Indiana Tribüne, Volume 16, Number 76, Indianapolis, Marion County, 4 December 1892 — Page 2
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Haschisch-Erinnerungen. Vor wenigen Tagen sind be! fjr. Fontane in Berlin Erinnerungen aus den fünfziger Jahren von Ludwig Pietsch erichlenm. Ter Wersasser er zählt darin von Symposien, die in 2cfjauY Haus' veranstaltet wurden und denen der Gastgeber immer neue Acize zu verleihen wußte. So veran'siaZtete Lasialle im Winter 1853 ein mal einen Herrenabend, an dem er, wie Pietsch erzählt, seinen Gästen in nächst gestopfte lange türttsche Pfeifen darbieten ließ, auf deren glimmenden Tabak er Pastillen aus Haschisch legte. H. Arugsch hatte diese frisch aus Perfien bezogen. LaZZalle selbst versagte sich d?n Genuß, dies orientalische Nar kotikum zu rauchen und dessen oft so glühend geschilderte wundersame Wir Zungen aus Gehirn und Nerven an sich selbst zu erproben. Er wollte den Kops frei behalten, um die Vorgänge zu beobachten und zu studircn. Hierüber berichtet nun Pietsch: Sie waren grundverschieden, je nach Temperament und körperlicher Organisation der Raucher. Die Wirliing auf mich selbst empfand ich sehr bald, zunächst als ein süßes, wohliges Behagen, ein Eelostsein aller Glieder im Gefühl 'einer tiefen angenehmen Müdigkeit. Dann aber geschah etwas sehr Ueberrafchendes das mir doch auch wieder als etwas ganz Natürliches er schien. Die Wände des Zimmers waren verschwunden. Unabsehbar dehnte sich eine weite, weite öde Ebene vor mir aus; und über diese ganze Fläche hin erstreckten sich meine ins End !ofe gewachsenen, von meinem Sitz aus vorgestreckten Beine. Am fernen Hori zonte erkannte ich meine dort an der Erde aufragenden Füße! Die Decke des Lasfallezchen Zimmers über mit; war nicht wie die Wand verschwunden, ! sondern an ihrer Stelle in ihrer alten Höhe verblieben. So erfaßte mich das trostlose Bewußtsein; du kannst nun nie wieder aufstehen, mußt hier sitzen bleiben bis an's Ende deiner Tage! Müßtest du dir doch nothwendig den Kopf an der Decke cinstoßen. wenn du mit Den Beinen aufstehen wolltest. Die skr Gedanke und diese Aussicht erfüllten mich mit tiefer Traurigkeit. Schwer wüthig resignirt saß ich da. bis allmählich die Füße wieder näher und näher kamen, die Beine kürzer und kürzer wur den, die Wände wieder den Raum schlössen und das Traumbild zerrann. Hans von Bülow sah man sehr bald .in eine? Art poetisch-musikalifcher Ver zückung gerathen. Von goldig keuchtendcn Äbendwolkcn, wie er es begei sterunzstrunken schilderte, fühlte er sich emporgehoben und durch die Lüfte ge tragen, und vernahm, während seine Augen und sein Antlitz in seliger Ver klärung leuchteten, wunderbare überirdische Harmonien, Sphärenklänge, die er nachzusingen vergebens versuchte. Leider.schien er die Vorsicht nicht beobachtet zu haben, sich während mehrerer Stunden vor dem Beginn der Sitzung aller Nahrung zu enthalten. So trat . bei ihm nur zu bald schon ein Prosa! scher Sturz aus seinen Himmel ein. Die hohe Intuition wurde, ich will nicht sagen, geschlossen und der Lei dende zu Bett gebracht. Franz Duncker sahen wir plokZZch von einer wilden Rauflust ergriffen, die aber durchaus keiner zorntgen Er regung entsprang. Während sein Ge sicht die herzlichste Heiterkeit ausdrückte und er sich vor Lachen schüttelte, hieb er mit den Fäusten auf seine Freunde in aller Fröhlichkeit ein, denen es nicht ganz leicyt wurde, ihm zu entgehen oder ihn abzuwehren. Am Merkwürdigsten und Lustigsten äußerte sich der Haschischrausch bei Ernst Tohm. Die Kraft seines Witzes schien verzehnfacht zu sein. Er sprühte von geistreichen, tollen Einfällen, die ihm unaufhaltsam von den Lippen perlten, wie Juwelen von denen der goldenen Jungfrau im Märchen. Wenn ein Stenograph zugegen gewesen wäre und sie niedergeschrieben hätte, in einer Stunde würde er genügendes Materia! gewonnen haben, eine ganze Nummer des Kladderadatsch" damit zu füllen. wie er noch nie geschrieben war. Auch bei ihm, klang, wie bei den Mei sten vom Haschischrausch ergriffen Ge wesenen, der Traumzuftand allmählich aus. ohne daß die Erinnerung an das in ihm Erlebte und Empfundene damit erloschen wäre. Irgend ein unange nehmer. o katzenjämmerlicher Zustand, wie nach dem Opiumrausch, blieb zu unserer Ueberraschung nicht zurück. Der Abend schloß mit einem Nachtessen und einer langen Sitzung Seim Wein in einer durch keine üblen Nachmirkun
