Indiana Tribüne, Volume 16, Number 90, Indianapolis, Marion County, 18 December 1892 — Page 10
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Nie Frauen LmKäuie macöen. Meine Frau sagt zu nur: Sich dir, bitte, mein Kleib an." Ich sehe es antwortete ich. .Bemerkst du nichts?" .Nun. ein Kleid, doch keinen Mantel oder Pelz. .Jawohl, aber sieh es dir nur gut an." Ich muß gestchen, daß ich dazu nicht große Lust Satte, denn ich war stark bcfcbaftlgt, und es qing mir um jede vcrlorene Minute, dennoch ist es schwer .unartig" gegen seine Frau zu sein, und so reiße'ich denn die Augen auf und blicke h'- . Siehst Du nichts? Was soll ich sehen? Sie hat ein ge schmackooll geaMiteies Kleid an. Was kann mich denn übrigens interessiren? Ein Mädchen sieht man gern in elegantcr Toilette, aber seine Frau? Zwei Wefen an einen Karren gespannt, die nur daran zu denken haben, wie sie ihn fortziehen können. In was für einem Kleide man die mühselige Arbeit vornimmt, ob in einem eleganten oder abgetragenen, das ist gleichgiltig. Wenn man nur gleichen Schritt, und eins das andere nicht stört, dann ist alles gut. Obgleich ich jedoch meine Augenlieder aufreiße und scharf hineinblickekann ich nicht errathen, was meine .Herrin" vor mir gesehen haben will. Sie 'fängt an ungeduldig zu werden und macht eine beleidigte Miene. .Früher warst Du aufmerksamer sagte sie endlich. .Aber, mein liebes Herz vertheidigte ich mich, .sage mir nur, was du willst, und idj werde es sofort sehen .Ich bin dir wahrscheinlich schon läf Aber meine liebe Marie. ..." .Du wirst mich nicht überzeugen. . . .Nimm doch Vernunft an. ... .Du bist schlecht ino .... Ich springe, die Geduld verlierend, oom Sessel auf. .Sage mir doch endlich. um was es sich handelt!" rufe ich mit etwas erhobener Stimme. .Schrei lieber nicht so." ..Erbarme dich, du siehst doch, datzdie Zeit nutzlos verstreicht." ,,Was geht mich deine Zeit an?" Aber für mich ist sie ein Tyrann." Und du mit ihr zusammen einer für mich." Es fängt mir an Unheimlich zu werben. Ich kenne diese Ouvertüre zu den hänslichen Scenen. Ich schrecke vor eincm dichten Regen heißer Thränen zurück, der wahrscheinlich bald ausbrcchcn wird. Wozu? Wofür? Wnn man mich todtschlägt, weiß ich nicht, um was es sich handelt. Und kann es etwas langweiligeres geben, als Wciberthränen? Anfangs geben sie Veranlassung m poetischen Abbitten, entzückenden Vcrsöhnungen und verdoppelte Liebkosun gen. Wenn man sich aber daran gcwohnt hat, verlieren sie den Reiz und . . .' . und sind schrecklich. Ich werde also demüthige? und sage: ,,Jch bitte dich, Mariechen, sei nicht böse, ich wollte dich ja nicht beleidigen." Ich bat um Verzcihung, obgleich vielleicht nur Gott wußte, wofür. Aber hol's der Fuchs; die Frauen haben es gern, wenn die Männer untcrwürsig sind. Große Kin der! . Meine liebe Frau drückte ihre Thränen in die Tiefe ihrer Augen zurück, um sie für das nächste Mal morgen vielleicht aufzubewahren und lächelte ein ... . L!egenbogenlächeln. .Siehst du nicht sagte sie langsam, .daß mein Kleid abgetragen aussieht?" Endlich ! Also ihr Kleid ist ahgctragen! Scör gut. Ohne Zweifel. Wie konnte ich das auch nicht bemerken! .Aber natürlich, ganz abgetragen bestätige ich schnell. .Tu mußt ein neues haben." .Darum eben wollte ich dich bitten, aber siehst du, ich wagte es nicht. . . . Es sind jetzt so schlechte Zeiten .Ach was, schlechte Zeiten! .Affe Zeitungen schreiben es." Mas wissen die Zeitungen!" .
