er das als Verwandter des Musikers wissen könne. Auf eine Anfrage Leßmanns bei Franz gab die f er in einem Briefe zu, daß es mit der Behauptung Schmidt feine Nichtigkeit babe und erzählte den Hergang. Robert Franz schreibt u. A.: 23er Gustav Schmidt ist. der meinen Namen im Belletristischen Journale" umtauft, weiß ich ebensowenig, wie ich ihn als Verwandten kenne. Man braucht sich aber nur ein bischen emporgearbeitet zu haben, um sofort allerhand Vettern und Muhmen herbei flattern zu sehen. Als mir die Kapiralicn d?s EhrenfondZ übergeben waren, fand sich alsbald eine Sippschaft ein, die von ihnen Nießbrauch ziehen wollte. In Betreff der Namensänderung hat es ja seine Nichtigkeit, was dieselbe aber den Componisten Robert Franz an geht, mag außer dem Herrn Gustav Schmidt der Himmel wissen. Mit dieser Namensänderung verhält sich fol endermaßen: Mein Vater verheira-

thete sich erst als Sechziger, gehört also rnit dem größten Theile seines Lebens der zweiten Hälfte des gemüthlichen achtzehnten Jahrhunderts an. Nun lebte ihm ein Bruder, der eben falls Speditionsgeschäfte trieb. Da konnte es denn nicht ausbleiben, daß bin und wieder GeschäftZbriese vcr wechselt wurden, die zu argen MißHelligkeiten zwischen Beiden Anlaß gaben. Wer zuerst auf den Einfall gekommen fein mag. meinen Vater im (öeschäftsleben Ohrijioplj Franz" zu taufen, darüber schweigen die Geschäftsquellen kurzum, das Unerhörte ge fchah, und die feindlichen Brüder lebtcn von da an in Frieden. Dergleichen nicht aktcnmäßig gebuchte Verhältnisse wird es wohl in früheren Zeiten noch gar manche gegeben haben es kümmerte sich eben Niemand außer den Gerichts-Protokollen und den Kirchen büchern um solche Personalia. Von Kindheit an din ich nun als Rob. Franz aufgewachsen und habe mir unter diesen Namen das bischen Reputation erkämpft, dessen ich mich nicht vielleicht rühmen darf. Unbehaglichleiten seitens der Behörden brachte der Doppelname freilich mit sich und so wurde denn die legitime Führung des Rob. Franz- beim König beantragt und ist auch per Kabmetsordre gut ge heißen worden. Ta kommt nun aber der apokryphe Vetter in New Vork anaesiieaen. um diebockwlcktlaeällckluna in Ordnung zu bringen. Der Mensch wird zwar keine Note von mir kennen, was ihn jedoch nicht abhält, den Wissen den über mich zu spielen. Von jeher war es bei mir Grund satz, meine Person in den Hintergrund zu stellen und nur auf das von ihr Ausgehende bescheidenen Werth zu legen. Dieser Maxime sie wird zwar heutzutage von sehr Wenigen getheilt möchte ich zeitlebens treu bleiben und würde es daher als einen wahren Freundschaftsdienst betrachten, wenn Sie den gmerikanischcn Klatsch der Oessentlichkeit gegenüber - Zgnorirtcn. Geschähe das nicht, dann käme vielleicht wieder die abgeschmackte Sage in Auf nähme, daß ich meinen ehrlichen Namen erst von Franz Schubert und Robert Schumann entlehnt habe, um mich in das bekannte Dreiblatt einzuschmug geln." Neujahr. ?en Karl Reuter-Aergkr. Ba nur ein Wahn, den sich der Mensch bereitet. Daß mit dem mittcrnächt'gen Glocken schlage. - Zur Lösung einet neuen Schicksals frage Auf eine neue Bahn sein Gott ihn leitet; Daß, wie der Zeiger einmal üder schreitet . Die Ziffer Zwölf, auch jede alte Plage, Der alte Grund zum Sorgen und zur Klage Zurück inS Dunkel des Vergangenen gleltet Mag's auch ein Wahn nur fein, dem man da frohnet: Doch wird die Hoffnungsflamme er ent ' zünden'' " ,' ie uns den dorn'gen Lebenspfad ver schönet; , Die uns aus des "Verzagen? dunkeln :!'; 's '.!"''.r IVlUUUCll '" Zur Hohe führet, deren Givfel krönet Das Ziel, das jetzt nur Träume uns verlunoen. Verfrüht. Junge Frau: Liebe Mama, verzeih' daß ich Dir Nichts vorletze; ich habe meine Schlüssel verlegt; Otto zankte über das Essen und jetzt hab' ich Migräne!" Mutter: Gott, wie reizend, Kind! Kaum acht Tage verheirathet und schon Schlünel verlegen, zanken und ,' Migräne! Du bist ja schon eine vollendete Hausfrau! Nach, Bedarf. Nun, Herr l5ommerc:enrath, Sie wünschen also. V'fcaßiich Ihnen für da? neu gekaufte :: ':'( JH t -w . . " eajioB snoer yrer Ähnen compomre : wie viel Ahnen wnllen Sie denn?- ;, Machen Se 'mal vorläufig acht!. . Wenn mer die gefallen bestell ich Znach! WSM&ütsM

