Indiana Tribüne, Volume 16, Number 69, Indianapolis, Marion County, 27 November 1892 — Page 7

JjJ.- A . V" timMÜi - - - .r.yTivjJFiMjfcv C? cr:si3srctlifct Q?audsl !Iroceö. Prag, 25. OctoSer. TZs Herbstsaison der östcrrcichischen Schwurgerichte hat zwei sensationelle Monstrerocesie gebracht, die von der Oeffentlichleit mit fieberhastcr Span nung verfolgt wurden. In Wien saß die -Jury über die ZoLdesraudanten anZ der Bukowina zu Gerichte, in Prag Eeo durch ibre ks. Dauer zu den w-1 ordentlichsten Erschnnunzcu Der Eiraf. .Oi.Sh-i-m.Ji rtrtrow Mif .; r j U U l, 141 jlV. V II ll- l,UJ.'iU., "lUl VI. yrpifiifTtTtii jti in(m 95irrtsfirfu rt.sf?s 1 Berechtigung zu einem Vergleiche aölei ten, wiewohl eS seh? verlo.tcnd wäre. einen Elchen durchzusühren rr 3 'CUV Ei d teren e, über P See gegen die uiwmnZHmugg Bukowina. JI4La4-y4Vli V VVenn Beamtencorruvtion du liebe? Himmel! das ist schließ lich bci uns und überall anderwärts schon dagewesen. Anders im PragerProceffe. Hier leuchtet das grelle Licht des öffentlichen und mündlichen Strafverfahrens mit bkendense? Helle hinein in eine gesellschastliche Sphäre, die sonst von der undurchdringlichen Wolke exttusivster Unzugänglich leit und sublimfter Abge schlosienl-eit verhüllt ist, und es wurden sociale Zustände, sittliche Anschauungen und Familienverhültnisse entschleiert, die für uns Bürgerliche, denen sonst der Einblick in das aristokratische Sanctissimum vnwchrt ist, höchst lehr reich sind.... Doch wir wollen zur TarsteLnng der Sache selbst übergehen. Im November 1800 stirbt in Wien Graf Georges Wilhelm Waldftein, ein Nachkomme des großen Wallenstein, eines der reichsten Mitglieder des böhmischen HochadelS. Er ist seiner jugendlichen Gemahlin PaZqualine, der Tochter deS Fürsten Richard und der Fürstin Pauline Met ternich, des bekannten AsgottS d?r Wiener", bals ms Grab gefolgt. Sein Vermögen, soweit es durch das Band dcS FweikommifseS festgelegt ist, kommt nicht weiter in Betracht. Aber das frei vererbliche. daS ALodial vermögen, worüber der Graf das Kecht seldstsiündiger Verfügung besaß? Kinder hat der nur sünf'Jahre verhurathet gewesene Graf nicht hinterlassen also hat er wohl die noch lebcnse Mutter und die Schwester damit bedacht? Nein. Zwischen dem Grafen und diefen nächsten Verwandten hatte seit Jahren tödtliche Feindschaft geherrscht, zumeist hervorgerufen durch eine Reihe von Vermögensproceffen zwischen Mut ter und Sohn. Tcr vollen Intensität dieses Hasses wurde man erst inne, als das Testament des Grafen geöffnet wurde. Um der Mntter und der Schwester keinen HeÜer zukommen zu 'lassen, hatte Graf WalJstein über das ganze frei vercrbliche Vermögen in an. derer Weise verfügt. Er hatte u. A. seine beiden obersten Beamten, den Domänen Directo? Jo Haun Weinelt und den Domänenver alter Gustav Kleidorfcr mit Wer nrächwiffen und schon früher mit Schenkungen in der Höhe von fast einer XMilhpn Sniisltüm s?5i!ft4n fPhiSt flsrtr ...v i-ivti v V VV.V.. UUf ,zabl!ofen anderen Beamten waren Le gate in betrachtlicher Höhe je 10 bis 20,000 fl. zugefallen. Die beiden genannten Oberbeamten nun, die bei "dem Grasen eine besondere Vertrauens siellung genosien und auf ihn Zweifels ohne großen Einfluß geübt hatten, sie beide griff der StaatZanwalt aus der Schaar der lachenden Erden heraus und erhob wider sie die.Anklage, daß sie in dem schwachsinnigen und der Trunken heit ergebenen Grafen den Haß gegen die Verwandten rege erhalten und ge schürt, sowie daß sie durch hinterlistige Vorspiegelungen ihn zu den eiorbitan ten Zuwendungen bestimmt hätten. Wodurch, wieso, wann, bei welchem Anlasse jme Aufreizung und Bccinsiussung erfolgt fei. darüber schwieg sich der StaatZanwalt in der Anklageschrift gründlich aus ; .er beschränkte sich auf ue allgemeine Andeutung des Vcr dachtes, auf den er die Anlage grün dete. Hier war es denn auch, wo die Vertheidiger immer wieder den Hebel nsePen, um die Anklage aus den An geln zu heben und die Geschworenen Waren ihrer Meinung. Sie haben be kanntlich die Angeklagten einhellig freigesprochen. Toch wollen das Juristische des Falles, so vieles auch sich darüber sagen ließe, beiseite lassen und uns dem eigen rtigen Sittenbilde zuwenden, welches durch das Bewcisverfahrca entrollt wurde. Zu?ei Fragen standen vornehmlich zur Erörterung : War wirklich Graf Georg Waldstcm ein Säufer und ein Tölpel, mit dem die beiden Beamten ithun konnten, was sie wollten ? Und dann: Bedurfte es erst einer künstli chen Erregung des. Haffes gegen seine Mutter und seine Schwester, oder waxtn nicht vielmehr ohnehin ausreichende Gründe zu einer Feindseligkeit vorhanden, aus der die Uebergehung der Ber? wandten in Testamente sich natürlich ?und ohne Annahme einer künstlichen Aufstachelung erklären läßt? Ein kolossales Beweismaterial wurde vorgeführt, das über den Geisteszustand des Grafen Aufklärung bringen sollte. Es wurden eine Unmasse von Zeugen aufgeboten, ' Zeugen aus , den Kreisen des höchsten und hohen Adels es er. schienen ein Fürst, drei Prinzen, vier Grasen, zwei Gräfinnen, ein Baron, eine Baronin und drei Ritter, währen) zahlreiche andere Aristokraten sich auf schriftliche Ablegung des Zeugnisses zu beschränken verstanden haben wei 4i mi inm Ofrm MT HfX 'vokäten. Hausbeamten und Bedienste niiv umiit uuitv wtt 4utAiir.:,au

