Indiana Tribüne, Volume 16, Number 69, Indianapolis, Marion County, 27 November 1892 — Page 3

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K2TU in z.?n Abtbki:kftku v:u I. von VruBarnow. I. Mit SturmeZbraufen war der Früh fing in's Land gekommen. Tie Oje bngsbäche rauschten in wildem Tosen über mächtige Granitblöcke, gigantische Felsmassen, leichtes Geröll, überfluthetm Wiesen, rissen Böschungen nieder und brachten manchen armen Landbewohner um Hab und Gut. Wo man helfen konnte, wurde geholfen. In der Kurstadt München gab es Wohlthätigleiis Concerte und Bazare, und wer sich hierbei nicht betheiligen konnte, trug in anderer Weise sein Scherflein bei. In der Stadt selbst merkte man von dem angerichteten Schaden nichts. Die Frühl'mgsstürme hatten hier nur die Schneedecke von Dächern. Straßen, An lagen und Gärten hinwcggenieht und, nachdem sie sich ausgetobt, einen sanften Regenschauer hinterlassen, unter dem die braunen Hüllen der schwellen denKnoZpen sprangen und ein Blüthen meer sich über die Bäume erzog. TaZwischen jubilirten auZ voller Kehle die Vögel, und unser den Menschen herrscht eine fröhliche Geschäftigkeit. In der Lanshzusstraße standen im ersten Stock eines einfachen MiethshauseZ die Fenster weit offen und ließen eine Fülle von Sonnenschein und Früh lingswärms hinein. Auf dem Fenster simZ strömten Veilchen und Maiglock chen in äudiräat Töpfen einen süßen, betäubenden Duft aus, und ein Vor garten -machte sich um sammetweiche Rasenflächen gelber und blauer Cro!u5 mit steifer Lieblichkeit breit. Alles athmete Licht. Wärme. Leben; nur die blasse Frauengestalt nicht, welche neben den Frühlingsblumen im Sonnenschein fiht. Sie hat ein ruhiges, stilles Gesicht; wer aber in den Zü gen der Menschen zu lesen versteht, ent. deckt in ihm viel Traurigkeit. Ihr Haar ist fchmerveitz. obgleich sie in der Mitte der Vierzig steht, ihre mit einer Weiß stickerei beschäftigten Hände von trank hafter Turchstch!igkcit und Blässe, eben so ihr feingeschnittenes Gesicht. Draußen nähern sich leichte, rasche Schritte dem Zimmer. Ein sansteS Leuchten gleitet über das blasse Antli. Tie Thür öh'net sich, ein junges Mä chen tritt ledhaft ein. Unter der Stirn, die von braunem Cekock beschattet ist. blicken zwei dunkle, schwarze Augensterne mit seltener Tiefe, seltenem Glanz hervor. Das zarte Oval des Gesichts zeigt bei-alZer anmuthizen Weichheit um den kleinen, nach unten zu geschweiften Mund Cha rakte? und Energie. Die Fülle ihres reichen Haares hängt in einer schweren Flechte in ihren Nacken herab. Sie ist in einfacher Straßentoilette. Ein eng enkiegendes. rehfarbigcs Frühlings kleid, das vorzüglich zu der Elfenbein weifte, der Pfirsich btüthe ihrer Wangen kleidet, schmiegt sich unmuthig an ihre schlanke, mädchenhaste Gestalt. Einen braunen Filzhut mit kleinem Federstutz hat sie bereits während des Eintritts vom ZZcps genommen und nicht gerade sorgsam aus einen Seitentifch nahe der Thür geworfen. .Grüß' Gott. Mütterchen'." ruft sie fröhlich der blassen Frau entgegen. .Sieh' mal. waö ich Dir aus oer SW mitgebracht habe!" Damit sthijilet sie ihrer Mutter einen kleinen Goldregen in den Schon. Jüiiu komm?! Du zu dem Gelde? Das junge Mädchen lachte übe?" rnütdig. Tas sollst Du rathen!l,Du weißt.' ich rathe schlecht." iNan wohl. so muich Dir helfen. Ich '?war doch gestern als Verkäuferin im Äazar thätig. Ich nahm dort zum Besten der Ueberschwemmten riesig viel ein un verkaufte allein zwei meiner kleinen Bilder für sechzig Mark. Da dachte ich nun, wenn das Geschäft so gut mit den Bildern geht, könnte ich doch auch einmal versuchen, so ein paar Bilder von mir auf meine eigene Rech nung zu verkaufen. Du weißt. Mut ter," scte sie lachend hinzu, .so. ein wenig abgebrannt bin ich auch und thue der Wohlthätigkeit keinen Schaden, wenn ich statt vier Bilder nur zwei den Uederschwemmtön opfere. Ich aina da her heute nach der Malstube mit meinenBildern dreist in eine Kunsthandlung und bot sie zum Verkauf an. Der Kunsthändler prüfte sie, erst eine Weile, sah mich dann lächelnd un und meinte, ob mir hundert Mark genug wären. Hundert Mark! Ich lächelte nein, ich lachte wicoer. vor Glück Kind Stolz über diese Summe. Er gab , mir das Geld und bestellte noch zwei neue bei mir. Ist das nicht herrlich! Du sollst sehen, ich erwerbe mir noch mit meinem Talent ein kleines Vermögen und dann kann Kurts Vater ihm seine Zufiimmung zu unserer Verbindung nicht versagen. Ach, Mütterchen, lache ein einziges Mal, freue Dich mit Deiner Ang: liebes gute.5 Mütterchen bitte, bitte, nicht dieses melancholische Lächeln, als ob Tu an kein Glück für uns mehr glauben könntest!Und Anze kmete zu den Füßen ihrer Mutter nieder, zog ihren Kops zu sich herab und küßte sie stürmisch.' .Ange, mein liebes Kind, nicht so leidenschaftlich! Du weißt, mich be unruhigt das." Das junge Mädchen senkte den lieb lichen Kopf, um die Thränen, I welche bei dieserMahnung jäh in ihre dunklen Augen schössen, zu verbergen. - Ihre MutterWob sanft ihr Gesicht empor.-'' - ' "' .':r:,, Mein arme? Liebling, war ich wieder, zu streng?" fragte sie sanft. r " ' - .Nein. Mama; das bist Du nie!" , Dabei 'rollten aber die glänzenden ,Tropsen über, die fammetweichcn WanLeu. - ' -iPt-'r Zärtlich küßte ble Müttet sie fort und sagte mit milder F'se'tNdllchkttiMMW Mein liebes Kind, wenn ich Deinen 'Äubel über den Ver!-.' ,ilaer

