Indiana Tribüne, Volume 16, Number 42, Indianapolis, Marion County, 30 October 1892 — Page 2

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iHae spaszhafte Geschichte auS bemaZtenNom. Die alten Römer gwgen nicht immer Nü würdevoller Toga auf dem Forum spazieren; es lamm da auch allerlei ! Schattsstreiche und komische Scenen j Vor. So erzählt uns Ernst Eckstein, offmbn als ein Zwiichenlviel zwischen seinen ernsten tragischen Nömerroma. ; neu, eme lustige Musikantenqeschichte. aus der mir auch dieZ und jenes Über die römische Musik und besonders über die.! Zunft der Flötenspleler erfahren. Die :. ttpiA&u rvmta ,zrfgt-ns-. w miujji mm v-f v 11 v ' I (Leipzig, Carl Reißner). EZ han? ,T . . - . K - delte sich um einen Streik dieser Mitsi !er, freilich kein nachahmensmertheS Beisvicl für unsere modernen OxÄester Mitglieder; doch diese erfreuen sich ja auch nicht der Begünstigung, an einem bestimmten Tage auf Staatskosten gespeist zu werden, wie. die Flötenspieler Roms am 13. Mai in den Hallen des Kapitols. Eines schönen Tags wollte vtr öenat Ihtefe tifirfimmrt nisfrt fiaf ten; die Zeiten waren schlecht, die I Kriegskosten groß. Da streikte die Zunft des Flötenspieler und erklärte, l ohne das Maisch bei den bevorstehend den Opferfefien des Jupiter, der Juno und des Mars nicht mitwirken zu wol. ! Zen. Dadurch mußten ja diese ZZeietn vereitelt werden. Der Senat blieb hartnäckig und die Flötenspieler wan. derten nach dem von den Wasserfallen des Anio umrauschten Tibur äuS.iJhr Führer Tecius liebte die Tochter eines vornehmen Mannes in Tibur, der 'sie eber nicht einem fahrenden Künstler Leben wollte. Nothgedrungen knüpften ju m w-k. j , i ' ; 1 i, lll I

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Die Herren in Rom Verhandlungen an ; " vnmi, igr HimuK, doch als sie das Maifest bewilliacn, gelegentlich einer Einladung zu einer verlangen die Musiker och.etti MW "musikalischen Soiree: . Die Fürstin Fest im Jahr. Zögernd wird ihnen, Woschmkofs. die nächNe Verwandte dies Zugeständnib gemacht, doch nur ! und zeitweilige Rcpräsenkantm des unter der Bedingung, daß sie jetzt sie. i Hauses der verwaisten Mana Pe. Lenden Fußes nach'Rom zurückkehren; trowna. hielt das sür eine unverzeih.

allein dazu haben sie keine, Lust. Teus ist anderer Ansicht er will bei dieser Geleaenbeit sich die Gunst des ! Zünftigen Schwiegervaters erwerben, dem von Rsm Auszeichnungen z zuge dacht sind, welche dieler leicht verscheö zen wurde, wenn nicht mit seiner Hilfe die Wünsche Roms erfüllt wurden! Decius kommt auf einen glücklichen Einfall: dec reiche Herr von Tibur giedt den Flötenspielern ein glänzendes Gelage, der Wein fließt in Strömen; in sechs riesigen Wagen sollen die Zecher auf eine Wiese gefahren werden, , wa das Vergnügen seinen Fortgang neh inen soll. Bald aber liegen sie betrun !en neben ihren Tonnen und '' so geht's nach Rom hinein, ohne daß sie es merken. Nun erhalten sie ihre Feste und Decius feine Braut und wir die Lehre, daß die Musiker stets einen gu. ' -tuu iicvcu uui.,jtiuct uuu r.U o:c . w-.:-wie an der Donau und Spree. Orientalische Geschichten. Von dem jüngst verstorbenen Groß sherif von Marrokko erzählt Gerhard Rohlfs in der Köln. Ztg. Der mo hamedanische Großwürdenträger, ein direkter Abkomme von Mohamed selbst, hatte auf seiner Reise nach Frankreich das Christenthum kennen gelernt und dachte anders über dieses, als ! seine Amtsbrüder, für mich war es höchst er? götzlich, anzusehen und anzuhören.wenn irgend ein Sherif sich unterstand, , eine der fabelhasten Lügen gegen die Ehri ften auszusprechen, wie dann der Abkömmling Mohameds die Vertheidi gung der Ungläubigen übernahm und stets siegreich blieb, trotzdem war er von der Heiligkeit seiner Person, festiMber zeugt. Er heilte nach wie vor jeden Kranken, der zu ihm gebracht wurde, machte Lahme gehend. Blinde sehend, und doch das ist mir ein Räthsel spottete er oft über die gläubig Menge. , "j, i Wenn ich manchmal Zeuge war, wie er im selben Augenblick den Leuten, die soeben ihr Geld ihre Kostbarkeiten ihm geopfert hatten, mit ernstester Mkne den Segen ertheilte, und dann, sobald sie den Rücken gekehrt hatten, über sie lachte, auch wohl sagte: .was für Tho ren sind diese Leute, mir ihr Geld zu bringen", so dachre ich den aufgeklärte pen wenn auch verschmitztesten Rationalisten vor mir zu haben, anderseits sah ich aber durch so viele Thatsachen, wie sehr er von seiner eigenen Macht, von seinem besinn Sein" überzeugt war, daß es mir schwer wurde, diese Widersprüche zu erklären. Ich erinnere mich noch einer Scene, die sich zutrug, ols ich ihn auf, einer Reise begleitete. Als ich einstmals mit dem Großsberiff im feftverschlossenen Zelte saß, hatte er den Dienern und' Sklaven strengen Befehl gegeben. Niemanden an's Zelt herenkrmmcn zu lassen. " " l: Die Diener mochten jedoch der. an drängenden Menge nicht gewachsen sein, denn plötzlich rissen die Gurten das Zelt wurde gewaltsam geöffnet. , und herein wälzte sich ein ganzer Hause: lte schmutzige Weiber, übelriechende Kinder, Männer und Greise, Alle fielen Lber mich her und bedeckten mich mit ihren fanatischen Küssen. Ich saß näm. lich auf einem Stuhl, während der Großsheriff neben mir auf einem Tev' pich kauerte. In dem Halbdunkel hat rni viz ine, Die uoeiqaupx ven urcBsherlff noch nicht geiehen hatten mich für ihn gehalten. Wahrend ich nun rTJ.--: ...v Cii ten die eute, die überhaupt den Groß unter Schreien und Lärmen ihnen klar zu machen versuchte, ich fei nicht der Großsheriff, saß dieser ruhig dabei, Zachte aus vollem Halse und rief: luUfa hennin, d. h. .Wohl bekommS. Als ich darauf, nachdem endlich die Nute verjagt, waren. ,hm sagte, er möge nun, doch die Gläubigen vorlas. tn ernnoene er: yjitin pas nit, ie aItii , n rn , $ t!',t.iglauben ja, sie hätten mich geküßt, und "dass-genugU Die stärkste Einw an derunz in den 23er. Staaten hat das mit dem ;;. A .i'ifV 1 i rrr ,, t vu. uni iwz ZU linoe aeaanaene ÄechnungZiahr iu verzeichen. nämlick 783.992 eingewanderte Personen.

