Indiana Tribüne, Volume 16, Number 48, Indianapolis, Marion County, 6 November 1892 — Page 7
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,,rzZ.i,,!!,,..!,?..,, Won der chinesischen Grenze. Aus dem Tagebuch eines Verbannten. Ys T. Lttvl, Unser ganzes Verbrechen bestand da ein, daß wir junge Leute uns geheimer Zusammenkünfte schuldig gemacht hat ten, wo wir unsere Zustände frei und rückhaltlos besprechen konnten. Eeheim natürlich, weil eö in Rußland öffentlich nicht möglich ist. in irgend einer Richtung eine ausrichtige Kritik zu üben, selbst dort nicht, wo sie im Interesse des allgemeinen Wohles, a der Regierung selbst liegen würde. In anderen Ländern hätte man sich' um ein Beginnen wie das unsere gar nicht bekümmert, in Rußland wurde es als Verschwörung denuncirt und behandelt, i Da eigentlich nichts Thatsächliches gegen uns vorlag, so wurden wir nach'längerer Hast als ..des Nihilismus verdächtig ohne eigentliche Untersuchung. ohne daß man uns vor Gericht stellte. ungehört. ohne daß man ein Urtheil Über uns gesprochen, einfach nach Sibirien verschickt. Vorläufig schleppte man uns von einem Gefängnis in das andere. Es galt erst eine 'Strafkolonne zu sammeln. In jedem Orte schloffen sich neue Ver breche? ode? Unglückliche an uns. End lich war die nöthige Zahl beisammen, und der große Zug nach Sibirien konnte sich in Bewegung setzen. Unsere 5?olonne war. wie wohl jede, eine große Musterkarte aller Völker Rußlnds. Männer und Frauen, Kinder und Greise waren in derselben vertreten, alle Shände, alle Berussarien und alle Sorten von Verbrechern, sogenannte politische Verbrecher in allen ?!uancen. wirtliche Nihilisten, einfach Kompro rnitirte, solche, die einmal im Unmuth irgend ein scharfes Wort ausgesprochen hätten, und vollkommen Unschuldige, die auf einen Verdacht hin. odec weil sie irgend einer einflußreichen Person rnißliebig waren, von der Heimath losgerissen und in die fernen wilden Urwälder oder unwirthlichen Stevpen Ostasiens, gleichsam als Menschen dünger im Interesse Rußlands gewor fen wurden, Mörder. Todtlchläger. Räuber. Tiebe, Settirer und endlich auch Vagabunden, die man los werden wollte. Gleich im Anfang?, als wir unsern großen Marsch antraten, fiel mir unter den weiblichen Schicksalsgenossinnen eine june rau auf, halb bäurisch gekleidet, welch? ihrer Tracht nach und auch nach ihrem Typus zu schließen, ans dein Süden Rußlands zu stammen schien. Es war eine mittelgroße, schlanke Gestalt mit edlen Formen, mit einem hübschen, ausdrucksvollen Kopf, leicht ' gebräuntem' Teint, dunklem Haar und dunklen Augen. InZbe sondere war es das Prosil. der an die sonnigen Gefilde Italiens mahnende seine Schnitt 'der Rase, welch? dafür sprachen, daß sie ukrainisches oder Ko satenblut in den Adern hatte.- Ich fragte sie nicht, wer sie sei. ich sagte ihr auch nicht, wer ich war, aber ich 6c nützte jcde Gelegenheit, die sich mir bot, um ihr klein? Dienste, an sich werthlose Aufmerksamkeiten zu erweisen, welche nntcr diesen Verhältnissen im Werthe stiegen und auf die Unglückliche tiefen Eindruck zu machen schienen. Das erste Mal sah sie mich verwundert an und wurde roth, dann dankte sie mir jedcs Mo! stumm durch einen langen Blick ihrer leuchtenden, seelenvoüen Aug:n. Nachdem wir Asien erreicht hatten, begann sich der Transport langsam zu vermindern. In jeder Station ließen wir einen Theil der Verurtheilten zu rück. Viele rvanderten in die Berg werke; es waren die zu den strengsten Strasin Verurtheilten. Andere .blie bcn in Festungen oder an andern Orten ' w sie im .Dienste des Staates irg!ndclch? Arbeiten zu verrichten hat len, zurück. Wir. bi? Verschickten, und ein auf. fallend großes Pro:ent der Frauen, wir wanderten immer weiter gegen Osten. Man brauchte dort, jenseits der Irtkn russischen Städte und 0"olo . nicn, Ansiedler, welche die Urwälder au-:o'.t?n. die Steppen urbar machen fclltcn, Pioniere, wie sie vordem in den Prärien und Wäldern Nordamerika's erst einzelne - Farmen gründeten," iaüs drncu mit der Zeit größere Ansiedelung, gen. Törscr wurden, die heute Volk reiche Städte sind. Ein ähnlicher Proccß bat sich auch an Rußlands Ostgrenzc VoMgtN und vollzieht sich weiter unbe meNt ron dem civil isirten Europa, das sich um diele Tinge wenig oder gar nicht kümmert. , In der legten Grenzstadt wurde wie. der einmal Halt gemacht und längere Viai gehalten. Ich fand Gelegenheit, mich wieder der ,zungen urau zu na Hern, der ich bereits wiederholt meine Tbnlnahme fceroir.en batt?, und diesmal erfuhr ich ihren Namen und ihre ezch:chte.z'LW Sie , sind so gütig , aeaen mich , sprach sie. indem sie zu Boden blickte. während sie ihre Hände im qoo$ ge faltet hielt, .daß ich Ihnen eine Erklä runz schuldig bin. Vielleicht werden Sie dünMNNdenMaUch Ihrer N , ficht, Ihres Mitleides unroiirdig bin. i'e:ji !Aw,ä b rend 4 chji'Jchwer tA Schuld au s 1 m ich geladen habe. Mein Name ist Marina Kowalewii'ch, ich bin die Tochter eines Pr:ester s Z u n d ; w a r ;! a n , einen kleinen , tZutsbesiper in der Nahe von 5?lkw verheirathet. Ich will Ihnen nicht Tinge erzählen, die Ihnen wahrscheinlich ziem lich gleichgültig sein werden. Genug, mein Mann, den ich auS Liebe nahm, kam in schlechte Gesellschaft und wurde mehr und mehr zum Spieler, zum Trunkenbold, der sein Hab und Gut verschwendete, doch dies Alles hätte ich ihm noch verziehen, ebenso wie seine Mißhandlungen. Doch eines Tages erfuhr ich. daß er eine Andere liebe. Vsn dieser Stunde an war ich von Hag
