Indiana Tribüne, Volume 16, Number 97, Indianapolis, Marion County, 25 December 1892 — Page 7
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Ast; omnertour naa, Lapplsnö Ln C. von WalS'ZeViwiy.
Im Lappenlager. In d?n NcbengcwSssern der Lule C!fe und in dieser 'selbst findet man edle Perlen in nicht unbedeutender Zahl und oft in recht ansebnllcher Größe. Das lebhafteste Interesse erweckten in nur die jetzt unbewohnten Häufer der Lappen, die mit idren Renntieren bt rcitZ hoch in den Fjätlen weilten, lln 'gehindert trat ich in einesderfelbm ein. Kein Schloß, lein Riegel hinderte mich, die Jhü? wurde nur durch eine einfache Kramme und einen dünnen Vorstecker geschloffen, ein glänzender Beweis für die beispiellose Ehrlichkeit der Bemoh ner dieser Gegenden. Ein alteZ Lap penweib. welches im Dorf zurückgeblieden war. um die Pelzsachen auszu klopfen und in: Raume lüften, zeigt? mir wahre Wunderdinge davon: da'gab es kostbare, kunstvoll aus lauter 'bunten Felstückchen zusammengesetzte Kleider und Hosen; Brautkroncn mit goldenen SxiZen und Perlen, unter denen sich oft echte. werthvoKe Ejem plare befinden; mit. Silber eingelegte Nennthierstäbe. ja selbst silberne Kan nen und Milchtöpfchen fehlen reicht. - Manche dieser Sachen warm bereits hundert und mehr Jahre in der ftami lie. In einem Nebenraum lagen Renn tbier-. Fuchs. Luchs. Wolfs- und Bärenfelle übereinander aethürmt, mit
denen im Winter die hölzernen Bänke, welche an den Wänden entlang laufen, bedeckt werden, die den genügsamen Menschen, welche sich niemals entklei den, wenn sie sich schlafen legen, als Lagerstatt dienen. Die Landschaft ändert sich nun wie mit einem Schlage. Wir treten in ein romantisches Sceengcbiet und Terasien land von außerordentlicher Schönheit. ' Die Ufer steigert fchroffauf. , und dazu vftffen tn& hft iprn thrH nnr'nßri
die mächtigen Gletscher des Sulitelma. t5315ftur. bscki. und feiner NebenbSben. die Niarka. und UlliviZ-Tjälle zur Lln ken, letztere 5177 Fuß, mehr und mehr eutacLen. einen bezaubernden, imvosanten Hintergrund für die lachende, in den faftigften Farbentönen pran . v.rfv v vri.tt yiiiv i.nuu iuiu v(.viiiuiiU..ut t vu w r f r ? ... . i . .
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leichter Mühe fangen meine getreuen Begleiter die herrlichsten Bachforellen. JuHuuderttausenden führen diese kost baren Fifche hier ihr Dasein, die An siebter leben von ihnen und ganze Fässer voll werdm zur Wintern ährung getrocknet und eingesalzen. Die Hütten der AnsieJler sind spärlich ausgestreut, uf einer Reise von drei Tagen und . drei Rächten trafen wir deren höchstens fünf an. . Hoch und höher stieg der Salitillma, bis er endlich. alZ wir da? vorläufige Ziel unserer Reise, das Kirchdorf Quickjock. gerade unker dem 07. Grad ge legen, erreicht hatten, in seiner ganzen Majestät zu un5 herniedersah. Quick zock gleicht einem lieblichen Schweizerdorf. 'ff Auf grünen, saftigen, mit Blumen bestreuten A!atten liegen, das bescheidene Kirchlein umschaarend, die starken, hölzernen Häuser, deren Schindeldach man ' gleich wie 'in der Schweiz mit Steinen ' gegen die Unbilden der Stürme beschwerte. Ich befand mich nun schon tief in der. schwedisch? Lappmarken, hatte aber außer den beiden reisenden Lappen noch keinen dieieZ Vousitammes aeledeu Jetzt aber wollte ich ihnen energisch aus den Vnd rucken, warb deshalb drei iras tige junge Leute, miethete zwei starke Pserdchen, das eme für mich, das an dere für das Gepäck, das Proviant und ein Zelt, und dann ging es hinein in das eigentliche Gebirge. Anfangs ginge ubsr sankt antteigende, grüne Geblrgz wiesen, die mit rothen, gelben und wei ßenAlumen wahrhaft überschüttet waren, dann .aber verwandelte sick der (5hara!ter der Landschaft plötzlich, sie wurde rauh und unwegsam und wir fühlten nun, w:e viel leichler hier be reits die Lust wurde. ": ;: 1 " Eine Hochgebirgstour rn den Fjallen ; Schwedens unterscheidet sich, wenn man erst die Grenze des Baumwuchles über , schrit.-en hat. und wer nur als Tourist r rein, mecu iuuyi acmij von einer ici , cheVi in den Alpen. Der einzige Unter 1 cb ic t i 1 1 j ber : b a n in art öle IH e i f c Ii ö an 5 nach Belieben fortsetzen und unterbreeben kann, denn das Scheiden der Sonne seyt derselben niemals ! elWie! Nd erleichtert das schnelle Vorwärtskommen sehr. , Zwei Tage waren wir mm schon unterwegs, ohne em menschliches Wesen zu Gencht bekommen zu haben. Qb es Morgen oder Abend war, wußten wir kaum, meine Uhr war stehen geblieben. Ein Hherrttchesi ungeahntes Schauspiel. wenn die onne. einen weiten, weiten gotdfunkelnden Ring um sich bildend. tich bis zum Honzont senkte, nur bis zur Hälfte, untertauchte und sich dann wieder langsam erhob. Noch , einige Tage weiter und wn sollten ihre volle ungeschmälerte Scheide für Tage nicht vom Himmel verschwin den sehen. Wir schritten und klettevten jürbaß und doit dort endlich hatte
