Indiana Tribüne, Volume 16, Number 69, Indianapolis, Marion County, 27 November 1892 — Page 2

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LZsltdlütiger kleiner Sttmrsd. Ueber ein wahrhaft verblüffendes 5remp!ar von Jung-Amerika, wenig ftens von der westlichen Schattirung derselben, erzählt dcr Thcilnehiner einer JaOpartle m Colorado: Wir waren von Pueblo aiifgeDio öen, um eine Woche lang am Ärkan süsfkiß zu jagen und zu fischen; um im Freien campiren zu können, hatten wir $tlt mitgenommen. Ein Mann Nainen Britton hatte sein zehnjähriges Söbnchen bei sich; der Kleine war der rnannlichste Knabe, der mir je vorge kommen, und er konnte mit dem Besten von uns um die Wette Aniilopen erle gm und Forellen an'Z Land bringen. Wir erlebten ein Abenteuer, das mir ewig in lebhafter Erinnerung bleiben wird, obwohl die Hauptperson in dem selben durchaus nichts Besonderes darin zu sehen schien. Eines Tages kam der Knabe, zufällig oder absichtlich, von der übrigen Partie ab, verirrte sich dann noch und brachte die Nacht in den Bergen zu. Er hatte eine 38-kalibrige Flinte bei sich, die eine sehr geeignete Waffe für kleines Wild war, aber in dieser Gegend' wohl nicht zu seinem Schuj; hinreichen konnte, denn wir hatten in der Umgebung dcr Stelle, wo wir unfer lchtes Lager aufgeschlagen hatten, bemerkt, daß es von Äerglöwen wimmelte. Gott sei dem Kleinen gnädig! Sein Vater war vor Angst fast außer sich, und wir suchten nach dem aben teuerlich.cn Bengel die ganze liebe Nacht hindurch, jedoch ohne Erfolg. Gerade als die Sonne wieder aufging, traten wir niedergeschlagen den Rückweg nach unserem Lagerplatz an. Wir stiegen eine Thalschlucht hinab, da plötzlich bemerkten wir. was mir so lange um sonst gesucht hatten, aber in welch' tut iseßlicher Lage! Der Kleine schlief fest (wenn nichts Schlimmeres mit ihm der Fall war), und sein Kopf ruhte, wie auf einem Kiffen, auf einem riesigen Berglömen, welcher zusammengerollt war und sich gleichfalls eines gesunden Schlafes zu freuen schien. Was sollten wir thun? EZ war eine Art Wilhelm Tell-Affaire, nur daß wir nichts über, fondern etwas unter dem Kopf des Knaben gut zu treffen hatten, etwas Größeres zwar, als einen Assel, aber im Uebri gen viel bedenklicher. Doch es durste nicht länger gezaudert werden: die Bestie konnte ja jeden Augenblick erwachen und dann Unsere drei besten Schüken näherten sich vorsichtig bis auf 50 ÄardS; dann nahmen sie passende Stellung, zielten gut und auf ein gegebenes Signal gaden sie Feuer. Sie hatten in der That gut getroffen. Die Bestie rührte sich nie mehr, wenn nur weiter nichts pafsirt ist. ach, es wäre entsetzlich ! Da richtete sich plötzlich der Junge halb aus, reibt sich die Augen und Nagt uns schmppl,ch: ..Was um Teu sel macht Ihr denn da? Das Biest hier habe ich ja schon vor vier Stun den todt geschossen! Heilwerth der Llepfek. Cs ist noch nicht allgemein genug be sannt schreibt eine medicinlsche Zeit fchrist einen wie großen Werth der Apfel auch in medicianischer Beziehung hat. Ein Apfel enthält nämlich durch schnittlich eine größere Menge Phosphor, als jede andere Art Obst oder Gemüse; der Phosphor eignet sich aber vortrefflich dazu, den wichtigsten Nerven fiosf des Gehirns und des Rückenmarks zu erneuern. Tarin liegt das Ge heimniß feiner erfrischenden Wirkung, die e? in höherem Grade, als anderes Obst, üben kann. Das Bewußtsein hiervon ist ohne Zweifel schon in alter Zeit bei vielen Völkern, als Instinkt vorhanden getve sen, und vielleicht hängt damit auch die Thatsache zusammen, daß alte skandi navische Ueberlieferungen gerade den Apfel als die Nahrung der Götter dar fiellen. welche, welche, wenn sie suhlten, daß sie schwach und müde wurden, sich stets aus diese Frucht verließen, um die Kräste des Körpers und Geistes wieder zugewinnen. Man denke auch, an die Aepsel dcr Hesperiden und den Apfel des Paradieses. Die Säuren des Apfels haben befrm Vers diel Werth sür Leute mit sitzender Lebensweise; denn sie haben die, Wir Zung. gewisse schädliche Stoffe aus dem Körper wegzunehmen, die. wenn sie im Körper bleiben sollten, das Gehirn schwer -und das Denken träge machen, oder auch Gelbsucht oder gewisse Aus schlage auf der Haut und sonstige Lei den im Gefolge baben. Aus solche Erfahrungen dürste auch der wettverbrntete Brauch zurückzufüh ren sein, zu Schweinebraten. Gänsedra ten und ähnlichen Gerichten mit Bor liebe Apfelmus zu geben. Die Säure reifer Aepsel, sei es in rohem oder ge kochtem Zustand, wirkt dem Uebermaß von kalkigem Stoff entgegen, welcher durch den Genuß von zuviel Fleisch sich bildet, und eignet sich daher zu selten und schweren Flcnchgerlchten unter allen' Umständen sehr gut. Es ist ubnaens auch eine seststchende That sache. daß frisches Obst, wie. Aepsel. Birnen oder Pflaumen, wenn man es ?eif und nicht zu vergessen ! o h n e Zucker genießt, viel mehr dazu d:ent, die Säure im Magen zu vermindern. Is sie zu fördern, denn ihre Saite wer