iaiHt',jiJW--aw-i SSQtf! Am sibirischen Grenzstein Q.tit typtet QtlüHi r umtu Ad,a. t J 1" ball statt zum , Achln der mW' Vergnügungen. . , junge Hofdame vcrnelgte sich m 'hrer tilgen : b!an Schönheit ticr vor dem iaerlichen Paar. da,, nach emem As,eil,halt. von zehn Minuten, lm Begrm stand, sich zurückzuziehen, Mna Alexandrowna mckte chrem anerkannten Lilmge huldvoll zu wahrend das Auge des Zaren Mit rv . .. CYrt i f a. t . ... : -I M . Wohlgefallen aus dem großen, anmuic: .... e .ti. Ka mit tbiaen Fräulein ruhte, das mit seinem Geiste bei Hose eine vielbeneidete Rolle spielte. Tanze weiter. Maria Petrowna, lache, gewinne, Herzen.- sagte, die Za riza mit einem Anflug von Wehmuth, denn dazu bist Du auf der Welt. Du Glückliches ." :';; Die blonde Hofdame mochte es wohl selbst glauben wenigstens so lange Mta !ft mixmmiu Nachher srcckch. als sie Athem ZSSpste un Schatten der künstlichen Grotte, wo Stephan Wa,llzcwltscy stand da bezchllch sie eine Anwandlung' doy xaungkM Unruhe; Uie. ärgerte sich über die dunklen (Zrmne. rungen. !w?lche sie überall! verfolgten und uk Nicht emmal m Ruhe ltten. &m !ic. .5zrauniwellen m luni gejazauiett oamnzcyweole m oer Lichtfluth der Kronleuchter. Er gehörte nicht zu ihren Anbetern, e . . i - . . j- it ... .11. diejer zung Wiche Osncier. , (5r hatte ik- :J bi. M. iL. 1. jt, tf. 2 a! 4 V! ik'k llche Uederhedung. wie. eme ame nach dem ancien rernme überhaupt Kllerttt lauszuseöen sin , tjunv an dem stillen jungen Mannes er wäre ein Emporkömmling, ein Sonderling, der die besten Chancen unter dem., Deck mantel der Bescheidenheit lässig fallen iiejWon könnte darauf gesäßt sein, ihn von heut bis morgen entweder hoch ausgezeichnet oder ein für alle Mal adgethan zu sehen. " ;j Wer sie so genau von Allem , unterrichtet hätte? wollte Maria wisie'n. ' , Der .General .Saschagin. ihr alter Freund und Maria s ergebenster Verehrer, der sich übrigens lebhast für den " : '' :, '. Trl,i7lVl! em ' , , zunqen Stephan "Wasilewltsch in teressire. klMaria bezweifelte das stark; aber sie behielt eZ für sich, und während sie daran,dachte. schaute sie verstohlen hin :c : . r v r icr iflicin itauicr uui vav iu ura ycr dachtiaen öisicier, tfcrn. diese unausstehliche Beharrlichkeit. Jemanden mit den Aujen feftzuhalten! Dieser düstere., grübelnde Blick zog, sie' wider alle Vernunft an und untergrub ilhre! 'Wnze, togc ,Züvir ficht. . Ein trotziges Lächeln auf dem Antlitz. trat sie' unter die Palmen, welche den Eingang der Grotte ; beschatteten, und , ehe sie wußte, wie es geschehen, hatte sie .ihren Fächer fallen lassen, dem bleichen Ossicier gerade vor die vuee. . ,s ;. Er bückte sich danach und überreichte, ihr denselben mit einer stummen Verbeugung, die an Stolz streifte. Als sie ihn aber nahm, verlegen und gereizt, berührten sich zufällig ihre Hände, da fuhren ihre Blicke wie Blitze in ein a nder, daß st e B e id e er b e b ten u nd v or dem staunenden Auge Marias that sich eine große, einsame Seele auf voll von ihrem Bilde. Finden Sie keine Freude am Tanz, Stephan Wasiljewitsch? fragte sie lanZt,ffs,s, Jt "j ft Vielleicht wenn ich suchtcZ" ent gegnete er, aber ich sehne mich nach Besieiem." Ihr Herz schmolz wie edles Metall im Feuer und stieg auf in ihre schönen blauen Auaen, daß sie wie in Thränen schimmerten, : aber! ; durch die düstere Wehmuth der seinen zuckte plötzlich ein heller, heißer Strahl, als hätte er das Zul seiner Sehnsucht erreicht. ?;n diesem Auaenblick wurde Maria