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tadt und Lattd. Neujahrs H u m o r e s k e v o .Christoph Wild. Vor Weihnachten hatte der Oberamt mann Gottlicd Kahle glücklich sein schönstes Bauerngut dismeulbrirt und par cellirt und nun wohnte er mit Beginn des neuen Jahres in der neuen Straße in der großen Nachbars und Universitätsstadt als Herr Rentier. Seine Frau Tora war's zufrieden, ob wohl ihr's auf dem Lande besser gefal len und sie dem Stadtleben nie recht getraut hatte. Na. meinte sie, das schöne Baargeld, das Vermögen ist ja da. und da wird's auch so gehen. Sie hatte sich in der schönen Parterrewohnung neu eingerichtet und das mußte sie sich sagen, fo schöne Möbel, so große Zimmer, so helle Fenster und stolze Gardinen, das hatten sie auf dem Lande nicht ge habt. Freilich war sie nicht recht zufrieden, als ihre junge Magd, die sie als Dienstmadchen in Brcslau behalten hatte, ihr. nachdem sie kaum acht Tage in der Stadt war. mittheilte, sie möchte mit ihrem Geliebten, dem MusketierSchulze, heute zum ylvesterball. Na, aber zum Neujahrsmorgen, da würde sie schon zur Stelle sein und am Feiertage, da konnten sie ja auch schlimmsten Falls zu Mittags im Hotel speisen und Nach mittags 'ins Concert gehen. Tann würde rasch wieder die alte Hausord nung zu schaffen fein, meinte sie, und ihr Mann, der Gottlieb, stimmte bei. Ja m der Stadt, da x i es ichon, da kann man alles arrangiren, meinte der immer. So hatte sie alw das Dienstmädchen ruhig zum Ball gehen lassen und sich zum Abendbrot em Schinkenbrot zu recht gemacht und ein Glas Punsch dazu, die neue Wohnung war gemüthlich eingeheizt und so hatten sie das neue Jahr erwartet, um zu Mitternacht icy.asen zu gcyen. Aus der Straße, das wunte sie ichon von früher, gabs doch nur Lärm und Unruhe, na,' und zum Tanzen hatte das solide Ehepaar keine Lust und zu anderen Familien, weil sie noch nicht völlia eingerichtet waren und sich nicht revanchiren könnten, eine Einladung nicht angenommen. Die Ncujahrsnacht freilich in der Universitätsstadt Brcslau ist nicht zur Ruhe gemacht. Wenn's Mitternacht schlägt, dann wird die Menschheit rap pcllg. Prosit Neujahr! fchaNt's auf allen Gassen. Prosit Neujahr!" drüllt's aus allen Fenstern, und dazwischen tönen Freudenschüsse und Zurufe, Ge sänge und Rurcn und tolles schreien. Jeder will das neue Jahr laut bcgrü' ßen und eine Heldenthat verrichten und gelte es auch nur, des Nachbars Hut anzutreiben oder eine Fensterscheibe einzuschlagen. Jugend hat keine Tugend und der junge Bcngel möchte sich heutzutage als Student ausspielen, wenn er auch nur im Laden den Härwg dressirt oder die Locken brennt. Der Gottlieb Kahle und seine Frau Dora aber wurden wenig gewahr vom tollen Sylvestertreiben und träumten sich, vom Punsch sanft eingelullt, in's neue Jahr hinüber. Es mochte früh fein, um die siebente Stande. Der Herr Oberamtmann träumte noch und fand es recht schön, daß er in der Stadt nicht aufzustehen brauche, da klingelte es bei Oberamt mcnns, erst schüchtern und einzeln, dann immer stärker und anhaltender. Herrje Gottlieb, hörst Du nichts? Das klingelt ja ganz fürchterlich!" Na, meinetwegen laß es klingeln! Was kümmcrts mich? Ich will 'noch fchlafen!" Aber Mann, sich doch einmal "raus. Du weißt doch, daß unsere Jette noch zum Balle ist! Das klingelt ja, als ob Einer stürmen will!" Vermaledeiter Kerl!" schreit bei Kahle, wer mag der Hallunke sein? Na,- freue Dich, komme ich 'raus, dann gibt es Keile." Geh' doch 'raus und sieh nach. Du wirst's ja hören, es kann auch was Wichtiges sein!" Ich bin nicht neugierig, na. aber damit Du Deinen Willen hast, will ich 'raus seh n," und so hängt er seinen Pelz i:m und schleicht durch' Entree. Heda, wer da?- schreit er, und eine schüchterne Stimme fragt: Ist Herr Dr. Biedermann zu Hau,e?" . : Fauler Zauber l Der wohnt zwei Treppen hoher, Sie Elett" Was, Esel! Herr! Für Sie noch nicht! Demaskiren Sie sich!" Schon gut. Sie alter Stadtphilister schcert Euch zum Kukuk!" und nun deichtet er seiner Tora vom Aeiuch und legt nch wieder zu Bett. Kaum liegt er wieder, geht das Ge klinge! von Neuem los. , -N; Männchen, sieh schon noch mal nach." Liebes Kind, aber's nächste Mal gehst, Tu." Meinelbalben ja.Der Wächter vom Hause,war bäum. graiuirrte zum neuen Jahr. ,Na, eine Mark muß er als Rentier schzn opfern, wenn,' er auch erst kurze , 'rr' , . ' ; . ':!" !, .1 i . .: cil im auie woynr. oeylelt den Schlafrock vorsichtig an und richtig, die Glocke tönte bald wieder. ;' Die Neu gier läfct auch der Krau reute Ruhe. , 1 Wo nur die Jette bleibt, , ich werde nur Kanee aussetzen " 1 Nun traten sie der Reihe nach an. denn zu Neuzahr, sind alle, gar vünkt lich, die zahlreichen Hausfreunde. Da naht der ' Zeitungsausträger, , der Schornsteinfeger, der Bierfahrer, das Milchwcid, der Backerzunge. die Feuer wehr, der Hausknecht, Prosit Neu jähr" fchallt's von jeder Zunge und jede will versilbert sein das kleine Geld wird selten und milder Zeit wird man ein ziemliches Sümmchen los. Der Kahle war kein Ksicker, aber