den ln Verbindungen von Kalium und Kohlenstoff verwandelt, welche stets der Säure entgegenwirken. In der jetzigen Jahreszeit kann daher nichts Besseres angerathen werden, als bei einem Wirthe wundermild" (wie Uhland den Apfelbanm so sinnig nennt) reazt .fleißig einzukehren. ,,rs .',., Splitter. Viele Männer widersprechen nur dann. Wenn es die Frau nicht hören kann ! , Wer schnell gibt g ! b t ooppelt. denn bei längerer Ueberlcgung Qäde er vieitticht nur die Hälfte. , , ., -" - ,x . ' "'

Ein Wiederfeyen

Höhlung do Ludwig Hsvicht. Auf der neuen Straße von Meka nach Amolfi fuhr ein leichter Wagen in jenem schlanken Trabe die Höhe hinauf, zu dem italienische Kutscher stets ihre Rosse antreiben, gleichviel, ob es bcrg auf oder bergab geht. Die beiden klei neu Pferde schienen auch wirklich an diese Gangart gewähnt zu fein, denn sie trabten selbst dann immer unver drossen weiter, wenn sie nicht durch die Peitsche, sondern nur durch einen Anruf des Kutschers angetrieben wurden. Im Wagen säß ein sehr ungleickM Mensöenpaar. Trotz des fremdlandischcn Schnittes der Kleider und trotzdem der Herr seinen Cylinder etwas in den Nacken geschoben hatte, ließ sich im schwer seine Nationalität erkennen. Der Mann mußte Italiener sein, das verriethen die dunklen, unruhig fun kelnden Augen, das krause schwarze Haar und die gebräunte Gesichtsfarbe, noch mehr vielleicht die Lebhaftigkeit seiner Bewegungen und das Feuer seines Temperaments. An Alle, die er unterwegs traf, nch tete dcr vornehme Reisende zum Erstau ncn der guten Leute ihrer Landes spräche freundliche Worte, und jetzt, als das Gefährt das wie in einer präch tigen Wiege gebettete Posidana erreicht hatte, warf der Herr den auf der Straße umherhockenden. halbnackten Kindern einige Kupfermünzen zu und ergötzte sich dann daran, wie die zer lumpte Schaar über die Beute hersiel und sich förmlich zu einem Knäuel zu sammenballte. Sieh. Mary, ist das nicht lustig? wandte sich .der Mann zu der blonden, hochausgeschossenen Fran an seiner Seite, die ihn beinahe überragte und deren blasses, scharf geschnittenes Gesicht mit dem Ausdruck der entschieden ften Langeweile in's Blaue starrte. Die seidenweichen Wimpern der Dame senkten sich mit allen Zeichen dcr Er müdung über die grauen Augen, als fahre sie durch die flachste und reizloseste Gegend und nicht durch eine Landschaft, die' allen Zauber des Südens in be rückendster Schönheit vor ihr entfaltete: aber diese neue Straße war noch nicht in ihrem Reisehandbuch als eine der wundervollsten, eine Paradieslandschaft önnendcn ausgeführt, und fo suhlte sich auch die echte Tochter Amerikas nicht verpflichtet, sich für die Schönheit einer Gegend zu begeistern, die das dauernde Entzücken, jedes Malers werden muß, dcr das Glück hat, sie zu erschauen, denn hier bietet jede Biegung des We ges ein anderes, farbenprächtiges Bild. Die in den phantastischsten Formen zerklüftete, dunkel-glühende Fclsenkette umgürtet einen Erdenwinkcl, der allen Sonnenglanz des Südens gierig in sich aufgetrunken und die Gelände dafür mit dem üppigsten Grün geschmückt hat. Da tummelt über Orangen und Li monenhainen kühn die Rbe hinweg und schmückt in köstlichen Guirlanden jeden Winkel; dort schimmert aus dem Dunkel die rothzlühende Blüthe der Granate; eigen, Oliven und Iohan niSbrotbäume überbieten sich darin. ihre Aeste in die phantastischsten Formen im Sonncngold zu baden; überall grünt und wuchert es, als könne die Erde cm Blühen und vriichtezeitlgen sich nie genug thun und gar kein . Ende sinden. Und drunten das blaue, son nenbeglänzte Meer, das mit dem licht getränkten Himmel über ihm zu wett eifern sucht, wer von ihnen den märchenhaftesten Zauber in die dafür empfängliche Menschenseele zu senken vermag. nur die blonde, blaue Frau im 53a gen hatte diese lachende Landschaft keine Sprache, noch weniger schienen die zerlumpten, nch auf der Strafe umher tummelnden Kinder ihren Beijaü zv kmden. Pfui! die kleinen, schmutzigen Ge schöpfe! murmelte sie verächtlich und sie wandte sich mit allen Zeichen des Abscheus von der Gruppe ab. Ich war auch einmal ein solch' schmutziges, kleines Geschöpf, sagte der Mann lachend, und er griff von Neuem in seine Tasche, um andern Kindern, die jetzt im Dauerlauf dem Wagen folgten und dabei unermüdlich um ei neu Soldo bettelten, einige Kupfw