Indiana Tribüne, Volume 16, Number 90, Indianapolis, Marion County, 18 December 1892 — Page 2
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söehmannS erstes Notzfleischessen. .Lehmann ist einer der wenigen 23er Ziner, die wirtlich Berliner sind. Das lijx sein Stolz, und wenn daher irgend etwas los ist", ist Lehmann dabei. Selbstverständlich hat er auch den Di stanzritt mitgemacht, d. h, soweit von Mitmachen bei einem Zuschauer die Rede sein tonnte. Aus SchusterS Rappen war er jeden Morgen an 'S Steuerhaus gekommen und spät des KachN mit Hilfe einer Rosinante II. Güte heimgekehrt. Seit diesen denkwürdigen Tagen hatte Lehmann plötz lich einen kolossalen Pserdeverstand de kommen. Er besuchte abwechselnd jeden Abend den Circus Ren; und 5orty Althoff und constatirte mit wich tiger Kennermiene, daß 'keines der Pscrde hinke. An der Uhrkette trug er als Berloque nur noch ein Hufeisen, als Cigarren abschneide? hatte er sich einen Sporn gekauft, als Parfüm benutzte er nur noch.J.ockeyKlub und für die Bearbci tung seines Haupthaares hatte er sich eine Bürste in Form eines Striegels anfertigen lassen. Seit einiger Zeit hatte er leider keine besondere GelegenIjeit zur Bethätigung seiner Pferde Liebhaberei mehr finden können. Er war deshalb außerordentlich erfreut, als an ihn eine Einladung zu einem Roßfleischessen gelangte, das in einem Restaurant am Grünen Weg um 8 Uhr Abends beginnen sollte. Es fiel ihm ngestchtS dieser Einladung wie ein Alp auf die Brust, daß er noch nie daran gedacht hatte, RoßfKisch zu essen, ,nd er erwartete daher, selbftverständlich mit zügelloser Ungeduld, den Abend. - Pünktlich um 8 Uhr startete tx von seimr Wohnung und kam kurz !vor 3 Uhr an's Ziel. Er würde von !den bereits zahlreichen Anwesenden mit inem verständnißinnigen Gewieher be Hrüßt. Wirth und Kellner waren in Jockey-Anzüge gekleidet, die Wirthin itrug ein Reitkleid, dessen Schleppe sie als Serviette leicht über den rechten Arm gelegt hatte. Teller und Schüs seln ljattV die Form von Sätteln, die Gläser solche von Pferdeköpfen. Die Speisekarte war auf Roßleder ge druckt. Messer und Gabeln zeigten die Form von Reitgerten. - Im Uebrigcn war das Restaurant durch schwarze, braune und weiße Roß schweife anmuthig geziert. Lehmann fand sich sogleich in den Geist der Si tuation verseht, nahm Platz und als er glaubte, daß er fest im Sattel sihe, rief er den Kellner herbei, indem er zwei Mal Fs, ttr machte, einen Laut, den er beim Antreiben der Pferde oft gehört hatte. Da der Kellner nicht sofort her beikam, rief er Na 'n Bischen Trab, bitte." Die Umsitzenden stampften unwillig mit den Füßen. Den heran galoppirenden Kellner herrschte er mit den Worten an: Bringen Sie mir eine Gottfried'Suppe.Bitte, was meinen Sie damit? entgegnete der Kellner - Jockey. jRa nu ! Selbstverständlich eine von Bouil lon ! Oh. Sie neckischer Hengst," Zächelte der Kellner und trabte davon, um alsbald wieder mit einer Tasse Bouillon zu erscheinen. Als zweiten Gang bestellte sich Lehmann einen Schmorbraten : kaum hatte er den ersten Bissen gekostet, als er den Kellner Zurückrief und wüthend meinte : Sie, der hat ja gar keine Kondition mehr, der ist ja bereits umgestanden, wenn zch den vertragen soll, muß ich mir erst etwas Cognac einflößen. Also bringen Sie mir einen.- Lehmann erhielt das Gewünschte. KaumhatteerdenSchmor braten verspeist, bestellte er ein Sees steak. Doch als ihm der Kellner das Gewünschte vorsetzte, sprang er erregt auf und schrie : Wenn ich Beefsteak esse, will ich selbstverständlich eins mit Hindernissen." Der Kellner verzog sein Gesicht zu einem anmuthigen Grin sen und meinte : Verehrter Herr, die sind innen." Neugierig schnitt Leh mann das Fleisch auseinander, als er gerade den ersten Bissen in den Mund
stecken wollte, redete ihn ein Nachbar en. - Benechen Sie, mem Herr. schließen Sie sich uns. zu einer kleinen Nachskler aas dem Kreuzbera an : von dort hat man eine drillante Aussicht auf das teuerhauschen r Pardon, fuhr Lehmann auf. wenn ich einen Berg besteige, so könnte eS nur die Rotztrappe sein!" Ganz vcr dlüsst fchaute ihn der Nachbar an, Leh mann hatte einen großen Happen in den Mund gesteckt, m den er htüia hm einbiß. Au, verflucht!