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neugierig war er doch, ob nicht der Postbote den Beschluß machen würde. Eben war eine Pause eingetreten und der Oberamtmann wollte sie benutzen, um sich zu rasircn und dabei den Kaffee hinterher ' einzunehmen, da degrüßie ihn ein flotter Studio bei der VorbeM tung. ' Ju'n Morgen. Onkel Profit Neu jähr wie gcht's willkommen in der Stadt der Musen alle Wetter schindest Du Dich manu propriaf Das wird ja, heilige Ticfquart, immer mt ter, bei Dir fehlt's doch nicht an peeurna,! a propos bei mir ist's knapp, na 30 Märter darauf wird's Dir in anno novo -bis zu besserem Glück ad meliorera fortunam nicht ankommen?" . Ach Du bist's, bist Du schon oder noch auf den Beinen? Suchst wohl beim Onkel Trost im Kater? Hast wohl Deine Depots bei Hirfchfcld & Wolsf ? Oder bei Gebrüder Sommerfeld? Faules Semester, he ? Woher weißt Du denn gleich unfere Wohnung ? Na, weil Du gratulirt haft, will ich mit Dir auf 15 Mark auf die Hälft? aktordiren hier, mein Junge it blievt doch nich sagte der Hund, als er die Auster nahm. Der August mit feinen 13 Seme stern. der noch kein Pflaster schmieren tonnte, war's zufrieden und wäre am Liebsten wieder abgeschoben, und meinte nur: Wie bei Studenten ist, war gestern im Hotel und las Deine An kunst im Fremdcnblatt wollt' mal Dich und die Tante begrüßen." Ja," meinte der Onkel, die Zei tungsschrciber, die plauschen alles aus me Schreiberei wird schier bedenkich. Das Berhängnik aber nahte schon. Eben hatte es wieder geklingelt. Im stolzen Ballschmuck war Fräulein Jette zurückgekommen. Frau Dora Kahle aber war gerade n rechter Stimmung und konnte die Jette brauchen, um etwas Leben in die Bude zu bringen. Die Jette aber war auch nicht fein und blieb Nicht gern c;ne Antwort schuldig. So meinte sie denn, als sie von Herumtreiben und Nächtedurch gehen hören mußte: Frau Oberamtmann. pant s Ihnen nicht, mir schon lange nicht; viel eher kriege ich noch eine gute Herrschaft, wie Sie ein ordentliches Mädchen." Was, Du Unart?" schrie die Ober amtmännin, halt's Maul, fönst haue ich noch!" Immer zu!" erwiderte die Jette, Sie wissen aber doch, daß der Schlag zehn Thaler kostet?" Was, Du großmäuliges Menzch? -Zehn Thaler die einzige Tachtel? Ta hast Du gleich zweie auf einmal. die kosten gar nichts. Du Pflaster und Ball,aaltretenn!" Mensch halt, das melde ich der Polizei! -Ich bin kein Mensch, viel eher Sie, Sie altes Tilchbier - Achtel! Die Watschen sollen Ihnen theuer lom men. Sie Kuhstallgräfi'n, Sie Sie Du feite Bauernwachtel." Gottlieb., Mann!" piepte die junge Frau Oberamtmann, das hörst Tu Dir mit an'i" und wirklich wollte er die dreiste Person am Kragen nehmen und herauswerfen, da schob zum Unglück des Herrn Studenten Bulldogge mit großem Sake, zum Entree herein und wollte die Katze faen, die nach der guten Stube raste. Wie der Wind rasten die Tbiere dreimal um die ganze Gesellschaft herum. Der Packan riß dabei die alte Kahle mit um und diese . . , ! sing un um vufe -ju rujen; piogucg aber stutzte der Hund vor dem Trumeau. Starrte ihm doch aus demselben genau eben so eine große Bulldogge entgegen, wie er selbst, sein Spiegelbild. Noch einer hier?"' schien er zudenken und macht sich fertig zum Sprung auf den neuen Gegner. Er läßt Katze Katze sein und.' stürzt auf dcn Gegner im Revier. Kladderadatsch zerbricht der neue Spiegel in hundert Granaten stücke. 80 Thaler waren fort! Der Studiosus August pfiff seinem Köter und trat sammt Hund den Rück zug an. Auch die Jette schlich sich von banne. Ter Oberamtmann aber sagte: 'Weißt Tu was, Mutter, das Neu. jähr in der Stadt fängt schlecht an! Denkst Du wie ich, da packen wir noch heute ein und miethen ein HäuSchckl auf dem Lande. Bei uns, daist's besser, ruhiger uud gcscheidter!" Was früher e i n B a rbie Alles konnte, offenbart eine Nürnbec czer Anzeige vom Jahre HM0, die wir in der Pädagogischen Zeitung", abge-, druckt finden: Jsak Makerl, Barbier Perückcumacher, Ecorgus (Chirurg),, Farrschreiber, Schulmeister Hufschmied und Geburtshelfer. Rasirt vor ein Krüzer. schneid die Haar, für zwei Krüzcr und Butter und Pomade obendrein die jungen artigen Fräuleins, stigt die Laternen an Jahr oder Aierteljabrs weise, die Jungen, Edelleute lernt ihre Muttersprache ' grahmadickolisch und ganz leicht, sorgt sor ihre mitten und jernts duchstabyre' Aeschlagt die Ferste meisterhaft, magt und flickt Schuh und Stlffel, lernts Hoho und Flaut, läßt Aader. , setzt Schropfkopf ganz gering, gibt zu Borchio für , ein Krüzer , es Stück, lernt in die Häuser die KodiljonZ ; und aridere Tanz, verkauft Pafimerq aller Art, Papier. Stiffelwichs, gesalzene , Härink, Honigkung. Pürschten. Mausefallen und andere Konfcks, Herzstärkend ' Wurzel, Kartoffeln Brahdwürst und anderes Gemüs.. X. B. lernt auch die Ehvgraphie und fremd Wahren alle Mittwoch , und Sonnabend Jsak Makerl." ., - Angenehmer A u f t r a g Vayer," sagt der Prin:ipal am Neunundzwanzigfien zu einem Gehilfen, mit dem er sehr unzufrieden ist. ich hab' so ein schlechtes Gedächtniß ich vergesse Alles! Erinnern Sie mich am Ersten, daß ich Ihnen kündige!" Wer geküßt, der kenn! die Liebe nur zur Hälfte; wer geweint. der hat sie ganz erfaßt.

