Indiana Tribüne, Volume 16, Number 42, Indianapolis, Marion County, 30 October 1892 — Page 7

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2on dem Haberseldirelben. 9. 2?nl. In Altbaiern hängt das Volk mik , iiner gewissen Zähigleit am Attöcrge brachen; selbst in feiner Hauptstadt, in der Großstadt München, hat sich manch überkommene Gewohnheit aus alter Zeit im öffentlichen Leben erhal. fcn; so der SchSfflertanz, der Metzger sprung. Wurzeln die meisten dieser Gebräuche kn einem urwüchsigen Volksthum. wel cheZ gern die Gelegenheit wahrnimmt, seiner Lust und Freude zum Ausdruck , zu verhelfen, so ift das jetzt so berüch ligte Haberfeldtreiben der Ausläufer kines verletzten Rechtsgesühls, welchem der einst so schleppende und unvoll? kommene Gerichtsgang nur gar zu oft Vorschub gelastet hat. , Der Ursprunn des HaberfeldtreibenZ läßt sich bis an's Ende des 30jährigen. Krieges dersolgen. In jener Zeit, wo der Rechtsschutz im Allgemeinen so !m Argen lag, wie mag da erst mit dem Recht des Bauern umgegangen morden fein! Doch selbst bis in die Mitte unseres Jahrhunderts, bis wohin der gestrenge Herr Landrichter sich gleich einem ViceKönig in seinem Gcrichtssprengel ausspielte, verstummten die Klagen über ungerechte Behandlung bei dem Land-' doikc nicht, und so erhielten sich die Haberftldtrsibm zur gemeinsamen Abwehr und zum Schutz des bauerlichen Rechts bis in unsere Tage. Die Ableitung des Wortes ..Haberfelvtreiöen" steht nicht fest. Nach einer Ueberlieferung sollen früher die Schul digen unter Geißelhieben durch ein Ha berfekd getrieben worden sein. Andere behaupten wieder, daß die zur Strafe Auserkorenen durch Verwüstung ihrer Felder Strafe erlitten hätten. Der Gebrauch selbst erstreckte ... sich einstmals über weit ausgedehnte Bezirle. während heute eigentlich nur noch lm sogenannten Mängfallwinkel, ahn scben Jfar und Inn. ünd noch bis ach München hin (TeiZenhofen-Sauerlach) getrieben" wird. In Bezug auf die Zeit der Abhaltung von Haberfeldtreiden hat sich die Uebung erhalten, daß selbige gewöhnlich gegen Ende oder unmittelbar nach der Ernte, also in der letzten Hälfte des September bis October, abgehalten werden. So fanden in den lehten Jahren folgende' Treiben statt: In der Nacht vom 11. ans den 12. October 1890 zu Piescnkamm bei Schaftlach und in Höhenrain bei Aibling. Vom ' 24. auf den 25. October 1891 zu Schliersee und zu Hausham und in Diesem Jahre zwischen 20. und 21. - Sept. zu Egmating bei'Clonn. . , Heute entbehrt das zahe Erhalten 'dieser bäuerlichen Lynchjustinz nicht nur jeden Werthes, es ist auch einer jeden sittlichen Grundlage bar. Traffrüher jenes Volksgericht wirklich solche, die . sich dem Arme dcr!Gerecht!g.keit-durch ihre Macht und Stellung zu entziehen .toufctep, jo.giU das Habern heutigen Tages nur noch als ein gemeinfchädlicher Unfugs Selten wird dem eigent lichen Schuldigen getrieben", die Treiber selbst find vielmehr zumeist verfem mene Subjecte oder unreife Burschen) die aus Rachsucht ooer Schabernack stets bei der Hand sind, wenn es gilt, irgend einem Brauer oder Wirth, emem Pfär rer oder Bauern etwas am Zeuge zu flicken. So sehr auch die geistlichen wie die weltlichen Behörden gegen diesen Un sug eiferten, so strenge auch das Gesetz jeden Theilnehmer wegen Landfriedensbruchs mit Zuchthaus bis zu 10 Jahren bedroht und die Kirche Excommunila tion und Jntcrdict in Aussicht stellt nichts hat bis jetzt vermocht, das ge hermnlLvolle Tunket, welches die Habe rer um .sich zu verbreiten wissen, zu lichten; alle deshalb angestrengten Pro reffe mußten wegen mangelnder Beweise wieder niedcrzeschlaasn werden? ' kommr es, das die Haderer im Vollgefühl ihrer Straflosigkeit eine Art ' Schreckensherrschaft in ihren Gemeinden ausüben und zeder Versuch zu einer Denunciation schon im Keim erstickt ' werden kann. Erst vor wenigen Iah ren fand ein Bahnwärter auf der Strecke Miesbach-München einen Menschen ge knebelt auf den Schienen liegen, der unrettbar von dem Nachtzuge zermalmt worden wäre, wenn ihn nicht der Wärter befreit hätte. Auf eindringliches fragen gestand der Mann, daß er von fünf Vermummten überfallen und gebunden worden sei, weil er im Verdacht ' gestanden, etwas über das Habern ver rathen u haben. Mehr war aus dem Manne nicht berauszubekommen. Äuch die aue, wo den dauern we 1 gen Angebern der rotye Hahn" iur das Dach gesetzt worden ist, kamen im Habererqebiet nicht selten vor,, ja der etwas übereifrige Pfarrer, von Obertoaniqcm mutzte sich die Füße seiner Bettstelle abschneiden lasten, m Nachts aus der Schußlinie der durchs Fenster auf "ihn abgefeuerten Kugeln deZ Habe rergerichts zu kommen. Andere Fälle iciqen wieder, wie diese Verwegenen auch nicht davor zurückfcheuen, die be bördlichen Aussichtsoraane selbst in Schach zu' halten. Beim Haberfeld treiben zu Feldkirchen , bei Westerham im Jahre 1862 waren Kirche und Pfarrhof blockirt, damit nicht Sturm geläutet iverden konnte. Um mt Woy nung der aus drei Köpfen bestehenden Gendarmeriestatlon hatten sich 50 Ver mummte mit ihren Stutzen aufgestellt, bis alles vorübe? war: Bei in spä ttren Gelegenheit in der Tegcrnfeer Geg:nd büßte em Gendarm seinen Wi verstand mit dem Leben. Durch ihre Erfolge kühn gemacht, begnü gen sich die Haber in neuester Zeit nicht mehr damit, ihr Vorhaben V an Kreuzwegen und an Feldkreuzen anzutündcn, wobei freilich der Ort der Handlung zur Irreführung immer fälschlich angegebeu wird, sie erdreisten sich nun auch noch, dm unflathigeu Jn halt ihrer Protokolle zu veröffentlichen und f ckchev vielfach zur Verbreitung zu

