Indiana Tribüne, Volume 16, Number 76, Indianapolis, Marion County, 4 December 1892 — Page 3
Das Verhängniß. san in lüii Mtilunpen d?n I. von Bm !).
(2. Fortsetzung.) Habcn Sie keine Verwandte, keine Freunde, bei denen Sie bei Ihrer gro ßen Jugend Aufnahme, freundlichen .Zuspruch nach Ihrem schweren Verlust suchen können?" hatte der Geistliche sie gefragt. Sie sind so jung. Sie können nicht allein und ohne Schutz olei Uni" Nein, sie hatte keine Verwandte, Kine Freunde weder in der Gegen wart, noch in der Vergangenheit. Ihre Mutter hatte nie von solchen gcfprochen, nie sich um die Freundschaft eines einzigen Menschen gemüht, ja. nicht einmal nach dem Geistlichen verlangt, als sie ihr Ende nahe fühlte oder war es ihr doch überraschend schnell in jener Nacht gekommen, wo sie nach dem Kirchgange der Tochter eingeschlafen, um nicht wieder aufzuwachen, um aus zulöfchen wie ein Licht, dessen letztes Aufflackern Ange nicht einmal gesehen hatte. Der Segen war gesprochen. Tie letzte Handvoll Erde' fiel auf das schmale, enge Haus, in dem die kam pfesmüdc Frau ausruhte von der Last, die ihre schwachen Schultern nicht länger zu tragen vermocht, die bei allem Heldenmuth, wie sie dieselbe getragen, ' doch schließlich über ihre physischen und psychischen Kräfte gegangen. Das feine Gcriesel hatte sich in einen dichtsadigcn Regen verwandelt, welcher ein längeres Verweilen am Grabe im möglich machle. Ungeachtet der Nässe, sowie der schlammigen Erde hatte sich Ange in ihrem Jammer neben das Grab in die Knie werfen wollen. Der Geistliche hielt sie davon zurück. Sanft, ber energisch zog er die Hand der Lerzweifelten durch seinen Arm und geleitcte sie zum Wagen, dem ein zweiter in einiger Entfernung gefolgt, aus dem Feldheim gestiegen war. Der Geist liche kannte ihn nicht. Er sah ihn am Grabe von Anges Mutter zum ersten Mal und wunderte sich, wer er wohl sein möchte, der sich als einziger Leidtragender in achtungsvoller Entfernung Don Ange hielt. Daß er weder ein Verwandter, noch der Bräutigam des jungen Mädchens sein konnte.' machte er sich klar, denn sonst wäre er der jungen Waise zur Seite geblieben, hatte mit dem Geistlichen über ihre nächste Zukunft berathen. Ange, die Feldheim troö ihres Kum rnerS bemerkt hatte, schritt, ohne aufzu blicken, am Arme dcs Geistlichen an ihm vorüber zu dem an der Kirchhofs thür sie erwartenden Wagen. Ihr ' Jammer war einer verzweifelten Ruhe gewichen. Mit heißen, trockenen Augen, blassem Gesicht, das Tuch in einen kleinen, nassen Knäuel mit ihren Hän den zusammengeballt, so saß sie im Wagen und starrte abwesend, uutomakenhaft vor sich nieder. Endlich langte der Wagen vor ihrer Wohnung an,' aus der man vor weni gen Stunden unter den Blicken neugieriger Menschen die geliebte Mutter gerragen. Ohne des Geistlichen Hilfe anzunehmen, der zuerst den Wagen ver ließ, glitt sie an ihm vorüber und eilte die Treppe empor An das Zimmer, in dem ihre Mutter zuletzt gelegen. Hier brach sie aufs Neue in Thränen aus. Fassungslos, laut schluchzend, warf sie sich über die leer gewordene Stelle des mütterlichen Bettes, und weder der Geistliche, noch die alte Dienerin konn ten sie von hier fort und zur Ruhe drin gen. Nachdem der Geistliche sie verlassen, rourde sie ruhiger. Erschöpft sank sie auf das kalte Lager nieder und schloß die Augen. Drei Tage und Nachte hatte sie keinen Schlaf gefunden, unabroeislich verlangte jetzt' die Natur ihre Rechte. Sie schlief ein. Wie lange sie gsSchlasen. wußte sie-nicht; Dämmerung und Einsamkeit umgaben sie bei ihrem i Erwächen. Neben ihr aus dem klernen Nachttisch stand ein Glas Wein und etwas Backwerk, was ihr zeigte, daß, während sie geschlafen, die alte Gertrud im Zimmer gewesen und ihr diese Star kung gebracht hatte. Sie fröstelte vor Uebermüduna und - izz x. v , err . ..1 jiui:ncr. an i iiuuj uciii utin miu iruni ihn in hastigen Zügen aus. Eine wohlige Wärme durchrieselte ihren Kor per. Die Elasticität der Jugend kehrte zurücke Sie erhob sich von dem Bett ihrer Mutter und schauerte zusammen, als sie auf die leere Stelle blickte, ,wo ihre Leiche, jetzt sie gelegen und ge schlafen hatte, tief, traumlos, wie die todte Mutter jetzt in ihrem engen Bett ruhte. fc Seltsam, daß wir uns selbst hei den geliebtesten Todten eines gewissen Grau ens bei solcher Erinnerung nicht zu er wehren vermögen. Mit scheuem Um blick verließ Änge das Sterbezimmer und suchte die Wohnstube auf. , Hier trat ihr ein freundliches Bild entgegen. Im Kamin brannte wegen der Naß 'iälte ein Feuer; neben dasselbe hatte ch die alte Gertrud einen-aus der Küche geholten Holzschemel gerückt und las. mit eine? großen Hornbrille be waffnet, in einem Gesangbuch. Sie ar etwas schwerhörig, und so entging ihr Anges Eintritt. Erst als diese frö stclnd an das. Kaminseuer trat, wurde sie aufmerksam. . " " Du kennst und weißt. iwaS meine erme Mutter gelitten hat?" fragte Ange leise. , ; .. Wie sollte ich nicht! Ich bin aus firM- jfvtmslt& iinh fiäbt Sie ünhfiten 1 Bruder" hier räusperte sich wieder Frau Gertrud auf dem Arm getragen." , Meinen Bruder!" ' Ange schauderte wieder zusanimen. roie sie es im einsamen Sterbezimmer gethan. Welch' furchtbare Erinnerung riefen diese Worte in ihr nach. ,Sie wollte etwas sagen, fragen .sie konnte eö nicht über ihre Lippen bringen. Ein Grauen überkam Anae: mit dunklen.
