Indiana Tribüne, Volume 16, Number 42, Indianapolis, Marion County, 30 October 1892 — Page 3

i

mvf i-;"jasii6,.':l--:-.:s:"'-"."i -J K I

!

'I

1 :' " f : ::1!-?:

) l , ' ::'!.' ' ? ; '!;;: & sa," :M ,,!!, iilüp: 4. VSP t , ' - 1 m m Lil'- - :! Ä iii m I ,;N, ' I 7":'.rfr:. sHiiät. N;,! !'.. .;;:;!f:'MM' ilA'f:

(f'if'i

!!ZA,!!,!,IIW ' ff ''i-'r !!;i:-i!t:iii' - I!!,, ",!!i! As I"", lii-iil- i ' l'I! . ! ,, !'! & ESA. Hmstn Jaron. rob ton s? mtt. M i , (5. Fortsetzung.) .Lieber Doctor. . noch einZ: wann "werbe ich aufstehen können?" O, davon ist noch keine Rede. Erst fragen Sie mich, wann Sie sterben, und dann, wann Sie ausstehen dürfen." Die Geduld CecikeA wurde auf ernt harte Probe gestellt; sie erholte sich nur langsam von ihrer Krankheit. Wenn Sie im Stande sind zu rei sen, liebe Komtesse, so müssen Sie nach dem Süden. " Ihre schmalen, bleichen Watigen werden dann bald voll und roth werden. , Vorher aber habe ich eine Misisn zu erfüllen." Ist endlich Jhr'Gewissen erwacht? wollen Sie sich mit dem Grafen wieder versöhnen?Sie wissen recht gut. Doctor, daß ich lieber sterben möchte als mich selbst verlausen; Sie wollen mich , auch nur tiefen. Ich muh nach Zürich; denn Jean ist der einzige, der mir helfen kann., ich weiche nicht mehr von seinen Fersen, und müßte ich ihm mein ganzes Vermögen geben, ich will die Wahrheit erfahren. -! - . f '$ Jch kann Ihnen nur immer wieder rathen, die Sache auf sich beruhen zu lassen:"" ' ' Wann kann ich endlich reizen?" , .Das ist noch nichts zu bestimmen.? " Fünftes Capitel. An einem kalten Renntage kam Cekeile in Zürich an. j Gleich nach ihrer Anlunst ließ sie sich das Adreßbuch dring:n. Sie fand darin zwei Burgeli, der eine, mit dem Vornamen Zzranz. war Schuhmacher, der andere hießJean und wärlParfümeur au5 Paris. Der Tag neigte sich dem End?, als sie das Hotel verließ. Die Stadt war in Tämmcrlicht,, gehüllt, ein Nebelschleier lag über dem See. und ein kalter rauher Wind machte die erst kürzlich Genesene frösteln. Sie suchte den Laden des Parjümeurs. der sich in einer der belebtesten Straßen Zürichs befand. Cecile kaufte Seifen und OLeurs und fragte: .Sind denn diese Waaren wirtlich direct aus Paris?" Ganz sicher, gnädige Frau, mein Mann bezieht' alle Waaren aus Paris." Er ist aber kein Franzose, denn oer Name ist deutscht erwiderte Cecile. lc5ke aber viele Jahre in Pa tl5.p '.V, ' .Wann ist denn Ihr Mann zu sprechen?! Ich habe einen Burgeli gekannt und möchre ihn um etwas fragen.