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lch's erreicht, lag das erste Lappenlager vor -mir. Ungefähr zehn b:S zwölf Zelte aus Rennthierfellen, mit aller. band bunten Fccn behängen, erheben sich nahe der Schneegrenze auf dem Felsgestcin, zwischen dessen Spalten Moose und würzige Kräuter sproßten, n s;. f v.; i Umhällnng befestigt ist, zusammenstoK u, iuu wiuiiutii, uii iiuu;ui an welchen die ßen, entquoll ein dicker, , schwarzer Dampf, der von dem Feuer herrührte, das im Innern brannte. Rings um die Hütten schien ein Wald von -Ge weihen entstanden zu sein; hier lagerten die Rennthiere, einzelne üugteu neugie rig nach den unerwarteten Änkömmlin gen. andere standen einzeln oder in Gruppen mit ihren Kälbern auf der Schneedecke zerstreut. Zwischen diesen Thieren tummelten sich die kleinen langschnäuzigen. zotti gen Hunde, die im Winter zum Ziehen der Schlitten benuht werden, dazwi schütt wälzte sich, wie kleine Kobolde anzusehen, ganz und gar in Rennthier fälle eingenäht, der überreiche, - wahr haft affenartig häßliche Kindersegen. Männer undWeiber, im ersten Augen blick nzäit von einander zu unterscheid den, lungerten rauchend an lyren ai. ien herum, und nur wenige gaben sich häuslichen Beschäftigungen hin. Noch gewahrten sie uns nicht, erst das wüthende Geheul der Hunde und deren bälferndes Anschlagen weckte sie aus ihrem dösigen Darein starren und ritt telte sie aus ihrer Faulheit auf.' Im Nu mir wurde Angst und Bange waren wir von den häßlichen, schmuggelt, stinkenden, kleinen, tiefäugigen Gestalten umringt, die uns an starrten und betasteten, als hätten sie noch nie einen Menschen gejehen. Ich vertheilte Tabak und kleine Münzen unter die Lappen, mir so ihr Zutrauen schnell erwerbend und ließ es mir ge fallen, dü mich dieser dahin, .jener dorthin in feine Hütte zog. Durch eine Rennthierfellwohnung tritt man einige Stufen hinunter in das Innere, wel ches je nach der Stärke der Familie, die darin Unterkunst finden soll, räumlich bemessen ist. An der Seite läuft ein mit Fcsien belegter Erdauswurf hin. der als ik. Tisch und Lagerstatt dient, während sich in der Mitte die Feuerstätte besin : dct, über der , an emcr Kette der kupferne Kessel hängt, in dem sich eine wahrhaft eatfctzliche brodelnde Mafse befand. Ich sollte durchaus mit ihnen esien. Alles, aber das' vermochte ich nicht, und so drehte ich denn den SpieiL um und lvd sie zum Diner ein und sah mit- trüben Blicken einen guten Theil meiner schönen Borräthe schwin den. x jeder Hütte befindet sich eine Bi bei und ein Gesangbuch in der Schrift die seinen HottiU ivelche Ein. zdm flasfiihrfn: Untere hMsWn t0j.& Ka C7.UVvm fVrt A sich sogar mit Filigranarbeiten, und wieder welche fertigten aus kleinen buu ten Pelzstäckchcn jcire Taschen, Gürtel und Kleider, die ich rn Jockwock gesehen hatte. Ich mußte hier vierundzwanzig Stunden aushalten, denn ich sowohl wie die Pferde bedurften der Ruhe. Nachdem unsere Frist abgelaufen war, pilgerten wir weiter. Bei der riesigen Schneedecke, die an den meisten Stellen schon so weich geworden war, um uns zu tragen, war es jedoch nicht möglich, mit den Pferden weiter zu kommen. Niels und ein Anderer brach ten daher die Pferde in das Lager und kamen bald mit Rennthieren und Schlitten zurücke Ich schlüpfte in' die hölzerne, vorn halb geschlossene, mit Fellen ausgepolsterte Mulde, nahm den Zügel in die eine, den Aennthier stock ,n die andere Hand und segelte los. Mir wurde grün und blau vor den Augen,, und ich verfiel in einen Zu stand, gegen den die abscheulichste See krankheit' ein Kinderspiel ist. Gott sei Dank, daß das Rennthier ein Einsehen hatte und solche Kapriolen machte, daß ich injch bald wie ein dickes Packet im Schnee wälzte. Ich gab das Rennen auf und hielt mit meinen Schweden einen Kriegs rath, ob der Uebergang nicht zu Fuß' zu bewerkstelligen sei, was sich jedoch bei reiflicher Ueberlegung als unmöglich herausstellte. Einige alte gebirgskll dige Lappen, die wir hier antrafen, wa ren derselben Ansicht, und so mußte ich denn, wenn auch mit schwerem Herzen, meinen Entschluß, von hier aus BodS und dann das Rord-Kap zu erreichen, aufgeben. Daher entschloß ich mich, die Rück eeise anzutreten, gelangte wieder! dem freundlichen Lulea an'und verlebte hier das in ganz Schweden so hoch gefeierte Jobannisfest. . Wir sä'sen an jenem Tage, , im