Indiana Tribüne, Volume 16, Number 76, Indianapolis, Marion County, 4 December 1892 — Page 7
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Wen der Hahn kräht NsZi dem AWkrttzMcheK. ' ist noch gar nicht so .lange her, da kam an einem glühend beißen Juni Nachmittag ein müder Wanderer im Wirthshaus zur grünen Tanne- in einem einsamen, waldumkränzten Ge lZÄorfc an. Ein altcS Mütterchen wurde ficht. bar, daZ dort, auf einem Bünkchen kauernd, eingenickt war. sich nun die Augen rieb und fragend auf den Ein getretenen blickte, der ermattet und staubbedeckt auf einen Stuhl gesunken war. Ä hier ist's doch kühl! Guten Tag, Mütterchen! EjeM mir ein Glas Bier und einen großen, recht großen Kümmel oder so etwas." Und einen Mordshunger habe ich." seufzte er. als die Alte die gefüllten Gläser vor ihn hinstellte. Die Alte trug eifrig herbei, nd dem Allste mundete es köstlich. Er ließ Irin Krümchen übrig. Kaum war er mit der Mahlzeit fer , kam das Mütterchen tzercingetrip Veit und dahinter ward der Wirth ficht bar und ein Qlter Knecht, die eben Veide aus dem Wald heimgekehrt wa tot. Der Fremde fragte nach seiner Zeche. Dann legt er den Betrag er leichtert auf den Tisch und sah mit vor nehmer Gleichziktigkcit zu. wie die dür reu Hände der Alten die vielen kleinen Münzen einstrichen. Cs waren seine letzten gewesen. Schon dachte er seufzend an 's Weitergehen, da blitzte es schlau in seinen Augen auf. Her? Wirth." sprach er mit Würde, rch bin ein reisender chauspieldirec tor, dessen Truppe noch unicrwegs ist. Ich heiße Leopard! Gwnettino.' Sie haben wehl einen Saal oben oder eine geräumige Stube? Darf ich heute Abend eme kleine Vorstellung bei Ihnen geben? Meine Schauspieler können jeden Augenblick eintreffen, Sie aber werden das Haus woll Gäste btUm men." Der Wirth srch chen Mann an, der :!nen entschieden intelligenten Eindruck macht, wenn seine Kleidungsstücke auch 'sichtlich vom Zahn der Zeit angefrtav pcrt waren. Aber er hatte ja bezahlt, oas er verzehrt hatte. Mi? ist's Recht antwortete er slsö heiter, -nur was recht Lustiges!" ' Nl!T fcat sich der Herr Tirector den alten Knecht zum Gehilfen aus nd begann sofort die Zurüstungen. Bald prangten am Wirthshause, am Sprit zenhause und an einer ehrwürdigen Linde mitten im Dörfchen lange, weiße Theaterzettel, die der Director eigenhändig mit .riesigen Buchstaben gemalt hatte. Großartige Theatervorstellung irn .Wirthshaiis zur Tanne. Nochmie dagewesen. Das Wunder des Petrus oder Paulus in tausend Aengsten. Komische Tragödie in drei Akten. Personen: Petrus Herr Leopard! Gianettino. Paulus Herr Pecuscampi. Römische Kriegsknechte. griechische Jungfrauen, Juden, Gelehrte, min xtnXitZ Volk. Ort der Handluna: Die Etadt Abdera iin Tbracien Beginn: 7. Uhr. Entree: 20 Pfg. Honora tioren nach Belieben. Das ganze Dörfchen war in hellem Ausstände. Das Alles sollte heute Abend in der Tanne zu sehen sein! An jedem Zaune standen Weiber zusamrnm und der alte Knecht des Wirthes trieb die Spannung auf's Höchste, indem er gcheimnißvol! andeutete, der Herr Director habe, ihm erzählt, f würde einen Hauptspaß geben. Die Sckausvicleraesellsckast war um halb sieben noch nicht eingetroffen, aber der Directer verzweifelte deswegen doch nicht. Er sagte dem Wirth, 'daß sie morgen qaz bestimmt hier sein würde und daß er die heutige Vorstellung auch ohne sie in s Werk setze. Dann zog, er " den Knecht in's Vertrauen und weihte ihn derart in tote Tiefen der Mimik ein, daß dieser mit höchst wichtigem Gesicht aus Um niederen Saalzimmer trat. Um 7 Uhr war dasselbe über und über voll. An der Thüre befand sich die Kasse. Tort saß der Herr Director selbst -in seltsamer Tracht, die er erfin derisch aus alten Kleidern der Wirth? bleute hergestellt Kalte, nd schob die Äickelstücke der Eintretenden in einen llüppernden Teller. Punkt 7 Uhr war die Kasse geschlos sen und der Saal zum Erdrücken voll. Die Hitze und der Tabaksqualm waren fürchterlich und em Lachen und Schreien herrschte in der Menge, die von der inneren CrregungderZuschaucrerfreu liche Kunde gaben. Vor der Bühne raf einigen Holz Rüsten saßen die Hosoratiore. welche tcsmsniüch 9fi Win. für h?rt ff in triff fl Mp 1 i 'nm-wm bezahlt