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mql lyeucn rann, o ihiji im mier ' gründe die Erfahrung, die Befürchtung. j Du möchtest hierauf Hoffnungen grün den, die sich nicht erfüllen. Weshalb sollte sich die Hoffnung nicht erfüllen, durch mein,Talcnt mir vorwärts zu helfen und dadurch Kurts Vater zu einer Verbindung seines Soh' ncs mit mir geneigter zu machen?" Wenn Fcldheiin in Deiner Armuth allein das Hinderniß zu Eurer Verein! gung und nicht in der von seinem Va ter für ihn bereits gewählten reichen Braut sieht, so hätte er sich Dir über Haupt nicht nähern sollen, denn er wußte um unsere bescheidenen Verhält nisje und kann als erfahrener Mann besser als Du. mein Kind, beurtheilen, was zum Leben, zur Gründung emef Hausstandes gehört." 0 Mama, so sprachst Tu ansang? nicht!" .Du hast Recht. Ich handelte sehr schwach, unverantwortlich, als ich im Glauben. Feldheim wäre in der Lage, sich ein armes Mädchen zu wählen, seinem Drängen nachgab und Euch ver lobte, ehe er seines BaterS Zustimmung sich" gesichert hatte. Wenn er sie ihm jeZt versagt, trifft Dich dieses viel här ter.." Das wird er nicht, daß kann er nicht, nun sich Kurt mit mir verlobt hat. Wenn er doch so grausam wäre, so heirathen wir uns schließlich auch ohne seine Einwilligung, denn Kurt ist längst mündig." Das könntest Du wirklich wollen. Kind?" fragte die Mutter vorwürfe voll. Ange senkte beschämt den Kopf und antwortete nicht. .Gesetzt den Fall," fuhr ihre Mut. ter fort. .Ihr wäret im Stande, ohne den Segen seines Vaters. Eure junge Ehe zu beginnen, von welchen Mitteln wolltet Ihr Euren Hausstand gründen? Fcldmann hat mir selbst erzählt, daß er noch vollständig von dem Geldbeutel seines Vaters abhängig und die Forst karricre eine sehr langsame ist. Ich vermag Euch nicht zu unterstützen; un ser kleines Vermögen ist mit den Jah ren sehr zusammengeschmolzen." .Wie ist das möglich!" entfuhr es Ange überrascht. .Ich denje, der Ver kauf unferes Hauses sicherte uns ein Kapital, das groß genug war, um von den Zinsen ein sorgenfreie Leben füh' ren zu können." Ihre Mutter seufzte. Sie weckte nicht gern die Erinnerung an diesen Besitz und seinen überhasteten Verkauf. Getreu den Bestimmungen ihres Man nes, in der Tochter Gedächtniß die Er innerung an die Vergangenheit auszu löschen, hatte sie nie mit' ihr über den großen Verlust gesprschen. den sie bei dem Verkauf des Haukes gehabt, blos um es a tour prix los zu werden. Sie halte dabei als Zahlung Papiere an genommen, die sehr hoch standen, bald aber seh? fielen. Dazu kamen auch noch Hypothekcnschulden. die vom Hause abzulösen gewesen, genug, es war kaum so viel Kapital geblieben, um ihr eins kleine Aenke zu sichern. .Du irrst," gestand sie widerstrebend, wenn Tu annimmst, daß wir durch den Verkauf sorgenlos gestellt worden. Es galt, sich einzurichten, sollten wir durchkommen." . Sie verschwieg ihrer Tochter, daß sie dies überhaupt iricht vermocht und bereits vom Kapital lebten. . Draußen wurde die Klingel gezogen. Ange sprang elektrifirt empor. .Da ist Kurt! O Mama, sei sreund" lich zu ihm oder noch besser, laß mich ihn allein empfangen. Ich ver spreche, ihn zu bitten, seine Besuche so lange bei uns einzustellen, bis er mir, die Zustimmung seine Vaters gebracht hat." .Gott segne Dich, mein Kind, für einen solchen Entschluß! Du nimmst mir damit eine schwere Last vom Her zerk! Entschuldige mich bel Ieldheim. ich sei nicht wohl. Du sagst damit keine Unwahrheit." II. Ange trat ihrem Verlobten mit ein! ger Befangenheit entgegen und so entging es ihr, daß Feldheim ebenfalls nicht unbefangen war. Er kam von seinem Vater, mit dem er nicht über seine Verlobung damit hatte es bei ihm noch keine Eile wohl aber über seine Schulden gesprochen, zu deren Zahlung ihn ungeduldig? Gläubiger, gedrängt. Er hatte rn olge denen, mit seinem Vater ein sehr ernstes Gespräch gehabt, welches er' in einem zartlichen Ulauterstündchen mit der argko sen Geliebten zu vergessen wünschte. Er bemerkte sofort, welche Bitte die keiner Verstellung fähige Ange auf dem Herzen hatte; welche Frage ihr auf den Lippen schwebte, die er gerade heute abzuwehren wünschte. So gebrauchte er dänn düS Mittel, das selten bei einem liebenden, ve:traucns?ollenWeib!: fehl schlägt. Er überhäufte sie mit Liebtofungen, suchte ihre Theilnahme, ihr Mitgefühl für seine bedrängte Lage dem strengen Vater gegenüber.' der ihn in den kleinsten, über den gewöhnlichen Etat gehenden Ausgaben beschränkte zu erwecken und versicherte lebhaft, daß er sich am liebsten von ihm ganz unab hängig machen möcht:.. Der Eindruck, den dieser durchaus nicht ernstgemeinte Wunsch auf Ange machte, war ein ganz anderer, als er erwartet hatte. 'Ätatt .Mitgefühl und zärtliche Theilnahme zu zeigen, löste sie sich aus seinen Armen und rief leb' haft: t . ' : ' .Und was hindert Dich, ; den selbstständigen Mann, dem die ganze Welt offen steht, diese Unabhängigkeit anzustreben? Ich sollte meinen,' be: Deiner Begabung tönTne es Dir nicht'sehlen. Dir ohne grzße l?istrengung die ge wünschte Unadhänglgkelt zu? vencha f c ix i r i: i'r8' s ;i-- ::"r-- -.j;" - -. , "v;:-:!;:1 iin .Kleine Enthusiastin! Als wenn das heutzutage d.'i Ütji nach alle n'Mei-' tcn hin aesteigerten Anforderungen so leicht wäre! überschätzest NnT "ii v ; . inden Liebe Tu edc:-.50 meine B?ga-

