Indiana Tribüne, Volume 16, Number 35, Indianapolis, Marion County, 23 October 1892 — Page 6

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TerHoÄZeitSfratk.

Humoreske. Himmel! Tiefer elende Schneider kann einen Menschen verrückt machen! rief Henri Winklcr verzweifelt aus, wußte aber noch nicht recht, ob er sich ärgern oder lachen sollte. Er durchschritt beim Sprechen das Zimmer wie em gefangener Lörve. Armer Kerl! Sein Äerger nrnr freilich berechtigt genug. Mit frisirkem und parfümir lern Kops, mit den elegantesten Lacksiiefeln. tadelloser Wäsche und gesticktem Obe.rhemd durchschritt er unruhig das Zimmer. Aber weiter geht die Schis derung seines äußeren Menschen nicht; denn der Schneider, der langweilige, unzurerlassige Kerl, hatte ihm 'in Stich gelassen. Henri WinZler verheirathete sich heute Punkt 12 Uhr mit seiner geliebten Aurelia in einer der schössten Kirchen. Tcr Schneider hatte ihm um 10 Uhr den Anzug versprochen, und nun warZ 12 und Herr Winkler stand von oben bis unten tadellos weiß, aber nicht die Ahnung von einem Schwalbenschwanz war auch nur in der Ferne zu sehen. 53eis;t Tu, was ich thun würde? wagt der Vröutigclmsfilhrer nnd?reund vorzuschlagen, ..'ich würde den Hausrock anziehen und nicht mehr länger war" ten." Vrina, mir 'n?n Hut voll vorjährigern aad, aber sprich nicht von meiuem Hausrock, noch etwa von den Hosen dazu' rief Winkker wild auflachend. Turch meinen Rock schimmert die helle Sonn? und abgesehen von Mode und Schnitt, so waren die Hosen vor zehn Jahren mal schwarz, haben aber jejjt eine unbeschreibliche Farbe angenominen. Tcr Mann ist immer eine etwas 'ächerliche Figur, wenn er heirathet, elbft inl besten Staat, aber wenn ich n dem Anzüge erscheine, den Du mir vorschlägst, muß ich fürchten, Aurelia sagt, Nein statt Ja", wenn wir am War flehen." Was willst Du aber thun? Cs wird immer spater. Sagtest Du nicht, der Schneider habe Dir' den Anzug um 10 Uhr erfproÄe und jetzt ist's schon j12 Uh? vorbei!" rief Karl Held aufgeregt. versprach ganz sicher um 10 Uhr," anZwortet Henri. Wie wär's, wenn Du hinschicktest?" meinte Karl. JBü denkst Du denn hin." erwiderte der Andere, es würde länger als eine Stunde dauern, ehe der Bote hinkommt, und zurück ebenso lauge." Tu hast Recht," seufzte Karl. Aber wie hast Du Dir auch den Hochzeitsanzug so spät bestellen können? (5r hätte schon seit acht Tagen im Haufe sein müssen. Warum 'warst Du nur so thöricht?Ja, ja. es war sehr dumm, mich auf diesen Cfel von Schneider zu verlassen. Ich bestelle sonst Alles erst im letzten Augenblick, aber diesmal, fürchte ich, bin 'ich bitter bestraft." Damit warf sich Henri ächzend in seinen Lehn stuhl. Sieh Dir mal meinen neuen Anzug an", sprach Karl, indem er zärtlich über den sunlelnagelneuen Rock strich und sich in dem hohen Wandspiegel bewunderte. Steht er mir nicht wun dervoll? Siehst Du, ich war schlauer als Tu; den Anzug habe ich mir lange zuvor bestellt und vor acht Tagen schon hatte ich ihn im Hanse. Mern' mag sich auf Apotheker, Schuhmacher und sonstwen verlassen, aber niemals traue eines Schneiders Wort!" Seine guten Lehren mögen ja sehr unterhaltend 'sein, lieber Karl", brummte Wmkler, aber sie helfen mir jetzt nicht aus der scheußlichen Verlegenheit." Plötzlich sprang der unglückliche Bräutigam vom Stuhl auf, grisf den erstaunten Karl bei beiden Schultern, sah ihm aufgeregt in's Gesicht und rief: Aber D ' kannst mir helfen, wenn Tu willst, alter Junge. Du kannst mir den größte Freundschaftsdienst in diefem verzweifelten Moment leisten." ch?" antwortete der überraschte Freund. Wie n aller Welt kann ich Dir helfen? Ich sehe keinen Ausweg." Ich will ihn Dir zeigen. Sieh mal in dcn Spiegel, mein guter Junge. Sich uns Bcide an. Gleichen wir uns nicht in der J iznr wie zwei Erbsen?" Taut, und was soll das?" fragte 55ml, indem er des Liedhabers Figur mit feinen großen braunen Augen förmlich verschlang. Siehst Du denn noch nicht, mein theuerster Freund, wie Du mir helfen kannst? Tu leihst mir Deinen Anzug, damit ich mich verheiraten kann". Was sollte Karl Held thun? Crwars einen traurigen, scheidenden Blick auf seine große elegante Figur im Spiegel und dachte an seine Bertha, die er auch bald zum Altar zu sühren hoffte. Er hatte sich seit Wochen auf diesen Tag acrreut, und nun munte er nch wie ein ungezogener Junge ausziehen lassen. Er schalt auf sich und seine Eitelkeit, die Henris Aufmerksamkeit auf den schönen Anzug -und die. gleichen Flau reu gelenkt hatte. Was half's nun? Einer mußte zurückstehen, und da er seinem Freunde unmöglich , in diesem Moment die Bitte abschlagen konnte, ioa er resiauirt den Hochzeitsstaat aus. Es dauerte keine fünf Minuten, da war Henri in vollem Glänze und hatte auch seh? schnell die Kirche erreicht, geführt von seinem treuen Karl mit dem fadenscheinigen lHausrock und den Ho sen von unbeschreiblicher Farbe. Wink' ler war einer der glücklichsten Menschen und Held einer der traurigsten, als er den Kirchgang mit seiner schönen Bertha, ciner'. der Brautjungfern, am Arm entlang ging. ,.. Er wagte kaum, die Augen aufzuschlagen, aus Furcht, sie tonnte, ihm vor Scham den Laufpaß geben. Eine Stunde später dampfte ' das neuvermählte Paar der Insel Wright zu, wo es die FlitterWochen zubringen wollte. Henri hatte den Ueberzieher abge legt, den Arm um seine junge Frau se