gen getrübten, durch das eben, Erlebte aus das Angenehmste erregten Stim vung. Freund es rath. l. Stu oioius: 'Hör 'mal, was hier mein Alter schreibt: .. .. Mit einem Wort. Du mußt jest arbeiten! Nachdem Tu die beiden letzten Jahre nur gebummelt hast, wlrd es Tu ja schwer werden, nun aus einmal den Fleißigen zu spie Im. Doch, glaube wir. in einem Mo t nat bist Du wieder das Arbeiten ge wahrn! 2. Student: .Hm. in einem Monat also! Nun, dann wol len wir wenigsten? den einen Monat ' noch fest bummeln!Gut herausgerissen. ! Aus einem Pärterrefenster ' blickt ein Herr, ein Bettler bleibt davorstehen und ruft hinaus: Q, haben Sie Mit leid mit einem armen Blinden! : Herr: Ja, wenn Sie blind sind, woher ! wissen Sie denn, daß ich hier aus dem Fenster sehe? Bettler. O, ich ahne die Mhe guter Menschen! ? - EtN Geo a :a p 5. A. : Nun. wie hat'zIhnenMuf Ihrer letzten ' ',, , f . l. fT ifjl t. r rt r . n.T h wtei in ituijcjiuno gesauen? Aus . länder : Eigen ! Eigen ! .Dieses Deutsch , land kam mir mit seinen französischen Moden so spanisch vor, daß ich lauter böhmische Dörfer vor mir zu sehen glaubte! . ' :Wmß
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Der FamltteN'Turkeyi Vo Jva WLmiy-Buscy. Henry Pierce ist einer von den Tau senden, welche Beamtensteüen in den verschiedenen Departement der Bun deshauptstodt beileibe. Eein Einkorn wen ist zwar nur ein bescheidenes, doch kühlt er sich hochbeglückt in seiner 6tcl lung, die er schon seit einer Reih? von Jahren unverändert inne hat. ' Eigentliche Sorgen lernte er erst ken nen. nachdem er sich mit Annie Mayer, feiner ersten und einzigen Liebe, verhei. rathet und einen eigenen Haushalt ge gründet hatte. Es ging damit so zu: Das Häuschen, das er mit seiner Annie bewohnte, gehörte seinem Schwiegcroa ter. einem Geschäftsmann. Derselbe verlangte zwar nur eine sehr mäßige Miethe, aber die paar Dollars wurden dem unerfahrenen jungen Gatten doch zu Steine des Anstoßes und vcrwickel ten illn in allerlei Bedenken. Als guter Ehemann glaubte er für seine kleine grau sorgen und sparen zu müssen und daher that ihm das Geld leid, das er Herrn Mayer vierteljährlich für Hau reme bezahlen mußte. Wie wäre es. Baker," hob er oayer einmal bei einer solchen Gelegenheit an. .wenn Du mir das Häuschen aus Ab bezihluna verlaustest und die bereits bezahlte Miethe mit einrechnetest? Da käme' Annie aus sehr gute Art zu einem hübschen Grundeigentum und wir hätten doch etwas Reelles für unfer Geld." Du bist ja ein entsetzlich smarter Geschäftsmann." versetzte Annie's Vater ganz erstaunt, indessen wenn Tu mir m monatlichen Raten den Werth des Hauses regelmäßig abzubezahlen ver sprichst, so wlll rch am den Handel em gehen, jedoch nur unter der Bedingung, daß die Zahlungen pünktlich stattsinden und ich nicht auf mein Geld warten oder wohl qar darum mahnen muß. In letzterem Falle würde ich die ganze Sache rückgängig machen und Dir lel nen Cent von dem bis dahin eingezahlt ten Gelde wieder herausgeben." Was denkst Du von -mir. Vater. ein Beamter ist stets gewissenhaft in seinen Unternehmungen." entgegnete der junge Mann, und übrigens weißt Tu ja auch, wie pünktlich Annie ist." So wurde denn die Angelegenheit nach aller Form des Rechts eingeleitet. Die festgefetzte Abschlagsfumme von fünfzig Dollars Per Monat bet einem Gehalt von hundert war nun freilich selbst für cm so bcscycidencs Paar keine leichte Sache, aber sie wurde consc quent und ohne Murren durchgesetzt. iacy und nacy." ,o irouere .yenry seine Gattin, werden die dreitausend Dollars, welche der Vater für das nette Grundeigenthum verlangt, abbezahlt und dann haben wir unser eigenes Heim und können mit unserem unver kürzten Gehalt lustig darauf lo? leben." Annie lächelte dazü und schränkte ihren Haushalt nach Kräften ein. Als aber im zweiten Jahre ihrer Ehe ein Stammhalter zur Welt kam. um den sich plötzlich Alles zu drehen begann. bekam die Sache eine andere Wendung. Die Ausgaben mehrten sich fabelhaft, und je reizender ihr kleiner Sohn sich entwickelte, desto bitterer empfand Anme den Zwang ihrer Einschränkung. An sich selbst und ihre kleinen Wünsche und Bedürsnisse dachte sie schon gar nicht mehr, wenn nur dem Baby sein volles Recht geschah, und dazu gehörte so Manches, das zwar wie Luxus aussah, im Grunde aber nur die Ansprüche be friedigte, die heutzutage kleine Kinder mit auf die Welt zu bringen pflegen und die in einer schönen .Baby. Earriage", feinen Decken, gestickten Kleidchen und allerlei zierlichen Toilette artikel gipfeln. In ihrer beständigen Geldverleaen. heit wär die junge Mutter nicht immer mit ihrem Papa und ihrem Gatten ein verstanden, der kostspielige HauShandel nagte ihr am Herzen und sie hätte ihn gerne rückgängig gemacht. Wenn ihr Vater sich nur dazu verstehen wollte, von dem bereits erhaltenen Geldeden Betrog der Miethe abzuziehen und ihr den Rest