Indiana Tribüne, Volume 16, Number 90, Indianapolis, Marion County, 18 December 1892 — Page 7

roi

5!

Mne interessante LeienSversiche, rungsgefchtchte.

In Wien macht augenblicklich bt Angelegenheit der Lebensversicherung deZ verstorbenen Anton Nonachcr, des Begründers der Wiener und Berliner Monacher-Theater, viel von sich reden. Wir entnehmen dem Neuen Wiener Tageblatt" hierüber die folgenden Ein zelheiten: Zu Gunsten eines seiner Freunde, der mit nicht unbedeutenden Beträgen für ihn Bürgschaft geleistet hatte, ließ Anton Nonach'er Ende April dieses Jahres bei einer bervorragenden amen kanifchen Gesellschaft auf den Betrag fcirn200,OOQ Mark sein Leben versichern. Er wollte dem Freunde für alle Falle eine Sicherstellung bieten, aber die asse curirte Summe konnte nach dem Tode Ronschers nicht ausbezahlt werden. Die interesiante Affaire spielte sich folgen dermaßen ab: In dem Berliner Filialburean dn betreffenden amerikanischen Gesellschaft, deren Haupt fit; sich in New Pork befin der, erschien gegen Ende April Herr Ronacher und stellte den Antrag, fein Leben auf 200,000 Mark zu versichern. Der Vertrag sollte in der Weise abge schloffen Werden, daß er nicht nur für Ableben, scnöern auch für Erleben Gültigkeit besaß, d. h. nach Ablauf einer bestimmten Anzahl von Jahren hätte Herrn Ronacher die assccurirte Summe voll ausbezahlt werden müssen; wäre er dagegen in der Zwischenzeit mit Tod abgegangen, so würde der Jnha ber der Ässicuranzpolice eine Woche nach dem Ableben Nonachcr's die 200.000 Mark einkassirt haben. Der Versicherungsantrag wurde entsprechend ausgefüllt und hierauf den Aerzten der (St jellschaft übermittelt, welche den Auftrag erhielten, die ärztliche Untersuchung des zu Versichernden vorzunehmen. Ta es sich um eine verhältnißmäßig hohe Summe handelte, mußte diese Unter suchung gemäß den Gesellschaftftatutcn durch zwei Aerzte geschehen. Beide Toctoren erklärten, daß Herr Anton Ronacher sich der besten Gesund heit erfreue und in Folge dessen nahm die amerikanische' Gesellschaft den Antrag an, sie schloß mit Herrn Ronacher den Vertrag im obenbezeichneten inne ab. Freilich nur . als provisorisches Uebereinkommen, wie es der Ums bei der amerikanischen Gesellschaft mit sich bringt. Der Antrag wurde von Ber lin an die in Paris befindliche europaifche Centrale der Gesellschaft abge sandt und diese schickte eine interimiKische Police für Herrn Ronacher nach .Berlin zurück, während sie den Antrag selbst behufs Ausstellung einer definitiven Police an das Hauptbureau in New Vork abgehen ließ. Die Asse curanz tritt erst mit dem Augenblick in Kraft und Giltigkeit, wo die erste Zahlungsrate an die Vcrsichernngsgcsellschaft erfolgt ist. Die von dem Versicherten zu erlegende Summe betrug 4000 Mark, das heißt den vierten Theil der mit 16,000 Mai! ftipulirten Jahresprämie. Aber Anton Ronacher verfügte über. diesen Betrag tm Apru nicht. Er er klärte in dem Berliner Filialbureau der amerikanischen Assccuranz, daher mit dem Erläge der Prämienquote bis zum Eintreffen der definitiven Police aus New YJotl warten werde. Das Schriftstück kam, doch Ronacher erlegte die Quote auch dann nicht. Das hatte freilich feinen triftigen Grund; er war inzwischen erkrankt und mußte sich zur Kur ' nach' Karlsbad begeben. Die Aerzte !n Karlsbads erkannten bereits den Ernst seines Leidens, nur er selbst - hatte kerne Ahnung davon. . Die Frist, welche für den Erlag bei ersten Anecuranzprämie bestand ver strich. Die Berliner Filiale fandte die auf den Namen Antön Ronacher und fcuf den Betrag von 200,000 M. lau tende Police nach New York zurück und weniae Taae sväter verschied Rona eher in Wien. Leberkrebs war lt Urjache seines Todes. Die Tircctoren der amerikanischen Assccuranz lasen ml aronem Erstaunen, dan Herr Ro nacher an Leberkrebs verschieden fei. Die Frage lag nahe, wie so die Aerli ner Aerzte einen Mann im April für vollkommen gesund erklaren konnten. der im Juni an Leberkrebs gestorben war ? Dtr New Yorker Verilchcrungs desellschast stieg der Verdacht auf. daß die Aerzte, ihrer Berliner Filiale bei der im Aprll .m Berlin vorgenrnrn? ncn Untersuchung Anton Ronacher picht mit der gebotenen Aufmerksamkeit und Umstcht zu Werke gegangen seien und sie ertheilte daher den Austrag, gegen diese Aerzte eine Disciplin Untersuchung einzuleiten. Eine Wiener medicinlsche Autorität wurde mit den genauen .Erhebungen über die Todesursache Anton Ronachers betraut und um ein Gutachten darüber anaeaanaen, inwieferne etwa eine Fahrlässigkeit seitens der Berliner Ge- ' lelllchaltsärzie vorliege. Bon dem Votum diezer Autorität wird die wei , tere Entwickelung der Angelegenheit abhängen. . Für jene Person, zu deren Gunsten die Versicherung Anton Rona- ; chcrs abgeschlossen werden sollte, ist das, Ergebnis dieser Untersuchung aller dings glcichqiltiq. Da! Eine steht fest Die ameritani-'che Gesellschaft hat 200 ," 000 Mark erspart. !!!i!jäi,!f;:- ' t . 'i . '';M ; '" l iM ! j" j: ''' Cine Mesalliance. Die Vermählung, des Herzogs Lud'ig in Bayern mit Anionie Barth hat in München überall, selbst in Theaterlreisen, sehr überrazcht. Herzog Lud- . . , i rv . I t -"" ... v. . i " wlg. oer uiI ;$agrc uu roare elgen:lich der Chef der herzoglichen Linie des Wittelsbachischcn Hauses er verzichtete aber zu Gunsten seines acht Jahre jüri gcrcn Bruders, des Herzogs Dr. Karl Theodor Ursoch: der Verzichtleistung war, daß Herzogs war damals OveM undHommandiren des 4. Chevaurlegers -Regiments