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Einige Tage später wurden , wir Zn dem Hose des GesängnisseZ versammelt. und der Kommandant, ein kleiner, dicker, antmüthiq aussehender Mann mit schlauen, lustig blinzelnden Augen kündigte uns an, da& nur an der chine sischen Grenze angesiedelt werden sollten und das man uns um uns das Leden in der Wildnis erträglicher zu machen so weit der VorrLth an Frauen reiche, paarweise ansiedeln und verhei rathen wolle". .Natürlich" schloß er feine Rede. hat die hohe Regierung keine Zeit, sich mlt derln Dingen lange auszuhalten. Wir können Euch hier wederernen Ball aeben noch Zeit lauen zur Kurmacheret und Lttbesgetändel. k-omU gebe ich w r rnt: 1 t r . . . fXi . cccrn un a'tinuicn Jkil, ltinc vac ährtin zu wählen. Der erste Trom melmirbel leitet die Wahl em, bet dem zweiten mug zeder mit sich im Reinen sein. Wer bis dahin nicht gewählt hat. der bekommt keine izrau." Wir sahen uns erstaunt an. Man cher zuckte die Achseln, andere lächelten. Die Situation war wenigstens neu und es fehlte ihr nicht an emem humorlstlschen Beiaeschmack. Ich war saort entschlonen. Ich ging aus Aianna zu, reicyie iyr die ano und fragte sie. ob sie meine Frau wero?n wolle. Sie saß wieder wieder i . . - j" - . steinert da, die'Händ? gleichsam wie be. kend im Schooßc gefaltet, den Kopf atsenkt. Langsam richtete sie sich auf. sah mich an. lächelte und nickte dann zustimmend. Als zum zweiten Male der rommeu Wirbel erscholl, hatten alle Mädchen und Frauen ihren Gatten gefunden. Cme Stunde spater waren wir ver beirathet. Am nächsten Tage sekten wir, von Kosaken eskortm. unsere Wanderung fort. Einige Zeit blieben wir noch bei fammen. dann zerstreuten wir nns nach den verschiedensten Richtungen. Marina und ich wurden durch ein Kosaken piquet bis hart an die chinesische Grenze geführt, und hier, mitten im Urwald, unserem Schicksal überlassen. Man hatte uns für's Erste Wanen und Mu nition, die nothwendigsten Werkzeuge. emen Pflug, eine Aiege. emen großen krastigen Hund, Saatkorn und Gebens mittet für zwei Wochen zurückgelassen. Tann ritten die Kosaken davon, das schmcrmüthige Lied, das sie sangen. verklang in der Ferne, und wir waren allein in der Wildnis. Rings um uns war der Urwald mii feinen riesigen Bäumen, welche die Himmelsdecke zu stühen schienen, und deren Zweige eine arune Kuppel bilde ten, durch welche das Sonnenlicht nur spärlich hereindrang. mit semem un durchdrinz'ichen Dickicht, nur hier und da durch kleine Pfützen und Sümpfe unterbrochen. In dieser stillen, em förmigen Einsamkeit schien es uns an fangs, das wir gar nicht mehr lebten. daß der Tod uns gelangen hielt, oder vielmehr. das Nichts, das dawar, ehe cben entstand. , Hier, in dieler zugleich erhabenen. in ihrer Eintönigkeit traurigen und durch ihre urwüchsige, von der Cultur unberührten Natur wunderbar fchönen Umgebung machten wir Noch einmal alle jene Stadien durch, welche die Menschheit seit Jahrtausenden aus ihrem Wege zur Cultur durchgemacht hat. . : , v'v,' Zuerst lebten wir als Hohlenbewoh ner, gleich den ersten Menschen, welche die alte Welt 'bevölkerten. Um uns vor den Raudthiercn zu sichern. , richte ten wir uns in der dunkleu Tiefe einer weiten Klust ein, die uns in einem der Felsen, welche in den Urwald gestreut waren, Schu und Wohnung bot. Wir lebten in diesen Tagen ausschließlich von der Jagd. Denn, als wir auf einem unserer Ausflüge - em See entdeckten, begann für uns die Pfahldauerperlode. Wir füllten Läu me, schlugen im Wasser unsern des Ufers Pi!ottcn ein. erbauten uns auf demselben eine lustige schwebende Woh nung und verbanden dieselbe durch eine Zugbrücke mit dem festen Lande. Zur I a gd trat noch der Fischfang hinzu. Da wi r vorläu sig nichts zu !! thun l hat ten. als sür unsern Lebensunterhalt zu sorgen, an eine regelmäßieArbeit nicht zu denken war, waren wir v.cl bei'.am men und schlössen uns immer zärtlicher aneinander. Das Wort des englischen Dich!sf:!ta öde zum Paradiese umschaijt, wurde an uns in diesen Tagen von Neuem wahr. ; Langsam begannen wir dann rings um den See. in dem wir wohnten, die Bäume zu sällen und das Land urbar zu machen. Da wir vorläufig kein Zugthier hatten, so spannte Marina mich in den Pflug und während ich denselben mühsam genug zog. pflügte sie das Erdreich. W'r düngten unseren 'rsten dix red '.ich mit unserem Schweiße, d.m .iltenFluche entsprechend, jotc t iwu ojch eine Freude für uns, als wir zum ersten Male säen konnten, als das ausgestreute Korn zu keimen, lanzsam zu wachsen und zu grünen be gann. Wir hatten zum ersten Male geern. tet, nach der Art wilder Völker zwischen
