Indiana Tribüne, Volume 16, Number 35, Indianapolis, Marion County, 23 October 1892 — Page 7

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Unsere Ebenbilder. Sie sitzt cm Fenster, die glüÄZ ftohe Mutter der kleinen Eise. DaS Lockeuköpfchen schaut zu ihr empor und plaudert von Papa und von der Groß mutier und von Allem, was ihr in den Sinn kommt. Ihr blaucS Auge leuchtet der Mutter liebreich entgegen. Ganz Dein Ebenbild," bat die Großmutter ge sagt. So hast !Cu auch geplaudert, gespielt, gelacht." Die Mutier glaubt's, unv wie gerne. Sie ist Dir wie aus den Augen geschnitten," sagten alle Freundinnen. Das glückliche Weib trußte daö längst. Sie hatte mit ihrem ersten Blicke auf das kleine, wimMrnde Geschöpf ihr eigenes Bild gesucht, sie hatte seitdem tagtäglich jeden Zug stu dirt und jede Bewegung belauscht. Dein Ebenbild," sagte die Großmutter. Sie ist Dir wie aus den Augen geschnitten," sagten die Freundinnen. Mit jedem Tage wurde e ihr gewisser und mit je dem Morgen wurden ihre Küsse heißer, wmde ihre Liebe größer und ihre Pflege scrafältrger. Da öffnet sich die Thür und herein' slürmt ein kleiner sechsjähriger Sausewind. Schnell wirft er seine Mappe, die er seit einer Woche täglich "zweimal zur Schule trägt, auf einen Stuhl, um dann der Mutter Guten Tag" zu sagen und ibr alle feine großen Erlebnisse zu nzählen. ie tfici f Jrt il)m läHelnd zu. Ihr Gesicht strahlt in seltgem Lichte. In dem ganzen schönen Bildchen vor ih rem Auge stellt sich ihr eine andere Ge statt dar. Sie beschreibt sie sich selbst mit den Worten: Der ganze Vater." Wie unendlich oft haben sich das die Ettern in stillen Plauderstunm gesagt! Und jedes solcher Stündchen hat einen reichen Segen gestiftet. Es hat nicht nur die beiden Elternherzen enger ;usammcngeführt, sondern, und das ist ihr größter Segen, die Liebe zu den Kindern zur reinsten, und höchsten Flamme entfacht. Wir stehen hier vor einer der folgen, reichsten Erscheinungen im Leben des ganzen MenZchengeschlechteS. Kann e5 eine Erklärung für die Elternliebe geben, so ist es die : Es ist unser, es ist mein, es ist Dein Ebenbild." Wo diese Wahrnehmung fehlt, da stellen sich so leicht jene furchtbaren GeWitter ein, die das Jugendleben vieler eigenartig besnlagten Menschen umtosten, die alle Diejenigen heimsuchten, deren Geistcsdrang auf Gebiete gerichtet war, die von ihren Vätern nicht geschätzt Wut den. Daß viele Genies u diesen Unglücklichen gehörten, ist dann begründet, daß sie sich am stärksten von ihrer Umaebung abhoben. Wären sie gewesen, wie die Väter, so wären sie geliebte und bewunderte Söhne gewesen. Aber als Genie hatten sie nicht ihres Gleichen, rst auch keine Geistesverwandten, selbst innren Eltern nicht. Darum mußten sie uch der ganze echten Baterliebe ent behren. Viel glücklicher ist da das gewöhnliche Menschenkind. Weil es sein Ebenbild ist, scheut der Vater keine Arbeit und Mühe, um die Mittel für die Erziehung feineö SohneZ zu erschwingen. Weil er fein eigenes Selbst in seinem Kinde sieht, will er es so erziehen lassen, daß es über seinen eigenen Kreis emporsteige? kann. Die Mutter erkennt sich in ihrem Kirn de viel leichter wieder als der Vater. Dies hat hauptsächlich seinen Grund darin, daß der Vater viel mehr die für Las äußere Leben entscheidenden Eigensch asten in's Auge faßt, während die Mutter sich in die rein menschlichen Eienschasten, in die Gemüthsverfassunz LeS Kindes vertieft. Deswegen findet Ne auch höchst selten gar keine Verwandt, schaft zwischen sich und dem Kinde, wab rend dies bei Vätern recht ,oft der Fall ist. Mutterliebe ist darum selten ganz ju unterdrücken. Auch den am meisten aus der Art geschlagenen Kindern gegen über bleibt sie lebendig. Aber auch sie schlägt nur rhre schönsten Flammen, wa sie sich selbst oder ihr Weites Ich im Km de findet. Tausend sache Beispiele au? em täglichen Leben beweisen das. Daß sie unser Ebenbild ist, das ist der Quell der höchsten Sorgsalt und Liebe, der letzte Grund alleS des Lieben und Guten, das die junge Menschenblume an ihrem Lebensmorgen von uns elnsaugt. Wäre sie es nicht, so wäre ihre Kindheit elnsöNnig, schmucklos und liebearm. Dann gäbe es für einen alten Menschen kein goldenes Jugendmärchen, , in dem ttvei große, helle Gestirne, Sonne und Mond gleichsam, strahlen. Dann wären wir Alle im Waisendepot aufgewachsen, vären wir erzogen worden, als hätte un,cre Wiege am Eurotas gestanden. Daß wir ihr Ebenbild waren, daö machte uns das Haus der Eltern zum Königepalaste, auch wenn es nur von niedrigem, durchlöchertem Strohdach be schirmt wurde. Das ließ uns klagen und weinen, als wir von unseren Erzeu gern scheiden mußten. Und mag ein Jüngling, dem die Seele des Hauses, die Mutter, durch den Tod geraubt ist. dem Vaterhause grollend den öiücken kehren, weil er bei dem strengen Vater kein Verständniß findet, und bitte? ihre beiderseitige Verschiedenheit bella gen, nach einem im Lebenssturm derbrachten Jahrzehnt steht die Gestalt sei nes Vaters gantz anders vor feinem Geiste. Stück für Stück fällt 'von fei. nem eigenen Wesen die jugendliche Mas 'irung ab, und er erkennt sich selbst Immer mehr als seines strengen Vaters ' aetreuesteS Nachbild. Dann lodert plötz Uch im Herzen des Mannes die ' Liebe nty VI YiJtTri3ftia.: : firnm Vlilf., fc.V lt HltllllBytV : llllll Raum fand. Er kehrt zurück und drückt den wiedergefundenen Vater" an sein erwachtes Sohnesherz, oder weint Thrä nen der Reue am Hügel des bereits Ge ! schiedenen. Sie sind bitter und süß iu gleich, diese Thränen. Zu werden wie der Vater, ist des Soh nes heißestes Begehr, zu sein ' wie die Mutter, ist der Tochter stillste Freude. - Auf diese eine Thatsache s lassen sich alle die hehren Thaten derKlndes- und Eltern hebe zurückkübren. Sre autxn erzeugt alle die unbeschreiblich schönen Bilder,die das Familienleben als die Krone der ' menschlichen 'Dasein ' hinstellt. -.r '''' ;.k r '.' . . 11,1 r ''''' -j p ,:! ;.':'i" ' " sicer öle ewe cyan aae aus eme Quelle unsäglichen Elend! heftiger Ge müthserschütterungenVundü i':!i:.ir ,, . n,:""-:!- -i1!' :' 'U!i!:!,"li ,Z. :;: iiiiii.