münzen zuzuwerfen. Die Frau an seiner Seite verzog daS Gesicht; sie schien bei dieser Erinne rung ihres Gatten an seine Jugendzeit noch jetzt einen Ekel vor ihm zu em psinden; ann aber sagte sie gelassen, wie zu ihrer eigenen Beruhigung: Bah, das ist schon lange her! und sie mu sterte dabei noch einmal sorgfältig das Acußere ihres Lebensgefährten. Es war zu ihrem Trost tadel und makel los. . Der sorglose Sohn des Südens lüm merte sich wenig um den Abscheu, den seine in ganz andern Lebensverhält Nissen aufgewachsene Gattin vor seiner Vergangenheit empfand, ja. er schien mit wahrem Vergnügen sich in seine Jugenderinnerungen zu versenken, ohne darauf zu achten, daß sich auf dem kalten, schmalen Gesicht der Frau ein wahrer Widerwille malte, je länger er 'davon sprach; ja, sie rückte unwtlltür lich etwas von ihm ab, als sei ihr seine Nähe widerwärtig und verhaßt. Sie preßte unwillig die scharf geschnittenen Lippen fester übereinander, und zum ersten , Male fragte sie sich heimlich, Warum sie eigentlich diesen Menschen ; geheirathct habe. Er hatte ihr gefallen, j mit seinen feurigen Augen, seinem noch immer hübschen Gesicht, obwohl er Hich st,!'-.n ' .. . t. ' cinrnui meyr zu oen unguen zayne. Antonio Feraldi war auS seiner ita licnifchen Heimath herübergekommen, um in Amerika sein Glück zu mächen; nachdem er einige Jahre recht hübsches Geld verdient hatte.war er plötzlich um all seine Ersparnisse gekommen, und als ihn Miss Blacksmith kennen lernte, hatte ihm daS Schicksalsrad wieder so ties nach unten geschleudert, , daß t schon froh war, in ihrem Hause einen Dienst zu finden, dcr ihn vor dem Ver.

hungern schützte. Aber sie war ja reich

und unabhängig und wenn t du Laune anwandelte, diesen armen, ita lienischcn Schclm zu ihrem Gatten zu machen, so hatte niemand ein Wort mit drein zu reden und sie war überzeugt, daß manche sie um den Besitz des hüb schen Menschen beneiden würde. Der Mann wa? in seiner Heimath zwar schon einmal verheirathet gewesen; er hatte sogar eine Familie dort zurück gelassen, aber seine Frau war inzwischen verstorben; er besaß einen von der BeHorde ausgestellten Schein Über das Ableben seiner ersten Lebensgefährtin und so war alles in beste? Ordnung; die reiche Amerikanerin konnte ihren Einfall verwirklichen und den armen italienischcn Teufel zu ihrem Gatten ma chen. Sie hatte auch bisher die Er Werbung nicht zu bereuen gehabt; u konnte sich mit ihrem Herrn Gemahl" überall sehen lagen; er war ein voll kommener Gentleman gcworden. der in seinem Aeußern durch nichts von seinen jetzigen Standesgenossen abstach. Ach, und sie empsand bei dem Gedanken keine kleine Befriedigung, daß ihr Mann sich doch beständig ' sagen mußte, wie er all sein jetziges Älück ihr allein zu danken habe; er konnte wohl mit der Wand lung seines Geschicks zufrieden sein, selbst wenn sie ihn ihre Herrschaft, wie sie das ganz in der Ordnung fand', zu weilen scharf und entschieden sühlen ließ. Heule kam der reichen, verwöhnten Amerikanerin zum ersten Mal der Mann an ihrer Seite so vulgär" vor; er hatte doch gar nichts von einem ,.Gentlc mau" und daß er auch einmal ein solch' schmutziger, zerlumpter Junge gewesen, wie sie dies kleine Gesinde! zu ihrem Ueberdruß schon überall in Italien und jetzt wieder gesehen, konnte sie ihm nicht verzeihen. Was hatte er nöthig, ihr seine Bettlerarmuth aufzutischen, die ihr nur Ekel einflößte. Antonio dagegen härmte sich wenig um die heimlichen Empfindungen feiner Gattin; er ahnte gar nicht, was soeben in ihrer Seele vorging, ja, er schien mil wahrem Vergnügen sich in seine Ju aendcrinnerunaen zu versenken, und ohne weiter daraus zu achten, daß er an seiner Frau eine seh? mißmuthige Zu Hörerin hatte, erzählte er von der bitte ren Noth, die m dem Hause feine? El lern geherrscht habe, und wie er noch zerlumpter umhergelaufen, als zene Knaben, die jetzt schon im Staube der Landstraße ihren Blicken entschwunden waren. Schwatze nicht länger davon, sonst wird mir übel, sagte die Amerikanerin endlich scharf und verweisend, denn sie mochte nichts mehr von diesem geradezu ekelhaften Elend hören. Der Mann tah seine Gattin ganz verwundert an; er vermochte ihren Zorn gar nicht zu begreisen, die Vergangen heit stürmte zu mächtia auf ihn ein; das Gefährt näherte sich ja immer mehr semem Hetmathsort und nun weckte jeder Winkel in ihm Erinnerungen an die trübe und dennoch so selige Jugendzeit und eS überkam ihn wie i einem Rausch. Sich. Mary, dort auf dem Berge habe ich die Ziegen gehütet, mit den nackten Füßen habe ich mir manchen Dorn einaetreten; aber wie mich auch zuweilen der Hunaer plaate. ich hade doch den ganzen