furchtsamen Blicken sah sie ängftlii) zu der Alten empor. Diese verstand den Blick. Still, Liebchen!" Frau Gertrud trat aus ihrer bcschcidenen Haltung der Dienerin heraus und nahm einen mütterlichzärtlichen Ton an. Nicht zurückdenken, das taugt nichts! Sie sind jung, das ganze schöne Leben liegt vor Ihnen! Sie werden den Schmerz um die geliebte Mutter überwinden und noch recht, recht glück lich werden." Ange schüttete den Kopf. Sie und glücklich! Nein, nein. Seine Liebe hätte vielleicht das drohende Verhängniß, welches über ihrem jungen Haupte stand, vergessen lassen, aber nun, wo das Vertrauen zu ihm genommen schien, verließ sie Hoffnung und Glaube, und sie sah nichts vor sich, als einen endlos, dunklen Weg, aus dem es für sie keine Herausfindung, kein Entrinnen gab. Draußen wurde leise die Klingel ge zogen. So rücksichtsvoll es geschah, Ange fuhr heftig zusammen. Wenn Kurt Feldhcim cS war! Nein, sie wollte, sie konnte ihn nicht annehmen. Doch da stand er schon unangemeldet im Zimmer. dicht vor ihr. Du hier?" entfuhr es stammelnd ihren Lippen. . Wer hätte wohl ein größeres Recht, jetzt an Deiner Seite zu sein, als ich. der nach dem Tode Deiner geliebten Mutter Dir alles: Bruder, Freund, Rathgcber geworden." Vergebens erinnerte sie sich der siehenden Blicke der sterbenden Mutter, ihrer Mahnung, daß Feldheim nicht werth ihrer Liebe, ihres Vertrauens wäre. Der Versucher in seiner bered tcn Persönlichkeit, seiner bestrickenden Sicherheit war stärker: sie erlag erlag wie der Vogel, den die Hand seines Verfolgers erreicht und in einen Käsig sperrt.' Mit leisem Aufschluchzen, den letzten, müden Versuchen des flatternden Vogels zu vergleichen, gab sie sich ge sangen, ruhte sie, von seinen Armen umschlungen, an seinem Herzen, nahm in stiller Resignation seine heißen Küsse entgegen. Er lächelte siegestrunken. Bald würde seine liebliche Psyche sie ihm ebenso heiß erwidern, wie sie gegeben nur Geduld! Nun er ihren Widerstand ge brochm konnte er diesen Zeitpunkt erwarten.
V. Die Sonne lachte strahlend vom tief blauen Himmel herab. Der Wind suhr lei'e durch die Baume und wehte den Blumenaihem vor sich her. Die rauschenken Wasser der Jsar wanden ihren silbernen Gürtel durch die reizenden Parkanlagen, welche der kunstsinnige Maximilian II. aus dem unschönen Geröll seiner Ufer hatte erstehen lasscn. Ein Strom von Spaziergängern ergoß sich durch die Anlagen, den weit verzweigten englischen Garten, der sich südlich durch eine von Hirschen, Rehen, Fasanen belebte und von breiten, wohlgepflegten Wegen durchzogene Aue fort setzt. ' In tiefe Trauer gekleidet, den Schleier vor dem lieblichen Gesicht gezogen, ließ sich Ange am Arme Feldheims von dem Strome der Menschen mit forttragen. Sie hätte es lieber gesehen, wenn er we Niger belebte Wege gewählt. Er führte sie zum Tivou. Dort herrschte reges Leben. Kellner mit Bier und belegten Brödchen eilten hin und her, nur einige Damen tranken Kaffee und aßen Kü chen. Feldheim hatte einen seitswärts unter den Bäumen etwas isolirt stehenden Tisch sür sich und Ange gefunden, Bier bestellt und Ange auf ihren Wunsch ein Glas Limonade besorgt. Er plauderte ungezwungen, trotz ihrer Einsilbigkeit auf sie ein. Sie hatte die schwarzen Handschuhe von ihren Hän den gestreift und spielte nervös mit den Quasten ihres Sonnenschirms, wobei es ihr nicht entging, wie sie durch ihre etwas ifolirte Stellung der Gegenstand der Aufmerksamkeit geworden. Ihre Beklemmung nahm zuund trieb ihr die Thränen in'die Augen. Sie hatte nur widcrstrebeuo ihre Zustimmung zu einem Spaziergange gegeben und gehasst, daß er wenigstens mit Rücksicht auf ihre Trauer sie einsame Wege, . vor allem aber nach keinem menschenübetsüllten Restaurant führen würde, und nun hatte er es nicht allein gethan, fondern schien es auch gar nicht' merken zu wollen. wie schwer es ihr war, mit ihrem trauernden Herzen unter dieser bunten fröhlichen Menge zu sein. Ein Angstgefühl der Reue und 33e schämung kam über sie. Sie hätte laut aufschluchzen mögen unter dem Druck desselben. Sie griff nach der Limonade, um ihre Aufregung zu verbergen und zwängte ihre Thränen mit einem langen schluck hinunter. Sie konnte es aber bei aller Beherrschung nicht hindern, daß ein Tropfen doch über ihre Wange Zn die Limonade siel und Feldheim ihre Aufregung bemerkte. ' Ich begreife Dich nicht. Ange! Siehst Du nicht, wie man auf uns aufmerl sam wird?" Solaß uns nach Hause gehen, Kurt! Ich gehöre hier nicht hin, das hättest Du wissen müssen!" 