Aber... .Es giebt kein Aber. Dein Kleid ist ubgetraaen, du mußt ein neues haben." .Wie aut du bist! Und doch.. .." .Wieviel brauchst du?" Ich schließe meinen Schrank auf, denn ich möchte zu gern zu meiner Arbeit zurück'kommen. .Siehst du, ich wollte. ..." Ich bitte dich wieviel brauchst du? Nenne mir die Zahl." .Ich wollte mir schon ws Eleganteres machen." .Sehr gut. Wieviel? Die Zahl." .Etwas Geschmackvolles. . . Mein Vlut beginnt zu sieden. Ich bezwinge mich aber, denn ich fürchte ihre Thränen. Man weiß nie, wie man sich ihnen gegenüber zu verhalten hat. Ist man rauh .... ist'S schlecht, ist man weich und nachgiebig ist auch nicht praktisch. Das beste ist also, sie gar nicht herauszufordern. . Ich spiele also den Geduldigen. .Ich bitte dich, sage mir wieviel du brauchst sage ich süß, drücke aber die Schlüssel vor- Wuth fest zusammen. .Vielleicht wäre ein seidener Rock und eine Sammettaille nicht häßlich ?" .Das wird reizend sein. Aber xoai kostet das? - . Wenn du dagegen bist...." .Durchaus nicht. , Eine geniale Idee, oben Sammet, unten Seide, von der rechten Seite Spitzen, von der linken Blumen. Aber die Zahl? Ich glaubte etwas ungeheuer Kluges gesagt zu haben, aber meine .Herrin" sah mich erstaunt, beleidigt an. " Mein Himmel, denke ich, ich habe gewiß wieder eine Dummheit gesagt. ' -,. : . J' y'':'$SS0;vy-z .Von der linken Seite Spitzen, von der rechten Blumen, sben Seide, unten . . . :!' Ich wollte durch den setzt äußerst ernsten Ton alles wieder gut machen, aber ick sehe, es wird schlimmer, denn die Augen meiner Frau werden feucht. Es überlaust mich kalt, ich reibe meine Stirn, nehme schnell einige Banknoten aus meinem Schrank, reiche sie meiner Frau und sagte: ; .Nimm so viel du willst." 'Sie aber streckte nicht die Hand nach dein 1 Talisman der ehelichen Eintracht ' j.' i ' ri P r Mm
aus. Las !jl 'Hlimm.... : ' ' -..K;-.;: i
Du spottest und lachst mich aus," bringt sie endlich zwischen denzufammcns gebisj'enen Lippen hervor. .Ich? Was fallt Dir ein, Marie, chen, wie siele es mir ein, ein so gute?, herziges, geliebtes Frauchen zu verspott tm?" Meine Unterwürsigkcit bleibt nicht ofjne Erfolg. Die Feuchtigkeit zieht sich nlcht in Tropfen zusammen, sondern verfliegt. Ich athme auf. .Aber du sprichst so, als ob. . . ." .Als ob ich von eurer Toilette nichts verstände," unterbreche ich sie schnell. Wirklich, ich verstehe nichts davon, du weißt, ich habe- keine Ahnung, was eine geschmackvolle Damentoilette erfordert." .Dann verzeihe ich dir." Sie verzeiht mir. Was? WaI habe .ch ihr denn eigentlich gethan? Das ich sie in Blumen und Spitzen kleiden wollte? Ich hatte doch etwas in der Art schon gesehen. .Also wieviel brauchst du?" frage ich schleunigst, und halte die nichtigen uno doch so mächtigen Papierscheine in der Hand. Meine Frau Gemahlin zieht einen Hundcrtdollarschcin aus meiner Hand; ich stecke den Reu aeschwind an seinen al-
ten Ort, drehe den Schlüssel um die Kasse ist geschlossen. Uf! athmete ich aus. as Q'ewttter ,st vorübergezogen. Es ging ohne Thränen, Abbitten, Beschwörungcn, Besserungsversprechungen :c. ab. Und da soll Jemand saaen, daß ich kein Meister bin. Der Mensch lernt Diplomatie, yuIco Heuchelei und List, in der ehelkchen Schule. .Nur eine Bitte hätte ich an dich," sagte ich, indem ich es mir in meinem Sessel wieder bequem zu machen suchte. .Sprich, ich bin ganz Ohr, dein Wunsch ist nur Befehl sagte meine Frau, während sie die hundert Dollars in ihr Geldtäschchen steckte. Aber du darfst nicht böse werden." Wie könnte ich? Aus dich?" Wie gut mein Frauchen ist! Oh himmlischer Mammon, du Zauberer... Du weißt", fahre ick fort, ich liebe diese. . . .diese Einkäufe der Frauen nicht besonders." Ich weiß, ich weiß, lieber Mann, diesmal werde ich mich aber wirklich beeilcn." Du würdest mir einen großen Gefallcn erweisen, wenn du dir dieses Kleid gleich morgen kaufen wolltest." Natürlich. Ich werde zu McEreen, Altman, vielleicht noch zu Arnold & Eonstable gehen und besorge Alles in einer Stunde .Ich will es thun, aber sage mir, was kann dir daran liegen, ob ich das Kleid etwa früher oder später kaufe?" Ich habe dir das doch schon einigemal erklärt; erstens ist keine Ordnung im Hause, wenn die Frau Einkäufe macht, zweitens wirst du von dem übermäßigen Hin- und Kerrennen müde und gewöhnlich nach jedem neuen Kleide einige Tage krank; drittens giebst du durch das Aufschieben das Geld für etwas Anderes aus und ich muß ein zweites Mal zahlen." Ich kaufe doch nie etwas Unnöthiges", protestirte sie. Das wage ich nicht zu bestreikn. Wenn ich dir aber eine Summe für ein nothiges Kleidungsstück gegeben habe, glaube ich, es droht meiner Kasse von dieler Seite keine Gefahr mehr und mache Ausgaben, die ich andernfalls vielleicht, nicht machen würde." Zum Zeichen, daß sie mich verstanden, ; nickt sie mit dem Kopfe und verspricht sich oiesmat zu oeeilen. Den nächsten Tag komme ich wie gewöhnlich gegen vier Uhr aus dem Bureau nach Haue. .Wo ist meine Frau?" fragte ich das Dienstmädchen. .Tle gnädige Frau sind in die Stadt gegangen," antwortete die Kochin. Mozudcnn?" .Einkäufe zu besorgen." Aha, cö ist ja wahr ich hatte das Vers gessen. - Wann ist nc ausgegangen?" .Gegen 12 Uhr Ohne Appetit esse ich, nachdckn kch noch eine Zeit lang gewartet, allein, denn ich gehöre zu denen, welchen ohne Gesellschast nichts schmeckt. Außerdem ist die Suppe angebrannt, der Praten geschmacklos, die Mehlspeisen unter aller Kritik, der schwarze Kaffee die reine Lurke. .Kommt melne Frau noch mcht?" fragte ich wüthend. .Kerne, pur," antwortete die stets zungenfertige Anna. .Wissen der qnäI f i i . . oige Herr nicyr, oa wenn oic gnavtge ttrau mlauie oezorgen aeyr, jie Ms bis ' spät Abends in der Stadt herum-läuft?