21 Augsburg die Lur Frch'rau von " .nM.L.liii.f i :'wt'1 rr !';:' ; Hl l1 : " , : :i ''li n"' . ,i' , i!, , , ,,

mm

Wallersec erhobene Schauspielerin $ti nette Wendel heirathete. Mit dem durch diese morganatische Ehe beding

ten Verzicht aus das Majorat verzichtete er auf sehr reiche Nevenuen, doch ist ihm ein jährlicher Zuschuß aus dcnfel ben gesichert. Der Herzog hat ferner Bezüge als General der Cavallerie aus Subventionen leinet Schwester, der Kaiserin von Oesterreich. Seine erste, morganatische Gemahlin ist vor einem Jahre gestorben, und man wußte wohl, daß das lebhafte Interesse für die Damen des Theaters o ihm fortbestehe. Der Herzog verließ oft seine Loge, um hinter den Coulissen Besuch zu machen. Besondere Auf merkamfe,t ichenkte er der lungeren weiblichen Balletgencration. Man sah auch, daß er seit einiger Zeit viel mit den im Ballet angestellten zwei Schwe fern Barth sprach, sie augenscheinlich bevorzugte, aber man legte dem keine besondere Bedeutung bei. Die Schwestern Barth lebten bei ihrer Mutter. Ihr Vater war Mechaniker in einer Münchener Fabrik, soll ein sehr ae schickte? Arbeiter gewesen sein, hatte aber einst mit seinem Principal Diff'erenzen, an denen er nicht schuld ge wesen sein soll, und in Folge deren er plötzlich von der Bildfläche ver schwand. Es war das vor etwa vierzehn Jahren. Seitdem ist er verscho! !en. Die mit den beiden kleinen Kindern zurückgelassene Frau bot Alles auf, ihren Mann ausfindig zu machen. Da man vernahm, er habe sich ein Leid angethan, so reiste die Frau eine Zeit lang mit Unterstützung auter Leute überall hin, wo eine Leiche gefunden wurde, aber stets vergeblich. Die beiden Mädchen kamen in ein Waisenhaus und vor etwa sieben Iah. ren in die Balletschule des Münchener Hostheaters. Die Mutter erwarb sich und ihren Töchtern den Unterhalt fleißig und redlich mit Sticken. Seit etwa zwei Jahren hatten die Mädchen Gehalt, der jedoch nicht groß ist. Die beiden Mädchen galten rn ihren Kreisen als brav und sehr solid. Die nun zur morganatifchen Gemahlin des Her zog? aufgestiegene Autonie ist zwanzig emhalb Jahre alt, eine schlanke mat, sichtlich blutarme .Brünette, ruhigen Temperaments, während ihre um ein Jahr jüngere Schwester von frischer Farbe, lebhaft und munter ist. Hübsch sind sie beide, hübscher die jüngere. 'Bor etwa vierzehn Tagen suchten beide um Entlassung aus dem Theaterver bände nach, die ihnen vor einigen Ta gen gewährt wurde. Herzog Ludwig. der ein herzogliches Palais am Gasting bewohnt, führt verhaltnißmäßig er?Zachen Haushalt. Wegen seiner ersten Vermählung war eine Entfremdung zwischen ihm und dem Hofe eingetreten. König Ludwig II. hob zcdoch die Berstimmung aus. doch hielt sich der Herzog, wohl seiner Gemahlin wegen, immer etwatz zurück. Als die letztere starb, konnte man aus verschiedenen Aeußerlichkeiten schließen. daß sie sich die Gunst des Hofes doch Nicht errungen habe, wenn auc die conventionellen Rücksichten beobachtet wurden. Am Rechnung der Unebenbürtigkeit ist es zu fetzen, daß die stan desamtliche Eheschließung nicht von einem hohen Staatsbeamten; sondern von einem magistratischen Rathsasscuor vollzogen wurde. Ganz als Bürgerliche trat die junge Frau jedoch nicht in das Palais ein. denn sie erhielt vom PrinzRegenten den Non"Titel mit dem neuen, nachgebildeten .Namen Bar tolf . Zur Baronin wurde sie jedoch nicht gemacht, sie blieb auf der unter Ken Rangstufe der Amtsbezeichnungen. Ein neues Bild Munkacöys. Ueber ein neues Bilb Munkacsys wird der Franks. Ztg." aus Paris berichtet : Draußen m vourbevoie, dort, wo Paris aufhört Paris zu sein, hat der ungarische Meister neuere lich sein Atelier aufgeschlagen. Es ist ein schmuckes funkelnagelneues Haus aus Ziegel und Holz. Je stmer es braunen m. um'so lauter svrechen im Innern die Gedanken. Und, wie de fruchtet von dem großen Schweigtn, erblüht die Leinwand in reichen Jar ben und Gebilden. Eine Niesenleinwand das : fünfzehn Meter breit und sechs Meter hoch. Und da ne ihren un aefüaen Le,b in keines der bereits vor handenen Ateliers des Meisters hinein passen wollte, hat er ihr ein eigenes Haus oauen milden, eoen, in ouroe voie, was .siebzigtausend Francs gekostet hat. Diese Riesenleinwand also, an der, Munkacsy jetzt arbeitet, ist für das neue ungarische Parlamentsgebäude bestimmt, das man jetzt in Budapest aufzuführen im Begriff ist. Dort soll sie die: Hauptwand'hinter dem Stuhle des Präsidenten einnehmen. Die Einweihung des neuen Paria