bung, wie Du d!e Kraft .nterschStzeft.

die dazu gehört, mich ohne Hilfe meines ano, vcrmlsi mir wem aiiaiau Vaters auf eigene Füße zu stellen; ver- zu einer jährlichen Einnahme, mit der is't. i in meiner ftnrßkarrtere ich Deinem Vater den Beweis liefern

nur langsam vorrücken, sie ohne Unter stützung 'meines VaterS überhaupt nicht weiter verfolgen kann. Ein leichtes Hüsteln im Nebenzimmer brachte Ange das der Mutter gegebene Versprechen in Erinnerung. Dem? Mutter ist zu Hause?" fragte er überrascht. Ange sah ihn erstaunt an. .Natürlich, Mama wird doch nicht ausgeben, wenn ich Dich erwarte. Sie läßt sich nur entschuldigen, wenn sie Dich heute nicht begrüßt, sie fühlt sich nicht wohl. Sie hat mir aber einen Auftrag an Dich hinterlassen," fügte sie ohne Ueberlegung ziemlich ungeschickt hinzu. .Einen Austrag an, mich? Und der wäre?" fragte er. wobei sein hübsches Gesicht Neugi?rde und zugleich Unbehagen ausdrückte. Ange fentte dle Blicke, und ein feines Noth stieg bis an ihr dunkles Gelock. Es war doch schwerer, als sie gedacht, ihr Versprechen zu halten, ihm die Entscheidung aufzudrängen. Ihr mädchenhafter Stolz lehnte sich dagegen auf. Doch was half's? Gesagt mußte es sein, ihre Mutter wünschte eS. und leidend, kummervoll, wie sie schon ohne dies war. durste sie deren Herz nicht mit der Unklarheit dieses Verlöbnisses belasten. Mama will Deine Besuche bei uns licht eher wieder gestatten." gestand Ange ahnungslos, wie ungünstig gerade heute der Zeitpunkt für diese Erklärung gewählt war, als bis Du die Einwil kigung Deines Vaters zu unserer Verlobung bringst." .Da kann sie lange warten!" Anges liebliches 'Gesicht drückte be. oiesem brüsken, dem sonst so gewandten Weltmann ganz wider Willen entschlüpften Ausruf. Schreck und Verwirrung aus. Sie entzog ihm ihre Hand, welche mit weichem Druck in der seinen geruht, rückte auf dem Sopha, wo sie während der Unterhaltung neben einander Platz genommen, von ihm fort und rief mit leicht oibrirender Stimme: ..Wenn Du das geglaubt, Kurt, so hättest Du nie nie von Liebe zu mir jprechen dürfen!" Er fühlt?, daß er eine große Unbesonncnheit begangen und lenkte ein. .Du hast Recht. Ange. ich habe un. Überlegt, unverantwortlich gehandelt. mich von meiner Liebe zu Dir so beherrschen lassen, daß ich Verstand und Ueberlegung verloren. Da es nun aber geschehen willst Du deshalb dem großen Sünder Deine Liebe entziehend .O, Kurt," rief sie, nach diesen so glücklich auf ihr Herz gezielten Worten von Neuem in feine Gewalt gegeben, .Tu weiß!, daß ich, selbst wenn Ich es wollte, nicht fähig dazu wäre'. Ich liebe D:cb. das sagt Dir alles! Tu weißt, welchen Einfluß Dein Geist aus den meinen sich erobert hat, wie Du mit ihm ein Theil meiner' selbst geworden bist, mit welchem Entzücken ich Deiner heiteren Ledensausfassnng gefolgt bin. Meine gute, theure Mutter- hier dämpfteAn ze unwillkürlich ihre Stimme .möchte für mich ihr Herzblut hingeben, und doch hat sie die Schatten, welche auf meiner K indheit und Jugend ruhen, nicht zu verscheuchen vermocht. Du allein hast dieses Wunder in wemgen Monaten zu Wege gebracht. Deshalb verlange ober auch nichts von mir. wogegen sich eine innere mahnende Stimme auslehnt. Für zwei treu liebende Herzen heißt es nicht scheiden, wenn sie dem Gebote der Sitte, der Pflicht gehorchen. Wir können zu einander halten, im Kampf um unsere Liebe erstarken und über alle Hindernisse hinweg zum -Siege eilen," .sobald wir mit ehrlichen Waffen kämpfen und mnthig dem Feind in's Auge sehen!" Sie hatte mit fliegendem Athem, leuchtenden Blickes Worte gesprochen, welche gut, brav und edel jeden draven, edlen Mann freudig in diesem Kampf an ihre Seite gestellt hätle. Nicht so Feldheim, der ein Egoist war. .Wie schön Du bist, Ange!" rief er. .Wie Dich Deine Begeisterung vorzüglich kleidet! Ja, Du mußt mein werden. mein bleiben!" Sie lächelte unter lieblichem Erröthen. nicht ahnend, wie ihr Held, von dem sie geistig gereist, gefordert zu sein glaubte, neben ihr zu einem trivialen,' alltäglichen Tuh'cndmenschen zusammenschrumpfte, der niemals das Panier nach einem edlen Ziel hoch getragen, noch weniger darunter sterben konnte, wenn es die Ehre erforderte. Sie hatte ihren Helden mit einem Nimbus aus shrem reinen, unschuldigen Herzen heraus bekleidet, ihm Eigenschaften angedichtet, die sie nur in Folge ihrer gänz lichcn Unlenntniß der Welt, ihrer Unbekanntschast mit Männern und jedem geselligen Verkehr bei ihm voraussetzte einer Unlenntniß. die mit ihrer sonstigen Klarheit und Reise des Verjtandes in lebhaftem Widerspruche stand. . - . , (t , .. Eine flüchtige Ahnung daß er nicht ganz das sei, wofür sie ihn hielt, war ihr wohl heute gekommen., aber sie hatte noch , keine Zeit gefunden, diesen Eindruck zu verarbeiten und so wehrte sie nur in diesem dunklen Gefühl einer schmerzlichen Enttäuschung seine stürmische Zärtlichkeit zurück und sagte mit sanster Festigkeit: : , ', .Bitte. Kurt, denke nicht an meint, Schönheit. ? laß uns jetzt n ur das Ziel, die, Ausgabe im Auge behaupten, welche zu unserer Vereinigung die nächste, überlegen, aus welchem Wege wir wohl am sichersten Deines VaterS Einwilliq ung z u unsere r Verbind una erlang en. Du sagst." fuhr sie lebhast fort, als er schwieg u n d v crZtimm t über die Uvcnduna. welche da? Gespräch genommen. mit der aristokratischen Hand sein bärtiges Kinn liebkoste, daß es Hauptsächlich meine Armuch ist. welche Deincn Vater acaen v:izxz Verbindung