- schrie er gel lend auf; er sprang von seinem Sifee; hielt sich mit der Hand krampfhaft das rechte Ohrläppchen und hüpfte von einem Bttn aus das andere. Erstaunt dllckten ihn die Nachbarn an. Leb mann war in dem Beafjkea! aus das erste Hlnderins gestoben, einen großen HUknagei, der ipm m den Gaumen ae fahren war ünd an dem er sich seinen schönsten Backenzahn ausaeblssen hatte. " f ftt c . -( '. .v, i ztiz iiooncno verließ er zeinen Play, den Kellner, der Zahlung begehrte. titulirte er Sie Pferd", dann rannte er hmauS und zum ersten Zahnarzt. Dieser that, was er thun konnte. Mit etwas geschwollenem Gesicht lanate Leh mann in feiner Wohnung an, entfernte alle pserdefreundlichkn Abzeichen von seiner Kleidung, zog sich, aus und legte sich tns Bett. Am anderen Morgen, als seine Wirthin ihm den Kaffee brachte, fragte sie, wie ihm der gestrige Abend bekommen tei. Webmütbia lächelnd entgegnete, Lehmann: Gar nicht, liebe Frau, sür's Roßfleischessen habe ich noch nicht das richtige Trai ning." Eine englische Wahl. geschichte. Oberst Ehester Masters der unionistische Candidat für Biencester, vertheidigte sich gegen den Vorwurf, er sei für die Prügelstrafe im Heere u. s. w. mit der Bemerkung: Ich bin oft geprügelt worden in der Schule und einmal sogar dafür, daß ich die Wahrfecit, gesagt hatte! , Und das hat KieMündlich kurzrtlMZes ein Radikaler dazwischen. , . :: 3
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Die erste Tricots. Aus den Erinnerungen einer Sängerin. Humoreske von . v. Wlnterfrlv. Der Noth gehorchend, nicht dem eig nen Triebe war ich auf die weltbedeutenden Bretter gelangt. Zwar hatte mir die Natur eine schöne, umfang reiche Gesangsstimme und musikalisches Talent verliehen und beides war sorgfältig ausgebildet worden, allein sei ncsweaz zu Berufs- und Erwerbs zwecken, sondern lediglich, um als Herr lichstc? Schmuck des Lebens zu dienen. Ter plötzliche Tod meines Baters, emes höhern Beamten, hatte einen jähen Wechsel m den Vcrhältmttcn semer zu rückgebliebenen Familie herbeigeführt. die nch Plötzlich m bedrängten umstan den sah. Vermögen war nicht vorhan den und die schmale Wlttwenpenston meiner Mutter erwies sich als unzu reichend, um sie und ihre drei Kinder - auner mir waren noch zwei mngere Geschwister vorhanden zu erhalte? und zu erziehen. Als die einzige Erwachsene empfand ich es lebhaft, daß es meine Pflicht war. meiner kränkelnden Mutter nach Kräf ten beizustehen und ihre Sorgen zu er leichtern. Kies konnte auf, wirksame Weise nur ourch die Verwerthung meincs munkaufchen Bermögens geschehen. indem ich entweder Musiklehrerin oder Bühnensängerin wurde. Als Lehrerin würde ich kaum genug für mich selbst erworben haben, als Opernsängerin aber durfte ich; wenn ich nur ein wenig Glück hatte, hoffen.,, meinem Mütterlein emcn sorgenlosen Lebensabend zu verei ten. Dieses beglückende Ziel liez; mich über mancherlei Bedenken gegen die Bühncnlausbahn und namentlich auch über meine große Schüchternheit hin wegsehen. Bei Ihrer Stimme, Ihrer Enchemung muß es Ihnen aus der Bühne glücken," sagte man mir von allen Seiten, und so .war denn mein Entschluß bald gefaßt und ich studirt eine Anzahl von Opcrnrollen ein. Das Glück war Mir günstig. Die Empfehlungen meiner Lehrer und ein zufriedenstellendes Probesingen verschafften mir ein für eine Anfängerin recht günstiges Engagement am Stadttheater ln L., wohin ich Mit Mutter und Geschwister übersiedelte. Nun ging's an's Auftreten, und da erwies q nun doch meine unuoerwindliche Schüchternheit als ein be ängstigendes Hinderniß. Singen konnte ich, und wenn ich sang, suhlte ich mich geborgen, aber desto schlimmer stand es mit dem Spiel. Wie gelahmt war ich. sobald ich mich aus der Bühne befand und Hunderte von bewaffneten und im bewaffneten Augen aus Mich gerichtet wußte. Ich ging und bewegte mich wie ein Automat, und selbst wein Gefang. obschon sehr correct,, wurde kalt und ausdruckslos. Wieder einmal kühl bis an's Herz hinan!- rief mir der alte. originelle Odttregitteur oft ärgerlich nach dem Abgänge zu. Loslegen, mehr in's Zeug , gehen, Fräuleinchen! Jammerschade ist'S um Ihre schöne Stimme und Ihre schönen Augen! TaS ganze Parterre könnten Sie damit m Flammen setzen, wenn Sie sie nur zu gebrauchen wüßten. Aber anstatt Feuer, gießen Sie kaltes Wasser aus. Hat Zhnen der liebe Gott die strahlenden Sterne gegeben. damit Sie sie beständig niederschlagm anstatt leuchten zu lauen? Haben Sie die schöne. Bühnenfigur dazu, um wie ein Stock dazustehen? Wenn Sie, aka demisch correct, aber kühl und gleichgiltig, vom Himmel hoch jauchzender Freude der TDdesverzweiflung singen, glaubt Ihnen kein Mensch 'ein Wort von der ganzen Geschichte. 