- - ITrn ""hitte m! ist irr immer irt hti' Wobnuna. wenn Sie sich dorthin, be " - , . ,r , . mühen wollen, tonnen Sie ihn sicher ireßcn." ,,,, , v" r. 4ie schrieb ihr die Adresse Großmün sterpla!) Äo. 3 auf und Cecile entfernte sich dankend. Mit kkopfendcm Herzen eilte sie ihrem Ziele zu. . Bald sand sie den P!2h und die Wohnung. Endlich war sie am Ziele. Cm Dienstmädchen öffnete ihr die Thüre und führte sie in ein hübsch möblir tes Zimm er.l G leich darans kam auch Jkan!!!! Da es schon stark dttelte. . erkannte er Cecile nicht, als, aber das Mädchen eine Lampe, aus den Tisch stellte, wich er betroffen einen Schrltt zurüz. , , f - , - M . ,., ' ; :JJi 'i;!!' u M s-$ ii'nn ivl Meur Gott." ner er, jut uch mich titß Ich habe die Ehre, Frau Grä fiu Taron vor mir zu sehen ?,, Womii kann ich Ihnen dienen '? ! -r wDcs. fragen Sie Ihr .Gewissen," aniwJrtete ernst und traurig Cedle. Mein Gewissen, . gnädigste Gräsin, ist rein." Machen wir nicht siele unnöthige Worte. ", luhr t tort. Sle winen recht gut. warum ,,ch Sie aufgeiucht habe; r f i . i ' . , '.: - A. . . . 10 oin auqo vernunillg, 'oic in ici ne? Weise in Unannehmlichkeiten brin gen zu wollen, und dann mein Vetter wird Sie schon , mit einer Summe be- ' " '"' " . ' : ''" . w r' ' . cr . wogen yavcn. lym rn oieze? Angelegen heit zu dienen ich verdopple, ich ver dreiZaAe diese .Summe, wenn re mir sagen., wo Sie ihn dingebracht haben." 'gnädigste Gräsin, gestatten Sie ein, Ihnen zu .erzählen, auf welche Weise ? tch gebraucht worden bin. Ich mußte erst mein Wort , dem Grafen ge ben. über das Ganze zu sch'.n.-izcn nd Kann als .ich , seine Befehle getreulich ausgeführt hatte,- fragten? mich, wie diel ich verlange, wenn ich Paris vertan?. In meiner Ueberraschung nannte ich eine Summe; sie war nicht groß, denn ich begriff den Grafen eigentlich nicht. Wir hatten nichts Unrechtes aethan. wir hatten ; nur seinen Befcbl. vollsührt, und der Gras hatte eben c,e handelt, wie an seiner Stelle höchst wahrscheinlich , i manch anderer .. Mann euch gehandelt hätte. Verzeihen Sie mir;1 'gnädigste Gräfin, wenn ich frei und offen spreche, aber" soll ich alles sagen, , so muß ich ohne Umschweife reden. Der Herr Graf hatte, einen vermeintlichen Nebenbuhler aus Ihrem Palais bringen lassen, einen gehaßten Deutschen nochdazu, und zwar mit oller möglichen chonung. Der Deutsche wurde so sorgsam transyortirt, als fei er eine geheiligte Persönlichkeit. Mich überraschte deshalb die Forderung deZ Grasen, daß ich Paris , verlassen solle, und erst von da anstieg ein Verdacht bei mir auf. Wenn der Herr Graf . ganz korrekt gehandelt, , warum sollte ich dann entfernt werden ? und warum nahm er mir das Wort ab, zu schwei gen ? was aber ging das mich im , Grunde an ? Ich ging also hierher. , da machte mich mein Bruder erst so ,' recht aufmerksam. Die Summe war nicht so groß, daß Zch mein ganzes Leben lang hätte privateren können, zudem war ich verwöhnt, um die Wahr deit zu gestehen. Der Tisch bei dem , Grafen Thionvrlle war vorzüguch. Weine hatten wir die besten und hin. länglich nach Bedarf ; mein Dienst war ein sehr leichter. Das Leben, da? ich in Paris gefuhrt, ging mir ab. Ich kehrte zurück und zog nähere Crkund

