Indiana Tribüne, Volume 16, Number 69, Indianapolis, Marion County, 27 November 1892 — Page 4
Jndimm Tribune. Erscheint Aliglich und Sonntngs.
Die tSgliche .Xxib&nf koste durch den TrSge, i3Hcni tx Woche, die SonntazSTribüne 6 iSttul per TSoer. Beide jusammen ISCenrS oder 33tfenta pcrMrnat. Per PoStugekchiikt in Wsr. zusdezchlunz fxer Jahr. Ofitte : 130 Ost Maryland Strafe. IMJNopoliS,Jnd., 27. November '92. tom Leben und Sterben. Velnrlch QjHiflrfn. , te Furcht vor dem Tove ist noch tn ritt eine schwere Plage für die meiste Menschen ; sie quält sie ihr ganzes Leben lang und stört fcnen j?de edensfreude. Woher kommt diese' Furcht, woher kom nun Angst und Entsetzen vor einem na türlichen Vorzange, von dem wir nicht weiter wissen, als das sich täglich und stündlich ereignet und zu jeder Minute ereignen kann V Hat Shakespeare Recht, wenn er die Todesfurcht derFurcht vor dem unbekannten Dunkeln zuschreibt, und deren Schrecken damit erklärt, daß d Mensch, der sich meist für den Büttel Punkt der Schöpfung hält, nun ewige Nacht und Emfamkeit über sich herein brechen sieht I Die alten Griechen dach Un sich den Tod als freundlich lächeln den Knaben, der mit umgekehrter LebcnS' iackel einberfcbreitend, den müden Men fchen bei der Hand faht und ihn Zanft und milde zur ersehnten Ruhe geleitet. Erst demÄderglauden d:s MitlelalterS war es vorbehalten, denTcd nmzugestalten zum Bilde emeS scheußlichen Ske letts mit Stundenglas und SenZe, mit der er tu Menschen zu Tausenden hin wöAmäht. Und Hand in Hand mit dem Äberglauben ging die herrschende. Aeli gir- i, welche den armen schwachen Men schs i nicht nur bedrchtemtt allen Schrek ler, der Todcsstunb?, fondern ihm auch noi dem Tode entsetzlich qualvolle Hotlen'ttafen in Äusicht stellte, die noch ca zu ewiz dauern sollNn. So mußte denn Hz Tod den Menschen und besonders der Lßen Masse der weniger Gebildeten al4 ein furchtbares Schreckbild erschein nen, das ihnen jede Stunde' ihres oyae hin kurzen Lebens verdüsterte. Würden die Menschen die Sache vom rein natürlichen Standpunkte auffassen, so müh:e sich ihnen bald die Ueberzeuung aufzwingm, daß der Tod mchtS Ungewöhnliches und Äußerottentliches, isnrern daß das Leben selbst ein fortwährendes Stnden ist. Von dem Mo turnte an, wo der Neugeborene das erste Licht der Außenwelt erblickt, den ersten Schrei suöstößt, ist sein Leben nichlS Underes, als eine Wanderung zum (Irabe ; von Jahr zu Jahr nützt sich der ilörper mzhr ab, und wenn sich auch in der Jugend durch Stoffwechsel reich li che? Ersatz bietet, so vermindert sich diesei immer mehr nach dem Ätannesalter, und im höheren Greisenalter hört der Ersatz ganz auf, der abgenutzte Körper kann seine Verrichtungen nicht mehr voll ziehen, und ist endlich zu NichtK mehr ijjii, a!s zum Sterben. J?hannrö Ziegln hat das Sterbe mnner Ansicht nach aber doch etwas zu ,p:imistifch auizefaßt; er schildert den Tod so sanft, so milde und so liebens würdig, wie das tägliche Einschlafen nach vollbrachter Tagesarbeit, und er macht Einem wirklich Älz?petit darauf, zu sterben. In der Wirklichkeit aber verla!t sich der Hergang nicht stets so. Es feiest höchst langwierige und schmerzliche odesarten,die mitdemruhigen Einschlag srn nicht die geringste Ähnlichkeit haben ; ich will hier nur beispie lswerse an den Tod durch Verbrennungen dritten Grades erinnern, wo der halboerkohlte, noch immer lebendeMensch 34 Tage unter den entsetzlichsten Qualen im SZasserbette verbringt, bis endlich auch der letzte fjinh Lebenskraft geschwunden ist, und