'Wem'3 auf den Brettern glücken soll', daß muß nun einmal den gewissen Bühnenteufel im Leide haben und versieben, ihn im rechten Moment loszulassen. Ja, lachen Sie nur es ist so und nicht an ders, und ich meine es gut mit Ihnen, wenn ich Ihnen die Wahrheit sage und Sie ein bisse! ausschelte." - Wohl wußte ich, daß' er recht hatte und es gutm einte, der alte,- brave Pol terer! und wenn ich auch lachen mußte, so lag mir doch eigentlich das Weinen viel näher. Hatten mir doch meine Mängel, die ich selbst nur zu genau kannte und um so bitterer empzand, als.ich wußte, daß sie nur aus meiner albernen, doch unüberwindlichen Schüch ternheü hervorgingen, schon so manche heimliche Thräne erpreßt. Ich empfand lebhaft, verstand es, mich ganz in die Personen und Vorgänge zu versetzen, die ich darzustellen' hatte, leider aber verließ mich diese Fähigkeit und die richtige Stimmung stets, da, wo ich sie 6M Nöthigsten brauchte auf der Bühne. mO ßrtta, warum singst um spielst du nicht im Theater wie hier zu Häuse?" sagte oft genug seufzend mein Mütterlein. Ja, warum? Zuerst hatte die Kritik Nachsicht mit der Anfängerin, dann, aber hieß es immer häufiger: Es ist zu beklagen, daß es Fräulein S., die nach Stimme, musikalischer Sicherheit und Vortheil baster. Erscheinung zur dramatischen Sängerin berufen wäre, so völlig, an Temperament und .Leidenschast'. ae bricht.- Ein anderer Recensent nannte mich sogar eine zweibeinige Stimme", worüber ich bitterlich weinte. Ja, sie hatten recht, ich sana au der Bühne wenigstens nicht wie ein suhlender Mensch, sondern wie , ein todtes Instrument. '.,,', Si singt gut, aber wie ein Eis zapfen", 'hörte ich einst, "nachdem ich eine Arie beendet, einen , Herrn lin der kleinen Prosceniumsloge dicht an , der Buhne zu seinem Nachbar sagen. , 1 Alle diese , tadelnden Stimmen, die ich vernahm, machten das Uebel nur ärger, meine Angst wuchs mit jedem Auftreten und nicht ohne Zittern der mochte ich mehr die Bühne zu betreten. ! Bereits dachte ich mit Schrecken daran, daß ich die Bühnenlaufbahn würde aus aebcii müssen, wenn das so weiter , ginge. ,, Aber waS sollte dünn aus mtit
nem Mütterlein, aus Bruder und Schwester werden? Nein, ich mußte ausharren, auf alle Fälle ausharren. Da trat ein Ereigniß ein, das mich vollends aus allen Fugen zu hebep drohte. Die Direction hatte beschlossen. Gluck's erbabene Oper Orpheus und Eurydice" neu einzustudiren und mir die. Partie des Orpheus anvertraut. Eine herrliche Rolle, aber 0 Entsetzen! eine Männer, eine Hosen rolle, wovor ich von jeher eine befon dere Abneigung gehabt hatte. Mußte meine Blödigkeit, meine Angst sich nicht verdoppeln, wenn ich zum ersten Mal in meinem Leben in Tricots auftrat? An eine Ablehnung war nicht zu denken; sie würde mich meine Stellung gekostet haben. Der Gedanke an die Meinen machte mich stark, und ich suchte mich mit guter Miene in das Unabänderliche zu fügen. Zudem be geisterte mich die geniale Mujik und die Rolle eignete sich vorzüglich für meine Stimme. In dieser Hinsicht wenigstens brauchte ich nicht die geringste Furcht zu haben und hatte sie mich nicht. , In den Proben ging denn auch Allet ganz gut, ja, man war sogar besonders befriedigt von meiner musikalischen Leistung und fand, daß ich die elegischen Klagen des griechischen Sängers sehr angemessen wiedergäbe. Die viel schwierigere Äufgabe ab für mich war die. mich an die griechi sche Münnertracht , zu gewöhnen,- die mich entsetzlich genirte,' obgleich sie trotz der Tricots eigentlich viel de cent er war als die moderne, tief decol lettirte Balltöilette und mir, wie mir der Spiegel sagte, gar nicht übel stand. Täglich verbrachte ich bei sorglich verriegelter Thür Stunden damit, mich an das ungewohnte Costüm zu gewöhnen, und endlich lernte, ich es, mit einiger Freiheit darin zu stehen, zu gehen und mich sonst zu bewegen. Wie es aber auf der' Bühne damit sein würde daran wagte ich kaum zu denken. In der Costümprobe ging eS so leidlich; nur wünschte man im letzten Act ein leidenschaftlicheres und ergreifende res Spiel, um Orpheus' Verzweiflung überzeugender auszudrücken. Ich ver
sprach, obwohl mit Nicht viel Selbstvertrauen, mein Möglichstes zu thun. So kam denn der Abend der Bor stellung heran: das Haus war .usver kauft, dg die Oper seit langen Jahren nicht gegeben worden war. Mit Herzklopien betrat ich die Buhne, suchte mich aber zu fassen, mich völlig in meine Aufgabe zu verfcnken unddas Publikum zu vergessen. Ich fühlte, daß es mir, trotz Tunica und Tricots beizer gelang als je, und meine Antritisarie brachte mir ermunternden Beifall. Fast .noch besser verlief der zweite Act,- in dem ich die Entrissene, dem Schrecken der Unterwelt zum Trotz, de freite und aus die Oberwelt zurück führte. Die herrliche Musik, der sich stets steigernde Beifall des Publikums - dies alles nö mich so bui, datz ich deS ungewohnten Costüms fast vergaß und mich