Vor Kurzem kam erst em tolcheö

Schriftstück über das in der Nacht vom ä , T i j. f t rM vom aus ocn j. ciover v. vel Schlierfee abgehaltene Treiben in Umauf. welches ber Zabellt in Zürich ge worden um soll, chauplak y Treibens war der etwa 10 Minuten in östlicher Richtung von Schliersee entfernte Peißenromberg, auf dessen grünen Matten die beiden RiesbauernHöfe 'liegen. In der stillen Sternen nacht krachten plötzlich Böller und Flin tenfchüsse. Das Läuten von Kuhschel en, das Rann der Ketten und Schlagen auf Senzen und Latten, in welchen Höllenlärm sich das Johlen und schreien der Schaar mrschte, rüttelte alle Bewohner von Schlierlee und Hausham aus dem schlaf. Ein wah res Peletonteuer lieg aus eme aroke Anzahl von Theilnehmern schließen, die ich m einem Vterea auzstellten. Und tun begann der Habcrscldmeister mit Stentorstimme das Sündenregister zu verlesen, wie folgt: Im Aul trag des Kalsers Karl vom Untaschberg müaß ma heut wieda as Hobaseht iretm. Nachdem wän auch Plakam aus hängt, da kos nacha .no a Nirada oiS extri osschceim. Da Woatzinga Beppi vo Meschta.is a recht arona a soaichta. Da macht in's heut an Hobafeimoaschta, Da Wejsinga.Tani und an ?!otar sei Schreib, Tö san heut a bei m s ois Hobafehl treiba. Da Zimentfabrikant Baur. da jung Burmester und vom Bergwerk da Enael. Dö san heut a bei in's und zwar ois Stenoaravhmen, Und da Gastwirth Cham vo SchlieaS und da Hasna Bot: ois Vetozipethisten. So Leut setz hobs no a kloani Geduld, mir fan no auat a da am Nacha wätzös scho-h)rn, was für gcit. . Oas möcht Cng no song, . Dav sie d Schandarm nit znochand luawa tboan wona. Schieftkos gar leicht passiean. daß ma unzrö guate Auxn provtean.Es ist' aam unmöglich, selbst nur einen Auszug aus den nun folgenden zehn Haberer Versen zu bringen, welche bei Jedem, dem getrieben wurde, zur Verlesung kamen Es handelt sich fast durchgehend um unzüchtige, unfläthige st. - n i ' Z.t. eilige, r&it L.eimquenicn mußlen, kaum nothdürftig bekleidet, an der Schwelle ihres Hauses, welche sie aber beileibe nicht überschreiten dursten, ihr Sündenregister mit 'anhören. Nach jedem Vers stellte der Haberfeldmeister die Frage: .Js dös wahr?- worauf die Genossen unifono erwiedertenZ Ja. wahr is!" Nun rief der Meister:, Nacha treibts zuälK ; u Und durch ein 10 Minute lange? Gewehr- kam man seiner Aufforderung ", Prüf 'x ' nacy. ?t,$ ff ::"' - v Auf diese Weise wurde dem Posthal, ter von Schliersee, dem Wirth Kellern von Hausham, dem Forstmeister und dem Gendarmerie-Kommandanten, so wie dem Wagner Schwarz von Schlier see, demk Vierzga-KloSl' und dem Kögler ebendaselbst, ferner, dem Baron Meindl und d?m Stickler von Haus ham .getrieben, ohne daß es jedoch den Genannten, entgegen der Wirkung in früheren Zeiten, 'etwas geschadet hätte. Zum Schlüsse sei noch die Danksa gung aus dem Protokoll hier ange fügt, wobei wohl nicht erst darauf hin gewiesen werden muß. daß die ange führten Personen nur als fingirte Na meiffür die im Verborgenen gebliebe nen wirkl chcn Theilnehmer zu gelten Es haben sich an dem heutlaeii Haberfeldtreiben außer den anfangs erwähnten Personen noch folgende Her ren betheiltgt und zwar: ' Da Büraamaschta Nigl vo Tegern see als Vorstand, Da Bezirksamtmann vo Nosenheim als Rath der Haberer im bani schen Oberland, Dann da Amtsrichter vo,Wolfraths Hausen als Kompagnic-Kom - - mandcur, if jM Vl, Und da Graf Luxburg. kgl. Polizei rath vo Müuga als , Posten kontrolcur, ' Da D)kta Sigl vo Münga als Ge dlchtsfabrikant. " " Und da Obabrau vs Hoizlinkcn als BlerlleZerant, j" tfVMI M Xö lotn für lyra Ättlya alle zam leben mit einand VivatbochZ!! An Erzbilchof vo Münga kinz in's c uo schön gruassn. Er so2 unZ ! fei jag! vo da Kirch mi :xsmmn Ebe wir diesen Plak vnlajsen. wol len wir noch unserm.erlauchtesten Prinz, regenten Luitpold von Bmern ein dreifach donnerndes Hoch ausbringen. Er soll eben 1 ' 1 t Vivat hoch;;: Für heut is jetzt gar jetzt g3b!5 Ont HMz',MRüaK" Den schnehai müasi ma wieda an Un , , tiichberg zua." ' Lord Tennyson. SM-i :,::lipä"!ii;!!i;jf f !'. !i: !!:!iäif '"!! ''.s1 "' 'I; !i '-" ? ' ,,!;: Im Patriotismus stehen die Englan der keiner Nation nach, und so wurde denn .der Tod des patriotischen Dichters Tennqfon für sie ein Nationalereigniß Die Kirchenglocken ertönten, als fei ein Mitglied der königlichen Familie gestorben. Fahnen wehten vom Halb mast, Zeitungen erschienen mit Pietät vollem Trauerrande, Fensterläden wur den geschlossen, der Citygemeinderath nahm eine BeileidSadrefse 'an, die Kö nigin und daS Thronfolgerpaar fandten Beileidstelegramme, und die West.