t, :a':-. tv.t.. iDrt n.ü::..v... in Aussicht genommenen Millenniumeier bilden, welche, nebenbei gejagt, sechs Monate dauern soll. Millennium. das heißt, im Jahre 189 werden es 1000 Jahre sein, daß die Magyaren nach Ungarn gekommen sind. Tieien Einzug der magyarischen Nnter schaaren in Ungarn stellt Munkacsy's emaioe oar. ecyis, rm orocr - gluilu ui uuiviciiücc llupipun vcs Bildes, ist Arpad zu sehen, der Führer

mx Wl wda.W m imwmm IL ahrige Miß Guyncth Maude, "nnfbe"llaUpiClt rdieies Jahr die Tochter eines höheren QssicierS bei

der Magyaren, in reichem Reiteranzuge : von Pfunden , belauft., ,Bei Sprinks aus heißem Rone. Sechs Pnnzen zu erschwindelte sie Silberwaaren für! 175 Pferde gleich ihm, bilden sein Gesolge. ; Pfuno, 6:i der Grafton-Jur-Eompany Hinter ihnen ist tm großes Zelt zu Pelzwerk für nahezu 300 Pfund.' und sehen das den ganzen rechten -icheil des " Alles wanderte sofort zum Psandleiher. Gemaldeslnnimmt. ls birgt emen Was die Zunge ! Dame mit , dem Gelde Wu der nrauen, U zuckenden Geschlechts, von denen Ihnen bc(tc oder von einer dritten Person zu Jeder Wunder erzahlt haben wird den Betrügereien und Tiebstählcn verlein guterStern auch nur einmal ,,eil wurde, ist noch unermittclt. " wenig icnieits der Lcltha geführt. ? Das tragische Ende ihrer Äcutter hat

Z r u-'x xi . eine epullli on dem Fall einen doppelt peinlichen Ander slavischen Ureinwohner ein, welche strich gegeben. Frau Maude lebte mit herbeigekommen sind um den vren:den ihrer Tochter in großem Stil in einem die Symbole der Unterwerfung , zu feinen Westendhause. Die Mutter war überreichen; Donauwauer in grünen -ine nnhtii. ?., mnr i,

' ' ri ' 1 " w'i''.1'" V ;, li-l ,,: '"' lll, , r, i- :n . . , ,1:' 1 i h mV.' I VA.n 1 j W AJ I L. u Wmm u' 'Hl M, i : . ": .ii ''i.'i-'l:!;1:1:'1'1!1'-!1!:!:1' 'm- 1 :" ' ;!'!ü iA

garifchen Ebene, dem Älföld'. Uttv diese Ebene selbst ist da und nimmt Theil an dem großen Augenblicke ihrer Geschichte und dehnt sich weit, unabseh bar weit binter der Volksmenge in der Mitte, besäet mit den weißen Zelten des magyarischen Lagers. Die linke Seite ,des Gemäldes wird von zahlrcichem Kriegsvolk Arpads zu Fuß und zu Pferde ausgefüllt, das sich lautem Sie gesjubel hingibt. Munkacsy kommt mit diesem seinem neuesten Werke .zum ersten Male ungarisch im großen Stile. Ungarisches, ungarisches Volk und selbst ungarisches Licht und ungarischen Hirn mel hat er da auf der weiten Leinewand ausgebreitet. Mit den Costümen hat es freilich feine Schwierigkeiten, denn die historischen Quellen sind sehr sparlich, und dieZeitungs-Berichterstattung ließ im Jahre 89 zu wünschen übrig. So war der Meister größtentheils auf seine eigene Phantasie angewiesen. Er hat die Volkstrachten des heutigen Ma gyarenlandes historifirt". Rumänische Geschichten.