Tag gesungen, ich wußte ja nicht, wie arm ich war, und kannte es mcht besser. Und jetzt siehst du deine Heimath als reicher Mann wieder. Wie werden deine alten Freunde dich anstaunen und be neiden. Beneiden?! Wer weiß! Sie sind in all ihrer Armuth nicht so unglücklich, wie du denkst. Hör doch, wie sie dort lärmen und jauchzen! und der Italic ner zeigte mit der Hand nach dem Orte, der mit seinen weiß getünchten Häusern auS dem leuchtenden Grün freundlich hervorschimmerte. Es ist heut Ma rienfest. fügte er eifrig hinzu, da wirst du sehen, wie prächtig wir das feiern und wie fröhlich und glücklich heute alle sind! Ich habe diese Feste in Italien zum Ueberdruß genossen und gähne schon, wenn ich daran denke. Aber mir geht das ganze Herz auf! Ach, schade, daß wir ein wenig zu spät kommen; die Procession ist vorüber, jetzt schießen sie schon, und wirklich dröhnte bereits der erste Böller in das Thal und die Berge brachten ein mehrsacheS Echo zurück. Der Italiener wurde immer aufge regier, seine dunkeln ! Augen .leuchteten seltsam und er richtete sich in die Höhe, während die blasse, schlanke Frau an seiner Seite sich bequem zurücklehnte und mit allen Zeichen der Ermüdung und Langweile die Augen schloß. Ah, boxt steht auch noch die alte Earaube, in deren Schatten ich mit Assunta so oft gesessen hab:! Wir man derten jeden Abend bis hierher und ich.... er stockte,, ein leiser Seufzer hob seine Brust. Und eil warst damals wohl glückli chcr als heute? fragte feine Gattin; während dabei um ihre scharsgeschnitte nen Lippen ein sarkastisches Lächeln spielte, blickte sie halb verächtlich, halb mitleidig Über den armen Tropf hin weg, der ihr noch niemals so lächerlich und all ern vorgekommen war als eben jetzt. War cö nicht geradezu einsültig, sich mit solcher Schwärmerei an seine Aettelarmuth zu erinnern, und jetzt wagte der freche Patron sogar von seiner ersten Frau, und noch dazu in die sem Tone, zu sprechen, von einem GezchSps, das sicher ebenso zerlumpt und , schmutzig umhergelaufen wie , all das arme Gesindel. das ihr in Italien einen solchen Ekel eingeflößt htte. ' 1 Antonio gab auf diese Frage leine Antwort; er mochte doch nicht offen be kennen, was er fühlte und dachte, denn er konnte den höflichen Italiener noch immer nicht ganz verleugnen, obwohl er ; schon manche Jahre in dem freien Amerika zugebracht hatte, wo niemand die blasse ScheuKkenntMein'rnnerfteS, EmpfmdlnJloVZu legend!

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Das Gekäbrt batte iekt die ersten Häuser des kleinen Bergnestes erreicht, das heute in seinem festlichen Schmuck einen recht freundlichen Eindruck machte. w r. . r . . . ... ueoer oie siraRc mnwea waren eine ; Menge Guirlanden gezogen, die Fenster A1 T ' . - f"V - n und Balköne bedeckten bunte Sucher und Teppiche und der Boden war noch mit gelben Gmstkrblüthkn übersät, die bei d.'m kirchlichen Umzüge von den Kindern ausgestreut worden. Nicht nur die ganze Bevölkerung des Ortes schien auf den Beinen zu fein, es mußten auch aus der Umgegend sich noch viele eingefunden haben, denn in der lang hingestreckten Gasie wimmelte es von lustig plaudernden und fröhlich drein sch aue den Me n schen. Wie immer bei solchön Gelegenheiten in Jtalieck hatte das Kirbenfest auch zine Menge Bettler herbeigelockt, die bei dcr heute freigebiger gestimmten Be völkerung ihre Ernte' halten wollten. Ten Insassen des Wagens streckten sich von allen Seiten verlangende Arme kntgegen und Antonio fand in dem Al mozcnauötheilcn ein solches Vergnügen und gab sich dieser Beschäftigung so eifrig hin, daß sei Vorrath an kleiner Münze bald völlig erschöpft war. Da näherte sich eine Frau in Lumpen, mit einem Mädchen an ihrer Seite, das sich ängstlich an ihrem verschossenen, arg gestickten Kleide festhielt. Die Frau hatte ein Tuch fo um den Kopf ge schlungen. daß van ihrem Gesicht sast nichts zu sehen war, nur ein paar zroße, dunkle, tief eingesunkene Augen richteten sich aus der Verhüllung auf den vornehmen Reisenden in dem Wa zcn. Ich habe leider nichts mehr, liebe Frau, sagte Antonio mitleidig und machte dabei nach Art der Italiener eine verneinende Bewegung mit dem Zeigefinger. Bei diesen Worten öffneten sich die großen Augen der Bettlerin noch mehr; sie blieben' eine Secunde unruhig for, schend auf dem Antlitz des Sprechers haften, dann stieß die Frau einen Schrei der Ueberraschunq aus und streckte die Arme zum Himmel. Heilige Madonna. Antonio, du bist es?! Du bist vom Tode auscrstandcn! und sie jiarrte ganz verstört und wie geistes abwesend auf den Fremden. Das Tuch zzar ihr bci der raschen Bewegung vom kkopse gefallen; ihr