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sen Jeugm aussagen. Es war das Lcrwirrcndste Labyrinth a.egensüS!iön Urtheile, in welchem sich die armen Gc fchWorenen zurechtsindsn sollten. Eines aber wurde bald klar: ha noch niemals vor den Schranken des Schwurgerichts em so uoerauZ p?mlich!Z. das Anden geführt wurde, wie in diesem Processe, und mebr als einmal mochte sich der 7vws. ä mS ?A a!raltn5!'1 i-a"!' Su!. a4" tintt trflrr nii Unthttstttn Die Anklage hatte den Grasen als einen Sauser und als einen Menschen ? von geringer geistige? Begabung hin ' , , f stützen. Hur w pikantesten der Aus. saaen: Prinz Emil Fürstenberg gesteht, daß er den Grasen einen geistig vertrottelten Schnapssauftr" genannt habe, und erzählt, der Graf sei Zu einem Tinev bei einem Erzherzog in anormalem Zu stände gekommen und hm und her getrottelt? Auch habe man ihm den Alkohol aus dem Mundeherausgerochen. Ungefähr eben so äußert sich Fürst Heinrich Starhembcrg, dem aber hierbei der Unfall widerfährt, vom Angeklagten Meidorser inicrpellirt zu wer den, 'warum denn Se. Durchlaucht, als sie wegen Verschwendung unter lkuratel stand, den angeblich unzurech nunasfühigen Grafen für einen Betrag von 50,0U0 Gulden zu DurchlauchtS Gunsten gut stehen ließ? ?coch manche andere Zeugen kommen der Anklage oder sagen wir den gräflichen Verwandten zu Hilfe, denn fast könnte man das Ganze einen in der Form des Strafverfahrens geführten Eioilproccß um das Waldstein'sche Erbe nennen. Eine alte Beschließerin weiß zu erzählen, der Graf habe Cognac aus großen Wafi gläsern gctrumeu, yade sich in früheren Jahren den Jur ge macht, einen Bullenbeißer aus sie zu hcj)cn und habe sich krank gelacht, als er einen Vicrerzug einen Abhang so hinnnterhetzte, daß die Pferde unten zusammenbrachen. Der Rentamts secretar Pelikan berichtet, nichts habe dem Grafen größere Freude bereitet, als wenn er der Kammerfrau, welche die Gräsin fristete, mit brennender Eigarctte die Hand verletzen konnte. Daß der Graf ein roher Gefelle war, dessen moralische Grundlage unter enor m.'m Altoholgenuß gelitten hatte, ging auch aus den'Darstellungm des Malers Strabyl hervor, der die heitersten Ge schichten von der bärenhaft ungeschlacht ten Zuneigung dcS Grasen zu ihm vorbrachte. lne Geftalt, würdig der Vcoer des bittersten Satirikers, izt der Forstmei. sier Fritsch, der, solange er noch in gräflichen Diensten gestanden, in seinem Äotizbuche jedes Glas Cognac, daß der Graf geleert, mit der GewisZcnhastigZeit des verrathcrischen Bedienten ausgezeichnet hatte, weil er ahnte, daß ein Proceß kommen werde." Und den französischen Dramaturgen empfehlen wir die Thatsache zur Beachtung, daß Graf Waldstein, wie man aus dem Munds eines anderen Hausgenossen erfuhr, eine lästig gewordene Maitresse dadurch aus dem Schloß entfernt hatte, daß er in ihr Fenster schoß Gcavircnd na n vor allem die Aus sagen der Aerzte: Les Prosessor Kisch, der die Symptome des chronischen Alco holiZmus entdeckt hatte (derGraf stand auf niedriger Stufe, fein ganzes Wesen war lappisch"); des Dr. Freund (.der Graf rauchte täglich 80 bis 100 Cigaretlcn") ; des Professors Kahle? (langjähriger excessivcr Alco Holgenuß und geistige Verkommenheit"; .der Graf schimpfte in der unsiäthig sten Weise auf feine Mutter und seine Schwiegermutter, auf hohe staat liche und kirchliche Würdenträger"); des Irrenarztes Svetlin (.für die Er cignisjc des Tages hatte der Graf gar keinen Sinn, selbst das Ableben des Kronprinzen interessirie ihn nicht; auf sein EavalicrSwort konnte man wegen seiner Vergeßlichkeit nich:s geden") und naturlich fehlte eZ zu guter lckt nicht an der Eonstatirung intcref fanter Krankheiten, die in das ganz bauliche Bild hineinpassen. 'Die sachverständigen Psychiater nahmen den Schwachsinn des Grafen als erwie scn an. Ader diesen Aussagen steht eine zum mindesten ebenso große Zahl von min destcns ebenso glaubwürdigen Zeugen gegenüber, welche die geistige Versas. jung des Grasen als ganz normal be zeichnen : Fürst Alain Sfitjau, Graf Chotek. der Adjutant des Erzherzogs Albrecht. Graf Ociavian KinSty, der greise General Graf Josef Waldstein Wartenberg, der 80iährige Oberlan desgerichtsrath von Horomir, der 78 jährige Baron Madota und dessen Ge mahlin, die sehr unparteiisch erscheint, zumal da sie zwischen dem Grafen und dessen Verwandten in sympathischer Weise die Vermittlerrolle übernahm ; weiter der Nathaniel NothschMsche Ecntraldirektor Schuster, dann der ge wesene Generalsekretär des ockey-Elüb, Rittmeister LeideZdorf, der harmlos bcmerkt : Der Graf war nur excentrisch, aber daS ist bciAristokraken nichts Seitenes der eine hat da einen Schnß, der andere dort und . noch viele andere Zeugen die namentlich von der Trunk sucht des Grafen nichts wissen wollten, so mehrere Aerzte und Advokaten, welche erzählen, daß der Graf ihren genauesten Darlegungen mit vollkommenem Verständniß gefolgt fei. Kardinal Graf Schönborn hat den Verstorbenen nie für geistesschwach gehalten. und AebnVtliteSt rfsrfrf Xtitrft Mtts W)eHrtif(