- , .Was geht dich das an.... mach, daß du 'rauskommst." Ja, warum fragen Sie mich denn?" .Zum Do , mach daß du verschwindest...." Die redselige Anna nimmt die Teller und .verschwindet". Pardauz! l)8re ich draußen die Teller auf der Erde in Scherben schlagen. Ich glaubte, der Teufel holt mich. Ich springe auf, laue hinaus und schreie: .Hast du denn kerne Augen?" .Ja, warum schreien Sie auch so? Ich habe mich erschrocken und das kommt' davon. Aber mein Gott, kein großes Unglück! Um ein paar Teller gleich solch einen Lärm zu machen!" Es ist wirklich wahr; eö hat keinen Sinn, sich wegen ein paar Scherben so zu ärgern. , .Sieh doch mal nach, ob die Frau noch nicht kommt, Anna," sage ich sanfter. , .Aber wo? Ich habe Ihnen ja gesagt, wenn die gnädige Frau ausgehen, dann bleiben sie bis. . . . .Ich weiß, ich weiß schon....", Böse lege ich mich auf'S Sofa, nicke ein, wache wieder auf, lese die Zeitung es wird dunkel man bringt mir den Thee und von der .gnädigen Frau" noch immcr keine Spur. Endlich gegen acht Uhr Abends erscheint sie, müde, blaß und hungrig. , ! .Um Gotteswillen, wie kannst du so leichtsinnig sein!" rufe ich du wirst dir noch eine Krankheit zuziehen." , Sie fühlt sich aber diesmal nicht beleidigt. Mit leuchtenden Augen zieht sie ohne auf die Müdigkeit und den Hunger zu achten einige Packchen aus der
Tasche, wirft sie auf den Tisch und jagt triumphircnd: Siebst du, das sind die Früchte mciner heutigen Arbeit." Es waren dies Proben von Seidenstoffen. Du bist wohl in der ganzen Stadt hemmgelaufcn? frage ich. Gott bewahre! Ich war nur auf dem Broadwan." Nur auf dem Broadwan ! Als ob c? dort nicht übergenug Läden gäbe. Du wirst hungrig sein, Mariechen, iß schnell etwas." .Nein, nein, erst will ich dir die Proben zeigen. Wir müssen sie vergleichen, welche Farbe hast du am liebsten?" Damit legt sie gegen hundert Stückchen Seide auf den Tisch, ordnet sie wie die Soldaten eins neben dem andcrn, schaut sie an, hebt sie einzeln zum Licht, hält sie an die Haare, ans Gesicht. Sage, rathe mir, welche Farbe soll ich wählen?" Als ob mir das nicht ganz gleich wäre ! Laß mich inNuh" sage ich .kaufe, wag dir am besten gefällt, beeile dich nur damit." Aber dieser Protest half nur wenig. Ich mußte die Proben nach der Reihe ansehen, .raisonniren" und zuletzt sür eine Farbe stimmen. Wenn du willst, schreibe ich an den Kaufmann und er schickt dir den Stoff her. Wozu sollst du erjt wieder hinlaufen und dich unnothigerweise müde machen?" Nein, nein, das ist nicht nöthig; ich gehe ganz gern ein bischen spazieren, es lst ja so schönes Wetter," ruft sie ganz erschrocken. Aber du wirst bestimmt morgen kaufen?" Ganz bestimmt, sei versichert." . . . .Der zweite, dritte, vierte, fünfte Tag, eine Woche, wei vergingen. Jeden Tag ging mnne Frau auf eine andere Straße, brachte alle Tage Proben nach Hause und Kleinigkeitcndie sie .bei Gelegenheit billig" gekauft hatte. Wenn ich ihr etwas sagen wollte, verschloß sie mir den Mund mit den vor-
wurfsvollen Worten: .Anstatt mir dankbar zu sein, daß ich dir ein paar Dollars ersparen will, machst du mir Vorwürfe. Oh, die Männer!" Die Männer sind immer so undankbar", fügte die redselige Anna hinzu. Auf solch ein dkfcurn acerburn mußte ich schweigen : mag sie machen, was sie will. DiedritteWoche überraschte ein Platzregen meine Frau Gemahlin mitten auf der Straße, da sie wieder nach .billigem" Stoffe suchte. Ganz durchnäßt kam sie nach Hause und brachte eme gründliche Erkältung mit. Der Arzt mußte geholt werden und es gab einige Tage ein höllisches Durcheinander im Hause. Und das war die Sparsamkeit! . . . . Die Geschichte endete damit, daß ich einen zweiten Hundertdollarschein aus der Kasse nahm, in das Geschäft ging und das damals ausgewählte Kleid kaufte, wobei ich mich noch der Unzufriedenyeit meines Weibchens aussetzte. Dies gleich von allem Ansang zu ma? chen, rnthe ich allen mir ahnlichen EheMännern, ber denen es sich wirklich um eine Ersparnis handelt. - (N. Y. Figaro. In der Antike liegt der wahre Werth. Eine vielbeneidete Künstlerin in Wien ist eine geradezu leidenschaftliche Verehrerin und Sammlerin von antlken Raritäten. Vor einiger Zeit hatte sie ein neues Stubenmädchen, ein echtes Lerchenfelder Kind, kurzweg Tini genannt, aufgenommen und demselben, als sie kürzlich auf