hatten: der Gemeindevsrstand, der Wcker, ein Waldanfseher u ein Stranwüchter. Die beiden Letztere repräsentÄchen das Beamtcnthum, sie prangten in abgetragenen Uniformen, wahrend hit ihnen auf den harten Bänken gar Viele , in , HemSsärmeln des , besorstchendes Kunstgenusses harrten. Die Hoikoratioren rauchten Cigarres und hatten unter ihren Stühlen volle Bierglaser, wahrend die wenige? Vor? nehmen aus Pfeifen qualmten und 1 Bier und Schnaps von Hand zu Hand gehen ließen., ;: ; Der Vorhang der Bühne bestand aus nnesx grauen Wagenplan, der jetzt , einige Male oerbeißungsvoll zu zuen begann, wodurch die Aufregur?g!zm Zuschsuerraum aufs Höchste ! gesteigert Wurde. Tenn der Herr Director Les, pardl Sianettino war der geheime Wei-heit der wandernden Bühneöllig kundig) Plötzlich wurde hinter dem Lcirbange heftig mit einer Kuhglsckt Akschellt. ' Jetzl geht's los," durchlief es die Aelhen und im Nu entstand ein an öächtiges Schweigen. Unbeholfen ging der Vorhang in die Höhe Ukzd.im düster gackerndem Scheine k c .'"iiri;'::'11!1:,-!,;;!..'',. " I" . .!! "'!:' V ' - hl vü! iix, :,' M,.;:,!k :W3 Wi-jik ü-S's-äiff:' !' '
?img?r Sichtet zeigte Uch den neugiertgen Stufen eine waldige Gegend", die )urch eine Fülle junger Tannen, frisch aus dem Walde hinter dem Wirthshaufe geschnitten, und durch eine Moos zecke auf dem Boden zur Anschauung gebracht wurde. Ah," durchlief eS die Menge. Aber schon traten zwei ehrwürdige Gestalten aus dem unheimlichen Ge büsche, lange Stäbe in der Hand, weine Betttücher malerisch umgeschlagen, mit machtigen Bärten ron Werg und eben solchen Pcrrücken. .Es ist nun Abend geworden: im Walde herrscht rabenschwarze Nacht. Die nächste Stadt kann nicht mehr fern sein; ich hoffe sie in einer Stunde zu erreichen," kam es murmelnd aus dem Munde der einen Person, die den Petrus vorstellen sollte. Du weißt. ich bin kein Mann der Furcht," sprach er langsanz und dumpf weiter und reichte dem frommen Genossen die Hand. Bleibe hier und harre in Frie den. bis der Hahn krähen wird. Ich segne Dich, mein lieber Bruder Paulus.' Und mit salbungsvoller Haltung, ge sti'cht auf seinen Stab, entschwand PetruZ tn den Tannen, welche die Thu? zum Nebenzimmer verhüllten. Nachdenklich ging der zurückgelassene Pauws auf und ab. setzte den Stab gravitätisch aus das Moos, bewegte den Kops und brummte zuweilen in den riesigen Bart. .Dann trat er vor und sprach mit eintöniger Stimme: Wenn nur der Hahn krähtet Mit Rührung und Hingebung folg" ten ihm die Augen der Zuschauer, als er nun schweigend aup- und abpilgerte. Nach einigen Minuten siand er wieder still und schlug mit der Hand pathetisch m die Brust : Wenn nur der Hahr ckräbZe!" Es war mäuschcnM, wie in der Kirche, als' die Menge nun der etwa zögernden Wcitcrentwickelung der Dinge begierig lauschte uud den umherwan delnden Paujus dabei betrachtete. Nur der phlegmatische Straßenwärter griff einmal unter seinen Stuhl nach dem Bierglase und schöpfte einstweilen Trost daraus. Ach. wenn nur der Hahn krähte !" tönte es wieder aus der Brust dek Apostels, uud trsstlos rang er di Hände. Das PublllNin wurde jetzt doch etwa ungeduldig. Halblaute Ausrufe kamen aus den hintersten Reihen. Nur die Honoratioren behaupteten rhre Würde. Paulus begann seine Promenade etwas verzagt von Neuem, starrte in den Wald und klagte nochmals recht lane und kleinlaute ..Wenn nur der Na, zum Donnerwetter," rief der Gemeindevorstand in die offene Scene hinein, .nun endlich mal weiter. Wir wollen doch ehr seh für unser Geld." Da stolperte Paulus auf ihn zu, nahm den Bart ab, fuhr sich mit dem Werg über das schweißtriefende Gesicht und sagte kläglich : ..Herr Vor stand, ich soll ja warten, bis der Hahr kräht." Hollah, der GoUlieb, der Gott lieb !" schrie Alles und stürmte der Bühne zu. Der Gottlicb, der alte Knecht des Wirthes, hob aber einen Zettel hoch f Ich kann ja nicht lefenl" Da gebot der Vorstand Äuhe unl. las laut vor : Nun habt Ihr daZ Wunder gesehen, wie us einem Pau !us ein Gottlieb ward und auch, wie Paulus in tausend Aengsten war. Für zwanzig Pfennige ist' genug. Wenn der Hahn kräht, bin ich 'über alle Berge. Cs grüßt Euch nochmals freundlich Petrus. Berliner serichtSfctne.