ken eines Todten fo wenig schonendes HElll3e Gerinnung w vyraiai zu ou . in am , einer jujuniegr, wenn er und auch für die behelligten Lebenden ra' wa? eine blanke Unmöglichkeit, im Jockeyclub oder im adeligen Casino sa unettuliSesBeweisserkaKrmdttr. Die zwölf Volksrichter folgten einfach sein Geld an einen aristokratischen

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l ' ü"1!4 , m r . ,deraus die Frage des Vorstkendeffz "

Hat der Graf die Achtung seiner Z j nassen gehabt?" die bezeichnende Ant ! wort gibt: DaZ jedenfalls; sein Stall ; war fchr ordentlich, auch sein HauS Sich auf Grunö dieser Aussagen, von denen jeweils die eine die andere j aushob. ein klares Urtheil über die

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den gesunden Eingebungen von Herz ! und Sinn, indem sie ihr Unschuldig" ansprachen, womu ste das langst fest i stehende Urtheil der össentuche Mei nung ratlz'.clrten. Sachnch haben sie sich hierbei jener Ansicht angefchlosscn, die am klarsten und vernünftigsten der HandelsministerMarquis v. Bäequehem in seiner Zeugenaussage ausgesprochen hatte: Dre letztwilligen Verfügungen des Grafen haben mich gar nicht über rascht. da ich wußte, daß fein Verhält niß zur Mutter ein sehr schlechtes, er hingegen mit seinen Beamten sehr zufrieden war." Das sociale Interesse des MonstreProcesses beruht vorzüglich auf jenen Enthüllungen, welche das Verhältniß zwischen dein Grasen und dessen nachsten Verwandten beleuchteten. Ein zerrissenes Familienleben voll Haß und Feindseligkeit, und die Ursache ,Geld, nichts als Geld. Der Graf beschwert sich, seine Mutter und feine Schwester hätten ihn ausgebeutet, die Mutter habe 13.000 Gulden jährlich an Erziehungs. kosten verrechnet und es fei ihm eine Erziehung zu Theil geworden, deren unglaubliche Mangclhaftigkeit wie ein beänstigender Fluch auf feinem ganzen Leben lastete. Endlo e Civilprcesse, ein Feilschen und Hadern um Apanagen und Bergwerke und das Familiensil. ber Der Gräfin-Mutter wurde im Pruee von den Vertheld.gern hart zu-.V'rf-W,'11 sie noch sur ihren Sohn die Verwaltung führte, c:n ,hm gehönges Bergwerk ' tf rn - w -r dreimal o oiutg verlaust yavcn, als lbr ergenes. Aus derselben Zeit ihrer Administration hielten ihr die Verthei diger einen Tadel des Prager Oberge richte vor, weil sie Güter, die zum Fideikommisse gehörten, für sich ver wendet hatte. Und noch ein anmuthendes Detail : Der alte Graf Waldftein. Genas Vater, hatte der Gräsin-Mutter einst mit sr fZStinr aU3 7st fs( fi&ii1rt

U1I13 W113UH13 V'UlUm w.... zugewendet. An demselben Tage hatte Aber Sie, mein Herr, machen ganz den er einem Dr. Z. eine Pension zuge Eindruck, als ob Sie fchindsüchtig roäsichert. ' Obwohl also beide Rechtsge. , schäfte an einem und demselben Tage ä f2ct Ihnen n! Gesunder vollzogen worden, hatte die Gräsin den : l?n man tchcn gar mcht ,em als verblüffenden Muth, den Liberalitäts- b"l- Ncemerau ist ganz entzückt, wenn a!t zu Gunsten des Dr. Z. uZ dem $ ö -cMchc Kftc, und den Sxe.,en ' 11 1 "l. I