der Tod ihn von seinen Leiden befreit, rluch der Tod durch Hundswuth ist ein langer und qualvoller, mehrere. Tage dauernd, während denen selbst die nunterdrichen fortgesetzte ChloroformNarkose die enisetzlichnen Schmerzen und rärnpse nicht zu betäuben vermag und welch' ein langsames und qualvolles Sterben ist nicht das der Lungenschwind süchtigen, die jahrelang die furchtbarsten Schmerzen erleiden, keme ruhige Stunde baden, und denen die gütige öiatur nur das einzige Clück gewabrt, daß die cff tarng bei ihnen nie lischt, sie bis zum Stense de Grabes begleitet die Hoffs iiung auf eine unmögliche Genesung. Was über den sanften, schmerzlosen Tod gesagt wird, gilt also nur vom natürii c?en Tode ; von dem Tode durch Alters schwäche, durch Erschöpfung aller Kräfte; hier ist das Sterben allerdings nur ein sanftes ruhiges Einschlafen; aber wie wenige Menschen sterben an Älters schwache, denn die Mehrzahl der Leben den wird durch äußere Unfälle, durch ÄNite oder chronische Krankheiten in der Älüthe ihrer Kraft hinweggerafft. Das Sterbenist also immer eine sehr ernste Lache, und es wird erschwert durch den Sprung ins Dunkle" durch die ganzUndekanntschaft mit dem, was nach dem Tode folgen mag. Hiegler's Ansicht über den sanften, rubigen Tod wird nun durch eine medi zmische Autorität bestätigt, der vom wis smschaftlichen Standvunkte aus bekräf trgr, was -öicaitr oittnanni9 oeyaup tat. Es ist dies der englisch Arzt Dr. ÄeardSleyF ein geachteter Arzt in London, drsich in letzterer Zeit vielfach mitder Frage beschäftigt hat,warum den meisten Menschen d!e Furcht vor dem Tode so tief erigepragt sei. Nach langjährigen Beobachtungen am Todtenbette hat er a!S Grund dieftr Todesfurcht die sehr allgemein verbreitete Ansicht annehmen nm K j V t V ir t i :Kv jll WUltil JJViUUV VUp trUV Mb VVI Siegel sehr schmerzhaft sei. Diese An sicht aber glaubt Dr. Beardsley auf Grund der neuesten Forschungen als ' unbegründet bestreiten zu müssen. Nach ihm lst der Tod in den meinen Fällen ein rein vegetativer Akt und dem Blät .: tersallen einer welken Blume zu verglei chen. , Wenn der' Mensch wüßte, sagt Tr. Beardsleiz, wie wenig schmerzhaft
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demselben nicht mt! Schrecken entgegen gehen. Die Veröffentlichungen des ge lehrten Arztes haben in England ein ge wisies Aufsehen erregt, und sind jetzt der Gegenstand lebhafter Besprechungen, nach feiner Ansicht kommt bei dieser er ften Frage zunächst in Betracht, daß der Emvsind'lichkeitsgrad der Zellgewebe in aewisien Verhältnißen zu der Gesundbeit und Kraft derselben stebt. Jede EntZündung reizt diese Empfindsamkeit : der Zellgewebe, vermindert sie schließlich, und im hohen Alter verschwindet sie ganz. Jeder Moment, der die Ernäh lung des Menschen erschwert,oder sie ganz hindert, stört zunächst das allgemeine Vesinden des Individuums, bisdieKoh lensäure, die aus der Zersetzung des Blutes folgt, in den anatomischen Be standtheilen dcö Körpers das Ueberge gewicht erlangt. Als dann verlieren eu:ch die Wirkungen dieses Kohlensäureziftes die 3!ervenwoten ihre Äleizbarkeit und lassen die Nervenstromungen nicht Ltthr passiren. Dies ist der Augenblick, in dem der Tod eintritt. Während' deS Vorganges dieser Zerstörung der Nerven kraft, die den Körper allmählig vat Erstarrung bringt, muß der Mensch eine Empfindung haben, die derjenigen gleicht, welche dem Scklase vorangeht, und die bekanntlich frer von Schmerzen ist. Es ist nach Beardsley höchst wahrscheinlich, daß die durch (hlcrosorm, Aether oder andere Skarcoten hervorgerufenen Ein drücke den Empfindungen gleichen, die ein Sterbender hat. Abgesehen von den Phantasien, die sich bisweelen auS einer nicht ausreichenden Gehiinthatigkeit ergeben, können diese Empsindunge nichts Schmerzhaftes haben. Die Kohlensäure