freier auf der Bühne bewegte, als ich es sonst in Frauentracht gethan. Heute schalt der alte Regmeur nicht. wenn ich abtrat, sondern nickte mir zufrieden schmunzelnd zu. So sah ich denn ohne Bangen dem dritten und letzten Act entgegen. Doch man soll den Tag nicht vor dem Abend loben. Die entseelte Gattin lag zu meinen Füßen und ich drückte meinen Schmerz in der , berühmten Arie aus: Ach, ich habe sie verloren!" Den ersten BerS hatte ich teyenv zu singen, während des zweiten mußte ich mich, von Verzweiflung überwältigt, auf den lcbloftn Körper der Geliebten niederwerfen. . s Ich that es; aber hierbei geschah et' was, was mich -mit Schrecken erfüllte. fc. CQ.u.iA.. m:.. Ver oer gejagt civcguiiy uc yucuci stürzenS vernahm ich ein gewisses Kra. chen und glaubte deutlich zu fühlen, daß der Gurt,' der die Tricots in der Taille festhielt, nachgab. v Blitzschnell übersah ich die Folgen, die dieser boshafte Zufall herbeiführen konnte. Zwar reichte die Tunica über das Knie hinab, allein trotzdem konnte das Mißgeschick bemerkt werden und ich war dem Spott und Hohn ausgesetzt. Hätte ich wenigstens bis zum Schluß des Actes liegen bleiben können! Aber ich mußte ja wieder aufstehen, wenn Amor als Retter, nahte, und miKhm und der wieder in'S Leben gerufenen Gattin ein Terzett singen und diese dabei in meinen Armen halten. ' : Glücklicherweise verlor ich. obgleich alle diese Gedanken und Vorstellungen blitzschnell ' durch meine Seele zogen, doch nicht den musikalischen Faden und ich sang mit Todesverachtung weiter: War', 0 wär' ich nie geboren, Weh, daß ich auf'Erden bin! Ich fühle t3 sie rutschen Ach. mir leuchtet keine Hoffnung , , Und kein Trost in diesem Leben! ; , ; Vor Angst schrie ich förmlich. ! Doch was war das? Welch' ein Ge .öse erhob sich?!, War eS Hohn und Spott? Nein es war stürmischer, anhaltender Applaus. Und doch wußte ch selbst nicht, wie und was ich gesungen hatte. Nun erschien Amor als vsus : ex rnachina und cS Half nichts ich mußte aufstehen schrecklich! ,! Gan, lanaiam und mit äußerster Vorsicht die unheilvollen Tricots, so guk es anging sesthalteno. eryoo lcy micy. , Dem Himmel sei Dank ich stand und sie saßen noch! Nun war die arößte Gefahr vorüber und ich faßte neuen Muth. Euridice fest an mich pressend wurden oaourch dock sualeick dieTricotS festgehalten jubelte ich im Dankgesühl glücklich überstandener-Gefahr das .riumpy. Triumph!" im Finale hinaus. Darauf fenkte sich der Vorhang; ich war erlöst. : . Mit Ungestüm wurde ich herauSge-
rufen, doch bevor ich nochmals vordem Publikum erschien, schlüpfte ich schnell in die Garderobe, um mir die treulosen Tricoks befestigen zu lassen. Ader, Fräulein, was wollen S'.e oenn? sagte halb beleidigt die Garde robiere, nachdem sie nachgesehen. Es ist ja gar nichts geplatzt und AlleS in Ordnung. So was kann überhaupt bei.mi? garnicht vorkommen. Nicht ohne Beschämung sah ich nun: daß ich mir alles bloß eingebildet hatte. Von allen Seiten wurde ich zu mei nem Erfolge beglückwünscht und der alte Regisseur sagte mir die Hand drückend: Heute, im letzten Act hatten Sie wirklich den bewußten Bühnenteu fel im Leibe. Das war das wichtige! Ja, wenn du nur wüßtest, dachte ich, hütete mich aber wohl, etwas zu ver rathen. Lächeln mußte ch, als ich am nSch sten Tage die folgende Stelle in 2ler Recension über die Vorstellung las: Fräulein S. hat uns im Orpheus eine Leistung geboten, die uns wahr hast überrascht hat. Daß wir eine technisch correcte musikalische Darbie tung zu erwarten hatten, wußten wir vorher, aber diese innerliche Beseelung des Gesanges hätten wir nach, den bis
herigen Proben keineswegs erhofft. Na mentlich im letzten Act war ihre Dar stellung, auch nach der schauspielerischen Seite hin, eine wahrhaft meisterhaste. Die erschütternden Klagen an der Leiche der geliebten' Gattin kamen aus einem von Angst und Verzweiflung durchwühlten Herzen und wurden in ihrer Wirksamkeit noch erhöht. durch da? er greifende Spiel. Das mühsame Er heben vor dem entseelten KorpeW die schmerzgebrochcne Haltung, dann der Uebergang zu triumphirender Freude dies alles kann überzeugender und ergreifender kaum dargestellt werden. ES war in Gesang und Spiel eine hochdramatische Leistung.. .." , So waren mir denn die gefürchteten Tricots,, zum Segen geworden, denn jetzt wußte ich aus eigener Erfahrung, wie man singen und spielen muß, um das Publikum hinzureißen. Das EiS war gebrochen, und wenn ich je wieder in meinen alten Fehler' zurückfallen wollte, so brauchte ich nur an meine er sten Tricots zu denken, um ihn zu der meiden. Gegenseitige Kritik. Das Berliner