Indiana Tribüne, Volume 16, Number 90, Indianapolis, Marion County, 18 December 1892 — Page 11
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Wuörosio.
$'att Srzählug aus d Srrs-Madre, nach Lndlich Ucber!strunz wieiererzSMvsnW. T. Lanzbttn. Der Morgen des hl. DreikönigssonN" tazI brach grau und trüb an, schwere tiefgehende Wolken mit stark ausgezackt, verriMnm Rändern ließen darauf Zchlie ßen, daß weiter nördlich ein befruchten der Neaen das dürre Land erfrifcht hat tt, die sonst fo herrlich blau und violett in aufgehender . Sonne schimmernden Häupter der benachbarten Bergriefen trugen heute eine graue Nebelkappe, die nur die obersten Spitzen erkdnnm ließ und das weite ebene Thal vor uns, war gänzlich von einem dicken, weißen Nebel bedeckt, vollständig unsichtbar, als unferer nur zwei, ein alter Pinaindianer mit langem grauen Haar und Bart und ge waltiger Adlernase und meine Wenig keil, gut beritten und biwassnet die Sierra.Lampafas verließen und den sog. Paß in der Nähe von Batuc im gemüth lichen Trab hernkderstiegen. Allmalich begannen sich die weißen Vorhänge vor unZ zu vertheilen, ein elbgrauer Streifen zwischen den verschiedenen Wänden verkündete den einbrechenden Tag ; au5 dem dürren Ätind- und graublauen Mosquitsträuchern und dornigen Cactus ent' stieg von Zeit zu Zeit eine Wachtel oder Prairietaube mit schnurrendem rebhuhngleichem Flug die fast lautlose Stille um uns herum unterbrechend. Auch wir waren stumm nebenemander,den mit stei nigen Geröll bedeckten Pfad entlang ge ritten, als die' aus weiter Ferne, von eier alten spanischen Mission in der Nähe von Atlamas zu uns herüberklingenden Nirchenglocken meinen Begleiter veranlaßten, sein Ave zu beten, nach Beend! gnng dessen er sich gerade im Sattel aufrichtete, als sei seine Aufmerksamkeit plötzlich auf ein bestimmtes Objekt gerichtet, dann mit dem ausgestreckten Arm auf eine links vom Weze abliegende Hacienda zeigend,rief er mir sichtlich be wcgt ;u, dort,Sennor, ist meine eigentliche Hcimath, dort bin ich geboren und groß geworden und habe manch fröhliche Stunde erlebt, bis die alte Hacienda zerstört und wir durch die Sudiab ver trieben wurden." Dem sonst wortkargen Alten mußten wohl außergewöhnliche Erinnerungen aufgetaucht sein, daß er sich vomAMick seines dereinstigen Heims hingerissen zu solchem Bekenntniß dem Etrangero ge genüber bewegen ließ und mir war nicht erwünschter als eine spannende Erzäh .lung von Apacheabenteuem aus den, Munde eines Mannes, der solche selbst mit erlebt. War ja doch die ganze Umgebung g eignet den Erzähler sowohl wie den Zuhörer in rechte Stimmung zu versetzen wie darinnen zu erhalten und fo bat ich denn, daß txnxxt die Erlebnisse seiner Jugendjahre, wie ich voraussetzte, mittheile. Bereitwillig darauf eingehend und offenbar froh eine theilnehmde Seele gesunden zu haben, berichtigte er mich jedoch sofort in meines Annahme, daß lch Geschichten aus seiner Jugendzeit zu hören bekommen würde, indem er sagte : Sie täuschen sich, Senno?,es sind erst 20 Jahre her, daß ich dort drüben Alles verlor, was mir lieb geworden war auf Erden und allein und einsam weiter hinauszog in die Berge, mit dem Bor sah, Vergeltung zu üben wenn sich mir Gelegenheit böte und zugleich um mir wieder etwas Vermögen zu erwerben." Wir hatten indeßselbstverständlich die Slichtunnach der Hacienda eingeschla gen, in der Absicht dort unser Frühstück einzunehmen und waren eben vor der Thü des größten Gebäudes der Nanchita angelangt, aus dessen niedrigem Schornstnn aufsteigender Zkanch andeutete, daß wir auch ungefähr zu rechter eit aekommen seien, um Tbeil m nebjucn an dem Morgenmahl der Insassen
. von oenen ivu, immmmtq msui nu , . Begleiter denn auch mit wirklicher Herz- : lichkeit und ich mit echt spanischer Gran ; dezza und Urbaninät $i Tisch geladen 0. wurden. Das aus landesüblichen Gerichten , '.' bestehende, einfache Frühstück mundete t ,; herrlich nach dem scharfen M?ra.eimtt in der reinen Bergluft, so daß wn we- : ', nig Zeit zur Unterhaltung oder längeren Gesprächen fanden und da wir denselben K Tag noch eine lange Strecke zurückznle V aen gedachten, so mahnte mein alter M fcon Ambrosia auch sofort nach Beend! ! gima, des Frühstücks zum Aufbruch. Ehe wir jedoch das gastliche Haus unseres ') Wirthes verließen, nahm mich der Alte
V bez ette, und Musterte nur m dle Dtj ren: Schaut Euch, mein Herr, die Sennora einmal recht gut an, ist eine ebenso tüchtige, brave, Frau wie sieder einst ein hübsches Mädchen gewesen ich Äfcflt lck'vn viel, lebr viel erlebt. ;u iencr
Zeit von der ich vorhin sprach, unsere T'mnirt Mnneka ! 9$eitn wir wieder, in . IHIM W wm-i m m'ww w.w-m- -.. w -m -w - terwe-vj?,. sollen Sie davon zu hören bekommen." Ton Pablo, der Herr des Hause?, ein noch junger Mann von scheinbar außergewöhnlich guter Erziehung und Manieren, in dessen Adern reines castilianisches Mlut floß, ließ uns jedoch nicht scheiden, " ohne uns auf den guten Stand seiner Mais- und Eaffeepflanzungen aufmerk sam zu machen, zeigte uns . seine neue Mühle oder Presse zum Zerquetschen des Zuckerrohrs, auf die er nicht wenig stolz zu sein schien, da dieselbe wie er uns ? r-r. ' f.: rerncerle, vie einzige je inrurn? von 100 Ligas und reichte uns zuletzt V ?f fi.'VStniiif rtuS Im pr frcVt,n rvi IVhbVIMlf nHf: I . .v.gjv. Lächelns zuaestand, von ihm selbst destil litten yjttxai. 1 ; Unterdeß war es spät geworden, die Sonne stand bereits 10 12 Grad über den Berggipfeln und der bei unserer Ankirnst auf der Nanchita noch dicht und schwer aufliegende - Morgenthau glänzte .nur noch hie und da in dichter stehenden Pflanzengruppen vom gebrochenen Son ( nenlicht getroffen, wie heller Diamant. CZts Hivinicii Irnr tvS, Wnn. rtriMit
. . ijä)- riE.iN' W! (VIV V ",?"-"": und gestärkt und in bei Weitem befferer M Stimmung, als wir aufgebrochen waren, in den Sattel und sprengten in die weite vor uns liegende Ebene hinaus. Der 1 alte Ton Ambrafio schien vergessen zu I haben, was er mir versprochen, denn er 1 drebte eine Cigarrette um die andere, i während wir im vollen Galopp über die
Steppe. a; !en, daß der Sandstaub unS
fortwäbrend in eine dichte Wolke hüllte.