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Petrowna zum Tanz aufgefordert. DerDazein Kennwitz nehmen.... Ah,

junge Offizier zog Nch hinker die Grotte '..yeuerpe, es iN'wlrlikcy niazr merry. . inuiy, uno neoen vcr großen, icioöoucn zurück, um von dem neuen Gluck zu daß Ihre Lippe drum zittert! Wollen Liebe in ihrem Henen that der Ab. lräumen,', als er unverhofftcrwcise an- Sie mich hochmüthig machen mit, so viel , gründ des Hasses sich auf. Hätte es geredet wurde von dem General Barmherzigkeit?" ' trotz allcdem noch eine Umkehr sür sie Saschagin, dem einflußreichen Manne I 1 Spielen Sie mit meinem Schmerz, gegeben, das kalte Lächeln des plölich it Vi l-ü js?ii..Bni x.. I rSt Y0rftfn C? ifttr.ni (Stohfirttt Ytnr : ihr ffpstttt, (,V?inPrnT;i tnnrh Itf

tu t vviu iwiutt w ihm i vuiuu ii? -uuywiifc - i-- . ' t.t " "7 r wtv und der strammen Soldatentzaltung. ! Wasiljewitsch?" , ,, : i ,, : .Mein theurer Stevban Wasslie- .Doch ich verstehe Alles! Ich

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witscb. unsere Schönen sind ara ent täuscht, daß Sie nicht tanzen! Sie scheinen eö za darauf anluleaen., die Leute mit Enttäuschungen au unter halten daZ ist nicht weise, mon ensr! r i c. c-e. . fkttL4U. zu Vlil etwas schwersällig im Räthselrathen, wie habe ich das zu verstehen?" Wollen Sie grundsätzlich keine Ear-' riere machen?" ,' Gewiß, Herr General! Ich warte auf die Gunst des Schicksals. Oder... hätten Excellenz etwa eine Charge für ...:..'.. n.' . i . t. . i 1 . . ? , ,..,. -: . irncg im laicrgaiu- ccriejic otr jungt Mann, den Blick unerschrocken auf die lauernden Züge des Generals ge. : ttt ',.,- V ' . ' ' 9A ' " f: ü Kann fein. Wir werden sehen. A propos! Ich hörte neulich,, daß Sie auf einen musikalischen . Hochgenuß bei unserer schönen Maria Petrowna ver izichtet hätten. 'Das war vorsichtig . s.s,r vorncbtia. mon ieun wenn der dumme WatänUtr ' fi aini' , IN ! kopfüber in das Licht stüru. so ist das sne Sache; der hübsche Schmetterling ' . ' . . 7. - ' ' . geht dem gefährlichen Licht aus dem Wege.Der Ofsicier verneigte sich, ein übe?, legenes Lächeln mit einem Beigeschmack von Verachtung i spielte in seinen aus drucksvsFen Zügen. Er dachte daran. daß die kalten, grauen Auaen des Ge. i neralö. der in seiner Juaend sich stark.

compromittirt haben sollte mit der viel älteren Fürstin Woschnikoff. begihilich flammten. sobald , sie aus die srische Schönheit Maria Pctr:wnas fielen. ' Wäre'er nicht gekommen.' gleich den nächsten Tag. dann hätte sie ihr Herz einen Lügner und Betrüger gescholten aöer da wer er ja zum ersten Mal in ihrem Hause, und seine duntlen Augen Überströmten sie, mit Lich und Liebe. Die Fürstin ließ sie keinen Augenblick allein: sie zog den jungen Osficier in eine eisrlge Unterhaltung Über nich tige Dinge und beobachlet verstohlen ihre junge Schutzbefohlene. Men Visu. Maria!" bemerkte sie mitten in der Unterhaltung. .Was bist Du heute W und kMstN Muß ich denn immerfort lochen, liebe Fürstin, und schwatzen?" cnlgeg. nete das Fräulein. .Ich bin erst ein mal in meinem Leben von Herzen glücklich gewesen, und da 7hätje ich wkimn mögen." Jbre blauen Augen senkten sich lcuchtend in die des jungen Mannes, sie sprachen zu seinem H?rzen, was nur er verstand: Du brauchst nicht zu fragen, wann das war! Tu haft meine Thrä" ncn kommen sehen. Als cr sie nach diesem ersten kurzen Besuch verließ, stieß er aus die EquiPage des Generals vor dem Portal des Pakastes. Jetzt hegte er keinen Zweifel mehr, daß man . ihm von Stund' an auf Schritt und Tritt nachspüren würde. . . , , , :, : -. . ' l In der großen Welt" voll von klelnen Intriguen wdllte maü wissen. Maria Peiromna befände -sich. unpäßlich derartig, daß sie sich von ihrem Dienste bei 'der Zariza hatte entbinden lassen. Der Hoftlatsch machte es noch schlimmer: Das übermüthige Fräulein hätte dem qesürchteten 'General ohne Umstände einen Korb gegeben. Wa. rum? Weil eine Herzensverirrung nach unten hm, dahinter steckte. Die Zariza sollte sie ermahnt und' einstweilen kaltgestellt haben. , Die Fürstin erheuchelte eine dollstän dige Unbefangenheit. Selbst Stephan Wasiljewitsch erhielt Zutritt in ihr Boudoir und die freundlichste Aus kunst: Das unvorsichtige Kind hätte sich etwas erkaltet und müßte Ruhe habnw Weiter, nichts. Auf übermorgen wäre sie wieder zum Dienst befohlen. Unerwarteterweife i trat hur Maria Petrowna ' herein, in " einem blauen Atlasschlafrock. der ihr entzückend stand, frischer, blühender als je. Sehen Sie selbst, ob ich krank bin, Stephan WasiljewitschZ", sagte sie mun ter, während die , Freude ihres Herzens in ihren Augen strahlte. Ein wenig träge bin ich gewesen ich wollte träu men Ah, ich vergaßt theure Jürstln! Die geduldige Modistin wartet noch immer auf Sie. Ich vertrete Sie gern inzwischen,- wenn Stephan Wasiljewitjch vorlieb nimmt!" ' Wie sie lachte, , die holde Schelmin! Es machte ihn trunken, diese süße La. chen der Liebe, es legte sich auf seine ahnungsvolle Seele wie eine Hand, die liebkost und schmeichelt: sei glücklich sorge nicht genieße den Augenblick! i Die Fürstin muftertesden jungen Osficier mit' einem Gemisch von Ünmuth und Mitleid. Auf Wiedersehen, Stephan Wasil. jcwitsch!- sagte sie. Und hören Sie, c!:s? ,nons!eur. Sie sollten etwas sür