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Daß de? Ncine,lttchtsinnkge Wildfang ix; wie sein Vater, das allem schützt ihn oft gegen die verdiente Strafe. Der Vater gedenkt seiner eigenen Jugend, hnit : Gerade so wie ich in meiner Kindheit !" und läßt den Taugenichts

ungestraft ferne streiche ausüben. Er ttöstet sich damit : Wie er jetzt geraoe fr? ist, wie ich als Knabe war, so wird er mir sräter auch gleichen, wenn der junge Most auZgegchren hat. Jugend hat keine Tugend." Der arme Vater vergißt leider, daß er selber seine kind lichm Untugenden mit mancher harten Strafe büßen mußte, daß erst seines Baters züchtigende Liebesband aus ihm den braven und geachteten Mann machte, de? er jetzt ist. Ließe e? das nicht aus dem Auze, so würde sein Vürschchen vielleicht auch als Mann seines Vaters Ebenbild, geworden sein. Nun wird er's nicht. Sein Leichtsinn führt ihn früh dem Lasier in die Arme und läßt ihn elend werden. Ware er nicht feines Vaters Ebenbild gewesen, so hätte ihn eine heilsame Strenge der Arbeit in die Schule gegeben und ihn damit dem Leben als brauch, baren und lucklichen Wann zugekübrt. Schattenseiten der TeSlnsteirung. Eine Rheinische Dame, die sich zu ihrem Vergnügen in Schlesien aufholt, und wiederum .zu ihrem Vergnügen", die österreichische Grenze pafttrt hat. be richtet über ihre Erlebnisse in der Köl Nischen Volkszeitung", diesmal aber zur Warnung des reisenden Publi kums". Der Brief. aus Halbstadt. 30. August datirt. schildert die Schot tensetten der Desinsccticn" in nach stehender Weile: Sonntag, den 28. August d. I.. reisten wir vom Vad Warmbrunn in Schlesien ad. besuchten am Montag Aoersbach und Wcckeksdorf und über achteten von Montag auf Dienstag in Friedkand. Heute, Dienstag Morgen, reisten wir gegen 9 Uhr von' Friedland über Halbstadt, um nach Brauna und späterhin nach Reinerz zu gelangen. Halbstadt ist Grenzstation und gehört zum Eifcnbahnbezirk Vrcslau. In Halbstadt angekommen, mußten alle Nei senden aussteigcn. Sosort be mchtigten sich Vahnbeamten unseres Gepäcks. Alle Reisende wurden in einem engen Raume eingeschlossen und desinfici'rt. Nach geschehener TeZinsec tion wurden wir mir selbst war übel bis zum Erbrechen geworden wieder auf den Bahnsteig gelassen. Haben Sie Geväckstücke, so öffnen Sie dieselden", befahlen uns die Bahnbeamten. In der Meinung, die Zollrevision weide nun stattfinden, öffneten wir unsere Koffer und Neifekascheir mit dem Ve merken: Wir führen keine steucrpflich tigen Sachen mit." Das Gepäck muß desinsicirt werden", gaben uns die Beamten zur Antwort. ' Werden ton: denn auch noch mit unserm Zug? weiter kommen?" fragten wir, woraus die ' Antwort lautete: Nein, der Zna wird gleich abacben. und bis dahin sind wir noch nicht fertig. Sie müncn hier drei Stunden warten. dann geht der nächste Zug ab." Machte uns bieicr Bescheid schon lehr verdrieß lich, so wurden wir aber ganz entrüstet. als erntete Beamten uns bedeuteten: Ihre Gepäckstücke werden bei der Des insection gänzlich ruinirt werden." Koner."kclsetalchen. Mäntel, schirme und jegliches Handgepäck wurden nun in den Tcsinfcctirttöapporat cingeschlof fen und eine Viertelstunde lang einem Dampse von hundert Grad Wärme ausgescht. Endlich wurde der Kasten geöffnet: aber welch' ein Anblick bot sich unsern Augen dar. Ni; und glühend beiß kam jedes Stück heraus: unsere Sachen waren kaum wieder zu erkennen. An kostbaren und werihvollen Lcdr koncrn war das Seder ganz zusammen geichrumpst. und t hatten lhre urivrünaliche Farbe und Form verloren. Die Lcdcrqriffe an meiner Tasche sielen wie, Zunder in Stücke; eine schwarze Lcdertaschc war auscinondera?borllkn. die Tragriemen zusammengeschrumpft und bröckelig wie vcrbranntks Papier. Und nun erst der Inhalt der Koffer! Auf dem Boden des Bahnsteigs leg ten wir denselben zum Trocknen aus einander, Bücher, OperngloZ. Schuhe, ein werthvoller Pelzkragen, kurzum, alle Lcdcrzeug war total verbrannt und gänzlich unbrauchbar geworden. Helle Mcuffclin.KleZdcr. .Plaids. Wa schestückc, Mntel, alle? naß zum Aus. ringen, über und über voll Flecken, fast nicht mehr zu erkennen. Erst nach einer guten halben Stunde wie man uns einen Raum an. wo wir die vollständig verdorbenen Kleider auf Stühle zum Trocknen hangen konnten. Wir mußten im?, da die Taschen und ttsffer meist unbrauchbar geworden waren, in der Stadt Packpapier und Bindfaden kaufen, um unsere Kleider. Wäsche u. k. w. einpacken , zu können. Wir reisen zu Zweien und uns Bei den sind Sacken im Werthe von mehre rcn Hundert Mark durch diese Tcsin. fcction verdorben worden. Ohne Wi dcrrcde hatten wir uns dieser unterworfcn, weil wir die Nothwendigkeit derselben einsahen ; Kötten wir ober gewußt, daß in Halbstadt die Reisenden solcher Procedur' sich unterwerfen muß ten, so hätten wir unsere Reise nicht fortgesttzt, fondern wir wären aus deutschem Boden wieder umgekehrt. ohne " die Grenze zu berühren. Ich fragte den Stationsvorsteher in Halb stadt, od Station FrZedland keine Kenntniß von , dieser Maßregel gehabt habe, worauf derselbe mir zur Antwort gab : Gewiß. Montag .Nachmittag fei es dorthin gemeldet worden." ; Nun frage ich : Warum wird den Reisen den leine Mittheilung von einer derortigen Verordnung gemocht ? ' Dazu ge. n ü 31 ein B lo t t Papier mi t der A u f. schrift : In Halbstadt werden die Reisenden und lhreMepackftucke ficirt." Diese? Papier, an einer in d,e Agen sauenden Stelle des Bahn