Grunde der UnzurechnungSsähigkeit i des alten Grasen aznuttozten ! :e Gräsin gedeih außer sich, als die Vcr thcidigcr ihr dieses nette J llustrationSMaterial", vorhielten, und sie konnte dem Präsidenten danken, als er sie schließlich den Klauen der Wütherich: entriß. Der Haufe von Briefen, die kunter bunt durcheinander zur Verlesung gelangten, machte einen seltsamen Ein druck. Mittheilungen über Ereignisse in den höchsten Sphären der Gesell fchaft wechselten unvermittelt mit den rohen Ausbrüchen eines infernalischen HasseS. Jei;t hörte man einen Brief verlesen, worin Graf Georg feiner Mutter mittheilt, daß Pascaline nach Karlsbad gehen werde, um sich bei der Kaiserin Eugen für das HochzcitZge schenk zu bcöankcn; gleich daraus ein Schreiben an Weinelsaus späterer Zeit, worin der Graf seine Mutter ein L. . .r schimpft Jetzt eine ofsicielle Mittheilung des OberhssmcistcrS Grafen TrauttmannS dorff an den Grasen Georg, worin diesem die Mittheilung gemacht wird, daß ihm und der Gräsin Pascaline. sowie deren ehelicher DeSccdenz das Recht des HofgutZrittcs gewährt worden;' dann wieder ein paar Zeilen des Grasen Waldftein, worin er über seine Mutter schreibt: Bedenke, was die Alte mir angethan hat.- Das übersteigt doch die größte Gemeinheit, .... .Es wäre doch zu dumm, diesem Haifisch das Geld in den Rachen zu werfen. Der Graf bezeichnet seine Mutter und die Schwester bestenfalls mit dem 2?orte: die Gegenseite", aber viel häufiger finden sich die Ausdrücke Bagage", Bande oder die schreckliche Person", und da? schönste Denkmal kindlicher Ehrfurcht ist seine Bemerkung in einem Briefe: Ich glaube, daß der Alten doch von irgend einer Seite beigebracht wurde, daß sie sich in unsere Familie cinge drängt hat, und auf eine höchst verachtungsvolle Art" Man begreift, daß derFreifpruch über aJ als selbstverständlich und mit größter Befrledigung aufgenommen wurde. Der Vertheidiger. Dr. Herold, der Bomben und Kartatschen redete, hatte Jedem aus d:r Seele gesprochen, als er jene mütterliche Liebe brandmarkte, welche um des schnöden Mammons willen den Leichnam ihres Sohnes vor den Gerichtshof schleppt und it:n entehrt. Man hatte auch mit Mißfallen bemerkt, wie sehr die Stellung der Angeklagten von vornherein erschwert wor den war. Sie, die Deutschen, waren den czechlfchen Geschworenen Prags überantwortet und cS waren zahlreiche Versuche gemacht worden, deren natio nalen Chauvinismus gegen die Angeklagten zu entfachen. Darum auch degrüßte man das Äc,dikt als ein Zeugmß ' " jener Solidarität a!?aemcincr Menschlichkeit, vor welcher selbst das blinde Wüthen nationalen Hasses wei chen muß. Niemand wird behaupten, daß das Sittenbild aus den Kreisen .unzerts Hochadels, wie es sich in demPrager Scnsationsproccsse 'aufgerollt hat, ein sonderlich anmuthcnvcs j ei. Es ist nicht die Absicht dieser Zeilen, an die so vielfach, peinlichen Enth Nungen des Proccsses verallgemeinernde Betrachtungen it,; : knüpf cn ' ttBir; bürfctt oBcr; oine zede,.Schädm Plvceß sehr gesund" war. Die , bür gentchen reize Österreichs stehen noch

fast ' aämlich unter der Vorstellung. &sf!VUi ' " ' - " '.