Wir mochten so wohl drei Meilen zurückgelegt haben, als wir das trockene Bett eines Baches zu kreuzen hatten, welcher Uebergang, da er vorsichtig gemacht wer den mußte, um desJlugsandeS halber.die rasche Gangart unserer Thiere plötzlich hemmte und nur Geleaenbett gab, den Alten an sein Versprechen zu erinnern. ..Ja, ia, mein Herr, hab's nicht vergesjcn und wollte nur erst nach den fri schen Eindrücken, die mir in Donna Manuela s Haus geworden, wieder meme Gedanken etwas sammeln und den Mezcal, den ich nicht mehr so recht vertragen kann, etwas verfliegen lassen. Vor jetzt vielleicht 50 Jahren, in md ner Jugendzeit, war die Gegend hier herum noch viel emsamer und lparltcher bewobnt, wie heute, castilianisches Blut war wenig zu finden und sonstige Fremde kamen ehr selten und vereinzelt zu uns, nur um meistentheils nach kurzem Auf enthalt wieder in die größeren Städte des Landes zurückzukehren. Die Einzi gen, die zu längerem Verbleib kamen und amgen, waren die Priester, di jene Mission schon vor langen, langen Jahren gebaut und unsere xeute beten und mancyen davon lesen und Melden ge lehrt halten. . Wir lebten unter uns meist in Frie den und Fröhlichkeit und da wir arm und bei uns nichts zu holen war, hatten wir auch Ruhe vor den in der Sierra Nacan lebenden Apaches, die von Zeit zu Zeit einen Naubzug durch unsere Ge gend nach Opozura, Alamas oder sogar bis nach Thomasillo unternahmen. Plötzlich jedoch erhielt unser kleines Dorf bedeutenden Zuwachs durch eine Anzahl weißer Männer, Amerikaner zu meist, aus dem Norden komniend, ihrer wohl 1415, die noch verstärkt wurden durch zwei kastilianische Familien, welche zur selben Zeit eintrafen und sofort Vor kehrungen trafen, sich dort häuslich nie derzulasscn, wo wir heute zu Gaste ge Wesen. Die Amerikaner hatten sich indeß bald wieder zerstreut, da die größere Anzahl derselben sich in die Berge begab, nach Minen zu suchen, bis auf drei, welche sich bei uns dauernd hennisch machten, einem Sennor Johnston, ein bereits im mittler ren Alter stehender Mann, und zwei junge Leute, deren Namen ich nie ge wußt. Die Casiilianer zählten ihrer fünf Köpfe, Sennor Don Francisco Navarez, seine Gemahlin und ein allerliebstes Tvchterchen von noch wenig Monaten, und Don Jose, der jüngere Bruder Fran cisco's, mit seinem Weibchen. Beide Familien waren nach unseren Begriffen ' reich ; nicht nur, daß der Bau des hier herum stattlichsten Hauses unter der BeiHilfe des Sennor Johnston und seiner belden Landsleute von Don Franclsco rasch gefördert wurde, sie hatten auch eine Anzahl der besten Pferde und 3tin der hierherbringen lassen, und die neue Hacienda war bald der Stolz der ganzen Umgegend. Der Hauptgrund dafür war jedoch ; weniger die Wohlhabenheit der Jnsaffen als lhre Freundlichkeit und wirklicheHerzensgüte gegen Lllle, die mit ihnen in Berührung kamen. Da durfte keiner ', der Nachbarn vorbeigehen, ohne die Gast l sreundschast des Hauses genosen zu haben. So war es damals und ist auch bis heute fo geblieben, trotzdem nur noch Eine aus der Familie der Navarez dort lebt. Diese Eine aber ist die jetzige Sen nora, Donna Manuela. Als Nind fe reits der Liebling ihres Vaters und der ganzen Nachbarschaft, schaut man attgemein heute zu ihr auf, weniSstens Alle, die ihre Geschichte kennen, wie zu einer Heiligen, und sie verdient es auch ganz und gar. Zehn Jahre nach ihrer Ankunft hier hatten die Lcnte behaglich und glücklich gelebt, geachtet und in Frieden mit dem ganzen Bezirk; selbst die Apaches, die ln der Zeit verschiedene Mate unser Thal passirten, waren ruhig an der Nanch vorbeigezogen. . Im zweiten Jahre des Hierseins der Navarez war ich in den Dienst des Don Francisco getreten und ein Jahr später heirathete ich die damalige Dienerin der Frau des Ton Jose. So habe ich denn die kleine Vkanuela heranwachsen sehen und kann mit Recht sagen : sie war ein hübsches Mädchen in ihrem zehnten Jähre, als das Verderben über uns hereinbrach. Die erste Regenzeit des JaßreS nahte sich ihrem Ende, die Feldarbeiten begaw nen, und ich war eines Morgens nach der Mission geritten, um Aufträge meu neS Serrn dort auszurichten und Eier und Gemüse hinzubringen, als mir auf dem Wege die Nachricht wurde, daß eine große Anzahl Apaches im Anzug seien, die von Urez, wo sie geraubt, geplündert und gemordet hatten, auf dem Heinnveg ihre Schandthaten fortsetzten. Mi? wurde merkwürdig banae, erstens hatte ich einen weiten Weg vor mir, war allein und hatte wichtige Nachrichten für Don Francisco zu überbringen. Ich eilte also so rasch ich inein Pferd am treiben vermochte und konnte auf dem ganzen Wege dcn lsedanken nicht ver drängen, daß ich die Hacienda nicht mehr nnoen wurde. Mit Sonnnenunteraana jedoch ritt ich wohlbehalten, aber ich selbst und mein Pferd schweißtriefend, in die Umzäunung meiner Heimath ein. Zu meinem Erstaunen, aber auch meiner Beruhigung fand ich Alles ruhig und in gewohnter Ordnung, und als ich dem Herrn meine Befürchtung hinsichtlich der Indianer answrach, wurde ich verlacht, denn. meinte Don Jose, wenn uns dieselben zehn Jahre in Ruhe gelasien, würden sie es woy :m eisten eoen o macyen. Die Nacht und der nächste Tag ver gingen indeß bis nahe Sonnenuntergana ohne daß sich auch nur Fremde gezeigt hätten. , Ich war in der Nahe des rnu ses im Felde beschäftigt gewesen und schickte mich eben an, die Arbeit zu' ver lassen und mein Abendbrot auszusuchen. als ich in einiger Entfernung einen Trupp Reiter bemerkte, wohl ihrer zehn r - -is . im h'!" r . r ' r :",!!, i ' " l ' "-. vlö zwoif, olc Ichemvar clrecl aus oa? Qau& ucmcn!tÄ Als ich jedoch einige Zeit vergeblich darauf gewartet, sie näher!! kommen zu lassen, trat ich in's HauS ein, rahm forglos.mein jNahl ein und verrichtete.