abgehärmtes, mage ccS und troMm noch Spuren ehemali zer Schönheit verrathendes AntliZ mmht sicktbar. Gott im Himmel! Munta! auch du ist, du bist nicht gestorben! rief der r A ' - ' - i lebst Italiener aus und mit einem Satz sprang er aus dem Wagen, und alles vergessend, schloß er die arme, zerlumpte Frau in seine Arme, die, noch immer kaum ihrer Sinne mächtig, sich an seine Ärust lehnte und mühsam hervorkeuchte: Und du. Antonio, bist nicht todt, wie es mir doch d?r Sindaco gesagt hat! Und mir hat der Schurke geschrieben, ,daß du gestorben seiest und mir sogar seinen Todtenschein geschickt.! Das ist ja zum Tollwerdcn! rief der Italiener heftig aus. Ah. und du lebst wirklich?! O, Ma donna! und das arme Weib begann vor freudiger Aufregung laut zu schluchzen und blickte dem plötzlich so ffmtihprfrar ttiiehprnmmhMiMT sKrttn tärtlich-sorschend in die Auacn, als könne sie sich noch immer nicht von dcr Wahrheit völlig überzeugen, daß der Todtgeglaubte und schmerzlich Beweinte sie jetzt lebend und leibhaftig in seinen Armen hielt. Und das ist unsere kleine Rafaella?! Wie hübsch sie geworden! rief Antonio, und er beugte sich zu dem Mädchen hin ab, das 'sich scheu und furchtsam vor dem fremden Manne hinter dem Nücken der Mutter verkriechen wollte. Rafaella. das ist dein Vater, wandte sich die Frau zu ihrem Töchterchen, und sie drängte die noch immer Widerstre bende zu ihrem Gatten, der das zer lumpte Kind zärtlich in seine Arme schloß und es mit heißen Küssen be deckte. Um die Gruppe hatte sich bald eine Menschenmenge gedrängt, hie ganz ver wundert die Vorgänge beirachtete und sie noch nicht begreifen konnte. Der vornehm gekleidete Herr sollte der arme Feraldi Antonio sein, den alle gekannt hatten und der vor Jahren ausgewau vert und von dem dann die Kunde ge kommen war. daß er gestorben sei. Der Bürgermeister hatte es allen so ge sagt und die arme Assunta, die von ihrem Manne, so lan:p er anr Leben war, eine kleine Unterstützung erhalten hatte, war seitdem zur Bettlerin herab gesunken. ES ivar wohl Antonio sie kannten ihn jetzt alle wieder, denn die Italiener haben ein vorzügliches Gedächtniß für Gesichter, und doch wie war das alles möglich, daß der Todtz:g!aubte plötzlich hier wieder schien nn? noch dazu als vornehmer H.rr und in Begleitung einer Tam.'. Veren ganzes Aeußere verrieth. d-,sie selzr reich sein müsse, denn all dieKJßen Brillanten in ihrem Ohr und an ihrem Busen mußten einen Werth von vielen Tau senden haben, so blendend und prächtig funkelten sie in der Sonne. Ein Murmeln deZ Erstaunens ging 'düH'disMm yynf tt.t tilif Ynt'lhm strrtrtn n r n llVUy lltct ; ü l Y " (J . .VUW so seltsam wieder vereinte, Ehepaar her an. "". - tyf?s'r'.v r' - , ?::..v ; t ,!.;; ' .. : Nur auf die Frau im Wagen schien der ganze Austritt leinen tlesen Ein druck zu machen: anfangs hatten, die grauen Augen der Amerikanerin etwas erstaunt das wunderliche Benehmen ihres Mannes beobachtet: War er denn WMschWWIdWeWlößWWj dem Wagen sprang und eine Bettlerin m die Arme m m ii Allmählich wurde ihr der Vorgang doch klar, obwohl sie kein Wort von den Sprechenden verstand: aber der Name Assunta schlug an ihr Ohr und aus der unaeheuren Beüürzuna und dem dar aus folgenden Jubel der Beiden konnte sie wohl entnehmen, daß ihr Mann hier

vider alle? Erwarten seine erste, als i,: at:"..:';:;-:.1!:1" .2 .: , !.',, jll '.-' . ! ;;'. :;.. F'i;.

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todt angesagte Frau wiedergefunden habe. r In ihrem praktischen Sinne zergrü ' belte sich die Amerikanerin ukcht weiter i V ft 5 VahICah a SkA X IX . a - vciiüiuyi uumvu, uuc u. muuu worden sei, fondern sie suchte nur rasch ihren Entschluß zu fassen. Ein ?!ann, dcr ihr die Kränkung zufügen und von ihrer Seite hinweg sich in die Arme dieses zerlumpten ' Geschöpfes werfen und dann die' schmutzige Kleine jubelnd an seine Brust ziehen tonnte, mit dem war sie fertig, der verdiente nicht eine reiche, vornehme Daine zur Frau, der munte mit dem elenden Bettctvolk wei ter leben, zu dem er gehörte. Er ver diente einen Fußtritt, nichts weiter, und sie empfand es wie ein Glück, daß sie auf diese wunderliche Weise einen Mann loS wurde, der ihr heute geradezu widerwärtig und unerträglich geworden war. Als sich nun der Italiener plötzlich seine? zweiten Frau erinnerte und ihr nun doch etwas verlegen erzählen wollte, in welche Verwirrung er durch die Schlechtigkeit des Sindaco gerathenNl. sagte die Amerikanerin mit eine" abweisenden Handdewegung: Schon gut, du hast deine todtgcsagte Frau wiedergefunden und ich sehe ja. wie glücklich du darüber bist. Ich will dich weiter nicht