Recht pikante bukarester Geschichtchen werden gegenwärtig in der Tagespresse und in Gesellschaftskreisen der rumänifchen Hauptstadt ganz ungenirt erzählt. Sie beziehen sich auf angebliche weibliche Einflüsse, welche sich im rumänifchen Kriegsministerium bei Beförde rungen, Vergebung von Lieferungen und anderen wichtigen Entscheidungen geltend machen sollen. Ein sehr verbreitetes, antidynastisches Oppositionsblatt ist in den Besitz eines an den Kriegsminister General Lahovary gerichteten und "Juli k Belle" gezeichneten Briefes gelangt, der ein grelles Streiflicht aus die Mißwirthschaft fallen läßt. Der Brief wurde als Facsimile mit ewigen Auslassungen veröffentlicht, und seine Echtheit ist von keiner Seite besinnen worden. Die .schöne" Verfasserin dieses galanten Schreibens, deren verhüllter Name für die bukarcstcr Gesellschaft natürlich sehr i.f;jLiI ist tüi.i Ltm.r v . oimgnmiig itf oinei um me oesoroerung ihres Vetters zum Rittmeister und, zwar in ziemlich verfänglichen Wendungen, welche die Möglichkeit der Ablehnung ihres .Anliegens ausschlie ßen. Diese Beförderung ist denn auch gleich darauf erfolgt. Aus dem gan zen Tone und Inhalte des Briefes e gibt sich, daß die Adsenderin gewöhl.t ist, die "CJetiiIe8S8 accoutirniee" wie sie sich ausdrückt des Kriegsministers in Anspruch zu nehmen. Auch gibt sie eine andere Adresse an, als die ihre? Wohnung, an welche die zusagende Antwort zu richten sei; der Herausgeber aber hat diese aus dem Facsimile weggelassen, um, wie er sagt, dem Aergernisse keinen allzu großen Umsang zu geben. Kurz vor diesir Briefgeschichte hatte der.General-Post-director Ernst Sturdza in höchst unliebsamer Weise die ösfentliche Aufmerksamkeit auf sich gelenkt.' Die Regierung beabsichtigt, in ' Bukarest ein monumentales Hauptpostamt erbauen zu lassen, das den Anforderungen des modernen Verkehrs entspricht; das heutige stammt n aus der alten Zeit, ist durchaus unzureichend und leidet an unerträglichen Uebelständen. " Im Hinblicke auf die im Gange besindlichcn Vorarbeiten ließ sich der Ge-neral-Postdirektor den Auftrag erthei len, zusammen mit einem Architekten die wichtigsten großen postalischen Bauten des Auslandes zu besichtigen, um auf Grund eigener Anschauungen die Plane für den bukarester Bau beurther len ui können. Diese Mission" fand aber ein jähes Ende, und, zwar an 4 . k t!it rfl.V!. einem Zrie, oer oisycr lur Viuoien Über postalische Bauten nicht bekannt war in Monaco. Der General Postdirector trennte sich unterwegs von dem lhn begleitenden Architekten Sa valescu und versuchte fein Glück an der Spielbank. Er verlor nicht nur die ihm tür die Million" tehr reichlich zu gemessene Summe, sondern kam noch durch Schulden in dem von ihm be wohnten Gasthofe in solche Bedräng niß, daß man sich seiner Abreise wldev setzte. Der Minister-Präsidcnt Lascar Eatarqm munte seinen Schützling form lich loslaufen mit einer Summe, die sich, wie allgemein und unwidersprochen erzählt wurde, auf rund 19.000 Francs belles. Auch vieler Bort all erregt nro ßes Aufsehen und beschäftigt seit Wochen die 'Zeitungen, ohne daß von Seite der Regierung eme Ableugnung oderBe richtiquna auch nur versucht worden wäre. 'Der Gcneral-Postdirektor ist nach wie vor auf seinem Posten, als ob mchts. vorgefallen wäre. Mitz Mauve. London, 19. November. Wieder einmal eine Dame aus der sifrfpnfrfislt slte ifhin! tpärnnt ift ?s " " t?r' -? in Indien verstorben ist, die Enkelin eines bekannten Generalmafors,. dessen adliger Name ini Burke (dem englischen Gothaschen Almanach) an hervorragender Stelle paradirt Miß Maude hat eine ganze, Reihe von Westend firmen. dgrnntkr sliirn nte .ßiiS tem Aishrtmi Proceß bekannten , Juweliere Sprint ! systematisch beschwindelt und betrogen und ihnen Waaren entlockt, deren Werth firf in einzelnen llei, mit .ftirnhrrf? : T "'w 1 wT-"-T ! ;i . "T. , i, ii Li V v ; ii i vvu v ;,..;. '"iu , , ' i.. . i i.'ll-- I.1 - linll ' i, r 'Ii: !:" I , ? 'S'i!.!1' ". j'-fjo k;: ' l V p:'1, !. ,p

fcher Gestalt, die Heldin mauches No-

mans, der sich auch in Hoskrelsen ab spielte. Sie entfloh Mit dem englischen Ofncier, der sie heirathete, aus Persien und erregte, als er, sie vor etwa 12 Jahren nach London brachte, durch ihre gerade zu berückende Schönheit das größte Aus sehen. Sie wurde die Löwin der Salons. Nach dem Tode ihres Gatten blieb die Dame einige Jahre vcrfchwuni)en. Sie hatte nch anscheinend von .der Welt zurückgezogen; in Wirklichkeit soll sie aber in der Nahe Londons gelebt und sich mit der Freundschaft eines sehr hochgestellten Herrn getröstet haben. Umstände ließen es gerathen erscheinen, sich rasch zu vermählen, und ein auch für den Hos arbeitender" Westenschneider wurde der zweite glückliche Gatte der schönen Perserm. die uch iedoch alsbald von ihm, oder von der er sich trennte. Sie trat in der Gesellschaft, als sie nach einiger Zeit in London wieder auftauchte, als Wittwe aus, nannte sich aber Frau Maude, Allem Anscheine nach reichten ihre Mittel und der Jahresbezug, den ihre Tochter von dem Großvater erhielt. nicht zur Bestreitung des luxuriösen Haushaltes hin, und das junge Mädchen scheint unter dem Einflüsse ihrer Mutter die verbrecherischen Handlungen begangen zu haben, welche sie vor den Polizeirichter führten. Daraus weist der Umstand hin, daß gegen Mrs. Maude ein Haftsbefehl erla; en wurde. Ehe dieser aber vollzogen werden konnte, hatte Mrs. Maude das Haus verlassen. Sie begab sich nach dem Great-Western-Hotek, ließ sich ein Zimmer im dritten Stock anweisen und stürzte sich von dort bald darauf aus dem Fenster. Die Unglückliche na auf cm Eisengitter, das sie ' im Sturze niederriß, und blieb zu ; l r h 1X r nc ' S,l?f ?ur Mm ' Zeit stand ihre Tochter vor dem PoUeiner unförmlichen Masse zermalmt, ! W Y I t rf r-. f

und wurde, obwoh sich ihr . m Haupt. W UntCr ! verlangt es mich! auch Deine fuchung Alma kennen zu lernen, da sie nach iroVVl ?ellt, war zcht und Geiek) ddch diezeniqe ist, 'f ? Verhaf- e einst - na, alles Uebrige tung ihrer Tochter w ihrem Rechts mündlich man muß den PferdeJK$l. daß sie d. füßigeiicht an die Wand malen!