minfter-Abtei, das Mausoleum engli. Z " scher Großen, stet dem verewigten Bard, als um sttihm iL 6? .ennyions

anujjsMataag

Volk ehren will. Auch haben schon drei der berufensten, Dichter Englands ihm tiefgefühlte Nachrufe gewidmet: Alfred Austin, Lemis Morris und Sir Edwin Arnold. Zwei Generationen von Engländern haben zu Füßen Tennysons gesessen ünd dem Silberton , seiner Dichtungen gelauscht; was ihnen daraus am verständlichsten entgegenklang, war der patriotische mf die Liebe für England und alles Englische, für seine schönen Frauen, für die ritterliche Vergangen, hcit, für die Wälder und Blumen, für die rings umgürtende See, für. Eng. lands Machtstellung und europäischen Ruf. Tennyson war wesentlich -ein englischer Dichter; England stand für ihn im Mittelpunkt des Weltalls, und zwar sowohl erste Seemacht wie als die Feste der Freiheit. Als nach Napoleons III. Staatsstreich sich die Fürcht vor einem sranzösischen Einfall verbreitete, war er Feuer und Flamme für die Freiwilligenbewegung. Wir sind nicht alle Manchester Baumwollspinncr schrieb er , sondern wir lieben auch England und ferne Ehre und werden in den englischen Thermopylm stehen; frei müssen wir spre. chi wenn auch der europaische Sturm über uns losbricht. Nicht ei kleiner deutscher Staat sind wir, frrn dern wir sprechen mit der einen, mächtigen Stimme in Europa." Als Eiferer für Englands Größe begrüßte er begeistert die ColonialaUssteltung von 1686; sie' schien ihm dazü bestimmt, alle Söhne Großbritanniens in Amerika, Australien, Afrika und Asien mit England zu einem Reiche zusammenzuschweißen, ein Leben, eine Flagge, eine Flotte, ein Thron! Und dann, als unter Gladstone die Reichszersiückler an's Ruder gelangten, schrieb er trauernd sein Gedicht: Lockslcy Hall, sechzig Jahre nachher". Der Ausblick in Gegenwart und Zukunft hatte das vielversprechende Traumbild seines ersten Gedichtes Locksley Hall" nicht bestätigt, er sah im Geiste, wie die Welt in demokratischer Verallgemeineruna, in Hast und Elend ihrem Verfalle entgegeneile. Für , die übrigen Nationen und ihre Bestrebungen btfak er wenig Verständniß. Tolstoi, Mazzml, Garibaldl und Vlctor Hugo waren zwar feine Freunde, ihren Plänen stand er fremd gegenüber. Er ha)te die Republik und die Revolution und schwärmte für die versaungsmaVige Monarchie; aber selbst betrens der letz teren und ihrer aesekaebenden Bersammlunaen war er der Meinung Carlyles. daß sie zu viel Worte machien. daß sie die goldene Regel des Schwei genS Nicht bezjer beobachteten, , er wünschte ihnen alle eine Pfeife in den Mund, wie er und Earlyle es thaten. Er war Stocks Engländer, aber ein genialer. Ein großer Dichter soll zugleich ein Lehrer feines Volkes sein; so wenigstens lautet ein viel angeführter Ausspruch. Als patriotischer Lehrer war Tennyjon Unanfechtbare in religiösen Dingen predigte er ein duldsames Ehrisienth'um ohne Hölle und in politischen Dingen gehörte er dem gemäßigten LiberalisMUS an. Indessen hat der wirkliche Lehrer mit dem Volke persönliche Fühlung zu behalten, und das hat. Ten ny. son weniger als irgend ein anderer Dichter gethan. Vor der, Oeffentlichkeit hatte er, wie jüngst schon bemerkt, einen Abscheu, der fast ciner Wahnvorstellung gleich kam. Daher beneidete er aus tiefstem Herzen Shakespeare, von dessen persönlichem Leben nichts bekonnt fei und dem daher die Welt nicht jot einem Schwein. den Bauch auf. schlitzen könne. Wie ihm erst der Gedanke, aus dem Ostende Londons derauszugehen und dort eine Rede für Vaterland und Christenthum zu halten, vorgekommen sein würde! Statt dessen verbarg er sich ängstlicher als ein poli. tischer Verschwörer auf feinen zwei Landsitzen und lebte im übrigen das Leben eines wohlhabenden Landedelmanns, ohne Sorgen, einzig und allein der, srciwillige Diener seiner Muse. Ein gewisser Grad von Selbstsucht läge darin, wenn eben dem Genie nicht vicles verziehen werden müßte. Sein LebcaZweg war von Ansang bis zu Ende ein Rosenpfad mit nur zwei Dornen dem Tode seines Freun des Arthur Hallam und seines Sohnes Lionel hit in Indien starb. Als Knabe besaß er wenig Taschengeld; sein Brot in Thränen aber hat er nie geges. sen. Er, war wohl der einzige lyrische Dichter, dem seine Werke ein Vermögen einbrachten, von dem .er sich einen Landsitz kaufen und einen andern auf bauen konnte. Mit