leichtesten Anzüge auf dem schön ge schmückten Marktplatz der Stadt und schwelgten in dem Besten, was Küche und Keller zu geben vermöchten., , ; Heute: liegt 'Lappland nun , weit hinter mir ; es ist inir eine schöne, hochinteressante, unauslöschliche Erin UerUNg. " ::ti; P : P: "v Gin AttentatS.Fabrikant. Vs? dem Schwurgerichte zu Kraiau; vurdeIn denl merkwürdige, in seiner Art vielleicht als einzig dastehende Prozeß gegen den pol nifchcn Journalisten Josef Hendigery verbandelt, dessen Verhastung im Mai wJ?erfolgteI Joses Hendlgery recte Hendiger, Sohn eines Warschauer Polizeibeam ten. gegenwärtig 25 Jahre alt. war erst im Lause des letzten Jahres nach Lemberg gekommen. Er gab sich als Toctor der Philosophie und Eorrespon denten verschiedener Blätter aus und sand Zutritt im Hause des Redacteurs der Gazctta Lowoska", Thcophi! Szumski. Das Unglück wollte es. daß dessen Tochter sich in den jungen Mann verliebte. Die Eltern gaben die Ein willigung zur Ehe und Anfangs Apil d. I. fand Hochzeit statt. Kurz
rycp vor der Hochzcü war Heudigery in St. Petersburg gewezen. Bald nach der Hochzeit begab er sich mit seiner zungen Frau nach Krakau zu einem Oheim derselben, dem Grafen Stanislaus Minonezynskie denn die Szumkls 'haben eine reiche Verwandtschaft. In örnfslit tiprhf th hül tuttslt Usslsl-r lin Krakau verblieb das junge Paar un gefäh? den halben Monat April und den ganzen Mai. Dort begann er sich Dynamit zu verschaffen, das er angeb lich zu , wissenschaftlichen Zwecken 'gebrauche. In derselben Zeit machte cr die'Be. kanntschaft eines aus Rußland aüsge wiefenen Juden Namens Abelcs. welcher berufsmäßiger Schmuggler ist. und warb denselben für die Hinüberfchmug gelung von Waaren" nach Rußland an. Die Personen, von denen er das Dynamit verlangte, fanden anfangs an der Sache nichts Auffälliges; in den weiteren Unterredungen forderte - tt aber, unter dunklem Hinweis auf ihr Polcnthum. so große Quantitäten, daß die Leute Verdacht schöpsten, nnd daß einer von ihnen, der Flußaufseher Sippel der Polizei die Anzeige erstattcte. Darauf hin wurde Hendigery Ende Mai verhaftet. Wenige Tage nach Hendigerys Verhaftung erfchienen zwei russische Genzdarmerie Oberst lieutcnants, Masson und Markgrawski, bei der Krakauer Polizeibehörde und gaben unter Eid nachstehende Mitthei lungen zu Protokoll: Anfangs April,, vor seiner Hochzeit, war Hendlgery in' Petersburg gewesen, er hatte bei dem, Gchilfen dös Ministers des Innern,' General v. Szebeko, Audienz erlangt und demselben mitgetheilt, daß in Lemberg ein Attentat gegen das Leben des Zasen Alexander vorbereitet werde.' An der Spitze der Verschwörung steh?, der gefürchtet? polnische Revolutionär, ZurowZki' Mitglieder derselben seien viele polnische Journalisten und Stu dentcn, die 'er Alle namhaft machte.' und als polnischer Patriot, der das Heil seines-Volles nncin innigem Zu sammengchen mit Rußland erblicken könne, sehe er sich veranlaßt, von die ser Verschwörung die russische Behörde zu verständigen.' Da er aber arm sei. h-offe cr auf eine anständige Belohnung. Mit Austrägen von russischer S.'ite. die näher zu bezeichnen kaum noth'.J.'ndig , ist, kehrte Hendigery nun nach Galizien Zurück, während gleichzeitig der War schauer Polizeidirector, General Brock, zu? Ergreifung der erforderlichen Maßregeln aufgefordert wurde. Nun käm er also nach Hause zurück mit der Au? sicht auf ein colossales DenunciantenHonorar; aber dasjenige, wofür er das Honorar bekommen sollte, die Berschworung. fehlte gänzlich, und so verfiel er auf den rasfinirten Plan, unschuldige Leuie dazu zu bestimmen, daß sie für ihn kleine, in der Tasche zu tragende endnngen Dynamit nach Rußland ! uUM?HM'...., r,nMm - Weitn sie dle tUiltzche Grenze pa,si iri hatten, dann wartete ihrer die bereits verständigte russischePottzei, und in, der Pete?'Pau!FcstunZ. in Sibirien, od'r sie wuldn nach durchgezuortem tras Proceß hingerichtet, während Hendlgery den ibm naclaaien Lobn crbiklt. " Die . . ' . ' i. t -w t lI . j . s.,: . . i'ciücu miuiiyca iu.ucic muiiui um fassende Mittheilungen über die ganze Affaire, und zwar" unter Vorlegung der Briefe, dje Hendigcry nach PeterZdurg geschrieben , hatte. Oberstlieutenant Markgrawski erzählte unter Anderem: Hendi'acrys Berichte ließen die Gefahr immer. näher und naher erscheinen ; er gab bereits die Woche an. wo der erste Dynamittransport nach Rußland ab gehen sollte, und nannte die Personen Sippel, Abeles, Kasparowicz. den Ehcfredacteur des Curier- Smowski Wyslouch, den Redacteur Frühling u. s. w., welche durch das Loos zur Ausführung des Atientates bestimmt worden seien. Er nannte auch