schlungen und drückte sie innig an Held5 neuen Leibrock. Lieber Henri, sagtest Du nicht. Du rauchst niemals", fragte die junge Frau. Du hast ganz recht, mein Schatz", erwiderte er.'ich rauche niemals". Was ist denn aber in Deiner Rocktasche?" sragte die Kleine lächelnd. Es ist nur mein Notizbuch-. ..Wirklich, ein Notizbuch," rief das Frauch:n. Ich mache die höchste Wette, daß es eine Cigarrentasche ist." Eine Minute später schlüpfte die kleine Frau mit ihren schlanken Fingerchen in des Mannes Tasche und holte eine richtige Cigarrentafche heraus und zwar beide Seiten herrlich ge stickt und parfümirt und mit den Wor ten auf der Rückseite: Dem Geliebten. jsgUIit einem bösen und erstaunten Blick auf ihren Mann, fragte Jrar Winlker: Warum hast Du Dein Rauchen geleugnet? Glaubtest Du mir damit zu mißfallen? Aber sage mir vor Allem, wer arbeitete Dir diese Tasche?" Eine schöne Geschichte," dachte Winkler bei sich und lachte verlegen auf, wobei ihn seine Gattin mit wachsen dem Aerger beobachtete. ..Diese Cigarrentasche gehört einem Freunde von mir," stotterte er. ..Das ist eine nette Erfindung." ries Aurelia. Auf der nächsten Station stieg Henri aus, um für seine kleine Frau etwas Obst und Nüs.ierei zu kaufen.