t Spieler verlieren darf, und während der letzten Wiener Ausstellung dxäng ten sich bic Kleinbürger gastend vor dem französischen Restaurant herum und bewunderten den Ehic, den Graf beim Vertilgen des Spargels und Prin zessin V beim Leeren, des Champagner telchcS entfaltete. In unserem Volke steckt noch blut wenig selbstbewußter Bürgersinn. 'Da haben denn Ereignisse, wie diese? Proceß, einen sittlich erziehlichen Werth. Vielleicht wird sich mancher Bürgerliche nunmehr etwas weniger Null fühlen. Er braucht zwar nicht mit jenen Huronen auszurufen: Wir Wilc sind doch bessere Menschen", aber vielleicht erhebt sich sein Mannezstolz bis zur Ueberzeugung, daß er just nicht viel schlechter ist, als Jene. Qcv SkSe uttb der Dünne. Won dtf Hat?,k. Weide schienen ein Reiseziel zu haden, denn als der Dicke im Goldenen Hirschcn" abstieg, suhr auch schon ein Wagen vor, auS t?em der Dünne entstieg. Im Speisesaale faßen sie an einem fw nww V n B'ermann Ate der Drcke 5,f M5Bewarn. '.'B gesund zu sein? r Dünne 'fort, uni der Dicke, dem Tische und r?aren bald über die Förmlichdiese Frage galt, beeilte sich, zusagen: $j ich erfreue mich der besten Gesundbeit'" 7VI i JWf winitl nis, ijtsyiin y'f ' meinte der Dünne, ich gebe nicht mcl auf das Aussehen. Siez. B. sehen vortrefflich aus. und doch liegt bei Jnen die Gefahr nahe, daß Sie eines schonen ; Tages der Schlag rührt. Sie haben ! nämlich fo 'nen dicken Hals sind ganz roth im Gesichte " Bah!" sagte der Dicke, nicht im Ge(a .m!?.. nX " cingsien fraxvirt. Was liegt daran rnjniT riir tf'Tn ifnS riti t e n frfirnprftf v,?W"7n . Also besttzkn Sie eine Frau vielleicht Kinder auch?" frug der Dicke. JarosKl. dm wcadchen, sagte der ... .- ii Dünne. Und Ich bin erst feit drei Jahren verheirathet und besihe ein kleines Söhnchcn", antroortcte der Dicke. Hm.hrn",n:einte der Dünne, schade, n sollken Sie doch etwas zu Ihrer Cicherhcit thun. Wenn man allein steht, nun, da Hat'S nicht viel auf sich; ein Familienvater aber, der hat für die FaMie u sorgen." Es freut mich von Ihnen, diese Ansicht zu hören"fzgte der Dicke. Sie urtheilen ganz richtig. Himmel, enn Einer drei Kinder hat, und etwa stirbt, die Familie hilflos zurückläßt, daö ist ja geradezu entsetzlich ! Allerdings läßt sich ein Todesfall nicht vorhersehen, allein es gibt eine Verccknung, eine sichere nntrügerische Berechnung, und die ist: das schlechte Aussehen des Menschen. Sie, mein Herr, haben allen Grund, auzunehmcn, daß Ihnen nur noch ein sehr kurzes Leben befchieden ist. Ihre Gesichts larde. JY geschwollene Nase, Ihre schadhaftx'n Zähne, Ihre bleichen blutlosen Lippen, Ihr schlotternder Gang das Alles, mein Herr, deutet darauf hin, daß Ihre Tage gezahlt sind!" Ein Anderer hatte den Unglückspropbeten scharf abgekanzelt nnd wäre zumindest grob gcroorden nicht so der Dünne. Diese? lachte, "das? ihm die Thränen liber die bleichen Wangen liefen, dann sagte er: Jchdanke Ihnen, mein Herr, für die gütige Aufmerksamkeit, allein Sie belieben sich in Anssübrungen zu täuschen. Ich sinde nämlich im Gegentheil solche Körper und Gesichtsbeschaffcns heit. wie die Ihre, altz für die Dauer lebensunfähig. Besehen Sie sich 'mal aefälligst im Spiegel, und Sie werden finden, daß dieses anfgednnftne, rothe Gesicht, durchzogen von blauen Aederchen, dieser geschwollene Bauch, denjrsn magere Füßchcn zu tragen haben, keineswegs auf langes Leben hurdeuten. Ich würde Ihnen daher freundschaftlichst rathen wollen Sie Ihr Weib und Kind versorgt, und vor Noth geschützt zunicklassen, sich in einer Versicherungsanstalt mit einer hoben Prämie schleunigst zu versichern. Eine Summe von hundert tausend Mark, zahlbar nach Ihrem leben, kostet in Ihrem Alter W!t !t belieben Sie zu sein, ich bitte?" U Jahre", sagte der Dicke. 34 Jahre", wiederholte der Dünne, und zog aas seiner Nocktasche ein Aüchcls chen," worin er eifrig blätterte. 34 Jahre richtig da stehts kostet xro Jahr--- ' KernesivegS so wenig ie bei mein Anstalt", sagte der Dicke. Wir haben ja die billigsten Pramimsähe. Enttäuscht steckte der Dünne das Züchelchen rasch in die Tasche und meinte verdrießlich: DaS hätten Sie auch früher sagen können!" , ; t g c n ri) ü m 1 1 c) e r VI a t h. Ich stieß in Gedanken den Kopf einmal Sehr arg gegen einen Laternenpsahl. Da hieß es gleich: Wagst Du Dich auf - - .-: die Gasten, ' Mußt Du den Kopf niemals zu Hauk lassen. . ' Gedankensplitter. Mit einer . schweren Aufgabe ist wie mit einem kühlen Bade Taucht man nur die Fußsplyen in's Wasser, so schauert man am Lanzen Le ibe, stürtt man sich ientschlossen hinein bald ein volles Wohlbehagen.

das der Adel eine bessere Nace'sci, und beugen sich willig unter eine Art von GottcZznaÄeuthum der Aristokratie, Noch immer erachtet cS der reichgcwor dene Fabrikant als die Krönung feiner Mühen, sich mit einer siebeneckigen Familie zu verschwägern, der Bankier