:Nl! Wifii ,ii!s!;J:ji:4' ,,,,,,ffH! .:'!".:.. . . , i'ii.Ji!l!i:,SM!i.ti J-fcSiiij Ä mae-T' .juu üJUfflflg gungen ein. und erst dann begriff ich. warum d:r HerrGraf mich von Paris ; fort wünschte, warum er mich so hono- j ritt hatte ich machte mir seine Schuld zu nuhe. ich ging zu ihm und sagte, daß. wenn er mir nicht sofort zehntau send Francs ausbezahle, ich Ihnen, gnädigste Gräfinn alles bekennen werde., Ich erhielt das Geld, mußte aber mein Versprechen zu schweigen wiederholen." Sie werden Ihr Gewissen doch nicht : oeschwert haben wollen, wenn Sie s erleichtern können ? Sie erhalten drei' ßigtausend Francs, wenn Sie mir entdecken, wohin Sie den Unglücklichen ge bracht haben. .Gnadigste Gräfin, ich müßte ia mein Wort brechen." In dielem Falle thun Sre gut. denn Sie sind gar nicht schuldig, es zu halten." Allerdings, das ist auch meine An 1 sieht.' ich sehe auch keinen Grund ein. warum ich es Ihnen verschweigen soll. Allein ehe ich es Ihnen sage, bitte ich Sie, mir zu versprechen, d.äß, Sie mich nicht dem Herrn Grafen verrathen. Der Kranke ist ein Deutscher, und ich mag sie nicht, wenn ich auch kem Franzose ' bin,' aber der Unglückliche dauert mich dochl? wenn M anders noch .jl lebt. odschon ich sicher annehme, daß es ihm an - nichts mangelt, oder kFistz doch schrecklich, so verlassen zu sein von aller Hilfe." - ; ' -;-- - Zögern Sie nicht langer, wo habt Ihr ihn hingebracht ?" Versprechen le mir erst, inich nicht zu nennen. 7 ;. t' , t : ; Ich schwöre es der dem Andenken an meine Eltern, ich gebe es Ihnen fchrift lich." ' , 'Noch dener," sagte Buraeli und yoltc Papier und Tinte.' , Mit einigen Worten schrieb Cecile ihr Versprechen nieder nebst einer An Weisung auf drcißigtausend Francs. Ich bekam , den Beseht vom Herrn Grafen mich , den , Anordnungen einer temer Freunde zu fugen." nng Jean wieder an. Darauf hin mußte ich in Ihr Palais, wo ein mir fremder Herr, der ein Arzt zu fein schien, nebst einem kraxtlgen Mann man sagte mir, cZ sei ein Krankenwärter anwesend waren. Wir trugen den Deutschen hinab in einen großen, bequemen Sanitätswagen, und fuhren nach Neuilly. Ich hatte dabei, wie gesagt kein Arg, denn daß mein Her? den Sterbenden nicht im Hause seiner todttranken Kousine hzbcn wollte, leuchtete uns allen ein. zudem wußten wir, daß der Herr Graf den Teutschen haßte, was mir bei dem Anblicke dcs hilfelos Sterbenden eigentlich lächerlich vorkam. Cs war eilt großes, mitten in einem Garten liegendes HauS. vor,, dem wir hielten. Mir schien es ein Privatgcbäude zu sein.. Aus dem mit hohen Mauern umgebenen Hofe kamen uns drei Männer 'entgegen, die den Deutschen in das Gebäude trugen. Ich war entlassen und konnte heimkehren. Warum der Herr Gras ihn da hinausschasste, dachte ich , doch meinet, wegen." ' ' ' ' Mlio bel Äeuilly? unterbrach ihn Cecile. Glauben Lie, daß , er noch gefangen ist?" m Sicher,- lächelte ABurgell listig' wenn er , nicht schon längst unter der Erde ruht, was weit wahrscheinlicher ist.- Aber hören Sie mich zu Cnde. Wie ich Ihnen schon , gesagt, kehrte ich nach Paris zurück. Ich suhr nach Neuilly und stellte in dem benachbarten Weinhause Nachforschungen an, wem denn das graue, düstere' Haus gehöre. Dem Herrn Tottor Simon,". wurde mir geantwortet. So ? ich hätte es beinahe sür ein Gefängniß gehalten, " sagte ich.- Es ist auch kaum, besser als ein solches,- , berichtete die Wirthin, diejenigen, die da hinter den Mauern sind, kommen nicht mcbr heraus. Cs. ist eine Privat.Jrrcnanstalt. Wissen Sie, für noble Leute, die es verbergen wollen, wenn ein Mitglied der Familie nicht ganz, richtig , da oben ist." Ich hatte genug gehört: , Ste können stch nun denken, gnädigste Gräfin, daß mir pl ötzlich ei n Licht ausg in g , waru m m ich der Herr Gras aus Paris haben wollte, und als ich dann durch Madame Neige hörten daß der Teutsche in Millecrvi begraben liegen ' solle, faßte ich den als ich bemerkte, baß lch zu einem Verbrechen mißbraucht worden sei. , Was, elende? Kerl ? I? schrie er mich an. .Noch ein solches Wort und Du sollst mich von einer andern Seite kennen lernen. Hätte ich dann. Dir besohlen, ihn zu begleiten, hätte ich ihn nicht ohne Dich fort' schicken 'können Dunimlopf ? In letzter Zeit ist verdeutsche irrsinnig geworden, er sollte bei Herrn Simon bleiben, bis er gestorben oder, zenescn an Geist und Körp.'r,' und jetzt i'checre Dich zum Teufel. Diese Summe gebe ich Dir aus Rücksicht für meine arme Kousine. die wie ein Kind ist, dem man das Spielzeug nehmen muß. Geh mir aus den Augen und laß Dich nie mehr hier blicken. Ich wußte nicht, was ich ihm glauben sollte. Es ist wirklich wahr, dacht fr fi chMarumZz, hätte !r mich sonst mitgeschickt bis zur Irrenanstatt ? Wäre ich nicht dabei gewesen, niemand würde etwas erfahren haben. Der Herr Graf hat den Deut fchen in die Anstalt verbringen lassen, und wenn er nicht gestorben, so ist zu wetten, datz er irrsinnig geworden ist in einer solchen Umgebung, und daß die? im Sinne des Grafen tag, ist das abscheuliche Verbrechen, von' dem ich nichtswissen:will.Z?D!i?W Cceile dachte : Mein Gott ! so nahe, und ich ahnte es nicht. Wie recht hatte Vurgell, der arme Unglückliche mußte derzweifeln, da war keine Sekunde zu verlieren. Gnädige Gräfin," unterbrach Bur aeli ihre Gedanken, erlauben Sie mir Z noch eines. Sie sind natürlich cnt schlössen, den Deutschen zu befreien, lassen Sie sich rathen, alle mögliche Vorsicht zu gebrauchen; denn wenn er wirklich noch lebt, was ich allerdings