Ferien ging, wieder holt eingeschärft, auf jene Alterthümer ganz besonders Acht zu haben. TinZ küßte unter heilen Vetheuerungen der schönen Herrin die Hand und merkte sich das Gesagte. Das Wiener Mädel argerte es ohnedies gleich oom ersten Tage ihres Dienstantritts an, daß in einem so prachtvollen Salon die unglaublichsten Gegenstände herumlagen. Wie konnte man derlei Sachen doch nur so vernachlässigen, pflegte sie sich hundertmal im Stillen zu sagen! Das verwitterte Aussehen, d!e Spuren der Zerstörung, welche die aufgehäuften Objekte auswies sen, paßten ihr nicht, das alles hätte so ganz und gar .mudelsauber" sein und das Äuge, wie sie es sich vorstellte, erfreuen sollen. mi war allem zu Hause, frisch und munter ging sie schon am nächsten Morgen in den .RaritStensaton" und begann nun energisch .vorzugehen Zunächst wurden von der , ordnungsliebenden Tini einige alte Meisterbilder, die mit der Zeit eine dunkle Färbung angenommen hatten, frisch lackirt und einzelne Statuen -Bestand-theile, welche von den 7 Ausgrabungen von Herculanum herrühren, sauber gewaschenund dann mittelst Leim und Gummi arabicum zu einem Ganzen gefügt. Die antiken Spitzen und Stickereien hatte Tink geputzt, tüchtig aestärkt, bis sie deinhart waren und die Löcher außerdem mit dicker Wolle ausgebessert". Am ärgsten war es aber einer mittelalterlichen Heldenrüstung ergangen. Tini wußte sich ein bewährtes Putzpulver zu verschaffen, und nun wurde an der Rüstung so lange gerieben und gescheuert, bis dieselbe rich tig wie ein Blcchlavoir aussah und in ihrer gegenwärtigen Gestalt zu wehmüthlgen Betrachtungen über Helden und ihre Thaten verlocken konnte. Innerhalb vierzehn Tagen hatte die fleißige Tini im Schweiße ihres Angesichts , ihre Arbeit glücklich beendet ; alles war .modernisirt" und nach wienerischer Art herausgeputzt. Als die Künstlerin vor einigen Tagen zurückkehrte und diese in ihrer Abwesenheit in ihrem Allcrheiligsien so gründlich vorgenommenen Veränderungen sah, siel sie in Ohnmacht. Tini jedoch, die sich auf ihre mit größtmöglichster Anstrengung ihres Scharfsinnes vollbrachten Maßnahmen so viel zugute thatest Knall und Fall vor die Thür gesetzt worden und klagt darüber bitterlich, daß man auf dieser Welt fürdie aufopferungsvollsten Dienste lvröden Undank ernte! Gemüthlich. Stubenmädchen (zur Tochter der. Hausfrau) : Aber gnä' Fräul'n können schön Klavier spielen das müss'n Sie mir auch mal gelegertlich lernen ! "
Meine Wemoiren. ?on dklid, Riftsri.
Mein Vater nnd meine Mutter waren imi rechtschaffene, mittelmäßige Schauspieler, was war also natürlicher, als daß auch ich ihrer Kunst gewidmet werden sollte; und als ob der Himmel selber es so gewollt hätte, sahen sich meine Eltern dazu veranlaßt, mich schon von den ersten Tagen meines Erdcndaftins an, an das aufregende Vünenleben zu gewöhnen. Ich war nämllch noch nicht ganz drei Monate alt, als in einem Stücke, welchcs damals das Repertoire beherrschte, ein kleines Wickelkind dringend benöthigt wurde und mich der Regisseur, nach vorher eingeholter Bewilligung meiner Muttcr, mit dieser Rolle betraute. Das Sujet des .Die Neujahrsgcschenke" betitelten Einacters war ein sehr gewöhnliches und abgedroschenes. Em junges Mädchen, dessen Liebe zu einem jungen Manne von ihrem Vater nicht gutgeheißen wird, vermalt sich heimlich mit ihrem Geliebten und hat von ihm einen Sohn. Da sie nicht den Muth sindct, ihrem Vater zu beichten, so zieht sie einen alten Diener in's Vertrauen, der den beiden Liebenden seine Hilfe verspricht und sich anheischig macht, den alten, Herrn herumzukriegen". Zu diesem Zwecke grast er zu einem onglnelleu WiU UU Er benützt nämlich die Gewohnheit, daß die Landleute am Neujahrstage ihrem Herrn Korbe voll Früchte, Huhnern und Eiern senden, dazu, um den kleinen, so unzeitig zur Welt gekommenen Staatsbürger mit als Ncujahrsgeschenk in den Korb zu stecken. Der alte Herr öffnet vor allen geladenen Gästen den Korb, und man kann sich das Erstaunen des Alten denken, dem plötzlich ein neugeborenes Kind buchstablich in den Schooß fallt. Bei meinem erstenDcbut nun überstürzte ich diese Seene etwas, in dem. ich mein Stichmort nicht abwartete, sondern vor der Zeit jämmerlich zu heulen ansing. Die Schauspieler halfen sich, so gut sie könnten, aus der Klemme und eilten zum Schlüsse. Die beidsn Verliebten erflehen von dem Alten feine Verzeihung, allein ihre Worte verhallten ungehört beim Publicum, denn ich schrie unansgesctzt weiter und mein Uah! Uah!" übertönte die Worte meiner Eolleginnen Und College von der Bühne derart, daß mich Einer endlich unter schallendem Gelächter deS Publikums packte und mich eilends zu meiner Mutter brachte, die mir dann auch daS verabreichte was mich in dem Augenblicke allein beruhigen konnte. Dieses mein erstes Debüt aber gab meiner Mutter noch in späten Jahren stets Anlaß zu der ungebundensten Heiterkeit. Der Director aber wollte trotz meines stürm! schen Erfolges nichts mehr von mir wis sen, sondern übergab einer Puppe aus PapiermachS sür alle