siimmt. Vielleicht liegt cS in, meiner,

, kann, daß ich. obgleich asm. Dir doch mit diesem Talent ein Kapital mitbringe." Die Wolke der Verstimmung auf Feldheims Gesicht zertheilte sich flüchtia und er lachte. Du liebes NSrrchen," rief er bc lustigt. .aus Deinem kleinen Maltalent hoffst Du Kapital zu schlagen, durch diese Dich bei meinem hschmüthigen Vater zu einer wünschenSwerthcn Schwiegertochter zu machen!" Sie verstand ihn nicht vollständig. .Spotte nur!" rief sie, indem Thränen in ihre Augen schössen; ich habe heute hundert Mark für zwei Porzellgn bilde? erhalten!" .Wirklich! Und aus diesen Schatz baust Du unsere Zukunft auf denkst, es kann Dir nicht fehlen, ein Dutzend solcher Bilder alljährlich zu verkaufen und Dich damit zu einer reichen Partie zu mache? Was denkst Du kleiner Kaspar Hauser denn, was zum Lebe? gehört?" .Du glaubst, ich weiß das nicht?" erwiderte sie heftig. .Nun, Mama und ich haben kaum so viel jährlich zu verzehren, wie mir ein Dutzend Bilder zährlich eintragen könnten und sind ganz gut damit ausgekommen!" .Das möchte ich denn doch bestreiken. Aber immerhin, mag es sein, ich will darüber nicht streiten', obgleich ich kaum einen Monat mit solcher Summe aus kommen würde." .Das glaube ich nicht; dann wärst Du ein. Verschwender!" rief Ange leiV dcnschaftlich. Feldheim erinnerte sich, daß ihm sein Vater das auch gesagt, sich von seinem Platz erhebend, bemerkte er mit nach" lässiger Ucbcrlegcnhcit: .Mein liebes Kind, wir sind in ein Fahrwasser gekommen, in dem Du nicht zu segeln verstehst; es ist daher besser. Tu ziehst Deine Segel ein. und wir sehen uns bei günstigerem Winde wieder." Wie die kühle Ruhe seiner Haltung, seine Sophismen ihr stets zn imponiren verstanden, so auch jetzt, wo die Ausncht des ScheidenS die Wogen ihrer Empörung sofort beruhigte. Du willst mich verlassen?" sagte sie und haschte nach seiner Hand. .Liebst Du mich nicht mehr, Kurt?" Ter weiche, flehende Ton ihrer Stimme, der innige Druck ihrer Hand, die sich schüchtern in die seine stahl, bejchämte ihn. Er zog sie an sich und küßte sie. .Eben well ich Dich liebe, kränkt mich der Maugel an Vertrauen, den Deine Worte mir heute znm ersten Male verrathen." Gekört ml? aber auch Tcme Liebe in Zeit und Ewigkeit?" beschwor sie ihn mit einem heißen Blick ihrer du!' len Augen. Welche Frage! Was ist Zeit, was Ewigkeit für uns, die wir nur Herren des Augenblicks sind. Genieße ihn. Geliebte. Nlmm aus meiner Hand das Leben, die Liebe. Verdüstere Dir und mir nicht die Gegenwart durch Fragen, die in dem verhüllten Schooß der Zukunft ruhen! Ich vermag es mcht." gettand ste l . j. t - : 1. l v! 1 I- ' f traurig, ich kann nicht die Gegenwart don der Zukunft trennen, kann nicht m dem einen