einige in Rußland lebende Bolen. unter An gäbe ihrer Adressen, so daß diese Per sonen gewiß von der Denunciation in fürchterlicher Weise getroffen wurden. Als nun die Gefahr immer näher rückte, wurde Markgrawski nach Galt zien entsendet, um. an Ort und Stelle mit Hendigery zusammen zu arbeiten. Hendigery' machte vorerst den russischen Offizier mit, Abeles bekannt. Dieser Letztere ahnte nicht, was es zu bedeuten hatte, daß Hendigery ihn fragte, ob tt also fest, entschlossen sei, einige Waaren nach Rußland mitzunehmen. ' Er ant wertete: ' Ja!. Alsbald aber .schöpfte Markgrawski Verdacht und nach seiner Rückkehr '' nach Warschau, daß die russischen Behörden ,direct bei der Krakauer Polizei anfragten. ,, Und da stellte es sich heraus., daß das Atten tat eine Erfindung gewefen war,, um von Rußland Geld zu erschwindeln, und daß zu diesem Zwecke Hendigcry Ankla gen erhoben hatte gegen eine; ganze Reihe ehrcnroerther. .unschuldiger'Per sonen. die ihm niemals etwas zu Leide gethan, und unter welchen die Meisten ihn vielleicht niemals gesehen hatten. Die Ve rjusung der W eltge schichte. (Ein antifemitilchri Zchretkbild au küaZttzen Tagkn.) I Nachdem die Wahl eines Erzüischofs für das Olmütze? Bisthum auf den Judensprößling Dr. Kohn gefallen ist, zweifelt kein antisemitisches Gemüth mehr, daß das Vordrängen d:r Semiten in jene rcichdotirten Stellen, die i n tk:0 i ,heT;i::,;:i! nbcdi ngt verfch l osi en wattN!!tMlnW ist. Es wird nicht lange mehr dauern, n uUmaMDrU ins den Tagesblattern Nachrichten., roie die folgenden, ohne besondere Verwunderung lesen, wenn auch zum großen Schmerz aller Erhos Prediger und Hetzrektoren.ßWUW London, 25. November 1893. Bei oem gestrigen L ordmay orBan kett ; i n London beantwortete der Staatssekretär für Indien. Lord Jsaaksohn, in Ab Wesenheit des Premierministers Abra ham Veilchenfeld, den Toast auf das gegenwärtige Kabinet mit einem Hoch auf die AlÜance isr?.1its, worauf die jüdische Nationalhymne von allen An wesenden bedeckten Hauptes abgesungen wurde.
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Päns. zo. 'vfosentver lbU4. Äas neueste Dynamitattentat hat in der Scinestadt wie)erum gewaltige Aufre zuug hervorgerufen Der Minister Präsident Salomon Nathan hat ge jern Nachmittag mit dem PolizeiprS jekten Hirsch Rosenzweig eine lange Un icrredung gehabt, die sich bis zum Sab ath'Anjang hinzog, worauf sich beide in die Synagoge begaben. New York. 27.' November 1895. 5s ist ein Sie ohne Gleichen, den bei zer Präsidentenwahl der Ver. Staaten son Nordamerika .die Semitokraten nit'Veite! Jßig an der Spitze errungen zaben. Eine so starke Stimmen mehr z;rt hat bisher weder die Partei der Zkepudlikaner. noch die der Demokraten ju Stame gebracht. Die Hauptbedeu tung der Wahl liegt in dem vollständi en Krach des RassenreinheitZ-Systems. ie neue Welt ist fortan für das Ger inanenthum so gut wie verloren. Marienwcrde'r. 23. November. .Nach dem der bisherige Reichstagsabgeord ncte, Landrath Sally Wendriner. we gen seiner Ernennung zum Polizeidi rektor sein Mandat niedergelegt hat. wird von den Eonscrvativen Herr chmul'Jeiteles als Gegenkandidat der Liberalen aufgestellt. Petersburg. 2$. Nov. 1807. Der Nachfolger Gortschakows, Fürst Jsidor Samosch. hat dem zum jüdischen Glatt den übergetretenen Zaren einen Gesetz?n!wurf unterbreitet, der den verfolg ten Anhängern der ehemaligen grie chisch katholischen StaatSrcligion neue Beschränkungen auferlegt und sichtlich die Tendenz erkennen läßt, die armen Opfer der neüen jüdisch socialen Acra gcm zu unterdrücken. Mpwapwa. 30. Nov. 16OS. Lieutenant Samuel Lewin hat mit dem Kö nig der Wahehe, Leib J.sak. Blutsbrüderschast getrunken. Die Zwistig leiten zwischen den deutschen Eolonial Juden un) den jüdischen Eingeborenen im Suaheli'Vebiet sind beigelegt. Berlin. Am Faschingtage des Jah rcs 1900. Es ist nachgewiesen, daß von allen Parteien die christlich-sociale die meisten jüdischen Mitglieder zählt. Der eben wieder aus der Haft entlas jene Rector Ahlwardt benutzt die Zeit 'bis zur nächsten Verhaftung mit der Ausarbeitung eincrBröschüre über die Berjudung des Antisemitismus IS. . a - lBerttner Wespen.) Der gestoytene Pudel." Einst führte vor den Stuhl des Richters Ein Mann zwei Zwillingsbrüder hin. Anklagen.sprach'er. muß ich Beide, Weil ich durch sie bestkhlen bin! Sie raubten mir frei von der Straße Hier dielen weißen Pudelhnnd: Ich kaufte ihn für drei Zechlnen Vor einem Jahr' in Trapezunt!" " ' ' v wEr lügt!" so riefen die Verklagten Mit Recht besitzen wir ihn Bei'd': ' Es schenkte Vaterö Mutterschwester Ihn uns bereits vor langes Zeit!" i -A:tr .nuno inoeu inai nett vm .