4 Ich bitte Dich, beherrsche Dich we nigstenS so weit., daß wir, hier keine Scene aufführen; wir machen uns ja lächerlich!" P l'U . Sie grub die kleinen Zähne in die rosige Lippe. und strelste die Handschuhe über die zitternden Hände. "Laß mich wenigstens mein Bier austrinken und den Kellner bezahlen!". : Sie antwortete mcht, sie senkte nur die Blicke und wartete geduldig. Er hatte sein ; Bier getrunken,. den Kellner bezahlt und erhob sich. Komm,", sagte er ungewöhnlich kurz, hob ihr den schirm auf, den sie in der Eile ; hatte fallen lassen und schritt mit ihr am Arm dem Ausgange zu. M"M,'HHWMW ; Die niedliche Kleine sieht nicht ge rade vergnügt aus." bemerkte einer von . it'" : . , ; .' ' !' ; . '!.(' .HJ. ., , . ,, ,) .
Feldheims. Bekannten. Hätt' sie an Feldheims Stelle auch nicht hierher ge bracht, aber seine Eitelkeit geht mal wie der mit ihm durch mußte seine reizende Eroberung zeigen." Indeß hatte das Paar einsamere Wege eingeschlagen, auf denen sie ziemlich schweigsam neben einander herschritten. Feldheim fühlte sich im höchsten Grade verstimmt. Nicht um einen Schritt war er in den ganzen zwölf Wochen seinem Ziele über näher gekommen. Ange hatte zwar, nachdem er mit großer Beredsamkeit für seine Ideen gesprochen, eingewilligt, nicht, wie sie ' beabsichtigt, eine Stellung zu suchen, sondern ihr Leben unter dem Schutze der alten Frau Gertrud ganz so zu lassen, wie es zu Lebenszeiten ihrer geliebten Mutter gewesen. Daß er darin ihren geheimsten Wünschen entgegenkam, wußte er; denn Ange wäre es schwer geworden, von den Rüu mcn zu scheiden, in denen jeder Platz ein Stück Erinnerung an die geliebte Mutter war, und unter fremden Men schen. in fremde Verhältnisse sich einzuleben. So konnte sie ihre Malstudien fort setzen und damit an der Hoffnung wci ter bauen, durch dieses Talent ihr Einkommen zu verbessern. Das Testament, welches ihre Mutter hinterlassen, setzte sie ohne Einspruch des Gerichts Zn den Vollbesitz ihres kleinen Erbes, das nur sehr bescheiden ausreichte, sie und die alte Frau zu erhalten. Der Geistliche, welcher sich vorge nommen, im Interesse des jungen Mädchens nach den Absichten und 23er Hältnissen Feldheims zu forschen, wär an einem typhösen Fieber erkrankt wnd nach seiner Reconvalescenz mit seiner Familie zur Erholung an den Starn berger See gegangen. So waren auch von dieser Seite Feldheim die Wege geebnet worden, und Ange sah sich allein in seinen Schutz gestellt. Welche Gefahr darin lag, ahnte sie nicht. Unerfahren, ein reines Kind der Natur, argwohnte sie nicht, wie Fernstehende die täglichen Besuche Feldheims einer Kritik unter zogen und ihr mit argwöhnischen, mißtrauischen Blicken begegneten,, bis die alte Gertrud Ange einmal darauf aufmerksam machte,' daß Feldheims tägliche Besuche in der Nachbarschaft auffielen und Anlaß zu unfreundlichen, ja zu häßlichen Bemerkungen gäben. Was kümmert mich die Nachbar schaft? Ich kenne sie gar nicht und sie mich auch nicht!" warf Ane in ihrer sorglosen Weise hin. Bring? mir, bitte, keine Klatschereien zu, ich' liebe sie nicht!" Die alte, Gertrud schwieg ' seufzend und wagte sich nicht mit weiteren Bor stellungen heraus. Im Grunde legte sie dem Gerede auch keine große Be deutung bei, war doch Feldheim ihrer jungen' Herrin Verlobter was ihr kein Geheimniß geblieben ; auch war sie, selbst ebenso weit und menschen unerfahren in die zzroße Stadt gekommen. wie Ange es m ihrer Unschuld geblieben. So ganz ohne Eindruck blieben abn die Winke der Dienerin bei dem jungen Mädchen nicht. Sie weckten ihr Miß. trauen und machten sie das sehend, was sie bisher nicht gesehen hatte. Sie fand die jungen Mädchen im Atelier gar nicht mehr so freundlich wie bis i)St; sie steckten die Köpfe zusammen