Frcmdenblatt entnimmt einer englischen Fachzeitschrift folgende humoristische Beleuchtung der Kritik, die sich die Presse bisweilen gefallen lassen muß: Kommt da zucmcm beschäftigten Artikelschreiber ein Mann, der sich ihm als Schuhmacher A. vorstellt; nachdem er sich's im besten ZZehnstuhle der Officm behaglich gemacht, n. ivft vsxiaH in .'ms..k "H""" wOV1 vv4 . i.'Vlva serung im höchsten. Grade bedürftig. Sie brauchen mehr Lokalnotizcn, das Ve mischte sollte in größerer Schrift gesetzt werden und dann mehr Ori-ginal-Depeschen. und vor Allem besseren Druck und stärkeres Papier. Sie bieten nicht genug Stoff und das, was Sie czeben, ist nicht das Richtige, außerdem ist die Zeitung viel zu lheucr. Ihre Stellung zu der Jüdenfrage ist eine absolut verkehrte und Ihre Position mit Bezug auf den Mc5Zinlcy-Tarif absurd. Ich sage Ihnen das alles, weil ich Jh. rem Unternehmen Erfolg wünsche und ich .spreche zu Ihnen als ein Freund. Ich selbst bin auf Ihr Blatt nicht abon nirt, aber ich sehe dasselhß gelegentlich bei einem Freunde, und da eine Zei tung ein öffentliches Unternehmen ist, so sehe ich nicht ein, weshalb ich nicht ein Recht haben sollte, Kritik zu üben. Ich verschmähe niemals Rathschläge, im Gegentheil, dieselben sind 'mir immer willkommen." Jhr Urtheil sreut mich ganz außerordentlich,- sagte der Redakteur, seinem Besucher eine Cigarre re! chend. Ich habe zwar längst gewußt, daß 'ich nicht vollkommen bin,' jedoch sind mir meine Schwächen noch niemalS so klar und überzeugend dargestellt worden. Ich fühle mich außer Stande. Ihnen meinen Dank gebüh rend dafür abzustatten, daß Sie sich die Mühe genommen haben, meine Fehler aufzufinden und in so liebenswürdiger Weise mich au dieselben aufmerksam wachen. , , 1 $ 4t?f4 Der Schuhmacher verließ da? Re. baktionsbureau in gehobener Stimmung, glücklich darüber, daß seine Vorficllungen ein so geneigtes Ohr gcfunden. , ...r. - , , : ,, fir , Den folgenden Tag, als der 'bieden Mann gerade dabei war. einen Stiefel seiner Vollendung zuzuführen, erhielt er den Besuch des Redakteurs. Ich bin gekommen, um Sie auf einige Mängel aufmerksam " zu machen", begann derselbe Da ist , zunächst das Leder, welches Sie zu Jbren Stiefeln verwenden; es ist sehr schlecht, sodann sind die Sohlen zu dünn und die Stiche viel zu weitläufig. Es ist ferner ein entschiedener iFchler, geringes Material zu Absätzen zu verwenden. ' Jedermann klagt über Ihr Schuhwerk; meistentheils ;smd auch noch die Schäfte zu kurz und die Spitzen zu schmal. Und bei solchen Eigenschaften verlangen Sie ganz unverschämte Preise. Sie verstehen mich wohl, ich spreche zu Ihnen als ein Freund, weil ich Ihr Wohl wunlche Ich verstehe zwar nicht mehr von dcr Schuhmacherei als Sie von der. Her ausgäbe einer Zeitung.- aber ich nehme em großes nterene an Ihnen, weil le to freundlich mit mir waren. Ja, in 'derThatlichWSitz - ; ifB "V, 'Der Mann der Feder kam nicht weier und' erreichte die Straße, begleitet ! von Pfriemen, Hammer und anderem r tr " 1 !;:, :!',. .":.';:!, 1 weraiy. weiche ibin nacdeeworsen wur den. Der biedere Schuhmacher schwor hoch und theuer. eS solle ihm keiner die scr Idioten wieder über die Schwelle kommen, um ihn über sein Geschäft zu belehren.HsHzDZIHßLU . N urderjenigesoll sich eine Frau nehmen, der sie auch nehmen weiß. t e zu
Die neue Köchin.
Humoreske tvn Advullah Zlga. JeremiaS Senfmehl war Jung geselle geblieben. Er hatte sich nie sonderlich für die Frauen zu begeistern vermocht, freilich auch die Frauen nicht sonderlich für ihn. Als Philosoph batte sich Jeremias leicht über den Mangel einer Frau hinweggesetzt ja, mit zunehmenden Jahren war ihm gerade dieser Mangel sehr willkommen geworden. Seine Geliebte war seine Bibliothek, und mit Grausen dachte er oft daran, wenn er über seinen alten Schmökern saß, wieviel seiner kost baren Zeit, die er nun ungetheilt seinem Studium widmen konnte, ihn eine Frau mit ihren tausend kleinen Ansprüchen an die Zeitund die Ge danken eines Mannes gekostet Haber würde. Wäre unser Jeremias Senfmchl ein antiker Philosoph geweser er hätte sich wie weiland Diogenes mit einer Tonne und Brod und Wasser begnügt. Aber die Philosophen der Jetztzeit, selbst wenn sie im Allgemeinen so anjpruchS lose Jungesellen sind, wie unser Iere miäs einen war, acceptiren die Tonne nur dann, wenn sie dem Trank aus Malz und Hopfen als Behälter dient. verlangen zum Brod auch Fleisch und Gemüse und weisen dem Wasser im Allgemeinen nur das Waschbecken und die Badewanne als berechtigten Aus enthaltsort an. i So auch Unser Jeremias Senfmcbl. Sein kleines Vermögen reichte gerade