Aurelia benutzte seine Abwesenheit, um einen Brief, den- sie heimlich aus d:r Cigarrentafche gezogen hatte, zu lesen, und dieser schloß: Deine ewia liebende Bertha!" Das sehte Allem die Krone aus. Hier aus der Hochzeitsreise muß sie er kennen, daß sie mit einem Manne leben jollte, der sie zckt schon so schändlich betrogen hat. oie war außer sicy vor Schmerz und Zorn. MS Wmtter zurückkam. sprach sie kein Wort mit ihm, hatte sich einen anderen Platz genommen und wollte ihn mch! emmal ansehen. Als der Zug sich der nächsten Station näherte, sprach Henri zu ihr: Aurelia, Du munt mich hören und mir antworten! Sprich doch und sage mir inwiefern ich Dich, mein Liebling, beleidigen konnte!" Auren letzte nch ihm gegenüber, sah ihm gerade in's Gesicht und sagte be stimmt: Ich werde Dich an der nach sten Station verlassen." um Gotteswillm, Du weint Nicht. was Du sprichst. Ich beschwöre Dich, sage mir. was hat Dich so beleidigt?" schrie Winkler fassungslos. Ich werde Dich verlanen und zu meinen Eltern zurückkehren," schluchzte die junge ran. Warum denn? Was habe, ich qethan?" Du bist ein Heuchler, ein Verräther. ein ganz schlechter Mensch! Tu hast VOitt nmn Xv iaa. A(t4iiiM feiiivn uirnni (jiuu uu:?y(i ytviuujtu und ein elendes Wäb aus einer glückselig vertrauenden Braut aemacht " und Aurelia brach in ein krampfhaftes meinen aus. Mein geliebtes Kind, beruhige Dich doch und sage mir. was ist denn los. Um Gotteswillen, so sprich doch," rief Winkler, indem er versuchte, Aurelias furchtbare Aufregung zu beruhigen. Wotn rtfffoftä triuifi ifi .u ititi yuivvuv wiiv, Uli II jvp an IJch bin nicht Dein geliebtes Weib." rief Aurelia. Deine ewkg liebende Bertha ist Dein geliebtes Weib, Du schlechter Mensch, Du Betrüger!" Aber ich habe keine ewig liebende Bertha." gab Winkler zurück. Du mußt wahnsinnig sein, Aurelia!" Wollte der Himmel, ich wäre irrsinnig, so würde ich doch nichts mehr von Deiner Schlechtigkeit wissen. Hier, nimm Deinen Liebesbrief und verlaß miajr Henri sah den Brief einen Moment an. Tann lachte er grell auf, schlug sich mit der Faust vor die Stirn und rief: J? ist mir Alles klar! Dieser Brief war in der Cigarrentafche und die Tasche in Karls Nock. Mein liebes gutes Frauchen, ich habe unser Eheleben mit einem großen Fehler angefangen, indem ich Dir etwas verheimlichte, was ich Dir von vornherein hatte sagen müssen. Der Schneider bat mir meinen Hochzeitsanzug nicht zur Zeit ccuqert. Mein gepackter Koncr war schon nach dem Bahnhof geschickt und in meiner Wohnung hatte ich nichts weiter, als meinen allerschlcchtesten Hausanzug. Dies, mein Kind, ist Karls Rock. Karls Cigarrentasche und die ewig liebende Bertha gehört auch Karl." Tann, mein guter Henri, bin ich doch noch Tein liebes Weib?" sragte Äureiia, durch thränen lächelnd. Natürlich bist Du's," versicherte der gluaiiche Ehemann. Aurelia küßte zärtlich die verhängmßvolle Cigarrentafche, aber noch zart sicher ihren Henri. Tu wirst nun immer daran denken. daß ein Ehemann niemals etwas vor semer rau verheimlichen soll." , Und Tu, mein thörichtes Kind, wirst Dir stets merken, daß eine Frau niemals ihres Gatten Taschen durch suchen dart." , Die Zunge Frau gab das Unrecht -rn und versprach, daß sie , es nie , wieder thunMerdK . "" ' " ' ' Ob sie wohl Wort gehalten hat? Wir möchten es fast bezweifeln. Begreiflich.,', Arzt: Wie hat sich denn die, Kellnerin die Ber leknna zugezogen, ist sie ausaealit toi" Wirth: Nein, sie stand in der Küche, als der Baron Preller, der ?as ganze Jahr die Zeche schuldig, ur plötich schreit: Kellnerin zahlen, und da ist das arme Ding vor Schrecken uma fallen !" Auf der Straße. Kaufen Sie schone Ansichten von Berlin, Herr Baron?" Nein, danke, habe meine eigene Anpcht.