3 ' i"'. 7 1 1 m leitet, und da sie sich der Polizei stellen . . - - rr t t . roeroe. oanur iyrem inoe tern X'eio geschehe erklärte r S! (Strrtf rtJAf n'fVrrSrtrt Tnrt viv wum i utut uwiVfcUVWil. lUilUt, t,-vfi. Zs. Z .rc;. z...:k VllltlL V til VV 4 UIUQU CC1W(W lung. und sie mag da den entsetzlichen uatmh V;i darauf zur Ausführung brachte. LStchtige Funöc. n?-k? ist t?i,,rnl SnTra mi 5 m I flTrf . ebenio wichtig mt nbmajt 5iiiucui.mii su -cycii uciuutucu, uuiurnu in finfr ebm trmnitmn N,Miknttnn r iSJ S j n?n Änn skon in Aegypten mehrere literarlsche 5e..lt3i"?!1!" um, Z Lr, i ' Ä?.?bett W Xmn .i thcilweife oder vollkommen authentische Geltung in christlichen Gemeinden de sessen haben, spater aber ausgestoßcn worden und verscholleir' waren. , Es handelt sich um, drei Stücke, nämlich: 1) Die Offenbarung Petrie. ein der kanVmHenJvhänneSapokalypseUent sprechendes christlichprophetisches Buch, das zum Beispiel der große Kirchenlehrer Klemens von Alexandria im 2. Jahrhundert n. 6 Hr. als heilige Schrift- z'tirt, das aber spater verschwand. Als Verfasser soll der Apostel Petrus gelten. 2) Das Evangelium des Petrus, eine den jetzigen vier Evangelien analoge Erzählung vom Leben Christi, daZ im 2. Jahrhundert vorzugsweise bei den Gemeinden in Syrien in Gebrauch war und von den kirchlichen Autoritäten erst zugelassen, bald aber als HZrctisch ignostisch) gebrandmarkt wurde. Verfajier ebenso angeblich Petrus. Diese beiden Schriften liegen setz Mm größeren Theil vor. 3) Beträchtliche Bruchstücke des Buches Henoch, einer gleichfalls prophetischen Schrift, die bei den ältesten Ehristen m hohem Ansehen stand, deren Ursprung aber nicht aufgeklärt ist. Der Name , des alttestamentarischen Patriarchen Henoch ist- nur literarische Fiction. Aus den genannten Büchern waren bisher nur einzelne Zitate und abgerissene Fragmente bei den Kirchenvätern bekannt. Daß sie jetzt mehr oder weniger vollständig bekannt werden, ist 'von der weittragendsten Bedeutung für die Ersorschung der inneren Geschichte des alten und ältesten Ehristenthnmö. ganz besonders aber für die Beurtheilung des ?!euen Testaments 'Und im Zusammenhange damit der qesammten religiofcn Literatur altchristlichen Ursprungs. Die Stätte, an der die fraglichen Codices so lange geruht haben, ist ein Grab in Oberägypten, anscbeinend dem ,12. Jahrhundert angehörig, wo die französischen Gelehrten sie fanden und publizirten, ohne zu wissen, von welcher noch, gar nicht adzusehenden Wichtigkeit dieser Fund sei. Wie der Hahn auf'm Mist eckt Joe Howard im Recorder" den Hals in die Höbe sagt die N.' Y. Stsztg." ' und verdreht die Augen und" schlappt mit den Flügeln,' und kräht: Kikeriki,, ich bin ein eingeborener Hahn hinaus mit den fremd'cn". den eingewanderten Hähnen und Hühnern. So geht's Tag für Tag und der abgewirthschaftete Misthaufenmonarch thut schrecklich stolz auf sein ..Eingeborensein".' , So , viel nlan weiß. ' sind seine eingeborenen Landslente auf ihn J. 'illXi.'i -SjlL- rr r . ri M !,,:, . j. ,,, " vvv """"tt a.ti. uuaj niiyi iq, vjnifcrniciu'n o stolz. '. WVi W X l li; :i! ' a ,f SV,, 1ii uiioy u.c mutiii iwy wm wcni er. :;in!!- ..ii1 !' '""! !l ji-ijfe 16 S!;.!!;:;:..,i:;8 "iti' jintsl. A fivi. : ! ,? I W'i ggf K1,Zi,,HHZHauSfrau : 93et war der Mann, mit dem Sie aeswn Übend unter der Hausthür standen tZJienstmabchen: IsliÄWÄbamSBÄ&MteiS1

Als isir der NtZnnwnlt aöoiu ssiiuw w' ; A d.Brs,.MnBm.

rjLW$t uect, weil v:e q fragen V .: U,;r.,,,:i:Jriuiv',i! ,,.!,,

! i,l l II i.

Der Martinsvogel.

Hsmvrekke von dwig Srone. Eine jutc. gebratene Jans ist eine jute Jabe Jottcs, sagt mit einem Gesichtsausdruck, daß dem Zuhörer unwillkürlich das Wasser im Munde zusammcnläuft. der Spree-Athener. Aber auch außerhalb des Bannkreises der großen Metropole gibt es Leute, die diesen, speciell Sankt MartinuS gewidlncten, Vogel zu schätzen wissen und die, wenn die allzeit geschäftige Frau Fama Recht bat, von dem Pafein des ehrwürdigen Kalenderheiligen nur durch besagten Leckerbissen unterrichtet sind, und wie d fromme Märtyrer zu der Ehre, Pardon, wollte sagen wie eine Gefiederte vom uralten Geschlecht der Anssr, die schon bei dem bekannten römischen Eapitol eine hervorragende Rolle gespielt, zu der hohen Auszeichnung gekommen, in einem Athemzug mit 'einem so berühmten Heiligen genannt zu werden, ist wohl den Meisten ein uugelöstes Räthsel und wenn Tu. verehrter Leser es nicht weiter sager willst mir auch ! Die Hauptsache ist und bleibt, daß dieses herrlichste und prositabelfle aller Hausthiere um den St. Martinstag herum am fettesten und schmackhaftesten ist und daß diese .unbestreitbare Thatfache auch einen Nichtberliner, den sovialen, wohlhabenden Partikulier Erasmus Schnippchen in Dresden veranlaßt hatte, an seinen in Berlln lebenden einzigen, Bruder, den Tobias, zu schreiben, 'daß er am elften November. Mittags 2 Uhr bei ihm eintreffen und mit ihm und dessen erwachsenen Töchter chen. seinem Pathekind, das er aber seit dem Taufschmause nicht wieder ge sehen, einen recht schönen,, saftigen Gäniebraten zu verzehren wünschte. cv : nt,Ja. ia. mein lieber Tobias," fq schloß die lange Epistel des alten Jung. n. man wird älter und da fühlt ' h' hn mPhürini& Mnttoeri Dein getreuer Erasmus. i . Mit athemloser Spannung las Herr . , . " Ot. t'.fv- v Eremmn m seinem Leben bildete, das . . t L t - L rtffa O.. s. cf aU4"if Tk;1 h.i w atm en. Nicht, datz etwa die beiden Brüder sich schlecht gestanden, im Ge aentheil. sie liebten sich per distance auf das innigste, aber Erasmus war bequem und Tobias durch sein Geschäft ..t..uV , I'Kiim 4 a4 ff a aS t ,fl CflNUURI, uubHUUU iiuimiV4iu,i. Arbeit und Mühe nicht in der Lage, Vcranügungsreifen zu unternehmen. . , ? ;;.4i it,m r,,;-.-ttrüh verwitwet, war ihm au jemer nur ein Töchterchcn. eine l jetzt in vollster Jugendfrische blühende ' L rt M:A,n CMh ; Kin7 Ä Ml "i'rt Siff in vruch Schmunzelnd stubirte er noch ben erhGunZvllcn Schluß. l tnh irifi irrt lrslÄ mus , weiter kein Verlangen trug, da V I f ""x ---- W -w " -m konnte d?m guten Manne ja geholfen werden Mit geheimer Sorge hatte er nämlich bemerkt, daß , sein Liebimg sich mehr. als es die allgemeine Nächnenliebe -er forderte, mit dem Ergehen seines jungen Nachbarn, der sich seit Kurzem als Kaufmann etablirt, beschäftigte und