herauszugeben, wie gern würde sie unter dieser Bedingung auf den Ae sitz des Grundstücks ganz verzichten. Sie würde dann in Zütunftjcden Dol lar der sich ersparenicß, für ihren kleinen Sohn in einer Bank deponiren, das wäre doch diel besser. Ueb'r diesen Gedanken brütete sie von früh bis Abends unM endlich beschloß sie, mit ihrem Vater darüber Rücksprache zu nehmen, ohne ,, ihrem Gatten vorhex Mittheilung gemacht zu haben. i So packte sie denn eines schönen Za ges im Spätherbst ihr Baby in sein neues, - Wägelchen und' machte sich mit ihm auf den Weg zu ihrem Vater. Derselbe gehörte zu denen, die. durch eigene Arbeitskraft und Umsicht zu ih rem Besitzthum gekommen sind. Als angehender Sechziger, kräftig an Kör per und Unternehmungsgeist, dachte er nicht daran, sich zur Ruhe zu setzen und forderte auch von Anderen, daß . sie. gleich ihm,; im Schweige ihres Angesicht? ihr Brod verdienen sollten.. Als Annie bei ihm anlangte, faß er mit seiner Eigarre, und einer. Tasse Kaffee am Fenster und. studirte die .Washington Post". Seine farbige 'Haushälterin, die 1 er sein altes Jnven tarium nannte, und die schon mit seiner seligen Frau auf getreuem Fuße gestanden hatte, empfing den Besuch vor der Hausthüre n und breitete ihre Arme so weit aus, daß es den Anschein hatte, als ob sie. wie die Riesentochter vom Berge, die kleine Frau mit Baby und Buggy in ihrem Bufentuch vorder' gen wollte. " , 1 : , 1 1 1 ,, "Come in, Miss Annie, come in", rief sie mit seligem Lächeln. Natürlich komme ich herein." ver sicherte Annie. , .aber Tu könntest Dich doch endlich einmal aran gewöhnen, mich MrS. Pierce zu nennen man muß sich ja schämen." , , yur pardon, Miß Annie,
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aber da ist nichts zu schämen, so ein schöne Baby hundert Andere wären froh, wenn sie'z hätten!" Damit schob sie das Kinderwägelchen in den HauSflur und raffte den Inhalt mit Kiffen und Decken heraus, um ihn in der Wohnstube aus ein großes,' altmodi sches Sofa zu placiren, wobeisie mit ihrer kreischenden Stimme rief: .Hier ist Miß Annie. Mr. Mayer. und der Governor ist auch' da und fett ist er wie ein Epringchicken." Mr. Mayer erhob sich und küßte seine Tochter und den kleinen StammHalter, lektcrcn mit besonderer Zärtlichkeit. Was willst Du, Annie, und warum bist Du da'i" fragte er in seiner kurzen, knappen Weise, m einer halben Stunde muß ich wieder in's Geschäst. Du kommst zu ungewöhnlicher Zeit, Du hast also ein besonderes An liegen, nur heraus damit." Ja, Vater, das habe ich auch," ver sicherte die junge Frau, indem sie sich einen Stuhl an's Fenster rückte, wo Mr. Mayer wieder Platz genommen hatte. Es ist etwas, das mir sehr am Herzen liegt, ich komme aus dem Grü
.beln, Denken und Sorgen gar nicht heraus, es ist ja Alles im Grunde ge nommen um meines Kindes und seiner Zukunft Willen." Geh' hinaus, Virginia," gebot Mr. Mayer seiner Haushälterin, koche fri schen Kaffee für unseren Gast und hole auch etwas dazu Eream-Eakes, die ißt Du ja gerne, nicht wahr, Annie? Sie versteht besser deutsch, als man meinen sollte, und sie braucht nicht alles zu ho ren, letzte er ymzu. als oic larmge Dienerin hinaus war. Nun sage mir vor allen Dingen, weiß Dein Mann etwas davon, daß und weshalb Du hier bei mir bist?" Nein. Vater, er hat keine, Idee," versicherte die junge Frau, ich bringe mein Anliegen direkt zu Dir, er wurde es vielleicht nicht einmal billigen, wenn " Gut, gut." unterbrach er sie, nun also zur Sache, was willst Du?" Annie wechselte die Farbe und strengte sich au, ruhig zu scheinen.. ..Du kannst Tir's doch denken, Vater," brachte sie zögernd hervor, es handelt sich um die fünfzig Dollars, die wir Dir monatlich auszahlen, es 'wird einem doch nachgerade gar zu schwer, ich weiß nicht mehr, wie ich Alles be streiten und den Haushalt aufrecht er halten foll. Das Baby hat. doch auch seine Bedürfnisse und und ich brauche ganz nothwendig einen neuen Mantel, aber damit darf ich Henry ja gar nicht kommen, er ist ohnedies so 'niederge drückt von Sorgen." Es steht ganz bei Euch, die Zahlun gen einzustellen." versicherte Mr. Mayer mit einem scharfen Seitenblick auf seine Tochter. Ja. Vater, aber unser Geld, das wir Dir bereits übergeben haben, soll das sür uns verloren sein?" Annie, Tu weißt, was von Anfang an ausgemacht war, ich habe Euch nicht zu dem Kauf genöthigt, in Gegentheil, ich wollte Euch Euer Leben erleichtern, daher setzte ich die Miethe so niedrig wie möglich. Es war ein Blitz derIeberrafchung für mich, als Dein Mann mit seinen Kaufgelüsten herausrückte, aber ich wollte Euch auch darin Euren Wil len thun. Wenn ich ein reicher Mann wäre, käme