Indiana Tribüne, Volume 16, Number 27, Indianapolis, Marion County, 16 October 1892 — Page 6
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Hindernisse. 3jsf!ttt von V. Hkrwi,
Die Tcikberbslsonne schien freundlich in ein kleines, bescheiden ausgestattete? Schlafgimach. Zitd: die Vorgänge auseinander, Marie." bat aus den weißen Kissen des Bettes heraus eine müde, sanfte Stimme, ist Z nicht Sonntag heut? Laß mich noch einmal die liebe Fest lLgsionn" sehen, 's ist rcechl jurn legten Mal." Thorheit. Lieschen, was sind das für 9cöen? Tu wirst Dich noch oft c;enuz von den warmen Strahlen der l Sonne deicheinen lassen." Sie 3tini::ic der älteren Schwester sollte tröstend, beschwichtigend klingen, Oder es waren nur rauhe, abgerissene Worte, vor Thränen erstickt und, i;n vergeblichen Bemlichen, gesaßt gespro chen zu werden, seltsam anzuhören. Es wird wohl kurze Zeit mehr sein, Tann laß ich Sich so ganz allein" summte es klagend aus dem jetzt fs blassen Munde des kranken Mädchens. Marie ranz die Hände in verhalte nen Schmer; und sah verzweiselnd zum Himmel auf. Glaubst Tu, Marie," klang es seht dzicdr wie hofsend, glaubst Tu, daß er endlich von der langen Reise jurüi ist, daß er noch einmal zu mir kommt, sind nicht (u'rade jetzt die Wettrennen, die er so lieb:?. Ach. Schwester, geliebte, gute, weise ihn nicht ab. wenn er kommt. gönne mir noch einmal das Glück, ilrn zu sehen und zu sprechen, er war ja das einzige Gut, was das Leben mir gegeben, er.... und Du." fügte sie liebevoll hinzu, er kann mich doch nicht rergessen haben." Marie preßte die Hände auf ihr klopfendes Herz. Sie, ihn abweisen. ihn. den so sehnlichst Erwarteten, von dem sie wufcte. daß er neues Roth auf die Wanzen der bleichen Schwester, neuen Glanz in .die müden Augen, neues Slitf athmen der schwachen Brust bringen würde, den sie hassen wollte, weil er so leichtsinnig in das Jugend leben der holden Schwester eingegriffen, den s, aber nun, wo ja doch alle Hofs nungen, allcWintiche vergeblich waren, wo das arme 5Zind bald, ach nur zu bald sterben mußte, herbeisehnte, dem sie längst das Zeichen gegeben hatte, Zeichen, die stet- zurückgewiesen und m erwidert wurden. Wie grausam, wie grausam," (lästerte sie vor sich hin und laut sprach sie dann, liedkvoll der Kranken die Hände streichelnd : Er ist gewiß noch nicht zurück. Lieschen, aber er wird bald kommen, drüben im Haufe ist noch MeZ still, die Frau Generalin weilt wohl noch in der Residenz und er mit ihr ..... . . " ' M. sie wußt? es besser, sie hatte ihn längst in vollem Glanz der jugendlichen Schönheit an der Seite der stolzen Mutter heimkehren sehen, ab und zu erschien er drüben am blumengcschmückten Erker, dann warf er auch wohl einen dnftohlenen Blick hinüber zu den verhängten Fenstern, ober keine Frage kam, keine Zeile, keine Blume; das Spielzeug war vergessen und zur Seite geschoben, denn es war unbequem a worden: der gehorsame Sohn folgte de? adclsftolzen, strengen Mutter Wie glücklich das junge Mädchen danals nach Hause ge'ommen war, als es vor de:n Konservatorium, in dem Elise Unterricht ertheilte, bei einem Schneeunfallc den interessanten jungen Officier kennen gelernt hatte, wie schwärmte sie von ihm, von seiner Rii tedidf'di, die er sich nicht nehmen ließ, das schöne Mädchen nach Hause zu ge leiten... ahnungsvoll hatte die derfündige Schwester den Kopf geschüttelt, iti h'Mlktl, Ui tu im EclmW, ; ,5.. CV t- Ls tflir 1 -r " I 1 i - y . --- -- eintraten, wie die allmächtige Liebe immcr mehr ihre Schwingen in dem tun gen Herzen ausbreitete, und ängstlich fctte sie den Verkehr gewehrt. Was willst Du. Marke." hakte Lieschen damals gefrügt und ihren k?opf an die Brust der Schwester, die lhr auch die Eltern ersetzte, gelegt, er liebt mich ja. da wird er mich doch nicht Kerlassen. Sein Vater war General, er weiß von mir, daß der unsere als Haupt mann starb, oh. er ist gar nicht üdelsft?!;. die Mutter wohl ist