Ein berühmter Verschollener. Die vielbesprochene Expedition des

Lieutenants Peary nach Nord - Grirn land wird vielleicht binnen Jahresfrist ein merkwürdiges Nachspiel erhalten, fei es in Gestalt einer tragischen Tod?s!uikde, sei es in Gestalt neuer, j werihvoller Entdeckungen und Funde durch einen einzigen jungen Mann, welcher zu den eigenthümlichsten Cha ratteren gehört, die je an einer abe, teuerlickcn Tour theilnahmen! Das Schicksal von John M. Verhoess. dem kühnen Kentuckyer deutscher Abstammung. welcher acht Tage, ehe der See Hundsdampfer Kite" seinen Kiel süd wärts in die civilisirte Welt lenkte, in der dortigen Gletscherrcgion verschwand, hat bei Vielen mehr Interesse erregt. als irgend etwas Anderes ander Peary Expedition. Lebl Berhoeff noch, und wo ist er? So kragen jet Tausende, und sie werden wohl längere Zeit auf eine bestimmte Antwort warten müssen, wenn auch nicht so lange, wie im Fall manches abhanden gekommenen Afrika sorschers. 9 - 2jK fh-ii l'l'Wi't ... rmx t .rs: ''v. 5 t.!,,i'j4 fSt. -öäSaiA NÄ s'Ä ?h v John T Verkoeff. v Verhoess gehört zu den Menschen, welche mit Tell sagen können: Der Starke ist am mächtigsten allein." Die Umstände, unter denen er sich die? er EOedttion anschloß ode? vielmehr ich ihr aufdrängte, und sein nachheriges Verhallen stempeln ihn jedenfalls zum sonderbarsten Gefährten, den Peary gehabt, in mancher Hinsicht aber auch zum bedeutendsten, und unbedingt zum verwegensten. Es t noch nicht so ange her, dafc Verhoess die Bänke des .YaleCollcge" drückte: das Gerede, wonach er wegen Glücksspieles von dort relegirt worden sei, fand schnell genug feine Zurückweisung. Verhoess hat die Hochschule freiwillig vor der Zeit verlassen, weil, er zum großen Theil so niedrige Leistungsnoken erhalten hatte, daß er befürchtete, doch kein Diplom zu bekommen ; sein unruhiger Geist war immer mit zu vielen anderen Gegen ständen beschäftigt, um für die routimmäßigenStudien genug übrig zuhaben. eme Eigenthümlichkeit mancher aro ßcn Männer (z. B. von dem ersten Na polcon). aber freilich auch mancher Eranks". Zu semen hervorstehendsten Eigenschaften gehört auch ein ungeheures, vielleicht übertriebenes Ber trauen auf seine Phvstzche Kraft und Ausdauer, und im Allgemeinen ein oft schroffer Stolz. Ein solcher Mann jollte jich von Gefährten das Fett des Ruhmes vorweg abschöpfen lassen? Nimmermehr ! Hätte er ganz allem, oder doch als unumschränkter Befehlshaber, eine solche Fahrt unternehmen können, er hätte es wahrscheinlich gethan. Schon seit Jahren plante er eine Forschung?tour nach dem höchsten Norden. So wie er von dem Vorhaben des Lieute nants Peary hörte, schrieb er ihm von San Francisco aus, bot sich zur Theil nähme an der Expedition an und erklärte auch, er weroe seinen Beitrag zu den Kosten liefern. Anfangs wollte Peary ihn nicht annehmen; er hatte seine Partie schon ausgewählt und theilte dies Verhoess einfach mit. Aber dieser bat immer ungestümer, und end lich erhörte ihn Peary, ohne ihn je ge sehen zu haben. Kurz vor dem Auf bruch der Erpedition sahen sich die Bei den zum ersten Male. .. ' Wo Verhoess verschwand. Der junge Mann stellte sich als ein wahrer Gelehrter in Mineralogie und Statistik heraus. Er konnle die Be völkerung aller wichtigen Stadt, der Erde angeben, und Keiner wußte in Daten so guren Bescheid wie. er; stels trug er ein Buch mit allen möglichen Ziffern bei sich, ,, worin - er noch immer eifrig studirte, und es machte ihn höchst unglücklich, wenn doch einmal einer seincr Kameraden irgend ' etwas , besser wußte, als er. In Geldsachen war er peinlich genau, und er, nahm nie etwas an, und wenn es auch nur eine Patrone war, ohne dasürzu zahlen;, ja, eines Tages beleidigte er einen seiner Gefahrten schwer, indem er sich weigerte, einen Revolver . al Geschenk : anzunehmen. und darauf bestand, , einen Check für denselben auszustellen." Ferner war er ein entschiedener Gegner des Brauches, drei Mahlzeiten den Tag zu essen; er aß nur morgens und abends, ;, und beim Mittagessen war er stets abwesend.' '''''.' Sein Muth und Geschick setzte oft die Geführten und sogar die eingeborenen Eskimos in Erstaunen. Wenn ihm gesagt worden war, das Eis sei nicht sicher, wagte er sich gewiß ganz allein auf dasselbe weit hinaus. In der McCormick - Bai machte er sich vom Kite" aus über das hochgefährliche Eis nach dem Festlande; der Capitan Pike sandte ihm zwei Mann nach, um ihn herauszuziehen, wenn er in'S Wasser fallen sollte; aber Verhoess ließ dieselden hinter sich; pfeifend und die Hände

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lässig in den Taschen, sprang er von