S n l v l a.

luk emerjiekkro. Wrlctzncr. Wer das frische, lachende Gcsichtchen sah, die schelmisch blickenden Äugen, den kleinen, rosigen Mund mit den Grübchen im Kinn, der hätte es gar nicht für möglich gehalten, daß die hüb sche, etwas übermüthige Sylvia 'fo trotzig und zornig mit dem zierlichen Füßchen auf die Erde stampfen und einmal über das anderemal rufen konnte: Ich will ihn nicht, ich mag ihn nicht, er ist mir unausstehlich." Derjenige aber, den sie nicht mochte, der Unausstehliche, war kein anderer, als Cousin Kurt, der den ganzen Gefühls ausbruch feiner schönen Cousine, hinter der schweren Portiere stehend, die den Zugang zum Nebenzimmer bildete, mit angehört hatte. Er schien aber wenig bekümmert von dem energischen ich will ihn nicht": denn er lächelt? halb gutmüthig, halb ironisch Und drehte das zierliche Schnunbärtchen uur noch etwas herausfordernder nach aufwärts. Vor Sylvia stand ihre Mutter, die alte Frau Geheimräthin Bucher und neben Sylvia, auf einem Fauteuil lehnte, mit einem Lächeln, das eine gewisse Überlegenheit ausdrückte, die Schwester Kurts, welche einige Jahre älter als Sylvia sein mochte. Nun, du kannst uns doch wenigstens die Gründe angeben. Sylvia, weshalb d'l ihn nicht magst." wagte die alte Ge heimräthin. die etwas unter dem Ein flusse ihres verzogenen Lieblings stand, zu bemerken. Ich mag ihn nicht, weil lcy iyn even, nicht mag." klang Sylvias Antwort und wieder stampfte das Füßchen recht energisch den Fußboden. Das war nun allerdings so klar als möglich gesagt; denn wenn man jemand nicht mag. so mag man ihn eben nicht. Seufzend und mit einem vielsagenden Blicke auf die beiden Mädchen, zog sich die Gehcimräthin zurück. Bella, die Cousine der schönen S:via. und diese selbst blieben im Zimmer zurück. Syl via war ans Fenster getreten und trommelte leise auf den Scheiben. Jetzt trat Bella zu ihr. umfaßte sie und zog die nur wenig Widerstrebende zu sich aus das Copha. Sylvia, es wäre doch schön gewesen, wenn Tu Kurt nur ein ganz klein w mg hättest leiden mögend" ?!cin. ich mag ihn gar nicht leiden, gar nicht." Dabei ballte die schöne Sylvia die kleinen Fäuste und sah für den heimlichen Beobachter hinter der Portiere eigentlich noch hübscher aus, als vorher. Ein kaum merkliches Lächeln flog über Bellas Angesicht, als sie ruhig antwortete: Nun ja, wen man jemand gar so sehr haßt, wie du unsern Kurt, dann freilich kann ich es dir nicht verdenkm" , Und nun schon gerade nicht." siel Sylvia ein, da Ihr alle so auf mich eindringt. Ihr wollt mich verkaufen. ich selbst soll keinen freien Willen haben. Ich lasse mich nicht so unterdrücken, am allerwenigsten von uiYt der schon thut, als gehöre ich ihm von der Zeit an, da ich noch fo klein war." Sie beugte sich tief zur Erde, um Kleinheit anzudeuten, auf die sie selbst sich wohl schwerlich noch besinnen konnte. Als sie wieder aufblickte, sah sie Bellas Blick forschend auf sich gerichtet;' im nächsten Augenblicke wußte sie, daß die 'Cousine und Freundin ihr tiefstes Ge heimniß errathen, daß sie Kurt liebte und nur aus kindischem Trotz uud weil sie nicht verkauft" werden wollte, ihre Liebe einzuaestehen sich weigerte. Im nächsten Augenblick hing sie schluch zend an Bellas Halse und gestand Alles. Aber die Freundin muete ihr versprechen, ihr Zeit zu lagen und nichts zu verrathen. ..Wenn ich sehe, daß es meine Be stimmn na" ist, Kurt anzugehören, werde ich sprechen. sagte der kleine Trotzkopf unter Thränen.' Damit schie den die Beiden. Als Kurt und Bella sich zu Hause trafen, brau ste diese nichts zu verrathen, denn Kurt hatte Alles mit angeHort. Schon aber hatte er seine Pläne geschmied.'t, um der Erkenntniß dessen, was Sylvia ihre Bestimmung" nannte, ircundlikyst zu Hilfe zu kommen. Es war am Sylvesterabmd. Bein. Medicinalrath war Eylvesterball, der