stören, behalte die 10.000 Franken, die du in deiner Tasche hast sie werden sür euch Lumpcnvolk genügen und sage dem Kutscher, das' er sofort umkehrt! Und als Antonio jetzt mit der ganzen Beredtsamleit des Italieners sich ent schuldigen und vertheidigen wollte, ent gegnete sie kühl: Verlier weiter keine Worte, und all ihre italienischen Sprachkcnntnissc zu sammenraffend, wandte sie sich scharf befehlend zu dem Kutscher: Cocfcisre, voglic ritornare, subito! und ohne nur ihrem Gatten noch einen Blick zu fchen ken, fuhr sie den Weg zurück, den sie eben gekommen war, und auf ihrem Antlitze zeigte sich auch nicht die leiseste Spur von Erregung. Wer war die ssrau? fragte jet As sunta und schaute nun der Fremden mit einem Blicke nach, der verrieth, daß sie sich bereits im Stillen dies Frage beantwortet hatte. Ich werde dir alles sagen, Assunta aber erkläre mir nur zuerst, wer dir mitgetheilt hat, daß ich gestorben sei. Der Sindaco aab mir es wird letzt ein Jahr zehn Lire und sagte dabei: dcZ ist das letzte Geld, das 'ich Ihnen bnnge; der arme Antonio it leider drüben am gelben Fieber gestor i i jen und das m aues, was er ernten interlassm hat. Vor Schmerz und Aufregung bin ich schwer erkrankt und dann ne vollendete nicht und blickte traurig auf ihre Lumpen herab, die j? alles sagten. Und mir schneb rr, eben um rneielbe Zeit, daß du gestorben seiest unö er schickte mir einen Todtenschein, d NlchtZwürdige Halunke! Tu hattest alle Vierteljahre 10 Iran ken an den Sindaco gezchickt; es war nicht viel; aber ich war dirdoch dankbar und.. .. Ah, dcr Schurke! Nun begreife ich alles! schrie Antonio und ballte wüthend die Fäuste. Du sagtest 10 Franken! ich habe dir jedesmal 100 Franken ge schickt und zulegt 1000 Franken, damit du mit der Kleinen und deinem jüngern Bruder . nach Amerika nachkommen konntest, und dcr Schuft hat das schöne Geld in seine Tasche gleiten lassen, und damit sein Betrug niemals an den Tag kommen sollte, uns beide schon bei un sern Lebzeiten in das Jenseits spedirt! Das war freilich bequem! Wo ist der Hallunke, daß ich ihm den Hals um drehe?! Wo ist der Sindaco?! wandte er .sich zornig fragend an die Menge, die uun schon mit allen möglichen Aus rusen die Unterhaltung der beiden Ebleute begleitet hatte. Ja, wo ist dcr Sindaco?! Niemand weiß es, antworteten mehrere fast zu gleicher Zeit. Er ist vor sechs Monaten' ausgewandert, man sagt, nach Brasilien, und cr wird wohl nicht wiederkommen, denn es hat sich hinterher herausgestellt, daß der ehren werthe'Hcrr gar'viele betrogen hat. Antonio Feraldi trug dem entflöhe nen Bürgermeister seinen Schurken streich nicht weiter nach: er mußte sich sagen, daß er ohne die Spiegelfechterei des schlauen Patrons gar nicht mehr das Glück wiedergefunden hätte, daß ihm jetzt von neuem zutheil wurde; dem Schurken, der ihn hinterrücks und mit dem gefälschten Todtenschein AssuntaS zum Wittwer gemacht, hatte er es doch allein zu danken, daß er die reiche Ame rikanerin heirathen gekonnt, denn aus eigener Kraft hätte er sich wohl drü den- niemals wieder emporzuarbeiten vermocht, nachdem ihn eine einzige ver fehlte Spcculation in den Abgrund ge schleudert. Nun war alles viel hüb scher gekommen. , als er zu träumen ge wagt.' das harte Joch, das ihm seine zweite Gemahlin auferlegt,, war ihm doch zuweilen schon recht drückend ge worden; die reiche. verwohnte Ameri kanerin hatte ihn ihre Herrschast zu sehr sühlen lassen und im Stillen, war er, schon oft empört darüber gewefen; aber er hatte die Tyrannei weiter ertrageu. weil er nicht gewußt, was er beginnen solleAwcnnK Laune angewandelt wäre, ihn ,wie ein Spielzeug, dessen man müde geworden, beifeite ' zu . werfen 1 und er kannte selnKtdWaHHZMstMMMz solchen Dingen wenig Spaß und ging stets kurz und entschieden auf ihr Zie' losWWMWMMKWM IIMunF liebe)!ffemziKIAssuÄaWs Bilkk niemals in seinem Herzen erloschen waf, hatte er wiedergefunden: sie allein paßte ! für ihn Wnd'erSsürWe, und er kaMsich vor wie ein Fisch, der nach lMger Jrrsahrt in das sür ihn allein Kelgnete ' und für sein Leben nothwen' ige Gewässer zurückversetzt morden. Die zehntausend Franken, die ihm ie Ämerlianerin uderianen hatte. eichten sür Antonio Feraldi hin, ihn