weitere Zukunft meine Rolle. Ein zweitesmal debutirte ich mit drei Jahren. Man führte das alte mittelalterliche Drama des Advocaten Avellöni: .Bianca und Fernando" auf. Ich sollte das Töchterchcn der jungen, verwittweten Schloßfrau darstellen, die in einen jungen Ritter glühend verliebt war, allein ein alter, grauer Ritter, welchem ihr sterbender Gatte die Obhut über seine Wittwe überlassen, will selbst die Hand feiner schonen Schutzbefohlenen gewinnen und sucht durch Drohungen das zu erreichen, was er durch seine Werbungen nicht zu erreichen vermag. So packt er einesTages vor der Mutter Augen das Kind und droht, es mit feinem Schwerte zu durchbohren, wenn sie ihm nicht zu Willen sein wolle. Offenbar hatte ich damals für die naturalistische Darstellung noch keinen Sinn, denn als mich der Wütherich packte, da raufte ich ihm das Haar und zerkratzte ihm das Gesicht derart, daß er mich loslassen mußte, worauf ich weineno hinter die Coulissen lief, fortwährcnd rufend: Mama, er thut mir weh! Mama, Mama!" . Die auf der Bühne beschäftigten .Ritter" und .Efeclknaprcn" suchten mich zu halten, ich aber schrie, bin und kratzte so lange, bis sie mich losließen, während das Publikum sich auf seinen Bänken vor Lachen wälzte. Mit viereinhalb "Jahren wagte man den Versuch, mich in kleinen Possen zu beschäftigen, und siehe da, ich hatte ich kann es ohne Uebertreibung jagrn einen' Erfolg, aus welchem der Director sofort ganz gehörig Kapital schlug. Und da ich mich vom Publikum so verhätschelt sah und begriff, daß ich zu einer Nüakrakt ersten Ranaes kür unsere Ge sellschaft geworden, so konnte es auch nicht fehlen, daß ich ganz die Allüren einer großen Dame annahm. Ich erinnere mich genau, daß damals noch die Sitte bestand, durch einen der Schaufpieler das sür den nächsten Tag auf dem Repertoire stehende Stück, sowie die darin beschäftigten Personen in einem der Zmischenacte anzukündigen. Bet Nen nung der Namen nun applaudirte oder zischte das Publikum, je nach dem Grade der Beliebtheit oder Unbeliebtheit, deren sich das Mitglied' eben erfreute, und man kann lieb leicht selbst cttt urtheil bilden. mit welcher Spannung jeder Einzelne hinter den Coulissen die Nennung seines RamenS erwartete. - ' -Selbstverständlich batte auch 'ich meinen Theil ehrgeiziger Neugier, und wenn nian eine Poße ankündigte in welcher die kleine Rijtori die Hauptrolle spielen wurden und das aan:e Publikum in einmüthigen Beifall ausbrach da schwellte echter Kunjtlerstoli mein kleines Qtxi' trotzdem aber nahm ich eine fatiguirte Miene an , und sagte den mich beglück wünschenden EoÜeam": .Mein Gott, läßt man mir schon wieder keine Ruhe. Dieses ewige Spielen!". Ich war eben schon damals eine Komodianün. Mit zehn Jahren betraute man mich mit Vorliebe mit Dienerrollen. Ich hatte Briefe zu überreichen oder zu übernehmen, ein Dinq, das meinen künstlerischen Ehreil nicht sehr bekriediate. obwohl der Director mich von der Wichtigkeit dieser Nollen überzeugen wollte und mich dieselben fabelhaft oft durchprobten ließ, damit ich weder unbeholfen, ! noch zu degagirt, noch zu hölzern erscheine. Mit zwölf Jahren engagirte mich der tressliche Schauspieler und Director Moncalvo für Kinderrollen, bald aber
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übergab er mir auch einige naive" Nollen, da ich über mein Alter hmaus entwickelt war, und mit meinem dreizehnten Jahre griff ich schon in das Fach der zweiten Liebhaberinnen hinüber! Eine wehre Monjtruosität, aber bei kleinen Gesellschaften wird das nicht so genau genommen. Mit vierzehn Jahren wagte ich meinen ersten Schritt in das tragische Fach und spielte alternirend mit einer ebenso reifen als gereiften Schauspielerin die Francesca in Silvio Pcllicos .Francesca da Rimini". Das war in Novara, und mein Erfolg war, in Anbetracht meiner Jugend, ein so außerordentlicher, daß ich sofort mit fünfzehn Jahren ausnehmend vortheilhafte Anträge als erste Tragödin den vornehmsten Gesellschaften erhielt. Mein trefflicher Vater ließ sich jedoch weder durch meinen Erfolg, noch durch all' diese Anträge blenden, sondern zog es vor, mein Engagement als .Naive" für das Hoftheater des Königs von Sardinien, dessen Ensemble jedes Jabr Q Turin gastirte, perfect zu machen, da er die sehr richtige Ansicht vertrat, daß bei Annähme ver ersten glänzenden Anträge sowohl meine phvsikhe als meine künjtlerifche Entwicklung leiden würde. Die Gesellschaft wurde damals von Gaetano Bazzi, einem der tüchtigsten Directoren, die ich je kennen gelernt, geleitet und zählte den Vestri, die Marchioni, die Romagnoli und den Rigbett! zu ihren Mitgliedern, die alle in derdra malischen Kunst Italiens als eben solche Leuchten gelten, als die Pasta, die Malibran, Äkubini und 'camvurinl in der lyrischen. Wie gesagt also, ich war aus drei Jahre als .Naive" engagirt, allein schon nach einem Jahre wurden mir die scntimentalen Llcbhaberinnen-Rollcn übergeden, und im dritten Jahre nahm ich bercits den Platz als Heroine ein ein Resultat, welches ich kaum in meinen kühnsten Traumen zu erhoffen gewagt, nd das ich nur meiner außerordentlichen Lehrerin Carlotta Marchioni zu verdauken hatte, die mit Gaetano Bazzr dann wetteiferte, mich mit Liebe zu überschütten und mich mit treuem Rathe durch die Fährlichkeiten meiner Lausbahn zu führen. er k vane meine run kleri me Erzuyunq begonnen. Da erst hatte ich meine Kenntnisse geschöpft, da erst die Bonuqe kennen gelernt, die einen KunU ler von einem Komödianten unterscheiden. 