i: ,:v-'- S?M ; "' -;;! i, 'i! 'v;;:!!-!-1;:,,'!;?'' 'Ss:;:isi:::;!;iS1ii!:V,: ;S, ! i ,s,Zk!l!ZSr1!?,,!,Dki,5 g WWKW wsMsmmmm
wie herkömmlich, einige andere Arbeiten vor dem Schlafengehen. Müde und angestrengt von dem lan gen Ritt und der Aufregung, hatte ich mich angekleidet auf mein Lager gewor fen, als ich draußen nach Senuorita Manuela rufen hörte. t Eine unaussprechliche Angst bemächtigte sich meiner, und es bedürfte meiner ganzen Willenskraft, um mich zu erheben, als Don Francisco auch schon bei mir eintrat, aufgeregt und bleich mich fragend, ob das Kind sich bei mir besinde oder ob ich um seinen Aufenthalt wisse. Mit ge lähmter unge, vollständig wortlös, mochte ich ihn für einige Atomente an geschaut haben, als ich endlich angstbe klommen, in banger aber richtiger Ahnung deffen, was geschehen war, nur zwe' Worte ausstieß: "Los Indios !" Don Francisco mochte atnen, daß ich Recht hatte, denn er verließ ohne ein Wort meine Wohnung und ich iah ihn wenige Sekunde später zu Pferde dem Dorfe .zu galoppiren. So rasch ich es vermochte, mich zu sammeln und ein Pferd zu satteln, folgte ich ihm nach, um ihm beiznstehen auf einer voraussichtlich wilden und gefahrvollen Jagd. In wenigen Minuten war das ganze Dorf alarmirt und die mannliche Be völkcmng bereit die Verfolgung der Apa cheS anzutreten. Nachdem wir unS in 3 Gruppen getheilt, von denen jede eine besondere Richtung einschlug, ritten wir in die Jkacht hinaus, überall spähend und forschend, aber überall vergebens. Der nächste Morgen brach an, wir glaubten verschiedene Male die rechte pur zu verfolgen, wir ritten in heißer Mittagsonne immer tiefer in die Berge hinein bis zum Abend, aber eben fo er folglos wie in der Nacht. Als wir am nächsten Morgen mit den Uebrigen zu sannnentrafen, erfuhren wir, daß auch die soweit vergebens gesucht hatten. Nunmehr konnte es keinen weiteren Zweifel unterliegen, daß uns die Apaches irre geleitet und uns entwischt waren und so sahen wir uns gezwungen, hoffnungslos und traiirig tvieder zurückzukehren, um abzuwarten ob die nächsten Tage Enthüllungen über den Verbleib unsrer Sennorita bringen würden. In ver
schieden: Richtungen indeß zogen wir heimwärts, in jeder Hacienda, auf jeder noch so entlegenen Mine Erkundigungen einziehend und die Nachricht von dem Raub verbreitend.' ttrgends jedoch hatte man eine grö ßere Anzahl der überall verhaßten und gefürchtetcn Indianer gesehen und so kehr ten wir ohne irgend welchenErfolg trau rig und niedergeschlagen am Mittag deS siebenten Tages nach unseren Auszug wieder heim; heim in ein Haus, das damal einst vom hellen Sonnenschein glücklicher, freudiger Jugend durchslossen, nun öde und einsam geworden war, auf wer weiß wie lange Zeit. Monaton und träge schlichen die kom mendcn Tage und Monate dahin, der Herr des Hauses, der sonst immer freund lich gewesen, war trübsinnig geworden, die Sennora, die nach den ersten, aufre gendsten Vorzängen,fast wahnsinnig ge worden, hatte sich wieder etwas erholt, war aber dennoch körperlich gebrochen und auch wir Uebrigen litten mit unter den allgemeinen Kammer. So war die Zeit der ersten Maisernte des nächsten Jahres herangerückt, als ei i - rC r . . nes morgens sennor oynsion aus schweißtriefenden Pferd vor der Hacienda ankant und uns hastig aussorderte, unS sosort reise und kampssählg zu ma chen. Derselbe hatte weniae Taae zuvor eine Reise von Mactezuma aus m das In nere der lerra-Acadre untcrnomnien und dabei durch Zufall eine Spur der Apaches und damit anch durch einige vesreundeke Indianer Ausknnst über den Aufenthaltsort unser Manuela gewon nen. Es bedürfte keiner weiteren Ausein andcrsetzunz. um uns zur Eile und Theilnahme aufzufordern, und ehe der Mutag herangekommen, befanden sich ungefähr ein Dutzend der besten Män ner auf dem Marsche in die Berge. Nur Don Francisco war auf besonderes Drängen des Sennor Johnston, das sast wie ei Befehl klang, zuruckge blieben. Zwei Tage lang ritten wir in ae spannte? Erwartung und in nordöstlicher Richtung dnrch die Sierra Lampasas Chihuahua auf die Sierra Nacari' zu. ohne nur em uampo oder Pueblo der Indios zu stoßen. Am Abend des zwei ten Tages jedoch mahnte uns Sennor Johnston zur Vorsicht und so ritten wir stillschweigend und so lautlos als möglich am Ufer