Augenblick lieben, um vielleicht in dem anderen schon zu vergellen." Wer sagt denn, mem Herz. daß Tu vergessen sollst?" scherzte er. Du, der nur der Gegenwart lebt," erwiderte sie traurig. Am Wiederichen!" sagte er verstimmt. Sie wiederholte mechanisch: .Auf Wiedersehen!" Langsam verließ er das Zimmer. Hoffte cr. sie würde sich noch einmal mit der alten stürmischen Zärtlichkeit in seine Arme wersen, ihn bald recht bald wiederzukommen bitten? Sie regte sich nicht; mit großen, dunklen Augen, die sich in ihrem jungen, weichen Gesicht fast unheimlich ausnahmen, starrte sie ihm nach. Erst als die Thür hinter ihm in's Schloß fiel, ihre Mutter eintrat, kam Lcb?n in ihre zarte Gestalt. Mit einem wilden Aufschrei warf Ange sich in die Arme ihrer Mut' xr. .Du hörtest alles Mama." .Ja. mein armes Kind. Ihr svrachi laut genug, um im Nebenzimmer verstanden zu werden. Dieser Mann lst Deiner Liebe nicht werth!" .O Mama. Du bist grausam!.Zu Deinem Heile muß ich es' sein. Auch der Arzt gibt einem Kranken btt tere Medizin, daß er gesunde." .Ich werde me aeiunden ich Mus ihn lieben ich kann nicht anders! O Mama." setzte ne :n arollender Verzweiflung hinzu und löste sich aus ihren Armen, .weshalb hatte uns dann ww überhaupt zusammengeführt?" Vielleicht um Dir, der Vaterlosen, frühzeitig den Unterschied zwischen Liebt nd Leidenschaft zu lehren." .Aber ich liebe Kurt ich könnte für unsere Vereinigung jedes Opfer bringen, wäre mit dem bescheidensten Heim, den kleinsten Verhältnissen zu srieden." .Ja. Du er aber nicht. Er würde jeden Kampf scheuen, keine Entdehrungen. leine Opfer Eurer Liebe, bringen können. Du würdest bald allein ganz allein die Kämpfende, Entbehrende sein, indeß er dem Genuß des Lebens in erlaubter und unerlaubter Weise nachjagt, , danke Gott, daß er uns rechtzeitig die Erkenntniß ' seines schwachen, selbstsüchtigen Ehgrakters gegeben, hat." !, Ich kann eS nicht. Mama, denn ich vermag nicht zu glauben, daß cr wirklich so ist, wie Du ihn siehst. Du haft 'ein Vertrauen zu den Menschen." ',' ,, Streng, fast hart gebot die Mutter: .Ange. mäßige Deine Leidenschaft denke an das Verhängniß," an Deinen UN an 1 deinen Vater!

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.Mutker!" Ange schrie ouf. .Du glaubst?" Die Mutter erschrak. Was hatte fit angerichtet! Ange, mein Kind, mein Liebling, was soll ich glauben? Nichts nur zur Beherrschung mahnen wollte ich Dich, die wir armen schwachen Men schen alle nöthig haben." .Aber ich am meisten, soll mich nicht das Verhängniß ereilen wolltest Du das nicht sagen?" Und Ange sah sie mit ihren schönen tiefen Augen, aus denen alle Wildheit geschwunden, un sagbar traurig an. . O diefe Augen! Ihre Mutter küßte sie und antwortete nicht. '