streng. aber er ist das einzige Kind, wie kann fit sich ihm in den Weg stellen, wenn er ernstlich will." Wenn er ernstlich will", hatte Ma rie sorgen? oll gedacht. Aber ansangs sah es wirklich so aus. In aller Form hatte der elegante, junge Mann den Damen feinen Besuch ge macht uro durch sein feines. licbenZwürdiges Bench'.nen, durch feine äugenscheinlich herzliche Neigung für ihr Lieschen einen so guten Eindruck aus die beobachtende Schwester hervorgcru fen, daß es wie freudige Hoffnung durch ihre Brust zog: vielleicht liebt er sie ernst und stark genug, vielleicht bt siegt er die Hindernisse und alle Sorgen sind unbegründet. Sie ließ es gewähren, daß er die Schwester auf dem Eise und spater auf Sdaziergängen begleitete, von der Musltstunde abholte und heimbrachte, sie vertraute feiner Ehrenhaftigkeit und dem weiblichen Takte der Schwester. Dann kam er seltener und seltener, er klagte über die großenHindernisse, die ihm von der Mutter und den Verwand ten entgegengesetzt wurden. Wie da das traute Kind die großen braunen Augen schmerzlich aufgerissen, wie sie ängstlich die Schwester angesehen hatte und dann ganz stumm geworden war! Endlich kam er, um Abschied zu neh . ruen. um eine große Urlaubsreife anzutreten, aus der die Mutter ihn fce gleiten sollte. .Verlaß mich nicht, Hellmuth! Die Worte gellten noch heute der Schwester in den Ohren, verlaß mich nicht, sonst sterbe ich." Wochen waren vergangen. Wochen und Monate, es kam keine Nachricht ; das sonst so heitere Lieschen war .still geworden, bleich und ergeben. Tiefe
Ringe hatten sich unier die großen, brauen Augen gelegt. Schmerz und Kummer vereinten sich, um ihr Zerstörunqswerk zu beginnen, und widerstandslos ergab sich der Korper einem dosen Erbübel. Nun lag das arme Kind schon viele Wochen fiebernd und ermattet da. fast nur noch von der Hoffnung lebend, daß es fich doch noch zum Guten wenden konnte. Aber täglieh schwand tftre Hoffnung mehr, der Wurm im Innern sraß weiter und weiter und die treue Schwester wußte, das; nur zu bald die herrliche Blüthe zerstört sein würde. Der grause Bote meldet sich, aber noch immer scheuchen ihn Schwester Hände bittend vom Lager hinweg. Nun lebe wohl, Mutter, es ist hohe Zeit, die Rennen beginnen um drei Uhr," hatte der elegante, junge Ossi' cier drüben in dem stattlichen Hause zu der im Erker stehenden Generalin von Fad.-rn gesagt, sich chevaleresk vor ihr verneigt, und die Hand geküßt, um sechs Uhr ist alles vorbei', dann mache ich aus Deinen Wunsch den bewußten Besuch, vor Abend kann ich also nicht bei Dir sein." Glück auf den Weg. mein Sohn." kam es von den Lippen der noch immer stattlichen, schönen Dame, und es schien, als ob sie ihm mit ganz besonderer Feierlichkeit in die Augen sähe. ONoch zein kurzes Zusammenschlagen der Sporen, ein letzter Gruß und Hellmuth v. Fadern verschwand hinter dc dunklen Plü'chportiere. Die Mutter war näher zum Fenster getreten und sah ihm freudig lächelnd nach. Nun schniang er sich behend.' auf den hohen leichten Jagdwagen, der Reitknecht gab ihm die Zügel, noch ein Blick hinauf zu den spitzcnverhüllten Scheiben, an denen er die Generalin vermuthete, und fort rasten die feurige:: Pferde, daß die Funken stoben und manch' hübsches Frauenauge dem fchönen Noffelenker nachsah. Ja. schön war er. elegant, und wie die Kameraden sagten: schneidig, ein Liebling der Frauen, geschätzt von Vorgefetzten und Freunden, im Wohlleben großgezogen und mit den größten Hoffnungen für die Zukunft, ein echtes rechtes Kind des Glücks. Daran dachte die Mutter, als schon längst keine Spur mehr von dem flinken Gefährt vorhanden war. Ein stolzes, glückliches Lächeln umspielte die noch immer anmuthigen