- . . . V " 1 4 - 1 f l rtl . ' ttxn ti&iu aix .. uiiu wiiiwwuu uiu iuuuii uuur, i . . . . ' ' Sogar den Kadi. als der lockte Wie's schlecht gezog'ner Hunde Brauch! Der Richter sprach: So laßt ergrün . -f , den Nun durch Beweis, wer ihn besaß! , Sprich, Kläger, welchen Standes bist Tu? . Du sagtest bisher nicht mir das!" Jch bin ein Sänger!" rief der Kläger Und reckte stolz die Brust heraus. Die Brüder lachten- höhnisch: Leider! Man pfeift ja überall Dich aus!? ' . D' ' ' ' '' Gut!" sprach derKadi, "sing' ein . Liedchen!- ' Wir protestirenZ rief das Paar: Wozu die Qual?" Schwelgt!" sagt ' Jener: -.Doch Du sing'. wie'S befohlen war!" . ' . ' ' ". ' i Und er begann. EZ stöhnten leise -Die Zwillingsbrüder fort und fort. Der-, Richter selbst blieb schwer nur ' e.- , .' . ernsthalt Doch ruhig saß, der, Pudel dort. V, ' ' v. ' Nach Schluß des Licd's,' rief streng dn Kadi: -Schamlose Diebe seid Ihr zwei! , Mit fünfzig Nuthenstrcichen jeder Von Euch dafür gezüchtigt sei! ' ' ' ' ' , 1 ' " Du aber. Kläger, nimm den Pudel!, Klar ist der Hund als Dein erkannt: Ein fremder wär' bei solchem Sänge Mit Wehgeheul daoongerannt!7 " " ommev - r , ' Im Sommer des Lebens im Sternen ', ' : ' : schein. ' ' Zwei junge Herzen beim Stelldlchejn--O seliges Plaudern und Fragen. Von kommenden glücklichen Tagen!. , -f . W i n i e r. ' Zur Winterszeit bei Dämmerlicht ;! : Zwei Alte mit lächelndem Angesicht. .ObdieTageü.jEnde,sichneiq Sie sitzen und sinnen und schweigend Ob alt sie geworden, die einstens jung. ll; .Ii!,;' Was selig , sie , hofften. Erinnerung Sie bringt der Liede genoncne? Glück Noch einmal ibncn in's Herz zurück! I'!'":g llllf f "n c'f ra I:':t i ";;' 0 e ' e . 1 o rn'e nS' Unterschrift ist im autographischen Markt S10 werth. Gen. McElellans 83 und GenZ,Sbermans',s3:W A bge b lt tz t. V glau den Sie mir, Fraulein Amalie, glau den Sie meinen Worten: Ich liebe Sie rasend!" Sie Glücklicher! Sie haben schon Jemand', den Sie lieben Ich noch nicht!" Triumph. Michel: Du, Dein Schädel hat scheint's bei der letzten Rauferei mit dem Sepp a' tüch tig's Loch 'kriegt!" Girgl (stolz): .Dem Sepp sei' Krügel ober auch'
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SeiZinAchtinoreZekt,' von Eurt Zepk. Fortziehen und die Geliebte zurück' lassen, für immer verlassen müssen, daZ ist wahrhaftig nichts Kleines.- Und doch lagen bei mir die Verhältnisse so, we nigstens dachte ich in trüben Stunden, daß sie c;enau so lägen. In heiteren Augenblicken freilich hatte ich die Hoff nung noch nicht aufgegeben. Aber fort mußte ich. Das stand zu nächst fest, das ließ sich nicht ändern. Ich hatte in der mit Aerzten überfüllten Stadt, in der es übrigens Niemand einfiel, krank zu werden, eine jämmer liche Praxis. Nun sollte ich in einer anderen Stadt eine Stellung als Schularzt des dortigen Gymnasiums bekommen' und hatte außerdem die Aussicht, dort wenige? Eollegen und deshalb mehr Patienten zu finden, die sich meiner Kunst anvertrauen wür den. Zu Neujahr wollte ich !in meinem neuen Heim ein anderes, 'mit reicher Praxis gesegnetes Leben biginnen. Es waren nur noch wenige Tage di? da hin; dann mußte ich der Stadt, die mir in der letzten Zeit so lieb geworden, den Rücken kehren. Ich hatte vor etlichen Monaten den Professor Hartriedzu be handeln gehabt, der alte joviale Mann hatte über alles Denkbare geklagt; ich weiß nicht mehr, wie viele'Krantheiten er aufzählte, an denen zu leiden er durchaus die Ehre haben wollte. Es hals nichts, daß ich ihm einredete, es stände ganz gut mit ihm, doch half es. als ich ihm eine Menge Mittel, die man gegen Schnupfen anwendet, empfahl. Der alte Herr war in wenigen Tatzen wieder hergestellt und wußte nicht genug meine Kunst zu preisen, die ihn von Schwindsucht. Husten, Magenleiden. Flimmern vor den Augen, Nervenfieber. und dergleichen geheilt und vom Tode errettet haben sollte. Et lud mich mehrere Male zu sich ein. und ich, von Geschäften, wie gesagt, nicht cseraoe erdrückt, besuchte ihn, so oft ich es für schicklich hielt Indessen, so gauz aus Freundschaft zu dem Herrn Professor that ich es denn doch nicht. Derselbe hatte ein aller liebstes Töchterlein,, das ich gleich beim ersten Anblick recht anzielend sand. Sie war vielleicht achtzehn Jahre alt. die munter?, hübsche Melitta, die einem Manne gewiß das Leben einmal recht leicht mächen würde. Was. war also natürlicher, als , daß ich mich zu ihr hin gezogen suhlte Und daß sie in meinen geheimen Gedanken, an die Zukunft eine bedeutende Rolle spielte. Nun kam mir aber ein schweres Bedenken ; denn ich kannte mich nur zu gut. Ich wußte, daß das bei Dichtern und anderen Leuten so gelausige Wört : Ich liebe Dich, bei mir durchaus nicht dazu kommen wollte, ausgklprocyen zu weden.'