in. Hochamt war beende!. Am Da? mutbig, leicht und schwebend stiegen aus den vergoldeten Rauchpfannen die bläulichen Säulen zur mächtigen Wölbung des Domes empor. Geheimnißvoll schimmerten durch das duftige Gewölk die rothen Flammen der fUbmrnx Lampen. Mit feierlichen Schritten stieg der Priester die Stufen des Altars herab, die Schleppe des langen SammcttalarS auf dem Teppiche' nach sich ziehend. Segnend erhob er die fun kelnde Monstranz, mächtig ertönte sein doremus". Durchschauert von andächtiger Begeisterung warf sich die Menge auf die Marmorfliefen nieder und beugte dehmüthig das Haupt. Nur ein Haupt blieb ungebeugt ein Geist unberührt von der segnenden Gegenwart des Priesters. In schmerzlichen Gedanken stand Ange im Schatten des Kreuzganges, den'Schleicr dicht über ibr blasses Gesicht gezogen. Sie war in die katholische Kirche oeeilt. ohne den Trost zu finden, nach dem sie mit der heißen Inbrunst eines des Kampfes noch ungewohnten Herzens verlangte.' Die Kirche leerte sich. Ange bemerkte es erst, als sie fröstelnd zusammenschauerte. Wenig gestärkt mnd' getröstet, da der Widerstreit ihrer Gefühle es zu keinem Gebet hatte kommen lassen, wandte sie sich dem Ausgange zu.' Vor ihr schritt eine junge Dame, die ein dunkelblaues Sammetkostüm trug. Vor das Gesicht hatte sie einen weißen Schleier als Halbmaske gedunden, welcher einen breiten, unschönen Mund frei gab. Hinter dem Schleier sahen ein Paar stechende Augen und eine etwas starke Nase hervor. Bei dem Hinausgehen tauchte . sie eine mit dänischem Leder bis zum Ellbogen bekleidete Hand in das Wcihbecken. bekreuzigte sich andächtig und warf ein Goldstück in die Opferbüchse, indeß Ange weder das Eine noch das Andere that, sondern hastig an ihr vorüber auf die Straße eilte. Eiligen Schrittes, die Augen zu Boden gesenkt, verfolgte sie ihren Weg. bis eine bekannte, ach nur zu bekannte Stimme sie zusammenfahren und aufblicken ließ. .Haben sich die grollenden Wogen gelegt, darf Leander seine Hcro besuchen?" schmeichelte sich diese Stimme in ihr klopfendes Herz. .Mama ist krank, ich eile,.nach Hause zu kommen," wich sie seiner Frage aus. 1tn fnpftfrt hipfer P?nrne firtf ni?in? t"" wjj w. V " ... ,.. Hero kein sreundllches Wort für m,ch? . .. i r. r v . .Du würdest niemals ein Leander sein und Dein Leben sür Deine Lieb? wagen." Freilich mit einem kalten Bade, das einen lebensgefährlichen Ausgang derheißt, nicht," lachte er. Dafür Hot man heutzutage einen zu kühl verständigen Kopf." .Ja. und kein Herz, das für sein Glück Opfer bringt!" forderte Ange ihr heraus. In diese Augenblick schritt die junge Dame in blauem Sammet an Beiden vorüber und zwar so dicht, daß Feldheim ausweichen mußte, um sie auf dem schmalen Trottoir in der Marienstraße vorbei zu lassen. Ihre Augen begegneten sich eine erschrockene, tiefe Verbeugung FeldheimS, ein hochmüthiges, kurzes Neigen der Verschleierten, und die Fremde passirte. .Wer war diese junge Dame? Sie hat ein unangenehmes Gesicht." .Eine oberflächliche Bekanntschaft ihr Name ist mir entfallen," warf Feldheim rasch hin. Dabei verlangsamte er feine Schritte, um der Fremden einen Vorsprung zu lassen. Er bemerkte, wie sie eine Droschke erster Klasse, die leer entgegenkam, anrief, hineinsprang und im Vorbeifahren einen bösen Blick auf die arglose Ange unter deu schwerw Lidern hervorschoß. .Was hat diese junge Dame gegen mich, daß sie mich so zornig ansieht?" rief Ange. Plötzlich schien ihr ein Gedanke zukommen. .Kurt, Du sagtest mir gewiß nicht die Wahrheit. Sie ist keine oberflächliche Bekanntschast von Dir. sie ist sicherlich die von Deinen? Vater sür Dich erwählte Braut!" .Unsinn! Wie kommst Du überhauht darauf?" .Weil sonst kein Grund vorliegt, daß sie mich so böS ansieht." . .Davon habe ich nichts bemerk!. daZ bildest Du Dir ein." .Nein, das bilde ich mir nicht ein." beharrte Ange. . ;;- . .Vielleicht ist sie ein Tugendspiegel, versuchte Feldheim Über, seine Verlegen heit hinwegzuschcrzen, '.der es anstößig findet, d aß eine so j u n ge, hübsch e Dame wie Du mit einem jungen Herrn allein aus der Straße geht." , ; .Siehst Du! Mama wünscht es auch nicht. ' Du meintest aber, das wä ren für unsere s längst überwundene Ansichten." , . ; .Das sind sie auch. Ich frage Dich, was in aller Welt kann ein vernünftiger Mensch dabei finden, wenn zwei junge Leute vor Aller Augen zusammen SiSWISfS ,,. Sie hatten die Landstraße erreicht. .Du gestattest doch, daß ich Dich nach Hause begleite und mich persönlich nach Deiner Vtütter Befinden erkundige.:gManj(T:iiiil