aus, ihm ein sorgenfreies und bescheiden nes Leben zu ermöglichen. Äon seiner seligen Mutter her war die Küche in dem kleinen Häuschen, das er bewohnte. noch bis auf den letzten Quirl intact aber auf dem Heerde war seit langer Zeit der letzte vilnke"vcralimmt. Irre miaS Scnimehl nahm teine Mahlzeiten im Rothen Löwen" ein. Als aber leine Bibliothek einen Zuwachs und ein paar Dutzenden alter Folianten erhielt und unser Freund mit der Be gierde eines Heishungrigen sich auf den geistigen Inhalt seiner neuen SchwemSledernen stürzte, da stieg in seiner Seele der kühne Gedanke auf, eine eigene Köchin zu nehmen, die seinen Tisch wohl vertorgen und die alte obew drein sebr redieliae Auiwärterin über flüstig machen könnte. Welcher Ge . 7 1 " winn an Zeit alsdann! Der Gedanke entschied und eines Tages stand im Wochenblatt daß ein alleinstehender Junggeselle eme tüchtige Person suche. die ihm die Führung seines Haushalten' oeioraen könne. Es liefen eine solche Menge Gesuche ein. daß unserem Jeremias ganz schwül wurde bei dem Gedanken, aus dieser Fülle feine Wahl treffen zu sollen. Er nahm den ersten Brief zur Hand. Er war entsetzlich nnorthographi ch aeschrie den, aber trotzdem behielt ihn unser wackerer Philosoph sinnend in de? Hand. Die Schreibe des Armes, Laura Hühnerbcin, bat in demselben ganz kurz und verständig um die Stelle und fugte hinzu, daß sie drei Jahre aus dem Rittergut Grunweller gewesen sei. Dies letztere war es. das Jercmia; bestimmte, den ganzen übrigen Briefen ein jahcs .Ende zu bereiten. GrünWeiler der Rittergutsbesitzer war weit im Lande als ein Gourmet erster Güte bekannt die Person mußte etwa? verstehen. ;, Und so hantirte denn am anderen Tage eine nicht mehr ganz junge, aber ganz saubere .Person' in der Küche herum, putzte mit erstaunlicher Geschick lichkcit die Casserollcn und Schüsseln und wär im Neinmachen der alten AufWärterin : um Mindestens eme doppelt Bcscnlänge überlegen. Als Jeremias, von seinem Frühspa. ziergange heimkehrend, einmal prüfend in die Küche schaute, nickte er völlig be ,sriedigt, er schien die richtige Person sur , se'nen Saushalt getrosten zu haben. V Mit großen Erwartungen setzte tr sich des Mittags zu Tisch. Dieser war sauber gedeckt. Da brachte Laura Hüh nerbein die Suppe herein einen Rieseniovf voll, so daß Jeremias ganz ängstlich auf dies gelblich-braune Meer schaute, in dem Ärodstückchen herum' SwaWnen. .:W ,m Er nahm sich einen Teller voll und ,kost(!ej,ci 1$.. Brrr! Was war denn das für eine Suppe? hne Salz und Schmalz, ganz , gehaltlos und so fad schmeckend, dgh s Hffttchon rtute seinem Magen den ersten' Löffel davon zugeführt zr, haben.' M' -:' ":" Laura!" rief er. Diese erschien, mit einer Riesenschüfsel in der Hand, auf welcher eine Menge ganz klein zerkochtes Fleisch lag. , Jeremias entsetzte sich. Aber Laura, was kochen. Sie denn da? Das Zeug ist ungenießbar!" Ra, auf dem Rittergut blieb nie' was davon übrig! ga b 5i aura schlag fertig ' zur Antwort und Jeremias schwieg im Gefühle feiner Unwissenheit in solchen ' Dingen. Als aber, Laura zur Fleischschüss'el einen Bottich mit einfach zerstampften Pellkartoffeln- .an de nen noch die Schale klebte, auf den Tisch setzte, da fuhr sogar die philosophische Ruhe aus unserem Jeremias! und ar ihre Stelle trat eine dumpfe Wuth. Laura was soll das?,,, Das ist ein unerhörtes Gericht! Ich beginne, in Ihrer Kochkunst zu zweifeln!Oh." machte Laura gekränkt. ' , , Sagen Sie. haben Sie denn wirk lich auf dem Rittergute drei Jahre ge' kocht?",, Sogar dreimal täglich!" , Und man hat Ihr Essen gegessen? Aber Herr Senfmehl gefressen haben sie's wie nichts gutes!" , , Jeremias schüttelte verwirrt den Kopf. Soweit , konnten seine Ansichten von Gourmandise sich doch nicht von denen lcs Grünweiler Rittergutsbesitzers ent fernen! Stumm sah er auf. die gequetschten Kartoffeln, das Bröckelfleisch und auf die Terrine mit namen- und inhaltloser Suppe, während Laura