einer Eisscholle auf die andere und er ) reichte glücklich das Land, während! seme Verfolger den Weg so gefahrlich fanden, daß sie wieder umkehrten. Ein anderes Mal, .als er in Mißachtung des Befehls des Capitäns sich ganz allein auf der gefrorenen See herumbewegte, war er sehr entrüstet, weil ihm ein?)!atrose aus der Ferne nachgeschickt wurde, und schrie trotzig, er brauche keinen Kinderwärter. Schon seit Jahren hatte er feinen Körper außerordentlich gegen die Kälte abgehärtet, und in Godthaab schauderten dieEskimos sörmlich, als sie ihn von einem Eisberg zum anderen schwimmen sahen. Ei Mensch von seinem Wesen konnte sich indeß nicht den Plänen einer Gesell schaft unterordnen. Am allerwenigstens konnte er ossenbar den Gedanken ertragen, daß irgend ein anderes Mitglied der Erpedilion weiter nördlich gehen sollte, als er selbst. Als Verhoeff im Juni 1891 die Meinung saßte, daß Peary mit Langdon, Gibsön oder Eivind Astrup eine Fahrt nach dem äußersten Norden machen und ihn selbst zurücklassen wolle, da äußerte er offen seinen Zorn und erklärte, er hibe die $2000 für die Expedition mit der ausdrücklichen Bedingung beigesteuert, daß er so weit wie Peary geh:n solle, ja die ganze Expedition habe keinen Werth für ihn, wenn er nicht das Aeußerfte mitmache. Als der Dampfer Kite" in der Mc Cormick-Bai angekommen war und sich fertig machte, südwärts zu fahren, da trat Verhoess den Ausflug an. auf welchem er verschwunden ist. Er hatte Rationen auf drei Tage bei sich und trug Sommerkleider; seine Absicht war vorgeblich. Mineralien zu sammeln. Nachdem fünf Tage verstrichen waren, ohne daß er wieder erschien, wurde die Partie beunruhigt und suchte mit Hilfe der Eskimos das ganze Land nach ihm ab, ohne jedoch eine Spur von ihm smden zu können. Er war auch in kei nem der Eingeborenen-Dörfer gewesen. Man kam schließlich zu der Meinung, daß er todt sein müsse, und der Kite" dampfte vom Land der Mitternachtssonne ab. Doch wurden sür den Ver mißten Vorräthe auf 18 Monate in der McCormick-Bai zurückgelassen, salls er noch am Leben sein sollte. Darnach scheint die Expedition unofsiciell die Ueberzeugung gehegt zu haben, daß Verhoess sie absichtlich verließ. k &.&" V m --! j , . i j .: . . .v vWfoM $rcy? Moräne US HumboldtglctscherK. Verhoeffs Freunde und Bewunderer zweifeln daran keinen Augenblick. Sie sagen Berhoeff habe, für sich selbst campiren und auf eigene Hand neue Entdeckungen machen wollen, und man werde noch große Dinge von ihm hören, sobald wieder lVelegenheit dazu sei, d. h. in etwa einem Jahr unter Vermittlung dieses oder jenes Walfisch botes (wenn nicht vorher eine neue Polar Expedition sich in dieser Richtung be wegen sollte.) Tagegegen macht Lieutenant Peary geltend, wenn Verhoess eine solche Absicht gehabt hätte, fs würde er sicherlich nicht so gefühllos gewesen sei, seine Familie im Dnnkel über sein Schicksal zu lassen. , Außeroem habe er sich auf einem Gletscher ewegt, ein schrecklicher Sturm habe sich erhoben, und nachher habe man einige Effecten Verhoesss an dem Eissluß gefunden, dessen Ueberfchreitung wohl eineUnmöglichkeit für ihn gewesen sei. Wahrscheinlich meint Lieutenant Peary werde die Leiche in einem Gletscher eingefroren liegen und schließlich vielleicht in einen Eisberg eingebettet nach südlichen Breitengraden schwinv men. Andererseits mag Verhoess auch nur eine kleine Strecke auf, dem Gletscher gegangen sein und sich dann nach den Lebirgen zurückgezogen haben. Die Kenner jener Gegend wissen, daß er sich dort leicht verstecken konnte, bis der Dampfer Kite" abgegangen war. Niemand hatte das Recht, ihn mit Ge walt wieder nach dem Süden mitzu nehmen, wenn er nicht mitgehen wollte. Dennoch wäre vielleicht Gewalt gegen ihn angewendet worden. Die Wege der Polar- wie der. Wüstenforscher sind manchmal unergründlich dunkel. Berhoeff hatte sich' stets ungemein, für die Eskimos und ihre Lebensweise interes sirt, und möglicherweise lebt er jetzt wie ein Eskimo-Einsiedler (nvitok), wie es deren , in Grönland nicht wenige, gibt, die häuslicher Mißhelligkeitcn halber sich in die Einsamkeit zurückgezogen haben. ,m ercentnicher kyaralter. wie er, ist unberechenbar. Hosfentlick '.st er der Welt noch nicht verloren. ; ,.' Kühne Ausflucht. "An. geklagter, es wird Ihnen also zur Last gelegt, daß Sie., die Verwirrung währcnd des Erdbebens benutzend, , in das Arbeitszimmer des Bankiers m diebi scher Absicht eingedrungen sind was haben Sie dagegen vorzubringen?" ..Herr Präsident, ich- war v : lehr er schrocken; ich glaubte fast, nun gehe die Welt unter!" Aber was hatten Sie dann am Schreibtisch des Bankiers zu thun'" Ich wollte nur noch an meme Mutter einen Abjchledsbrief 'imfiifi?tti:' zozrcioen. , Fräulein: Ich gebe nichts; machen Sie, daß Sie fort kommen! Bettler: Tho, wie frech, und dabei weiß die nicht mal, daß ich schon ver rathet dm!" Die zweite Hälfte des Lebens ist oft nur noch der Kapenjam mer von der ersten.

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Lord Macintosh und fei Cylin der!

Beim Ra und Friseur Slegmund Frosch, Tritt ein Lord Haunley Macintosh. Mit 'nein Cylinder, scheußlich ruppig. Schier borstig, ungeheuer struppig; Wogegen ihm geblieben war Auf seinem Haupt kein einzig Haar. J&ai wünschen Mylord?" spricht Froich. Hen I want my liair cut Macintosh. ..Ihr Haar?" Nicht recht zu hören glaubt Frosch, da cr siebt das kahle Haupt. Hm!" weuclt er, wenn daö nur aeyt: Der Lord ; The hair here on my hati" Frolch schier entsetzt den Hui erbttckt,. Dann murmelt cr: Cvmpiet .verrückt! Doch alsbald Bürste. Echeer' und Kamne Der Friseur raich m Händen nahm. Nun kürzt und schneidet fröhlich er Auf dem Cylinder kreuz und quer. Daß platt die rupvgcn Haare sind Nimmt er daS Oelslacon geschwind, " Und ölt so zart deS Hutes Rand. AlS l'oirke seine knud'ge Hand Auf Macintosh' höchsteigenem Kopf Und mcht aus silznem Hutestopf. Nun kommt, das geht ja ein? zwei. drek,. Die oele Brenn'cheer an die Rech . 5? Frosch der ünstlerstolz sich regt, Daß Lorrchen sich an Loschen legt, BiS da am Hut ein jedes Haar Geweilt sich legt ganz wunderbar. DaK siebt mit fröhlichem Gemüth Der Brite: Wonderful indeed! Ein groszes Zilberstück gewandt Umschließt FrosZ;s tammeskund'ge Hand. Dann geht der Lord jirü heiter blickt Ihm nach Herr Frosch: Total verrückt. Ein Egoist. Ein Heiraths. Vermittler empfiehlt einem Herrn eine junge Tame und vereinbart mit dem selben, daß, er an einem bestimmten Tage zu der Familie des Mädchens zu Tische geladen werde, um Gelegenheit