Ein Pechvögel. Ein Pechvogel war es, der auf der Anklagebank Platz nahm? er machte nnen, urkomischen Eindruck. In das linse Knopfloch hatte er sich ein Tan senreis gesteckt, der schwarze Rock war iis dicht unter dem Halse zugeknöpft, so baß die Spitzen des gewaltig großen Clappkragens darüberfielen, in den mit schwarzen Handschuhen bedeckten Hänöcn hielt er ein zusammengefaltetes weißes Papier. Dazu zeigte sein.roth angehauchtes bartloses Gesicht eine halb trüb-, halb rührselige- Miene, wie es dein Ernst der Situation angepaßt lvar. So sah er denn aus wie ein vierzigjähriger Konfirmand. Einen komischen Beigeschmack , hatte auch die Verhandlung. , Angeklagter begann der Vorsitzende seF Schöffengerichts dieselbe es ist unbegreiflich, wie ein Mann in Ihren Jahren sich so benehmen kanm wie Sie es gethan. Sie sollen sich des groben Unfugs unft der- Aeamtenbeleidigung schuldig gemacht haben.. Anzekl.: Hier habe ick Allens lchrift. lich. , , , , ,, Vors.: Ja, das nützt Ihnen nichts. Dir haben hier Mündliche Verhand lung. Ängekl.: Wenn Sie erlauben, et nich ot Üitjiit nehmen M wollen, ick war noch nie nich vor Jericht. i Vors.: Da mag sein. Sie sind hier zls, Rentier aufgeführt, welchen Beruf' zatten Sie früher?, Angckl.: poch Nentjeh. Ick bin näm lich bis zu meinem zwanzigsten Jahre krank,,!" jewesen un habe denn von det lleene Kapital jelebt, wat meine, Eltern .nir ausgesetzt haben, bei die jetzigen )heiren Zeiten hält et aber schwer, durchzukommen. ' ' , Vors.: Haben Sie denn gar keine Beschäftigung? . ;, Angekl.: Ick helfe manchmal bei meinem Onkel, der is nu aber ooch zehn ZähredodtL!W Mt Vors.: Nun gut, dann bleiben wir ilso beim Rentier. Nun sazen Sie nal. wie Sie zu der tollen Scene ge. kommen sind, die Sie am Abende des 12. September in der Alten Jacobstraße aufgeführt haben. , , Waren Sie etwa anLetrunkenZWW Iß
Angell., Herr JerlchtZhos, nich ln de and. Aber wenn Sie diesen Zettel lesen möchten, da steht Vors.: Nein, behalten Sie Ihren Zettel für sich. Angekl. : Det is eigentlich en Jeheim iß, muß ick det hier vor alle Leite verzählen? . Vors.: Wenn Sie meinen, daß es zu Zhrer Entschuldigung dienen kann, Nüssen Sie das Geheimniß schon preis zebm. sonst 'können wir ja auch gleich sen Schutzmann vernehmen. Angekl.: Der wceß ja doch nischt zon. Also so an emm AujustAbend bin ick nach Halensee rausjefahren un litze da alleene in'tt Kursürjtenpark UN )rinke mein Jlas Bier. Ich hatte mir ln ecne stille Ecke gefegt. Da kommt :en Herr bei mir ran mit 'ne Brille uf un mit so lange Handmanschettcn, det ick denke, det muß wenigstens ene Dokter öder so wat sind. Er setzt sich dei mir hin un sängt een jebildetet Je lpräch mit mir an. Endlich bückt er sich bei mir rieber un flüstert, mir iu Ohren, ob ick fchweijen könnte. Nu sa, saje ick, wie Mölke. Da bückt er sich loch cn bisken weiter zu mir rieber und Mgt mir, ob er mir jlücklich machen zollte. Ick rücke en bisken von ihm ab and frage: Woso? Ja, meent er. er värc in den Besitz von det Jeheimniß, Vie man in die Lotterie gewinnen konnte. Det wäre der Peibel, jage ick un springe uf. Meine Zmsen sind Manchmal nich recht auskömmlich, un da dachte ick denn, öat det Jeheimniß nicht so ohne wäre. Er schlägt mir zuletzt breet un verspricht mir noch, det ick det Rezept zu 'ne künstliche Eisbühn rmd det Rezept zu 'ne seue Pfannkuchenfüllung zukriescn sollte, wenn ick ihm det Jeheimniß for m Mark abkssfen wollte. Mit die Drei Sachen da könnte ick im Winter Menet Jeld mit verdienen. Ick jede ihm denn die 20 .Mark, un r schreibt mir wat uf fcrt Papier. Vors.: Unbegreiflich. Angekl.: Ja, det sagen Sie man, aber zn Bcdriejer is er jewesen. Vors.: Zweifellos. Aber nun kommen Sie zum Schluß. Angckl. (das Papier auseinander haltend): Also hier steht, mnn soll fein Jeburtsjahr nehmen und det mit die ewehrnumlmr multipliziren, die man bci't Militär jehatt hat. Dann soll man wieder durch difr Zahl der Impf stellen, die man uf'n linken Arm hat dividireu. un wat da raus kommt, so!! man wieder mit die Nummer von den Schutzmann multipliziren. der eencn aber zur Wache bringen muß. Die Zahl, die denn rausk'ommt. soll sicher enen jroßen Jewinn machen. Vors.: Gott bewahre! Welch' ein Unsinn! Nun haben Sie wohl den Lärm aufder Straße.gemacht, um sistirt zu werden? AngeU.: Nu natierlich, soweit hadde ick ja Ällcns. Bei't Militär bin ick ja ich gewesen, aber der Dokter. wat 'n iroßer Bcdriejer in meine Oogen is, mccnte, denn könnte ick ooch die Haus nummer nehmen wtz ick iu wohnen shät. Vors.: Es ist kaum zu glauben. Mann, welche Schule haben . Sie denn besucht?. ' Angctt.: Ick bin blos in Privat je. wesen, indem ick meinen Kopp nich an strengen durfte. , . Ä.vrz.: Nachdem Sie nun auf der Straße laut geschrieen und gesungen hatten, gebot ein Schutzmann Jhnel, Ruhe. Sie gehorchten natürlich nicht: Angel!.: Nee. ick wollte ja, det er mir wobl oder übrig zur Wache langen sollte. Aber ick hatte Pech, denn als ick uf die Wache, seine Nummer haben wollte, da hatte er jar keene. det war zu fällig een Wachmeestcr. Vors.: Geben Sie denn zu, daß Sie die in der Anklage angegebene Beleidi Mng gegen den Beamten ausgestoßcn haben? ' ?' ; Äügetl.: Seien Sie man nich so hart mit.mir. ick war zu falsch über det Pech un den Bcdriejer. Dem. Rentier" wurden 30 Mark Jeldstrafezudiktirt. Der Herr Baron.