dadurch, daß man maskirt erschcinen mußte und erst nach 12 Ubx den wirklichen Menschen hervorkehren durfte, einen wesentlich erhöhten-Reiz crbielk. Auch Sylvia, als Königin der Nacht costümirt, war anwesend und erregte nicht wenig Bewunderung. Sie war heute noch mehr als sonst übermüthig und bedauerte nur, ihren jedenfalls an wesendcn Better Kurt unter all' den Vkasken nicht herausfinden, zu können. Plötzlich fühlte sie ihre Hand ergriffen und sich von einem Zigeunerroeib fortgezogen." das bereits allgemeine , Aufmerkianikcit durch die Natürlichkeit sei nes Costüms und, durch, scitt ' ganzes Auftreten erregt hatte; fast konnte man' versucht sein," die Alte für eine wirkliche Zigeunerin zu halten., Die Alte zog Sylvia in ein Ncbenkabinet,, drückte sie in ein Fauteuil und vor ihr stehen blei bcnd, streckte siel die Hand aus und Lp! , Bitte, schönes Kind, schenke einer fcr.riifi Uederrascht blickte . Sylvia die Frau an, deren Stilnme ibr völlig iinbekannt klang. Doch schon fuhr das Weib MHWWWSWHWWM i1'1, Schönes Kind, Tu wirst mich nicht verrathen, denn Du bist gut. ,Jch bin keine Maske: ich bin eine arme Frau, eine wirtliche Zigeunerin. Sieh, wo so viele fröhliche Ä!enschen beisammen sind, da glaubte ich, eher etwas vcrdienen zu können, und so bin ich hierher gekommen, wo mich Niemand kennt. Und nicht wahr, mein Täubchen, Tu wirst mich nicht verrathen und einer armen Frau auch etwas schenken?" Sylvia hatte bereits nach ihre? Börf

gegriffen., die sie !n die' Hand der Alten leerte. Diese erschöpfte sich in Dank sagungcn, langsam wandte sie sich zum Gehen, als Sylvia ein Gedanke käm.' den sie bei ruhiger Ueberlegung wohl verworfen hätte, den aber die ganze bunte Umgebung uud der bereits genossene Wein in ihr rege machte. Halt,"' rief sie der Alten zu, Dr sollst mir wahrsagen!" Das Zigeunerweib kam zurück, und auf Sylvia zutretend, flüsterte sie ihr geheimnißvoll zu: Tk, holdes Täubchen, will ich es nur gestchen; wir Zigeuner lügen alle und eitel dummes Zeug ist es. das wir den Leichtgläubigen vorreden; die Er forfchung' der Zukunft gehört höheren Mächten, wir könneil nur allenfalls einen guten Rath geben. Uebrigen? was wolltest Du denn wissen?" Du weißt ja doch keine Antwort lachte Sylvia. Vielleicht doch. Ach. was frage ich denn noch, was kann ein so liebes, fü ßeS Schätzchen denn andirs wissen wol lm, als wer der Zukünftige sein wird und wie er aussieht. O. da gibt es ein unfehlbares Mittel, dies zu crkun den; aber Muth muß man haben, Muth! Und während noch Sylvia die Alte mit überlegenem Lächeln , betrachtete, t .!.. L, IS ." i . . fc. . ;

uane oicjc icv uoer iic gevcugi uno im i Flüstertöne, mit geheimnißvollen Gfc j berden sprach sie: Sieh' Kind, wenn Du in der Neu jahrsnacht zwischen 12 und 1 Uhr vor Deinen Spiegel trittst, so erblickst Du das Bild Deines Schatzes, dem Du angehören wirst, das ist ganz sicher. In zeder Hand mußt Tu ein Licht halten und Niemand darf bei Dir sein; auch darfst Du kein Wort sprechen, fo lange Tu im Zimmer bist." Damit war die Alte verschwunden. Zwar hatte Sylvia ihr lächelnd nachgeblickt, aber der kleine Theil des Aberglaubend, der in jeder Menschennatur uud sicher in der eines jungen, unerfahrcncn Mädchens steckt, war in ihr rege geworden. Natürlich sagte sie sich felöst, daß die Alte Unsinn geschwatzt, aber wenn nichts anderes, so war doch die ewige, natürliche weibliche Neu gicrde wach gerufen und wenn sie auch im Augenblicke noch zögerte, das Expe riment zu versuchen, so war doch Hun dert gegen Eins zu wetten, daß sie es schließlich wagen würde. Während die schöne Sylvia nachdenk lich sich unter die hin- und herwogenden Mcnschm mischte, crwarjcte ein Ritter in spanischer Tracht unweit des Ein? ganges ungeduldig das Zigeunerweib. Unbemerkt flüsterte er der Borbeikom