hat den größten Theil der Nervenknoten vergiftet und dadurch unthätig gemacht. Die Reflwitkunzer. sind also unmöglich, und es beginnt em a'lgemeiner Ztillstanl, im Oraalttsmus ei.'utreien: auch würde schon deshalb kein Schmerz vorhanden fein können, weil die Lebenskräfte bereits außer Stande sind, eine Empfindung hervorzurufen, vobald die Nervencent ren betäubt sind, und ihre Thätigkeit un terbrochen ist, hören auch - d Nestezer scheinungen auf und jedes Leiden wird unmöglich, da der grvße Nerv nicht mehr functionitt. Diese Theorie wird durch die Erfahrung bestätigt, und Beardsley führt als Beweis dafür die Vivisektionen, das Zeugniß von Todtgcglaubten, und wieder in'S Leben zurückgerufenen Persopen an, dann die Angaben von Sterben den, welche noch im Stande sind, die ih 'neu vorgelegten Fragen zu beantworten ; er sührt ferner Beispiele an von be rühmten Männern, wle Solander Bur ne und William Hunter, die unter Em psindungen unbestrittener Schmerzlosig kett starben, wie ihre Aeußerungen bts zum letzten Augenblicke bewiesen. Kleine inder starben mit derselben heiteren Miene, die sie beim Einschlafen haben ; Personen, dre sich erhängten, aber abge' schnttten und in das Leben zurückgerufen wurden, erklärten, daß bei ihnen auf eine kurze Bewußtlosigkeit die schönsten und angenehmsten Sinnestäuschungen folg' ten. So mögen denn jene, denen die Todesfurcht noch immer ihr ganzes Le den verbittert, sich mit diesen Ergebnis sen der neuesten Forschung trösten, und dabei die Thatsache in's Auge fassen, daß der Tod das allgemeine und unver eidliche Ende aller Dinge und ein gcm) natürliches Ereigniß ist. Höchst interessant tritt bei diesen Betraa.ungen die Frage auf, ob das immer so gewesen? ob dieÄkenschen immer sterb' lieh waren ? und hier finden wir in den ltesten Urkunden deS Menschenge schlechtS, in den heiligen Büchern fast aller Äkationen, die Sage wiederkehren, daß die Urmenschen einst unsterblich wa ren, begabt mn unverwüstlicher Jugendkraft, und daß sie diese schönen Eigen schaften erst durch ihre Fehler und Ver brechen verloren haben. Sogar die christliche Bibel nimmt dies von den er sten Menschen Adam und Eoa an und schreibt ihre Verstoßung au dem Para diese und ihre Sterblichkeit dem Sün denfalle zu. Ein Theil dieser üppigen Lebenskraft blieb derselben Bibel zufolge den ersten Nachkomme der Urmenschen noch.eine Zeitlang erhalten und die hei lige Schrift zählt eine Namensliste der Patriarchen auf, die vier, fünf, sechs, ja, wie Methusalem, Neunhundert Jahre al wurden. Nun ist es wohl möglich, daß die da maligen Menschen noch nicht von Geburt an so schwach waren, w:e die jetzige schwache Generation, und daß auch ihr viel naturgemäßeres Leben der Errei chung eines hohen Alters günstig war, aber die neueren Forschungen haben nachgewiesen, daß damals eme andere Zeitrechnung stattfänd, und daß die Jahre bis auf Abraham nur aus drei Mona ten, später aus acht und erst nach Joseph auS 12 Monaten bestanden. Ist dies Zeitrechnung richtig, dann reduzlrt sich Methusalem's Alter, von 900 Jahren, welches noch dazu als alleinstehendes, ausgezeichnetes Beispiel angeführt wird, auf etwa? 200 Jahre, ein Alter, dem selbst in unserer verwöhnten und der weichlichten Zeit einzelne Beispiele