und flüsterten sich Bemerkungen zu, wenn Feldheim Ange aus dem Atelier abholte, um sie nach Hause zu beglei ten. Alles das siel Ange jetzt auf, gab ihr zu denken, machte sie scheu, , gereizt, ja zuweilen fast schroff gegen ihre Ge fährtinnen, was die Sache nicht verbes' ferse. Sie fühlte instinktiv, daß man ihr Verhältniß mit Feldheim beargwöhnte, sie für leichtsinnig, unweiblich hielt, weil sie sich ohne erklärte Verlobung mit Feldheim öffentlich zeigte ' Sie bat ihn, sie nicht wieder aus dem ' fitelier abzuholen, und er kam sofort diesem Wunsche nach. Dadurch ermuthigt, bat sie ihn, auch seine Besuche bei ihr zu beschränken und nicht täglich zu ihr zu kommen: es siele auf, man spreche darübek. Auch, hierin kam er ihrem Wunsche auf Freundlichste entgegen nnd machte ihr den Vorschlag, sie möge, um allem Gcklatsch zu entgcben, den Sommer über eine ländliche Wohnung in Rosenau blichen, wo er sie mit Ver meidung lästigen Geredes ungestört besuchen könnte. "' . Sie überlegte. Die Aussicht, aus der heißen Stadt, aus einer Umgebung zu kommen, die sie nur allzu schmerzlich an ihren harten Verlust erinnerte, war sehr verlockend. Sie sprach mit Frau Gertrud darüber. Die Alte hatte gegen diesen Vorschlag kein Bedenken, im Ge gcntheil, sie meinte, daß dies das Beste sei und sie dort in aller Stille den großen Tag erwarten könnte wo endlich das harte Herz des zukünftigen Schwiegervaters erweicht sei. Das einzige Bedenken Anges, daß sie dann ihre Malstunden im Atelier ihres Lehrers aufgeben' müßte, schlug ' Feldheim da mit nieder, daß München von Rosenau mit der Bahn in einer halben Stunde zu erreichen sei. Im Uebrigen hielt er eS für überflüssig.! daß sie, noch länger Unterricht nehme; sie wäre weit genüg, um sich allein weiter zu helfen, was ihr ja auch der günstige Verkauf ihrer Bil der bewiesen hätte ; sie könne daher das Geld für den theuren Unterricht sp aren. : ' ?i " , . . ".MM Das leuchtete Ange besonders ein, da ja alles auf's Sparen hinausging, um ihr kleines Kapital zu vergrößern. So gab denn Ange ihre Wohnung in der Landhausstraße auf und bezog ein allerliebstes kleines Häuschen in länd licher Einsamkeit, das zwischen Mün chen und Rosenau mitten im Grünen lag und keine anderen Mitbewohner als ein paar alte Gärtnersleute hatte, welche die Zimmer zu ebener Erde be, wohnten: Ange fand das wnuumrankte HäuS chen reizend und brach in lauten Jubel
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der Ueberrafchnng au?,' als sie über die Schwelle des Zimmers trat, welches er ihr nach seinem Geschmack eingerichtet hatte. Das helle, buntfmöige 'Muster der Causcusk und Sessel, die gleichen Portieren und Fenstervorhänge,' die in javcmischcm Stil in Schwarz und Gold gehaltenen zierlichen Möbel, die reizenden Nippes auf Tisch und Etageren, die Vasen mit Rosen in allen Farben, von der Malmaison bis zur lieblichen Feldrofe herab, envecktcn ihr Entzücken. Im überströmenden Glück warf sie sich in des Geliebten Arme. .Und daö alles, alles danke ich Tir. Du Guter, Lieber!-, 5öic war rührend in ihrem kindlichen Enthusiasmus, der allen und jeden Zweifel an der Reinheit seiner Absichtcn mit ihr ausschloß. Ange hätte in ihrem kleinen Paradiese, wie sie das Häuschen nannte, gar keinen Wunsch mehr gehabt, nach keiner Aenderung ihrer augenblicklichen Lage verlangt, in der sie wie ein gefangener Vogel im goldenen Käfig bereits Tage und Wochen verlebte, wenn Feldheim'ihre gleichmaßige, wunschlose Heiterkeit nicht zuweilen durch einen Ausdruch von Ungeduld erschüttert hätte. Ihre Hingebung war keine Hingabe, ihrer unschuldigen Zärtlichkeit war kein Hauch frivoler Sinnlichkeit beigemischt. B.'i all ihrer Liebe kam er mit ihr nicht einen Schritt weiter. Feldhcim wußte nicht, was er von ihrer Festigkeit hal ten sollte, mit der sie ihre Grenzen zog. Zuweilen glaubte er, sie iiöbe ihn überhaupt nicht und hätte sich in der Vereinsamung ihres Herzens nur in ihre Liebe hineingeträumt. Dann aber wieder verwarf feine Eitelkeit diese Annahme, und er sagte sich, ihre Jugcnd und Unschuld seien die Ursache ihrer Zurückhaltung, und diese wären Fehler, die sich mit jedem Tage verbessertcn, wenn er nur Geduld hätte, den Zeitpunkt, der kommen müßte, abzuwarten. Da er aber in dem ländlichen Stillleben auf ciue allzulange Probe gestellt schien, versuchte er es auf einem andern Wege. Er begann, ihr Interesse für Zerstreuungen' zu wecken, machte mit ihr' Particen in der Umgebung von München. Eine solche endete heute in einem Restaurant in der Ludwigsstraße. An den geschlossenen Portieren kleiner Loaen vorbei, aus denen Glä-