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Hühnerbein im Gefühle ihrer culinar'i schen Tüchtigkeit tnumphirend auf ihren ; Herrn herabschaute. Endlich brach dieser das Schweigen. Aber Laura Sie müssen doch noch etwas anderes gekocht haben für so verwöhnte Esser Rein, da gab's nichts! Ter alh Bakönyer wollte freilich nicht 'ran. aber er mußte!'' Um Gotteswillen." stieß Jeremias Hervor und solch ein Futter gab's alle Tage?" Im Sommer ja! Im Winter kam noch Kohl 'mang!" Jeremias Sensmehl sprang auf. Der Löffel Suppe drehte ihm .schon den ganzen Magen um. Die Aussicht auf den Winterkohl rief sein ganzes Ent' setzen wach. Aber" die Stimme versagte ihm säst. Es ist doch gam unmöglich, daß dcr Herr von Grünweiler solches Futter ißt?" Der Herr!" Laura Hühnerbcin trat mit einer Miene zurück, die deutlich be kündete, daß sie ihren Herrn für reif hielt, in die Zwangsjacke gesteckt zu wer den. Der Herr der hatte ja seinen Koch!" Und was kochten Sie denn eigent lich?" Das Viehsutter. Herr Senfmehi'. Nach einer halben Stunde war Laura Hühnerbcin mit ihren Sachen auf der '-Straße und unser Jeremias im Rothen Löwen." um mit wahrer Innigkeit ein Lendenbcas mit Röstkartoffcln zu essen. Eine Köchin hat unser Philosoph nicht wieder genommen? berühmte Dichterg rävcr in Paris Am Allerheiligentag wendet sich der französischen Hauptstadt die liebe volle Pietät ganz besonders den Pariser Dichtergräbern zu. In diesem Jahre fand die allgemeine Gräberwallfahrl erst am 2. November statt, denn der am 1. November strömende Regen gestattctl ! keinerlei Ausflüge nach den imposanten s Mropoten oes Pereacyaite .und des Montmaire'Friedhofes. . Um so groß artiger war die Wallfahrt am 2. No vcmber. Die Rue de la.Eloche betitelte Jricdhofgasse des Montmatre beherbergt wie bekannt die Reste Heinrich Heine's und seiner Frau Mathilde, und man kann, wie dem Pester Lloyd" geschrie den wird, mit Genugthuung die Thatfache bezeichnen, daß' im Gegensake zu früheren. Jahren sowohl die steinerne Decke des Grabdenkmals, wie die Eisen stäbe der Umfassung mit Kränzen und Blumen so übcrfäet sind, daß die Inschriftcn und Ornamente dcr Grabdecke von jenen Zeichen der Pietät g'uz vcr hüllt werden. Ein prächtiger Palmenkranz mitRo .sen, von welchem die Pariser scst überzeugt sind, daß dessen Spenderin eine edle fürstliche Frau (die, Kaiserin von Oesterreich. Anm. d. Red.) alljährlich ein gleiches Exemplar aus Heine's Grab niederlegen läßt, trägt keinerlei In schuft, 'während ein anderer Kranz, dessen Blätter schon gänzlich verwittert sind, nur die, ziemlich intacte Jnschrisj zeigt, daß dieser Kranz im Jahre 1880 von den zum internationalen Social! stencongrcsse nach Paris gekommenen deutschen Socialisten aus das Grab ihres Bruders" Heinrich Heine nie dergelegt wurde. In die zahlreichen Erabkränze am Glasperlen oder Mejall.,dican den Stäben der Eisenumfasfung hängen, haben die Spender oder 7!sönstige Besu cher, zumeist fremde Gäste aus Ländern deutscher Zunge, ihre Visitenkarten gelegt als ungewöhnlichste Mani fedation des Hcine-Cultus läßt sich sogar constatiren,. daß einzelne. Besu. cher die nach israelitischem Fricdhofs rituale üblichen' Steinchen auf das Grabdenkmal . ihres 1 berühmten ErGlaubensgenossen, gestreut haben.' ES ist kein , bloßer Zufall, daß, die Fried? Hosswächter des Montmartre . auf die Frage' iiüch Wnes Grad föstrt Bescheid wissen denn es sind zumeist Elsässer und deS Teutschen kundig. , Der beste Freund Heines unter d. französischen Schriftstellern. Theophile Gautier. ' mit welchem Heine so viele Jahre in Montmorency gemeinsame Sommerwohnung hielt, liegt nur we nige Schritte von seinem ehemaligen guten Nochbar begraben, und Gautiers künstlerisch ausgezührtes Grabdenkmal ist wohlgepflegt und mit frischen Krän zen bedeckt, die seine Tochter, dje dc kannte dramatische Schriftstellerin ge spendet ,,hat. kEin im l, letzten Jahre plötzlich in vollster Manneskraft aus dem Leben gerufener Musikdichtcr. Leo TelibcSde Töne lieblicher Meister. liegt ebenfalls im Poetenwinkel des Montmartre begraben, und dw schönen Älumcnspcndcn auf, seinem Familien grabe, welches -wir von Frauen in Traucrklcidcrn umstanden sahen, zei gen, ! wie lebhaft' die Seinen den Schmerz um dcn Frühbeweintcn em pflNdeN. , , :: : ' D le höflichen St ad tlent'. Ein Bauer wandert mit seiner Frau in d!e, Großstadt und 1 dort besehen, sie ich die Sehenswürdigkeiten ' Alle erregt ihre Bewunderung: aber das Er staunen erregt seinen höchsten; Gipfel, als er vor einem Hause, ein Plakat mit em Wort , Feuermeldesteüe- ' sieht.' Nein, für so höflich und zuvorkommend hätt' ich die Stadtleut' doch nicht gehalten! Haben sogar Häuser bestimmt, wo man sich melden kann wenn einem daS Feuer in der Pfeife usgcgangen :"i I I: :' :- H:M, " ; fmMfi'i;if:$., ;! I jf:,: Ein stolzer Sänger. Äber, Herr , Pjpser, , der Vogel hier, den Sie mir neulich verkaust haben, sollte doch ein gute? Sänger sein er singt indeß überhaupt nicht!" Das ist eben eln.jehr stolzer Böget! tzr weist. daß er noch nicht bezahlt ist und Borg singt er nicht!" c l -,.: -ZmeideuligiFiagk. Ni, ,Püu. ,er: ...... Sie haben als o dein Schmalbauer zwei Ohrfeigen gegeben! Hahn Bit noch etwas &tf?ii?Musttt?i5
Uebertragung der Cholera durch Lebenömittel.