5ico lernte die Ueberaänae lorafal tiger behandeln, nur, um dadurch die Gegensatze effer in einander zu ver schmelzen ein gar schwieriges, aber ungemein wichtiges und nothwendiges tudium und manche Anderes nicht minder Schmierige lernte ich auch. Im Jahre 1840 ward meine Stel luna als erste Heroine contractliels bc festigt: ich hatte das langersehnte Z:cl . ... erreicht, nicht ohne große Schwierigkeiten bewältigt zu ' haben, allein ich liebte die Kunst, und gerade die Schwierigkeiten, die sich mir entgegenstellten, gaben mir neue:Kraft und neue Energie. Ich wurde nie müde, zu spielen, und meine Liebe zum Theater war so groß. daß wenn mir mein Director, theils um meine Kräfte nicht zu erschöpfen, theils .um das Publikum mcht zu verwohnen,einen Tag Rast gönnte,ich mich so behaglich fühlte wie ein Fisch, den man aus dem Wasser genommen. Ich nahm mir freilich immer vor, diese Zeit zu bcnützen, um meinem Repertoire ... r. . t JE. neue grauen einzufügen, uno 10a ging auch stets mit wahrem Feuereifer an meine Aufgabe, allein je näher die Stunde der Vorstellung ruckte, um so unruhiger wurde ich, und es bemächtigte sich - meiner eine geradezu unglaubliche Nervosität. Mir schien es, als höre ich die ersteu Accorde des Orchesters, das ungeduldige Gemurmcl des Publicums, als sehe ich das Aufgehen des Vorhanges, als höre ich den berauschenden Lärm des Beifalls. Und da maß ich mit langen Schritten mein Zimmer rrnd suchte mich durch das Declamiren großer Monologe von dem Gedanken, abzubringen; allein umsonst, schließlich warf ich doch die Rolle hin und eilte zu meinem Mütterchen. , .Kommst du auf eine Stunde in's Theater mit?" . .Nun, wenn Ws durchaus ohne Theater nicht auöhältst, so sei es denn,", und flugs wurde die Mantille umgehanaen, der Hut aufgesetzt und fort! Im Theatcr überkam mich dann oft die tollste Laune, und die Lust, die Bühne zu betnten, verführte mich zu allerlei Streichen. So erinnere ich mich, daß ich einst man aab ' gerade Die, Memoiren des Tensels" und , !m dritten Acte hatte eine Menge Masken aufzutreten der Lokkling nicht widerstehen konnte. Ich eilte in die Garberobe, warf mich in einen Domino, nahm die Larve um. und statirte wacker Mit. Das Stück verlangte eö nun daß sich bei einem gegebenen Momente Alles demaskirt, und als ich die Larve abnahm und daS Publikum mich erkannte, da. begrüßte mich lebhafter Beifall. Mein Director aber schnitt ein solch' böses Gesicht dazu, daß ich es vorlog, ; mich hinter die mir zunächst stehenden Comparsen zu verstecken und Mich in einem unbewachten Augenblicke , zu drücken, ik .: : " , 1 1 ! Aber nicht immer war ich so übermüthig. Ost überkam mich eine unerklärs liche Traurigkeit, die sogar meine Gesundheit erschütterte. Eines Abends, als ich die Adrienne Lecouvreur gab; überkam mich in Folge der großen Anspannung der Nerven und des Geistes mährend jencs letzten Actes voll Leidenschaftlichkeit und Delirium ein solch' heftiger Nervenanfall, daß ich, nachdem der Vorhang gefallen war, eine Viettelftunde lang völlig besinnungslos dalag. , Wenn ich nun unter dem Einflüsse solcher gewaltiger Eindrücke stand, dann bemöchtigte sich meiner ein wahrer Spleen. Ich ging dann am liebsten hinaus auf die Ariedhöse. Dort, auf der Stätte der Ruhe und des Friedens laS ich die Grabfchriften, und oft genug flössen meine ?krn,n ttnn irf fim (Mrrtfi irrtfttS fl , VV 9 : 1 ' va 11, i, v v ,,'! Q eines jungen Mädchens stand, das durch den frühen Tod ihren Eltern oder ihrem Geliebten unerbittlich entrissen worden. Oft wieder suchte ich mir die Erlaubniß zu verschaffen, die Irrenhäuser zu befuchen. Die armen Madchen, die ihren Ber-
" liiä'f 'vm -w. -wiM': k mt Kl , s n' ';;; !" . stand verloren, waren eö bauvtsächlich.
die mich anzogen,' und wenn der stille cm . t rr f.ri... vi.rxrr. Muynzinn eine foiiucn vcwpijci tu . r 1 c r r r. t mir erianore, oann oiieo iqj oji ilunoenlana dort in der Helle und lieft mir von der Unglücklichen die Geschichte ihrer Leipcii erzarnen. SUliirlji iciiiiy luiu rs it. . yrt r '1 :t jr. x - -tt Cil-t-nur tue eine vjKicgicjic verrufener icve, gebrochener Herzen ! Mit den Jahren gelang es mir endlich, dieser Ercentricitäten Herrin zu werden und mich nicht mehr von ihnen beherrschen zu lassen, und allmälig verlor t je. 