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,?WWWWM steinernen Scheiben gemahlt und Vrod .tjr... f L',m .ntn iah gebacken, als wir eine Morgens von streifenden Mongolen, welcye das irenz gebiet von Zeit zu Zeit beunruhigen, überfallen wurden. Wir batten aerade noch Ielt. uns aus dem Walde, wo meine Frau Bee. ren und Schwämme suchte, während ich auf einen Luchs lauerte, in unsere hölzerne Festung im See zu retten und die Brücke zurückzuziehen. Wir waren , l , - v w J. I leoocy auH yler nur gefcyuyi. zeoocy m m mi -f. . nn. i.! . .r: J. f7. . keiner 'veise vounanoig gezicyrrl. Mongolen fünf an der Zahl, machten allerdings eine Zeit lang Halt und umritten das User, um unsere ehau sunq von allen Seiten auszuspähen. wodurch wi? Zeit gewannen, unsere Flinten bereit zu machen. Kaum waren wir m unseren Vertheidiqungsanstalten zu Ende, als sich unsere Gegner , entschlossen, sich aus ihren kleinen, kräftigen Pscrden in den See hineinzuwagen und unser über dem Wasser schwebendes Blockhaus zu stürmen. Wir warteten mcht. bis sie unsern Holzbau erstiegen hatten. . : tarnt Tu fchlekens" fragte lch nochmals. Ja," erwiderte Marina. Wirst Du auch treffen ? .Ich denke.Dann schieß, aber' schone die Pferde und ziele auf die Leute." -jft f! .f..' I.st ... Jwer cyuue sieien sau zu gieicyer Zeit. Marina hatte offenbar eine ruhigere Hand als ich. ' Der erste der Mongolen, den sie auf das Korn ge. nommen hatte, stürzte nach vorne aus dem Sattel in den See und kam nicht wieder zum Vorschein. Ich fehlte. wahrscheinlich in der ersten Aufregung. Mit dem zweiten Schusse traf ich jedoch aleichsallS : meinen Mann. Nachdem Marina noch einen Dritten verwundet hatte, der. sein Pferd wendete, und sich mühte, mit demselben das Ufer zu er steigen, was ihm nach geraumer Zelt gelang, durchschwammen die ; beiden übrig Gebliebenen in einem weiten Bogenden See und verschwanden bald im Dickicht. Sie hatten sich offenbar verrechnet. Hütten sie geahnt, das wir Flinten und Munition haben und das sich unsere Wanen noch im bcjten Zu stände befinden, sie hätten wohl Der An arm unterlanen. Wir blieben ruhig in unserer kleinen Festung bis zum nächsten Morgen. Als wir bis dahin nichts mehr von den Jeinden gelehen oder geyart hatten, ent schloß ich mich endlich, die ; Zugbrücke, niederzulassen und mit der Flinte im Arm zu rekognosciren. während Ma rina den Zugang zu der Brücke bewachte. Die Mongolen waren in der That davongeritten. aber ich war nicht wenig überrascht, als ich zu meiner Freude die beiden Pserde der getesteten Räuber unsern unserer Wohnung ru hig grasend fand. Es gelang uns, nicht ohne Mühe dieselben einzusangen und nun begann eine neue glücklichere Pe riode für uns. Alles ging jet rascher vorwärts. Bald hatten wir eine größere Strecke rings um den See ausgerottet.' ein höle zerneS Blockhaus erbaut, mit Stall uK Scheune und dasselbe m:t einem mäch tigen. zur Vertheidigung eingerichteten Wall umgeben, welcher bis an das Ujer des See's reichte, so das uns im schlimmsten Falle noch immer der Rück zug in unsern alten Pfahlbau offen blieb. Langsam bahnten wir uns Wege durch den Wald bis zur Steppe, urd dann durch die Steppe bis zur nach, sten menschlichen Ansiedelung Hier hatten sich zwischen den Waldbe'wobnern und den Kleinbürgern der primitiver armseligen Stevpenstädtchen. ein förm lich er Tauschhandel entwickelt, auS dem auch wir' bald mit unseren Früchten. Fellen, Vogelbälgen, unserem Wildpret und unseren Fischen Vortheil ziehen ':' - m" 'lii- ( 1 , konnten. . t : , -mirr, Eo hatten wir unS nach und nach durch eigene Kraft zu einem menschen würdigen Dasein durchgekämpft und ich lebe in der neuen, selbstgeschaffenen Welt, an der eite meines geliebten Weibes, inmitten einer Schaar munle er Kinder glücklich und zufrieden. . Kalter Vrotis. fHx fn?klnsgklr!kuer SchmaieNr,iH erzlZZt ve :" . SNüUtr Skerueil. Es war am Psingstfefte 1891. Wer gerade kein , a llzu schwaches .EcdZch tniß hat.' wird sich , erinnern, ! welches Herr liche Wetterchen uns dazu beschecrt wurde, ein Wetterten, , das sich ,.ge waschen" hatte. Herrgottsweticr war eSIeiliÄaMW sten. Möglich, da es anderswo etwas beffer war, h:er aber, am Eingang zum berühmten Höllenihal. war es eerartig, daß es eher für den (iharneilag. a!Z für Pfingsten gepaßt hatte. Dcffcn ungeachtet, vielleicht in der hofsnungs sroyen Erwartung, daß der Himmel seinen Irrthum noch einsehen und be richtigen würde beschlossen einige Her ren, einen Ausflug nach dem nahen Kaiserstuhl zu machen, allwo man von einem gewiffen Punkte aus eine weit' gehende, ! herrliche ! Fernsicht hat; denn nicht allein den alten Batcr Nhein, sondern au chW t r a ßburg m i t . se i nem Münster, Eolmar u s. w. kann man dorifdeutnchferbHÄ dieser Stelle noch genügende Gelegenheit, sich auch in materieller Hinsicht einen sesttäglichen Genuß zu leisten, und da es an solchen Frühlings-geicr' tagen in der ganzen Gegend umher von Bergnügungsausflüglern wimmelt, sg gebietet die 'Lorsicht, sich irgendwo ein Mittagsmahl zu sichern. Besagte Her ren kehrten daher unterwegs in einem an ihrer Strafe gelegenen Wirthshause ein, tranken ihr Anstandsschöppchen und bestellten einen Imbiß zu Mittag. 3a, meine Herren.- entgegnete der Wirth und kratzte sich verlegen hinter den Ohren, damit wird cö eben doch schlimm aussehen, denn meine Frau und 'S Maidli sind zur Stadt in die Kirche gegangen und sonst habe ich au genblicklich Niemand, der etwas War