mir' ja nicht d'rauf rn. Euch das eingezahlte Geld zurückerstat ten, aber in meinen Verhältnissen ist das nicht möglich. Geschäft ist Geschast, Annie, und was einmal ausgemacht ist, muß gelten. Dein Mann' weiß das recht gut, er würde mir nie den Handel durchkreuzen, dazu wäre er zu ehren haft, daß muß man ihm lassen." Das ist wahr", stimmte Annie eifrig bei und ihr Blick glänzte vor stolzer Freude. Henry ist ein ausge zeichnete? Charakter, aber die Sorgen drücken ihn jetzt auch nieder und ich weiß, wie glücklich er sein würde, wenn die ganze Sache rückgängig gemacht werden könnte, es war ein unüberlegter Schritt von uns, Vater." Thut mir leid, mein Kind," ent gegnete Mr. Mayer,' indem er seinen Kaffee austrant und die Asche von sei ner Cigarre in die Untertasse strich, ich weiß auch, was Sorgen sind, habe manchmal drinnen gesteckt, daß mir grün und blau vor den Augen würd Deine selige Mutter könnte mir's bezeugen aber Zeit. Arbeit und Sparsamkeit bringen einen doch endlich aus einen grünen Zweig, wenn man ehrenhaft bleibt und sich nicht in Unternehmungen einläßt, welche Kräfte und Mittel übersteigen." W : : O Vater." rief Annie mit Thränen in den Augen, die gute, liebe Mutter würde Dich im Jenseits segnen, wenn Du uns aus dem Trubel herausziehen wolltest, in den wir uns durch unsere eigene Unersahrenheit ' gestürzt ! haben: Ich sehe ja ein. daß , es Thorheit ist. was wir gethan aber um so schwerer find die Folgen zu tragen." . . , , , Mr Mayer blickte sinnend vor sich nieder und sagte nichts weiter als Ja, iia";v;; : Sieh. Vater.7 fuhr Annie ermuthi. gend fort, wenn Du uns das einge zahlte Geld in kleinen Summen, wie Tir's gerade, paßt, zurückzahltest Du könntest Dir ja Aeit nehmen wir würden ', dann auch so pünktlich ' mit der Miethe fein, daß Du sie jedesmal mit tiertmidcf ' 1 Annie. schlage Dir das aus dem Sinn." fiel iyr Mr7 Mayer in's Wort. es ist kein Geschäft,, es ist. was ich Lappalie nennen ein Ding ohne Kops und Schw-.nz. ' Dein Mann weiß da recht gut er würde mir nie damit kom ,'menWDZMMPWIMMWW Damit erhob er sich und trat vor den 'Spiegel, um sein Haar zu glätten und sich zum Ausgehen zurecht zu machen. Annie solgte jeder seiner Bewegungen Mit sorgenvollem Blick. ..Ich hatte nicht gedacht, daß mein Vater so hartherzig sein könnte," mur melte sie. Was meinst Du, Annie?" fragte er j freundlich.
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Denke doch an die Mutter." rief ne ergriffen, .wenn ihr verklärter Cpist wüpe. wie Du ZNlch heute aMlkgzi - ach. Nater ich kann es kaum er tragen!" In dem Augenblick trat die alte HauZhälterir. mtt oem Kaffeegeschirr berem und begann den Tisch zurecht zu machen. Du brauchst Dich nicht zu bemüüen. Aunty," sagte Annie, sich gewaltsam fassend, mir ist's nicht darnach, ich gehe wieder heim mit meinem Baby." Du wirst doch nicht!" rief ibr Va ter. es thut mir leid, daß ich nicht bei Dir und dem Kleinen bleiben kann, aber ich habe eine Bestellung und muß mein Wort halten." Er nahm das Kind sorgsam vom Sofa auf. küßte es zärtlich und übergab es feiner Tochter. Du kausst das Haus sür ihn, Annie," sagte er lächelnd, laß den Kopf nicht hängen, es kommt endlich Alles noch ganz schön in Ordnung." ' Damit streichelte er ihre erhitzten Wangen, nickte ihr ein Lebewohl zu und ging hinaus. Annie blickte ihm seufzend nach und setzte sich mit ihrem Kinde auf seinen, alten Lehnstuhl an's Fenster. Er nickte ihr von der Straße aus noch einmal zu ünd ihre wehmüthigen Gesühle wollten sie ganz überwältigen. Es ist ja wahr, sagte sie sich, daß er weiß, waZ Sorge. Arbeit und Entbehrung zu bedeuten haben, aber um so mehr sollte man erwarten, daß er mir. seinem einzigen Kinde, beistehen müßte. Wenn die Mutter noch lebte, wäre Alles anders, das weiß ich. Eine Thräne tropfte auf das zarte, blonde Köpfchen ihres Kin des, aber sie wischte dieselbe schnell ab. Miß Annie. soll ich den Tisch an's Fenster rücken?" fragte die alte Birg! nia, indem sie ihn schon in Bewegung setzte, sehen Sie nur die schönen Creameakes, das heißt, ich konnte sie srüher noch viel besser backen, als unsere gute Lady noch lebte, Mr. Mayer gibt aber nichts d'rum." Ich gebe auch nichts d'rum, hier allein zu sitzen und Kaffee zu trinken," seufzte Annie, that aber dennoch Zucker und Sahne .in die Tasse, die ihr die Haushälterin gefüllt darauf reichte. Trinke mit, Äunty," sagte sie, da mit ich nicht so einsam sühle." Tas kann ich thun. Darling," stimmte die Alte bei und setzte sich mit ihrer Tasse und einem Cake auf den Stuhl zunächst der Thüre, denn den Respekt ließ sie nie außer Acht. Miß Annie. ich hätte eine Bittet hob sie