hsfeS aufgeklebt, wäre hinreichend ge- vergebenen hohen Officier an maßgewe,en, uns und manche andere Reisen bender Stelle aarn correct bekunden.

den vor solchem Schaden zu bewahren. Zveitens frage ich : Was heißt desinsiciren? Dieses, soll doch wohl nicht

heißen ..total verdarben und unbrauch' j bar machen." Dann könnte man das

I Gepäck ja ganz verbrennen und die Feuerversichsrungs.GeseiZschaftenlämen alsdann rielleicht für den Schaden Der Nachlaß des EeizhalftS. Der Rentier Jobl. der kürzlich in feiner im Haufe Mühlenstraße 15 zu Pankow belcgencn Dachwohnung als Leiche gefunden wurde, ist schon am nächsten Tag beerdigt worden, weil die ärztliche Untersuchung ergab, daß ein gewaltsamer Tod ausgeschloffen sei und sich aus der hochgradigen Verwesung schließen ließ, daß die Leiche schon mindcstcns sechs Tage gelegen haben müsse, bevor dieselbe entdeckt wurde. Die Be crdigung erfolgte in einer Nasenquetsche", denn Verwandte und über das etwaige Vermögen verfügnngsb rechtigte Personen waren vorläufig nicht vorhanden und auch daS Vermögen war noch nicht ermittelt, denn Niemand konnte ahnen, wo sich dasselbe in Verwahrung befand. Die Gemeindebchörde. welche den alten Mann mit 240,000 Mart zur Besteuerung Hera' gezogen hatte, ließ vorsichtigerweise so fort nach Entsernung der Leiche die Wohnung unter- amtlichen Verschluß bringen. Am Sonnabend begann die Jnvm taraufnahme, die gestern noch fort' dauerte, obwohl nur Lumpen und Pa Vier in der Wohnung zu sehen sind. Das bisherige Resultat der Inventur ist ein überraschendes. In der alten Mlt Lumpen und Papier ausgefüllten Eierkiste, welche dem alten Manne als Lager diente, wurden süns Portcmon naieZ gesunden, das eine enthielt ein Zehnmarkstück, daS zweite ein Fünf Markstück, das dritte einen Thaler, das vierte zwei Mark in 10-Pfennig- und das fünfte eine Mark in 2-Psennig' stücken. Es scheint demnach, daß Johl für jede an ihn herantretende Geldfor derung ein besonderes Portemonnaie besaß, um niemals mehr Geld sehen zu laffcn, als er im Nothfalle gebrauchte. In der zweiten Stube lagen Berge von Lumpen und Papier in solcher Menge,wie etwa bei einem Produktenhändler. Dieselben waren aber, wie schon er wahnt, sorglich aufgeschichtet, jede Schicht wie mit dem Lineal abgemessen durch schmale Gänge getrennt. Diese Lumpenhaufen erseZten dem mißtraui schen Geizhalse das eiserne Geldspind. Für 300.000 Mark Mecklenburgischer Eisenbahn- und Straßenbahn - Aktien sind bereits aufgefunden worden, fer ner ein fußhoher Berg theils noch gilti gcr, theils schon verfallener Kouponbogen. Da alle diese Schäde in alte Lumpen eingewickelt oder einzeln in alte Zeitungen zwischen die Blätter gelegt waren, wird jeder Lumpen, jedes Stück Papier auseinandergcwickclt oder auch zertrennt, weil die Möglichkeit nicht ausgeschloffen ist, daß pchoh mehr Schätze finden. Deshalb dauert die Inventur so lange Zeit. Charakteristisch sind einige Funde, die nebenbei gemacht wurden. Es war schon früher bekannt, daß der alte Sondcrling ein enragirter Weiberfreund war und für fein Leben gern noch an seinem Lebensabende gchcirathct hätte. Kaum ein Jahr ist es her, daß er einer Büffctmamsell auf dem Stettiner BahnHose die Ehe antrug; er versprach ihr alle Schäkc der Welt, nur stellte er. die eine Bedingung, daß er so weiter leben dürfe, wie er es gewöhnt sei. Er wurde natürlich ausgelacht, in dem armscl!gen Greise sah Niemand den reichen Mann. Zwei Jahre vorher tzatte ein dralles Dienstmädchen eingewilligt, feine Frau zu werden. Eine prächtige Ausstattung war bereits gesaust und in ihren Besitz gelangt, ebenso ein Trauring, zu welchem drei Dukaten verwandt worden waren. sie