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Arzt hat ihr die größte' Ruhe verd n:t." .So darf ich ,vttllcht morgen kom men, oder hältst Du c?n dem angegebencn Grunde auch unter diesen VerhältNissen fest?" Ange zögerte mit ihrer Antwort. C3 war etwas in dem Tour Feldheims, was sie verletzte: eine Leichtfertigkeit und Nachlässigkeit, die ihr bisher nicht aufgefallen. Oder sollte fit vielleicbt

erst jetzt darauf aufmerksam geworden sein, weil es so gar nicht zu ihrer traurigen, gedrückten Stimmung, ihrer letzten Unterredung: paßte? Ich denke." sagte sie nach cmigrm Besinnen, .Mama wird nichts dagegen baden, wenn Du Dich nach ihrem Befinden erkundigst." Du bist auerordentlicb aütikr. wenigstens das einzugestehen," spoklere er. Sie waren an der Hnustbiir anaelangt. Also morgen auf Wiedersehen!" .Aus Wiedersehe!" widerbolte sie leise und reichte ihm die Hand. Er kunte Ne mit ebensoviel ftörahckseit, als seine lekten Worte verratben. verneigte sich, ohne den tief traurigen, fragenden Blick ihrer dunklen, sehnsüchtigen Augen zu verstehen- und schritt leije pfeifend den Weg zurück, den er gekommen. Sie hatte ihn selbst zu keinem zartlichen Abschied ermuthigt. Als er aber so kühl, so ohne alles Bedauern so bald zu scheiden, von ihr gegangen, da war es ihr, als müßte sie ihn zurückrufen, noch um einen. Blick, ein Wort von ihm zu bitten. Er blickte aber nicht ein einziges Mal zurück und bog bald um die Ecke in die Sonnenftraße ein. Mit gewaltiger Anstrengung schluckte sie die Thränen nieder. Sie durfte nicht weinen, sie mußte stark sein, damit lbre Mutter niatZ von dreter Begegnung erfuhr.. Aber ein Mutterauge sieht schars mag eigenes Leid und Krankheit es auch geschwächt haben. Als Anae zlu-ibr in's Simmer trat und das durch weiße Vorbänae aedämpfte Tageslicht auf ihr blasses Gelicht fiel, da las sie dann, wen ste gesehen, gesprochen hatte. Aber sie sagte nichts. Sie streckte ihr nur beide Hände entgegen und zog sie so in ihre Arme an ihre eite rneoer. Du bliebst lange fort, ich sehnte mich recht nach Dir." ..O verzeih' daß ich Dich allein ce lassen es soll nie, nie wieder ge schehen! Ich war im Dom." .Ich dachte es mir, meine Ange hat ja Vorliebe sür die katholische Kirche." ;.Weil sie immer offen steht Mama, man dort zu jeder Zeit seine Andacht verrichten kann. Aber ich war heute nicht andächtig, ich konnte nicht beten o Mama hier brach nun doch die künstliche Beherrschung zusammen .ich bin so unglücklich!" .Du bist jung, mein Liebling. Jugend ist der beste Arzt." Anae alaubte eS nickt. Wenn nur die Mutter ihr blieb, die sie schützte. MU leidenschaftlicher Innigkeit klammerte sie sich an ihr schwindendes Leden fest ebenso machtlos, es zu halten. wie unfähia. die Liebe auS dem Herzen zu reißen. IV. ES ist ein regnerischer, naßkalte? Tag. München macht an diesem Morgen einen unfreundliche Eindruck. Tie Naßkälte. der graue Himmel, die dunstige Atmosphäre, das monotone Rollen der Wagenräder, die regentriesenden Schirme der hastig dahineilenden Menschen, deren Aussehen frostig und mißgestimmt ist: alles tragt dazu bei. ein ohnedies schwer belastetes Gemüth noch tiefer niederzudrücken. Von der Landhausstraße durch die Schönfelder Vorstadt nach dem Kirch hofe fährt langsam ein schwarzbehange . et--. , ' c r. ncr ezqcnivugrn, uuj oem ein ein facher. Mit silbernen Beschlägen und wenig Kränzen verzierter Sarg steht. Ein einziger Wagen, in dem der Geistliche und Ange sitzen., folgt ihm. Äer Geistliche, ein alter, würdig?? Mann, hat seinen Reichthum an Trostgründen und frommen Bibelsprüchen erschöpft, ohne den leidenschaftlichen Thränenström Anges in sanste Ergebung, zu wandeln. ' Das nasse Tuö vor die Auaen ae. drückt, die Brust gehoben von convulsivischem Schluchzen, sitzt sie an scmer Seite, unzugänglich für jeden Trost, und wenn er ihr mit, Engelszungen gespendet worden wäre. Nur Eins kann sie fassen nur cn Eins kann sie sich erinnern: Gott hat zu allem Elend sie auch des einzigen Herzens beraubt, das auf der großen, sremden Wett , ihr gehörte, und ihr nichts gelassen, als dag Gespenst der Echutzlosigkeit. Nichts kann dieses von ihrer Seife bannen, nicht die Worte des Priesters: .Gott ist ein Vater der Waisen, wer ihm vertraut, wird nicht zu Schanden werden," nicht die Liebe des Mannes, welcher nach ihrem Verlust sofort herbcigeeilt und ihr seinen Schutz, tn. Hilfe angeboten. Er kam allein; nicht wie sie gehofft, erwartet, in diese ihre Verlassenheit und Noth ' mit der Zustimmung, dem Segen seines : VaterS zu ihrem Verlöbniß. , Sie konnte sich nicht unter dessen . natürlichen Schutz stellennicht lm Hause seiner Eltern die verlorene Heimath, die Liebe einer zweiten Mutter, eines zweiten Vater ' sinden.WM (Fortsetzung folgt. irrt I m F r ie denSge ri ch t,Richter: .Sind die beiden angeblich beleidigten Parteien Wamperl , und Schlaucher erschienen? So! Nun gut! Wamperl soll also behauptet haben, daß Schlauche? ein Esel und Schlaucher, daß Wamperl ein Kamee! sei ! Ist das die Wahrheit ?" Wamper! und Schlaucher: .Jawohl!" Richter: .Ja, aber meine Herren, was wollen Sie denn dann eigentlich hten !Zi!WF