In den letzten Jahren lebte in Stutt. gart ein Fremder, der sich Baron Horn von der Hork nannte und durch sein ertravagante Benehmen die allgemeine Aufmerksamkeit auf sich zog. Man hielt den Mann für reich.' Er fuhr bald mit zwei, bald mit drei oder vier Ponys mit Vorreitern und zwei br.aun livrirten Bedienten auf dem Rücksitz. Früher hatte der Herr Baron sogar stets einen Hindu mit Turban und Schwert aus dem Bocke. Trotz dieses zur Schau getragenen Wohlstandes oder vielleicht' gerade deswegen wollte es dem Herrn Baron nicht gelingen, Eintritts in die Gesellschaft zu bekom men. nicht einmal im adeligen Elui nahm man ihn auf. Auch durch seine wissenschaftlichen Kenntnisse ' suchte sich Herr von Horn einzuführen. , Er schenkte dem Handelsgeographi schen Derein eine Sammlung ethnographischer Gegenstände aus Java und 'hielt dar über einen Vortrag, der aber sehr fadenscheinig ausfiel. Je,, mehr die, Gefellschaft sich gegen ihn verschloß, desto mehr suchte der Herr Baron den Leuten durch allerlei , Mätzchen zu imponiren. Er. hatte, ' wie man dem Frankfurttt Journal" berichtet, stets einen edeljteingeschmückten Statt bei sich, von dem ei sich auch im Theater und Concert ' nicht trennMM Als ihn einmal ein Logenschließer darauf aufmerksam machte, daß es nicht angängig sei, den S4ock mit in die Loge zu , nehmen, erwiderte der Herr Baron, dan es alle Umstehenden hören konnten: Ten Stock gebe ich nicht ab. Das ist ein Geschenk des Dalai Lama und hat einen Werth von mindestens 40,000 Mark. Ter Logenschlicßei wollte natürlich nicht die Verantwort' lichkeit für em so werthvollcs Stüä auf sich laden und der Stock durfte mit in die Loge. Man kann sich denken, daß das Publikum um diesen Stoä hald eine Mendc .wob yjid ihm einen
geradezu phantastischen Werth andich' tete. Den Künstlern und Künstlerin nen des Hoftheaters ?c. gegenüber mat kirte der Herr Äaron den Mäcen und ließ es an Geschenken nicht fehlen. Er schenkte meistens Armspangen, Ringe oder Nadeln mit indischen Bkondsteinen besetzt also zu sehr hat sich der Herr Baron doch nicht angestrengt, und schrieb dazu poetische Widmungen auf schwarzem Papier mit Golotinte. Auch dem Fürsten Bismarck suchte sich der Baron in Mssingen zu nähern, er kam aber nicht weiter, als daß der Fürst sich das Pony-Fuhrwerk ansah. Jetzt ist der Herr Baron schon feit einigen Monaten verduftet. Daß er das nicht ohne Hinterlassung von Schulden gethan, geht daraus hervor, daß feine Wagen und Ponies jetzt zwangsweise verkauft werden. Und der Herr Baron? Ober wirklich ein nennenswerthes Vermögen besessen hat? Jedenfalls hat er jetzt sei ncs mehr und feine Gläubiger dürften zum weitaus größten Theil das Nach sehen haben. Hoffnungsjreudige Ge müther behaupten allerdings, de'r Herr Baron sei nur nach Indien hinein", um neue Schätze zu holen und seim Gläubiger zu befriedigen. Ueber den Begriff des Wortes Gift" ist, so lesen wir in der .Naturw. Wochenschrift", fchon viel discutirt worden. Das Wort hat' freilich auch nu? eine rels tive Bebeutung, indek ein und dieselbe Substanz das eine Mal giftig, das andere Mal nicht nur nicht giftig, sondern sogar heilbringend wirken kann. Es kommt hierbei wesentlich auf die Menge resp, die Concentration der einwirkenden Substanzen an. Im Allgemeinen nennt man diesenige Substanz Gift". - welche bei ihrer Anwendung auf den thierischen Körper gesundheitsstorend" einwirkt. Ueber die Wirkungsweise der Gifte auf den thierischen Körper hat man noch nicht die nothwendige Aufklärung ge? wonnen. Bekannt ,st die Wirkung der tzenden Substanzen, welche zerstörend ouf die thierischen Gewebe einwirken. Von vielen in der inneren Medicin gebräuchlichen Mitteln, welche