.. Ich bin mcht schüchtern, man glaube das ja nicht! Aber wie ich. der erklärte Feind alle? Sentimentalität, jemals mit einer Frau von Liebe sprechen sollte, das begriff ich nicht im Gering sten. Ja, ich, konnte, über alle mög lichen Dinge mjt Damen reden, ich konnte sie durch meine mitunter nicht übel angebrachten Aussprüche zum Lachen machen.' ich konnte sie durch meine ironischen Bemerkungen auch är gern. Aber jemals von einem so war wen Gegenstand ' wie Liebe zu sprechen. das brachte tch nicht scrt.ig. Sollte ich Melitta dircct. fragen: .Liebst Du mich" Um Hlmmelswillen. wenn ich einen Korb betommen würde! .Oder sollte ich ansangen: Jch liebe Dich." Tod und Hölle, wenn, sie mir eine Ohrfeige geben würde! Es ist nun, eine eigene Sache um die Liebeserklä rnngen. Wer mit ihnen nicht vertraut ist. der bringt sie sein Lcbtag nicht zu Weges . Ich verwünschte dieselben auss herzlichste und schalt sie das unnützeste Zeug, das je erdacht worden sei. ' Nur kam' ich damit nicht weiter. ' Schließlich dachte ich daran, das Ver fahren bei einer Liebeserklärung ein fach zu erlernen. Da kam es mirdenn in den Sinn, mir ein Auch über den gutcN 'Ton zu kaufen: doch ging ich davon wieder ab, als ich bedachte, was das für einen großen Aufruhr in der Stadt geben würde. , Himmel ! wenn es dann hieße: Der schwarze Doktor (so nannte Man .Mich impertinenter Weise wegen meiner dunklen Haare und Au gen), der schwarze Doktor hat sich ein Buch über den Anstand gekauft! Nein, das war nicht auszudenken! Ich verfiel endlich auf den 'guten Gedanken.' mir in Romanen die auf solche verfängliche Angelegenheiten bezüglichen St nauer anzusehen. Zwei Wochen lang las ich so Romane, das heißt, nicht etwa vollständig durch; , ich blätterte einfach so lange darin berum, bis ich die ver langten Scenen fand. Ost ging man dabei ganz , leichtsinnig über solche Hauptpunkte des Mcnzchenlebcns hinwea. Ja, gleich in den ersten Werken. die ich so durchstudirte. fand ich' gar keine erträgliche Liebeserklärung. Ich konnte dann nicht umhin, in der Leihbchljothek von nun an Romane zu ver - ' ' . ';'V' lt'1": "i", c'.t . -. ''j' langen, ln oenen grove leoeseriiarun ac'iiÄ das mir die Bücher einhändigte, lächelte verschmitzt bei diesem Verlangen. Es war mir einerlei. Bei Verfolgung eines so hohen Zieles war ,ch rücksichtslos. Zu- Hause angekommen, ging es dann von Neuem auf die Suche. Bald hatte ich mir denn auch eine ! solche Kenntniß in Aachen der Liebes i -Isi-.. au.,aA.MI ;: V A U ! 4, , w i t rrillliuiiril uiiijcciyun, uuu iu; uuu outen Muthes in die Zukunft und auf die nächste Einladung zum Professor sah.' Aber, o weh! Man glaubt nicht, wie schwer eshält, Theorie in Praxis zu übertragen. Das nächste Mal, als ich beim Professor mich be sand. aina alles wieder den alten Schlendrian. Melitta war wieder so lustig und wir plauderten so fröhlich zusammen ES schien wir freilich manchmal, als würden ihre Augen recht feurig, und ich klaube fast, die meimgen waren es
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oft. Wenn aber dann einmal unsere Blicke sich verstohlen trafen, so senkten wir einfach dieAugen und verstummten eine Weile. Ich 'hatte dann Zeit zu bedenken, daß ich demnächst auf meine Liebeserklärung lossteuern könne, aber ich wußte gar' nicht, wie ich aus dem fröhlichen Tone in einen gefühlvollen übergehen sollte. Während ich so nachdachte, begann sie wieder über etwas Gkeichziltlges zu plaudern. Das ging nun so fort und wir kamen nicht wei tec. Bei den nächsten Besuchen, die ich bei der Professorsfamilie machte, brachte ich das Werk ebenso wenig zu einem guten Abschloß. So standen die Sachen, als ich am heiligen Abend mit meinen kleinen Ein käufen abrücken wollte, um auf eine Einladung der Profefforsfamilie im Kreise derselben an der Christfeier theilzunehmen. Das war nun der Ab schied-besuch. denn nach den Feiertagen wollte ich die Stadt verlassen. Fortziehen und die Geliebte zurück laffen müssen,, das war es. was mir entsetzlich im Kopfe herumging. Würde ich heute ihr meine Liehe gestehen kön nen? Und wenn nicht, dann war sie mir auf immer verloren, die liebe schöne Melitta! Nein, es mußte heute etwas geschehen, es mußte! Aber würde ich h:ute, mo ich gewiß mit ?)