ging damit durch, ließ den alten Mann sitzen und heiraihth einen jungen. Außer dicjeii durch Zusall bekannt, fanden .sich wohlverpackt ein , halbe Dutzend weißer Taschentücher mit bün ten Rändern, ein WbeZ Dutzend bunte Taschentücher, zwei Oberhemden und eine Menge Mnder-Spielsachen, die gar aus der Originalverpackung herausgekommen, geschweige denn benutzt worden waren. Hemden trug der Mann überhaupt nicht, was hätten ihm auch dann die Taschentücher genutzt? Er hat augenscheinlich die Sachen nur gekauft, um eine Anknüpfung m!t jungen Verkauserinnen zu suchen. Daß der Mann Erben hat wenn auch vorläufig noch unbekannte sieht fest. Denn außer seinen im ungarischen (nicht speciell österreichischen) Heere als Officiere dienenden Brüdern hat sich vor längerer Zeit eine Verwandte im Hause beklagt, daß sie den Mann um ein Darlehen für ihren Gatten in Höhe von hundert Mark gebeten hatte und daß ihr Johl eine fürchterliche Szene gemacht habe.. Er habe gesagt: Ihr wollt mich, wohl um mein Geld dringen und mich ruiniren!" und habe, sie ohne Weiteres mit einem Pistol in der einen, mit einem Säbel in der anderen Hand zur Thür hinaus gescheucht? Jetzt dürfte das geflügelte Wort von dem flachenden Erben" wohl zur Wahrheit werden. y:j--::':'t General Dragomirow. " General Dragomirow'S Name, der ,chon so. oft: i it Kr i c g n?i e y r i e te h 5 ; zeiten genannt wurde, ist, in Rußland wieder einmal, in aller Munde. Doch diesmal war es nicht einer seiner origincllcn TagcZbesehle a !a Suworow, der o ie redclustigen Zungen Petersburgs in l Bewegung setzte, sondern. . . .! Nun, die einen wollen wissen, ihm sei plötzlich von oben her ein Wink ertheilt worden, seinen Abschied einzureichen; die andern dagegen behaupten so ungefähr daS gerade Gegentheil: datz nomluh ragov;?ni'S 9WfcrtMpn rtrtfn finpn thm im während ein entschieden nicht correcter, weil grober .Brief. Dragomirow'S an

den Wegsminister dem Verfaffer nicht werter de, anders nachgewgen wurde.

2.'can ti verstieg? dcernoiicic Commandeurs des liewschcn Militär bezirks in .Petersburg bereits gewohnt. Wie der Kölnischen' Zeitung aus Petersburg geschrieben wird, dürfte du Wahrheit ungesähr in der Mitte liegen, und die Vorgänge sich in nachstehender Weise abgespielt haben: Nach der Erzählung eines hervorragenden Militärs hatte General Trago:mrow in Ersah rung gebracht, daß die Frau jenes eingangs erwähnten, ihm unterstellten hoYen Officiers die Adjutanten ihres Ge mabls zu allen möglichen besondern Aufträgen", besonders die Dame ist schöngeistig angehaucht zum Abschcei'dm ihrer Gedichte, Novellen. Erzähkungen u: s. w. ausnutzte, kurzum, die. Herren mehr als ihre Adjutanten betrachte uns dementsprechend in Ansprach nebme. Aergerlich hierüber stellte deshalb General Dragomirow den Gemahl der Dame zur Rede und legte ihm schließlich. als es dabei zu scharfen Eröricruugen kam, nahe, das beste wäre, wenn er seinen Abschied einreiche. Der Jntcrpellnte befolgte auch sofort diesen Nath. setzte aber in seinem Abschieds gesuch ausführlich die Gründe ausein-, ander, durch die er zu diesem Schritte gezwungen worden war. Der Kriegs minister General Wannowski wowe den Officier gern der Armee erhallen. Er schrieb privatim in diesem Sinne an General Dragomirow. Die Antwort des letzteren siel aber dermaßen ablehnend, d. h. so schroff aus, daß General Wannowski nunmehr dem Kaiser von der ganzen Angelegenheit Meldung machte. Aller Wahrfcheinlichkeit nach wird die Sache durch einen Machtspruch des Kaisers beigelegt werden, vielleickt auch schon jetzt beigelegt sein. Ein Schatz. Niüt oft wird eine Nation nam Ner. lauf von unoekäbr drei abrmrnderten !