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hier in der Heimath zum reichen Manne zu machen; er konnte sich damit tm hübsches Besitzthum kaufen und mit den Seinen im goldenen Sonnenschein das Dasein nach Herzenslust genießen. An tonio lebte mit seiner wiedergefundenen Assunta glücklich und zufrieden, die reiche Amerikanerin war bald vergessen und sie blieb auch für ihn auf immer verschollen. Eine Pariser Aachteafescene. Ein seh? amüsantcs Abenteuer spielte sich jüngst in einem großen pari ser Nachtcafe ab. Es wär zwei Uhr Morgens, die Stunde, zu der sammt liche Kaffeehäuser geschlossen werden müssen; zwei Polizisten bemerkten, daß in dem bewußten Nachtcafe noch Licht brenne und traten ein. um den Wirth zur Rede zu stellen und ein Protokoll aufzunehmen, der Wirth setzte den bci den gewissenhaften Polizciagcnkcn jedoch auseinander, daß er sich nur noch mit einer seiner Kellnerinnen ein wenig ge zankt habe und nachdem es den Gar dienS gelungen war, zwischen den strci tenden Parteien Frieden zu stiften, er klärte cr sich bereit, eine Versöhnungs runde" zum Besten zu geben. Die Polizisten ließen sich den Ab sinthliqueur wohl schmecken, aber kaum waren die Gläser geleert, als man von draußen an die Thür dcS Kasscehauses klopfte. Das ist der Unter-Briga dier!" riefen die Gardiens zu gleicher Zeit, schnell, verbergen wir uns!" Schlüpft nur hier in das Kellerloch hinein, dann wird er Euch nicht sehen.sagte der Wirth, und die Polizeiaaen ten versteckten sich wirklich im Keiler. fallen war und dcr je!;t, nachdem er sich überzeugt hatte, daß sich kein Gast mehr im Saale befände, sich bereit erklärte, einen kleinen Imbiß zu sich zu nehmen. Eben wollte er das Local wieder der lassen, als man zum dritten Mal an die Thür schlug und zwar so heftig, daß der ganze Schanktisch in's Wanken gerieth. Ich weite, daß es der Ari zadier ist." murmelte schreckensbleich der l!nterBrigadier; er darf mich hier nicht finden." Da der Keller bereits besekt war. war )er Wirth in großer Verlegenheit; er wußte nicht, wohin er den dicken Unter Brigadier schaffen sollte, und draußen schrie der Brigadier fortwährend mit zellender Stimme sein bedrohliches Ouvrszi clono!" durch die Nacht. End lich latte der schlaue Wirth Rath geunden und brachte den Untcr-Brigadicr ,n einem hinter dem Ofen befindlichen Lerschlag unker, in dem außer einigen Centner Kohlen ein großer Kater lag, der sich mit dem würdigen Beamten , in einen ungleichen Kampf einließ und ihm einige schmerzende' KraMunden beibrachte. Unterdeß war der Briga dier in das Local eingetreten, und nach dem er sich eingehend über die Bedeutung des verdächtigen Lichtscheines hatte unterrichten lassen, bestellte er ein Paar Würstchen mit Sauerkraut (Choacroute), ich sterbe vor Hunger! fügte r hinzu. Während der Wirth stöhnend und seufzend die Würstchen kochte,' knüpfte der alte Brigadier mit der jungen Kell nenn, die zu dieser ganzm Lustspiel scene die Veranlassung gegeben hatte, ein zartes Verhältniß an, versicherte sie der Gunst der Polizei, luv sie zum? pflichtschuldigst Es mochte so gegen vier Uh? Mor U'rUumZ tl ÄSw lnchtt Ludchm vo Nch genS fein, als sich der Brigadier schwer hintratternd, entfernte; während der ! ganzen Zeit hatten seine Untergebenen natürlich nicht zu mucksen gewagt. Als der HSchstcommandirende zur großen Befriedigung des Wirthes verduftet war, wurde erst der arme Unter-Ariga dier gerufen, der lendenlahm, zerschün den und mit pechschwarzem Gesicht aus seinem Versteck hcrvortroch. Als man dcrnn aber die beiden Polizciügenten aus dem Keller holen wollte, fand, man sie schlafend und schnarchend neben einem großen Faß Rothwcin. Sie hatten nämlich, da ihnen der Äufent halt im Keller zu langwellig geworden war. eine sidüe Zecherei veranstaltet und .dem Wirth für fünfzehn Francs Bordeaux ausgctrunlcn. I n d em kleinen 'französischm Städtchen Pontarljcr war kürzlich eine Schauspiclertruppe onge lang die mit der BclüMrüng Trojas durch die Argonauten" den feierlich verheißenen .CyllüS- von Borst ellun gen" begann. Schon sind zwei Acte überstanden, der Vorhang hebt sich abermals: Ein Krieger tritt aus oder viclmebr strauchelt schwer bezecht aus die Bühne! Unverständliche Worte lallt er von der Eroberung Troia's un) dcr schönen Helena, dann sinkt er schwer auf den Thron, lüftet seinen Helm, um sich den Angstschweiß von dcr Stirne zu wlscheWKndsagtan erstaunten Publikum: Ja,' meine Da men und Herren, ich bin bezecht! Aber bevor Sie mich auszischen, warten Sie gefälligst, bis der König 'Z.gamemnon auftritt, . der hat sich noch einen ganz anderen angesäuselt!" Man stelle sich den , Sturm der Heiterkeit und , Entrüstung im Zuschauerraum vor! Der bckneipte Kommödiant erhebt sich darauf!Äftt ten, macht jedoch einen Fehltritt und fliegt, mit dem Kopfe zuerst, in den Souffleurkasten hinein! Schleunigst fiel nun der Vorhang und die Be lageiunvÄ Schoben rtViöbneneiv z l e i ch zu Mittag essen oder erst spä ter?" Lieber gleich, Herr Oberkell ncr! Wie Sie befehlen! Nur müf sen Sie dann noch eine Vierttlstunde warten.