senden zu: Nun. Belle, wie stchts? Alles in Ordnung,", klang die Antwort, sie kommt sicher, hoffe ich." Du bist die beste Schwester auf der Welt," jubelte Kurt. Einen Moment später waren beide auf der Straße, wo sie auseinander gingen, um sich nach kurzer Zeit vor Sylvias Wohnung zu treffen. . Natürlich war die alte GeheimrathsSusanne mit in's Vertrauen gezogen, sonst wäre das Wagstück schwerlich ge lungen. Wie ein Paar Diebe in der Nacht warcnBella undKurt in Sylvias Zimmer geschlichen; die alte Susauna leuchtete zu dem heimlichen Werte. Rasch war der an der Wand hängende nicht allzugroße Spiegel herabg'enommen. seine Rückwand gelodert und vor seine blanke Spiegelscheibe eine andere, genau passende Scheibe gesetzt, die ein vorzüglich gearbeitetes Portrait Kurts zeigte. Dasselbe war so präparirt, daß es nicht dicht unter dem Glase, sondern in einer' geringen Entfernung sich m befinden Men. Kurt, man glaubt wirklich ein leben : des Wesen zu sehen, so täuschend ahn-! lich ist die Platte pravarirt," sagte Bella, und in seinem Ucbermuthe ergriff Kurt seine Schwester und schwenkte sie einige Male umher, bis die alte Susanna Ruhe gebot. Als der Spiegel sich wieder genau an seinem Platze befand, verließen alle das Zimmer. Kurt und Bella wurden von Sufanna in ihrem Kämmcrchen versteckt, um den Erfolg ihrer dunklen That abzuwar '.en. .: Mit Kopfschmerzen und nothwendlgem Frifcheluftschöpfcn" sich cntschuldlgend, war Sylvia kurz vor 12 Uhr nach Hauze geeilt, , und m ihr dunkles Zimmer getreten. Ihr Herz klopfte hörbar; obschon sie sich immer wieder sagte, daß die Rede der Alten eitel Wind gemefen, daß sie gewiß in dem Spiegel uur ihr eigenes Bild erblicken würde, war sie doch seltsam erregt. Jetzt schlug es 12 Uhr und einen Moment nach dem letzten Schlage der alten Turmuhr , entzündete Sylvia, die so lange iin Dunkeln gesessen, die beiden auf dem Tische stehenden Kerzen. Langsam drehte sie sich um und ging mit geschlossenen Augen bis zum'Spiegel. Mit kurzem Entschluß öffneie sie nun die Augen, einen Moment starrte sie entsetzt in den Spiegel, aus dem ihr ein wohlbekanntes Angesicht entgegenlachte,! dann stieß sie einen kurzen Schrei aus. ließ die Kerzen fallen, daß sie erloschen , und stürzte aus dem Zimmer. die Treppe hinab auf die Straße. Hier, wo die kühlende , Nachtluft, ihre Wirkung übte, kam sie zur Besinnung. Sie überlegte, ob das, was sie gesehen, nur eine Täuschung oder Wirklichkeit gewesen, sie überlegte, ob sie nicht um kehren uud den Spiegel genau betracht enDllte.? ;, Doch sie mußte zur Gesellschaft zurück, wo man sie gewiß schon vermißt hatte; und was sie gesehen hatte, da wußte sie gewiß, davon ließ sich doch nichts hinmcgdiskutiren: und dann war cs auch ganz gut möglich, daß der Spiegel jetzt, nachdem sie sich nicht ganz ruhig verhalten, wieder wie jede? gewöhnliche Spiegel fungirte. ES ist meine Bestimmung." sagte sie leise zu sich selbst und er erschien ihr mit einem Male gar nicht so unange

nehm, der'., Gedanke an ihren Cousin Kurt. , Während aber Sylvia raschen Fußes wieder dem Ballfaale zueilte, waren vier geschäftige Hände bemüht dem Spiegel seine frühere blanke ' F!Zch wiederzugeben. , : Auf der Platte siehst Du M M scher aus, saate Bella zu Kurt, als dieser sich im Spiegel besehend, zufnen den Cchnurrdart drehte, s Als Sylvia einige Stunden später vom Balle nach Hause kam und beim Eintritt in ihr Zimmerchen einen neugierigen Blick in den Spiegel warf, zeigte dieser ganz unschuldig ihr eigenes Bild. Es ist meine Bestimmung." mur' melte sie noch vor dem Entschlafen. , Der Zeit von acht Tagen bedürfte es noch, bis Sylvia dem überglücklichen Kurt erröthend um den Hals fiel und, indem sie den Kopf schamhaft an feine Brust barg, flüsterte: Es ist meine Bestimmung." Viele Jahre später hat die Frau Doctorin. als sie jm Kreise ihrer Familie, zu der auch zwei stramme Vuben und ein zierliches Mädchen ctchören. die geheimnißvolle Geschichte iencr Syl-