in die Lage perfekt, einen Schatz ihres , schloß ich. mir einen vergnügten, freien Königshauses zurückzukaufen. Vor Tag zu machen und der feierlichen Hinneun Jahren bot ein Spanier in Pa- richtung der jungen Dame, welche auf ris einen emaillirten goldenen Pokall einem kleinen teranischen, reizend gelevon wunderbarer Schönheit, aber i gcnen Dörfchen (village) vor sich gehen gleichzeitig so frischem Glanz, zum Ver- WUte, mit beizuwohnen. Vielleicht, so kauf an. daß alle Sachverständigen sagte ich mir, mspirirt Dich dieser Vordenselben für modern erklärten. Nachsang zu irgend einer genialen Idee, verschiedenen vergeblichen Bemühungen aus der Tu dann Dein verlorenes Cabot der Spanier durch Zufall dem Ba-! pital wieder herausschlagen kannst, ron Jerome Pichon den Becher an. der ' denn durch bie. vcrflirtcn Nigger hast

als Sammler akter kunstvoller Silber gegenstande bekannt ist. Dieser zeigte sich anfangs zurückhaltend, aber nachdem er eine Inschrift auf dem Pokal copirt hatte, führte ihn seine BelesenI,. i Vf. . r l heit aus die Spur und er erwarb das historische Stück. Die lateinische-In-schrift nennt den Eonnetable Johann elasco, und erinnert an dellcn Gesandtschast nach England. Indem der Baron Pichon diese Fährte verfolgte, entdeckte er, daß Veläsco einen Bericht über seine Gesandtschaft nach England hatte drucken lassen, wohin er im Jahre 1604 geschickt war. Die'rcichen Gnädenbezeugungen, mit denen der spanische Gesandte zurückkehrte, schienen den Beweis zu liefern, daß König Jacob mit den Abmachun gen zufrieden war, jedoch, wie Vclasco jagt,' nahm er diese Geschenke aus' den Schätzen seiner Vorfahren". Diese waren von großem Werth und enthiclten. wie der Gesandte weiter bemerkt, eine große Menge Gold und Silber, rclcy emallllrt und jeyr chwer, vorz allem aber drcr Pokale, von denen einer sehr alt, mit Emaille und Figuren von Heiligen verziert war". Baron Pichon erkannte, daß der fragliche Becher der letztere sei: fernere Untersuchungen bestätigten seine . Anncht nnh bewiesen, daß Velasco das Kleinod einem Kloster in Burgos 1610 geschenkt hatte. Das herrliche Stück fand sich in den Inventarien der englijchcn Könige verzeichnet als: VsmaiU de ja. Vie de Sainte Afifnes. Karl V. von Frankreich (f 1380) hatte das Kleinod anfertigen lassen. Dieser König war am 21. Januar 1337, am Tage der h. Agnes geboren und zeigte stets eine große Verehrung für seine Schutzpatronin. Die Figuren dieser Heiligen in verschiedenen Scenen sind meisterhaft ciselirt. Durch eine Nationalsubscriplion. an deren Spitze die ersten Aristokraten Englands stehen, ist der Becher um d!N Preis von 100,000 Mart für das Britische Museum erworden worden. V o r zw anzi g ' I ah r e n ward in Spanien ein Mann ermordet und beraubt. Der Mörder. Namens Jgnazia Sanchez. entkam infolge der im . Lande herrschenden Unruhen und wandte sich nach Algier, , wo wan seine Spur verlor. Nun hatte sein Opfer einen Sohn in zartem Alter hinterlassen, welcher. Mann geworden. , auszog, seinen Vater zu' rächen. Nach vierjährigcm Suchen traf er,' wie der Köln. Zeitung aus Tunis berichtet wird. I nunmehr in den Straßen der Stadt Vel-Albas (im westlichen Theil der Sahara) einen Mann, ; welchem zwei Fin ger der rechten ' Hand fehlten, und gerade dies ein Merkmal, welches den Sohn bei seinen Nachforschungen lcitcte. Auch die übrigen Verhältnisse sprachen dafür, daß der Gefundene der Mörser sein konnte; er ließ ihn verhasten. und obgleich Anfangs alle Schuldbeweise fehlten, , so gelang es doch, sie nach und nach herbeiubringen. Und so wird v or den nach sten Ässisen ein Missethäter zur Bestrafung herangezogen werden. , , de? schon längst eine Sühne seines Verbrechens nicht mehr befürchten zu müssen glaubte. 1 ,, Einf a ch. Vater lWittmer. zum Sohn): .Was sagst Du zu einer Verbindung mit der reizenden Gutsbesitzerstochter Hohenwald? DaZ wäre eine Partie für Dich.- Sohn: .Nein. ich will ledig bleiben.- Vater: Gut. dann werde ,ch sie hetrathen!

Die ttittdeömörderln.