Es war in dcr That der die Ronde Gmazzemg yam er aus ver Pöst aver machende UnterBrigadier, dem gleich. ? auch noch ein blankes Marlstück.dcpo falls das Liebt im Kaffccbause äufae- nirt. mit der Bitte, dafür sofort in

Sitzen und Mittrinken ein und kno- i w " .V-T belte- später mit dem Wirth die ganze j wicht cmgefuhrt! Zeche aus. der Wirth verlor natürlich r wsinn. mem bester Herr, solche

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AMZMV ttcble folgen derGewohnyeik. Meine kleine Geschichte spielt in einnn entlegenen Winkel unseres lieben Vaterlandes, das bemerke ich gleich im Voraus. Und zwar in einem' solchen, wo es noch Landposikn gibt, richtige, ioirkliche Landposten mit zerbrochenen Wagenrädern und fchnapZtrinlcuden Postillonen. Dcr alte Herr Kiclmann aber, ich meine den von der Firma Schubert, Kielmann & Sohn, lieble solche Gegen den, dcnn er hatte in seinem große Hamburger Exportgeschäft das ganze Jahr hindurch Trubel und Lärm ge nug; deshalb suchte er im hohen Sommer gern derartige weltfremde Punkte auf. wo die Menschen noch von dicker Milch nnd Schafkäse leben und man den Schaum eines frischen Glases Bier sür ein Weltwunder hält. So hatte er denn auch heuer wieder ein Städtchen in's Auge gefaßt, welches nur aus dem Weg? der holprigsten Landpost zu erreichen, auf dcr Land karte nur mit Hilfe eines scharfen Mikroskops zu entdecken war und hart an dcr Grenze der heutigen Cultur lag. Aber das schadete nichts. ' Kielmanu ging frohen Muthes auf die Post, schrieb sich daselbst slott als Passagier ein. zahlte dafür ohne Murren den ge forderten Preis von 22 Mark und 59 Pfennige, und faß wenige Minuten spstcr in einem alten, gelben Kumpel kästen, in welchem sich außer seiner herkulischen Hamburger Gestalt von beinahe 300 Pfund nur noch ein ganz kleines hageres Männchen befand, das ihn somit weiter nicht besonders gcnirte dem besprochenen Städtchen ein einfaches Hotelzimmer und im gutes Diner zu bestellen in sovirl Worten, als man eben für eine Mark beim Telegraphen erhält. So saß er denn nun also feclenvcr gnügt in dcr schwerfälligen alten, gelben Kutsche, und da Kiclmann kroß sei ner Eorpulcnz ein sehr gesprächiger Herr war. so fing er alsbald mit dem Unglückwurm ihm gegenüber eine UnterHaltung an: Jst wohl eine recht tüchtige Strecke, die wir heute in diesem Prachtfuhrwerk mit einander zurücklegen müssen, nicht wabr? Wie lange dauert denn die Fahrt?DH. nur fünf Stunden!" meinte der Kleine bescheiden. Was? Das ist ja rein unmöglich! Es kostet doch so schweres Geld! Ja. freilich, das thut es wohl, aber der Weg ist auch sehr schlecht!Hm! Recht angenehme Perspektive Z Doch scheint mir der Preis für fünf Stunden dennoch etwas scbr hcch ge griffen von der guten Postvcrwallung." Gewiß, das sage ich auch immer. Ich muß den Weg nämlich häufig ma chen und 7 Mark ö0 Pfennige sind eine Masse Geldl- - Kiclmantt horchte hoch auf. Was? Sieben Mark fünfzig," wiederholte er in Buchstaben. ..das wäre ja gar nichts. Ich habe zweiundzwanzig Mark, auch 'fünfzig Pfennige bezahlen müssen, also netto dreimal so viel! ...Unmöglich'" rief der kleine Reise genösse ganz erschrocken, .rein unmög Itch! Oder,"" fügte er bedächtig hinzu. o:e hoye Postverwattung hat neuer ganz uttdenkbar! Und fo dcdattirten sie denn die ä sämmtlichen fünf Stunden über dieses Thema, zcrbrachen sich die Köpfe über diese unglaubliche Preisdifferenz und kamen schließlich körperlich und geistig ganz zerrüttet im Städtchen an. Wie erstaunte aber unser braver Kiclmann, als c dort bereits von dem höflichsten aller Gastwirthe mit einem tiefen Bückling empfangen und in der liebenswürdigsten Weise gefragt wurde, wo denn die beiden anderen Herren seien? Das Zimmer mit drei Betten , ist bereits herg 'richtet und auch dasDi ner sür drei Personen aus das Beste . servirt. Er wäre bald auf den Rücken ge fallen. Am andern Tage stellte sich allerdings der Irrthum heraus: Kiel mann hatte nach alter Kausmannsge wohnheit in das Postbuch einaelragen: IS, Schubert, Kiclmann & Sohn! ' 'N. GroZc Männer. Einige bcdcutendende Männer sind aus den niedrigsten Bolksllassen hervorgegangen.- Wall war der Sohn eines ÄchissSzimmermannes, Franllin t eines Sciscnstcders. Laplace eines Päch. . tcrs. Linnce e:nos arMen' PsarrcrI Faradn eines HusschmiedS, Lamarck emes Schreibers, NraunhoseeGlaser?. Kant eines Sattlers. Skephen ' ' son war Kohlcnarbeiter, Davy ApotheZ kcrqkhilsc, Livingstone Fabriksarbeiter; Galilei, Keplcr. Euvier. W. , Herschel waren durchaus Kinder armer Eltern ' Ä',, ." :': , , . "l; , ' , Gedankensplitter. Die Eonsequcnz. wir loben sie. Doch soll man nicht zuweit sie .reiben, Und wenn mHdumMist XX X '" -:.v: 'x'X- !.. ;,; Z a!N le!!q:! MDWMWMWM ilHte'l'S ra n k he xtT' Ein Bauer crbAt von seinem Sohne, NlcherlÄüsdcrlWaKer !BrieMRasch?öffnetrhn,und liest ,lautMlncUFrauZvor?wc'Z HanneZ" schreibt: Liebe Eltern, ich , liege hier i mKK rankenhause zu Hallc an d er Saale sehr krank, sendet mir etwas Eeld'MzRa siehste Frau. wa5 mer heit zu Tag nct all ver neie Krankheile hat. die .Saale" hat mer in srfi here Zeit all net gekannt!" ruft er er staunt aus.

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