serklingen und Lachen ertönte, führte der Kellner das Paar nach einem kleinen Zimmer, wo sie unbelästigt und ungestört von nöugierigen Blicken waren. Erleichtert athmete Ange auf. Ihre Heiterkeit kehrte zurück. Wie gut er ist! dachte sie. Er weiß, wie mich das Anstarren der Menschen beunruhigt und daß ich mich in meinem schwarzen Kleide mit meiner Trauer unter ihrem Plaudern und Lachen nicht wohl fühlen kann. Da bringt er mir wieder das Opfer, mit mir allein zu sein!" Sie drückte ihm verstohlen die Hand, indeß der Kellner fragte: Die Herrschaften soupiren?" Ja, die Karte auch die Weinkarte! Während Feldheim diese studirte, trat Ange vor den Spiegel, setzte ihr schwar zes Hütchen ab und ordnete ihr Haar. Dann nahm sie auf dem blauen Divan Platz und fand das Zimmerchen ganz allerliebst. Feldheim gab seine Anordnungen über das kleine, von ihm zusammenge setzte Souper und nahm ihr zur Seite Platz. Bald war servirt und klangen ihre Gläser zusammen. . Sie kannte die raffinirk zubereiteten Speisen nicht, welche ihr voraefetzt wurden. Sie kostete zaghaft die TrüffelPastete und schreckte davor zurück, eine Auster zu essen. Feldheim ermuthigte sie zu einem Versuch. Er glückte. Sie fand Geschmack daran. Ich werde Dir noch die ganzen Austern wegessen," scherzte sie. Dann bestelle ich ein neues Dutzend, Schatz, zu kurz komme ich nicht." Sind sie nicht furchtbar, tbeuer?Kind, wer fragt nach dem Preis bei solcher Gelegenheit, das ist nicht od!o !" Was ist cliic?" fragte Ange naiv. Mein Gänschen, chic ist eben cliüs ein französisches Wort, für das sich bei unserem schwerfälligen Teutsch kein Wort findet. Aber, man muß doch etwas darün ter verstehen?-, Freilich sagen wir: sein, modern, vornehm." Ach. so war meine Frage nach dem Preise nicht fein? Ich bin doch recht dumm und ungebildet, aber welgt Du, ich würde gar nicht so oft an's Geld und an das. was alles kostet, denken, wenn ich nicht dabei unsere Zukunft im Auge hätte, für die ich so sehr gern sparen möchte." Ach. die Zukunft, Liebchen! Denken wir vorläufig nur an die Gegenwart, nur der Augenblick ist unser stoßen wir darauf an!" Ange hielt das Mas hoch und stieß etwas ungeschickt an. . , ' - Nicht so und dann. Du mußt mir in die Augen sehen ; so ! das war hübsch, und nun bis aus die Neige geleert, sonst meinst Du es mit unserer Lkede nicht ehrlich!" v-;y r Aber Kurt, ich kann doch nicht-in einem Zuge so ein großes Glas aus trinken! Mir dreht sich schon alles im Kopf herum wahrhaftig. Du kannst mir, glauben, ich bin ganz .schwind ii Ha ' " ' "g. ffA . e ',' "',",'',,,,", Wer wird ein solcher Schwachmati kus sein! Nur immer herzhaft getrün ken und gegessen, das ist gesund!" , ' Er legte die Hälfte eines Rebhuhns auf den Teller und scyenkte ihr eindritlä3;'cti vr tfiitijj. Aber von dem 1 Früchteis kann ich nachher nichts mehr essen, das wird mir zU'&KÜ'i g; Dabei trank sie das Glas aus. .. 1 ' "L'appetit vient en manjeant !" MhcldMzM mmm i Sie lcfcr.it den dunllcn Kp an d )'!..! . 'I !"'H!;;;' 1: iliiihtu 'nj::'' 1: i: 1 i ,!,, ll. ,! ' ' l'l, , i.
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zelte mix den Auge. Weißt Du, daß ich furchtbar müde lverde?" Deshalb mußt Du mehr trinken, das macht munter!" Er griff nach der Flasche im Eiskübel und wollte ihr einschenken. Mit einem Ruck saß sie wieder gerade und legte ihre kleine Hand auf da? Glas. Bitte, nicht! Ich trinke nicht mehr! Wahrhaftig, ich kann keine Tropfen mehr trinken! Das wollen wir doch sehen!" Er umfaßte ihr fchmaleS Handgelenk, zog die Hand vom Glase fort und hielt sie fest, indem er die perlenden Tropfen eingoß. Bitte, nicht!" flehte sie; es ist schade, ich lasse das Glas doch stehen!" Das möchte ich Dir auch rathen lachte r, .willst Du nicht mit dem Wirth in Conflinkt kommen!" Siehst Du. daß ich schon zu diel ge trunken," ging sie lachend auf seinen Scherz ein, ich kann mich nicht einmal richtig ausdrücken." Dazu wird Dir, der Chamvagner schon "wieder verhelfen. Trink nur, Liebchen, so ein Glas thut Wunder!" Davon merke ich vorläufig nichts." gestand Ange. Wenn -ich noch müder werde, komme ich gar nicht nach Haufe!" Das wäre auch nicht das Schlimmste. Meine Wohnung liegt kaum fünfzig Schritte von hier, dort kannst Du Dich auschlafen." In Deiner Wohnung? O Kurt, welcher Gedanke! Das ginge doch nicht !" Und weshalb ginge es nicht, kleine Einfalt? Ich weiß es nicht aber es würde sich doch wohl nicht schicken." Nicht schicken! Bist Du nicht meine Braut ?" Fcldheim spielte diesen Trumpf sei ten aus; wenn es aber geschah, erreichte er meist seinen Zweck damit. Ihre Augen leuchteten auf, sie lä chelte glücklich. Er sah seinen Vortheil und fuhr schmeichelnd fort: Ist mein Haus nicht Dein HauA oder wird es doch wenigstens in Kürze?" Sie lehnte ihren Kopf an seine