a,,

plan, mich vom Herrn Grasen tüchtig kahlen zu lassen. Cr weigerte sich auch

zar nicht, suhr mich aber wüthend an.

! jill'iij1 !', flji

Mtm i!;!?'!1 ilH nicht glaubedenn er sah so elend und schwach aus. daß ich fürchtete, er möchte unterwegs seinen Geist aufgeben 'wenn also doch ein Wunder geschehen wäre und cr noch lebt, so wird er sicherlich wo anders hingebracht worden sein, nachdem ich mit dem Herrn Grafen darüber gesprochen habe :"1 "'' Cecile ließ sich nochmals alles au5 führlich erzählen und sich das Haus de? Doctor Simon genau bezeichnen. Das können Sie gar nicht versehe len." sagte Jean. , Wenn Sie durch Neuilly' gefahreu sind, steht es links verbor;en hinter großen Bäumen von einer , hohen, gefängnißartigen Maue, eingesßt. :-:.-;:t'V Geht heute Abend, kein Zug meh" nach Paris ?" fragte sie. Nein, aber morgen in aller Frühe. Ich freue mich, gnädigste Gräfin, wenn ich Ihnen in einer guten Sache bitnen konnte." Sie hätten gleich zu mir kommen soLen, Ihre Säumniß kann ein großes Unglück veranlaßt haben.Frau Gräsin. Sie vergessen die Umstände. Erstens waren Sie todtkrank, dann hielt mich das Versprechen an den Grafen gebunden,' zudem war ich nicht in Paris, und schließlich, hatte ich denn ein Recht, mich in die Angelegenheiten des Herrn Grafen zu mischen, der nich mehr mein Herr war V . - Cecile ging mit den peinlichsten Ge fühlen in ibr Hotel zurück. So froh sie eineöthcils auch war, einen AnHalls Punkt zu haben und auf Leonhards Spur zu sein, so krampste sich doch ihr Herz zusammen, wenn sie bedachte, in welch einer Umgebung sich der Arme die, ganze Zeit über befand. Henri wollte, wettn auch nicht den Tod des Körpers seines Rivalen, so doch den Tod seines Geistes.. Er wollte ihn irrsinnig machen, um 'ihn für immer von ihr zu ! trennen. Während sie sich dem Gedanken in Angst. Hoffnung und Trostlosigkeit hingab, jauchzte Burgeli in seiner Wohnung. Immer wieder heftete sich sein Blick auf die Zahl von dreißigtausend Francs. ES war hohe Zeit für ihn daß Hilfe kam. denn er hatte, schon im Sinne gehabt,- diese abermals bei dem Grafen zu suchen. Erst wollte er diesen bitten und zuleht mit Drohungen kommen, daß er alles, was er wußte, aupplaudern wolle, immerhin aber' , mußtesich der Gras eines großen V Unrechtes schuldig fehlen, sonst hätte er ihn nicht für die kurze Fahrt von Paris , bis Neuilly so bezahlt. Sein Geschäft in Zürich ging nicht, überdies gesiel es ihm hier nicht. ' längst schon sehnte er sich nach Paris zurück. Wie toll doch diese Aristokraten ihr Geld wegwerfen, dachte er sich, der eine aus Rache, die andere aus Liebe kaum glaublich, wenn ich an den Sterbenden denke, doch die Wei der sind unberechenbar. Cecile saß mit. geschlossenen Augen allein in' ihrem Kupee und dachte nach, was si.e zunächst beginnen sollte. Dürfte sie Professor Ctoile rn's Vertrauen ziehen oder nicht ? Er konnte ihr sicher von großem Nuett seinMnnte ir mit Rath und That beistehen. Aber . er hätte sich immer aus die Seite ihres Vetters gestellt, hatte diesen immer ver theidigt.' .Am Ende war es doch klüger, u schweigen. ' '' Wenn ,er das Geheimniß Henri , ver rieth, wenn dieser gewarnt würde ? Nein, vorerst wollte , sie allein, ohne fremde Hilfe, ihre Mission beginnen. Gegen den Abend kam sie in Pari? an, mit sehnsüchtigen Augen sah sie ge gen Neuilly hin. Sollte sie nicht heute Nacht noch eine Fahrt dorthin machen, um wenigstens nur einige Minuten in feiner Nähe athmen zu können? Nein, sie mußte . jedes Aufsehen vermeiden. Müde, abgespannt und doch aufgeregt legte sie sich , zu Bett, , konnte aber die ganze Nacht nicht schlafen. , Vor allem mußte sie das Haus sehen, dann wollte sie in ' dessen Nähe eine Wohnung n eh ? men. um ihre Beobachtungen anstellen zu können. Wie sie es aber anfangen sollte, selbst in das Haus zu dringend um Leonöard zu sehen, um ihm Muth und Hoffnung einflößen zu können, war ihr .unerklärlich. Hundert Gc danken durchkreuzten ihr gemartertes Hirn,-und keiner schien ihr ausführbar. Oder sollte sie jede List bei Seite wersen und offen das Gericht zu Hilfe neh' men? )l'cin. man würde sie verlachen, den hochgeachteten und allgemein bt liebten Grafen Thionville anzuklagen eines gehaßten Deutschen wegen. Bei jeder Bchörde würde sie verhöhnt werden ihr, Sinn war offen und ehrlich. Auch die schwerste Ausgabe wäre ihr leichter erschienen, wenn sie -nicht rm ldeelmen und verjteckt hatte handeln müssen. Und doch, es mußte geben. Ein Glück, dachte -sie, ist, daß Henri nicht hier ist, er w arde M ich sonst hem men : denn er lie icden memer Stritte beobackten. ick wunte es wabl. Cs mag auch sein, daß er jetzt rn seiner A bwesc nheit noch Spione aufgeste llt hat. Zuletzt bm ich doch unfähig. allein meine Aufgabe aussuhren i: z u können, ich werde die Hilfe Ctoilcs i? Anspruch ; n ehmen mün en. Wi&iMi Am frühen Morgen, während die Straßen von Paris noch menschenleer waren, trat Cecile einfach und dunkel gekleidet und dicht verschleiert aus ihrem P alais) P In der nä chsten Straße fli eg sie in eine Droschke und gab dem Kut scher den Befehl, nach Neuilly zu sah ren. Sie wisse nicht mehr genau die Hausnummer, sagte sic, eS möge unge fähr zehn bis fünfzehn Häuser von der Anstalt des Herrn Doctor Simon ent fernt fein, wenn er diese kenne. Welches HauS kennt ein richtiger Pariser Drojchkenführer nicht r erwl derte er stolz mit dem Kopse nickend. Endlich also fuhr sie ihrem Ziele zu. Außerhalb Neuilly erkannte sie sofort das Gebäude, das lhr Jean deichrieb. Hinter diesen Mauern war er gefangen ihretwegen. Sie gebot denr Kutscher zurückzufahren bis zur Madeleine, wo sie aussticg, um cm helkeS Gebet zum Himmel zu senden für die Aesreiung Abensbergs.