lan ger Lebensdauer von 150180 Jahren zux Seite gestellt werden können. Man stelle sich nur vor, daß. wenn die MensHen wirklich unsterblich gewesen, und bis auf unsere Tage geblieben wären, der ganze Erdball keinen Raum mehr hätte, für dtese Billionen und Trillionen von Menschen, die seit ungezählten Iah? lausenden auf dieser Erde gelebt haben. Die Unsterblichkeit war also eine physische Unmöglichkeit, und da wir zur Ueber zeugung gelangt sind, daß das ganze organische Leben im Weltalle nach be stimmten unabänderlichen Naturgesetzen geregelt ist, und ihm ein gewisses Ver nunfts und Nützlichkeits-Prinzip - zu Grunde liegen muß, so ist die Möglich keit einer 1 Unsterblichkeit der Menschen schon von vornherein ausgeschlossen. Die Art der organischen Wesen ist unsterb lich, die einzelnen Individuen aber gehen zu Grunde und verschwinden. Jedem lebenden Wesen , auf Erden ist von der Natur eine bestimmte Lebensdauer zugemessen, die e , nicht überschreiten kann ; hat es diese erfüllt, und ist eS sei ner Bestimmung gerecht geworden, zur Fortpflanzung der Art beizutragen, die Natur kümmert sich nicht um der ErnzelnenM!MWHMzM Die Frage, die 1 also eigentlich den Plenschen beichäftiun sollte. iÜ nur die
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$tnU& mpleblung ekneS MlssionLrA. Z 3 i. P u S N l s s i , n. Choieou tfo. Mo.. 12. 5 V 'VO. Tie W'rriwy von .Pastor Sig'L Tienf&ilrtt: K n,ndoL. um Ästhsa oder koudig dUlchNvn schwächender Uedtfaarcngn herdkiziejührte Ve?en krankv z bänk'Ztn. Tr, inder mtitttx e$l ahmen ihn gkgkn Fcäjuchl. D AnjLe hSrl koferi oui. und jsh ßp.d die Kinder kurin. 2 ?äll,n von HiaäLigkei nd CchwSck stärkt tx d Cysttm ohn LUtSuahmt. Ich tMVill dknselben herzlichst. f K r i d. E b er e t l e r. 8. ). 802 B r k l , n, R. Y.. . März l8!jt. ?ch g'imuchte S Flaschen Pastor Snig'S Nerven Stär?kr" gkgeu Chöre vver Cl. VekSeTanz,, klchcm ich 6 Woual lang schrecklich gelitten und derselbe kurirn , m rr an . tr A Ta;q. H. w(s(iaia 327 Daylsn. O.. 8. September 1891. ?ch hab ??ast?r Kövkg' NervekTt2rker" bei s?h, vtelm Leidende gebraucht und in jedem Falle stell ellerana sich ein. C. Kemper. aplan. Ohi National ,ldaienHetm. C?? ein vetthvolles Vuch für Nervenlidendr und eme 'Lrdbe.Flasche zugesandt. Ars KJ erhalte auch die Medizin mlonst. !2iese Mcdiz wurde seit dem Jahre 187ö von dem Hochm. PzMrSnig in Fori Wayne. Ind. judertttet uud jetzt ruier lcmer Aawetfung von der tt0ciI,kQ niCDICINE CO., 238 Karnloipli St., CHICAGO, IUL. Sei pkekern z l)abt ö $1.00 die Zslst,e, Jlasche für K5.00, grobe $1. 75, ü iutu.oo. I kxndianspoli? in den dentscken z,otheke von st. LZtll. Ganser. We Waihington Sir. und Ecke S5rd Ea Skr. und Lweol VMt, oer Lerensvauer, und hier muslen wn gestehen, daß wir die Gesetze, nach denen diese geregelt wird, noch gar nicht kew nen ; erst jetzt werden Versuche gemacht, Licht in dieses Dunkel zu bringen, und namentlich hat sich der tüchtige Zoologe Professor Dr. Weißmann in Freiburg i. B. auf diesem Felde hochverdient ge macht, indem er seine reichen Ersahrungen und Beobachtungen der 54. Versammlung der Aerzte und Naturforscher vorlegte, und dann das Thema zu einem 2Lerkchen erweiternd, dasselbe im Druck veröffentlichte. Die Frage der verschiedenen Lebensdauer hat dadurch eine scharf bezeichnete wissenschaftliche Gestalt erhalten, und da, dadurch angeregt, nun die tüchtigsten Fotscher sich mit dieser Frage beschäftigen, so behalte ich mir vor, auf Weißmanns Beobachtungen aus führlicher zurückzukommen. Die ?taturaesetze