Schulter und blickte selig, Vertrauensvoll mit ihren dunklen Augen zu ihm empor. In Kürze!" wiederholte sie. Also Du glaubst wirklich. Dein Bater wird endlich " Er ließ sie nicht ausreden, er schloß ihren Mund mit Küssen, die heiß und leidenschaftlich wurden. Einen Mo ment war sie wie berauscht, dann mußte etwas in diesen Küssen sie erschrecken. denn plöhlich stieß sie ihn fast heftig zu rück, rückte zur Seite und sagte athem loö: Nun ist es genug." - Klirrend fiel etwas zu Boden. Sie griff erschrocken nach ihrem Halse und vermißte die Jetkette, an der die Kapsel mit dem Bilde ihrer Mutter hing. Geschmeidig bückte sie sich und hob sie vom Boden auf. Siehst Du, Deine stürmischen Lieb, kosungen haben die Kette zerrissen. Nur gut, daß das Medaillon unbeschädigt ist." Sie öffnete es und blickte hinein. Die wehmüthigen, ernsten Augen ihrer Mutter sahen sie traurig an. Unbe wußt stürzten ihr die Thränen in die Augen. Sie bedeckte das kleine Bild mit zärtlichen Küssen und flüsterte etwas, was wie eine Bitte um Berzel hunq klanq. ' Soll ich das Medaillon, nun die Kette entzwel, einstecken ?" sagte Feld heim. Sie hielt es mit beiden Handen wie ein Talisman fest. Ich danke,- nem ich kann das selbst thun." So. stecke es wenigstens gleich bei. sonst verlierst Du es noch!" Sie gehorchte, aber ihre Lustigkeit war verschwunden, und alle Versuche, alle Liebenswürdigkeit Feldherrns, sie zurückzurufen, blieben vergebens. Vermmmt aab er es aus und das fröhlich begonnene Souper schloß mit einer Ent täuschung für ihn. , , VI. (Sine narne MockeKatte ftrfhfieim bei Änäe nickt leben lassen. Sie war mit jedem Tage, da er ausblieb, ruheloser, unruhiger geworden. Die Stunden schlichen so träge dahin, die Zeit XsnS fi Vnitfcf rtlJkl- ' nA.4 iytin vuviw. V ivupii itiut, ivuf sie beginnen sollte. 5bre llnrube kielt sich selbst nicht einmal an der Staffele! zurua. Vom Hause wagte sie sich nicht zu entfernen, aus Sorge, Feldhcim möchte kommen und sie nicht finden. ' Sie saß aus ihrem wcinumrankten Balkon und blickte über das dichte Laub der Bäume, über ' wogende Kornfelder nach dem Wege, den er kommen konnte. Die Sonne warf fckräae Strahlen durcb das grüne Blätterdach, i Eine tiefe , Stille herrschte ringsum, ycu? zuweilen gak kerte eine Henne oder kräbte der Habn. Die Gärtnersleute waren fortgegan .yL : f " rv v . ..... , , gen, um aus iyrem eloe zu aroenen ; außer Frau Gertrud, . die tor der Hausthür sah. und dem ; Federvieh im Hühnerhof war kein lebendes Wesen zu sKs,onSkbi,F? "!' ! vrv : '',;,;"; ity"!" . : ;:r v;:,,;;,:;: 'ix'i;, v -r ,, f ,r;;. .;m ? Ange wollte ihren Gedanken entflie. hen, , ihnen eine andere, Richtung geden. Sie mußte sich mit irgend etwas beschäftigen. Sie setzte sich an's In ftrument, griff. Accorde und sang mit haftetStirnmeil Verlassen, verlassen, verlassen bin i. Wie der Stein aus der Straßen Sie konnte nicht endigen, die Stimme versagte ihr,- ihre Hände sanken von den Tasten, ihre Arme fielen lässig am Körper herab, als seien i sie bleischwer. Eine ganze Weile starrte sie vor sich nieder. W Schritte ertönten unten im KieS. 'W ' n
Eine fremde, jvgendllchs StwQL vxlt breitem Accent fragte in. herrischem Tone, ob hier im Hause ein Fräulein Saierno wohne. Frau Gertrud be jahte. .Gut, Sie brauchen mh nicht zu melden, ich finde schon den Weg." Wenige Minuten später stand die Dame vor der überraschten Ange. Sie trug ein Helles, reich mit Spiken garnirtes Sommerkleid von indischer Seid?,, einen runden, italienischen Strvhhut, der durch ein Büschel sehr natürlicher Klatschrosen und sehr viel Kornähren eine ungeheure Leuchtkraft besaß, und zuerst die Aufmerksamkeit erregte. Die Aermel des Kleides gingen nur bis-zum Ellenbogen und zeigten ein Paar mit langen.' seidenen Handschuhen dekleidete,. sehr magere Arme. JnderHünd hielt sie einen rothfeidenen Schirm mit langer Schleife. Unter dem brcitrandigen Strohhut sahen eine fleischige starke Nase, cm breiter Mund und' ein Paar Augen mit auffallend großen. Pu Pillen hervor. Ange kannte diese Augen. Sie hatte ihren. Blick schon einmal in höhnischer Herausforderung gerade wie jcht auf sich gerichtet gesehen, und gerade wie damals übte er auch jetzt eine lähmende Macht aus. Bitte' lassen Sie sich nicht stören, be halten Sie Ihren Platz am Instrument, ich nehme auf der Caufeuse Platz." Ange fand noch immer keine Worte: Der Ueberfall war zu plötzlich gekommen. , Die junge Dame,' welche ihr laum um zwei Jahre im Alter überlegen sein konnte, zeigte eine Sicherheit,