"fi'iigi:!!??!. j ii:5il'Siii!:l!!i!:iiiii

VW Gegen Abend fuhr sie nochmals in einer Droschke nach Neuilly ; sie wollte sich dort eine Wohnung suchen. Das Glück begünstigte sie. Nicht weit von der Simon'fchen Anstalt besand sich ein kleines Haus in einem großen Garten, binter Bäumen verborgen.. Ueber der Gartenthür war zu lesen, daß Haus und Garten zu rermiethen sei5 Näheres zu erfahren bei Herrn Mars. Rue Rivoli. Cecile kcbrtc zurück in die Rue Nivoli zu Herrn Mars, der für das einfach möblirte Haus einen sehr hohen Zreis verlangte. Sie sandte nach eine? Stunde die verlangte Summe. Am nKchsten Tage , fuhr sie abermals am frühen Morgen nach Neuilly. .. Ungesehen gelangte sie in das Haus und betrat dessen Räume. Hier wollte sie sich! umkleiden, um dann dem Herrn Simon ihr Gesuch vorzutragen, er möge sie ,a!s Wärterin. dingen. '.Aber sie besann sich, daß es doch klüger wäre, den Professor in'S Geheimniß zu ziehen, da sie Zeugnisse für ihre Fähigkeit als Krankenwärterin werde vorweisen müs sen. Sie verließ deshalb das 'Haus wieder, kehrte nach Paris zurück und ging zu Ctoile. I ; Welch' Ane Ueberraschung. liebe Komtcste."ZDs er. womit kann ich Ihnen dienen? Ich sehe es in Ihren Augen, daß Sie ein Anliegen auf Ihrem Herzen haben. Waren Sie wirklich in Zürich r Ja, und ich habe auch meinen Zweck erreicht." h ! lassen Sie hörend M -Ich habe Jean gefunden, e und t yat mir gestanden, daß Abensbcrg ge angen ist. in einer geheimen Irren anstatt." , - ": Der Professor machte eine hestigi Bewegung der Ueberraschung. ..Also war es doch nur eine .Lüge' des Gra cn. i: . :". Ja, eine schändliche, gemeine öüqe. Ich muß in die Anwalt und brauche dazu ein Zeugniß, ' daß ich eine gute,' uchtlge Krankenwartcrin bin, dies tön nen :e mir bestätigen. ' bezeugen also, daß Marie Frederik eine vortreffliche Pflegerin ist. die Sie für jed:n Kranken empfehlem können, und lassen dann dieses Zeugniß von einigen Ihrer Kollegen untcrichrklben." ' c - Wenn die Anstalt düs Tageslicht zu scheuen hat. werden Sie mit einem Zeugnis von bekannten Aerzten in kei nem Falle aufgenommen." Sie ubcrleote einige Minuten. Wir machen den Versuch, mißlingt er. werde ch etwas anderes beginnen." , i Wie heißt der Direktor der An. statt ?" K . 'n::- - Darüber lassen Sie mich noch schwei gen." . ' ; , - Und. liebe Komtesse. Sie wollen sich die Plage einer solchen Komödie zu mutyen i hle wiffen gar nicht, was für ein Quantum Geduld, Fleiß und Ausdauer von diesen Pflegerinnen ge fordert wird. Ich will es jedoch nicht versuchen, Ihnen abzurathen, denn in meinem vcden kam mir noch kenl' ;o harter oz-f vor wie der Ihrige." ' , ' u ls wurde Ihnen auch nichts nüden. tch gehe' memem Herzen nach, dessen Instinkt llM führen 'und leiten wird. Ich bin schon um vieles weiter gekom' men : gebe nur Gott, daß ich aesund bleibe. ...... i Meine liebe Komtesse,' Sie werden. wenn Sie auch auf die Spur des Deut fchen kommen, doch nur feine Ueberreste fr nW :" !: : ,'. V ' fml 4.1 !!:!: S S ii k Sie schauderte. Dann habe ich i --..': ... "i " wenigstens ÄZWeZi?'?s Welch ein seltsames Weib." dachte Ctoile, ihr mit ' Bewunderung' nach, schauend, - zäh und ausdauernd 'Und glühend in ihrer Liebe." - f k . : n I Cecile : änderte ' ni dein ' aemietheten Häuschen rasch ihre Toilette.'- Sie zog ein einfaches, ichwarzeö Wollkleid an, strich sich die 'Haare au$ vcin 1 Gesichte und verbarg sie unter einer matroneN artigen, weisen Haube, dann nahm ne einen langen,' schwarzen Kragen über die Schultern, steckte das Zeugniß Ctoi. lcs zu nch und jchlupste rasch aus einem Hinterthürchen des j: Gartens hinaus. Cme Viertelstunde später: zog ne die Klingel an der Simon'schen Anstalt: Kann ich den Herrn Dlrcctor spre Hen V fragte sie.1-tu :i-ri Was wollen Sie fuhr sie der Hdümcifter,,iiu'N'ic'k Meine Dienste öhbietw'ÄEr betrachtete sie mit kritischen Blikkenvon oben bis unten, so daß der Unwille ihr, das. Blut in die Wangen tnebiu hört, daß man eine neue Wärterin braucht, aber ich kann es ja dem Herrn Director, mclden.lZ;'Sj ...Sie sollen kommen," rief er ihr kurz nachher zu. dort über eine Stiege Zinksdle,!rersieMhürhKi Das Herz pochte , hr ungestüm, als sie leise anklopfte. Auf ein barsches Hcrem trat sie über die Schwelle. Sie war so verlegen, daß sie sich kaum die Augen aufzuschlagen ' getroute.fit;: Eine Wärterin ?" , fragte der Herr. l ! Sie blickte ihn an und sprach I all Wer hat Sie geschickt V lmmaW.m. :i;i:i!!.'SED i c i; o rn rri cri ' i e: ;'';;;a ü f en i n f a H ! sich kinWeinemß Hause eine! Stelle ! zu sucheiv';?!;"':i;l!tz 6fcUc;f jetzt mußte sie muthig um. Mein Herr, sprach sie ohne Scheu und sah fest in sein auf sie zorschend gerichtetes Auge. ich bin eine gute Pflegerin und kann mich ausweiien." Haben Sie Kranke, wie sich solche in memer Anstalt bennden, lchon be dient V Bisher noch nicht, aber ich möchte Mich eben auch darin rerzuchen, des kalb kam ich hierher. Herr Direktor. Sie werden bald sehen, daß Sie sich auf meine Tüchtigkeit verlassen kön nen." Hm," machte der Direktor und be sichtigte einige Sekunden die wohlge pflegten Nägel seiner schönen schlanken Hand. Geben . Sie mir Ihre Zeug nige." Cecile reichte sie ihm hin.

hiIäiU:

Da? sind lauter klingende Namen von Professoren und i Doktoren, aber von Privaien lese ich .nichts. - Können Sie sich nicht besser ausweisen ?" , , : Wenn- Sie noch andere . Zeugnisse wünschen," müßte ich mir da, wo ich diente,- noch welche holen," erwiderte sie unersch?ocken.i!',, , !...;.,. ,, - Was verlangen Sie für ein Salär?" fragte der Direktor. -'. . ,. , , : ; : .Das überlasse 'rch ganz Ihnen." Da ich Ihre LeiftüngSsühigkeit noch nicht kenne es muß eben erst ein Wer such gemacht werden so genügen zvan zig Francs die Woche." , , , ; u . Sie stimmte zu.. , , Wann kinnen ie eintreten ?" t Wenn Sie eZ wünschen . heute Abend." r jfertt(iJ!J tj; Sollten Sie untauglich sein, wer den Sie in acht Tagen wieder ent lassen." ... ' Gut, mein Herr." ' Sie verließ die Anstalt und kehrte sei ' dem Hinterthürchen, des Gartens wieder in ihr gemiethetes HauS zurück, wo, sie ihre, alten Kleider anzog und dann in einem . QmnibuS nach Paris fuhr! Dort kaufte .sie ! die nöthigst e, tinfagfif.Wäs packen und , .in die Anstalt Simon rj;;j.'i - ' : -;" - . lchlaen. .. ,.:;,., . , . Cndlich, endlich also dem Ziele nahe! nter, einem Dache mit! ihm V Sie konnte vor Aufregung keine Sekunde ruhig , sein, wie, würde, sie, ihn finden ? Teun daß er noch lebte, daran zweifelte . M Y . , . . i : . j ' .. .1 ; t 1 -'" . ,- Ji sie mcht. , , , ... ,, . Am Abend ließ sie' Madame Neige sagen, daß sie. wieder verreise und vor einigen Wochen kaum' zu erwarten sei. Als ,! dieser , Entschluß bekannt wurde, schüttelten alle die , Köpfe. ES muß nicht richtig sein 'bei unserer Komtesse ; was.sic nur immer so allein in der Welt herum führt, ohne , Jungfer, ohne Diener !,' Und niemand weiß, wohin. , Sie, sucht den Better." .meinte ' der llte im Dienst ergraute Kammerdiener, ich habe gehört, er ist, gegenwärtig , in Deutschland." , :::,! Das glaube ich nicht," sagte Frau Neige.,, nimmer reist unsere Komtesse 1'nJ " .11 . x. n . !.! . ? J geller nacy, ie yar 1911 ja nie fo recht gerne gehabt." ' Was für einen Zweck hätte sie denn sonst "1" fragte Monsieur Granville. . ;!; Jch glaube eher, sie hat sich ver lobt, sie geht wallfahrten nach Lourdes, oder sie zieht sich in ein Kloster zurück." .Abenos ließ Cecile eine Droschke ho ien. , nahm ihren Handkoffer mit hin ein und gab Befehl, nach dem OstbahnHof zu fahren. , Dort stieg sie in eine andere Droschke und fuhr nach Neuilly: Sie wurde in ein kleines, weißgetünch tes Zimmer mit zwei Betten geführt. , ". Ich schlafe bei Ihnen," sagte eine hübsche, grobe Blondine, ich heiße Julie und bin hier No. 6," lächelte sie. .Jch werde, Sie, in Ihrem Dienste unterweisen., Wie heißen Sie ?" Marie Frederik,"', erwiderte Cecile und reichte freundlich ihre, Hand dem blonden Mädchen. , , , Jetzt gehen wir zum Cssen und ,ann machen wir die Runde. Sie werden hier für gewöhnlich No. 7 heißendies wird Ihnen ! seltsam vorkom men, . allein Herr Simon wünscht es .,! ,.1 : .17-., 0. ' ., ' ;r . ' : , -V: . " - -., .. ,, ! - i'i"-.; Cecile trat mit ihrer Zlmmergenossin in ein saalähnliches Gemach, in dem lchon einige Uvartermnen, gejpelU .hatten. !, Die noch um den Tisch Sitzenden :i r (.i-v :! , .,, ,. 'J 1( , ;, - , k. ,. iayen ne räum an, lonoern aven lort . Du hast fchon wieder eine Neue ?' fragte eine ältere Frau mit strengem Gesicht, hast Tu sie schon unterwiesen und in d:e Hausordnung emgewecht ?" j , Ich , bade damtt . schon angesungen. oie Praxis ist eben die Hauptfache, wie Sie winen, Madame Tourbelle." -, , Wie heißen Sie?" fragte in herri schcm Tone Madame Tourbelle. . , oMorie. Frederik.",.,, : Lassen , Sie sich sagen, , das erste besetz im Hause ist Gehorsam und Schweigen. ! , Was Sie auch sehen und hören, es aeht S:e nichts welter an. Cecile nickte mit dem Kopse und setzte sich an den Tisch, aber sie konnte nichts hinunter bringen, so viel Mühe sie sich , auch gab, damit ihre Appetit losiakeit nicht U auffalle. " r Nach dem Abendessen verlieb sie mit Julie den Speisesaal , und bei einem , Hinterthor das Haus. Jetzt erst gewahrte sie ein zweites Gebäude, das sehr düjter und unheimlich aussah. ES war ein schmuckloser, länglicher Bau.' dessen Fenster mit starken, eisernen Gittern versehen waren, so daß es einem Gefängniß ahn f;X tA : i fiZ&ftftf- i ' " llO) CLU. ivfndl't" :. ,i;.;':5:':if:'i';!::-i;;f'i., Da wohnen unsere Kranken.", erklärte Julie, ich habe nur drei zu be sorgen, das heißt, ich wechsele mit noch einer Wärterin ab. Den Nachtdienst haben Sie jetzt noch nicht, Sie werden ihn erst m einem halben Jahre antre tenwenn; ie":'fo" Ittnae,bIcibeC'? ? V Das Innere des Gebäudes glich dem Aeulzeren, alles war duster und schmück los, dichte Teppiche bedeckten die langen. schmalen Gänge, die recht und links wattirte Doppelthüren hatten, damit kein Geräusch' heraus dringeTHsKßg .Hier sind die weiblichen Kranken, erklärte Julie, ich habe zwei junge Mädchen und eine ältere Frau. ES sind nur vornehme, reiche Herrschaften da, andere Kranken nimmt Herr Simon mcht auf ; sehen Sie, hier ist schon un ser Reich." Sie öffnete die Thür, und Cecile betrat mit ihr ein elegantes und bequem eingerichtetes Gemach. Ein junges, ungefähr vierundzwanzia Jahre altes Madchen saß am vergitterten Fenster. Julie fragte : Wie geht eö, Fräulein V Die Dame blickte sie ftreng an und aab keine Antwort. Königliche Hoheit, haben Sie noch Wünsche r Jetzt flog ein Lächeln der Befried! gung über das Gesicht der Irren, sie erhob sich und reichte Cecile die Hand zum Kusse. Thun Sie es nicht.? flüsterte Julie, 'sonst laut sie Sie mcht mehr 'fort." Die Kranke seufzte schwer auf und ließ sich wieder aus den Stuhl sinken.