eines Baches dahin, gedeckt durch den dort vorhandenen Pflanzen wuchs, in ein enges Thal ein, das im Norden von einigen hohen Bergen ab geschlossen wurde, von welcher Stelle wir deutlich den Rauch aus dem Lager der Apaches aufsteigen sahen., Der Ca ballero theilte uns nun seinen Entschluß mit, weiln irgend thunlich unsere Sen norika ohne Kampf aus dem Pueblo zu bringen, und so folgten wir schweigend aber entschlossen seinen-Befehlen und umzingelten daS Lager, während dem er, nur von Don Joie begleitet, in das In ere desselben sich verfügte. -s -Eine lange, bange Zeit, in der ich glaubte, die Schlage meines Herzens zählen und hören zn können, verstrich. bis endlich das verabredete Zeichens der Ruf der Wachtel, hörbar wurde und ich von meinem Standpunkte auö deutlich wahrnahm wie sich eine größere Anzahl Menschen einen Weg durch das ziemlich dichte Unterholz brach. Voll freudiger Erwartung schlug ich den Weg nach un screin verabredeten Sammelpunkt ein. traf jedoch nach wenigen. Schritten schon aus Johnston, Don Joie und Manuela. Mit hoch erhobenen Händen und einen lauten Freudenrus ausstoßend, eilte sie. da sie mich erkannte, aus mich zu, über glücklich, wenigstens ' einen Theil der Ihrigen wiedergefunden zu haben und aus einer nichts weniger als angenehmen esanaenschast besrelt zu sem. Es war ein hoher Preis, um den der Häuptling der Apaches in die Freilassung und Rückkehr des Mädchens willigte, eine hohe Summe Geldes und ein jährlicher Tribut an Getreide und Nahrungsmit teilt für den ganzen Stamm. Don Jose ging bereitwilligst auf alle Bedingungen ein und ennor Johnston war der Met
nung, daß eine et oder zweimalige t ferung des Tributs genügend sein wurde, und sich in der Zwischenzeit die Verhält nisse so andern würden, daß an weitere Eontributionen nicht mehr zu denken sei. Das Leben und die Freiheit Manuelas waren gerettet. Glück und Frieden konn ten wieder auf der Zkanchita einziehen und das war. gewiß jeden Preises werth. Glücklich und jubelnd über unseren guten Erfolg, kehrten wir am drittnächsten Tage beim auf die Hacienda, wo Theilnabme ünd ökeugierde die ganze Nach barfchaft versammelt hatte, selbst' ein paar der frommen Brüder aus der Mission hatten sich eingefunden, um den Herrn und die Herrin des Hauses zur glücklichen Rück kehr ihres geliebten Kindes zu beglück wünschen und die Sennorita zu segnen. Wie der Mensch sich überall und im mer viel rascher in das Glück hinein lebt als wie in Ungemach, fo ging auch bei uns nach wenigen Tagen Alles wie der den altgewohnten Gang. Don Francisco und seine Espasa waren glück lich im wieder gewonnenenBesitz ihres ein zigen Kindes, das in der Zwischenzeit leiblich und geistig zu seinem eigenen Vortheil zugenommen hatte. Manuela war ohne sich dessen selbst bewußt zu sein zur blühenden Jungfrau herangereift, zur Rofe unseres Thales geworden. Wenige Tage nach unserer Rückkehr waren Johnston und Don Jose in Be aleitung einiger Peonies nach der Sierra Nacari aeritten und hatten den verspro chencn Preis an Mais und sonstigen Le bcnömitteln, Frigalis, (Bohnen) und Wkehl dorthin gebracht, waren freundlich empsangeit und entlassen worden und so lag kein Grund vor, daß das vorherrschen de, friedliche Einvernehmen durck irgend welchen Zwischensall gestört werden mö ge, zumal war ja bereits geraume Zeit verstrichen, so daß bald an eine Sendung i denken war uno Don Fa. auch begann feine Anordnungen behufs derselben zu treffen. Ehe jedoch dieselben beendigt kam uns die Kunde, daß die Apaches in starker Anzahl einen Ausflug nach dem Westen unternommen und von dort in unserer 9lichtung zurückkehrend, überall die Spnren'ihrer Gräuelthaten zurückließen. r
umsomeyr veeiue sicy on ran cisco, alles Nöthige zu beschaffen, da mit die Indios befriedigt durch reiche Steuer vorbeiziehen möchten, ohne uns weiter zu belästigen. Ma nuela selbst, die während ihrer Gefangenschaft im Ganzen freundlich behandelt worden war, trug die Ueber Zeugung, daß die Indios sich nicht feind selig uns gegenüber zeigen würden, und so sahen wir Alle gespannt aber ruhig deren Eintreffen entgegen. Kurze Zeit nach Sonnenausgana des nächsten Ä)!orgens, der Thau hing noch sruch rn den Grasern des herrlichen Frühjahrsmorgens, meldeten sich denn auch unsere Gäste in der Anzahl eines halben Hunderts von Kopsen, meistens zungere Ziricger, zu unserem großen schrecken jedoch säst alle mehr oder we niaer betrunken. Don Francisco hatte rn der Eile so Viel der männlichen Bevölkerung aus der Nachbarschaft zusammengerufen wie . - .i'i. c . i. . ... f Jr. r.