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meS zurichten könnte. Doch aber wenn rr: . tz?vli Sie mit einem kalten Brotis verlieb nehmen wollten, damit konnt' ich dienen. Ich habe da einen, der ist so zart, wie Sie in Ihrem Leben noch keinen gegessen haben." Na.7 memten die Herren, wenn s denn nicht anders ist. so muß man sich eben zusrieden geben und einmal kalten Braten effen. Halten Sie den Burschen, also nur bereit, in etwa zwei Stunden werden wir zurück sein und dann wol len wir ihm den Garaus machen.- . Ist gut. meine Herren. Zollen ganz nach Wunsch bedient werden." Und fort' g,nq es nun, in das Wer. gnügen hinein dem Kasserstuhle zu. Und welches Vergnügen! Regen. Schnee. Wind, alles durcheinander. Und bei alledem hatte die liebe Eitel keit oder war es vielleicht etwas an dsrcs? sich kalendcrvorschrifksmäßig gekleidet, d. h. in einen nagelneuen Frühjahrsanzug. es war ja Pfingsten! Schirme konnte man nicht ausspannen, die' stülpte Herr" Boreas mit krästiger Hand oder besser gesagt mit einem tüchtigen Mundvoll duck Dich' einfach um. Die dünnen JaguetZ undBeinkleidn waren bald so durchweicht. wie Schwimmkleidcr nach einem Seebad, denn der Regen kam herab wie aus Gießkannen, und dazu noch der be rühmte Höllentbalwind! Eine ange nehme Gegend, fürwahr! Was half's, daß man den Rockkragen hoch heraufzog und die Hutränder herab! Das war ungefähr gerade, als ob man im Winter auf die Eisbahn im Ballanzuae ginge und zöge zum Schuk aegcn die Kälte Pelzhandschuhe dazu an. Macht aber alles nichts! Wenn die Männer sich einmal etwas .in den Kopf, gesetzt haben, besonders wenn es sich um ein Vergnügen handelt, dann mufe es, noblen z-coblenz, ausgeführt werden, mag es dann auch Schmiedeqesellen regnen. Man ist ja doch ein Mann!! Darum nur immer zu. durch Dick und Dünn, nach dem Kaiserstuht die wun deroolle Aussicht genießen!'" Vielleicht vielleicht erbarmt sich der Himmel und ..durch Harren 'und Hoffen , hat's mancher getroffen", jagt das. Sprich wort, also ausharren und'darauslos honen: i5rclttcy gior es aucu em Sprichworts däs Mht: Durch Hoffen und Harren ward mancher zum bst, Nicht unartig sein! Endlich war man oben, wenn auch roth und blau gefroren? nnd naß bis auf die Haut, von Aussicht aber keine Spur, alles verhüllt durch den beständig herabstromenden Regen: es sah ungefähr aus w:e e,n- Schlachtcnbud von einem türkischen Maler. Den Türken ist es bekanntlich durch ihre Re ligion verboten. ein.Menschcnantlitz zu malen, sie helfen sich daher in dem oben angedeuteten Falle damit, daß sie alles in Puloerdampf hüllend Hier war es nun aber der Regen, der dieses Ge schäst übernommen - hatte und alle durch einen beweglichen Wafferschleier verhüllte. So war also auch hier.., der Liebe Müh' umsonst, und man ent? ichlov sich daher, kurz und gut, ehrt zu machen- in ber Hoffnung auftrlnt ichonerc Äusncht, nämlich auf den ver sprochenen delikaten Bissen, den kalten Broils". Freilich etwas Warmes wäre den durchweichten und durchfrorenen Gasten unter allen Umstanden bedeu tcnd lieber gewesen, indessen, 'was war zu machen? Man mußte sich eben zu, frieden geben und in das Unabänoer liche fügen; also vorwärts! Mit hängenden Ohren und hellen dem Maqen kamen unsere Vergnüg jinge endlich in ihr Wirtbshaus, wo sie sich an ihrem glatten Brotis" gütlich zu thun dossten. Nun. Herr Wirth. tischen Sie un! nun kinmai aur: wir vavkn cuiin wahren Wolsshunzer mitgebracht uns werden darum Ihrem kalten BrotiZ alle Ehre anthun!" -- - - . Gleich, gleich, meine Herren! Sie müssen sich nur ein ganz wenig noch gedulden." ; ' l-fii,-' "ll Hm, sonderbar! Woran fehlt ci oenn da in aller Wett? - Wenn, es sich doch nur hin kalten Braten . bandelt, fo konnte es ja unmöglich länge wäh ren? Man wappnete , sich also mit Geduld. ' :' ' l- '; ! Es verging jedoch eine Viertelstunde, dann ncch c,ne, ohne das etwas aus ihrem Tisch erschienen wäre. Ja. H.-rr Wirth, wo sehlt es denn? Wo t"ek?: unser Braten?" , ' G!e:ch gleich, meine,,, Herren der. z?i'.icn Sie, nur noch ein paar Augen blicke!" - ;-:v;V; , Wieder bezwängen die hungrigen Leidensdrüder den revoltirenden Ma gen für eine weitere Viertelstunde als dann aber immer noch nichts kam, da ri? ihnen denN'döch" 'endlich'tderWe duldssaden. lber zum Kukuk. Herr Wirth! Was smd denn daZ sür Ecschickten? Bekommen wir jet unsern Braten oder nicht? ' . , ; .Ia,,sch5n's. meZne Herren," entgegnete der so in die1 (?n;e getriebene Wohlthätet d?r Men.chbeli. mit dem ' i i 5: ,1.1 Z ' ' i" ' " ' i P jri! " "M' . i1' l-'l laltcu.BroliZ war das ;o eine eigen? ach ; denn wie ich it achh er i n m einen .9üch?n!nstcn geguckt hab', da war nichts tnjr da'es.n drin, als die 5?nö chenGßW:ll,!!MZJHnkn?abe lallen Brot.? rcrpiochen gebabt hab', da wollt' ich ten r.nun auch Wort halten und hab' tann )tbir cinen frischen gemacht i:M D cr;i::l l eg t ji i; n m schon eine ganze Vierkelstund' ine B.i'.n neu trog zum kalt werden; c5 kann über immer n och ; c i n ? z ha lbe ; Viertelftund' d .i ucru. bis er ganz durchgekühlt ist. so lang mußten die Herren, eben doch noch warV i I ;;,;! .,;!;:i;H.: !!!l,l!!"!!!! ! ' :V .y V ' '-'y,, ' ', :-f- -r : , ; Den Schlußakt kann sich der geehrte Leser selbst denken ich sage kein Wort mehr. Gut gezogen. .Meine Nach, darin hat mir neulich g'sagt, Wß sie nur das kochen darf, was sich' ihr Mann wünscht. Ta hab's Ich gescheidter eingerichtet: Mein Mann darf sich nur wünschen, was ch loch'!"