!e!itta leinen Augenblick allein sein würde, Gelegenheit haben mich ihr zu nähern, vor ausgesetzt selbst, daß ich einmal die ,qe eignete Stimmung dazu fände. Mij kam ein. verzweifelter Gedanke. Ich hatte für Melitta eine ziemlich nette Blumenvase aus Porcellan ge kaufte Dieselbe ging von oben herab nach dem Boden zu eng zusammen, er weiterte sich jedoch wieder kurz über demselben. Ich bemühte mich nun, auf diesem Boden mit arabischem Gummi ein Zettelchen festzukleben, das man wegen der Dunkelheit unterhalb der Bascncnge gewiß nicht sofort be merken würde. Niemand würde übn qeus. wenn ich das Geschenk brächte, seine Nase sogleich in die Innenseite der Vase stecken. Das sicht doch gar zu sehr danach aus. als wollte man das Gc schenk ganz kritisch prüfen und den Preis desselben bestimmen. Sicher aber würde das Melitta thun, sobald sie allein die Vase betrachten würde. O. sie würd? gar bald die Liebesbotschaft finden! Auf den Zettel hatte ich nämlich fol gcnde Worte geschrieben: Hochverehrtes Fräulein, ' liebste Melitta ! Scheidend wage ich Dir meine heiße Liebe zu gestehen. Wirst Du mich erhören? Wenn Du mich liebst so schreib nur ein Wort, und wir werden aus immer zusammen sein! Dein Dir ewig ergebener Paul." Mit diesem Herzenserguß auf dem Zettel und dem Zettel in der Blu menvase. sowie mit den anderen Geschmken machte ich mich bangend auf den iÄ.Z' ' Im Hause des Professors wurde ich .zerzlich empfangen. Der alte Herr und seineSemahlin streckten mir freund lich die, Hand entgegen, das kleine Lieschen. die siebenjährige Schwester Me lltas sprang nur an' den Hals, und letztere selbst crröthcte leicht, als sie mich erblickte. Ich vertheilte meine kleinen Geschenke, welche Lieschen mit stürm! schen Ausbrüchen der Freude, die übn aen mit warmen Dankeswortcn cnt qcgennahmen. Ich ward sodann an 1 ' r.r r '.. r. .. . t . den Tisch geführt, auf dem ein großer khrlstvauln von leuchtenden oiammen ergianzie. unter oemieioen lag. wie 4 . MD I ? .. : lch Mit groLcr vreuoe ersuyr. nictne Weihnach'isbescherung: ein prunkvolles Wemscrvlce. ein von Melittas Handen kunstvoll gearbeitetes Cigarrenctui und cm Paar Strumpfe. Letzteres Kunststück, von Lieschen gefertigt, nahm ich unter allgemeinem Gelächter in Em ptana. Trotzdem konnte ich Nicht umhin, die Gabe des kleinen Mädchens für die größte zu erklären, wenn ich auch den Werth des Wernservices gehörig würdigte und Melittas Gezchenk mit tausend Küssen hätte bedecken mögen. Das Beichauen, Bewundern. Acipre chen der Geschenke' dauerte noch lange fort.' Wir waren alle in der fröhlichsten Laune. Nur wenn die Sprache auf meinen Weggang kam. dann wurde die Stimme etwas ernster. Tann spielte Melitta, welche am Tische u::tcr dem Christbaum saß. in Gedanken verfunken, mtt det Blumenvase. drehte dieselbe mechan.sch nach allen Seiten um und beschaute sie sich von außen und von innea. Dicze Belchas tigung verfolgte sie mit dem größten Interesse., Was sie thun würde, wenn sie den Zettel entdecken und lesen würde? Das könnte eine schöne Scenen werden! r- t l . f 1 . . . Uvenn ye micy nlcyi iteoi, wte wuroe sie höhnisch auflachen, mit welch' ver nichteudcm Blicke würde sie, mich 'den ganzen Abend betrachten, mich den Spötter, der sich so oft mit ihr über alle Sentimentalität . lustig gemacht hMMU'' Ich saß wie auf Kohlen, während Melitta so die Vase .musterte. ' Jetzt wars sie einen langen Blick rn das In nere derselben S:e,schien darin elwZs bemerkt zu haben, das ihre Neugierde erregte. Sie hielt die Vase gegen das .,-.,;. i'v. :''. ' i . ' Licht und schaute in die Oefsnung der selbenM'A'. Jetzt mußte die Erploston erfolgen. Mir ward siedend heiß jede Sekunde bünfte1mi Professor aber merkte nichts von diefem wichtigen Augenblicke meines Lebens, er erzählte. mit gutmüthiger Derbheit cben4thnl.i ifemcrSStuinienzcii einmal des NachtSdie Polizei eingewickelt" habe weil er die Scheiben von ein paar Straßenlaternen durchaus nicht unzerbrochen hätte Zehen mögen. ck rinne mick beute naki. iubr er fort, as für einen Heid'.nradau das machte, wenn so ein dickn Stein an die alten Scheiben flog Das klirrte und splitterte aanz aoüeSiam merlich in der stillen Nacht ! Da plötzlich ertönte wie sin tau sendfacheS Echo der Erzählung des Professors ein schreckliches Klirren md Splittern. lÄle'.Sieitia rernavm