Älne,. mehr att amerikanische Geschichte out dein südlichsten TexaS. Wie Sie Alle wissen, meine Herren," erzählte kürzlich der alte deutschamerikanische Cubik - Millionär Mr. Rodamontado (sein Name klingt wohl nur deshalb etwas spanisch, weil er sich auch längere Zeit im nordlichen Südamerika 'ausgebalten hatte) wie Sie also Alle wissen, pflegt man sich jenseits des transatlantischen - Oceans seine Reichthümer stets nur durch übergroße Genialität zu erwerben, man muß dabei manchmal aber auch eine sehr ernste Schule durchmachen, wie Sie sofort sehen werden. Ich selbst war nämlich dazumal kurz vor dem Ausbruch des großen Sklavenkrieges ein mehr wie armes Luder., Ich hatte dummer Weise an der Ncgerbörse schwarze Scheusale a la hausse gehandelt, und da nun also die Besmungs' kriegt schon in Aller Munde waren, ' so stcl der Artikel rapide und kein vcrnünstigcr Mensch wollte schließlich für den schönsten Eongo-Nigger auch nur einen halben Dollar geben, ein Preis, für den man höchstens Talgaus der Gesellschaft hätte herausbratcn kön nen! So war ich also um mein ganzes erspartes Vermögen gekommen und ich mußkc nun natürlich darauf sinnen, wie ich dasselbe auf irgend eine schlaue Weise schnell wiedergewinnen könnte. Grade mn hicse Zeit hatte sich nun eben dort unten im südlichen Tezas, wo ich mich seiner Zeit zufällig aufhielt, etwas geradezu Haarsträubendes ereig net. Eine bildfchön? Mulattin, (Tochter eines weißen Vaters und einer coulsurten Mutter) hatte nämlich ihre neunzehn Kinder, darunter drei Zwillingspaare, mit dem damals noch gänzlich unbekannten Strychnin umgebracht, und da mich als ursprünglich verflössenen Ättdumer d'.eje Thattache naturgcmäß hervorragend intercssirte, so beDu Dein Geld verloren, durch sie wirst Du es au.ch wieder gewinnen. Gejagt, gethan. Ich fuhr also hinaus und hatte denn auch das Glück, der Hinrichtung aus nächster Mhe mit bei . f Vnrtfi. IX X V lirAlln.M f- 1 f V zuwohncn und den prächtigen, brakn farbenen Kopf direct vor meinen eige nen Füßen in den Sand rollen zu sehen. Richtig! In demselben Augenblick, wo dies geschah, kam mir auch bereits ein sublimer Gedanke und rasch entschlössen wie wir Deutsch - Amerikaner alle lind, gurg ich denn auch sofort an die Ausführung. Wenn Du, so überlegte ich mir, dieses berühmte PrachttiV.Jk :i..Tm (M4. .". s. . n iuu iuMiiuj un xjiu? uniiyvii iüuiuch und damit in die nächste größere Stadt zögest, um es dort für Geld sehen zu I lassen, so könnte Dir das manchen . schwcrwichtlgen Dollar einbringen und Du wärest' schön heraus denn die Sache ist gegenwärtig im höchsten Grade actuell"; die dunkelfarbige Schönheit hat sich ein wohlbcgründetcs Renommee erworben, und scnfationsdurstig, wie die amerikanische Bcvölke rung 'nun mal ist, wird man sich sicher darnach drangen,' die persönliche Bekanntschaft dieses abgehauenen Schädcls zu machen. Die' Idee wäre also nicht schlecht. - In der nächsten halben Stunde hatte ich venn auch schon für den billigen Preis von einem Dollar und fünfu'ndsiebzig Ecnis dem Schartrichter das prächtige Mednsenhaupt abgehandelt, mir einen prächtigen Glashafen und zehn Liter vom besten Spiritus dazu gekauft und fuhr nun seelenvergnügt mit meinem Schatz nach Naslzville, um mein neu5s Geschäft in Angriff zu nehK. r lS'n . ? k men. cy mreiyele mir zu oiezem Zweck einen kleinen, augenblicklich leerstehenden Barbierladen, in dem etwa zwanzig Personen Platz finden konnten; denn ich wollte mir nicht so große Unkosten auf, den Hals laden und meine Existenz auf sicherer Basis begründen; dann ließ ich mir ein riesengroßes Pla kat bauen mit der Inschrift: . Hier ist zu sehen, wie der wirkliche, elegant abgehauene, plastisch - schöne Kopf der berühmten , Kindesmörderin Nelly Black, frisch hingerichtet und vorzüglich erhalten. Eintrittspreis Dos lar pro Person. Kinder die Hälfte. Hunden und Niggern ist der Zutritt untersagt." K - : - Das Plakat ; zog mächtig. Kaum hatte ich , meinen Laden zehn Minuten geöffnet, als auch bereits ein baumlanger Vankce als der erste Gast mit ernster, verchlossencrMiene eintrat, pünktlich seinen halben Dollar erlegte und nunmehr vor die interessante Spiritusflasche geführt zu werden wünschte. " ' Aber was war denn das? Des Kopfes ansichtig werden, mit einem lauten Schrei vor dem Glashafen nieversinken und unter strömenden ThränenUdieH, Worte U aus brechen : Mein Kind! Mein Kind! Mein einziges, unglückliches, ach und leider auch so vermorfenes Kind!" war das Werk des jmchsten'ÄügenblickSW Ich muß aufrichtig gestchen, meine Herren," meinte hier der brave Mr. Nodamontadero, als er. von der Rückerinnerung augenscheinlich total über wältigt, einen langen Zug aus seinem Grogglase that, ich muß aufrichtig gestehen, obgleich ich sonst grade keine sensible Natur bin, diese Scene fuhr mir bis ins innerste Mark. Um des Himmelswillen, Mann, wag haben Sie denn?" " rief ich. Was ist Ihnen, find Sie wirklich der Vater dieser Un 3:ückKchn?'U,!;ji! ß'G

Der Acrmste brauchte lange Zeit, ehe er mir mit vor Schluchzen unterdrückter Stimme antworten konnte. Jawohl," meinte er dann, ich bin es! Bin der elendeste Vater, den die Erde tragt, denn ich habe nicht nur mein einziges Kind, nicht nur meine herzlieben sämmtlichen neunzehn Enlelchen verloren, sondern ich sehe mich selbst und meinen guten, ehrlichen Namen nunmehr auch der öffentlichen Schande preisgegeben, indem jeder Lump für :incn halben Dollar jetzt mit Fingern auf mein eigen Fleisch und Blut zeigen kann. O iie, Sie. wenn Sie wüßten, was jetzt in meinem Innern vorgeht!" Wie gesagt, meine Herren, .ich bin sonst nicht weich müthig; als ich dies aber mit ansehen mußte, traten mir Doch die Thränen in die Augen. Es Dauerte recht lange, bis ich den armen, elenden Vater in seinem schmerz etwas aufgerichtet hatte, schließlich gelang es mir aber dennoch durch gütliches Zureden. Mr. Black. sagte ich, denn so mußte er ja hüßen, wenn er der Vater meiner berühmten Nclly Black war. .,Mr. Black. Ihr Unglück geht, mir zu Herzen, tief zu Herzen, sehr tief! Sie werden es mir als Geschäftsmann aber nicht übel nehmen, wenn ich Ihnen einen glatten Vorschlag mache: Ich habe nämiich d:n Kopf Ihrer geehrten Toch-