- . mvgiicy, oocy waren unser nur seyr ive nia'e den Apaches gegenüber, wenn es zum Streit kanr. Es mußte also unsere , j- . t, l e l , erste Vvrge sem, o:e nvivs sreunoticy zu bewirthen und behandeln, nach wel cker Seite bin unsere Sennores denn auch Alles aufboten. sunf der Stammesaltesten der Apa ' chen nahmen unter der Aufsicht des alten Ehefs Zermo unter Schmunzeln und Wohlbehagen den reichen Tribut unserer xrren entqcaen. wadrend die ubrlqen sich'ö an woylvesetzten Tischen an Speise und Trank wohl sein ließen. Unserer Landessitte gemäß hatte sich Manuela an die Spitze der Dienerschaft des Hauses gestellt, um die Gäste zu bewirthen, und rn diesem Falle noch mehr, um dieselben, von den meisten derselben sie ja gekannt war, in gutem Humor zu erhalten. So war der Nachmittag und mit ihm auch die Zeit des erwarteten Abzuges unserer Besucher gekommen, als ich Ma nuela unter uns vermißte. Von bangen Ahnungen getrieben, theilte ich den Um stand unserem Senor Johnston mit; der in meiner Nähe war, und wir Beide be aannen nach der Verniißten zn suchen. 7- - . ... rr t . ; c . vra war nur ausgerauen, oay ore oer jungen Krieger sich mehr, als mir recht und angemessen erschien, um unsere Sen norita bekümmerten, und fo schöpfte ich um so mehr Verdacht, als ich auch fast zu gleicher Zeit jene Drei nicht mehr unter den vor dem Hause Versammelten zn entdecken vermochte. Zweimal bereits war ich an der Veranda der Nanchita auf und abgegangen, vergeblich nach unserer Sennorita ausspähend, Hatte auch schon einmal in den Zimmern des Hauses nach ihr gebucht und stand eben im Begriff, unseren Herrn und Don Jose zu benachrichtigen, als ich von der Straße her einen Schuß fallen hörte. Mich rasch nach jener Seite zu wendend, bemerkte ich Manuela im raschen Laufe auf die Hacienda zueilend, und in ein! ger Entfernung unseren Johnston im Kampf mit vier oder fünf der Indios. Der Schuß war der Alarm zum allgemeinen Wechsel gewesen, und trotz aller Anstrengung von Seiten Don Francis cos und seines Bruders, hatte sich die Festfreude urplötzlich in Tumult und in Folge des Mißtrauens der Indios ti. ij weiteren wenigen Minuten in heißer und heftigen Kampf verwandelt. 1 Auf Einzelheiten daraus kann ich mich nicht mehr entsinnen, nur noch deffen bin ich mir bewußt, daß ich .Manuela zu ih rer Mutter ' führte, bei der auch mein eigen Weib und Kind versammelt warew dann wieder meinen Herrn aufsuchen ging. Daß ich an seiner Seite gestan den und gestritten, , ist mir auch noch be wußt, wie lange das aber gewesen und auf welche Art wir getrennt wurden für immer, das weiß ich nicht. Nur soviel kenn ich sagen,, daß mir plötzlich die Sinne schwanden, es wurde Nacht um mich, für wenige Sekunden hörte ich noch wüsten Lärm und Geschrei und dann war ich vollständig bewußtlos. Ich muß loohl lange so gelegen haben, denn als ich die Augen wieder aufschlug, von einem brennenden Durst in's Dasein zurückgerufen, da war es still um mich her geworden ; der Mond schien nrir still und friedlich in's Angesicht und die Sterne leuchteten so mild und klar, als sei all' daS Toben und Brausen um mich
her und in. meinem Kopfe nur ein Traum gewesen. Ein heftiger, siechender Schmerz an meinem Kopf, verbunden, mit emem csuälvollen Durst, riefen mich jedoch bald in die Gewißheit zurück, daß ich in Wahr heit Schreckliches erlebt und vielleicht noch mehr erleben sollte. Nachdem ich mich unter Mühe und Noth auf die Füße gebracht, begann ich Umschau zu halten, zuerst nach Waffer, dann nach meinen Lieben. Von den Apachen war keine Spur mehr vorhanden, als die meistentheils jetzt stummen Zeugen hrer Gegenwart uild Mordlust. Trage und mühsam schleppte ich mich selbst von Körper zu Körper, unr zu untersuchen, ob noch Le ben in dem Einen oder Anderen zu ent decken sei. Als ich dieselben Versuch wohl fünf bis sechs Mal wiederholt, sanl ich schließlich ermattet an der verstümmelten Leiche meines einstigen Herrn zu sammen, einen Schrei ausstoßend, d mir selbst das Herz im Leibe erbebe? machte. Der junge Tag sandte seine ersten Lichtstrahlen über die Bergspitzen aus eine Stätte des Greuels und der Ver Wüstung, als ich durch eine sanfte Berührung aus meiner Lethargie geweckt tvurde. "0 santa Madre, Ambro3io,'1 hörte ich leise über mir, da zog es wie neues Leben durch meine Adern; ich öffnete die Augen und gewahrte Ma nuela, bleich und schmerzvollen Ange sichts über mich gebeugt. Ohne mich zu erheben, umschlang ich sie mit den Ar men, ein "carita amiga mia" war Alles, was ich ihr inr Augenblick zu sa gen vermochte. Bald hatte ich mich, gestärkt durch einen frischen Trunk Waffer, den sie mir eilig herbeigeholt, erhoben und ging nun mit ihr nach dem, wie ich jetzt bemerkte, fast vollständig verwüsteten Hause. Tort setzten wir uns zusammen und beriethen mit einander, was nun am Besten zu thun sei. Wie durch ein Wun de? war sie dem allgemeinen Gemetzel entgangen, das Wie wußte sie selbst nicht zn sagen, aber sie war so müde und trau rig. Den Vater und Onkel hatte sie ge funden, die Anderen noch nicht, und wir waren allein. Beide zu schwach, um zu