Ihre Gesundbeitthün! Etwa eine Reise

in's Ausland. Vralmsut, Sie haben Nun stieg das heiße, junge Blut ihr zu eine Ungewöhnlich zarte Eonstitution , Kopf. Sie vergaß, wo sie war und für einen Soldaten." ' ' -" vor wem. Eine fürchterliche' Anklage Der junge Mann lächelte ganz eigen, schleuderte sie gegen die Mächtigen und als er sich vor der Dame tief ver- Hohen, die Gewalt üben wollten, aber beugte. ' nicht Gerechtigkeit, die Gottes Allmacht Zu gütig, Fürstin! Ich bin allere in ihrem Szepter zu schwingen glaubdings kein, Athlet, aber, ich fühle mich ! ten, aber von'Gottes Barmherzigkeit

geiund und, stark genug mein Leben ".,?..,.... ? l . v . t v .n . auszuleben. Sollte mich der Tod über raschen wollen, so bin ich auch in der Fremde nicht vor ihm sicher." Das rosige Antlitz Marias entfärbtr sich vor Schrck dann, , als die Fürstin gegangen war, trat sie an den Ofsicier heran: - - :i- :": ;ii V Was sollte das heißen, Stephan Wasiljewittchö" Daß Jemand mich für überflüssig bält. seitdem Sie Maria, von meinem ' will aber Nicht, daß mem Schicksal jeme Schatten m Ihr sonniges Leben streue", i emgegneie er,iraur:g. Fürchten Sie lieber für sich selbst ! rief Maria so trotzig, daß er lächelte. 1 ' Sie vergehen auch der meist LZekakte kann nur einmal sterken " " " ....... . j Wie der meist Geliebte!" fiel sie ihm I ins Wort. .Darum zittere ich für Ihr , Leben oder leugnen Sie, daß ich es i dürfte?" I lZr hätte ihre Füße umschlingen mö. gen und seine große Liebe sprechen las. . len, aber er wollte sie nicht mitziehen in I t n 11i.h..)it :;: (Arnii u, u - , , , ia jiurrumc ozt o0rn ver icoe in dem verzogenen Glückskinde auf: So ist es recht, Stephan Wasiljewitsch! Gehen Sie Ihren eigenen !, Weg zum Glücke oder zum Märtyrerthum. ' Sie sind stolz und stark genug, um allein zu , bleiben. Aber ich! was wird aus rir? Ich bin nichts als " 1 1 1 1 Der Gedanke meines unsterblichen ! Geistes. Maria!" unterbrach er sie feier 'lich und umfaßte ihre Hände, die in ! zitternder Angst die seinen suchten. ? m.i'.ti.n. ' t im So. Geliebteste. halte ich Dich! Wer Dich mir nehmen wollte, der müßte mehr tonnen als mein kleines Leben enden . Du weinst? Nein, Du lächelst O Mar:a, empfange die Feuertause der Liebe!" Er küßte sie. und eine Thräne siel .uS seinen Auaen auf ihr blondes