vesternacht erfuhr, volle acht Tage lang mit ihrem gestrengen Eheherrn, (der. unter uns gesagt, eine Wenigkeit unter dem Pantoffel steht) gebrummt"; dann ist sie ihm. trotz der beiden Buben und des Mädchens, erröthend um den Hals gefallen und hat gestammelt: Es war doch meine Bestimmung." In der Sylvesternacht. Was stört der Kuckuck meiner Uhr Der Ruhe süßes Traumen? Vorbei das Jahr? O laß cs nur Mit feinem Glück noch säumen. Rasch ist der Tage siücht'ge Schaar Im Mondenlauf verklungen. Nun hat der Monde letzter gar Sein Schwanculied gesungen. Nun flieht mit ihm wie eitel Trug Ein Stück von meinem Leben; a . Schon will das Jahr zum letzten Flug Die schnellen Schwingen heben. Auf seinen Schwingen strahlt mein Glück. Des Friedens Morgenschimmcr Da ruft das Herz: o kehr' zurück! Vielleicht vielleicht auch nimmer ! Und führ ich nicht bei diesem Wort Des Zweifels ganze Schwere? Es stürmen die Gedanken fort In ungewisse Leere. Ich seh' die Zukunft nachtumhüllt Sich wie ein Abgrund dehnen Doch ihre dunklen Tiefen füllt Der ganzen Menschheit Sehnen. Und Seufzer wallen wie Gebet Durch ihre fernsten Räume, Gleich einem Strom, der rauschend weht Zum Himmel- fein Geschäumt. Was einsam meine Seele schwellt. Ich hör' es tausendtönig Durchschauern jetzt die weile Welt, Den Bettler wie den König. Ta schmettert nicht vom alten Thurm Der alte Wächter droben? Horch, in den Gassen hat ein Sturm Der Freude sich erhoben. Und sollte ich allein dem Klang Verzagten Herzens lauschen?. ' Nein, hoffnungsvollen Jubclsang Hör' ich hernicderrauschm! Die verfeylie Probe. , Der großmachtige Schcikh Abdullah sprach eines Tages zu seinem Hoj-Wei-scn. dem alten Enekazi: Tu weißt stets einen Illlqcn Rath zu ertheilen. alter Enekazi, könntest Tu mir viel leicht auch sagen, oo und, wie ich es herauszubringen vermochte, welche von meinen Hofrätben wirklich aufrichtig sind?" Einfach: Sache." entgegnct der Hof-Weise mit Sicherheit. Ich werde Tir sogleich sagen, großmachtigcr Scheikh, wie das anzufangen ist: Gehe hin und dichte , noch heute ein langes Märchen." Halt, unterbrach der Schcüh, Du vergißt, daß ich kein Dichter bin!" Das ist cs ja eben, groß mächtiger Scheikh! Dichte noch 'heute ein langes Märchen und lese cs Tcinen versammelten Hofräthen' vor." Aber, Enekazi, bedenke doch, ich habe in meinem Leben keine einzige Zeile ge dichtet!" Um so b:sser! . ..Wenn Du das lange Mürben Deinen Hofräthcn vorgelesen Host, wirst, Tu die Wirkung von selbst sehen. Morgen bin ich wieder zu Deinen Füßen, um Dein Wahrnehmungen zu hören!-, , , Am nächsten Tage , trat der weise Enekazi in das Zelt des Schcikh und begann: ' 1 Hast Du meinen ,Rath , befolgt, großmüchtiger Scheith?" Gewiß!" Und was geschah, nachdem " Tu Dein Marcherr gelesen hattest V fragte schmunzelnd der Alte. O Merkwürdiges! Einer schrie. daß , dieses Märchen das lang gesuchte des großen Dichters Jbu-Jemin 'sein müsse, ein Anderer daß ich eine neustrahlende Sonne am Himmel der Dichtkunst sei, ein Dritter 'bat, , ein kleines Stück von meinem Maulel abschneiden zu dürfen, zum Andenken an diese bcrrliche Vorlesung und den unsterblichen Dichter kurz Alle jauchzten und lobten meine Kunst und Sprache." 1 Nun, und der alte Heri-Adin?" fragte gespannt der Weise. Ah, dr ist während der Vorlesung eingenickt'.- Haha! Was ersiehst Tu nun daraus, großmächtiger Scheikh?" sprach triumvhirend der weise Alte. Was joll ich daraus erichcn r entaegnet mit Erstaunen der Scheikh. .Was Jedermann erficht: dcji ich seh? viel Talent zum Dichter hae!" Enekazi verbeugte sich, entzündete fernen Tschibuk und schwieg. Denn er war wirklich ein Weiser.

Teregraphieoyni Späht.