nach einer kleinen Weile an. wir haben jetzt bald Thanksgiving Day und ich möchte vorher noch einmal zu meinem Bruder aus '6 Land, hinaus, er ist schwer erkrankt, wie er mir sagen ließ." Ja, was kann ich denn dabei thun?" versetzte Annie, Du mußt ,mei nen Vater fragen, ob er sich ohne Dich behelfen will." Das thut er, wenn's blos deshalb wäre aber es ist hauptsächlich wegen ver Kanarienvögel". ' Wegen was?" forschte Annie. O, ich habe sie ja in der Küche, so ein schönes Pärchen und was sie be trifft, sie hat drei Eier gelegt und bei nahe zwei Wochen darauf gesessen, aber dann war fie's müde und ließ sie halb gebrütet im Stich. Nun lege ich warme gebratene Aepfel darauf.' damit die j Dingerchen vollends heraus kommen sollen, denken Sie nur, Mi& Anme, drei kleine Kanarienbabies!" Well, Aunty, die Idee ist wunder oll; aber ich sehe nur nicht ein, wie Alles zusammenhängt." O, ich meine nur, wenn ich die Vögel zu Ihnen geben könnte, während ich zu meinem Bruder gehe, und Sie legten die gebratenen Aepfel auf die Eier, man muß blos gut aufpassen. . daß sie nicht zu warm sind und nicht zu sehr verkühlen, immer die Mittelstraße, Darling." Annie mußte lachen, so wenig heiter ihr auch sonst zu Muthe war. Wann willst Tu gehen?" kragte sie. Nächste Woche, an einem der letzten Tage." Nun. bis dahin ist die Vrütezeit vorbei, die Vogel will ich schon versor gen. aber mit den gebratenen Aepseln kann ich mich nicht besassen, wenn die Thlerchen bis dahin nicht ausgekrochen sind, kommendste überhaupt nicht zum Aorlchein, darauf kannst Tu Dich ver lassen." ; ;',':0; vas wäre zu schade," klagte die Alte, ich habe mein Lebtag nichts Neugeborenes besessen, das mir eigens zugehört hätte, und da freute ich mich so auf die Vögelchen well, vielleicht kriechen sie doch noch aus." Annie blickte sinnend in 'das alte braune Gesicht vor ibr. aaiu tiaen Eine Viertelstunde später befand sie sich wieder auf dem Heimwege.? ihr Söhnchen schlummerte friedlich , in sei nen Kissen, sorgfältig suchte sie die be sten Stellen der Straße auf, damit die Wagenräder glatt darüber hingleiten möchten. Da kam , ihr ein Leichenzug entgegen: über weißer! Pferden ; wogten die weißen Federbüschel, eines Kinder leichenmagens und hinter den Glas scheiden wurde ein kleiner weißer Sarg sichtbar, der mit Blumen ganz bedeckt war. Zwei geschlossene Wagen fuhren langsam hinterdrein. Annie dachte an dle;Mutter,!die wahrscheinlich ihr Kind auf seinem legten Gang begleitete,, und an den Manli der wohl neben ihr sitzen mochte und sie nicht,, zu , trösten ver mochte, da er selbst keinen Trost finden konnte. Wie reich war sie im Vergleich mit diesen armen Eltern, ' ihr Kind lebte und war gesund! Dort iah sie schon ihr kleines HauS vor sich, der wilde Wein, der sich um die Fenster rankte, verlor bereits seine rothen und gelben Herbstblätter und an den schwarzen Beeren labten sich mehrere , Sperlinasfamilien. die kreiI schend in der Luft flatterten, als unten A 'viJ-iiS'!.; i. M.fii il i -,(.::;, i U , , : , i Mi-,-' - :,.,
thümliche , Gefühle zogen plötzlich durch ih? Herz und mit großer 'Innigkeit preßte sie ihr kleines Kind an sich. '
aus der Strafe dle zunge Mutter rat: ihrem Kinderwägelchen heran kam uw die HauZthüre ausschloß. Es war wohl Zeit, daß sie daZ Mii tagsessen kochte, ihr Henry, pflegti zwischen vier und fünf Uhr heimzukeh. ren und sie freute sich immer so seht auf diese Zeit, nachdem sie ibn von früi halb neun Uhr an nicht gesehen. An dere Frauen hatten es freilich besser, su konnten sich Dienstmädchen für di Hausarbeit oder wohl gar eine Köchin halten, wahrend sie Alles allein besor gen mußte. Aber daran dachte sie jetzt nicht, keife fchob sie das Buggy mit dem schlummernden Kinde in "das kttim Speisezimmer neben der Küche, legte rasch Hut und Mantel ab. band eine große Schürze über ihr einfaches Wol lenkleid und ging an ihre Arbeit. Allerlei zog dabei durch ihren Sinn, in der Tiefe ihres Herzens zürnte sie ihrem Vater und nannte ihn hart und grausam, er hatte ihr doch zu weh ge than. fast zweifelte sie an seiner Liebe. Ihr Henry war nun der Einzige, der ihr alles ersetzen und ihr ganzes Glück ausmachen sollte er und das Kind. Mochte der Vater auf seinem Geldkasten sitzen bleiben und Summen rinhnm sen, die ihr Henry mühsam verdiente, sie würde nie wieder bittend vor ihn hintreten eher wollte sie sich die Hau! von den Händen abarbeiten ja, da? wollte sie. Während dieser Gedanken kochte sie das Lieblingsgericht ihres Mannes und es gerieth vortrefflich. Dann betrat sie das Speisezimmer, um den Tisch zu decken. Zuerst that sie einen Blick ln das Buggy. da lag ihr Stammhalter