zur Kategori der Gifte gehören, kennt man zwar die Wirkung auf den Organismus als solche, auch die einzelnen Korxerorganc, woselbst sie ihre Wirkung ausüben; jedoch ist es noch nicht ' erforscht, worin diese Wirkung auf die thierischen Gewebe besteht. O. Löw versuchte eine Erklärung und Emtheilung der Gifte zu bringen. Derselbe vertritt die Ansicht, daß das Albumin der lebenden Zelle eine labile Aldchydnatur besitze, welche die Ursache der labilen Tektonik des lebenden Vrotoplasma sei. Er unterscheidet die Gifte in: 1) Allgemeine Gifte, welche auf alles Protoplasma ohne Ausnahme rodtlich wirken, und in . 2) specielle Gifte, deren Wirksamkeit sich nicht auf alle Organismen erstreckt. Derselbe stellt folgende Satze auf: . Jede Substanz, welche noch bei großer Verdünnung mit Aldehyden rcaglert, ist ein Gift. Beupicl: Hydrorylanin, Phenvlhndrazin. d. Vasen init primär gebundenem Stickstoff sind unter, gleichen Verhältnissen schädlicher, als solche mit secundär gebundenen. , Peispiel: Xanthin, Dimethylranthin (hkobromin) und Trimcthykxanthin (Coffein) bilden
eine Reihe von absteigender Giftigkeit. c. iliirt in emem Gifte durch ElNsuhren , gemiizer Gruppen ooer Aenverung ver Atomlagerung der chemische "Charakter labiler, so nimmt der Gistcharakter zu, im entgegengesetzten FaUe ab. Beispiel: die Giftigkeit nimmt ab von den Triorhy benzolen zu den Dioxybenzole nach dem Monorybenzol (Phenol). ä. Von dem selben Gifte wird dasjenige Protoplasma am schnellsten getödiek, welches die größte Leistungsfähigkeit entwickelt. In einem complicirten 'Organismus werden vor allem. die (SanglienzeUen und Nerven angegriffen. In Paris ist der be, kannte pariser Komponist Herve, der in der letzten Zeit an ausgeschrochencm Grössenwahn litt, übrigens feit langer Zeit herzkrank war. . plötzlich aus Aeraer eine harte Kritik seiner jüngsten Opcrettc.Das Bacchanal", die er un vermuthet fand, als er seine Zeitung entfaltete, gestorben. Herve zählte zu den populärsten und begabtesten Kom donisten Frankreichs. Er schrieb sich mehrere Texte selbst, und wenn eine Rolle in seinen Opern nicht besetzt werden konnte, so spielte er sie stlbst. Am bekanntesten wurden 02t composttcur toque". ein Werk in dem er sich selbst behandelt, Chilpcric" und 2e petit Faust". Der franzosischer Dichter und, Schriftsteller Sully.Prudhomme istIlötzlich wahnsinnig geworden. Zur Vorsicht bei Ver. wendung von Eis mahnt die durch Untersuchungen im kaiserlichen Gesundheitsamt bewirkte Feststellung, dan das in Berlin zu wirthschafttichcn' Zwecken in den Handel kommende Eis selbst bei gutem Aussehen in ihrer Entwickelungs fähigkeit 'nicht veränderte gesuudheitsgefährliche Kleinwcscn enthalten hat. Es ist dadurch wahrscheinlich geworden, daß die , häusiger beobachteten Krank heiten nach dem Genusse von Gctrün ken, wlche ' durch Hineinwerfen von Eisstückchen gekühlt wurden, weniger durch die Kälte des Getränks, als durch die im Eis vorhandenen Kranlheitscr reger verursacht worden sind. Tiesel den Nachtheile können durch feste Nahs rungsmittck, z.B. Butter, welche durch Liegen auf solchem Eise gekühlt wurden, entstehen. , Vor dem Genusse von Getränken nnd anderen Nahrungsmitteln welche ' in der vorerwähnten Weise mit Eis gekühlt sind und in Folge dessen gesundhcitsgefährlich sein können, wird deshalb vom Polizeipräsidium gewarnt? Das Wilhelm Tschirch. Denkmal in Gera wird nunmehr unte, Leitung Professor Schapers von dem kürzlich mit dem Rompreise seitens der königlichen Akademie zu Berlin ausge. zeichneten Bildhauer Günther- hergestellt verden. Das Denkmal besteht in einem Aelief . Granitsockel mit der Bronze-Vüste des Componisten.
Der Herr Dlreetor.