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Haupt. Sie lag' an seinem , Herzen. selig erschauernd die lichte Pracht ibrcs Haares milchte sich mit seinen duntten Locken ihr Schicksal vermahlte sich mit dem seinen. D Die Lamve unier dem rothen Schirn verbreittte einen, glüöcnden Schein in dem stillen Sch!a?oemach. in welchem Maria Petrowna wie ein ruheloser Geist hin und herging. Sie war eben aus der großen Oder gekommen. Ueber den Sessel geworsen. halb am Boden, lag ihre kostbare Robe. Sie stieß sie mit dem Fuß aus dem Wege so oft sie daran vorbei kam. .Fort! sie strömte Hofluft us. Sie fühlte einen Widerwillen gegen den Tand, welchen sie hatte zur Schau tra gen müsien. lächelnd nnd stolz, nach ollen, Regeln der Hcfetikette als der Mann mit dtr verhaßten glatt-kalten Miene ihr den Schlag ins Herz gab: Das Allerneueste, ma belle! Sie kennen ja wchl den jungen Menschen. Er steuert seiner Erhebung zum Bitt' geuverneur zu drüben, in Merk jchinsl, wo man zuverlässige Leute braucht, an der Spitze der 50,'000 Mincnor heiter..Wer? Der bleich? Träumer, Stepdan Wasiljewitsch. der endlich 'mal das Glück beim Schöpfe faßt." .Was ist mit ihm?" .Er ist soeben zum Hauptmann be fördert und zugleich mit der Eskorte der Gefangenen nach Sibirien betraut worden. Mm Visu, Maria Petrowna! Sie zerbrechen ja in Gedanlen . Ihren Fächer, dies Kunstwerk von Sie hätte vor Zorn und Schmerz aufschreien mögen, aber sie verzog die trockenen Lippen zu einem Lächelnl ..Wann tritt er seine Verbannung an?" ?rdlsu, Sie meinen fein Kom mando! Uebermorgen wenn ich mich recht entsinne marschirt er mit seiner Kompagnie nach Schlüsselburg. Der Transport wird sich noch zw:i Monate verzögern." Sie drehte ihrem Peiniger den Nucken zu und ließ sich von dem ersten besten Kavalier in das Foyer geleiten, die Vorstellung ermüde sie nach der eben über standenen Unpäßlichkeit", und ihr Wagen warte draußen! Sie eilte in die Garderobe, um sich den Pelz überwerfen zu lassen. Der höfliche Kavalier führte sie die tageshell beleuchteten Treppen hinunter. Wollen Sie mir einen Freundschaftsdienst leisten?" fragte sie lhnkur) entschlossen. .Mit tausend Freuden." .Dann begleiten Sie mich. Ich muß noch Audienz bei der Zariza er' langen." .Zu dieser Stunde? das wird un möglich sein." .Ich muß es möglich machen!" Und e gelang ihr. ?!icht umsonst war sie der verwöhnte Liebling der taiserlichen Frau! In ihrer zerknitterten Robe, das Haar vom Nachtwinde' zerzaust, das Antlitz brennend und das Herz in Aufrühr, siel sie vor der Zariza nieder, wie vor Gott, und bat und flehte. Kein Wunder, daß die Herrscherin gütig blickte, daß sie Mitleid , zeigte, Thränen: ihr Jammer hätte ja Felsen rühren müssen! Als sie aber ihre Hoff nung darauf bauen wollte, da erfuhr sie, daß Trost noch lange nicht Hilfe bedeutet. Die aber wurde versagt. . nichts wüßten. i cm . tz . Was sie weiter in ihrer Wahnsinnsgen Verzweiflung frevelte, sie wußte es nicht mehr. Sie erinnerte sich nur, daß das Antlitz Maria Alcrandrownas versteinert erschien, als sie ihren Schützling von ihrer Schwelle wies mit einer vernichkcnd.'n kaiserlichen Geberde. Sie war hinansgewantt verbannt aus dem Herzen der Zariza, verbannt aus der Heimstätte des Glaubens ' und der Hoffnung. Wie das Antlitz . der Zariza. ,o versteinerte sich ihr Ge ? ttnr ihr n?s,?n?n, sÄ?n?rnsZ tnnrh' ir unmöglich gemacht Haben. Erlauben Sie. Maria Petrowna", sagte er und Hob ihren Pelzmantel auf, der ihr ' von den Schultern gefallen. Jbit Kälte möchte Ihrer Schönheit Schaden thun". :: , , Fort! Sie o Sie " , l'ardon, mein Täubchen! Wie konnten Sie eine so verfängliche Scene aufführen vor hm, einer Freundin, die das Unglück hat, Gemahlin eines absoluten Monarchen zu sein? Es ist um Sie geschehen. Holdeste, wenn nicht Jemand für Sie eintritt. Dieser , Jemand würde meinetwegen auch den bleichen Schwärmer , aus , dcr, Affaire ziehen, dem Sie den ,Vicegouve?neur. Posten in den sibirischen Blciminen nicht recht zu gönnen scheinen. , Jemand also" ' . ' ; Sie, zum Beispiel, Sergei Serge, witsch, General Saschagin!", ' : Tres dien! Unter der kleinen Bedingung, daß Maria Petrowna innerhalb acht Tagen dasWeibdeS Generals V. ( J w . ; XJ i 1 . VMW i. ift , I isl ü:.'::',;.; iilijü!1' r;:-';,-";,.:.., -::r-:";.::i: ur'wf 't ?0f-fK,.s!!A-Sie schüttelte 1 sich, als 1 ob em liches Neptil ihr, über den, Rücken kröcheNZKM Nein!" hatte sie geantwortet nein neUl!'';i:ill!;jri! .Wie Du willst, geliebte Schönheit. Inzwischen bleiben Dir sechSunddreißig Stunden, um Deine Gedanken zu sam mein." Ihre Gedanken sammeln! Das war 1Xii 1t . Wn3t gksch'hkN. Um emkN e.Nj.gin

M Mi . T . ' A l . ji. W. j. L. V. M-j... tk.Vl. ,11 ...