man einen halbunterdrücklen Aufschrei Melitta's. Ich hatte den ganzen Vorgang mit fieberhafter Aufregung beobachtet. Ich hatte gesehen, wie Melitta den Zettel im Innern d?r Vase bemerkt hatte. Ich erkannte, daß sie denselben las. Wie sie dann plötzlich tief crröthcte und mir einen flammenden Blick zuwarf, wieihrBusen hastig auf- und vAogte wie ihre Gesichtsfarw jäh wechselte, wie ihre Hand zu zittern begann und wie schließlich die Vafe nichts Bestens wußte, als derselben zu entfallen, o ich hatte das alles mit stürmisch klopfendem Her zen verfolgt. Jetzt, als die Vase in Scherben am Boden lag, sprang ich,' gleich den übri gen. von meinem Sike auf und eilte auf Melitta zu. Diele war halb ohn . mächtig auf ihrem Stuhle zurückgesun Zen. Während sich ihre Altern mit ihr beschäftigten, bedauerte Lieschen in im. mer neuen Ausbrüchen die arme zer brochene Vafe und machte sich endlicd mit den Scherben zu schassen. Melitta erholte sich bald wieder. Der alte Professor und seine Frau schalten über die Unvorsichtigkeit, mit der sie ein so kostbares Geschenk behandelt hätte. Jetzt erst dachte man an die Schaden, die ringS im Zimmer herumlagen. Man ivoNte dieselben aus Licsch'cn'S Händen nehmen, sie könne sich gar zu leicht schneiden. Das kleine Mädchen aber sagte: Hör' einmal. Mama, was hier auf dem Schcrbenstück steht!" Und nun las sie mit nach Kindesari abgehackter Stimme daS sentimentale Schreiben, das durch Zufall erhalten geblieben war: Hochverehrtes Fräulein, liebste Me litta! Scheidend wage ich Dir meine heiße Liebe zu gestehen. Wirst Du mich erhören? Wenn Du mich liebst, so schreib' nur ein Wort, und wir wec den auf ewig zusammen sein! Dei Dir ewig ergebener Paul." Man kann, sich ctivs denken, wie das wirkte! Niemand fand ein Wert zu fa gen. Melitta und ich überboten uns gegenseitig im Nothwerden. Außer dein hatte ich den lebhaften Wunsch, tief unter die Erde zn versinken. Die ser ward mir indessen vom Schicklal keineswegs gewährt. Der Professor sah seine Frau mit einem bedeutsamen Blicke an. Dann richteten sich des Letzteren Augen auf Melitta. Diese warf sich schluchzend an die Brust ihrer Mutter. Mir warcs. als hätte ich jetzt etwas Passendes sagen müssen, aber man hätte mich todN'chZagcn können, ich hätte nicht gewußt, was. Bei meinen oben erwähnten Studien über solche intime Angelegenheiten hätte ich nichts gcfun den, was für meinen Fall geeignet ge Wesen wäre. Ich schlug beschämt die lugen nieder. Denn alle sahen jetzt
uf mich. Da wandte sich der Professor zu mir. Fassen Sie sich, junger Mann!" sagte er freundlich. Ihrem Glücke steht nichts im Woge. Wenn ich meine Tochter recht verstehe, so haben Sie sick in ihr nicht getäuscht." Und er ergriff meine Hand und führte mich zu 'Melitta. Unsere Blicke trafen sich. Da überwältigten mich die Gefühle. Ich schloß sie in meine Arme und gab ihr den ersten Kuß. Ich war unendlich glücklich und sah nnthv.t MeZlit 55 Annen Entzücken itrak eiu ufälliq warf ich auch einen Mck auf Lieschen, di: urkomisch aus ' . sah. als hätte sie eben entdeckt, daß sich die Welt anders herum drehe wie bis her. Wanim küssen sich denn Melitta und der Herr Doctor auf einmal?" wagte sie endlich zu fragen. Sonst haöen sie sich doch, immer nur geneckt und gezankt." Das gab ein großes Gelächter. Es dauerre lange, ehe man ihr klar ge rr tirt 3. ?f TOrfnfc iirrn fSpirrttfi ! tllvlul. tvuw KW litt WtlVUUlll ,V"f Verschwögerung und dergscZchen für ein Bewandtnig habe. Und sie stellte immer von Neuem die i'essinnigen Fragen. Ich beteiligte mich jetzt lebhaft cn dem allgemeinen Gespräch, denn ich fühlte mich plötzlich, nachdem die Ver lobung, bei der ich übrigens kein Wort gesagt hatte. fo glücklich von Statten gegangen war, so sicher und überlegen, als hätte ich tagtäglich nichts gethan als Liebe erklärt. i ..Nichts ist leichier." sagte ich mir als zu einer Frau zu kommen. Man muß eZ.frei!ich verstehen! Jeder wird es nun eben so klug anzufangen wissen, wie ich!" So dachte ich damals im ersten Triumphe des Sieges. Jetzt, wenn ich im traulichen Heim der Meinen sitze und mit Melitta über jenen Weih Nachtsabend spreche, dann denke ich mit Schrecken daran, was aus mn gcwor den wäre"ohne die zerbrochene Aluinen vafe. Gedankensplitter. Es stößt gar mancher mit der Zunge .an. ZUnd denkt dabei doch ganz geschwind; : Lei manchem, der schnell sprechen kann, , Die Gedanken anstößig sind !,,:' I'. ': .:'!;. ' .. r oft. Nachbarin izu einem lam veaegnenoen yaöttsen ykpaare. r : i. ': ' ! , " 'ff i i 's,;. . velches vor Kurzem ein Kindchen bekommen hat): So ein Mädcrl habenMWeAAsH hepaarM NächbarinÄDa wach st ;uch jcj oit: fJlß ,!! E in gut t'r S; ch 'o l e g e r v a t erWWedenzSie,mi? Ihre Tochter. Ich habe zwar Schuld?;, aber ich bin doch ein praktischer Arzt, der'!'- , ÜZractisch. saaen Sie? Wenn Sie Schulden haben, sind Sie unpractisch ! Adieu! Warum er irrn! t. Pr er ' rer: Schämen sie ttch denn gar nicht. Grashofer. so unmäßig zu trinken, ha den Sie denn kemc GewiZienZdisse? DaS ist'S grad', Herr Pfarrer, ich sauf' eben nur aus Kummer, weil ich jo'n er därmlicher versoffener Kerl bin!
Hir:'!!!!;1!
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