f. ! 3 T J.M!uiAM . ( f 1 kll? Vt

oers. oe zen nngeuttvigicr m

daß dieser, im Uebrigen ein angenehmer. ihm sympathischer Mann, der aber alles noch von der Zukunft hoffte, auch öfter, als es die gewöhnliche Höflichkeit gebot, feine Häuslichkeit besuchte, um sich, nach seinem Befinden zu erkundigen, das doch wahrhaftig gar keinen Anlaß zu solcher liebevoller Theilnahme gab! -Bedächtig faltete er das werthvolle Schriftstück zusammen, brannte sich seine echte StinkaduroS an. die er stets direkt aus der Pfalz bezog' und überlegte erst mal den Fall gründlich ganz solo. Nachdem er mit sich im Reinen war, räusperte und schneuzte er sich kräftig. Na, Väterchen, was gibt's denn schon so frühe, am Tage ließ sich plötzlich eine helle, frische Stimme dernehmen, und die dazu gehörige Eigenthümerin, eine zierliche, schlanke Mädchengestalt in einfachem, aber blitzsauderen Morgenanzug trat über di Schwelle. Habe Dich ja. gar nicht gerufen, naseweise Jöhre.- fuhr Vater' Tobias sein geliebtes Töchterchen scheinbar unwirsch an. l ' Aber Alterchen, ich habe doch so meine Zeichen, da Räuspern u. s, w.' bedeutet doch stets, daß etwas ' Besonderes im Gange und mein Rath und Hilfe erforderlich ist." entqegnete Alma ungerührt von seiner Bärbeißigkeit, nur heraus mit der großen, fabelhaft ten Neuigkeit l" , ,, , , ,,Ta. lies!"' fchob Tobias der Zwei felsüchtigen den Brief zu und lehnte sich im Vorgefühl der Ueberraschung! die sie haben würde, behaglichen seinen'Lehnstuhl. Die gehoffte Wirkung blieb auch nicht aus und entsprach vollständig seiner Erwartung. Herr des Himmels, der Onkel, 'der, reiche Onkel ErasmuS kommt, das ist ja herrlich, was wird da Arthur dazu" Wer donnerte Tobias sie mit zusammngezogenen Brauen an. innerlich r.-.ühsam lein Lachen über ihren Schreck bekämpfend.., - ! ' Ach, entschuldige . , Väterchen." ' ich dachte, ich ,' meinte , nur, was wir denn dem lieben, guten Onkel alles auftischen wollen!" stammelte sie heißerrö ihend'iidilhtf ..Nein, über solche kuriose Fragerei, hast Du es denn nicht eben schwarz auf weiß gelesen? Eine GanUKillffder Onlel haben, so zubereitet, wie wir es auslWnseNßJugendzeit bei Muttern am Martinstage gewöhnt waren! Aber .Älrna braten muß es sein, daß sich der heiliae I !. . .:;! ;;. i,!! ' iyV til:l& "Hwlf ,!ii (Ai't&tW itisAi :. !

Martin die Finger danach lecken thäte,' und knusperig muß sie sein, knus perig besonders die Beine!"