'jf. .i i. j-" c f tr. -e. Q aunj oie ictzie pur vieler iranlyasten Ideen, und voll und ganz gab ich mich dem Studium meiner Kunst hin. Einstrich durch dle Rechnung. Do Wid,mr N,stl,. Ich kann es nicht sagen, mar es menschlicher oder himmlischer Rath schlnß, daß Mr. und Mrs. W. C. Stockbridge nach bald fünfundzwanzigjähriger Ehe sich noch ebenso zu weit gegenübersaßen, wie am Tage eor ihrer Hochzeit. Es änderte auch nichts an der Thatsache, und die Verwandten, Brüder und Schwestern von beiden Seiten, hatten dasür gesorgt, daß es bei einem allensallsigcn plötzlichen Ableben des einsamen Ehepaares nicht an Erben fehle. Stockbridgcs waren vermögende Leute. Seit mehr als einem Vierteljahrhnndrrt hatte in Waterspring daS Schild von W. ,C. Stockbridge über der Ladenthür gehangen, und was in einem Landstädte chen an Lebensbedürfnissen und LurnSgegenständen irgend gebraucht wird, das war den Bewohnern von Waterspring und Umgegend durch Vermittejung dieses Gejchaftshauses erreichbar gewesen. Wunderlich genug sah es aus rn diesem Laden sür Alles. Vorn an der Thüre pajsirte man zunächst dasDepartement, welches unter der speciellen Obhut von MrS. Skockbridge stand. Damenhüte in allen Größen. Farben und Stoffen, vom einfachen Strohhut, bis zum sammetnen Fagonhut mit stok zer Stranßenfeder; dazwischen Glas: kästen mit 3!Shzwirn und Seide, Bor-, ten und Ländern, dahinter in den Regalen die Knöpfe und Kleiderbesätze, Corsets und Handschuhe, Bustles und wieder Bustles; das war die Ablhei Zmig, welche die Dame des Hauses oder vielmehr des Ladens mit nimmer müdem Fleiß und vielem Geschmack verwaltete. Weiterhin begann das Reich des mLnn? lichen Theiles der Familie. Aeußerlich war dieser Uebergang durch den Schauka-. sten mit den Cigarren und Tabaken kenntlich. Im Uebrigen barg dieselbe sämmtliche gangbaren Colonialwaaren, fertige Kleider, Kleiderstoffe, Stiefeln und Schuhe, Glas und Porzellan, Bü cher und Papier, Tinte nd Taschenuhren, Socken,, wie goldene Schmuckfachen, ja ich behaupte nicht zu viel, wenn ich sage,. hatten W. C. Stockdndge und Frau einen Nachkommen gehabt, sie wären im Stande gewesen, ihn an der Eingangsthür, sowie die Natur ein Menschenkind uns überreicht, in Empfang zu nehmen, und ihn zur Hinterthür, vollkommen angekleidet, mit allen Lebensbedürfnissen, Haus-, Kü-chen-und Handwerksgeräthen ausgestattet, wieder zu entlassen. Im Laufe der Jahre häuste sich dann alles Interesse und alle Liebe auf das Geld. Sie wurden nach und nach geizig. DaS hielt aber die Verwandten nicht ab, in dem Maße, als sich bei den einzelnen Familien der Kindersegen mehrte, während die Aussicht auf W. C. Stockbridge'schen Nachwuchs geringer und der Reichthum größer wurde, ihre Liebenswürdigkeit gegen die ältlichen Leute auf vermehrte K. . .... c tvfi.. Wei e zu sezeuaen. ceiien uno ytiinicn, welche fast in allen Staaten der Union Z? 1 p ... ... .. rn... verstreut waren, veriaumien reinen zceuabrötaa. ibre Gluawun chlarlm einzu senden, und als nun gar der silberne Hochzeitstag herannahte, da kamen der Anmeldungen zu diesem Feste vn theilnehmenden Geschwistern und Geschmi- - M- .nrtk. i ,1 M stertlndern so viele, van W. . sioabridge und seiner .Frau, Angst und Bange um ihre ersparten Schatze wurde, und sie beschlossen, den lieben Verwandten einen Strich durch die Rechnung zu machen. Die nächste Zeit war der Clerk fast der Einzige, den die Kunden, welche Einkaufe mache wollten, zu sehen bekamen. Mann und Frau waren so in Anspruch genommen durch die vielen Briefe, indenen sie den lieben Verwandten für die freundliche Absicht, die silberne Hochzeit durch ihre Anwesenheit zu verschönern, herzlich dankten, denselben aber zugleich die Mittheilung machten, daß sie beschlössen hatten, diesen Tag ganz im Stillen zu verleben und denselben außerhalb Watersprings zu verbringen. Kurz vor dem Festtage übergab denn auch Mr. Stockbridge sein Geschäft der Obhut des ClerkS, nachdem er ihm eingeschärft, Briefe und alleS Wichtige ihm nach Chicago, , .Hotel, nachzusenden. Dann fuhr das Ehepaar ab. Voll Freude über ihre entwickelte Intelligenz saßen sich die Jubelgatten an ihrem Hochzeitstage gegenüber. MrS. Stockbridge sann eben darüber nach, wie viel angenehmer es sei, so aller Pflichten ledig im Hotel der großen Stadt zu sitzen, als daheim eine große Menge Gäste zu bewirthen, und ihr Mann berechnete in seinem Notizbuch, wie viel er durchi diesen Geniestreich baar erspart hatte, als ein Telegraphenjunge eine Depesche ;, sür Mr. , Stockbridge abgab. Ihm fuhr kein geringer Schrecken in die Glieder. Im Geist sah er schon seinen Store in Flammen stehen. Hastig riß er das Couvert ab und sein Gesicht hellt sich auf, als dieselbe statt der gefürchteten Hiobspost einen Glückwunsch seiner Schwester in St. Paul enthielt. Fünfundvierzig Cents, bitte l sagte der Telegraphenjunze, welcher noch immer am Eingang stand. ' " Herr Stockbridge zog den Beutel und i'ezahnelllSliil'llä .Merkwürdig Gedanke von Emmi), sagte er zu skiner Frau, .daß sie die De resche nicht bezahlt hat. Der Telegraphenjunge stand noch immer an der Thür. Depesche für W. C. Stockbridge, rief er. .Ich habe sie ja eben erhalten, sagt Herr Stocköridge, .und bezahlt."'
.Nicht von nur. Fünfundvierzig Cent, bitte!" sagte der Junge und hielt die Depesche hin.