den nächsten Nachbarn, 6 7 Ligas ent fernt, zn gehen und um Hilfe und Ver-, pflegung zu bitten. Aber wie war denn auch um ihretwillen Alles so unglücklich gekommen, warum gerieth Johnston mit l . r. , n.l ven nows rn imr, um zu s Hießen ? j 0 Dias grande! Cajadaris, der Sohn Zarinas, des Häuptlings der Apa chen, war während der Gefangenschaft ! unserer Sennorita ihr 'Spielgenosse im.Lager gewesen. Hier aber, auf der Ha eienda des großen Navarez, hatte er den Muth verloren, sich ihr so zu nähern, wie er es daheim in Pueblo gethan. Nach dem er so viel Mezcal cjetrunken mit ver schiedenen seiner Genossen, um sich als vnlicnto zu betrachten, hatte er den Versuch gemächt, Manuela mit sich zu locken und als er sah, daß auch der Ver such vergeblich sei, da hatte er Gewalt brauchen wollen in dem Äugenblick, als Johnstons Kugel ihn sammt seiner Beute aus dem Sattel hob. Seine Kamera den warfen sich dann sofort auf den An greifer, wodurch 'Manuela Zeit gewann zu entfliehen. " Das bleiche abgehärmte Gesicht an meine Schulter gelehnt, hatte sie mir das Alles erzählt, sich und ihr Schicksal be klagend, das sie dazu ausersehen zu baben schien, Unglück über sich und die Ihrigen zu bringen. Ich sprach ihr Muth und Trost zu, so gut ich es in mei ner einfachen Weise vermochte. War ich ja selbst dessen so sehr bedürftig, da ich nun auch allein war. Meine Wunde am Kopf begann zu brennen und der Durst wurde unwider stchlich, so daji ich aufstand um Waffer zu suchen, als lch wenige hundert Schritte entfernt, einen kleinen Trupp Reiter ge wahrte, der sich unserer Wohnung nä herte. So blieb ich stehen um deren Ankunft abzuwarten, die auch rafch er folge,'als man mich gesehen hatte. Abgesandte waren es aus der Mission der frommen Väter, wohin sich gestern zu Ausbruch des Streites die Wenigen noch vorhandenen Bewohner unseres kleinen Pucblas geflüchtet, meistens Weiber und Kinder, welche die Kunde von dem be aonnenen Morden dorthin getragen, uud 'uns nun Hilfe zugesandt hatten. Bereitwilligst ließ ich mich selbst ver binden, und nachdem ich Manuela der Pflege und Obhut eines Priesters über geben hatte. Nach Ablauf einiger Zeit, wäbrend welcher die PadreS die aame Hacienda durchsuchten, traf noch mehr Hilfe und Beistand em und nun stellte es sich heraus, daß auch unsere Sennora und Sennor Johnston, obgleich schwer verwundet, noch zu den Lebenden aezäblt Werden konnten. Nachdem man deiisel' ben die erste mögliche Hilfe batte ange deihen laffen, legte man dieselben aus zwischen zwei Burras befestigte Bahren und brachte sie so nach dem Kloster. Manuela und ich bestiegen ebenfalls ein päar Esel, um uns zu den fronunen Vä tern rn Pflege und Behandlung zu oeg?' ben, denselben die traurige Arbeit und Aufgabe der Beerdigung unserer Liebci' übcrlaffend. Vor uns lag die alte Jesuiten Mission del Sante Francisco Mockezuma", dercn verwetterte Mauern, ' dermal einst im Weißen Bewurf imitirten Mar morö prangend, jetzt jedoch deutlich die Spuren zweier Jahrhunderte aufweisend, im fahlen Gelb des untergehenden Son nenlichtes erglänzten. Ueber dem HauptPortal stand der Bruder Glöckner, den Strang der kleinsten der aufgehängten Glocken in der Hand, um dieselbe zum Vesper wie herkömmlich anzuschlagen. 1 Don Ambrosio bekreuzte sich, wischte sich mit dem üemdärmel über die naffen, in Thränen schwimmenden Augen und stand im nächsten Augenblick mit einem Salve Maria und Jesu Christo" im Hofraum des alten Baues, wohin ich ihm folgte, nachdem ich unsere beiden Pferde angebunden. Jch konnte sofort bemerken, daß der Alte auch hier zu Hause sei, und so folgie ich demselben auf sein Geheiß in einen Seitenbau, der, wie ich bald erkennen sollte, die Wohnungen der Herren Padres enthielt. Wir wurden überaus freund lich bewirthet, so daß sich mir unwilltürlich die Ueberzeugung aufdrängte, daß
die Diener des Herrn auch m Mexico recht gut zu leben wiffen. Dafür legte der in der Mission gebaute und gekelterte Wein das glänzendste Zeugniß ab. Nicht nur, daß er nach dem langen Nitt' vor trefflich mundete, besaß er auch sonst die jedem guten Stoss innewohnenden Ei genschasten, trübe Gedanken zu verscheu chen, welche Qualität uns Beiden sehr zu Statten kam. Ambrosio konnte sich nicht versagen, sein für dieses Mal ge. wiß inbrünstiges Gebet in der Kapelle zu verrichten, wohin ich ihm ebenfalls folgte, um nicht Anstoß zu erregen bei den strengenPriestern, die uns so freundlich aufgenommen. Geistig und körperlich gestärkt, fetzte? wir sodann unsern Ritt fort, und als wir die Cigarre beendigt, bat ich meinen alten Ambrosio, mir nun auch den 3!cst der Leidensgeschichte zu berichten, wel chem Verlangen er auch sofort, da er sich in befferer Stimmung befand als vorher, entsprach. Ich habe, begann er, nicht mehr viel zu erzählen. Meine eigene Verwundung war bald geheilt, so daß ich mit beiste ben konnte, die Audem zu pflegen, deren Genesung, namentlich des Senor Johnston, sehr langsam von Statten ging. Unsere Sennora wie Manuela hatten körperliche Verletzungen fast gar keine erhalten, und nur Gram, Trauer und Sorge wüblten im Herzen unserer Donna Magoalena und ließen sie ihrem Gemahl Francisco nach Ablauf zweier Erntefeste gebeugt und lange vor der Zeit gealtert ins Grab nachfolgen. Ungefähr zwei Monate nach unserer Aufnahme in der Mission kehrten Donna Magdalena und Manuela wieder auf