Ter vgrunö.
.19 Br gianr4ß f , Kss'Essentdkrch , ltumrntn.j (Con JüZUntx LLz. Ziz." mit im Vk..plZzc?röa ' .'.!. -i S-.. i l.i.i. " . . - iiv jiti;atM.ii. ,,. i,,. ... Sie Uck das Zeitunasblatt, in dem sie gelesen hatte, sinken. Er beachtete eö nicht und las eifrig in seinem Vuch, weiter. Drauken heulte der Wtntersturm und' rüttelte ungeduldig an den Fenstern, in nen aber war es hold erwärmt durch da? Feuer im Ofen, welches röthliche Neflex ' ' : ' ' ' ' . ' f r " ' . ' ' 'i' F I . ' " aus den aevoymen MLvooen war?. )ie Lampe verbreitete einen traulichen Licht , . . ..w. - : lreiS aus dem Milche, um dem in cunr len Faureuils standen und einladend ihr5 Arme ausbreiteten. Drüben rn der Ecke tickte tilfertig ht schöne SUewo Uhr. ; So still war es im Zimmer, daß man jeden der hastigen Pendelschläge zahlen tonnte. , , , t Nun kam ein neuer Windstoß, wie ein siülNischcr T!ahner, pechre, ' rüttelte, heulte Und winselte im Schornstein, i Die Frau lauschte hinaus. So möchte der Sturm auch damals durch die Nacht gerast Habens als jene Beiden 'starben, die Helden der Geschichte) - welche sie soeben in der'Zeitüngzgeltsen,, chatte. .CS . war -eine alltägliche beschichte, ivle sie im g'roßstüd'.ischen Leben bäusiz passirt ; man liest sie in der Local-Chronik der Journale, mit einer fluchtigen Regung des Mitleides. ., Zwei Menschen haben sich, bedrängt von der bitteren Noth dcS Lbens gemeinsam ' jßctöfctek In den svlgendcn Tagen liest man noch ine,Noliz, etwa über Sectionsbefund oder über das Leichenbegängnis, und dann ist die Cache vorbei vergessen. - ' ': . - - Die Frau aber, die jetzt die Hand? Über dem Zeitungeblatte faltete und starr vor sich niederblickte, war so seltsam ge troffen sie konnte ihre Gedanken von dicstr kurzen, nüchternen Erzählung nicht abwenden. Er,t,ar ein Ehepaar, daS sich da durch Kohlendunft gctödtet hatte. Sie waren nicht mehr zung und darum mußte ihnen die Noth und die Bedrängniß um so schioerer zu ertragen gewesen sein ; aber diese Noth, diese Bedrängniß hatten es nicht vermocht, die beiden Menschen ein ander zu entfremden. DaS , Weib war noch nicht gänzlich verblühtes hatte noch Freunde und Verwandte, die ihr viel leicht ein Asyl geboten ; haben würden ; zudem ruhte auf dem Manne ein Schatten von , Schuld in seiner GeschäftZgebahnmg. Und dennoch, den, ' .l . ..' .rm ' - m : ri 1 4 , , . noch hatte, das Wöiv ren wallen Nlc?r verlassen wellen es .'war' ihm kleglsi ' und f williz in den y Tod gefolgt. So waren sie zusammen binüdergegangen in das , unbekannte Land vereinigt, nunmehr unzertrenn' lich vereinigt! ' Draußen mochte der Wintersturm, -der für- die Armen, und Elenden Zs schrecklich ist, heulen wie heu te, er konnte ihnen nichti mehr anhaben sie hatten einander ! Alle Schreck nisse deS Lebens versanken hinter ihnen, aber, das Gefühl der Treue blieb bei ih nen. ; Und die Frau, die soeben diese Ge schichte gelesen hatte, knittert das Blatt unter ihen bebenden Fingern sammen. Ein heißes, glühend ; heißeö Wehefühl steigt in ihr auf und will !n Thränen hervorbrechen. Das Zimmer, in dem jene Beiden tn beten, mocötc reckt kabl und dürftick ae Wesen fein, es wär langst von allen werth vollen Gegenstanden entblößt werden; im Ofen glüyte röthlich ein Kohlenfeuer es verbreitete den 'tödtlichgiftigni.Athe eines unsichtbaren nahenden Todes. Aber das Weib lag so sicher im Arme des Mannes sie batten sich lieb sie ge hörten zu einander für jetzt, für im mer ;yß 4$ ? Kch ' - O, wie schön das sein mutz !" Ein schwerer Seufjer ringt sich aus ihrer Brust. , O, wer so die Arme öss. nen kaan, um an ein treues Herz zu sin len !" r , . , ,; . )-' ' J-J ' ' ' Scheu blickt , sie zu dem "Manne hin über, der lbr gegenuoer ntzt ; aber sie öffnet die Arme nicht, und er ist doch ihr Gatte! , ' Jahrelang leben sie schon neben ein ander. Sie kennt sein ernstes, bärtiges Gesicht so gut, sie kennt eS auswendig. Sie kennt jcde seiner Mienen 7 sie weiß vcraus, mit welcher Bewegung er jetzt das Blatt des Buches wenden wird; er ist ihr fo nahe, daß ihr Kleid ihn streift und dennoch streckt sie die Arme nicht' nach ihm aus. -. W - '.-.-y.