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Punkts zusammengedrängt blieben sie unverrückt stehen. Stepban den sie liebte und der in stummer Entsagung den Nacken beugte. Oder ob er sich auflehnte und sich wehrte gegen ein Schicksak, das,,schnöde Willkür über ihn verhzngte? Nein. Ein stiller, stolzer Sinn, wie der seine, wüthete nicht gezcn das Unvermeidliche, er ergab sich, chne daß seine' geistige Freiheit beeinträchtigt wurde. Warum kam er nicht und sagte kin fach: Folge, mir! Fürchtet er. sie" würde sich besinnen? Dann kannte er die Liebe seiner Maria nichts Wenn er nur käme! . , Aber er kam nicht. Ter Vulkan in ihrer Seele erschöpfte sich endlich in seinem wilden Ausbruch, und in dem Krater wurde es still bis auf ein dum pfes Grollen und Zittern. Maria Petrowna nahm die Feder auf und schrieb in großen, deutlichen Zügen: , Mein Einziger warum kommst nicht? Glaubst Du, ich schliefe, während Du mit Deinem Schicksal ringst? Ich warte aus Dich jede'Stunde.Tag und Nacht nicht um Abschied zu nehmen, sondern um Dir zu folgen nach Sibirien; bis an das Ende der Welt. Komme schnell, geliebter Freund, und hole Deine Braut Maria." Dem Boten, der den Brief bestellen sollte, versprach sie ein kleines Vermögen zur Belohnung, wenn er Antwort 'brächte. Aber er kam nicht zu rück, sie sah ihn nie wieder. Da wußte sie, daß auch Stephan Wasiljewitsch nicht mehr kommen würde, daß die Trennung zwischen ihnen sich bereits vollzögen hatte ohne Abschied, ohne Hoffnung. : Die fürchterlichen sechsunddreißig Stunden hatten Flügel gehabt und ihn fortgenommen ihn und ihre glücklich? Jugend. Hätte sie nur gewußt, daß auch der Geliebte vergeblich die Rückkehr des Boten erwartet hatte, der ihr seinen Brief übergeben sollte, und daß dieses Schreiben von einem ver mummten Manne abgenommen war. der es dem General eingehändigt. Tann käm die Zeit der Verlassenheit, die Einsamkeit der trauernden Braut. Die Schaar der Schmeichler und $tn bcter des einstigen Lieblings Zariza mied vorsichtig die in Ungnade gefallene Hosdame; nur die Fürstin Woschnikoff hielt Noch zu ihr weniger aus verwandtschastlicher Zuneigung, als um sie zu bewachen. . Ein Nervenfieber machte endlich der ganzen Qual ein Eüde. wenigstens auf viele Wochen. Als Marietta Petrowna endlich ge naß, war sie um zehn Jahre älter und ihr Herz hatte sich an - seinen Verlust gewöhnt. r ., Sie begann ein neues Leben,' in der tiefsten Zurückgezogenheit. Sie brach mit Allem, das an ihr heiteres Leben anknüpfte, auch mit der Fürstin, die sich leichten Sinnes von der Geachteten trennte, doch etwas schwerer von ihrem Liedlingswunsch, dem galten Freundes die Hand und das Vermögen der jungen Erbin zuzuwenden. Vieles lernte Maria in ihrem Unglück, nur nicht zu verzichten, und während sie Trauerklcider trug um den Mann ihrer Liebe, wären Anfang und Ende jedes Tages: Ich warte. Kommst Dü nicht heim zu mir, so ziehe ich zu Dir, in die Verbannung." 'Und so schürte volle zehn Jahre lang die Herzensqual in ihr den Haß gegen die WiÜkürhcrrschaft. und der glühende Rachedurst ,n ihrer Seele vereinigte sich endlich mit dem Derer, welche, wie sie, unter der Tyrannei gelitten. In der Ferne umsäumt der Ural den Horizont ein breiter, dunkelblauer Streif, der nach und nach verblaßt, bis er sich auflöst in der Unendlichkeit der durchsichtigen Lust. Ueber seinen Gl pseln wehen die Winde von Europa, weit in das fremde Land,' mit seinen Wäldern, Flüssen und Steppen, dann verlieren sie sich in den Stürmen Sibirienö und in der unabsehbaren Einöde, durch welche die Straße der Verbannten führt. Die Schwelle des Mutterlandes, noch naß von ihren Thränen, bleibt hinter den Unglücklichen zurück, und die Pforte des Erils th'.lt sich vor ihnen auf; aber über ihren Häuptern fließen noch, die stillen Wellen des Aethermcercs von einem Crdtheil in den andern. Einen Tag weiter und die Heimath ist versuntcn! 1 Ein langer Zug, trauriger lö ein Lcichenzüg ist es, der an der sibirischen Grenze Halt macht. Wer. sind die Unglücklichen, die, das Vaterland ausgestoßen? Männer und Weiber, die den heimlichen Kampf gegen die Machthabenden geführt Schwärmer, welche ihr Volk einer neuen Zukunft entgegenführen wollten. Verwegene, . welche die Verschwörung,, gegen das Leben des Herrscher mit der Verbannung büßen sollten Verblendete und Schuldige. . Wo das sibirische Grcnzmal am Wege steht, grau und, düster, wie ein Hausen versteinerten Grames, da wird Rast ge halten. Matt und müde zum Fallen, werfen die Gefangenen sich nieder; wer noch Thränen hat der weint ; die meisten, ein , Bild stummen Schmerzes, brüten vor sich hin oder starren ,, hinter sich, wo Europa liegt und ihre arme Freiheit. Dazwischen auch ein Fluch und rohes Heulen ein Lachen des Wahnsinns ein flüsterndes Beten aber Alles verhallt ohne Echo in der weiten Einöde und der traurigen Stille des scheidenden Tages. Leise hat der Abendwind sich erhoben; der Horizont im Westen röthet sich von dem Scheine der sinkenden Sonne. Ein süßer Dust quillt aus dem Grase, wo die Sommerveilchen blühen 1 und der Thymian große röthliche Lichtflecke malt in das eintönige Graugrün der Steppenvegetation. Zwischen den Gefangenen, die in zwei Abtheilungen lagern, schreitet die I tvv hm uiiv l(lVfc&. HU IllUUtC , SId.t likgt absei nd schaut mit, Wache auf und nieder. Ein jnnger irr -i-i r:.-i .lMü tu...

gleichgiltizen Augen in das Glühen des Himmels, während sein Kamerad, eta stämmiger Kleinrusse mit grauem Bau und verwitterten Zügen, nach dem Wetter ausschaut. , 4. , Sturm wird cs geben!" brummt der Graubart, i und nachher wirds ichlimm mit unserm Marsch werden. Mit den Weibern ist nicht viel zu wachen; nicht r.nen Viertel bekämen wir 'rüber, wenn , wir AlleA liegen lassen wollten, was von ihnen fällt." Der jnnge Soldat schaut mit dersel ben trostlosen Gleichgiltigkeit auf ' die große Gruppe weiblichen Gefangenen bleiche, gebrochene Geschöpfe! Er denkt, daß er selbst nicht besser daran ist. als sie. Sibirien wird auch ihn festhalten, wenigstens feine Knochen. Der Graubart spottet über seine Mederf daß ein Soldat wehleidig wird." Nach her reetitt''ihmAttstandig.zu ,.- ; Der Marsch nimmt, wie Alles im Leben,, ein End? außerdem .gewöhnt man sich an die Strapazen und das Klima. Ich kann davon ein Liedchen singen, denn es ist schon das dritte Mal. daß ich diesen Weg mache in der Gesangencn-Eskorte. Gut zehn Jahre der sind es. als ich zum ersten Mal da.