zunehmendem Al ter hat sich seine Abgeschlossenheit im zweifelhaft mit einer großen aristokratischen Vornehmheit gepaart. Als Gutsbesitzer fand er die Theilung der ländlichen Menschheit in Gutsherren, Pächter TutiX flftii!U sl ii Ä ni! .. in Xw fl? m UIIW IIUIIIII WUUtUUVI tu vil jiutut der Dinge gerechtfertigt, und daß er schließlich die Pairswürde annahm, ent. gegen den GrundsäM seines MannesalierS, ist ihm bekanntlich von seinen Freunden verdacht worden, ,ist über wohl in einer 'ochsenden konservativen Strömung seiner Denkart begründet. Hätte sein,, Freund Thomas Earlyle noch gelebt, er, würde davor zurückgeschreckt sein; , war eZ grade Tennyson, der es für durchaus , passend hielt, daß Earlyle sich nicht in Sir Thomas Carlyle umwandelte. , , , ' ' j , Alles das gehört zu den nebensächlichen Schwachen eines großen Dichters. Eine andere dieser Schwächen bestand in seiner '' übergroßen Empfindlichkeit vor der Kritik. An Lord Lytton. der ihm Weichlichkeit des Stils vorwarf, rächte er sich, ' indem er ihn den .aus. wattirten Mann im Schnürleib" nannte, und dem Dichter Swinbuine, feinem muthmaßlichen Nachfolger als Poeta laureatus, hat er so lange nicht vergeben können, als dieser sein Ge dicht Morte d' Arthur mit Morta drAlbert bekrittelte;, letzteres ist Anf den Prinzgemahl, der ausgesprochener Bewunde.

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Sorge, daV in den fpäteren Au-gaben seiner, Werke obige Verhöhnung deZ auf seinen äußeren Menschen schrei teln Lord 'Lytton wieder' ausgemerzt wurde. - Wird Tennyson als sittlicher und politischer Lehrer feines Volkes wenig Einfluß ausüben können: als Bewahrer der Reinheit und Keuschheit der Sprache steht er fast unerreicht da. Alles, was er geschrieben, ist klar und durchsichtig geteilt und formvollendet. Ebenso glücklich war er in seinen Wendzen und Zusammenstellungen. Ne bShakespeare und Mitton genießt er den Ruf, am meisten die englische Sprache mit sprichwortähnlichen Ge. danken bereichert zu haben. Mit der Kunst der Form ging die Maßhaltung lm Ausdruck Hand in Hand. Darin war er der typische Engländer der allen Schul-, der - seine Begeistirung stets durch kühle Selbstbeherrschung zügclte. Man ahnt die Gluth. die in seinen Lie. dern liegt, die Flamme aber schlägt nirgendwo heraus. Im Beginne seiner Laufbahn war ihm diese Eigenschaft als Uumännlichkeit gedeutet.' Miß Alfred-nannte ihn ein bissiger Kritf. ker. John Morley wollte in seinen Idylls ok iks King" ein bloße? Vilverbuch für Mädchenschulen sehen und Justin, M'Earthy sand, daß die Ritter an des Königs Arthur sagenumwobenen Hofe in ihren Reden durchaus den ge bildeten englischen Gentlemen des 19. Jahrhunderts glichen. Ein Körnchen Wahrheit liegt darin, nur ist hinzutu fügen, daß es ganz bewundern werthe Gentlemen sind, die in der Maske der Ritter von der Tafelrund? so zu spre. chen wissen. Tennyson mag in seiner Geleckthcit ein Dichter , slir die Frauen sein, mittlerweile aber haben iyn alle Männer, und zwar mit Genuß gelesen. Daß ein solcher feinfühliger Wort, künstler seine Tabakspfeife nicht entbeh. ren konnte, wird stets mit Verwunde rung hervorgehoben. Von seinem Rauchwer!" wird in der That merk, würdiges erzählt: zehn Stunden lag er ihm ob. und zwar qualmte er einen üb:lriechenden Tabak aus einer kurzen gebräunten Holzpfeife. Die Muse schien sich ihm nur im Knastcrdunste zu nähern. Der einzige, der iW dabei übertraf, war Earlyle. Einst ,'jc wird erzahlt stattete ihm diezer einen Besuch ab; sie saßen mehrere Stunden zusammen, und das einzige, was ge sprochcn ward, waren Earlyle's Ab. ichiedsworte: Ach, Mann, wir hüben einen großartigen edantcrt gehabt.'' ' I"' W ;,.'" ' 1 f . , Sonderbares GxunderwerbS Gesetz. Selbst in den abgelegensten Theilen der Ver. Staaten schreibt ein ame rikanijcher Eorrespondent ' aus ReuSeeland. wäre man höchlich erstaunt, auf irgend ein altes Gesetzj gelchriebe? nes oder ungeschriebenes. zu stoßen, wonach cinStelet t als Rcchtstitel auf ein Landstück gilt. Aber in Reu-See-land kann kein Zugewanderter ein neues Stück Land cchtskrästig erwer. ben. ehe der Anspruch des eingeborenen Maori, welcher zuletzt auf dem Lande gehaust hat. vom einem der Localrichier, der sog. Tohungas, für erloschen er klart ist, und damit dies geschehen kann, muß das höchsteigcne Brust-Sle-lctt des