-r f ':l tM y ie sieht ibn jetzt starr an, halb ? unre'vuZ)t, doch fühlt er ihren Blick : und hebt den seinen, einen fremden, glcichgil tigen, kalten Blick und ebenso kalt blickt j sirrScitclj:; Sie sind sich so nahe und doch so un endlich fern ! .ODMM ? Mit einem Schauder, einem geheimen Schreck crmißt die Frau die Tiefe des dunklen Abgrundes, der zwischen ihnen liegt, der sie ganz und gar von einander fcheideti! Sie leben eng neben einander, und doch fällt in herz ' i ch e S, traulich es Wort zwi schen ihnen, kalt und gleichgiltig gehen sie an einander vorüber. Ihre Blicke meiden sich, sie sprechen in gleichgilligem Ttne von gleichgiltigen Dingen. Fremde sind sie für einander, die starre, undurchdringliche Masken tragen. Ein unsichtbareS Etwas ist zwischen ihnen, von dem Niemand etwaS ahnt, daS sie selbst nie erwähnen und von dem sie doch so gut missen der Abgrund, der breite, dunkle DMVMSMsWS Manchmal kommen y Freunde, man plaudert, lacht, musicirt. Die Anderen halten die beiden Verwunschenen für zuiammengehörig, diese selbst plaudern und lachen auch, fa, sie sehen sich sogar freund lich an. Aber sie toiflrn sehr gut, daß eö nur Komödie ist wenn sie wieder ifxdrt sind, da klafft der Abgrusd zwi sen ihnen ! Sie erstarren lanasam, er i&itdt von der unheimlichen Einsamkeit ,u Z oeien. Es ist Alles wieder wie zui-or. Es sird eintge Wachen b?, da fam eine frohe Kunde. Der Estte erhielt eine ehrenvolle Äcsörderung, die einen beschkidenenWohtstsnd in'sHsuS brachte. Die Schwiegermutter war es, welche zu erst die frohe Votschaft meldete. Freut euch ! Kinder !" Dann kamen Slückwün' sche von allen Seiten und frohe Sorgen, man sollte eine WshnunLauf.
nebmcn, neue Möbel kaufen unr rrvn lich es. Und alle diese angenehmen Er regungen bettafen sie gemeinsam sie 1 fühlten es in jeder Stunde, daß sie zu sammengkbörlen. , Das Leben erschien ihnen freundlicher, m neuem, scköncrem Lichte. Es gab auch so viel zu besprechen und sie überraschten einander mit freunlicben Mienen, mit antheilvollen Blicken. Ein weiches, Kar mes Flüid schien von Einem zum An dern' zu strömen, wie eine unsichtbare Brücke. - : . Der Abgrund wurde immer kleiner und . ünmerkler mit einem einzigen, herz basten Schritt war er schon zu über schreiten.' : - So kamen sie in die neue Wohnung, , und das neue, glänzendere Leben wurde allmählich zur Alltäglichkeit. Jetzt fühl ten sie, daß EineS von ihnen den entscheid dendcn Schritt thun mußte über den Ab , arund. Sie warteten. Aber Keines
von ihnen that den Schritt. War ei TrotzI War es Muthlosigkeit innere? Neckten?. y. Sie saßen zusammen in der neuen. , sh h il chisiuiienhnunß und aUrnäh Verfinsterten slH ZhreMenen. SU erschrecken über den Abgrund, der ihnen auch hierher gefolgt war sie wurden muthlos, hoffnungslos, kalt, starr. Und der Abgrund klaffte wie vorher. Seither waren Wochen vergangen. Visweilen unterbrach ein böses, heftiges Wort von seinen Litten die öde, kalte Stille dieses Lebens. Er war sehr leicht 1 . V , . r , 1. a - ' n ' . r . gerelzr, itc tle iyn gewayren, ne ut)iit sich nicht davon getroffen, sie fühlte nur eine neue Bestätigung darin, daß es so sein müsse, wie es war. , Mußte es wirklich so sein und war es immer so gewesen 1 "- Sie dachte zurück nein, nicht imme war es so! . . Einst lag ihr Haupt traulich an seiner Brust gebettet, seine Stimme wurde weich, wenn er das Wort an sie richtete, ebenso wie sie jetzt hart und abstoßend klang, hre Alicke tauchten verhemunas voll in einander sie lächelten einander . ir?j. . - tt..:. . . - zariila? zu ryre erzen waren euiig. ?! m iam ior 10 lange vor zeitper ti schien ihr so ferne wie ein Traum. Sie konnte sich kaum mehr denken, daß es einst wirklich anders, beffer gewesen. Und wie war es doch Zo ganz anders gewor den-! ; - Es kam, wie im Sommer mänömat kleme Wölkchen heranseaeln, einen Au genblick lang die Sonne verhüllen und dann ra a? verschwinden. Und doch, man weiß nicht wie plötzlich ist der Himme! , ganz umzogen. - In ihrem Liebesleben waren manch. mal sinstere Momente aufgetaucht und ; nach ganz flüchtigem Verweilen wiede, verschwunden. Er ließ sich leicht zu er nem rauben, aufbrausenden Wort binrer sien. ZZorher hatte sie das nie bemerkt, Nicht m der Brutzeit, Nicht m den Mit terwochen : offenbar batte er sich damals streng im Zaume gehalten jetzt ließ et sich gehen. Bisweilen, nicht immer, konnte em leichter Widerspruch, eme ae 'Nnafüaiae Widrigkeit ihn lum Aornl binreißen. zu einem bösen, verletzenden Wort, feie ader war leicht gekrankt und konnte lange, lange nicht vergessen. Sie zog sich in sich selbst zurück, wur de weniger