Naturlich, natürlich, lieber Vater, es soll etwas ganz Exquisites werden. " versicherte Alma eifrig, heilsroh, so gnädig mit ihrem Verplappern davon gekommen zu sein. .Gottlob, der Alte schien ja noch nichtsAu ahnen, sonst wäre wohl ein ordentliches Hagelwetter auf ihr Haupt niedergeprasselt'. Merkwürdig, wie Väter so blind sein kön nen. glaubt er wirklich, daß Arthur seinetwegen so oft käme? calculirte sie bei sich im Stillen. Hm, hm, eigenthümliche Einbildung!" Der Martinstag erschien. Alles war auf das Schönste besorgt. Mit Dore. ihrem Mädchen für Alles, war die Wohnung von oben bis mim blank geputzt und gescheuert, die gute Stube gelüftet, die weißen Kattunüberzüge entfernt und die Entreethür mit einer dicken Blätterguirlsnde und 'leuchtenden Georginen bekränzt. Der Tisch war aus das Sauberste ge deckt mit dem guten, grün geränderten Service, das noch von Mutters Aussteuer herrührte, und in de? Küche brodelte die nach allen Regeln der Kunst zubereitete Gans mit ihrem Apfel- und Majorangeruch das ganze Hau erfüllend. Dore war dicht neben dem Bratofen postirt und hatte die strengste Weisung, alle fünf Minuten tüchtig zu begießen, welches Geschäft Alma aber zur Sicherheit noch selbst überwachte, da die heutigen Dienstboten im Allge meinen zu unzuverlässig sind und DoreS Wiege im Besonderen ganz in der Nähe der berüchtigten Insel Borneo gestanden haben mußte, ihren manchinal haarsträubenden Exercitien nach. Zu des Onkels Empfang war nun Alles bereit und dennoch seufzte Alma tief betrübt, ihrer Meinung nach fehlte noch die Hauptsache! Ihr 'geliebter Arthur wußte, nämlich noch kein Sterbenswörtchen von dem fensationcllen Ereigniß, das ihr Gemüth in so große Aufregung versetzte und wie un endlich viel hing jedoch für sie Beide von diesem Besuch ab! Nein, es war wirklich nicht zu ertragen! In zwei Stunden konnte der Önkel da sein, dann war es zu spät. Sie mußte versuchen. Arthur sofort auf eine Minute zu sprechen. Der Vater war noch im Geschäft, also war jetzt der günstigste ,Moment. Mit Schwierigkeiten war dies weiter nicht verknüpft, sie brauchte nur hinunter auf den Hof zu gehen, auf den ja auch, das Fenster seines Comptoirs sah und das Uebrige würde sich dann schon finden! Gedacht gethan! wie rci Sturmwind sauste sie noch einmal in die Küche, inspicirie den 'Gänsebraten und stellte Dore Folterqualen in Aussicht. falls sie sich vom Bratofen fortrührte. Die Küchenfee verfchwor sich hoch und theuer, nichts zu versäumen und hinaus war Alma. Eine Minute- nach der andern ver strich mit bleierner Langsamkeit, Dore. räkelte sich und gähnte, ban das ganze Gesicht nur als ein großes Loch erichien. Es war doch eine starke Zumuthung von ihrem Fräulein, daß sie wie angenagelt am heißen Ofen stehen sollte. Zudem war sie von dem vielen Scheuern und Arbeiten redlich müde, ein wenig hinsetzen konnte sie sich wohl mal. Ach wie gut das that! Nun die Augen ein bischen zugeklappt, der Gans konnte ja nichts passiren. sie hörte ja, wie sie sanst und leise schmorte, es klang so lieblich, so fuß und beruhigend, bei nahe wie das Wiegenlied, was sie immer sang, als sie noch bei Schulzens in der Grünstraße Kindermädchen war. Sum, sum. sum der Kopf sank immer tiefer auf den Busen und bald verkündigten tiefe, Regelmäßige Schnarchtöne. daß Dore sanft und selig entschlafen! 'Huh, wie schadenfroh die Funkengcister im Bratofen knisterten und stoben, als sollte der ganze Bau auseinandergesprengt werden schwar zer Rauch drang auS der Ofenthür und ein penetranter, brcnzlichcr Geruch erfüllte die ganz in qualmende Wolken gehüllte Küche und , stieg endlich auch in das tles gesenkte Riechorgaw der schlummernden Küchenfee. Blöde öffnete sie die schmerzenden Augen und erwachte dann m't einem furchtbaren Schrer zum Bemutiem. - In demselben Augenblick wurde auch Mit Vehcmenz die Küchenthur aufgcrissen und schreckensbleich stand Alma im Thürramen! Dore, Tore, was haft Tu mit der Gans gemacht?? kam es in Tönen des höchsten Entsetzens über ihre bleichen Lippen. Wahrhaftig nichts. betheuerte ton los. aber wahrheitsgetreu die zitternde Dore, ich hatte mich blos ern bischen hingesetzt " ' . . .; , .: ' " ; ' . ! Bist dann natürlich eingeschlafen und unterdkß'ist die Gans total verbrannt,wimmerte Alma händenngend, ,.o Gott, was wird Vater sagen, ich darf ihm ja gar nicht wieder unter die Augen treten. Dore. Tu Unglückswurm, nicht eine, Minute kann man Dich allein lassen!" Daß diese Minute" über eine halbe Stunde seligen Plauderns mit Arthur gedauert, schien sie'über dem, Schreck total vergessen zu haben. Aber Arthur, Onkel, Alles verschwand in diesem Moment vor der Sorge, den unausstehlichen Geruch und Qualm zu entfernen und das Malheur vor 1 dem Hausherrn zu verheimlichen. Um die heillo.se Verwirrung noch größer zu machen, schellte , es plötzlich wie rasend an der Flurglocke; Alma öffnet- höchst , ungnädig .und ' vor ? ihr steht ein alter, freundlicher Mann, der nach Herrn Tobias Schnippchen fragt. $äkr;i$K unwirsch, das ganze Gesicht von Thrancn überströmt, zur Antwort und will ÄlMMTVrMÄaPtHMSAli? siehtIe)aberZsoImitleidiM kündigt sich so theilnehmcnd und bescheidensnach der zi Ursache ihres KummerS, daß fic)!l:!i flc t r i eben o it: jb e rn liSÖ e vürfniß, sich einer mitfühlenden Seele