mlt onenen Augen und ausgswiaellen ra: v: . . n : . v o..c 1 -ütiiuytu, uic tuiic4 111 uti 4ui itiuiu angelten, mit beiden Händchen hielt er einen seiner kleinen Strümpfe erfaßt und kostete wie er schmeckte. In dem Augenblick .ließen sich ihres Gatten wohlbekannte Schritte auf dem mit Oeltuch belegten Gang vernehmen und im nächsten Moment stand er vo? ihr. O Henry," rief sie freudig überrascht, wie froh bin ich, daß Du da bist, sieh nur den Kleinen, ist er Dir nicht zu Verwechseln ähnlich? Und fr gefcheidt. wie er ist!" Schrecklich gescheidt da? liegt in der Familie," stimmte der junge Vater bei, indem er seinen Sprößling in die Hohe hob und küßte. Bist ja auf Besuch gewesen," wandte er sich an seine kleine Frau, aber ohne etwas auszurichten, das hätte ich Dir erst sagen wollen, mußt Dich nicht in Ge schäftssachen mischen. Herzchen." Was sagst Du?" rief Annie, indem sie mit großen, erschreckten Augen an ihrem Gatten empor sah, hast Tv meinen Vater gesehen?" ' Gesehen - und gesprochen. In der Sache läßt sich nichts mehr ändern, lie des Kind, es ist ja auch gar nicht so schlimm, wir stoßen die Schuld mit der Zeit ab und dann sind wir frei. Mich wundert's nur. daß Du so selbstmächtig aufgetreten bist, ich hoffte immer Dein ganzes Vertrauen zu besitzen und nun " ' So kommst Du mir, wenn ich's so gut meine," klagte Annie ganz blaß vor Kummer, ich wollte uns von einer schweren Last erlösen uud Dich damit überrafchen und nun erhalte ich Vor würfe. Du bist' auch nicht besser wi der Vater, kein, Haar besser!" Das will ich auch nicht, es wärt mir eine große Ehre dem Vater ähnlich zu sein, ich kenne leinen Mann, den ich höher achtete. Komm', laß uns essen, Aennchen, ich bin hungrig, es Dufte wundervoll aus der Küche herein." Wenn es mit den Geldausgaben, so fortgeht, werden wir bald nichts mehr zu essen haben," grollte sie und trua ihre Gerichte auf. Henry bettete indeß das Baby wieder in seine Kissen und schob das Wägelchen hin Und her. - Einige Augenblicke später saß daS junge Paar bei seine? Mahlzeit und der Ehehimmel schien wieder klar zu sein, wenigstens war dies auf Henry's Seite vollständig der Fall, nur Annie konnte ihre Verstimmung nicht ganz unterdrücken, dem Stachel liegen den Vater war ein zweiter erwachsen, auch Henry, ihr Gatte, hatte sie empfindlich verletzt nun desaß'ihr Herz nur noch das Kind. Das muß man Dir lassen, Aenn chen, kochen kannst Du ausgezeichnet," bemerkte Henry. Du hast ein wahres Talent dazu, wie überhaupt zum Wirthschasten. Ich besitze an Dir einen werthvollen Schatz, mit so wenig Geld hältst Du doch Alles so gut !m Stand und machst mir unser Heim zum Para dies. Jetzt haben wir bald Dantsa gungstag, den wollen wir recht vergnügt in der Familie verbringen, der Vater kommt hoffentlich zu uns zu Tisch, ia freue mich sehr auf den Tag." ; . ,. Ach Henry, wir können keine Gaste, reien veranstalten" entgegnete Annie bald geschmeichelt ' von dem warmen Lob ihres Gatten, halb verdrießlich über ihre , Mißerfolge, der, Vater ist verwöhnt trotz seiner Sparsamkeit' für sich selbst hat er immer Alles vom Besten und die alte Schwarze bedient seinen Magen wie ein ' Hofkoch, 'das ' weiß' ,DU?1"'..W jii;:. . ; !' :i' :,;:Ji!i Henry lachte. Na, kommt Zeit, kommt Rath-, sagte er, Du 'bist heute ein wenig verstimmt, aber ich will Dir schon den harmonifchen Dreitlang wie. der beibringend, Haben wir ihn nicht in der Familie? Du. ich und der Kleine wenn wir nicht harmonisch wirken wöAten?Z'ß!HA In dem Augenblick beganndaS Baby zu schreien. Hörst Du wohl", sagte Henry, er hat mich verstanden." Annie brachte ihr kleines Kind in das auf der anderen Seite des Ganges gelegene Wohnzimmer, wo sie ibre Zeit am liebsten zu verbringen pflegte, be friedigte feine Bedürfnisse und trug es hin und her. Ihr Gatte räumte in dessen den Tisch ad er würde sogar das Geschirr gewaschen haben, wenn ihm das nicht ein für alle Mal von fei
kr Anme düngend verboten worden wäre und dann (am auch er in's Wohnzimmer un) nahm seine Flöte zur Hand, das enizige Instrument, das er zu bemeistern und womit, wie er sich schmeichelte, er alle sanften, versöhnen den und liebevollen Gesühle. in dem Herzen seiner Annie anzufachen ver. stand. Doch hatte er kaum einige Töne klar und rein hervorgebracht, als plötzlich mehrere freche Zungenstimmen auf der Straße zu quieken begannen, wo raus die Absicht, dem Spieler nachzu äffen, deutlich herauszuhören war. Zugleich prasselte ein Haael kleiner