Die Uebertragung der Cholera durch LcdenSmitte! behandelt Dr. Kossel vom Koch'fchen Institut in der neuesten D. 1 Med. Wchfchr." Der Verfasser sagt w der Einleitung: Dank den ergriffenen Maßregeln ist Teutschland der Gefahr entronnen, welche ihm von Hamburg drohte. Ader die Befürchtung liegt nahe, daß wir im kommenden Frühling abermals gegen den kaum überwundenen Feind in'S Feld ziehen Müssen. Je mehr wir die Ueberzeugung haben, daß wir mit den rechten Mitteln und auf dem rechten' Wege gegen die Seuche vorgehen, deftsbesonnener werden wir handeln, desw sicherer wird der Erfolg sein.Als Zwischenträger der Jnfelkisn. haben wir in der diesjährigen Epidemie das Wasser noch mehr als je fürchten gelernt. Daß aber auch durch Eßwaa ren die Cholera selbst auf weite En!? fernungen verschleppt werden kann zeigt ein Fall, dessen Mittheilung der Versasser Herrn Dr. Schnapauff zu Tessin in Mecklenburg verdankt. ' Am 28. August kehrte die Titan eines Ar beitcrS von einem Besuche in Hamburg nach Tessin zurück. Die Reise hatte zehn Stunden gedauert. Die Nran wurde bei ihrer Ankunft sofort in Qu2rantäne unter ärztliche Beobachtung gebracht. Das Gepäck wurde ihr zum Zwecke der Desinfektion abgenommen. In den Taschen hatte fie jedoch. Butter brot aus Hamburg und vielleicht noch ' andere Lebensmittel behalten. Die, übrigen . Buttcrbroed waren schon' auf der Reife verzehrt. Am Abend des 29. August wurde die Frau, da sie keinerlei Krankhcitserscheinungen darbot, ausder Quarantäne entlassen. ' Nach ihrer Angabe haben ihr Mann, und ihre beiden Töchter das mitge brachte Butterbrot nach dieser Entlas sung verzehrt. Andere Personen welche gleichzeitig mit ihr in Quaran. täne waren, behaupten jedoch, daß die krau ibrer Anaeböriaen die Stullen. heimlich zugesteckt habe. Am 1. Scptembcr erkrankte der Ehemann an schwerer asiatischer Cholera, nachdem gewisse Vorboten schon am 31. August sich eingestellt hatten, und starb in' der -folgenden Nacht. Zu gleicher Zeit er krankte die eine Tochter unter Cholera erschcinungcn, die am 10. Tage zum. Tode führten. - Die andere, Tochtttrkrankte erst öm L September und genas; hier dürfte wohl Sekundännfck tion vorliegen. Die Mutter blieb gesund, ebenso ihre Angehörigen in Hamburg. Weser vor, noch nach diesen Erkrankungen sind. Cholerafälle in Tessin vorgekommen. Die von der Frau mitgebrachten Le bensmittel stammten aus dem Laden, ihres Schwiegersohnes, der zu Harn bürg in der Straße Rutschbahn 12 ein Delikatessengeschäft betreibt. Es ist nun sehr lehrreich und bezeich' f nend, daß auch in der Rutschbahn in. denselben Tagen, an welchen die Per soncn zu Tessin erkrankten, die Cho lerafäUe sich häuften. Vielleicht war auch hierfür das Telikatessengeschäfti der Ausgangspunkt. Jedenfalls steht die Thatsache, daß durch einen ge funden Menschen die Keime auf Lebensmitteln nach einem anderen Orte, wel cher zur Zeit frei Don einer Epidemie war und in dessen Umgebung in weitem Umkreise keine Cholerafülle vorgckom men sind, verschleppt wurden, und daß. diejenigen Personen die von jenem Nahrungsmittel genossen, an asiatischer Cholera 'erkraNkten. M ist kaum mög, lich, elnN deiitllchercn , Beweis für die Verschleppung durch Eßwaaren zu liefernDer, Fall hat den Werth einesgut ausgedachten und fehlerlos durc!h' , geführten Experiments' Er zeigt, wie richtig es ist, daß vor dem Gebrauch von Eßwaaren aus verseuchten Orten ohne vorheriges Abkochen dczw. Erhitzen derselben gewarnt wird. , Von Gustav Nachtia al erzählt man folgende Geschichte: Eiw Hamburger Ordensjäger, der ! durch , Handelsverbindungen mit afrikanischen. Herrschern zu Geld, aber noch zu keinem Orden gekommen war, kam eines Ta ges, , als dcr Forscher sich in Hamburg aufhielt, Höchh,, aufgeregt zu , diesem,,, irnb ' rief : Tenken'Eie' sich, 'ich "habe ' vom Sultan von .... einen Orden er halten. Brauch ich nun eine Erlaub niß, ! den Orden zu tragen?" .Ge wiß,? 'antwortete NachtiaalkOchelnd,!! aber Sie wissen' doch auch, wie man den Orden tragt?" Nein. Herr Generalconsul. Bitte, erklären Sie eS mir!- Nun. sagte Nachtigal. Sie wissen doch, daß Ihre Dekoration kein Orden im europäischen Sinne, sondern nur ein goldener Ring ist, in den ein Halbmond gravirt ist?" Ja wohl. , und wichst dieser Ring' zu tragen? Auf 'der Brust,, am Halte oder im Knopfloch?" Keineswegs," erwi dcrte Nachtigal würdevoll,,, ,Der Riz ,, Sr. Majestät , dcs Sultans kann nur richtig als Dekoration 'getragen 'wer ; den. wenn man" Wenn man, im terbrach der neugierige Ordcnsjäger er "' regt Wenn man ihn durch die , Nase :'. Zicht.1 , 1 Ueber bot en. Schnclllä ufer r Unsinn, mit mir da kommt iTeiner f mit! In Amcrlka lief ich mit einem Eil. ; zug um die Wette und, kam ! früher , an als er. Schnellläufer L.: Pah! 5klei nigkcit. ich sah in derWüste Sahara einen Samum heranbrauscn. dagcd ich Fersengeld und ich lief so schnell, das der Samum immer üÖO Schritt hinter mir blieb ! . Der kluge Sohn. Mutter: . Ach. denk'' nur, Slaxl, Vater ist schon wieder betrunken, . da ist nun schon das vierte Kal in ' dieser Boche " usdzhmty i ist erst Dienstage Sohn: Mutter, ich beMifeHbex 'MchyHt. wie Tu tati i')lnvrtp fissi n?5mkn iännfni 1 '" "r 1 ''".'P"1' - 1 , S chlsa fer i g. Vater: Frar.z f.t ' n'5i .,"1 ' :' B ,. i i.T . ! ,IH . ' ': X 1 ' Tt !' i ( tf 0 1 trtrfcejll .1Trf17i t dc)" Schiller f.. cerit.j , rccrucii i xiuliz . Mtwuncai, (', V, , , 4 jVjVll MtMllI
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