von Ferdinand Ruukcl. Reinhold Meister war Proeurist in dem Seide Importgeschäft von pib Erich Altmann. Reinhold Meister war in feinern Fache ergraut, einer jener scharf umrissenen Bcamtencharaktere, denen die Ehrlichle'lt über Alles geht. , Es war früh am' Tag, ein trüber Junimorgen. ' Schwer und grau lag der Nebet über der finsteren Gasse, in der sich das Eomptoir befand. Um die Telephondrühte spann sich Duftgewebe. In dem Zimmer des Procuristm, das in den Hof ging, brannte die Lampe. .Er klingelte. Ueber- die Schwelle trat ein alter, schnauzbärtiger Geselle, der Bürcaudiener. Ich lasse Herrn Schmidt bitten." Reinhold Meister blätterte weiter indem großen Buche und verglich die langen Zahlenreihen mit den Rechnungsbelege, die in ein Bündel geheftet zu seincr linken Hand lagen. Guten Morgen Herr Meister!" Ein schlanker, bleicher, zunge? Mann mit fuchsigen, struppigen Haaren und einer wasserblauen Brille auf der langen Nase war eingetreten. Guten A!orgen. Schmidt! Einen Augenblick sah der Prokurist auf, seine klaren blauen Augen ruhten durchdringend auf dem fahlen Gesichte des jungen Eommis. t Sie haben hier den Posten von achtzigtauscnd Mark gebucht, ohne dav ein Beleg dasür aufzufinden wäre. Wie kommen Sie dazu?" Tcr Chef hat mich beauftragt." So, so, und mit welcher Motiv! rung?" Er legte mir, eine Anzahl Rcchnun gen vor im Betrage von dreimgkausend Mark. Tas Uebrige werde er in Wechseln zur Kasse geben." So, so, es ist gut, ich danke.Reinhold Meiste? war wieder allein; er setzte emsig seine Vergleiche fort. Um dieselbe Zeit erwachte der Chef des Hauses Qtto Erich Altmann nach einer tollen Nacht in dem eleganten Boudoir einer kleinen sehr hübschen Choristin. Im Nebenzimmer machte sie sich in einem eleganten Schlasrcck um den Theetisch zu schassen. Eben zuckte die Flamme auf unter dem silbernen Mi niatursamovar, als sich Altmann müde und matt erhob. Er blickte durch die offene Thür, und sein Auge weidete sich an den holden Bewegungen der schlankcn Gestalt. Sie war für ihn der In begriff aller Weiblichkeit. Mit Schau dern gedachte er i einer Frau, dieser trockenen Kramerslochter, die ihm niemals so den Thee bereiten würde. Mw, bist Tu schon auf?" Ja, mein HM' So komme hercm zum Thee." - Ein stilles Behagen überkam ihn. als x ihr gegenüber saß und sich von'ihren kleinen zarten Händen bedienen ließ. Sie blickte sich in der Wohnung um. Gefallt es Dir in unserem neuen Heim?" kragte sie leicht scherzend. Jch'flnde die Einrichtung herrlich," fuhr sie fort, als er nicht antwortete, sondern ihr lächelnd in die klaren, .schö nen Augen blickte. Wirklich herrlich, fast zu lzerrlich für mich." Einen Demant muß man so reich als möglich fassen," antwortete Otto galant. ' Aber nun wirst Du mir auch bald meinen sehnlichsten Wunsch erfüllen." Gewiß, mein Herz, ich habe gestern schon mit dem Regisseur Huber gesprochen. Wir bekommen ein Theater, ein Tbeater für Dich. Ich will Dein Herrlichcs Talent n.icht verkümmern, sehen als Figurantin in r Friedrich-Wil bclmstadt. Tu sollst als Erste die Bretter beherrschen. Der Pachtvertrag ist abgeschlossen. Huber, ist gestern abgcreist. , um die nöthigen Mitglieder zusammenzusuchen." - - Es wird ein großer Erfolg werden", unterbrach sie ihn. Wer kann denn in Berlin tanzen, wie ich. Es wird eine neue Epoche in der Tanzkunst an-, brechen. Diese alten Balleteusen haben keine Phantasie, keine Poesie. Weißt Du. wir. werden als Eröffnungsvor stellung die Affassinen. das Ballet von Erzherzog Johann, dem verschollenen Johann Orth. geben. O, glaube mir. DU wirst anders dastehen als heute. SeidenimporteurZahlen, Zahlen und Hauptbücher." - Liebes Herz, Du mußt das Hand werk nicht lästern. Die dreißigtaufend Mark.für Deine Wohnung flössen aus dem Seidengeschäst." . . , Wie Tu gleich bist," wehrte sie schmollend ab und küßte ihn leichthin. Ich will Dich anders dastehen sehen." Du bekommst Dein Theater, sei ruhig. Ich werde mein Geschäft zu verkaufen suchen und mich ganz ' Dir widmen." , ' Er sah nach der Uhr, es.ging Elf. Da überkam ihn elwas wie mo ralischer Katzenjammer. Sein Pro' kurist. dem er alles verdankte, saß jetzt fchon drei Stunden an der Arbeit, und er trieb sich herum. Er griff nach seinem Hut. ''-'' Du willst schon gehen?" Ich muß' ins Geschäft." , Dreimal schon hatte Reinhold Meister nach dem Chef gefragt, dreimal unbe friedigende , Auskunft, erhalten. Jetzt klopfte es an seiner Thür. !, ' Ohne Herein zu sagen. ' blickte er über sein , Pult weg,' , sprang aber , schnell auf, ; als er eine bleiche zarte Frau auf der Schwelle sahHWD $$0$m8im ; Guten Morgen, Herr Meister, ich füche'MeiuenZann!:M c;:cauä:? Er lst wieder die ganze Nacht nicht nach Hause gekommen." ,. ,Hm, hm!" ' Beruhigen Sie mich nicht, ich weiß längst, daß alle seine Reisen nur Vor wand sind. - Er lebt mit einer Chori stin." i Da irren Sie sich sehr, gnädige !,rau. Wir haben gestern Abend bis