Steine gegen die Fensterläden. Das sind wieder die McLayne's un gezogene Aubenl" rief Annie ganz auf' gebracht, wenn ich nur einen Polizi sten austreben könnte, aber man sieht ja nie einen in diese? Gegend." Da ist nichts zu thun." versetzte Henry, die drei Jungen sind sich selbst überlassen, der Vater ist ein Säufer, der immer von Zeit zu Zeit eingesteckt werden muß. die Mutter leistet ihm häufig Gesellschaft. Beide wurden heute früh nach der Polizeistation abgeholt, ich bin dem Triumphzuge selbst degeg nel. Kein Wunder, daß die Kinder von solchen Eltern nichts taugen." Das ist schrecklich. Henry." seufzte Annie ganz betrübt. Indessen war Mr. Mayer nach Georgetown, einer Art Vorstadt von Washington, hinausgefahren, um ci nige Geschäfte daselbst abzuwickeln und nach seinem Dantsagungs'Turkey zu sehen.. Mit Letzteren hatte er sich eine Freude auSgedacht. die ihresgleichen nicht auf Erden finden sollte. Aber nur nichts merken lassen lautete seine Parole. Ra. was macht mein Pensionär, der Familienturkey?" rief er der Far merssrau zu, die ihn bewillkommete, nächstens kommt er an die Reihe, der Tag rückt immer näher". Well. ' Mr. Mayer, extra gutes Futter hat er und jung ist ersuch, was wollen Sie mehr von einem Brat Vogel?" lautete die Antwort. Mr. Mayer ließ sich den Truthahn zeigen, der in derThat sehr wohlgenährt und stattlich . aussah. ES ist ' freilich eine andere Sache", sagte er voll Aner kennung, wenn man sich einen jungen Burschen auffüttern läßt, als wenn man einen abgelebten Großvater auf dem Markt kauft, aber der Geldbeutel ver spürt es auch, das habe ich ausgefunden". Das macht Sie nicht ärmer," ver fetzte die Farmersfrau, wenn ich nur halb so viel hätte, wie Sie, da wollte ich meinen Kopf schon hoch tragen." Tann empfahl sie ihm ihre Butter, Eier, Aepfel und Eranbernes und Mr. Mayer machte seine Bestellungen, so daß Befriedigung auf beiden 'Seiten herrschte, als er sich verabschiedete. Wenige Tage vordem Tanksagungstage Annie hatte ihre Gardinen eigen bändig gewaschen und war eben dabei, sie wieder aufzustecken erschien die alte Virginia in ihrem besten Sonntagsstaat, einen großen Strohhut mit rothen Blumen auf dem wolligen Haupte, ein in ein blaues Tuch geschlagenes Packet unter dem Arm, in der einen Hand einen Reginschirm und in der anderen einen Käsig mit zwei Kanarien vögeln. Miß Annie." schrie sie in den Hausflur, machen Sie auf, ich bin auf der Wanderschaft und ganz be packt." - Die junge Frau ließ sie herein und nahm ihr den Käfig ab. Ich weiß schon, Aunty." sagte sie eilig, die Vögel versorge ich während Du fort bist, komme nur zu rechten Zeit wieder, damit mein Vater nicht vergebens warten muß." . CeriainlV, certainlj," versicherte Alt Alte. 'Was ich jagen wollte, Miß Annie, mit den kleinen Vögeln war nichts, ich habe mich wieder einmal um sonst gesreut, die Eier waren angeklebt und zerbrochen. Well, es ist mir schon 'Manches zerbrochen und grämen hilft nichts. Wo ist denn der Governor ah, da liegt er mit seinen rothen Backen, fo rund wie Tomatoes! Ich muß ihm doch Good bye küssen " damit neigte sie ihr braunes Gesicht über den Kleinen und legte sanft ihre wulstigen Lippen auf einS.felncr. Wänglein: nachdem sie auch der jungen Mutter Lebewohl ge jagt, trabte sie ab. ' Der Danklagungstag kam mit feiner aeitereN Feftstimmung heran. Sin nende Gemüther, die sich fragen : Für was habe ich eigentlich dankbar zu fein? und die sich selbst die Antwort geben : Für das und das und noch viel meh? die fchnen sich darnach, von Anderen, die wenige? glücklich sind als sie selbst, etwas Dank einzuheimsen und so öffnen sie ihre Hände und Geldbeutet und bereiten, den Armen und Niedergedrückten einen frohen, an leib lichen Genüssen reichen Tag und indem Bewußtsein, sich von den Aermflen einen Dank verdient zu haben, sind sie dem Geber oller Gaben um so dank barer für das was er, ihnen verliehen. Und Solche, die bereits am Grabe ihres LebensglückcS gestanden haben und nichts mehr vor sich sehen als die.'lrcre Fläche der Entsagung, die führen still und ergeben ihre Erinnerungen vor daS Auge ihrer Seele und rufen ihrem zitternden Herzen zu : Du hast einmal fo viel besessen und bist so glücklich ge wesen. solltest nicht auch Du dankbar sein für die Strahlen der Liebe, die Dich'einst-rwärmt,?- ' Annie hatte ihr Danksagungsmahl soeben fertig und ein höchst appetitlicher Duft erfüllte daS kleine Haus, als plötzlich ein Bote erschien, der einen Gruß von Mr. Mayer brachte und hin zufügte, derselbe sei nicht im Stande, auszugehen, er erwarte Annii Heltry und den Kleinen bei sich, sie möchten einen guten Appetit. fir;n;r;dil:e:!, und die Flöte mitbringn und l jrrn Uhr an Ort und Stelle snnVlle 23ii5 hat der :t:r nun witt:r! rief die junge Freu cu:, cl; t;r c': fort war. .meinTrut:n ilt crlrctcn.