früheren Bewohners vorgezeigt werden. Ob dasselbe immer echt izt das ist eine andere Frage. Dieser Brauch geht auf eine wilde Zelt bei den Eingeborenen zurück, als Sippe gegen Sippe blutige Kämpfe führte, und ein Landstück überhaupt nur ! durch Tödtuna in andere Hände überging. Der Sieger hängte das Skelett des , Erschlagenen feierlich auf,und damit bewies x seinen Anspruch nach dem Grundsatz: Macht ist Recht", bis ein Stärkerer über ihn kam. . Roch heute ist bei den MaoriS das Aufhängen des Vrust-Skcletis üblich, welches zugleich als ein Papageitüfig dient Am 6. Sept. kehrten der Fürst Albert und seine Gemahlin von Monaco auf ihrer prächtigen Pacht Prinzessin Alice" von einer Seereise nach England und Frankreich in ihr Fürstentlzum zurück.' Als die Prin. zessin , Alice" an der Landungsbrü.'le anlegte und das Fürstenpaar den Fuß auf die heimische Ekde setzte, krachten von der Batterie des Schlosses 21 nonenschüsse zur Begrüßung. Kaum waren diese verklungen, so ertönten zwei Revolverschüsse, ,die ein elegant gekleideter junger Mann, der dem Em pfang des fürstlichen Paare, beiwohnte, auf sich selber abfeuerte. Mit zerschmetterten Schläfen stürzte der Unglückliche zusammen. Er wurde sofort bei Seite getragen, j" In seinen Taschen fand man lein Geld, keinen Brief, keine Visitkularie nichts als ein Eintritts biklett .,u den Spielsälen. Obwohl man sich alle nur erdenkliche Müh? ge. geben hat. um den peinlichen Vorfall dem Fürsten Albext und seiner Gemah!in zu verheimlichen, so ist dies doch nicht gelungen. ,Das Bild des unbekannten Selbstmörders scheint dem Fürstenpaare die Freude an . der Heiln ach so verbittert zu, haben, , daß sie schön , arn; folgenden Tage wieder, den blühenden Gestaden Montecarlos den Rücken, kehrten und auf ihrer Vacht nao;iJt i is In Alachua und anderen EounticS im Staate Florida gab tl kürzlich einen förmlichen Schauer feiner Spinngewebe, welche den Erdboden meilenweit bedeckten. Es fiel genug davon, um, wie gesagt wird,' eine Baumwollfabrik in Gang zu setzen.

Zehn, Paar Schuh'e" und drei Anzüge hat Edwin Stone auf sei ner kürzlich in 128 Tagen vollendete Fußreise von San Francisco nach Ne York abgerissen. Die En'sernung zwischen beiden Städten keträat $$24 mutn.

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Schlachischüssel. ENzze au Um Htm Jorker Lide ton F. R. Jeder amüsirt sich nach seiner Art. und sucht, diejenige Erholung, welche ihm am ? meisten behagt. Der großen Majorität der New Yorker ist es ver sagt, den Gaumen an Delmonicos Kü' chenprodukten zu kitzeln, aber wer da meint, dem bescheidenen Bewohner der Ostseite munde nicht ebensowohl eine sauber zubereitete Mctzelfuppe. wie dem, Krösus aus dem ArownstöneDistrikt ein großes Dincx, ist schief gewickelt".Und wen? ' da Gelegenheit, geboten war, allerorts zu beobachten, der wird schließlich zur Erkenntniß gekommen sein, daß es bei einer gut arrangirten Schlachtschüssel zumeist fröhlicher hergeht, wie beim hohen Schmause im Frack. : ..Bei Schulzens gibt's morgen Met zelsuppe. yeißt , es den ganzen Tag über im Block", und wenn es dort Jemand noch nicht wissen sollte, so. sorgt Unser Freund August Schulze, der mit der blitzweißen Schürze , hinter der Bar" die Gläser spiegelrein lackirt. schon dafür, daß er es erfahre. Dem Brauereikollektor ist es bereits vor einer Woche eingebläut worden, und dem Bäcker erzählt Schulze eben, wi5 er sich abgemüht habe, das feiste Borsienthier, für das hochwichtige Ereigniß zu erlangen. ..Ein Schw'einchen sag' ich Dir. HanneZ. wie zum Anbeißen' heißt es und dann wird der Grunzer von der Schnauze bis zum Schwanzende beschrieben. . ,. Während der Schilderung der kuliarischen Genüsse geht es in der. hinter der Wirthschaft gelegenen Küche, wo die Frau Schulzen im Schweiße ihres Angesichts wallet, hoch her. denn es ist keine Kleinigkeit, eine Mehelsuppc fein und säuberlich herzurichten. Rosine, die dralle Magd, hat harte Zeiten, und wenn es nicht wegen des jungen Vutchers" wäre, der ihr liebevolle Seiten blicke zuwirft, und ihr in gnädiger AbWesenheit der Frau Schulzen ab und zu in die Backen kniffe, so liefe sie auf und davon. Abcr Schulze hat auch seine Mühe und Noth, denn der Guitarrefpieler hat absagen lassen, und er hat viel Lauzexd: um einen Erschau finden,. Schließlich ist auch diese Klippe umschifft, und