der Lebensdauer sind uns also noch ziemlich unbekannt, und wir begre:fen somit noch immer Nicht, warum z. B. das Pferd vierzig Jahre alt wird, aber die viel kleinere Katze und die noch kleinere lröte ein gleiches Alter erreichen. Der 5!rebs, der nicht den tau sendsten Theil eines Schweines wiegt, wird doch so alt, wie dieses, nämlich 20 Jahre, und selbst der Riese unter den Säugethieren, der Elephant, der 200 Jahre alt wird, hat nichts voraus gegen Hechle und Karpfen m den alten kaiserlichen Fischteichen Böhmens und Oester ichs, denen man zung metallene Halsbänder umlegte, und die, jetzt gefangen, ein Alter von 200 und mehr Jahren auf weisen. Diese Verschiedenheit der Lebensdauer nach uns bis jetzt unbekannten Naturgesetzen erinnert an eine alt-indische Sage, die einen höchst lehrreichen Kern bat, und die da lautet : Als Gott Bravma die Welt geschaffen hatte, theilte er rt m f t, f . . . . . tr n - auen eiqopsen eme gewisse evens dauer zu : dem stolzen Pferde gab er 60 Jahre, dem rüstigen Esel 46 Jahre, dem lustigen Affen 40 Jahre, u. f. f.. nur seinem Llebl,nge, dem Menschen, gab er nur 24 Jahre, damit er sich in voller Jugendsrische und rast des Le bens erfreuen könne, aber nicht die Lei de und Unbilden des Alters zu tragen habe. Allein nach einem gegebenen Zeitraume erschienen Mensch und Thiere vor dem Throne deS Schöpfers und be schwerten nch über die ihnen zugewiesene Lebensdauer. Mein Leben st nichts als harte Arbeit," sagte das Pferd w rum soll ich das 60 Jahre lang tragen?" Noch unzufriedener wär der Esel, der harte Arbeit, schmale Kost und viel, Schläge zu ertragen halte. Auch der Affe war gar nicht zufrieden, so lustig seine Jugend auch gewesen sei, so sei e jeht im Alter ein verdrossener, mürrischer, griesgrämiger Patron, und alle Thiere k-aten einstimmig den Schöpfer um ein, Verkürzung ihrer Lebensdauer. Nur der Mensch hatte den entgegengesetzten Wunsch. Er wollte länger leben, so tan ge leben, als nur möglich. Jch hab, ja kaum," sagte er, die ersten Jugendiahre verlebt, und nun soll ich mit 24 Fahren schon sterben, wo da Leben r, fängt, schön zu werden." Brahma hatte die Klagen der Thiere geduldig aw ehört, als er aber die Klage des Men schen vernabm. läcbelte tt mit leid ! und jagte: Gerne möchte ich Eure Wünsche befriedigen, aber es liegt dieß nur bis lu einer gewissen Grenze in meiner Macht. Ich habe alle Lebensjahre der l2Z4S.S.. C...:u i -. t wijuiitf- um- ergeoen uno reinen Vorrach davon mebr: das ftBäst. was ich thun kann, ist, daß ich Ewigen unter Euch das abnehme, was Ihr zu viel zuhaben glaubt, und es den Anderen -t- Wi. elr . -r fccpe, v!r nim genug zu yaoen Ivaynen, So will ich dem Pferde, das mit seinen 60 Jahren nicht zufrieden ist, 20 Jahre davon abnehmen und sie dem mehr ver langenden Menschen geben, auch Du, Esel," sagte er, sich an diesen wendend, sollst um 20 Jahre weniger leben, die ich jn PC m' ät -. rem Gemsen evensaus gebe. Und d lich Dir. Asse, der Du an deinen 40 Iah.' n viel zu viel zugaben scheinst, willich die Halste davon abnehmen, und auch diese soll der Mensch erhalten." Von da an lebte daS Pferd also nur 40 der Esel 26, der Affe 20 Jabre. Deö Men schen Lebensdauer aber stieg von 24 auf 64 Jahre. Befriedigt verließen , Alle den Thron dcö Schöpfers, aber der Mensch allem begriff erst nach längerer Zeit, welch' eine Last und Bürde er sich eufgeladen. denn in der That bestand dos da Än das Leben deS Menschen auS drIt .sr.djahren, dann kamen die de fts abgenommenen S0 Jahre der hart , L'i.rdearbeit", auf diese folgen die , i)ie des geduldigen Efels, und wenn tt.-ch die 64 Jahre vorüber sind, dann beginnen I für den Menschen die 20 dem Affen abgenommenen Jahre, wo er ein grämliches, kränkliches, nur vege tativeS Leben führt, und so kann er.daS bohe Alter von 84 Jahren (immerbin eine Seltenheit) erreichen. Was aber die Unsterblichkeit der Men schen betrifft, so kömmt mir eine ; alte jüdische Sage m den Sinn, die ebenfalls umn tiefen DenkenSarund bat. I