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Zwel Krauen und ekn Man. Aus Karlsbad wird geschrieben: Ew kleines Geschichtchen, welches hier kurz vor Thorschluß der Saison passirte, wird in eingeweihten Kreisen viel besprochen. Herr Fl., ein in Berliner Sportskrcisen wcchldekannter, reiche? Pferdehändler, theils Mitte September seine? jungen, reizenden Gattin mit. daß er auf drei bis sicr Wochen nach Ungarn zum Pfcrdceinkauf reise. Tag gute Weibchen fügte sich der Nothwendigieit und nachdem der erste Trennungsschmerz vorüber, dachte sie darüber nach, wie am besten die Strob Wittwenzeit zu verbringen wäre. Bald hatte sie erfahren, daß Her? v. G., eine Kundschaft ihres Mannes, mit welchem sie schon seit längerer Zeit zarte BeZiehungen pflegte, in Karlsbad weile, und ohne lange zu bedenken faßte sie den Entschluß'. Karlsbad und ihren Freund zu besuchen. Vor ungefähr zehn Tagen brachte

: nun die hiesige Kurliste die Notiz, daß Frau Fl. aus Berlin hier eingetroffen und im Hotel X. abgestiegen wäre. Die betreffende Dame machte während der ersten Zeit ihres Eintreffens in Karlsbad durch ihre eleganten Toiletten und insbesondere ibre's reizenden Gesichtchens wegen unter den wenigen noch anwesenden Kurgästen viel von sich reden. Sie fand bald den Gesuchten. Er war überrascht und Beide freuten sich ihres Lebens und des ungarischen Pserdehandels. Juzwischcn machte der Gemahl in Budapest die Bekanntschaft einer feuri gen Ungarin, die nicht nur Jlka hieß sondern auch ein sehr hübsches Mädchen war. Ter gute Mann erklärte lcdig zu sehr und somit stand einer zärtliche Liaison nichts im Wege. Herr Fl. beschloß, als seine Geschäfte abgewickelt wn. seinen Heimweg nach Berlin über Karlsbad zu nehmen, um hier noch ungestört mit seiner Jlka einige angenehme Tage zu verbringen.' Vor wenigen Tagen traf er mit feiner Getreuen Nachts in Karlsbad ein und stiog im Hotel & ab, welches er schon vor Jahren mit seiner Frau besucht hatte. Jn'S Fremdenbuch schrieb er sich als Herr Fl. sammt Gattin ein. Zeitig am Morgen Fl. schlief noch begab sich Jlka, eigentlich Frau Fl. No. 2. in den Hotel'spcisesaal, um hier zu frühstücken, da sie die Absicht hatte.- die Morgenmusik unserer Kur kapelle anzuhören. Im Speisesaal befand sich schon eine Dame, mit welcher Frau Fl..No. 2, was bei Damen selbst, verständlich, bald in's lebhafteste Ge. sprach gcrieth. Schließlich stellte sich Jlka als Frau Fl. aus Budapest vor. Frau Fl. No. 1 sdenn sie war es) war momentan von dieser JZamensglcichheit so überrascht, daß sie vergaß, sich selbst vorzustellen, sondern nur erwähnte, daß sie .sehr nahe" Verwandte besitze, die den gleichen Namen führten. Eben waren die Damen im Begriff, ihre Ahnen herzuzählen, um zu ergrün, den, ob sie nicht am Ende gar Bluts verwandte wären, als Herr Fl., der in. zwischen Toilette gemacht, im Speise saal erschien und sofort von Frau Fl. No. 2 mit den Worten: .Hier ist mein Mann" vorgestellt wurde. (Tableau.) Augenzeugen behaupten, das Mienenspiel dcs Vorgestellten soll überwälti. gend gewesen sein, trotzdem faßte sich Frau Fl. No. l bald und erklärte, daß es ihr ein besonderes Vergnügen wäre, die Bekanntschaft des Herrn Fl. zu machm. Herr Fl. versicherte wie der, daß das Vergnügen ganz seiner, seits gewesen wäre. Am anderen Mor gen war Herr Fl. nebst Gattin Plötz lich" abgereist. Natur und Kunst. Ssme: Sie haben mein Porträbye schön getroffen, Herr Professor, nur finde ich die Farbe meines Haare5 ein wenig zu hell! Meinen Sie nicht auch? Maler: Ganz wie Sie befehlen, meine Gnädige! Dem läßt sich sehr leicht abhelfen; nur fragt eS sich, soll ich das Bild ändern, oder wo!1en Sie das Original ändern? BühuenrealiSmuS. Neu engagirte Liebhaberin ('s auf gebrachtem Ton zum Regisseur).: Ader

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vLmh . -j$xT3Wi C , . -'4. 't&fjf, . , ! CmTtIuiI ' '-5WMlWMS v; '' ;. I, ' 'f st. tm. 's 1 mjj w MWWMW! 1. HWUM 44: ,v'JU-rA"i , piÜ MtmJT -

ich muß doch sehr bitten, diezeStelle,ZMzM

Faust abzuändern: - j ,, Regisseur: Welche Stelle drnn? ' Liebhaberin: Hier ftehN: Binlwe der Fräulein, weder sckön Das ist doch eine ganz gemeine Beidiguna. D gm;imüj;:.i; !" ' pheMräW Jahrhundtt!-. 's fc.,!' '!!! .;:-sl"

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