bei. war. unker dem Commando eines blu'tiunacn Hauptmanncs. der 'ne schwache Brust hatte war der weich wüthig, wie ein Frauenzimmer! Sie mochten ihn trotzdem, 'sämmtliche Sol daten er sie auch. Na. und erst die Verbrecherbande! Die hätte ihn am liebsten auf die Schulter n genommen Z Disziplin zu, halten, war die reine Spielerei für ihn, keine Flüche keine Knute! Blos Worte, süß wie Honig, aber wer die hörte, vergaß sie nimmer. Gerade drüben, am Grenzzeichcn. hatten sie damals das Zelt für Offiriexe aufgeschlagen. Der Hauptmann. mit seinen Augen. , hit wie schwarze Tv , ' r . . .,..,. .'xi i lamanikn sunielien, zag reqr umo aus. Ruhen wollte er d rum nicht. gerade als ob er sich das Zelt nicht gönnte, weil. die vielen andern draußen lieczen mußten. , Er ging unter , die Gefangenen hin, und her und redete mit ihnen, idaß sie aushörten, zu lamentiren. Ein Weib, d sterben wollte, deckte er mit seinem! Mantel zu . und blieb da. bis es verschieden war. Nachher legte, er sich in das ' dürre Moos, dort, und' sah zu. wie der Mond aus' ging." ' ' Der Soldat schaute hin. als wollte er den bleichen Hauptmann liegen sehen, aber ; jetzt blühten Mimosen und Dreifaltigkeitsblümchen am Fuße. Da sah ich." fuhr der Grauban fort, wie der bleiche Eapitan etwas in den Stein hineinmeißelte es dauerte die halbe Nacht dafür hatte er den nächsten Morgeu , ein schönes Fieber." . Hatte 'ne Liebste?" fragte der ZÜNNe Soldat. Wie wird er nicht eine gehabt haden! So'n hübscher Mensch!" Ei. mein Täubchen." unterbrach sich der Alte mit einem dreisten Blick ans ein noch junges Weib, das unter den andern ,ln der grauen Tracht der lebenslänglich Berurtheilten kauerte und ihn aus großen, 'erloschenen Augen anstarrte Mach' Deine Gucklichter zu und träume von der Newa! Oder bist Tu neugierig auf Geschich ten?" Die arme Verspottete duckte sich meder. und der junge Soldat wollte wis sen, was aus dem Fieber des Hauptmanns geworden wäre? Na, , es hielt ihn nicht schlecht in den Krallen. , Er sollte es aber nicht lange schleppen, so 'nen guten Tagmarsch, dann hatt' er genug davon. Hin fiel er wie'n Klo:z und spie sein ganzes bischen Blut mit einem Male aus. er hatte knapp Zeit, z:vei oder drei , Ave Marias zu stöhnen, dann war's aus. Wir wickelten ihn in seinen Mantel und begruben ihn am Wege. Der Mond schien dazu, recht hell recht hübsch Donnerwetter.!" Die beiden Soldaten sprangen in die Höhe und faßten ihre Gewehre. Unter den Gefangenen an der Erde stand das Weib von vorhin aufrecht, groß, fahl, abgezehrt von langer, grausamer Kcr terhait. Ader der edle Schnitt der Züge hatte nicht zerstört werden können, und ihr prächtiges blondes Haar von breiten grauen Strähnen durchzogen, schimmerte im Abendroth wie Gold "nd Silber. Die Augen ünverrückt,, auf den Grenzstein geheftet, wankte sie ein paar Schritte vorwärts; dort bei dem feurigen, Verglühen des Tages, las sie drei Worte. ' die -in die graue Fläche eingemeißelt waren: Lebe wohl, Ma na !,'f ,v ; M , : ;. ,; . : : ; . ;: : Sie hob die Arme zum Himmel, wie eine , Betende; über 'ihre verblaßten blauen Augen verbreitete sich ein groheS,' stilles, Leuchten kam es vom Abcndhimmel oder aus der Tiefe einer befreiten Seele?! . , Plötzlich sanken, ihre Arme, schlaff herab; ein Erschauern und Zucken lief durch ihre abgehärmten Gliedes und ein verklärtes Sterbelächeln zitterte um ihre Lippen. 1 Ein Seufzer nur, dann lag sie auf 1 den Blumen am Fuße des Grenzsteins gebettet, das Gesicht, aufwärtZ , gekehrt in das verglimmend FbendröthhhW ' ' Die dicke Stimme des Graubarte? erklang vor dem Zelte der Officierc: , Zu melden mein Eapitän eine Todte in der Abtheilung der StaatsderbreHN??GVRMßVWGWPR ,, Der Chef, der Eskorte hob schläfrig den Kopf von seinem Manlelsack. , , h Nummrrrro?" schnarrte'cr. ,, ' Dreizehn, mein Eapitan." ' , : Der blätterte schlecht gelaunt in seinem Taschenbuch dann fand er den Namen, und seine stumpfe Miene be' lebte sich ein wenig: ' " '' " , 1 Die! Ah , 1; Anvrs ms'ben' reussl Gedankensplitter. Beur theile nie einen Menschen nach dem Re. i genschirm, den er trägt, denn eS ist fast , r " i i I L( MJIIU1. Utll 14 414 ! niemals der skiniik.

zHW,BiiWOip., WA B m:jjmätm ttS&ÜJW!