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Uordova, rn Spanien, lebte der berühmte Arzt Maimonides, den, wie das Volk er zählte, der Prophet Elias selbst in aller göttlichen und menschlichen Wissenschaft unterrichtet hatte. Zu ihm z?g ein wis sensdurstiger. Jüngring aus London, drr Sobn reicher Eltern ; damit ihn' der Meister in seir.e t:essten Geheimnche ein weihe, stellte er sich stumm. So erreichte er seinen Zweck und ward des ökabbis vertrauter Schüler, wurde kber auch von heißer Liebe zu der einzigen Tochter des Nabbi erfaßt. Maimonides suchte nun mit seinem Jünger das Räthsel der Schöpfung zu lösen. AuS geheime Wunderbüchern wußte er, daß ein Mensch getodtet und zerstückelt, darauf mit bestimmten Zaubersälten beträufelt und in kohlverschlossenem Raume ausb i 'wahrt, nach neun Monaten wieder zu neuem, aber unsterblichem Leben erwa chen werde. Er bewog in seinem For schungseifer den Jüngling, das gefähr liche Experiment zu wagen, tödlete ihn und verfuhr nach der Zaubervorschrift Im gläsernen Sarge bewahrte er den Leichnam auf, wie nun aber die neun Monate immer mehr abliefen und er das eu werdende Leben in der Leiche er kannte, erfaßte ihn Grausen vor der Er füllung deS Wunders und, es erwachte in ihm die Ueberzeugung, daß Unsterb iichkeit daS entsetzlichste Unglück für den irdischen Menschen sei. Von Verzweif lung vor dem Kommenden ergriffen, bricht er seinen Eid, zetrümmert den Sarg vor Ablauf der Zeit.und tödtet so unwiderbringlich den zum Leben bals Er wachenden. Gemieden von Allen, verlassen von seiner Tochter, mit dem Fluche des Mordes beladen, erkennt Maimoni deS endlich, daß er Unmögliches, begon nen und begreift, die wirkliche. Natur mid anderen Augen betrachtend, das ewige Weltgesetz, daß nur aus bepändi' gem Tode beständig neues Leben e? sprießt, daß nur in einem immerwähren den, qualvollen Kampfe Aller aegen Alle das Sein und Wirken der Menschheit bestehe. ' Diese Sage ist von dem begab ten Dichter Ernst Wechsler unter dem Titel Der unsterbliche Mensch" in ein glänzendes, poetisches Gewand gekleidet worden, das ich den Lesern auf das Wärmste empfehlen kann. ler lew York STORE! ltztablirt 1S53.) Große - Feiertags - Eröffnung ! in der Bttcher(X b t hei lung im zweiten Stock. w Zwei hulidert uß Raum, das größte Bücher Lager im Staate. x lin Buch ist in sehr an nehmbares Weihnachtsgeschenk. sausende von Büchern für jedes Alter, jeden' Geschmack, jede Börse passend. , wir laden ergebenst, ein un sere prachtvolle Auswahl von fl'&l-vs;. r ' ,iif!i!!f-'--:,;;;-:' Mhm-,-?elertaas ' Büchern zu besick J !:lii:,,,,... ! -; .:..' ., , 4 ? r -;l . ä,: : ; ,, ., :;,i;!;:;r,;,i:i:r;' ngen. i ia.;- ;;!: '.ii- j.' i:":.-:,;S.i""-:il-iü-:: ''i,' J '',;ti" ii': - ;;!( is' h";v . .iijilv'jiifijiijj;::':..:;!' n i'' jS':!'f 'iit;'f'n', jir U .!..: , :-: .: ' i 5; PETTIiDRliWODSICO: f'iSIpll ;:"?!:: IIDxl CK-oHö :.M4f No. 23 Virginia Avenue. ! Sprechstunden : ro-13 Ubr Vormittag. !-S NackmittaaA unb 7 dend. Eonntsg von Uhr achmUt.
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