die sie verwirrt und hilflos machte.. Weshalb kam.sie?. Was wollte sie von ihr? Sis- kennen mich natürlich, " hub die Fremde an. Ich, " Ange wurde immer verwirrter. Wie soll ich Sie denn kennen? Ich habe ja. noch, nie mit Ihnen gesprochen " Aber Sie haben mich gesehene Sie sind mir begegnet. Erinnern Sie sich nicht jenes Nachmittags wo Sie aus der Kirche kamen? Ich verließ dicht hinter Ihnen den Dom und kam. an Ihnen vorüber., als-' Sie an der Seite meines- Verlobten-, des Barons v..Feldheim,, nach der Landhausstraße Ihren Weg nnhmen." . Ihres Verlobten? Baron tu. Feld heim?" stammelte Ange betroffen. Aber ich kenne keinen Baron,, ich kenne nur einen Herrn Feldhcim!" Köstlich! Mein Bräutigam und die ser Feldhcim sind ein und dieselbe Per sn Er beliebte, sich. Ihnen, nur inkognito zu zeigen Das ist nicht wahr-. Sie- lügen!" Angrsprang empor. ihreAugen flamm terr. sie hatte mir einem:. Schlage alle Unsicherheit und Furcht abgeschüttelt. Kurt Feldhcim kann Ihr Bräutigam nicht sein, denn Sie hielt mitten in ihrenr Satz inne und stürzte auf den Eintretenden zu. Kurt, qut, daß Du kommst!" rief sie außer sich, dem eintretenden Feldheim gar keme Zeit zur Oriennrung Inzzend Denke Dir, diese Dame hier behauptet, datz Tu ein Baron v. Feldheim und ihr Verlobter sciestl" Verdammt! Das warm-eine-hochst r . . . . t . , . Totale ueoerrnicyung, eine toiiuaiion, für Bühncncffekte ganz pikant, aber in seiner Lage verteufelt unangenehm. Nun, mein Herr, wie werden Sie entscheiden?" fragte seine Braut mit drohender Miene. Sie wußtria. daß er nicht allein mit seinem-Wort, seiner Ehre-,, sondern auch mit seiner Existenz cm sie gebunden war, welche er um einer flüchtigen Liebschaft willen unmöglich snf's Spiel setzen konnte-. Wußte sie auch' daß sein Herz bei seiner Verlo bung nicht mitgesprochen hatte, so'wollte sie doch seinen ' Besikr. mit allen ihr zu Gebote stehenden Mitteln- erkämpfen. Deshalb war sie hierbei gekommen, deshalb hatte sie nicht eher geruht, bis sie alles ,uber sein VerhälrmL' mit dem Mädchen erfahren, das sie damals in ferner Begleitung geiehen. Feldheim blieb keine Zeit zur langen Leberlegung. er mußtewählen, sollte er nicht zum Bettler werden. Heute gerade harte ihm sein , Vater erklärt, er zahle keinen Heller mehr, wenn er nicht mit der Heirath Ernst mache. Die lange Verlobung führe zu mchte, nnd die El tern seiner Braut, wünschte eine dal dige Verbindung. Es war bei Feldherins- Unentschlos fenheit und der Sicherheit seiner Braut eine Erstarrung über die unglückliche Ange gekommen.. Er sollte entscheiden, wählend Und er wählte. Verstand sie auch seine Worte nicht, ss sah sie doch,. daß er sich von ihr ad und der Fremden zugewandt und dan diese einen trium phlrenden Blick auf sie schoß, der so viel sagen sollte als: Siehst Du. aus wen, die Wahl füllt?, Mag Deine hüb sche Larve ihn immerhin bethören, magst ?Du seine Geliebte gewesen sein : s'in Weib, das die Welt achtet, dem das Gesetz alle Rechte einräumt, das werde ich;--, .': ' ' , , Mit einem Schrei brach Anae in die Knie. ' - die Welt, die Menschen, wie sind sie so falsch so falsch und so schlecht!-, jammerte sie fassungslos und barg ihr Gesicht in die zitternden Hände. , - - 'A' 'ß: : (Fortsetzung folgt.) :,y' WSiS',es,ch"e tolichlhin: ohne Engagement. Dürfte ich , Sie wohl um eine Unterstützung bitten?" Thut mir leid! Sie sehen ja, ich habe sünf erwachsene Töchter zu ver sorgen!" Nun, ich ncbm' auch 'ne Tochter, wenn's sein : muß Bescheide n e G e ge n f or o er u n g. Dienstmädchen von den Nachbaröleuten : Eine schöne Empfeh. lung von Herrn Maver. und er bittet Sie, Ihren Hund zu erschießen, der ihn garnicht schlafen läßt." Nachbar: Grüßen Sie Herrn Mayer, und bitten Sie ihn. gefälligst seiue Tochter zu ver giften und ihr Klavier zu verbrennen fr