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zu erhalten., das .'cadchen, kennen zu ergibt." lernen. Am, verabredeten Tage wird Wemt ick Eenen. zu ville uft die derselbe wirklich eingeladen und begibt Lampe ZeZoffen.hade," verantworte! sich sich mit dem, Heirathsvermittler, in das ? der Angeklagte, denn, bin ick , leen Haus der Familie. Bei Tisch? zeichnek j Menfch nich ' mehr, . fondern im Jejensich der Ehecandidat dadurch auffallend ' dheil , der , recne Schimpanse, ss det ick aus, daß er dem Mahle ganzunge-! mir nachher selbst in's- Jesicht spucken bühilich,,, start, zuspricht und so viel könnte. Tenn det Is ja , "ne Afsenschandr. ißt und trinkt, als cr nur kann. ' Heim- wo ick mir aisn Vorabend von'nJeburtt lich macht ihn der Vermittler auf das ,' dagvon meineJattinwosie dochso'n braUnziemliche feines Verhaltens aufmerk) vet'Weib iswovon sichderHerrJerichtssam und bedeutet ihm, daß er auf diefe ' Hof hier persönlich üöerzeijen kann Weife das Mädchen nicht erobernwerde, wo ick mir da fo bctrinken kann, dat ick Macht nichts", entgegnet der Kand! ihr Gemälde in'! Wasser schmeiße, wo dat, sie gefüllt mir ja nicht ich nehm' I sie doch so schön jeroffen war, dat ick se sowiesonicht!" , , , , :; ! ihr sast nich wieder erkannt hätte. ' Eine treue Seele. Gnä. 1 Herr Jerichtshof, wo so wat passiren dige: Sonderbar, Herr Korporal, Sie kann, da muß man doch sagen: der waren doch der Geliebte meiner früheren ' Mann hat von nischt jewußt. der Mann Köchin, und jetzt finde ich Sie bei der hat im Suff jefaselt, folglich is er neuen wieder?" O, ich bitte, gnä-' unschuldig von Rechtswejen. Ter dige Frau sühren eben eine zu gute i Mann wird sreijesprochen mit Kosten. Küche!" lverjwung." Kleines Mißverstand.. Da die Zeugen bestätigen, daß der niß. ....Aber, liebe Emilie. schon Angeklagte allerdings stark angetrunken

wieder willst Tu ein rkeues Kleid?! Immer wieder Kleider und Nichts als Kleider! Hast T'-! denn gar keinen Sinn für etwas Anderes?" ja ich brauche auch eine neue Mantille!" Rathlo sigkeit ist meist die Folge zu vieler Rathschläge.