Ein lebhaftes Haus. &tt TZi und Me ch?ngech:Äte dvn E. Fahrok

Sie waren kinderlos und liebten sich zärtlich. Der Gutsbesitzer Eisener war kein Jüngling mehr und seine Frau stand in der Mitte der dreißiger Jahre; trotzdem h'elt man sie, wo immer sie sich aus ihren Herbstreisen zeigten, für ein junges Ehepaar auf der HochzeitSreife. ES war so etwas Besonderes in der Art, wie sie aLein zusammen spa zieren gingen, wie sie mitunter lachten und sich necktttl, und wie sie geslissent lich diner a part aßen, UM Nicht an der großen taute d'hote sitzen zu müssen. Ich kann daS Tellergeklapver nicht leiden," sagte Eisener, und wenn die verteufelten Kellner immer dann erst zu mir kommen, wenn die Niere vom Tel le? 'runter ist, daS kann mich zu seh" ärgern." Gewiß", meinte seine Frau, die Ihm immer zustimmte, und dann, weißt Du. habe ich es auch deshalb gern, wenn wir allein speisen, weil mich das an unsere Hochzeitsreise vor zehn Jahren erinnert." Na ja. wenn Du man so 'n bischen Gefühl dazwischen bringen kannst, was?" Und Aerthold Eisener strich lachend seiner blühenden Frau über den Scheitel. HiS mal," sagte eines Tcges Jrau Magarethe, wenn wir jcht nch Hause kommen, wo der November schon vor der Thür steht, da lade ich mir meine Freundin mit ihren drei Kindern ein. Es ist ja noch einsam genug den ganzen Winter hindurch in Weißseid; ich hoffe Du hast nichts dagegen?" Herr Berthold zuckte unbehaglich mit den Schultern. Im Grunde hatte er sehr viel dagegen, denn seine Ruhe ging ihm über Alles; laut aber sagt er: Gewiß, Schah, lade Dir ein, wen Tu willst. Junge Leute wollen Eesellschast haben." Margarethe sah ihn unsicher von der Seite an war sie denn zu den jungen Leuten" zu zählen? Auf dieser Reise fielen ihr überhaupt fo sonderbare Ideen ein. Es war in Dresden, nur noch wenige Stunden von ihrem Gute entfernt, als sie von einem Besorgungsgang außer Athem in daS Hotel zurückkam. Ach Berthold, lieber, alter Schah, ich habe so etwas Reizendes gesehen, das mußt Du mir kaufen, ja?" Na, wc:s denn?" Ein süßes, kleines Thierchen, braun, mit solch' reizenden Augen und so drollig!" Was? Noch einen Köter? Ich denle. Du hast Hunde nicht gern?" Nein, eS ist ja auch gar kein pund. Es ist aber Du kannst Dir's dock? denken cS ist ein Affe." Margaretherl, Du bist verrück.." Nein; ich möchte wissen warum! Was ist denn das für eine komische Manier von Dir?" sagte sie gereizt. Na höre mal, vernünftig wirst Du doch daS nicht nennen?" Es ist mindestens ebenso vernünstig, wenn ich mir ein Aeffchen, als wenv Tu Dir drei Hunde hältst." Bitte sehr, meine sind Jagdhunde bis auf die Minca, die ich aus reiner Anhänglichkeit an Deinen Bruder be halte. Hätte der sie mir nicht geschenkt, fo wäre ich mit dem Nimrod und dem Teckel znsricdcn gewesen." Und wcsdald willst Du mir den Affen nicht kaufen?" Bcrthold lachte laut auf. Weil ich die .Viecher nicht leiden kann. Erstens dusten sie höchst erbau lich, zweitens find sie tückisch, drittens hast Du ja Vögel und Pferde, wir können uns doch keine Menagerie anlegen." ' Du schlägst mir diesen kleinen Wunsch ab. obwohl Du weißt, daß ich mir seit zehn Jahren ein Aesschen wün fchc. (Bcrthold hatte keine Ahnung davon.) Dir ist es ja gleich, ob ich einsam in meinem Zimmer sitze und nichts zum Liebhaben und Pflegen habe. Du reitest nach der unauSstchlichin Kreisstadt und spielst Skat, wenn Du Dich langweilst." Aber Frauchen " Und wenn ich auch mal wie andere Frauen einen Wunsch befriedigen möchte, da sagst Du yuod liest. Jori oder wie das lateinische Zeug sonst seißt! Jetzt danke ich freilich für Alles, jetzt habe ich gesehen, daß Du ihn mir nicht gönnst, und nun kann der arm Asse bleiben, wo er war." Sprach's, rannte zur Thür hinaus und schmollte den ganzen Nachmittag. Herr Eiscner fühlte sich nicht ganz wchl in seiner Haut. In Wirklichkeit konnte cr Äffen nicht leiden, aber darin hatte seine Frau schon recht, seine Hunde lagen ja auch auf allen Möbeln umher, obgleich sie dieselben auch rnch leiden konnte. sjia ja. über ste waren doaz saubere.. nw?,e Thüre und wurden icdc Woche gewaschen. Und vor Allem daZ Par' süm von so 'nein Assen brrr! In Wechfeld schien die Octobersonne auf die Weinfp'alien und die letzten r$ fcn des Eartens. Frau Margarethe saß auf ewcv: nie drigen Feldstuhl und schaukelte as jüngste Kind ihrer Freundin in einer Hängematte, während die beiden große ren in den Weintrauben Verheerungen anrichteten. Plötzlich erscholl cm lautes Geheul und die kleine Ast kam in wilden Sprüngen angesetzt: Tante, an u uh Tante, eine Wespe au u u uh. Mute " Margarethe sprang auf: - Wo denn. List, wö denn?" .. ' - Hier u uh in die Lippe, au u " . . 'r.f:.; 0 je, O je. mein armes Herzchen? na komm. , Tante legt. Dir schöne, kühle Erde darauf , fo so, siehst Du. nun wird's gleich gut Aeh -ah-bäh" schrie es hm. NfrihtrS ', Das Baby war aus der Hängemaw f':.:!'.