nach Mitternacht gearbeitet, dann ist Altmann nach Hannover gefahren, um einen großen Verkauf abzuschließen, er muß gleich eintreffen .... Ich will nach sehen, ob er drüben ist.. .. einen Moment." Schon war Meister draußen. Daß ich nicht erstickte an der Lüge," sagte er finster zu sich selber. Mit fliegender Hast warf er einige Zeilen auf's Papier, kuvertirte den Bogen und legte ihn auf Altmanns Schreibtisch. Cito Cito Cito stand darauf. Herr Meister, ich muß Sie um eine Gefälligkeit bitten, begann die Frau zu dem eintretenden Prokuristen. Ich habe keinen Pfennig Geld zu Hause, lassen Sie mir doch hundert Mark an weisen. Wer weiß, wann mein Mann nach Hause kommt". Aber mit Vergnügen". Er zog ein Seitenfach seines Schreibtisches auf und gab der Frau einen Hundertmarkschein. Ich danke, ich gehe hinüber in das Zimmer meines Mannes 'und warte dort". Meister steckte die liebenswürdigste Miene auf. über die er verfügte. Aber bitte, bitte, bleiben Sie doch hier, was wollen Sie drüben allein, bei mir ist jetzt gerade Gefechtspause, wenn es Ihnen recht ist, plaudern wir ein paar Minuten". Gern, Herr Meister: Ach, ich bin eine arme Frau. So ein Unglück. Geht denn das Geschäft wirklich so schlecht? Seit Monaten schon fehlt's bei uns am Nöthigsten". Schlecht, Gott, welches Geschäft geht eben gut. Man frißt sich so durch," antwortete Meister mit erkünstelter Unbesangenheit. Inzwischen war Altmann in's Ge,'chäft gekommen. Auf seinem Schreibtisch fand er die Warnung seines Prokuristen. ' Nur um Ihrer Frau willen verstehe ich mich zu der Lüge," stand am Schluß der Mittheilung. Der Gatte trat vollkommen ruhig in das Zimmer seines Meisters. Ab. sich Frauchen, das ist hübsch von Dir. warum bist Du nicht herüber gegangen und hast Herrn Meister be müht. Nichts mit Hannover, Meister." So. so!" . Wie der Lumv lügt, dachte er. Als die Frau gegangen war, trat Altmann hastig bei Meister ein. ' ' Sie haben mir einen großen Dienst erwiesen,, ich danke .Ihnen von Her' ;en.". Danken Sie Ihrer Frau, nicht mir, ich will mit solchen Sachen in Zukunft nichts mehr zu thun haben. Ihr Conto ist mit achtzigtausend Mark belastet Belege fehlen." Privatkonto!" 7 So? Und Ihre Frau hat eben bei mir hundert Mark geholt, um die nöchsten Bedürfnisse zu bestrciten. Also zeht das Geld einen anderen Weg, als in Ihren Haushalt." Darüber steht Ihnen kein Urtheil zu, Meister." Herr Meister, wenn ich bitten darf. Ich will nicht mehr Theil haben an tU ner derartigen Wirthschaft und ich erkläre Ihnen hiermit, daß ich aus dem Geschäft ausscheide und zwar wenn mög tich sogleich." Si'e sind ein Narr, Meister," lachte Nltmann jetzt auf. Eben bin ich im Begriff, Ihr Glück zu machen. daFwer Im Sie mir den Bettel vor die Füße. ch beabsichtige, michjvom Geschäft zurückzuziehen. Wollen Sie . es für eigene Rechnung weiter führen?" Nein! Dazu habe ich kein Geld. Ihr letztes Wort?" cg iu : Dann bereiten Sie die Schluß, öilanz vor und kündigen Sie das Perlonal". y Schade um das schöne Geschäft. Die Firma Otto Erich Altmann war un Handelsregister gelöscht worden, und ihr Ehef hatte ein bekanntes Theater zepachtct. wo er mit Hilfe Hubers. der Zls erfahrener Regisseur galt, seiner Zclicbten , eine künstlerische Heimstätte schaffen wollte. ... ; ' Es 'war Alles in bester Ordnung. Das Ballet Die! Assasstnen" wurde nnstudirt, und an jeder Litfaßsäule, in zllen Zeitungen prangten die Reklame zettel. ' Slgnora Albani. wie sich Altmanns Geliebte nannte, i'chwamm in -einem VZcere von Wonne. So hatte sie es
sich , immer gewünscht, so hatte es ihr .'hrgeiziges Herz herbeigejehnt. Die Erste sein und noch, dazu die Geliebte öes Directors, das war ihr" höchstes ' ' IM:' " . ' ' J 1 Jiel gewezen. Herr Director Altmann verstand oar nichts; vom Theater, er mußte sich in Allem aus seinen artlstuchen Leiter verlassen und aufweine Geliebte, die ja aus den ' Brettern aufgewachsen war. Das schadete ja auch nichts. Geld war m Hülle und Fülle da, und das Pub likum würde auch nicht ausbleiben. , , ! Aber das Publikum blieb aus. we nigstens.nach den ersten Vorstellungen. Die Einnahmen flössen immer sparr: " n.: (D.xM.ia.t(xr..t m llUyl. JYCIII WilUllU ll3UUUlUb lUDUlC sich zu Gunsten des Instituts gestalten. ' Fünfzigtausend Mark hatte das neue Theater schon verschlungen:? für weitere zwanzigiausend liefen, Wechsel. , und schon nahte bedrohlich der Gagetag. i AlS tüchtiger Kaufmann übersah' der Tirector sofort die Situation. Er wußte, daß er in einigen Wochen vor dem Ruin stehen würde. Vor Allem mußte Geld gewonnen werden, Geld zu neuen Unternehmuenelllli! Er beschloß also zunächst, den Mit gliedern die Gagen zurückzuhalten. Einen Augenblick dachte er auch an die Eautionen, die er sich von den Garderobe und Restaurationspächtern hatte zahlen lassen, aber ein Rest kaufmänni. scher Ehrlichkeit in ihm sträubte sich ge. gen den Gedanken. Es war ein regnerische? Abend, al?