ter um netto tausend Dollar kaufllch erworben. Geld daran verlieren kann ich nicht, so bin ich nicht situirt. Wollen Sie mir daher den Betrag zurückzahlen, so können Sie den Kopf meinethalben behalten und ihn anständig bestatten las scn, wie das Ihrem Vatcrgefühl doch jedenfalls am meisten entspricht. Er steht Ihnen für diesen Preis sofort zur Disposition." Der Z)ankee blickte mich tiefernst an. Dann erwiderte er , langsam und ge dehnt: Sie sind ein edler Mann, ein deutscher Mann, wie ich an Ihrer Aussprache höre und Ihr Anerbieten ehrt mich und Sie! Aber ie haben sich in mir geirrt. Ich bin nicht der Mann, für den Sie mich halten. Ich besitze keine fünfzig lumpigen Dollars, geschweige denn tausend! Alles, w'as 'ich habe, ist eine einzige letzte zwanzig Dollarnote! Wollen Sie dieselbe nehmen und mir dafür das theure Haupt meines einzigen Kindes überlasscn, so soll es mir nicht darauf nkommen, mich sofort dieser meiner letzten Geldmittel zu entblößen, denn für mt'u ncn ehrlichen Namen und mein armes Kind isi mir kein Opfer zu groß!" jtad was soll ich Ihnen sagen, meine Herren," schloß Mr. Rodamontado seine Erzählung, ich ließ mich in meiner Weichherzigkeit und in meinem Edelmut!) auf den Handel, bei dem ich ja immer noch circa fünfzehn Dollar netto verdiente, ein und gab dem tief gebeugten Vater den Hauptbestandtheil feines einzigen Kindes wieder zurück. Als ich aber am Nachmittage dcsselhcn Tages zufällig über den Marktplatz des Städtchens Nashville schritt, da sah i-h zu meinem aerinaen Strecken an Mnem a?o5en. leeren Kaufladen ein Dreimal' so großes Plakat angeschlagen i . r ! is., s t. i das denselben Inhalt trug, wle das meinige: Hier zeigt der schlaue Yankee Das Haupt seines einzigen giftmörderischen Kindes" für zwei Dollars Eintritt Person! So macht man in Amerika Geld, meine Herren! Ich habe mir diese Lehre später gcmerlt. Eduard Jürgensen. Zu rührend. Von Aleris Bouvier, dem dieser Tage verstorbenen Romanschriftsteller, erzählt d.'r Pariser Ch.'Lni.zucur Aurelien Scholl folgende Anekdote : Von Haus aus Bronze-Zisclirer. blieb Bouvier seinem Berufe treu, als er schon einige Erzählungen im rührseligen Voltstone veröffentlicht hatte. Villc. messant hatte diele gelesen und entschloß sich, Bouvier für ' sein Blatt, den Figaro", zu gewinnen. An den: Tage, da die erste Erzählung, eine dramatische Schilderung des Arbeiterelends, im ,Figaro" erschien, vergoß man Thränen'auf der Redaktion des Blattes und nicht nur dort, sondern auch beim Frühstücke im nahen Eafe des Varietes und endlich des Abends bei einer ersten AufFührung im Odeon-Theater. Bringen Sie mir alle acht Tage so ein Geschicktchcn, sagte Villemesjant zu Bouvier, Sie bekommen dasür je 100 Francs. fcrrtAlVM 5cksl??Nl5i 5a VVUVIVl lv v w - -y w ff schlagende Wetter", eine Minenervlo - J7 ... w VV: sion mit all' ', ihrem Jammer. Der Kerl, sagte Villemessant, versteht es . i" 'f t iS . , ... Jt. oeroammi gur, oie eure zu paaen. ZllS aber die dritte Novelle kam ater Mid Mutter unbekannt", ein Kind, das aus dem Pariser Pflaster lebt, sich von den Abfallen des Hallermarktcs nährt, da rief Villemessant Bouvier im lZafe des Varietes zu ; Hören Sie, mein Junge, genug der TodtengräberGeschichten, sonst muß ich den Figaro" noch schwarz einrahmen zassen z außerdem , mag ich auch nicht an einem beStimmten Tage flennen." Böse Buben von Bam berg hatten mittels nachgemachten be i r a,..? .:. oi.': sirksamtlichen Anschreibens einen Bür zermeister der Umgegend zur umgehenöen Berichterstattung über die lekte Nondfinfterniß aufgefordert. Das war aicht hübsch von ihnen. Treu und bieder kam der Herr Bürgermeister der Zlusfordcrung nach; die ihm vorgesetzte Behörde aber leitete Untersuchung ein, und die Spaßvögel werden sich jetzt wezen Urkundenfälschung zu verantwortenabenlHAzZIA UE in Kennzeiche n. In der Vendarmerie eines französischen LandMdtchens ) ist dem Bürger X. ein Paß mit folgendem Signaliment ausgestellt vorden: Haare und Augenbrauen: schwarz; Augen: braun; Stirn: geVöhnlich; Krnn: rund. Besondere Kennzeichen : sieht seinem Vater sehr tnlict).-;!!

Malaische Lieder.