isi:i:i?:s:ii?i

3-C Julie ordnete daZ Bett, verrichtete noch einige Dienste und verließ mit Cecil das Zimmer. ' ' ö! Cs ist die Tochter ' eine- Grafen. Sujterstchen' :rnfmänbftarf l'4rt'Nö men wissen ; denn eine Wahnsinnige in der Familie zu haben, ist eine Schande. Der Direktor meint übrigens, es wäre noch Hoffnung, sie zu heilen." ; Wie lange sind Sie schon da ?" fragte Cecile. - ' Vier Jahre." '.,' :':'; r: Wie gerne ; hatte. Cecile nach Abcnsberg gefragte und wie hart kam ihr das Schweigen an.Hier Nummero 19," fuhr Julie fort, wieder ein junges Mädchen Blutleere behaupten die Herren Aerzte. Sie will allen Mäusen m der Welt zu trinken geben und schüttet jedes Getränk aus den Boden. Sie ist sehr zärtlich und verliebt, die Tochter eines Millioa??.""'"'"' ' " Cecile kamen die Thränen, als sie das todtblasse," kaum ' zwanzigjährige Mädchen zah. Ach !" seu zte dieses, ich habe ihn so geliebt so sehr geliebt ! Bringen Sie mir endlich Nachricht, wo er ist. warum er mcht kommt !" Sie hält jeden Arzt für ihren Ge liebten," lachte Julie, und da Num. mero 20. eine ältere Frau, Mutter mehrerer Kinder, die noch sämmtlich gesund sind, aber da ist die Krankheit ein Erbstück in der Familie." Wissen Sie den Namen ?" Gott bewahre, aber meistens die Verhältnisse meiner Pfleglinge. So. nun habe ich Sie der unsern Kranken eingeführt, die wir mitsammen desor gen müssen. Wir haben sie zu bedie nen, zu pflegen und sogar die Zimmer zu reinigen, was meines Crachtens-unS Nicht . gebührt ;:aUein? was will, mar' machen, es ist einmal so Befehl." Ler Dienst war anstrengend und besonder? , für Cecile sehr beschwerlich, das Schreien. Stöhnen. Jammern der Kranken ging ihr tief zu Herzen. Sie litt vSeefenV und 1 Körrjcrauatcrt : , denn Julie fand aar bald, wie sanft und ae duldig s die .neue Wärterin war. und benutzte deren Gefälligkeit zu ihren Zwecken. ;, ,:., ; Schon nach erner Woche begriff Cecile ihren Dienst vollständig, doch Nicht die geringste Spur von Abensbcrg hatte sie ms zetzt entdecken können. - . Einmal fragte sie: Sind nurJn ländcr in der Anstalt ?" Natürlich, Auslander nimmt der Herr Direktor nie." Am Cnde vergeude ich hier meine Zeit vergeblich, dachte sich Cecile. wenn ich nur alle Kranken sehen dürste, aber so oft sie auch rn den Hof oder Garten sah, es waren nur Frauen und Mäd chen unten. Smd denn kerne Manner hier V fragte sie. Wenig, kaum acht, warum fragen Sie ? Wären Ihnen vielleicht männ liche Kranke lieber ?" spöttelte Julie. . , So aeut es nicht, dachte ne sich am Ende der zweiten Woche. Jeden , Mo nat hatte sie einen freien Tag für sich. Am ersten solchen Tage ging sie in ihr gemiethetes Haus, zog sich um und j insu in, sin. T"lf rtf i'r n Tt 4 Plötzlich stieß sie einen leisen I Ruf aus. luuv 111 nuiv luiuiu iiuu vuusi befahl' dem Kutscher zu halten, sprang aus dem Wagen und lief auf eine? Herrn zu. ; ."y Jean, Jean! ' - ; . . ? , . ! Ach,! gnädigste Grasin.5 sich tic vor der erregten Cecile verbeu ?gend.,.. Ay., . .Haben Sie mich angelogen, Jean?" .Ich schwöre, daß ich Ihnen die Wahrheit sagte." Kommen : Sie mit Mir, Jean, ich will Ihnen alles erzählen." Und Cecile bekannte ihm, , das sie ln der Anstalt diene, und immer, noch nichts von Abensbcrg gehört habe. .Lassen Sie mich nachsinnen,", sagt! Jean und bog mit ihr in den Tuile nengarten em, den sie langsam durch schritten. ,,,1,,,, ' r r",-,' Sie erzählten mir von emer iiinaen Wärterin ?" - .Ja, meine Zimmergenossin, Julie." p:tt ,Dikie muß uns Farbe bekennen. Lassen Sie mich die Sache in die Hand nehmen, Sie werden sehen, daß ich es herausbringe.", ir'" Er ließ lich von Cecile d,e Adresse Juliens .geben und ; wiederholte - sein Versprechen, ihr nach allen Kräften bei' zustehenM?' .Wie wollen Sie eS denn beginnen?" fragte sie. Jean erröthete vor ihren forschenden Augen und senkte das sei nige zu Boden. Mit List," sprach er, es muß, es, wird ' stclingmif--; Nachdem er sich verabschiedet, ging Cecile einige mal in der Rue de Rivoli auf und ab. Sollte sie dem Professor Ctoile sagen, daß sie Jean beigezogen habe? Nein, es ist besser, ich schweige. dachte sie, stieg in eine Droschke, fuhr nach Neuilly, kleidete sich wieder in ; th Wärteringewand und kehrh in die An statt gutückrlS, Nach einigen 1 Tagen :B sah I sie, ; daß Julie öfters einen Brief aus der Tasche zog, ihn durchlas und dabei glückselig lächelte: i .Das muß etwas sehr Erfreuliches sein." sagte Cecile, weil Sie den Brief spoktlelenMWMA 3;! (Fortsetzung folgt.) Verhed de r t. Meine Herren: Trinken wir aus die, die im dem schwe ren Leben hm ! die in dem schönen Leben schweren hm! hm! die in dem schönen Leben unserer Zeit hmm! die in der schönsten Zeit unser Leben er schweren hm ! kurz, meine Herren, trinken wir auf die Damen! Brüderliches Hochgefühl. Der. kleine Karl: Du, Mama, bleibt denn der kleine Willie immer kleiner als ich? Mama: Ja, gewiß! Karl:, Ach. das ist schön, dann kann ich ihn ja auch immer durchprügeln! . Verschnapp t. . Alte Crb. tante: m Lieber Neffe, ich werde nicht mehr lange leben!" StndiosuS: .AS. liebe Tante. Sie sind zuaütla!"

'im:

m .iiiii "i!lf. Vine SonntagSfeker ih der gutenK ' alten Zeit. Von der Sonnlagsfeier um 1700 entwirft uns der Wiener Sittenpredi ger Abraham a Santa Clara in seiner . derbm Redeweise ein anschauliches ild in seiner Schrift Gch'.hab' dich wohl" Eine oder die andere hochadelige Dame", schreibt er. kommt Samstag Nachts um zwölf Uhr von der Gesellschast nach Haus. Da sie nun bei ge dekter Tafel von den delikatesten Bissen eine ziemliche Portion zu sich genom men, - begibt sie sich zur Ruhe und schläft darauf am Sonntag bis gegen zehn Uhr. Tlnn setzt sie sich zu dem' Nachttisch vor- den. Spiegel, zwingt die Haare durch die Pomade in die Höhe, putzt, stutzt, ziert, schmiert sich, umsteckt sich mit kostbaren Haar und Zitterna deln: eS glänzet Alles von Schmuck. Silber und Gold. Endlich kommt sie wie ein gestirnter Himmel gegen zwölf Uhr in die Kirche, setzt sich vorne in den großen Stubl, damit sie Jedermann sehe . und von Allen "mochte gesehen werden. Der Lakai trägt einen, roihsammtc nen, mir Gold reich bordirtcn Bücher ' sack und legt eine Bibliothek von Gebetbüchern aus. Unterdessen ist der Kapellan schon informirt, daß er soll eine geschwinde Meß lesen, trifft man , dann die nächste beste Jäger-Meß an, ' ist die Sache desto besser. Während der Meß blättert sie zwar in den 'Büchern ein wenig um, gedenkt aber mehr, wie sie den Sonntag zubringen werde. Wo selbigen Tag die Gesellschaft sei? Was man vor eine Komödie spielen wird? Was Nachmittags vor Visiten abzule gen? Mithin ist die Meß vorbei uns Gott hat nicht den mindesten Anlheil auch in feiner geheiligten Kirche an die ser scheinheiligen Andacht. Die ande ren Politici und Staatleut stehen da in gepuderten Perrücken, kehren dem Altar den Rücken. Präsentiren cinan der Tabak, lesen Briefe, erzählen Zci tungen. Mancher lehnet an einer Kir chensäule, betrachtet die neue Mode oder schauet au rin fchones Frauenzimmer , und winkt ihr mit den Augen, daß sie aus seinen verliebten Blicken bald ver stehen kann, was er in dem Busen führet. Sobald als der Morgen ankommt welcher gleich nach dem Dienst GotteZ folget, da muß die Tafel mit den kost -barsten Speisen und mit ausländischem Wein auf das Stattlichste und Präch tigste versehen sein. Nachmittag legt man sich schlafen, damit, der angestoppte Wanst die Speise desto besser verdaue. Andere setzen sich zum Spie lcn. Die gemeinen Leute fließen im Sommer in die Gärte Kneipen und Kegelstatt. Da geht '..3 wieder an ein Essen und Trinken. Cs trinken die Eltern es trinken die Kinder, cs trinkt der Diener., es tri.lkt die Magd) es trinkt der Meister, es trinkt, der Gesell, es trinkt der Geschworene Ist dann! . die Zeit nach Hanle zu gehen, so torkelt da Ciner im Heimgehen Über die Brük Im,! dem Andern sind die Gassen zu eng. dem Tritten fallt der Degen aus der Scheu verloren. flUPJI l1fder Scheide, der Bicrte hat die Pcrrucke , der nüuft? ?chet . cni ui , einen i-uici, ocr 'cch'.ie jjut gar in die Kothlachcn. ' ' Den Sonn und Feiertag schließet die Nacht, welche sonsten einem Zrglichen . Menschen zu allgemeiner Ruhe gewid met ist. Da fanget sich aber bei den Sturmköpfen der Tumult erst recht an. DaZ unaujhörl!che,Geschrcl, die, blutig gen Raushändel, das grausame Schel ten und Fluchen, dcs Tcgcnvctzen, Schießen, Hauen und Stechen aus den Gassen und Straßen, das Greinen und Zanken bei den Chelcuten ziehet Man chen in Verwunderung. Nicmakn ge schehen mehr Mordthaten, mehr Ire , vel'.und Lasterthatcn. mehr Schand thaten, als an den Sonn und Feier tagen, also daß der Tag des Herrn ins gemein ein Tag der Ueppigkeit, der! Festlcg ein Frcßtag und der Feiertag ein Feiertag zu allerhand Sünden und ' Lastern ist." Wenn auch damals Wien mehr als heute , der Sitz des üppigen Lcbensge nusses war, so wird die Sonntagsseier i in allen größeren Städten doch unter , ähnlichen Verhältnissen stattgefunden haben. .!...!. '!".,! '''hS'' 3.-:i, K L b ne Sprün g'eZStüdenk?' Herrlich! , , Kostbar!, Weiche Sprünge z unser alter Geschichte ocent macht! In sünf, Minuten hat er neulich ein ganzes 5 Jahrtaufend durcheilt! , Sckauspl?ler: , Das ist doch garnicht?. Unsere Heroine macht! noch''größcre' spielt jetzt im Shakespcar'schen König ; Heinrich VQI. Da wird sie in' der ss!, Schlußscene n: einem , Thronhimcl getragen und 10 Minuten später zu " Hause hat sie keinen ganzen Stuhl i , mehr -:, 0y ; 'i' V- ' 1 Konsul ode r G e n er a l . konsul? Bor einiger Zeit stand ein : Schris tfteücc int 1'SpjeK.cinf8hcdftiig und unterhielt sich mit dem Generalkonsul X., welcher vor kurzem zu dieser Würde avancirt w arMC in gcmei n saH mer Bekannter trat heran und begrüßte : den Generalkonlul mit folgenden Wo? tenll Wie können Sie Herrn Kcnful ti tuliren." fragte der Schriftsteller, ..der Herr ist Generalkonsul, Konsul kann jeder sein Napoleon war auch Kor 1ul;'WWHWM!:K,, ' C in Freun o;;!!b er,! h i st 0 r 1 sehen Wahrheit, bez zugleich Lehrer ist, will seinen Zöglingen den Unterschied zwischen Geschichte und Sage klar ma chen. Cr erzählt ihnen da 5 Märchen vom Barbarossa.' der Jahrhunderte lang im Kl)fjhiufer geschlafen hat. Das ist natürlich nicht historisch", fügte tx hinzu. ..was ist das also. Karlchei?" Mumpil)!" erwiedert vromp'. der kleine Berliner. . Bedingte Wahrheit. Fremder: Sind Sie der Herr hier im Hause? Hausherr (sich erst Umschau end, ob auch seine rau nicht in der? Nähe ist): Ja'

jiK!.;!.'

'Xsl 0 - ' '-'" :'- :!"!: I iw iifßsßyii ,")-' i;!!!i: :i!iMiiiii:h;ji!!!i!:!ll'!il! f m ! ''MA f i'' "! ! ' (I

i . r

iniHnnF-w, fj