es klappt Alles. Am Abend, nachdem der letzte Gast, der lange Gottfried, welcher auf dreißig Glas Bier ..gcaicht" ist. das Lokal verlasse hat, wird noch große Reinigung vorgenommen; bald die Wirthlchau blitzblank, wohlgefällig mustern Schulze und Gattin den Gambrinustempel . und dann zieht sich Alles in die Gemächer zurück. So ist er, denn herangcbrochen. der Metzelsuppen-Samstag bei Schulzen's. Der herangewachsene Sohn postirt sich neben seinen Erzeuger hinter den Schanktisch, denn heute wirds's stramme Arbeit geben, und in der K üche meldet. sich die Schwester der Wirthin, die bei derartigen , Gelegenheiten immer mit Hand anlegt. Für die feinsten Getränk" und die besten Cigarren? ist reichlich gesorgt und liebliche Düfte strömen schon aus der Küche in's Gemach, die schweln in Bercitschaft.stehcn, verkündend. Am Tag über ist das , Geschäft schon ein recht lebhaftes, wozu hauptsächlich der reichliche und appetitliche Lunch- bei trägt, aber erst gegen acht Uhr Abends treffen die ersten eigentlichen Mchelsup-pcn-Gäste ein, die sich an dem .hinterften Tisch placircn. Um diese Zeit taucht auch der Guikarrespieler, ein tugclrundesMännchen mit fettglänzendem Gesichte und listig funkelnden Aeuglein auf und beeilt sich, nach erfolgter Räujperung, das Erste" hinter die Binde zu gießen. Tann zieht er sich in die günstigste Lage zurück, 'stimmt seinen Tonkasten, beginnt , aber noch nicht mit dem Erni ccrte, denn für zwei Gäste würde es sich nicht lohnen; auch haben sich diese der artig in die Knödel vertieft, daß sie dem modernen Troubadour wenig B?achtung schenken würden. Letzterer hebt dann fein, einer großen Kirsche ähnelndes Riechorgan schnüffelnd in die Höhe, fangt die Küchenoüfte vollständig ein, und begrüßt Rosine, die mit einer Portion schweinernem auftaucht und diese vor ihm placirt, mit einem seligen Lchcln. Allgelnach füllt sich nun das Lokal und die , Frau Wirthin und, ihre Ge hil sinnen münzen wacker arbeiten, und Papa Schulze nebst Sprößling die Hände' ebenfalls fleißig rühren. Ter Künstler in der Ecke hat nun die Guitarre seiner Flanellhülse entledigt und einen günstigen Moment der Ruhe ab gepaßt, um tief in die Saiten zu grei fcn und mit etwas verschleierter Kehle eines seiner Bravourstücke loszulassen. Dasselbe , handelt von einem Kauf, ma n n, d er e b en f a ll s d e n N a m e n S ch u lze führt, im Stadium, der Alkoholoergistung die innige ! Be'anntfchaft einer Gosie macht, dort einen Gesinnungsgenosscii sinoet, und mit diesem FreundIchastIchließ Der humoristische Erguß des feisten Münnchens,7 der sich mit einem rothgeblümten Taschentuche den Schweiß von der Stirn wischt, hat vielen Beifall gefunden, , und der Wirth muß verschiedcne Anzüglichkeiten über sich ergehen lassen, die sich darauf beziehen, ob der betreffende Kaufmann in irgend welcher verwandtschaftlicher Beziehung zu ihm siehe. Der Beantwortung dieser Frage wird er jedoch durch den BrauereiCol. leltor entzogen, dessen Hünengestall jetzt auf die Scene tritt. Derselbe bc grüßt Schulzen mit einem Witz, -den er für solche Gelegenheiten stets auf der Pfanne hat, und ein allgemeines Gelächter hervorruft. Dann folgt eine Runde- Bier für die Anwesenden was dem Collektor einen dreimaligen Hochruf nebst dem üblichen Tieger" feitens einiger enthusiaömirten Jünglinge ein bringt, worauf sich dieser zwischen einiStammgästen placirt. um ebenfalls oer Genüsse der Schlachtschusfel tdeii'

haftig zu werdend Die besten Bissen werden ihm vorgesetzt und scheinen ihm derartig zu munden, daß er schließlich noch einen halben Kilometer" Blutwurst verlangt, den ihm die Frau Wirthin höchsteigenhändig bringt, um einen LodeZgesang über ihre Kochkunst einzuheimsen. , Unter den zulch! cingetrossenen Gästen befindet sich Eurly-George", der sich in der ganzen Nachbarschaft des Rufes erfreut einer der besten Sänger des Jahrhunderts zu sein. Er ist ein dicker Freund des Sprößlings Schulzen's und läßt sich ' von diesem bewegen, eine Probe seiner Leistungsfähig!eitzum Besten zu geben. Nachdem er mit dem GuitarreyWany einige Minuten be, treffs der Begleitung konferiri hat, schießt er Mit einem englischen Gesang los, dessen Inhalt weniger zart wie drastisch ist und in deutscher Ueber sehung etwa wie folgt lautet: Mary ist blond und Kittn ist braun, Kitty wohnt up und Mary down , - town ; Jene in Jorkville. an Avenue B. Und Mary nahe der-Aattery. Es lebe die Blonde, die Braune. ' Charley hat rabenschwarzes Haar, Und liebt die Kitty seit einem Jahr; Mit seinem leichten und losen Sinn Zieht's ihn aber auch zur Mary hin, Lur Blonden und zur Braunen. In Harlem ist er des Morgens früh, -Des Abends geht's nach der Battery; Doch lange dauert die Falschheit nicht. Der Krug geht zum Wasser, bis er bricht. . Hüt' Dich vor, der Blonden, der Braunen. Im Sommer war's und ziemlich warm. Da trifft ihn mal Kitty mit Mary im Arm? Es kommt zu 'ner Scene und Beide empört, Haben schnell dem Charley den Rücken gekehrt. Die Blonde und die Braune. , Und Charley ist jetzt üblen Muths, Er verlor zwei breach o? prornise

, ' suits; Er büßte dabei fünftausend ein. Und Kitty und Mary obendrein. " Die Blonde und die Braune. Das Product seiner Muse bring! ..Eurley-Georgc" diesen Namen hat ihm sein schwarzer Lockenkopf eingetragen riesigen Beifall, der sich nach dem Vortrage eines Negcrli5d:s steigert. trotzdem er den letzten BerZ desselben nicht' zu Ende singen kann, weil eine Saite auf der Guitarre patzte. Dieser Umstand sührte zu einer Erfrischungspause, die nur durch das Einschlagen eines Spundes seitens der kundigen Hand Schulzens in ein frisches Fäßchen unterbrochen ward. In diesen Zeitabschnitt fällt auch das Erscheinen des Bäckers auf der Scene, welcher die mu. sikalische Unterhaltung durch das Lied: Schenk mir mal Bairisch ein u. s. w." wieder einleitet. Da sich dieses Lied in allen" Gauen Deutschlands einer ausgedehnten Bekanntschaft erfreut, so st im. mcn' die meisten der Anwesenden mit ein, und laut erschallt dieser Bicrchoral, welchem das nicht minder bekannte und dem alten Dessauer zugeschriebene Lied' So leben wir ?c." solgt. ' Mittlerweile bringt unser Saiten" spicler sein Instrument wieder in Ordnung,, und Rosine wie auch die Wirthin tragen' fleißig auf, um die vielen neuerschicnenen Gäste zufrieden zu stellen. Der lange Philipp", welcher als Polizist den betreffenden Bezirk abzugchen kommandirt ist, hat sich längst in der Küche heimisch gemacht, wo der Gurt mit, dem Knüppel in fröhlicher Eintracht neben einem kupfernen ' Kessel hängen. - Nachdem Philipp" diezweite Portion mit dem, dritten Glase Bier hinuntergeschwenkt hat, wird ihm die bedenkliche Kunde, daß der Sart schent" im Anzüge begriffen sei, und er macht sich schleunigst, davon. Die Ei--garren kann er ja später abholen. , Drinnen greift wieder, der kleine Mann mit den funkelnden Aeuglein mächtig in die Saiten und macht die Anwesenden mit einer Ballade aus der Ritterzeit bekannt. Der Held derselben ist ein Herr von' Drachenfels, der sich mit einem gewissen Fräulein Kunigunde heimlich verlobt hat. ,Der Vater der Dame, ein stolzer fZraf, erhebt hiergegen Protest, was eine Entführung mit tödtlichem " Ausgange zur Folge hat b der Graf das Recht hatte, derartig ;u handeln, bildet später das Streitobject zwischen zwei Nachbarn Schulzens, das wahrscheinlich ernstere Folgen nach sich gezogen hätte, 'wenn sich nicht ein anderer störender Vorfall vor der Bar" ereignet hätte. Dort wollte nämlich ein schnoddriger Jüngling den Onkel Schulze um die Zeche bemogeln, was seine, schleunige Expedirung' aus dem warmen Locale in dierauhe Abend.lust mit Zugabe eines obligaten Trittes, auf einen ' gewissen Körp?rth?il,seitens des kundigen Wirthes zur Folge batte. Die schnelle Erlediauna dieses Falles brachte Schulzen volles öob ein,' während die Episode selbst die beiden Nachbarn auf ein anderes Thema rachte.' ! iM'ljnM;-;'-5?:::,!!!!1;! :;i-i4,:-l!::-.; i-ii;!:H!!NH! lii!l:h:!M Gegen Mitternacht ist die Stimmung zu einer äußerst animirten geworden, haben sich aber auch die Schlachtschüssel Vorräthe bis auf ein Minimum er schöpft, fo daß sich die drei weiblichen Wesen in der Küche einigermaßen Ruhe gönnen können. Die Wirthin und Schwester sitzen bereits im Freundeskreise, und Rosine echolt sich ein wenig im Hausgange, wo sich merkwürdigerweise auch der junge Butcher" hinverlaufen hat. Der Saitenspiel?r hat sein Repertoire auch beinahe erschöpft und hat durchaus nichts dagegen daß sich die Anwesenden an verschiedenen deutschen Volksliedern, worunter Die Loreley" eine hervorragende Rolle spielt, ergöt zen. Mit der zwölften Stunde finden cS aber die älteren Stammgäste "n z?'