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gefallen ' und schrie Zeter, während H ganz unversehrt auf den Rasen weiter kroch. Margarethe wurde es heiß und kalt zwischen den beiden schreienden Kin dern. Sie klopfte eines und tätschelte das andere, bis die Mutter aus dem Rafenplatz erschien und wie durch Zauberei die fließenden Thränen troc! ncte. Aber wo ist denn Fritz? Ich weiß nicht, eben war er noct, beim Wein," fagte die gute Tante, du neues Unfifil cfmle. T- " 1 Ak-V eS. fAi rtfe Ist stVtfc rtii2.l "VU VV fkivtl, MV tt jfclju) 14 kl W " nahmsweife ohne Schaden (welchen er weniger selbst zu nebmcn, als anzurichten pflegte) davongekommen. Wenigstens schlenderte er mit einer cngelhasten Unschuldsmiene über den Hof, den zefct die Damen betraten. Frir. war ?chon Sextaner, und mit neun Jahren ist man ja noch nicht bis zur größten Flegelei gediehen. Auf der Schwelle zum Hause stolperte List über etwas Weiches und siel hin wiederum auf etwas Weiches), woraus sich ein ohrenbetäubender Lärm erhob. Es lagen im Hausflur sechs junge gelbe Doggen, allem Anscheine nach erst wenige Tage alt, denn sie waren noch blind. Minca, die Mutter, zerrte List am Kleide von , ihrem weichen Lager, welches aus drei Hunden bestand, sort. und der Teckel kam. seinem Herrn voran, aus der Stube gestürzt und stimmte ein kläffendes Gebell an. Schwerenoth," polterte Herr Eisener, wird denn der Hcideulärm" hier verstummte er mit einem wahren Armensündergesicht und blickte auf das quiekende Gewimmel zu seinen. Füßen. Jesscs, Jesses, Margarethe!!" Margarethe blickte ihn hoheitsvoll an. Nun?" Die verflixten Biecherl, die hast Du za gar nicht zu Gesicht bekommen tollen!" Ah fo!" Ja, siehst Du, wie sie zur Wel iamen, die kleinen Biester, da hab' ich sie erst ertränken wollen. Aber daZ weiß der Henicr, ich bring' eben so was doch nicht fertig! Na, nu hab' ich sie verschenken wollen, aber vor sechs Wochen nimmt sie mir doch Keiner ab. Und. nun geht das alte Rindvieh von Minca und schleppt die ganze Bagage ins Haus!" Dabei tätschelte er Minca freundlich den klugen Kopf. Frau Margarethe war ihrem alten Berthold viel zu gut, um ihn zu ärgern. Sie lachte also gutmüthig mit, weil ihre Freundin, mit dem Baby auf dem Arm. an die Wand gelehnt stand und Thränen lachte, und ließ sich sogar herbei. Lisi eines der Thierchen aus den Schooß zu geben. Wo ist denn eigentlich der Nimrod?" fragte beim Nachmittagskaffee Herr Ei scner. Frifc verschluckte sich und wurde sehr roth dabei, aber cr fate nichts. Gleich darauf wurde Herr Eizener herausgcru sen und man hörte, wie ihm lachend der Inspektor etwas erzählte. Fri," rief von nebenan Bcrthold Eiseners Stimme, komm mal raus, mein Junge." Frik ging nnd mit ihm als Schutz, geist ÄZargarcthe. Ein heulendes Gebell schallte von dem Trockenplatz her, der hinter dem Kuhstall lag. Dahin wandte man sich, und dort fand man Nimrod, der ver zweifelte Luftsprünge nach einem Stück Wurst machte, welches sich in hestig schwingender Bewegung über ihm be fand. ' Der Bindfäden aber, an ml chem die Wurst hing, führte durch ein Fenster in den Kuhstall und war dort an den Schwanz einer Kuh ge bunden; die Kuh wedelte sich die Fite gen weg. draußen schwebte hastig die Wurst hin und wieder, und in wohlbe rechnet unerreichbarer Entfernung stand und sprang Nimrod, der edle Jagd Hund. Frl!) konnte sich nicht helfen, er brach in ein unbändiges Gelächter aus und erregte dadurch den höchsten Zorn Bertholds, der ihm als stellvertretende väterliche Gewalt eine nicht minder un bändige Ohrfeige verabreichte. ..Thierquälerei", schrie Herr EUencr, indem er Nimrod die Wurst zuwarf und dann der Kuh den Schwanz losband. ..Infamer Bengel. ich werde Dich leh ren. Thiere quälen." . FriF zog es vor, die Strafe hinno ristisch aufzufassen. Er machte er nen tiefen Diener, erklärte. eS habe durch aus nicht weh gethan, und verschwand, gefolgt von Nimrod, der ihn freudig umkreiste. Am Abend desselben Tages kam aus Dresden eine Eilfrachtkiste an, die einen durchdringenden Geruch ausströmke. An Frau Gutsbcsier Erfrier." Margarethe öffnete die vergitterte Kiste und stuh sofort einen SchmerzenZ chm aus. O weh'. Das Thier beißt ja! Ach. ein Affe, ach Bcrthold, wie Pracht voll! Nein. Du guter Mann, das ist doch aber zu aufmerksam von Dir! Und Herr Essener bekam ein halbes Dutzend von dankbaren Küssen." Dem Käsig aber entstieg ein kleiner .-auncr Affe, eine Kette an einem duß und mit den Armen heftig umherfahrend. Er sah sich mit den g!ir.crn den Acuglcin in der Stube um und sprang dann an den Kamin, wo schon ein kleines Feuer brannte. Hier kauertc er sich nieder und streckte die hellen Handflächen gegen , die Flammen auZ, um sie zu wärmen. Dabei fletschte er die Zähne und schnatterte Margarethe heftig an., , . 1, Sehr zahm scheint er gerade nicht zu sein Meinte H kabe ich nun neun Hunde, Tu ! auch einen, Anen habe. säurn cuiqu, Margarethe!." . . AMa , 5 :: : Ach, laß doch, Dein Latein," sagte hübsche Frau, dahinter steckt doch allemal niäzts Gutes." ' ,, , Die nachuen Tage vergingen