Wie die Chwessn ssen. Tie Sitten, welche der Ebincse bei Tssche beobachtet, und die nazürlich von den Europäijchcn grund'rcrsHieden sind, schildert der Ostas. Llord" in einer längeren intnessanten Studie folgendermaßen: Die Männer essen bedeckten HaupteZ Und bemühen sich, wenn sie wohlerzogen ftnd. die Arbeit des KanenS. Vcrschluk !ens und Verdauens der Speise mit zrößtmöglichem Geräusch auszuführen. Das Schmatzen der Lippen, Zähne knirschen. Zungenschnalzen. lautes, ge dehnte? Ausstoßen beim Essen das ist iit Hochfluth der Höflichkeit gegen den Gastgeber, der sich lächelnd und hoch reut gegen seine Gäste verneigt, wenn kin besonders- lautes-Ausstößen seinen Dank herausfordert. Wegm der un vollkommenen Tafel Instrumente in China erscheinen alle Gerichte in bereit? jerkkcinertcrForm auf' dem Tische, da, gleisch hi Würfeln und ohne Knochen, die Fntchte zerschnitten, das Gemüse in kleinen! Häufchem Man speist nicht mit Messer und Gabel, sondern bedient sich, wie bekannt, der Eßstäbchen. mit denen die Bewohner des- Reiches- der Mitte äußerst geschuft umzugehen verstehen. Der Gebrauch der Eßstäbe bst indeß kein sehr ausgedehnter, weil nur feste Speisen wie die Flcischwürfe sich mit ihnen erfasienund'zuM'Munde führen lassen. Beim Essen vonMeis Gemüse und sonstigen' halbslüssigen Dingen dienen biz Stäbe nur: zum Schieben, man setzt nämlich den Rand der Schale an den Mund und.schiebt'den Inhalt der erste ren langsam- auf die Zunge. Eine große Gesellschaft auf diese Weise Reis oder Gcmüse cssen zu sehen, ist freilich kein sehr appetitlicher Anblick, nachdem man sich an die faulre, vornehme Form der europäischen Gesellschaft gewöhnt hat. Zwischen den einzelnen Gangen werden Schalen mit Massen und Hand tüchernlherumgueicht, damit die Gäste Hände und Gesicht'rcinigkn. Das Ge sicht beim Essen arg zu beschmieren, gilt durchaus-nicht fürr lächerlich oder für eine Schande die Hauptsache bleibt es für den Gast, so viel wie. möglich in sich hlneinzupackeni nm den Gastgeber zu ehren, der seinerseits nicht aufhören darf, seine Gäste immer wieder auf's Neue ZU' nöthigen, und wenn nöthig, mit Gewalt zum Essen ? zu zwingen. Eine folchc.Nöthigung nach dem fünften Gang führt in der Regele zu folgendem HSflichlcitZauStaufch: Wirth: Sie. lieber: Freund, haben wahrhastig, noch keinen Bizien ange rührt." ' Gag (aufstofcend): Mein Bauch gleicht bereits einer, Tc nne, denn noch niemals' kostete ich so.' vorzüglich: Speisen..- Wirth: .Ich roe'ch. daß meinei Tafel das- miserabelste Zeug trägt, welches menschliche Wesen ze ge gessen haben, allein, etwa; Anderes be sitze ich nicht. Gebe vor Herzen, sagt der Weise, dann senden de Götter Ge deihen. Verschmähen Sie also nicht." Gast: JHre'Sveisenlschm.'ckcn himm lisch,, und obwohl ich zum Platzen voll bin, trage ich doch ein siekerbaftes Ver langen., noch ein. wenig -zv kosten. Aber ich fürchte, sie. haben nzcht genug. Wirth: Liebee möchte ich verhün gern, als Sie in diesem Augendlick von der Tafel aufstehen zu sehend Wirth und Gast verneigen sich bei diesen Worten und.dw letztere stürzt sich aufs Neue auf die Speisen, während der Wirth sich anleinen Anderen! wendet, der die Waffen, strecken, möchte.. Das- Tafelgeschirr besteht lediglich auseiner Anzahl von Schalen derschie dene'r Größe, irdenen kleinen Löffeln und Eßstäbenz die in vornehmen Häu fern aus.. Silber öder- Elfenbein, sonst
aber aus Holz, angefertigt sind. Man hält beide minder rechten Hand, etwa wie einen Bleistift'.. Eine kleine Bewe ouna. mit den Jinaern bringt die etab spitzen aneinander, so daß eS leicht ist, kleine Gegenstände damit zu ergreifen. Auf halbslüsstge Speisen erstreckt sich der , Gebrauch der Eßstäbe nicht. - Eine Tasse Thee beschließ jede Mahl Ztit AeUg.emL.Kee Operngucker. Die SinlfN im Innern des Glases find, so geschliffen, daß sie ein Sehen um die Ecke, also auch über den thurmar
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tigsten Tamenhut, ermöglichen. Die DamenhuvJrage im Theater ist somit gelöst. , Ein Köder. . Frau lzu eineiR alten Trinker): Hast Du schon von der Medizin genommen, liebee Adolf 1 Mann: Ach. was werde ich schon beute das .infame Zeug trinken, morgen fange ich an." Frau: Aber bedenke doch, wenn Du heute schon mit der Me dizin ansängst, könntest Du womöglich morgen schon wieder iai Wirthshaus sew, sonst aber erst übeorgen." ' Er hak recht.. Fräu-'Nnn. Du kannst doch nich behaupten Ju lius. daß ich Tir nachgelaufen bin. u Dich als Gatten zn fangen? Mann: Freilich nicht! Ader, dieFalle lauft auch der Maus ircht nach und fängt sie döchZNW ' 'Wrt , t gi j?. " X ' :' a ; :' :";is ; M Dtr kleine Han- ko-m m t zu seinem Cekcl : Du. Cnel. wir haben jetzt auch schon frazÖnsch." .So '? Na. wie heißt denn der Ochse Tas K- das weiß ich noch nicht. Ich gl au d die E chinvpj Wörter !riea?n wir erst svate. !!
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