die Hacienda zurück, die in der Zwischen zeit von einem jungen entfernten Ver lvandten verwaltet worden war, zurück, während ich die weitere Fürsorge für den Sennor Johnston übernahm, der eben falls langsam aber sicher seiner endgil tigen Genesung entgegenging. Inder langen Zeit jedoch, die der schwer Verwundete aus Lager gefesselt war, hatte sich feiner die Sehnsucht nach seiner alten Heimath bemächtigt, und als wir nach Ablauf weiterer drei Wochen mit einander nach der Hacienda eilten, nach' dem wir einen recht herzlichen Abfchied von unsern Wohlthätern genommen hat ten, da war es nur um auch dort für im mer, wie ich mir dachte, Lebewohl zu sa gen. Johnston eilte seiner Heiinath zu, und ich zog aus, das Erlebte zu verges sen und, tvenn möglich, Nache zu üben an den Mördern meiner Familie und meiner Freunde. Die Zahl der Opfer jenes Tages habe ich wohl den Apachen lange wett gemacht, aber mein derein siiges Glück auf Erden, mein Weib und mein Kind in der ich erwartete, eine zweite Manuela zn sehen, habe ich nie Zurückzurufen verinocht. Manuela selbst ft 1A'J4.9 Aft. A 0li W ! Oljftlf
iji jiuii vuui i)uuuuis 0cu V üuciy jenes Vetters geworden, der nach dem Tode Franciscos die Herrschaft auf der Nanchita antrat und sie bis heute als unser braver Don Pablo, als tüchtiger Landwirth, Gatte nnd Familienvater verwaltet. ' Mögt da8 Geschick und ein guter Wille Gottes alles fernere Ungemach von dem Dache ablenken. So wie die Hacienda früher mein Heim, ist es die Freude meiner alten Tage, zeitweilig dort einkehren zu dürfen, um die Ge fährten früheren Glücks und Unglücks zu begrüßen, ihr zu danken für mir fo oft erwiesene Herzensgüte, und Manuela Und ihren Gatten und Kinder zu segnen, als die Einzigen, die mir im Leben lieb geworden und geblieben sind! Gerührt von solcher Anhänglichkeit und Tveue eines einstigen Dieners, drückte ich dem Alten schweigend die Hand Und einen Blick in die eigene Bergan genheit werfend, die mir durch des Alten Erzählung lebhaft ins Gedächtniß gem fen wurde, stieß ich meinen Vrancho die Sporen in die Flanken und jagte rn die Nacht hinein, als ob ich in der Dunkel heit die Spuren alles Erlebten und Ge hörten verwischen kounte, so daß ,i Ambrosio kaum zu folgen vermochte. DaS Klima in'Egypten. Es ist eine weitverbreitete Ansicht, daß für Lungenleidende der Winterausenthalt in Egnxten eine heilende oder wenigstens lindernde Wirkung ausübe. In einem Schreiben, welches Dr. Schlicmann wahrend seines letzten Aufenthaltes im Nilthale von Theben aus am 19. Februar an seine Berliner Freunde gerichtet hat und das in den Verhandlungen der berlincr Anthropologischen Gesellschaft zum Abdruck gelangt ist, tritt er dem allaemeinen Glauben an die Heilkraft des egyptischen Klimas mlt aller Entschiedenheit gegenüber. Seitdem mein schwindsüchtiger Diener, Polops, so bemerkt der Schreiber wörtlich, den ich mitgenommen hatte, um ihn zu retten, zu Grunde ge; gangen ist, und ich sogar hier in Theben Schwindsüchtige sehe, "die ich, wie z. B. den deutschen Consularagenten Tcdrous, vor 28 Jahren als starke, wjtlge Manner gekannt hatte, bin ich daraus von dem Glauben zurückgekommen, daß Egyvten ein Paradies für Schwindsüchtige ist, O würde - jetzt Brustkranken viel eher rathen, mach der Nivicra zu gehen als nach Egnpten." Dazu bemerkt die Voij. Ztg.": Die Beobachtung, welche Schliemann während seines nur vorübergehen den Aufenthaltes in Egupten gemacht hat, wird von allen denjenigen bestätigt welche Gelegenheit hatten, auf längere Zeit ihren dauernden ' Aufenthalt in Egnpten zu nehmen und mit Brustleidenoen zu verkehren., Ist auch, dem nördlichen Europa gegenübcrdie winter? liche Jahreszeit im Nilthale mild und angenehm zu nennen und für eine gefünde Constitution von wohlthätigem Einfluß, so treten im Tagcslaufe vom Sonnenaufgang an bis zum Sonnen: Untergang, fo gewaltige TemperaturUnterschiede ein wie sie nirgends anderwärts vorkommen dürften. Die natür, liche Folge davon ist eine stetige Zunahme des leidenden Zustandes und eine Veschleunigung der nahenden Auflösung. Die zahlreichen Beispiele von brustleiden? den Reisenden, welche statt der gehofsten Heilung oder Besserung ihres Zustandes ihren frühen Tod in Eßvpten fanden, sprechen für die Richtigkeit der angegebenen Thatsache. j . Selbst im abgeschlossenen Zimmer,