In den hellen Nächten, wenn Ht Eingeborenen Japans, im Mondllcht kauernd, über die glitzernde See lauer' ten, hörte ich sie zum ersten Male singen so schildert Gertrud Tanne int Hamb. Korr.", was sie feinfühlig den Malaien abgelauscht zene schlichten Volkslieder, deren unzählige sich finden, mit immer neuen AbwandelunzeN, je nachdem die Stimmung sie cwgiebt,' jene sanften, eintönigen Melodien, die Jedem, der sie einmal in ihrer Heimath gehört, die ganze Herrlichkeit der tropischen Mondnacht vor die Sinne zau bern. Der Eamelau, ein japanilches Musikinstrument, mit dem sanften Ge klinge! seiner silbernen Glöckchen er tönt; Männer und Frauen sitzen im Kreise beisammen am Wege, die Me-latti-Blüthen, indischer Jasmin, mit denen die Frauen ihr Haar gcschmücki duften berauschend, und die Schaar der Millionen Grillen zirpt ein leidcnfchaftlickzeö Liebslied. Das ist die Zeit, wo man das malaiische Volk belauschen muß; da offenbart sich seine Eigenart, da tritt sein innerstes Leben ans Licht: die Volkssecle wacht auf und redet ihre Sprache. Da ist kein Schreien, kein Lärmen zu hören, wie bei uns (ivilisirten, wenn der Mann aus dem Volte sich ausruht und genießen will. Sie reden in lei? sem Ton mit einander und pflegen eine eigenthümliche Art der Unterhaltung: in Sinnbildern besprechen sie Personen und VerhUtnisse. so daß dem Uncingeweihten der Sinn ihrer Rede kaum vcr ständlich ist. Diese sc 't? amen Sch uzrt den nennt der Malaie sinckir"; eine charakteristische, echt orientalische Rede weise, die die Dinge niemals hüm rech ten Namen ncnut sondern Alles ver blümt, in anmuthiger, bildreicherForm ausspricht, dieselbe Art, wie wir sie in böchster poetischer Vollendung in der Sprache der Bibel wiederfinden. Solche Gespräche aber sind oft voll Humor und feinem Witz. Da sitzen cm paar Kampoug- (Dorf-)Bcwohncr beisammen und reden mit ernsten Mienen über ein Reiskorn, wissen aber ganz genau, daß sie einen bestimmten Menschen damit meinen, dessen Schicksale und Verhältnisse sie auf diese vergleichende imnmld liche Weise charatterisiren. So die Alten; die Jungen bilden eine Gruppe für sich, und aus ihrem Kreise tönt Gesang. In poetischer Wcchsclredc singen sie das ewig alte Lied der jungen Liebe. Wenn Zwei dort zu Lande sich lieben, sein Dritter merkt es ihnen an. Die malaischen Mädchen cotettiren auf feine Weise, und die Jünglinge verbergen ihre g!ü henden Gefühle' unter einer stillen Maske, kaum ein Blick flieg! von dem Einen zu dem Andern hinüber. Im .,pautun" aber kosen und plaudern sie singend mit einander. Das rantun ist der Name für das malaische Volkslud, das in stets gleicher Form, eine Wcchsclrcde zwischm Mann und Weib, wie eben bei jedem Naturvolk, nur dle Liede der Geschlechter unter einander behandelt. Tiefer Licbcslicdcheu gibt es unzählige; ein jedes Liebetpaa? dichtet neue oder verändert die altbekannten nach seiner Weise, sie den persönlichen Verhältnissen anpassend. Diese pantmi sind der Form wie dem Inhalt nach am besten mit unseren Schnadahüpfcrln zu vergleichen; diese wie jene verflechten, in Gleichnissen redend, die Dinge in der Natur mit dem mensch' lichcn Leben. Hadji Ali. mein Lehrmeister in der malaiischen Literatur, ein Priester und Schneider zugleich, hatte ein Töchterlein, ein Mädchen von dreizehn Jahren, halb Kind, halb Jungfrau. Man hatte sie verlobt mit einem der jungen javanischen Arbeiter, die auf d:r Plantage beschäftigt waren, und eines Abends es wurde gerade das muhamedanische Neujahrsfest gefeiert stellte man das Kind als Braut vor. Das zarte Geschöpfchen mit den kindlichcn Formen, das gestern noch mit den Kleinen und Kleinsten im staube des Weges gespielt hatte, erschien h:u!e im vollen Schmuck der Braut. Sie trug einen prachtvollen dattilc-saron, eine lange cafca)-a. (Jacke) leuchtete von dem zierlichen Kinderhalse und im schwarzen Haar, das gestern beim Spiel noch lose um den Kopf flog, heute je doch in einem sittigen konde seinem im Genick aufgesteckten Haarknotcn) aufgesteckt wan Mclatti Blüthen schimmerten darin und wettciserten an Elfendeinweiße mit dem mattgepuderten . t Geiichtchen aus dem wedunke n Augen V ."..iif : J. j,ATirt fiivnrt,r mit den künstlich gezeichneten schwarzen Rändern wunderbar scyeu una ooea verlockend hervorleuchteten. Unbeachtet stand die Kleine umher. Erst spät in der Nacht, als das Geräusch des Festes verklang, sand ich das Brautpaar wieder in einer Gruppe junger Leute, singend. ' Da saß die kindliche Braut und sang mit einem Nachtigallenstimmchcn die zärtlichsten, leiden schastlichstcn Liebeslieder. Als König Friedrich Wilhelm III. von Preußen einst die Teplitzer Heilquelle- gebrauchte, wurde ihm auch ein alter ungarischer Oberst hnrnlH Ctfhiitsi tnitnpmslsfti?f i vorgestellt ' c i. : fragte der König in seiner kurzen Weise. Gewitzt Majestät. verfemte der Oberst, habe ich doch schon uutcc U'' , ....n . Maria Theresia Pulver gerochen.' Sind wohl schon, sehr alt?" svrichte der Monarch weiter. Na ja. bin ich vielleicht so an die sechzig! oder siebzig. war die Antwort. t Vielleicht i" rief Friedrich verwundert, das müssen Sie doch genau wissen: in diesem Alter 'zählsman'selneJahre Majestät, zähl' ich meine Pferde, mein Geld, meine Sporenstiefel. wozu soll ich zählen meine Jahre ? Die stiehlt mirNiemand"!ZL es denn wahr, daß Dein Bräutigam so witzig ist?" Oh. enorm, sage ich Dir, ich befürchte sogar, er hat sich blosSpaßcS halber mit mir verlobt!"

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