Altmann mit feiner Geliebten am Arm aus dem Theater auf die Straße trat. Signöra Akbani war sehr niederge druckt, sie hatte vor leeren Banken ge tanzt. Ich muß einen Schluck Sekt ha den." sagte sie leise, mir ist ganz schändlich zu Muthe." 8ic traten in ein kleines Restaurant am BellealZiance plaK. Der Kellner wies sie in eine separate Nische und zog die Serhänge zu. Otto." begann die Tänzerin leise, so kann es nicht fortgehen, wir stehen vor einer regulären Pleite." Ja, Du hast Rechtsakt mir liegt's nicht. Geld habe ich genug geopfert. Born. Technischen verstehe ich nichis, das hast Du fast allein besorgt." Du willst mir doch nicht etwa Bor-' würfe machen?" Nein, was frommten hier Vor würfe. Wenn wir noch vier Wochen so fortwirthschaftcn, haben wir so viel Schulden wie früher Vermögen. Ich sinne Tag und Nacht auf einen Aus weg, aber nirgends finde ich Rath. Die andere Woche sind die Gagen nnd Spielhonorare fällig, eine hche Summe ist für Einlösung von Wechseln zu be zahlen, dann kommen die Rechnungen für Dekorationen und Handwerker.Altmann sah finster vor sich hin, dann stürzte er schnell ein Glas perlen -den Wein hinunter. Nun fuhr er lachend fort. Wozu die Aufregung? Wir haben ja noch uns selbst. Die Liebe entschä digt für Alles. Was Liebe, wenn man kein Geld hat." Altmann zog die Stirn in ernste Falten. Willst Du da hinaus? Also wenn ich nichts mehr habe, so wirst Du mich sitzen lassen. Oho Weib, so haben wir nicht gewettet. Du hast mich tnU nirt, ich habe Dir mein Vermögen, mein Geschäft, meine Familie geopfert, und nun kommst Du mit kaltherzigen Theorien. Täusche Dich nicht. Du ge hörst mir für immer, ich kann und will nicht mehr ohne Dich leben. Du haft mit mir geschwelgt und mußt mit mir betteln." Du Narrchen, woran denkst Du gleich. Rette doch, was zu retten ist. Zn Amerika wiegt man mein Talent mit Gold auf. Der Funke war in ciii Pulverfaß gefallen. Rette, was zu retten ist. so klang es im Ohre Ottos noch während des Heimwegb, während der ganzen Nacht. Rette, rief es ihm im Traume zu, rette, scheuchte es ihn ' aus dem Schlummer. Am Morgen des Gagetages drängten sich die Mitglieder des Altmann'schen Theaters um das Tirectionszimmer. Altmann war noch nibt anwesend. Ge gen zwölf Uhr kam er. Er war heiter und freundlich gegen Jedermann. Ninder," begann er, Ihr wollt Geld, geduldet Euch noch zwei Tage, ich habe gestern horrende Summen zu bezahlen gehabt. In zwei Tagen könnt Ihr Geld bekommen so viel Ihr wollt." Zwei Tage vergingen. Wieder war teten die Mitglieder vor dem Tirec tionszimmer. 'Altmann kam nicht. Man schickte nach feiner WohnuUg, die Frau saß mit ibren zwei Würmchm . in der Küche, alle Möbel waren gepfändet. Altmann war seit zwei Tagen weg, mit ihmwardieÄlbaniverfchwunden. Die Pachter waren um ihre Kautionen bestohlen, die Künstler um ihr sauer verdientes Geld betrogen, brotlos. Am Nachmittag klingelte es an Alt manns Wohnung. Die arme Frau off ncte weinend. ReinhoZd Meister, der alte Prokurist, trat herein. Er reichte der unglücklichen Frau stumm die Hand. Ich habe Alles kommen sehen. Meine Frau bittet Sie, mil den Kindern herüber zu kommen, bis Alles geregelt ist. Meineid.
(2ubkrMa,xe eltkJur.??5.) . Töchterlcin. Stelldichein, Vis-a-vis Ein CommiZ. '"- Plätzchen war Comptoir, , ' Heißer Kuß ... ; Salooschluß. . - Trennen kann Mich fortan Niemand mehr." So schwört er. Schwur's. Doch da Kam Papa Wuthentbrannt Hcrgerannt; ' 4 Warf hinaus Aus dem Haus Den Eommi'. , Ach und wie! Seph Koch. Unbestreitbare Darlegung. Bei einem mcdicinischen Examen stockt der Prüfungscandidat schon geraume Zeit in Beantwortung der ge stellten Fragen über Gesichtsrose, weshalb der ,Profeffo? unwillig aus ruft: Ja, können Sie m gar nichts über die Gesichtsrose , sagen?!" Ter geängstigt? Candidat erwägend, daß noch längeres 1 Schweigen keineswegs für Gold gedeutet würde, stammelt nun-Z mehr die inhaltsvollen Worte: Die Gesichtsrose ist eine jener Rosen dle Niemandem zu Gesichte steht!? Variirtes Techtelmecht e l. Gast (zum Hausherrn der ein reizendes Töchterchen besitzt): Lehen Sie nur. wie der Herr To:tor Ihrer, Frau Gemahlin den Hof macht! Sind Sie denn da gar nicht eifersüchtig?" Hausherr: jilch pah das ist 'ja bei dem nur ein ganz unschuldiges Töchter! möchterl'." Aus einem VereinSbe richt. Fräulein Mimi Moeller er freute uns wieder durch ihren formvol lendetea Nieker-Vortrag , ., ,
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