wie z. V. in den HotelS von Kairo, macht sich die empfindliche Abnahme der Temperatur am Morgen und ganzen Abend bemerkbar, und da es an wärmenden Oefen fehlt, fo müssen die Kranke zu allen möglichen Hilfsmitteln greifen, um sich nur einigermaßen vor der andringenden Kälte zu schützen. Man begreift eS vollkommen, wenn die Eintzevorenen sich in Pelze und Burnus einhüllen, um die Glieder zu erwärmen, um die Unbill der Witterung ertragen zu können. Die Reisenden in ObcregMcn, welche in den beliebten Nilschisscn ihre Fahrt auf dem Strome zurücklegen, müssen es bestätigen, daß die Abkühlung in der Nachtzeit und besonders gegen Ät'oraen hin so intensiv ist, daß man im Bette selbst unter den dichtesten Decken mit den Zähnen vor Kälte klappert. Wahrend das Tbennometcr in der Mittaoszeit sechsundzwanzig Grad zeigt, sinkt gecen Morgen die Quecksilbersäule bis drei oder zwei Grad. Erfahrene Aerzte, welche längere Zeit im Lande gclebt haben, bestätigen die Erfahrung, daß im ersten Stadium der Lungenkrankheit, allerdings bei der nöthigen Vorsicht, eine Heilung möglich sei, daß aber bei vorgenlckteni Leiden dem Aufenthalte im Nilthale widerrathen werden nuiffe. Hierzu kommt, daß selbst in den größcren Städten des Landes die öffentliche Hygiene alles zu wünschen übrig laßt. Das Abfuhnvcfcn befindet sich in einem erschreckenden Zustande, und wenn auch die dörrende Lust, der Straßenhund und das Raubzeug m den Lüsten da-,u beitragt, so manche ekelhaften Stoffe vom Erdboden zu vertilgen, so erfüllen dennoch an den von Mcnfchcn bewohnten Orten die schädlichsten 'Miasmen die Luft, deren Geruch selbst die Ennncnlng nicht zu verwischen vermag. Wie fo vielcs Andere, beruht die gerühmte Heilkraft des cgyptischen Klimas gerade für Vmstlcidendc aus einem durch nichts gerechtfertigten Glauben. Die statistifchm Angaben in den einzelnen Hospitälern der größeren egyptischen Städte liefern schließlich die Beweise, daß Krankheiten der Athmungsorgane und Lungeulciden bei den Eingeborene wie bei Fremden zu den häusigstcn Krankheitöerscheinungen gehören und in eben fo vielen Fällen wie in Europa mit dem Tod endigen. Schlicmann'S Rath, lieber nach der Rivicra zu wandern, als den weiten Weg nach Egypten anzutreten, hat daher feine vollsie Berechtigung und sollte von allen, die cS angebt, m ernstliche Erwägung gczo? gen werden. Bestätigung. In einer kleinen Stadt hatten einige wackere Män ner einen Volksbildungsverein gegründet. Die Interessen desselben u fördern, versiel der Vorstand auf die Idee, einen Fragekasten einzurichten derart, daß Jeder, der über etwas Auskunft Wünschte, sich mit einer schriftlichen Ansrage an den Verein wenden sollte, dessen Mitglicder in öffentlicher Sitzung die Antwort festzustellen hätten. Die VcrSammlung, in welcher der Fragekasten um ersten Male geöffnet werden soll, ist sehr zahlreich besucht. Unter allemciner Spannung, nimmt der Vouktzende
die erste Einsendung zur Hand, erbricht das Couvert und liest: Ihr seid Alle Schasskopfe!" Der Eindruck dieser Worte war natürlich ein sehr fataler und Alles schwieg. Da' aber ruft der Prasident ans: Meine Herren! Das ist je gar keine Frage I Eine Seele von einem Menschen war der Cantk. inr. u. Jens Jenssen aus Kluxbüll in Dänemark. Das offenbarte er überall, auch m der Staatsprüfung, wie der folgende Hergang. saitsam beweist: Mlt dem Keil und Criminalrechte, Herr Candidat, scheinen Sie sich nicht eben beZonders beschastißt zu haben; wir wollen sehen, ob es mit dem Kirchenrechke besser geht! Was würden Sie z. B. thun, wenn ein Prediger sich wegen noch ausstehender KovuZationsaebübren weigerte, eine Kindtause vorzunehmen?" Ich rch ja ich wurde mal ßn ihm chehen und mit ihm mal darüber sprechen." Allerdings würde dies wohl das Erste sein; geseht indessen, der Prediger ließe sich auf Ihre gut lichen Vorstellungen nicht ein, welche Maßregeln wurden Sie alsdann ergreifen? Nun? ich bitte Ja, mei Sßeel, fo ßollte ich ihn wohl genug Beskeid steuern; ich. würde ihm mal ganß ernßhast vornehmen? ich würde ihm ßagen: Sie sollten sich ßo Chott was ßjämen, Herr Pastor Herr Jenssen! Wie ich Ihnen bereits bemerkt habe, wünschte ich, daß Sie die Sache, abgesehen von Zeder moralischen und persönlichen Einwirkung, durchaus nur vom juristischen Gesichtspunkte Is trachten mochten. Stellen Sie sich also vor, Sie waren schon zwei, drei Mal oder so csl Sie wollen, bei dem Prediger gewesen, hatten aber durchaus nichts ausgerichtet. Setzen Sie einfach den Fall: er will es durchaus nicht, er lbut es nicht." 0 er thut es doch wohl!" . Z urK ra n l en v flege. Uu wecke man einen Kranken ans dem Schlaf, auch nicht zum Einzeben der Arznei. Ist der Kranke aus. dem ersten Schlaf aufgestört worden, ss schläst er sobald Nicht wieder' ein. Niemals rede man ihn plötzlich an oder stelle seine Erwartung auf die Aolter. Auch lasse man ihn nie lange auf etwas warten. Lärm oder Geräusch, das sein Gehör anspannt, ist ihm besonders schä lich. Nichts erfreut denselben mehr, als ' ein frischer Blumenstrauß Ties sollten , sich Krankenbesuche? , merken. Man zeige keine Ratlosigkeit , oder; Unschlüssigkeit sonst nöthigt man ihn seine Gedanken selbst anzustrengen. , Es muß der Eindruck auf ihn gemacht werden, daß man weiß, was man will. Einem Genesenen biete man Abwechselung. Auch hindere mau ihn nicht an kleinen Handarbeiten, wenn dieselben ihm Freude machen. In vielen Fällen darf man zum Heil desselben elzer auf die Apotheke, als auf? richtige Kranken' pflege verzichten. Zur richtizen rankenpfleze gehört ein angeborener Takt und Gesckicklickkeit. Dieselbe läßt sich n'e allein aus Büchern lernen.
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