vertraulich und hingebend. Er gewahrte es und grollte, denn er for derte, daß sie ein rasch gesprochenes Wort nXX'Yfk OilTmSIt MtflrtnV tna vy vvviyvi , MMM vtt jt Hll V VtlbUl zwischen ihnen wie eine unsichtbareSchei- " dewand. Die Worte flössen nicht mehr sc r -r fr'.' ' . " iercyr, o yerzircy von den Kippen, edes von ihnen hatte ernen geheimen Hinter halt. Jedes rechnete dem Andern seine Schuld nach und fand, daß die eigene Wagschale stieg. , So kam eines Tages jene verhangniß Volle Stulide. Er kam unwirsch nach Hause, errea. . von irgend einer geschäftlichen Unan nehmlrchken. Sie wußte, daß eme Klep ' nigkeit genügte, ihn dann zum Aeußerstcn zu reizen. Sie pflegt dies zu vermeiden, heute aber wollte cs der Zufall, daß ein 'Schriftstück, welches er brauchte, verlegt worden war. Jetzt 'herrschte er sie mit bösen Worten an sie trat vor ihn hin und verwies ihn herb geringschätzigen Tones. Da faßte er sie an der Schulter und stieß sie zornig mit einer brutalen Gebcrde von sich. ' Sie gab keinen Laut von sich, aber si verließ das Haus auf der Stelle und begab sich zu ihren Eltern, deren einziges verwöhntes Kind sie war. . 1 1 :; Der Gatte suchte sie .dort auf, erbat ihre Verzeihung und führte sie in seir iiiHaus'ziuüdL::):' :.,S:e,ba!tcni um nicht trcyig zu erscheinen seiner ruh ,renden;Vi:te.z gegenüber zMbtrsie,,hä:ie nicht ganz verziehen, sie vermochte nicht, rvider von Herzen gut zu sein. , Er aber umßte das herauefühlen. mußte fühlen, dav das Opfer seiner Demüthigung nutz Zlos'gMesen1ei)M :i.lei;nftU., sie an jenern Abende trau lich neben einander saßen und sich an der Hand hielten, da spürte sie trotz sei ner zärtlichen Nähe, daß es nicht mehr ; war wie sonst. Dem Anscheine f nach war Alles gut, aber I Beide waren sich doch bewußt, daß ihre Zärtlichkeit nicht mehr echt sei. Und ohne daß in dieser Zeit ein böses Wort zwischen ihnen gefallen wäre, starb ihre Zärtlichkeit langsam a b, w ie eine Lamp e, d er das Oel ; aus !; geht, i'l:. Der Abgrund war da und blieb, all' mälig wurde er breiter, tiefer. Einsam, erstarrten Herzens, wie gelähmt, standen sie einander gegenüber, die dunkle Kluft 1 wsfim Lange, lange ist es schon so. In dieser Stunde blickte die Frau in die Tiefe des Abgrundes und fühlt ein Grauen. Wie konnte, wie durfte eS so kommen ! Sie liebten sich einst, und jetzt? Hat er nicht noch immer Gewalt über ihre Seele, daß er diesen Baun über sie auszuüben vermag ? Und er ? Er blickt jetzt auf, aber nicht nach ihr, er siebt nach der Lampe und schraubt den Docht höher, dann wendet er ein neue Blatt in seinem Buche um. Was mag m ihm vorgehen ? Leidet er unter seiner Vereinsamuna ? 3ft er zuftieden, ergeben Z Denkt er daran, daß es anders werden kann, werden muß ? Sie bt keine Abnuna davon. fein Inneres ist ihr undurchdringlich. Mit Grauen vor sich selbst ermißt sie, daß er ihr ein Fremder geworden ist. Bisweilen sieht sie vpn der Seite in
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ÄMMM mit einem sinsteren Blick ist es He Zorn oder ist es Klage, Schmerz? Wenn sie noch einmal in seinen Armen liegen und selig zu ihm auflächeln könnte! Ein süßer. Schauer geht bei diesem Gedanken durch ihren Leib. Sie hat ihn schon oft gedacht, diesen Gedan, ken ein schöner Traum, sieht, er vor ihrer Seele. Aber wenn sie ihrem Gatten von Angesicht zu Angcsicht gegenüber ist, da klafft der Abgrund ! Sie kann, nicht hinüber, sie stcht wie erstarrt und hebt tr "'" "-4'J . ..: i :!. 'Ii i!, ?. die Arme Nicht. . . , . , Und innerlich spricht sie jetzt zu ihn: . Es ist so traurig, einsam zu sein, und ' es ift-so schön, zu lieben! Seil es immer so zwischen uns bleiben? Wir be , den Nichts auf Erden als einander ! Lass' uns stark sein' und bergessen ver gessen, daß dieser , schreckliche Abzrund zwls en uns war. Wir hatten uns lieb und waren glücklich - was dazwischen . -t liegt, ist nur ein böser Traum gewesen. Lass' es sein wie es früher war !" Aber ihre Lippen sind verschlossen. Seltsam warum spricht sie nicht so zu ihm ? " Warum nicht k.