''!, In den Ver. Staaten ver dienen 37,000 Frauen und Mäden als Telegraphistinnen (sogenannte Ope. rators) ihren Lebcnsuntcrbalt.' und noch eine große Anzahl wäblicher Kräfte werden auch in anderen Zrcigen des Devefchen-Dienstes verwendet. Frau Geh. L e g. . R a t ö Kay. ter ist säeten von ihrer Asrikareise nach Berlin zurückgekehrt, und ver ösfentlicht in der Zeitschrift: Unter dem rothen Kreuze" sehr interessante Berichte über den vortrefflichen Zustand der von deutschen Schwestern des rothen Kreuze? und deutschen Aerzten geleite, ten Hospitäler in Bagamcyo undKilwa. , I n Ceylon hat eine Firma von weiblichen. Theehändlern bedeutende Pflanzungen angekauft, und führt ihr Geschäft ausschließlich mit weiblichen Hilsskrästen. Zum Mischen. Kosten. Verpacken und auch als Agenten sind nur Frauen angestellt. Miß Smith 'iß eine der wohl thätigsten Frauen Englands. Ihr' Gutsbcsik. tz Stunden von London entfernt, gehörte, vordem Prinz Albert. Auf ihre Kosten erscheint eine freinnnig geleitete kirchliche Zeitung, auch Uttterdali sie eine ganze Mission aus eigenen Mitteln. Sie erwarb einige Häuser am See Ufer, welche zur Pflege unbemittelter erhslungsbcdürs tiger Leute eingerichtet wurde, die dort einige Wochen und länger verblei, den können. I n M i l w a u k e e bat Miß Eliza. beth Planlinkon sich bce!t erklärt, ein Ardeiterinnen-Heim für dle WomcnS' Ehrisiian Fricndly Society" der Stadt bauen und einrichten zu lassen, wenn der genannte Verein die Verpflichtung übernimmt, für die Erhaltung des In stitutes zu sorgen. . Wilhelmine Henkel, als Dichterin in deutschen Kreisen wohl bekannt. feierte kürzlich in Potsdam ihren neunzigsten Geburtstag. Sie bcttndete durch iünfundzwanzig'Jahre die Stelle als Oberin desElizadethstiftes zu Pankow. und hatte sich als solche auch im praktischen Leben um unzählige mutterlose Kmder verdient gemacht. Die deutsche Kaiserin gedachte der Jubilarin in einer herzlichen Elückwunschdepcsche. In Dunkirk. N. , leitet Mrs. Horatio Brooks se!i dem Tode ihres Gatten eine bedeutende Maschinen. Fabrik, in welcher täglich eine Lokomotive erzeugt wird, und manchmal sogar neben in einer Woche. Adelaide Milanollo. die vor einigen Jahren bei ihrem ersten Auftreten als zwölfjährige Violin virtuosin viel vo ; welche aber seit t mit rn .wnritH"5! von sich reden machte. ihrer Berheirathuna mit dem qnftsteller Ernst Roeder der I c-ii. v. uiiji rilliug, un?, kllir in ucr 10m wenden W'mtersaison wieder öffentlich austretm. , In New Orleans hat eine Lch. rerin. Miß Dcra Miller ein Radir mcsser für Wandtafeln patcntircn lassen, für welches Patent ihr bereits S5000 geboten wurden. M Z ß Emily D i ck f o n aus Düblin hat jüngst mit den allerhöchsten Ehren an der königlichen Universität von Irland promori'rt. und so alle männli chen Mitstudcnten weit überholt. Sie stammt an- Dublin und ist die Tochlet eines Parlamentsmitgliedes. JnÄlbany. N. ?)., hat Almo, Attinson. ein vierzehnjähriges ,Mad. chen. eine hübsche Garnitur von Sou. venir-Spoons" ' entworfen, welche. 'sich zu Geburtstagsgeschenken besonders gut eignen, da sür jeden Monat passende Zeichnungen gewählt wurden. Mrs. Hannah Whitall Smith theilte jüngst aus Paris mit. , daß sich dort eintausend junge Ameri kanerinnen aushalten, die sich alle dem Studium der schönen Künste gewidmet haben. . In den Ver. Staaten soll es eine Anzahl von weidlichen Journalisten geben, welche Saläre bis znr Höhe von fünftausend Tollars ; be ziehen. . " ; , M Z ß J.-ssamy Harte.! , eine jugendliche Tochter Brct Hartcs, hat kürzlich ihr litcrarischeZ Debüt mit einem Werke gemacht, welches ZeugnilZ von schöner Begabung und lünstlerischer Gewandtheit gibt. , , In Ehina, berichtet man,' sollen scchSundfünfzig Frauen als ärztliche Missionürclbotig sein. , Mrs. Guild, eine amerikanische Bildhoucrin. bat jüngst eine Büste von Mr: Gladstone vollendet, welche sowohl , wegen ihrer Porträtahnlichkeit, wie alS" Kunstwerk von der Kritik febr gelobt wird. Ter Dame wurde nur Gelegen heit! gegeben, , die Züge des großen Staatsmanne-, während er selbst sich' bei der Arbeit befand, zu studircn. ' In Port Hur'on. Mich., hat' MrS. L, Ballentine eine fehr praktische Erfindung ,pakcntlrcn lassen, welche darin besteht, den Thüren ! der ' Back und Bratöfen Glasplatten einzufügen, so'duöwir Frauen in, Zukunft die Fortschritte unserer Kuchen und Bra ten ganz gemüthlich von Außen werden beobachten können, ohne uns dabei die Finger zu verbrennen. i.'S'lfnfrceC' Sdare die Liebe Spare das Geld ! Da Dir sonst Beide? ' Ost später noch fehlt! $ 's Der böse G e i st. A. : Also unser Freund G. Hot sich wirklich verheirathet? B.: Jawohl, vor vier Mo naten! ! A.: Er hat auch eine sehr hüb fche Frau, die sehr viel Geist besitzen soll ! Ja. ungemein diel! Ganz besonders Widerspruchsgeist! Ihre Ausrede. Ach. Sie lassen sich von Ihrem Pudel kün'en? Ja. die heutige Männerwelt ist ja so furchtbar blöde! ,

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