Cln braves Ehepaar

Es ist Mitternat. Ter Lärm del , Tages ist verhallt, das arbeitZinüdk Berlin überläßt sich der Ruhe, dem Schuke einer Armee von treuen Wachlern vertrauend, die spähend durch die Straßen wandern. Ta ertönt vom Wasser her ein dumfu quu, uiüiihVuuu) vuiiatumu, die Nacht. Der Wächter eilt nach dem , Kanal un finhri nm lÄetZnen pser Fall, und ein Hilferuf dringt durch Kanal und findet am Geländer einen Mann, der melancholisch in die dunklen Jluthen blickt. Det is man jut, det Sie kommen," wendet sich derMann an den Beamten; da können Sie ja' man jleich runtersteijen nn meine Olle rustholen. i Wie' rüst der Wächter entsetzt Ihre Frau ist in den Kanal gefallen ? Und Sie stehen so gleichgiltig dabei, ohne auch nur den mindesten Rettungversuch zu machen ?" Na. Sie aber ooch !" ruft der Andere, gekränkt über den vorwurfsvollen Ton dej Beamten, det sehen Sie ja doch, det ick da nich runter kann, indem ick doch stcrnhagelmäßig besoffen bin. wobei ick die Bilanz verlieren könnte. Nee, Männecken. un denn am Ende jar noch Wasser schlucken. Brrr !" ..Aber Mann, wo ist sie denn bineingefallen im Hier, an diese Stelle. Ick hatte ihr uffgewickelt und wollta mir ihre jeliedte Zicje beim ?)!ondenschein inpräjen, da rutschte sie mir aus die Hände Nn plumpste ritt in't Vcrjniejen. Na. Sie haben ja woll den Plumps jehört? Ick fürchte man nur. det se janz naß zemorden is, un die Scheibe wird man ooch 'nen jehörigten Knar weghaben. Wissen Se. det "n schwerer Schlag sor mir, un morsen is zerade ihr Gebursdag. wo se sich so sehr drus jefreut hatte. Un ick ooch. wie Sie sehen, denn ick habe mir ja schonst prünumerando bekneipt. Aber det is man so: keen Glick is vollkommen. un man soll den Morsen mch vor't Frühstück loben. Ob ick die Feierwehr rufe? Aber wat hilft det Allens? Uffjeweicht nun doch schon sind, un wat soll ickdenn da mit ihr anfangen?" Der Wachtmann hatte bei diesen Reden seine Fassung allmählich wiedergefunden war es ihm doch klar geworden, daß es sich nicht um den Verlust eines Menschenlebens, sondern vermuthlich um den eines Bildes han delte. Erfreulicher Weise wurde seine Vermuthung denn auch alsbald be stätigt. Ja, ick hatte ihr vergrößern lassen," sagte der traurige VerlusttrS ger, ihre Photojraphie nadierlich, in drei Viertel Ledmsjröze, un dann hatke ick ihr iurahmcn lassen, meine Olle, un eene Blumengirlande um ihr rumjewikielt. dat nu Allens recht nett aussah. Un det liegt nu da unten in dem ollen Landwchrcanal. Wissen Se wat. Herr Nachtrath? Ick 'gebe drei jroße NordHäuser, wenn Sie da untertauchen un meine QUe ruff holen. ...Nich? Na, denn mag sie man licsen bleiben. Schlafen Se wohl. Herr Geheimrath.Ter Mann hatke sich kaum zwanzig Schritte entfernt, als cr' schon wieder die Aufmerksamkeit des Wächters auf sich lenkte. Er war über einen SteinHaufen gestolpert und hatte sich eine stark blutende Wunde an der Hand zugezogen. Der Wächter führte ihn zur Sanitäiswache, iöo man dem Patienten einen Verband anlegte und ein Fläschchen mit Äleiwasscr mitgab. Auf der Straße traf er wieder mit dem Wächter zusammen, dem er sich dadurch erkenntlichzeigen wollte, das er ihm das Bleiwallerfläschchen in die Hand drückte. Der Beamte lehnte dankend ab, und nun wurde er zu einem Nordhäuser eingeladen. Aber auch diese Einladung wurde von dem Wächter refüsirt, wodurch der unglückliche Nachkjchwärmer in eine solche Aufregung gericth, daß er zu schimpfen und zu toben begann und nun entfbieden verlangte, daß man ihm das Porträt seiner Gattin m& dem Landwchrkanal heraushole. Er mußte zur Wache gebracht werden, wo man feststellte,, daß man es mit dem Schneider Richard W. zu thun hatte. Ter Mann hatte sich,uun wegen Be amtenbdcidigung zu verantworten. Als er aus der Anklagebank Platz nahm, erhob sich im, Zuschauerraum eine kleine, rundliche Tame und fragte: Terf ick sprechen?" Was wollen ie denn?" fragte der. Vorsitzende. Ick bin die Frau, zu. ihm uu wollte man blos sagen, dat det der beste Mann von der Welt is, der keene Fliese n Haar krümmen, dhut, viel weniser eenen anjestelltcn Beamten. Ick möchte man blos bitten,, ihme bei die dhciere Zeiten nich so hoch zu nehmen, dcnn mit det Mäntelnähen, det. is- jeiXt ooch mieß. Setzen Sie sich nur. wir ) werden ja sehen,, was die Verhandlung war, to tragt der Gerichtsdol seinem Neuegefühl Rechnung und erkennt nur auf eine Geldstrafe von 30 Mark. Sichste. Männe," sagt die Frau Schneidermeister zu ihrem Gatten. da haste man wieder zu knabbern dran. uuue uiuii uttuci u xuuuutiu uiuu. Aber jcht besinne Tir ff Stint Mtn