Ähnlichen aufreibenden Geschehnissen wie der eben beschriebene. 'Aber dil Herbstferien gingen zu Ende, und Fritz mußte in die Schule zurück. Man wa? am Vorabend der Abreise und saß be. haglich beim Schein von Windtichtern auf der geschützten Veranda des Hau fts. Plötzlich erhob sich ein Geschrei, wel. cheS aus allen Ecken des Hauses zu. gleich zu dringen schien. ES wa? fe schaurig, daß einen Augenblick All, sprachlos am Tische sitzen blieben, um gleich darauf Alle zugleich in das Haus zu stürzen. Auf dem Flur raste Mmea umher wie eine gereizte Löwin und sprang heulend die' Treppe hinauf und hinab. Fritz, der ahniingsvolle Enge., fand zuerst deS NathfelS Losung.. hn: zer brochene Fensterscheibe, deren Scherben am Boden lagen, wie ihnen den Weg. Man eilte hinaus und sah gerade noch den Schwanz des Affen in einem der oberen offenen Fenster verschwinden. Die Kinderstube!" riefen ngft?oll die Damen, indem sie ins HauS zurück und die Treppe hinauf flogen. Und richtig, in der Kinderstube, auf Lisis B.'ttchen hockte der Affe, den ge stohlenen jungen Hund im Arm. den er zärtlich wiegte und an sich drückte. Lisi. die schon zu Bett gebracht war. streckt die Aermchen nach dem. Hund aus und bekam von dem obersten Affen sofort einen Schlag auf die Hand. . (Gebrüll von Seiten Lifi's.) Jetzt stürzte Fritz herein, in der Hand eine Reitpeitsche und dieses Instrument schien bei Asse zu kennen. Mit einem angstvollen Laut sprang er aus dem Bett, wobei er im Bogen die junge Dogge von sich schleuderte, die unglücklicher Weise aus das Baby siel, welches in tiefen Schlummer verblieben war. nun aber entsetzt auffuhr und seine Stimme zu den übrigen gesellte. Iritz eilte indessen muthig hinter dem ,Asien drein, der auf die Veranda stürztk und nach einigem fruchtlosen Umher jagen auf. den gedeckten Abendiisch sprang. Anstatt ihn nun in Ruh zu lassen! versetzte ihm aber der wuthent brannte Sertaner einen Hieb, woraus der Asse das Tischtuch mit Zubehör vom Tisch riß und sich unter den leckeren Trümmern begrub. Athemlos stand die Familie vor der Stätte der Zerstörung, während der braune Missethäter sich in blinder Angst darunter wälzte. Bcrthold gelang es endlich, das Thier zu befreien und von Neuem zu fesseln, und es stellte sich nun heraus, daß der Teckel in feiner ange borcncn Nagcwuth die Kette verbogen und zerrissen hatte. AlS am nächsten Morgen die Freun oin mit den Kindern abgereist war, sank Margarethe ihrem Manne in Ym Arme. Er glaubte, sie weine im Tren nungsschnurz über die Kinder, aber als er ihr Gesicht aufhob, lachte sie wie ein Kobold. Berthold," sagte sie, Kinder sind doch nichts sür uns!" aNein, das meine ich auch." Na, siehst Du. Wie gut, daß wir. ttine haben! Aber den Assen, nicht wahr, den schickst Du doch auch wiedeo weg?" .Jh! Kiek mal! Na, meinetwegen. Und die jungen Hunde?" Verschenken wir!" o daß wir dann wieder ganz hübsch allein sind, wie früher?" .Das will ich meinen."

3!tz und Humsr. Witz" ist am Himmel das Meteor. Flammen sprüht es, und wärmt doch nicht; Willst du vereinigt Wärm? und Licht, Wandle im Schein der Sonne .Hu mor". Witz" ist im geistigen Blumenflor Stolzer Kamelie dufttose Zier; Süßesten Hauch aber spendet dir Arm nicht an Farbe die Rose Hu. mor". .Witz" ist der prächtige Krystall. . ' palast. Der dir wie Demant in's Auge blinkt; Suchst du ein wohnliSes Heim: es winkt Still der Humor" dir zu traulicher Rast. Wunden zu schlagen, ist jener fa spitz Das eben ist ja dabei der Witz; Wunden oft heilte dieser schon Und das ist der Humor davon. -Er hat gewollt. Jakob, Moritz. Du machst Dir Aar leinen Be griff, was der Haschel ist sür ein schlecht ter'llcrl. Hob' ich ihm verkaust ein paar Hosenträger, die leider sind zer rissen. Wie ich ihm heut' begegne, hak er mir geben wollen ßwei Ohrfeigen." Montz: Weher weißt Du. daß er Dir hat geben wollen ßwei Ohrfeigen Jakob (nach einigem Zörn): Nu? Wenn er nicht hätt' gMllt, hätt' er mir sie doch nicht gegeben!" Pfälzisch: A. : Na. wie gehts in Landau?" B. : So mit telmäßig : wer Hot halt immer fein Lascht ; do hen se mer des Jahr mei'm Gröschte allem wegen Griechische 'S Absolutorium verweigert." A.: Zu was loscht Du Dein' Michel aach stu. dire! Ich meen als, die Junge mit all' ehrem viele Verstand könnten nor des verbutze. was mer Alte in unserer Dummheit verdient habe'.." ' "Der über tr o f fe n e Cr pheus. Ich kann nicht begreifen, daß man aus dem alten Orpheus, gar so ein Wesen macht, weil Thiere und Steine seinem Gesänge folgten., Wie neulich ich und mein Freund Hans der kleinen Emma ein Ständchen brachten, folgten unS nicht blos sämmtliche Hunde und Katzen der Nachbarschaft, sondern auch alte Pantoffel, unreifes Obst, faule Eier ja sogar nnlSjiefe!knkcht:t,,"'