öaernd arin W. C. danach, vrülend glitt sein Blick über den Boten. Es war ein anderer Junge. Dieser hatte rothe Haare, der erste wsr brünnett gewefen. Seuszens bezahlte er die fünf ndvierziz Cents. Em Gluckwunsch von Charles aus Duluth sagte er, seiner Frau die Detjt 1. : it. ' . f-t xejcze iipcrgcccno. wxjas üüi jiui vzn Leuten ein, lauter unbezahlte Depeschen zu schicken, daS sieht fast aus wie Hohn. Da war schon wieder ein Junge mit einer Depesche. W. C. Stockbridae? Depesche! Wrez Dollars fünfzig Cents, bitte! DaS war zu tollt .Ich uehme sie nicht ml rief er würhend. .'Schickt sie zurück." All right," sagte der Junge kehrt, machend. Dasselbe Spiel wiederholte sich noch mehrmals, bis unser Jubilar in einen solchen Zorn versetzt war, daß er spornstreichs selbst nach dem Telegraphenbureau ging. .Ich bin W. C. Stocköridge Herr," sagte ' er zu dem Beamten, .und nehme keine unbezahlten Depeschen an. Bitte, senden Sie alle zurück, woher sie kom men." .All right." Nun hatte W. C. Stockbridge Nui)e. Aber recht vergnügt konnte er und seine Frau doch nicht werden. Es war eigentlich ein ganz niederträchtiger Streif von den Verwandten. Eine Gemeinheit, die dadurch noch größer wurde, daß derselben augenscheinlich eine Verabredung zu Grunde lag. Da erschien wieder ine Depesche. Drohend und finster bückte Mr. Stock bridge auf den Ueberbringcr. Aber kein Verlangen nach einer Gebühr wurde laut, und so glätteten sich die Falten wlede- in seinem Gesicht. Die Depesche enthielt die Glückwünsche des Clerks, und war bezahlt. Ich hatte große Lust, der ganzen verd.... Brüt einen ordentlichen Denkzcttel zu geben sagte er nach einer Weile zu seiner Freu, .und unsern Clerk jetzt als Partner und später als Erben einzusetzen. Es ist der Einzige, der sich anständig benimmt." JD11 bist wohl etwas hart enkgeg, nete Mrs. Stockbridge. .Freilich, von Emma und Charles ist es unerhört. Aber es sind doch nicht Alle so." .Nicht Alle! rief Mr. Stockbridge empört. .Wer denn nicht? He ! .Nun, z. V. Fred. .Ich bin überzeugt, er ist nicht dabei .Und ich glaube, gerade er ist der Anstifter! Er hat so wie so immer zn dummen Streichen geneigt! Ich hätte nicht übel Lust, auf der Office mir alle ?elegramnie aushändigen zu lassen und mich zn überzeugen .Das würde sehr merkwürdig aussehen, nachdem Du erst die Annahme verweigert hast Mr. irn'j Mrs. Skockbridge waren auf dem bester Weg, sich am Tage ihrer sil bernen Hochzeit ernstlich zu entzweien, nachdem sie fünfundzwanzig Jahre in Ruhe und Frieden gelebt hatten. . DaS mochte der Frau wohl plätzlich klar werden, denn sie reichte ihrcu Mann die Hand und sagte: .Laß uns wenigstens sür heute nicht mehr daran denken, Willy." Und Willy wa? es zufrieden. Der nächste Tag sah haS Paar auf dem Heimweg. Ihr Haus war mit Grün geschmückt von den aufmerksamen Handen deS Clerks, und all die alten Freunde und Bekannten empfingen sie mit ihren Glückwünschen. Dazu' gehörle natürlich auch der Vepot-Agent. "; , 1, Dieser nahm nach dem ersten Hönbeschütteln TVc. Stockbridge auf die Seite, und sagte, -ihm ein Packet Telegramme überreichend? AMWÄ Warum haben Sie alle Depeschen zu, nlckgeschickt? Ihre Rechnung belauft sich dadurch nahe an hundert VollarS." .Wieso? fragte W. C. Stockbridge mit Stirnrunzeln. .Ich hatte den Auftrag durch Ihren Clerk, Depeschen an Ihre Adresse nach Chicago zu schicken. Ich habe das gethnn und Alle zurückerhalten ; Sle müf sen auf diese Weise für jede doppeltbezahlen. Nach Chicago und von Chi, eago W. C. Stockbridge hat dem Clerk nicht den Vorschlag gemacht, ihn als Partner aufzunehmen und zum Erben einzusetzen, und der Anstislei Fred, der zwar dem Onkel ganz besonders hohe Kosten dadurch verursacht hat, daß er ein Vollständiges Gedicht zur Feier des ges telegraphirte, hat gute Aussichten sür später. Die goldene Hochzeit wirb muthmaßlich in Waterspring gefeiert werden, denn W. C. Stockbridge's Kassenbuch zeigt, daß die Feier auswärts nicht prontabcl xt. Gedankenklein. Es wünscht Eulalia, sie wär' ein Mann, Weil eine Frau sie doch. nie werden kann. ,.:"!? :: v- , , 1 Menschen viel in allen Landen sind,, mit seh'ndcn Augen Min Halten sich für unverstanden, weil sie un j ttMf GamVia Hnk MUW( HIV . .. . ' . Deines GeisteSGüter l Wahr' Dein Herz als Hüter, ' ;,!' In deS Herzens Reiche ; Thu' Dein Geist daS Gleiche. W i e d a S Vo l k s p r i ch t. : -. :v . f-J ;: "' ,,.-.. . ii:11' ; ;. . -Jr' : ''S , lk" " i.-j!!: ' .DeS Leben S ungemischte Freude sagte der Matrose, da trank er den Grog ohne Wasser. ;;;;-' - ,;: "-: : ; , ?,iifgi:i;i,;:-r:f j .Ein schlechter, Stand saczte der Onkel, : da sollte er für den Nezfen gut steheit'P - - ' : :'':(:-'V-;!;s:i;s:'';vv !!,!! , .Ti:njp. -jM!--S-; -; .t" C,-' Jiil'ÜÜÜIÜiüi j .Unbezahlbar sagte der Lieutenant, da meinte er die präsentirte Rechnung. Aus dem CinjShrigFke,, willigen Examen. Examinator : Wis sen Sie, wer Attila gewesen ist ? Can didat (Lehrling in einem Rückkaufge schüft): Attila ? Ach ja ! Di8 w in römischer Jüngling, Ut dS nach ihm benannte Uniformstück der Husaren er funden hat. 1 I
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