schenwürde und laß-det Jetrinke sind I irl frt 0?l ttft rtOAViTi

telftande. V 3 ltlIW WV "VMk UU3 tfc Ul4UilVV4 Die Sielst der Präsidenten der Republik Wie chie Präsiden'iin cr französischen Revubli? reisen. darLbifäßt sich ein jfAi fs.'N ss"lS P"ser Äwt von tmrst f a"1; merdicner des Elyseepalazte- Solg.iide erzählen: Herr Thiers kümmerte sich selbst um die geringsten Einzelheiten und Über ließ 'nicht; der Dienkkschüft oder den beiden Frauen, die ihn wie c!n Kind verhätschelten, seiner Gattin und deren Echtester. Mademoiselle Tosne. (5r pflegte auf Reisen immer fein eigenes Bett mitzunehmen, eine kleine eiserne Bettstelle mit eine? Jeder und einer Woll-Matrane, in der er auch starb. Tas Bett hatte eine b'.;cndcre Kiste,, die nicht viel Platz einnahm, weil es sammengclegt werde, tonnte. Ter Frack war dem tleine.1 Manne aus gu ten Gründen verhaft, und nie wurde in solcher auf die Reise mitgenommen. Seine Leibröcke hatten einen' besonderen Schnitt, der Kragen war immer zu hoch und die Aermel sielen bis aus die fetten, rundlichen Finger. Handschuhe trug Thiers niemals;' ste hätten ihn in seiner Gewohnheit, lebhast zu gestiluliren. gestört. Wohin er ginz, da muhte auch seine ReisedibUothet mit. die zu Hause in seinem Schlafzimmer auf dem untersten Regal des Bücherschranks stand. T!e. selbe umfaßte La dime royal von Bauten, seinen wirthschasMchcn Katechismus, die Sprüche des Epictet, die Erzählungen BoltaireK. das ..Iahrhundert Ludwigs XIV. desselben Ber fasscrs, dann Vauvenargues, gewöhn lich das Ichtc Hcst der Äcvue des deu.r Mondes' ' und eine Uebersetzung des Sophokles. Marschall Mac Mahon war immer in Uniform und nahm de ren drei auf die Reise mit. Wsygröß ter AnfpkuchslssiMt, hielt er nur streng auf das Eine: daß seine Hand schuhe stets in makelloser Weiße gläv ten. .err Grevy führte jährlich nur eine Reise aus, die Fahrt nach !sut-sons-Buadrey im Jura und zurn. Ta wurde jedesmal ein ganzer Haushalt mitgenommen und Frau Grevy sorgte selbst sür Alles, für leichte Sommerkleid dung und für das Jagd.'ostöm ihres Mannes. Aus der Jagd bediente sich der dritte Präsident der NepubU! schon seit dreißig Jabren derselben ?yäiirtc mit Lade stock, hit er trotz aller Schrerfäl ligkeit mit großer Geschiäljchkeit Handhäbte. Auch Herr Grev trennte nch niemals von seinen Lieblingsau koren Tacilns, Quintus .Curtius. BoZsuct, , Lafontaine, Pauk Louis (Zourrier. Herr Carnoi. von dem die Sage geht, er sei ein Rcgeikmacher, trifft gegen das Naö des Himmels alle Borkehrungen, wenn er reist. In dem Kof ser, der feine Kleider enthält: drei schwarze Fracks mit ebenso vielen Westen und Beinkleidern, liegen anch drei Grok' kordons der Ehrenlegion, weil das Was. ser der ro!hen Farbe derselben einen vio leiten Schimmer giebt. Bier Ehlinderhüte gehören ebenfalls zur Ausstattung, dazu ein paar Dutzend weiße Hals binden, ein Tuhend weiße Handschuhe und in einem besonderen Kosser zwölf tadellos geplättete Hemden mit hohen steifen Stehkragen. Herr Earnot ist die rd nung selbst und dem entspricht der Zustand seiner Koffer. Sobald er irgend wo absteigt, muß sein Kammerdiener zur Hand sein und ihm rasch das Vlö thige zum Kleiderwechscln reichen. Al er vor einem Jahre bei triefendem Rc gen im offenen Wagen seinen Einzug in die Stadt Marseille hielt, benutzte er ein paar Minuten vor dem seiner horrenden Banfett, um sich ganz um zullciden. Ter Kammerdiener, der seine Gewohnheiten kannte, hatte schon Alles für ihn bereit gelegt und die übrigen Gäste beneideten in ihrem Herzen den Präsidenten der Republik, der trocken und geschniegelt in ihre Mitte trat, während sie von dem Regen ganz durchnäßt waren und im Gedanken an. den drohenden Schnupfen sich, des Efscns nicht freuen konnten. Wie der Marshau MacMahon, so ist auch Herr Earnot auf der. Reife die Liebenswür bigkeit selbst, er widmet sich ganz seiner Umgebung uns gönnt sich keine. Zeitmr Lectüre. X a t Hl der Frauen. Tu, liebes Vlänncherr, kauf' mir doch die moosgrüne Robe!" Jch kann nicht die Geschäfte gehen zu schlecht! ?lber ich habe mich schon so lang darauf gefreut!" .Und ich hab' Tir schon kausendmal gesagt: Es geht jcnt einmal nicht! Ich habe keinen Pfennig über flüssig also last' mich endlich einmal in Ruhe!-' .Nun ja, ich bin ja schon ruhig!" sNach ein?5 Viertelstunde): Hör . teoes Männchen, bist Tu noch ÄrfttrVtfo I . yi wegen vorhin Nnn! Du bist mir also wieder gut?" Naturlich bin ich Dir wieder gut'..Und hast Tu mich wirklich noch lieb?" Ja!"-.Sehr?"-Na selbstverständlich sehr!"' Hast Du mich denn auch wahrhsitig über Alles lieb?" Ge. miß., Närrchen: über Alles lieb!" Ach. dann kauf' mir die moosgrüne lsil lifSi s'rau: Früher kam eS vor, daß Mäd chen zehn bis zwanzig Jahre im Dienste aushielten." Dienstmädchen: Ja. Madameken aber heutzutage jiedt et man bloß keene Herrschaft mehr, die de HsÄDA , Ein Menschenkenner. .Freunde in der Noth zu haben, ist doch etwas Schönes! Nicht wahr?" Ich für meine Person danke dafür, kaum ist einer meiner Freunde in Noth, t vumvt v- mich auch schon an!" Jeder ist seines Glückes Schmied" nur haben Inder die 3 an-i:i- c .. 4,4 2 " S S'rCit mii