Sl 1 bracht, ihr Heim aufzusuchen: einige derselben , sind schon vorher verduftet, iiai an einem ruhigeren Platze mchrerk Stunden Skat zu dreschen. Aber ,da5 jüngere. Element bleibt, denn nach der Mctzelfuppe gibt's ge wähnlich noch ein Tänzchen, und Schul, Z'.'n's Sprößling hat auch unter der Hand für einen Harmonikaspieler ge. sorgt. Ter Alte ist zwar diesem Vergnügen abgeneigt, aber Frau Schuhen , tritt für die jungen Leute ein. die ihrer Meinung nach auch ihr Vergnttgen haben sollen, und der Gatte gibt schließ' lich nach. Nun verschwinden auch blitz, schnell Tische und Stühle und bald er tönt der Lauterbacher", der ewig zündcnde, und vergnügt drehen jtch die Paare. Auch Frau Schulze riskirt noch ein Tänzchen, aber hei Schulzen bleiben alle Bemühungen, ihn zur Polka zu verleiten, erfolglos. Von txs Tages Mühe und Arbeit erschöpft. 'setz! , er sich in einen Lehnstuhl und überläßt 1 das Geschäft dem Sohne, der seine Zeit zwischen den: Einschenken und dem Tanzen theilt. , Aber es mu Alles sein End- er reichen und deshalb auch Schukzm's Schlaf. Unser Wirth war nämlich in seinem Stuhle eingenickt und nun . wacht er plötzlich wieder auf. Ihm gegenüber deutet der große Zeiger an der Wanduhr auf die dritte Stunde, und schnell springt er aus dem Stuhle hinter den Schanktisch, um Kasse zu machen. Tann läßt er noch einen Tanz aus sich herausschlagen", ein NighCap- wird noch von ihm k?e dönzt. dann hat das Fest sein Ende. Kaum hat, der letzte Gast das Lokal, verlassen, da verlöscht auch schon das Gas die Metzelsuppe ist vorüber. Fürstliche Brautschleier. Wie für die Prinzessin Friedrich ' Leopold von Preußen, die Schwester der Kaiserin, so wird jetzt auch für die Prinzessin Margarethe, die Schwester des Kaisers, die im Januar künftigen Jahres dem Prinzen von Hessen die ' Hand reicht, in der schlesi schen Spitzenmanufaetur des Herrn Metzner zu Hirschbcrg der Brautschleier angefertigt

, .... werden. So ein Brautschleier ist. wie man der Föln. Ztg.- schreibt, nicht nur eine industrielle Leistung aller ersten Ranges, 'er erfordert auch hohen künstlerischen Geschmack, und nur wenn Beides Hand in Hand geht, ist der , Eindruck des Ganzen ein lzarmoni scher. Wohl aus circa 500 Stückchen von der Große eines Handtellers setzt sich das Gänze zusammen. Jedes dieser kleinen Stücke taun nur von einer einzigen Arbeiterin, die hierzu wohl zehn Tage braucht, hergestellt werden, wie überhaupt, die ganze Spitzenarbeit mit der Nadel gefertigt wird ldaher die Bezeichnung Tjoint tTaiguiIles), und zwar aus einem Zwirn, von dem das Psund 500 bis 600 M. kostet. Diese Spitzen- und Schleier-Klöppelei ist schon im 17. Jahrhundert in Mode gekommen, und zwar zuerst in Belgien, wo man derlei Spitzen als den kostbarsten Schmuck der Damentoilette betrachtete. Den flan -drifchcn Damm machten es bald die Schönen' von Venedig und Genua nach, und Ludwig XI V. von Urank- . reich führte bald,auf Anregung seines Gencraltontrolcurs der Finanzen, die . Fabrikation dcrßandrischen Spitzen ipeigenen Lande ein. Im Jahre 1084 verbot bereits ein -Gesetz die Einfuhr flandrischer, vcnetianifcher und genuesischer Spitzen nc$ Frankreich, dessen eigenen Bedarf die patentirte Pariser Manufaktur der Madame Gilbert decken sollte. Aber um so höher stiegen die belgischen Spitzen im Werth und gerade wegen d.'s Eins fuhrverboks wollten sich' die Pariser Damen nur :nit den Brüsseler, Spitzen schmücken, deren Feinheit und unübertroffene Zartheit sie bewunderten., Krieg, Hungersnoth, Revolution und Seuchen konnten die Lurus-Jndustrie, der Spitzen-Fabrikation nicht vcrnich ten, dagegen drohte ihr nach ljjahr? hund?rtlangcr Herrschaft der Untergang durch die Allbezwingerin Mode, doch ist , durch Napoleon III. die Klöppclarbeit wieder in Schwung gebracht und blüht noch heute in Belgien, Frankreich ünd Spanien als wesentlicher Falkor de Nationalwohlstandes. In Deutschland ist es besonders,, das sächsische Erzgebirge und der Hirschbcr ge? Kreis, wo die Spitzcnklöppelei in Blüthe steht, wenngleich diese Industrie durch Einführung der MasHttettsehv--''.-gelitten hat. Im Erzgebirge, wo sich heute zahlreiche Klöppelsch'ulen befin-, , den (z. B. in Schneeburg und Blei stadt), ist die Spitzcn-Jndustrie schon ' seit Anfang des 17. Jahrhunderts hei , misch, im Hirfchbergcr Thale wurde sp . ?s im Jahre 1Ü55. - '-r.,-..:- m m m :-, , ., , Einladend. Handwerks ' bursche: Was kostet es, wenn ich mit fahre i" Schiffer: . Das kommt ganz d'rauf an. Wenn Sie sich mit in's Schiff setzen, kost's 'n Thaler, wenn Se aber nf'm Lande mit am Strick zieh'n. brauchen Se nur die Hälfte zu zahlen. ',, Was er erlegte. A:. Ich sage Ihnen, auf der letzten Jagd habe ich 18 Hasen und 27 Aebhühner ge-'r schoben, und was haben! , Sie erlegt? B.: Zehn Mark Strafe, weil ich auk fremdes Gebiet gekommen bin: , , v r;:,.;;i;kc:;i:,'!ir':E!i;i;;. S o kJ o mmt man au SÄ Wie Sie mit so ' großer Familie bei Ihrem geringen Gehalt uFaüskM men i können! JatJchaÄ Mittag essen wir niDundM übrig bleibt, wärmen wir des Abends! , r k" "'ii rr' ü' , Karlchen Sfa&r p r essu n g. 'amawen Penno giebst." sagte ein hoffnüngsvol ler I unge zu seiner Mutter, so' kenne ich einen Jungen, der die Masern hat und da werde ich zu ihm gehen und mich anfteckenkzMMMMMch S p r u ch. Wer gut frühstückt. spürt'S den ganzen Tag; wer gut erytet, daS ganze Jahr; wer gut heirathet, das ganze Leben.

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