Das Ideal der Elektriker ist es seit sanger Zeit" gewesen, ohne Draht telegraphmn. , Die , Möglichkeit hat kaum ein SachvcrstÄndjger bestritten, für die Ausführung aber sind , krfchle dcne Wege ersonnen. Schon vor äni gen Monaten ging die Nachricht durch die Blätter, daß Edison . seinen -üim Lorbeeren einen neuen hinzugefügt und das Problem gelbst habe. Seit der Zeit ist ' es wieder wunderbar filll über die Edifon'jchcn Versuche geworden. Wahrscheinlich arbeitet der große Er finder in aller Ruhe unbeirrt an der Lösung der großen Frage weiter. In der letzten Zeit hat der erste ElMriler des britischen Post und Telegraphen amtcs. 33. H. Prccce, die Sachs auf genommen und vom Gcneralp ost m euter die Mittel zur Ausführung der Ver suche erhalten. Drei Methodrn logen dem englischen Elektriker vor allem im Sinne: Er ßcns eine Trahtlcituug von der Wuge einer englischen Meile zu errichten, während auf dem Schilfe, mit welchem die Verbindung ohne Draht hergestellt werden soll, sich eine Trabtlcitung der Länge nach bcfiiZdet. Zweitens einen Traht vom Schiffe aus in die See zu hängen nach der Richtung.,, wo sich die Drahtleitung am Gestade beendet. Das Mcer bildet hier den Vermittler. Die dritte Methode Vrecccs besteht darin, einen Traht bis in die Nähe des Schiffes durch das Meer zu führen, während eine Juductionsrolle sich an Bord befindet. Die erste Methode hat, wie die Times angibt, sich ichtcr Tage bewährt. Es wurde bei Eordisf eine Drahtleitung von Lavernock Point bis Lavernock House gezogen. Auf der Insel Flat Holme, im Kanal von Bn stol, wurde die Parallele erreicht. Lck tere Leitung war eine halbe Meile lang. Die Entfernung zwischen den beiden- Leitungen beträgt etwa drei englische Meilen. In Lavernock Point wurde ein starker Strom entwickelt. Auf der Insel hörte man jedes Wort, welches am Gestade in die Leitung hincingerufcn wurde. Die Times" führt mit Recht an, daß der derklhWte englische Physiker CreokeS schon in einem Artikel der Fortuigthly Rcvicwdarauf aufmerksam gemacht hat. daß es sich vor allem darum handle, die gcnaue Wellenlänge zu treffen, dann Würde , die Jnduction Vergleichs tise leicht sein. Tas Problem liegt in der Luft. Wahrscheinlich wird es einer lösen, dessen Name fetzt noch völlig zu )en Unbekannten zählt. In dem Brief Wechsel Galileis, so lange vor der Cnt dccknng der Fernwirkungen der Ele!:ri ität geschrieben, wird des Problems ichon Erwähnung gethan. Unterseeboote. Vor kurzer Zeit ist in Savona das Tancherboo! des Ingenieurs Pckcr degli Abbatti vom Stapel gelaufen, das speziell für Fischerei und Tauchcrzwccke Zoustruirt von dessen Probefahrt aber bis jetzt nichts verlautet. UcbcrHaupt ist die Frage der Uuterwancr' boote sehr in Rückstand gekommen, Zeitdem es sich als unmöglich erwies, eine größere Geschwindigkeit als acht Uno ten zu erzielen, bei welcher an eine VerWendung zu 5Zrieaszmecken. er eine Verfolgung feindlicher Schiffe nicht gedacht werden kann. Tesirn ungeachtet bleibt die Anwendung zu friedlichen Zwecken, m-lnondcre zu jorZchungen,,, belieben, und sind die versÄicdencn Versuche, brauchbare Instruktionen u . ' rv i r: . sinoen, von öugcir.nricin snicujic. Die nnt Frage der Lustdezchanung zur daS unter Wasser bcsi.idlichc Schiff ist l,ci der bcutiaen kr;cuaunas!eckmik krnn primirter Gase ohne Äelauc;. 'dagegen, spielt die SlSerheit eine Rolle, mit wel. chc? em Schift bei irgend einem Tcsckt der Masckiue :e. wieder an die Ober fläche zurückkehrt. So hat das fran zösische Unterseeboot Goubet" einen schweren Äleikm, der im Augenblick der Gefabr vom Scbine aetrennt werden kann, uud das erleichterte Fabrzcug strebt razch zur Z-berslache., Ändere Vorrichtungen besteyen dann, dan die 5abr;euae durch in Beweauna befind liche Schrauben, Pumpen :c. zum 'Sin-' kcn gebracht und unker Waffer gehalten werden und bei Aufhören der Mascki ' nenthätizkeit sofort aufsteigen. So wird aiis der Werlt in .oulon cm Unterseeboot gebaut, das lZ00 Tonnen Wasierverdröngung besitzt , und ' nii Taucherlchraudcn ausgerüstet t. ' ' , , . . Ganz sichergestellt i st es , nicht, daß Gutenberg der erste Erfinder , der Buchdruckerkunst war. Abgesehen davon, daß die Chinesen sie bereits ein Jahrtausend vor unserer Zeitrechnung gekannt hatten, erschien im Jahre 14 U m Venedig in Bezug auf das Drucken ein Tekrc't,, so daß man annehmen muß, daß iie Kunst dort schon , längere Zeit in Uebung war. Gutcuderg scheint mit Faust die Mainzer Bibel ohne Datum 1455 gedruckt zu habcn, mährend Coster von Haarlem mit den,' ,Siecuium , lmmanao . salvaiionis" vielleicht , schert 1440 fertig gererrden war. ' Jedenfalls ' gab , es schon ein Jahr vor jenern 'Bibeldruck, nämlich 1454, eine gedruckte, Ermahnung, die Waffen gegen die Türken zu ergreifen und zu gleicher Zcit zwei Ablaßbriefe Nikolaus V. Nach Frankreich kam die Kunst 1409. '' Anfangs erschienen nur Folianteu dann die Quartanten un) 1501, die Tuodczbände. Die Dr'icker waren damals auch ihre eigenen Buchbändler: die Anzahl der Exemplare je der Auflage betrug g?wodn!ich drcihun dert. " ES erregt Erstaunen wenn man liest, daß schon damals von 1470 bis 1500, also in dreißig Jahren, in Eu ropa mehr als zehntausend Ausgaben von Büchern und Pamphleten gcdrur worden. Hiervon fielen am meisten auf Italien; Venedig allein war mit 2&5 Werken daran betheiligt. London nur mit 130. In Spanien erschien das erste Werk 1474 über die Empfangniß Ut heiligen Jungfrau"