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das ganze Dinne? bereit und nur macht er mir einen Etriö durch bri Rechnung, es ist kaum zum Aushalten! Gieb Dich zufrieden verschtt Henry, der an's Fenster getreten war und auf die Straße blickte. Weißt Du was?" rief er plötzlich, wie erfreut über einen guten Einfall, bort rennen wieder die abgelumpten McLaynes. die haben heute sicherlich nichts Ordent liches zu essen, da ihre Herren Eltcw hinter Schloß und Riegel sien. wie wäre es wenn Du sie einmal tüchtig abfüttertest, da unser Essen gerade hu tig ist?" Annie blickte ihren Gatten einen Mo ment mit großen Augen an. dann lief sie auf ihn zu. legte' ihre beiden Arme um seinen Hals und sagte nichts weiter als: Du bist doch ein guter liebe? Mann!" Die drei Buben wurden hereingeru sen und erhielten eine große Schüssel voll Braten und Zubehör. Ganz be. täubt vor Ueberraschung über die völlig unerwartete Großmut!,, wußten sie nicht, was sie sagen sollten, aber hoch beglückt fühlten sie sich dennoch. Als die kleine Familie pünktlich gegen zwei Uhr in Mr. Mayers Haus einrückte, war der Tisch gedeckt und ganz wunderschön mit allen möglichen guten Dingen beladen, die alte Virginia, die zu rechter Zeit heimgekehrt war, hatte wahre Meisterwerke ihrer Kochkunst ge liefert. Sage mir nur, Vater, bist Du nicht gut zu Fuß. daß Du uns bicrher bc stellt hast, anstatt zu uns zu kommen?" fragte Annie besorgt. Mir fehlt gar nichts." lautete die Antwort. Ihr sollt nur meinen extra gefütterten FamilikN'Tnrkey essen hel fen. gebraten hat ihn mein Jnventa. rium. aber die Fülle eingcthan habe ich vorhin selbst, sie wird Euch schon schmecken" Erst vorhin?" fiel Annie ein. das ist doch viel zu spät, die muß doch mitbraten!" .Ist nicht zu spät, nehmt nur Platz." Als alle Vier um den Tisch herum saßen, und das Baby um das Sopha placirt worden war, trug Virginia den Braten auf. Derselbe mußte in der That jeden Sachkundigen in bemun derndes Erstaunen setzen. Laßt's nur gut sein," wehrte Mr. Mayer alle Lobsprüche ab, sein Acuße res ist gar nichts im Vergleich mit sei' nem Innern." Damit griff er nach dem Trcmchirmeuer und begann das Wundelthicr zu zerlegen. ..Annic, Du hast immer Gestopftes geliebt", scherzte er. tl ist daher am Besten, daß ich Dir gleich alles gebe was d'rin ist. hier kommt's. Damit zog er eine Rolle aus dem. Türkei heraus, die wie ein Postpacket mit (Älanztuch überzogen war. und legte sie ml den Teller seiner Tochter. Letztere wußte für den Augenblick nicht, waS fie davon denken lallte, plötzlich aber, als sie den Blick ihres Vaters freudestrah lend auf sich gerichtet sah. kam ihr die Ahnung von einem großen Glücke, wclchcs'in dieser Rolle enthalten fein müsse! Eiligst suchte sie die Nähte zu tren Atn, und nach kurzer Mühe kam denn auch ein Schriftstück zum Vorschein, in welchem sie einen auf ihren Namen aus gestellten Besitztitcl erkannte, der ihr Haus betraf. Dasselbe, dchen Werth von dem , Paare kaum 'zum dritten Theil abbezahlt worden war. sollte der jungen Frau als ihr Eigenthum von fetzt an zugehörcn. Alle Sorgen, alle Schulden wccn mit einem Mal von ihr genommen, und sie besaß ihr eigencs Heim. 0 Vater! o Henry! o mein kleiner Sohn!" rief Annie außer sich vor Freude, und Thränen stürzten aus ihren Augen. Na", fragte Mr. Mayer, indem er die Umarmungen und Küsse seines Kindes schmunzelnd hinnahm. ..glaubst .Du, Annie, daß das der seligen Mutter recht sein würde?" w , ? Aphorismen über Frauen. i Woa Otto Skeuma 'HAfer.
Eine Frau ist nicht eher sicher, ein Herz zu besitzen, als bis .sic'e-irrlorcn hat. " r ' ''.k ' ' : Man trägt einer Frau die Freund' schaft an, w:c einem Tischgast dm Kassee nach der Mahlzeit.. , '. Man behauptet, rnan dürfe an oas Privatleben der Frauen und össent lichen Männer nicht rühren. Je. dür fen sie denn eins haben? Wo findet man ciucn Frauen kovf. der ein Geheimniß birgt und eZ nicht verräth? Auf den englischen Postmarken. " ' Es giebt zwei Klassen von gcsühl lozcn grauen: lolche, die Niemand ge tj liebt haben, und solche, die Alle geliebt haben. ' - Den meisten Frauen ist es amüsanter, um die verbotene Frucht herum züstreichen, als hineinzubeißen. ' , ' Man verwünscht die Unbeständig, kcit der Frauen, wenn man ihr Opfer j ist; man findet sie entzückend, wenn man ihre Ursache ist. 1 Liebende Herzen sind wie reiche Sparbüchsen: man kennt ihren wahren Werth erst, wenn sie zerbrechen. ' Zu je nidrigerem Preise die Liebe abgegeben wird, desto theurer kommt sie ;u stehen. i ip f.; ,, i! ii-ii D i k e m m a. Reisender (schä oig aussehend): Jetzt hat mi? mein Echlasgenosse. wo er nun fort ist. auf meine Bitte hin, feinen Namen in mein Notizbuch geschrieben. Bischof Schneider! Wer kennt sich da riiuS? War'S jetzt cm Bischof. Namen ßchneider., vyer war'S ein Schmider. t:r Bischof crteiErn hat?" 'Äjtf..''C2n5cScii: Die Gul riZr' so reizend, wenn man nir. d'rin lernen müht' und die Lshrer d'rs'5 fers wären. '
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