anzuvertrauen, ihm mit der Geschwind

digkeit eines Mokkakäsers ihr ganzes Herz ausschüttrt. Na, wenn es weiter nichts ist,- tröstet sie der Alte gutmüthig schmunzelnd Ost will ich dem armen Fräulein gerne recht gerne helfen. Wenn Sie gestatten, so besorge ich Ihnen sofort us einer Restauration einen gebratenen Gansvogel nebst Zubehör, am heukiacn Martinstag ist ja an dieser Species kern Mangel, und weder der Herr Vater noch der schlimme Onkel, der ja an dem ganzen Unglück Schuld ist, merten ein Sterbenswort davon!- , Ach. Sie lieber. b?stcr Herr, wollen Sie wirklich so gut sein?" jubelte. Alma, plötzlich vor Freude strahlend wie soll ich Ihnen für Ihre Güte danken! Hier haben Sie ein Zchnmarkstück, aber bitte nun auch recht schnell ehe Vater kommt. Ach, Sie guter, prächtiger Herr ja. wie heißen Sie denn eigentlich?" Nachher, nachher, mein liebes Kind, habe jetzt keine Zeit, es macht mir nur glücklich, daß ich Ihnen helfen kann!" Tief gerührt drückte Alma dem Net ter die Hand und es fehlte nicht viel,, so wäre' sie ihm um den Hals gefallen. Aber bitte, bitte, reinen Mund ge halten!" rief sie dem Davenkilenden ängstlich nach. Rasch machte sie sich nun mit de? vollständig geknickten Dore daran, die letzten Spuren der Bratofen-Orgie zu verwischen und das verkohlte corpus delicti zu beseitigen. Keim Viertelstunde war verstrichen, als ein Hotelbediensteter an der Hinterthür erschien und ihr in einem Korde eine delikate, fette, gebratene Riesen gans, ein wahres Prachtexemplar nebst der dazu gehörigen Tunke überreichte. Wer wär froher als Alma und Dore! Sofort wurde der unschätzbare Vogel in den in Ordnung gesetzten ' Ofen practicirt, um im richtigen Moment als Glanz- und Kernpunkt des Menüs, heiß und dampfend, wie ein eben fertig gestelltes Kunstwerk, auf der Tafel zu erscheinen. Es war aber auch die höchste Zeit gewesen, Vaters Schritte erschallten bereits wuchtig auf der Treppe und mit ihm schien bereits der Onkel zu kommen, der lebhaften, freudigen Unterhaltung nach zu schließen.' Richtig, die' gute. Stube wurde geöffnet und gleich darauf erscholl kräftig der Ruf: Alma. Bombenelement. wo steckst 'Dudcnn?Da bin ich schon," und frisch und cosig angehaucht von der überstandcncu Aufregung und der Küchentemperalur, schlüpfte Alma in das Zimmer, um dnl Onkel zu begrüßen. Aber Himmel! was war das! Grün und schwarz wurde es 'ihr vor den Augen und ganz entgeistert starrte sie den vor ihr stehenden, ans vollem Halse lachenden Onkel an, der hornbile dictu kein anderer war; als der Menschenfreund! iche Helfer aus der Noth! - ?Za, komm an mein Herz, geliebte Nichte, bin ich denn so fürchterlich, daß Du ganz blaß vor Schreck wirst." und das erröthende Mädchen in seine Arme schließend, flüsterte er ihr leise zu? pa.ro! tl'bonneur, ks bleibt unter uns, Vater erfährt kein Wort, nur Dein Arthur", m.d laut fügteer jovial hinzu: Nun Kinder, jetzt zum delikaten Martinsbraten, ich habe einen mordsmäßigen Hunger!" Sltt Niere: Wie der Schatte ziehet den Boom entlang. Wie der Krieger soljet dem Trommel , klang. Wie die Katze suchet bet Mausediech, , So sehne ick Ricke mir nach Dich! i Wie der Mond an Dage den Jlanz ver iiert. Wie die Sonnenblume den Teich nich Ziert, " , Wie der Dampfer ohne Dampf nich je her. kann. . S o icke, wen n ick Dir nich fe hen könn! l Fritz Lehinünn, Jefrciter f. C. 17. J.R. ' Vo r e i n er Aesich I ig u n g wurde der Mannschaft eingeschärft, daß sie, wenn ihr der Herr General einen ,guten Morgen" wünsche, frisch und laut erwidern sollte: Guten Morgen. Herr General!" Der Tag der Besichtigung war gekommen, der Herr General trat mit finsterer Miene an die Gruppe heran, ohne dieser einen Gu ten Morgen" zu bieten; vielmehr be merkte er alsbald dem Compagnie Chef, daß die Gewehre nicht geputzt seien". Der Compagnie-lshcf stam melte einige Worte der Cntschuldigung wegen der entlegenen Kaserne, srüheir Aufbruches. Regen, ?!ebel u. s. w. und versichert?, hdte Gewehre seien ge putzt und zwar unter seiner Person li chen Aufsicht. Die Miene des Gene rals verfinstert sich nun noch mehr, und er fährt den Compzgnie-Chef barsch an: Wenn Sie, mein bester Herr Hauptmann, die Gewehre geputzt heißen, dann wünsch' ich guten Mor gen!" Und .Guten Morgen, Herr General? schreit die ganze Compagie. Ein O z f i c i e r s b u r s ch e spricht am Sonntag Nachmittag von der Straße aus einen Kameraden an W ' il. . ' ; .!! il. &--'Ti-.: ocr ans ocm cniier ncrjr. . . vScrjii De denn heute nich aus. Jusfav?" Nee. ick muß warten, bis mein Lieute tinöMttäa weilil Xe xtr denn niH r a nur langweilen!, Ick hab' ja mjcht zu thun!" WMHHWMKräütietam (zu se i n ertz u nge n A raut : D a h a t ei gen t lich prachtoolle Zahne. Mach' doch des iiMün'nllf paSorbenil ich aus. mein Engel! Braut: W ek.kst T u ' bin. Ärthur1j!sJchIwerbe!Wir doch jet lisäi

nicht die Zähne ze,5n!

sm mmfß ? im timwM, ' V'Ht Jf ll 0M 'htll'iiii äHSi'it fiSfiSS idi:;;!: ii: : ;s--i::;iiMv:iv'::! W:I'''V :l!'E!!lll!l!;J:;l,i:üi-!;tif jy illl'il'ifäjj :'m;m: iilivli!iii''irl I ,, ti 0iiäSiSi iiflW ii 16 $3i-. !i!l!;:: lii.ljf -1?! &M S8iSiS8? m mM&&" lsM lfm '!', ' ; T'f P ?f F: Pplli '!(; MM

Ap;W