-.. Sie wußte es selbst nicht zu sagen. Es ist der Abgrund, der immer faU schen ihnen ist. Sie seufzt auf, auS tiefstem Herzen, aber er hebt den Blick nicht. . Sie sind es längst entwöhnt, einen Seufzer oder ein Lichcln gegenseitig zu beachten. Das Feuer im Ofen ist verglüht, die Windstöße, die an den Fenstern rüttel, sind seltener geworden. Auf der Strahs ist es schon recht still. Die Nococo-Ubr in der Ecke tickt eilfertig, ängstlich, may nend. Er hat sich setzt erhoben, um eine Kerze auf dem Wandtischchen zu entzünden; ibr Schein beleuchtet sein männlich ern stcs, unbewegtes (Zesicht. ES ist Schla senszeit. . Und plötzlich sühlt sie einen Schreck, eine ßeheime Angst, ihr ist, als Dinge er' für immer. Jb Gedanken hingen so eng an ihm, als er da faß, und jetzt zerreißt er achtlos dieses unsichtbare Netz ttnd geht ' Ihr Herz pocht wild und 'stürmisch. Wenn wenn er jetzt in sein Zimmer sich begiebt und das Feuer, welches den Raum erwärmt, etwa zufällig jenes todt-l'i-be Gas ausströmte kr,- er ihrem Llkck entsänke Znden ewlpen Abgrund? Menn er heute Nachts nnen schönen Traum träumt und morgen geht, um den, Weibe, von dem er träumte, zu folgen l Und wmn dies Alles nicht eintrifft, denn es morgen ist wie heute, und so ein Tag nech den: andern, lobnt eS der iNühe. lo weiter zu leben ? VÜt Grauen und Ekel denlt e jetzt an Hefts Leben, wie konnte sie es so lang ertragen? ' Das Bild des armen, todten Ehcpaares in dem kahlen, dürftigen Stübchent steht wieder vor ihrer Seele. Wie reich waren diese Unglücklicben neben ihr, die jung und blühend und rm Wohlstand ist h S!ie wieder wird das Bild dieser Todtem sie verlasen, als mahnendes Gespenst! wird eS inmer bei ihr sein, tantalischs Sehnsucht nach Liebe und Hingebung i ihrer verarmten Seele entflammend. Der Gatte hat jetzt sein Buch genem men und sich der Thür zugewendet. Er kehrt sich nicht um nach ihr, und heute, gerade heute sagt er ihr Nicht einmal je nes kalte Gute Nacht !", das sie sonst von seinen Lippen zu hören Pflegte. Er geht geht! Bon einem unwiderstehlichen, halb unbewußten Impuls getrieben, stürzt . sie ihm nach zur Thür. Jetzt ode? .. nm - . n r r me z 'sts wm nei iocip es kaum. Er bcrt tren Schritt, das Rau schen ihres KleideS, und kehrt sich um. Sein kalt erstaunter, fragender Blick trifft sie. Sie halt inne drei Schritte von ihm der Abgrund klafft zwischen ihnen. Sie kann nicht hinüber unmöglich ! TodeS kalte scküttelt ihre Glieder sie weiß eS nicht, daß Thränen über ihre blassen Wangen rieseln. Jetzt thut er einen Schritt vorwärts einen einzigen ' die Kerze fällt ihm aus der Hand. Ein tüfcs Auf , athnen entringt sich seiner Brust, als ob eine furchtbare Last von ihr : sänke Wer war cs, der zuerst die Arme off 'nete ? Keiner weiß es. Sie sah nichts vor Thränen, unwiderstehlich brach das Sebluen aus ibrer Brust. ! Da fühlte sie sich umfaßt z:Z Ar. me zogen sie an sich, so fest, fo stürmisch und ihr Haupt lag an einem bciß po senden Herzen gebettet so w!e sie es geträumt! :y l - Der Abgrund war verschwunden.t ',."'.' 11 .. m ; ; "i " , ' '' f'i-ß. ine I ü w c I e N g ; :c f chicht ev'. In einer Stadt Süd-Ungarns sind vor 5 Jahren in einem Juwelierlden ein Paar prachtvolle Ohrgehävge , abbanden 5 gekoznmen. , Da an demselben Tage lau ter elegante und vornehme Pttsonen der! virkebrt hatten, konnte der Juwelier ge gen Niemanden Verdacht schöpse. (N ließ daher s sein Personal viele Monat lang unter polizeiliche Aussicht stellen, und nachdem die umfassendste Untersu , chung erfolglos blieb, schrieb er wvA Wehmuih den Werth der cestsrbfrnei Ohrgehänge auf sein Berluft'ttcnto. sHqi einigen Tagen plötzlich bekommt cr eine Borladung zur Pdijei. Er gubre, ba r als äriB, e u 3 U 0 r s c l c b : sijlli r de ;!(;: doch wie i,)1,: groß t'h;ar je i:t,i::;.ET i'jsj ft.nttll bauptmann die vorDi5D"JaHtcnMuS seinem Geschäfte verschwundenen iverth vollen Diamant Ohrgehänge übergab. Die Geschichte aber, wie der Pslizeiäs 'inSe'n ..Besitzt derzOhigehänge.aM'ifl ebenfalls nicht weniger rstaunlichH Vor Kurzem starb eine den vornehmsten iTrei fen angeln rende Dame, und als sie auj dem Srcrbcbcite Up, beichtete sie, daß fie vor 5 Jahren ein Paar Diamant'Ohr ringe gestohlen habe. Sie bet ihren Mann, er möge dieselben dem Bestohle nen nach ihrem Tsde einhändigen lassen. Der Graf willfahrte ihrer Bitte und, nachdem derPolizeichef versprochen hatte. den Namen der Dame nicht zu verrathen ! übergab er ihr die Ohrzehänge. Di : Geschichte klingt zwar ein wenig romantisch soll aber, wie der Pesther Ll." sajU, buchstäblich wahr fern. vcax v. ette? Hans: Wu gohit scheint'S net b'fonderö gern in d'Schusl, Fritzle? Fritzle (weinend): Noi g'wiß net. Wenn e no dcS Ding aor n a'a'waa bäU'i