Mein Hellmuth." flüsterte sie leise vor sich hm mein Einziger", und sinnend fügte sie hinzu mein Einziges." Rennen und jagen werde ich nach meinem Ziel, liebe Mutter," hatte er kurz zuvor noch gesagt, ob ds Ziel mein Glück sein wird, wie Du mir prophezeist, ob sich keine Hindernisse in den Weg stellen werden." Und ich fühle es. Hellmuth, es ist das Glück, dem Du cntgegenjegst, es wartet auf Dich mit offenen Armen und blauen lachenden Augen, nimm die Hindernisse vorsichtig, der Segen Deiner Mutter begleitet Dich. Dein Tclramund wird Dich nicht im Stich lassen, mit ihm wirst Du siegen, dann reicht Dir Komtesse Anna den Kranz, und dann dann, mein Sohn Dann forderte ich mehr Mutter, o, Du hast mir glatte Bahn gemacht, dann fordere ich die kleine weiße Hand dazu und frage sie. ob sie mit mir zu sammen die Hindernisse des Lebens nehmen will; das Eine weiß ich. sie wird Dir eine liebevolle Schwiegertochter sein, sie verehrt Dich längst, die Arme hat ja nie selbst Mutterliebe gcnossen, ah- er hatte mit der schlan Un Haild sich Haar aus der Stirn sirtchcn, c?wt'$ rur erst ?Zbcn wäre." Ja, wenn's nur erst Abend wäre und der lange Nachmittag überwunden. Wie glücklich sie war, daß er auf ihren Wunsch eingegangen, endlich nach langem Kämpfen'und Ringen. Die kleine Klavierlehrcrm saß ihm doch diesmal länger im Kopf, als fönst die früheren Liebeleien. Die Affar? hatte der Mutter wirklich Sorge gemacht, wie war sie erschreckt, als sie hörte, wie weit die Sache schon gediehen. C Himmel, eine Bürgerliche, die in fremde Häuser geht, die Kinder zu unterrichten eine schöne Partie für ihren Abgott, der in seiner Sphäre bleiben mußte, wollte er nicht der An 2. . 1 : .. ivmquKiji uuf uus HtuiC uiytuuu,l,l,ü der Familse verlustig gehen. Wer konnte auch dafür, daß das kleine leidenschaftlickieMädchen die Sache so tragisch nahm, daß sie sich die Huldigungen' des jungen Oslicicrs so entgegenkommend und ernsthaft gefallen ließ, mon Dieu, die Jugend' ist nun einmal so. das sind nun einmal die erlaubten liaisons der jeuncsse doree. Nur nicht kompromitti rm. lautete ihre Losung, und sie wußte es wohl, Hellmuth war ein Kind seiner Zeit, empfänglich für besonnene, war nende Worte und tiefernste Vorstell ungen. Die kluge Frau verstand es, eine Urlaubsreife mit ihren eigenen Wün schm zu vereinen nur erst fort" hatte sie gesagt, entfernt von dem be thörenden Einfluß der Kleinen, dann kommt er zur Vernunft." Jetzt dachte sie mit Befriedigung da ran. wie ihre Pläne ihr gelungen waren, wie Hellmuth sich allmählig ihr gefügig gezeigt, wie sie in all den vornehmen Salons der Residenz Eine eingelegt mit dem eleaanten Sohne und wie besonders die reizende Anna von Korff ihn ver heißungsvoll angestrahlt, wie die alte Excellenz, der Vater, sie. die Mutter, bei Seite genommen und gesagt hatte: Nun. lieb? Frau von Fabern. was meinen Sie zu den Zungen Lenten.würde nicht der Fabern, mein alter Kriegskamerad, oben im Himmel keine Freude daran haben? Vielleicht tanzt er dann mit memer Auen droben die Judelpo lonaise, während wir hier den Hoch ttitsreiaen anstimmen. Dann hatte sie ernst mit bim Sohne gekvrocrzen.
Mutter, das kannst Du nicht der langen." hatte er zu ihrem Schrecken gesagt, mit einer andern Liebe im Her zen kann ich um Niemand werben. Du gabst mir die Prüfungszeit, ich liebe meine Elise, ich habe Rücksichten gegen sie " Rücksichten?" hatte sie aufgebraust. ..und was hast Tu gegen mich und Deinen Bater im Grabe, und Deinen Namen und Deine Familie, gilt Dir die Ltebe der Mutter gar nichts mehr, willst Du Alles opfern' einer Thorheit wegen?" Sie hatte gebeten und gedroht, ge. jammert und betheuert, fodaß er fchwach geworden war und ihr gelobt hatte, die Liebelei" zu vergesien und um Anna zu werben. Tann waren sie alle in die Provinz zurückgekommen und heute, beim Wettrennen sollten sie fich wieder sehen, heute wollte er erklären endlich, endlich sollte ihr Wunsch in Erfül-
lung gehen. . . .nimmt denn der Nachmittag kein Ende? Endlich war die Sonne da drüben hinter dem Hause verschwunden. dort, wo die kleine Klavierlehrerin wohnte.. wie fatal, daß sich das blasse Gesichtchen immer in ihre Gedanken drängte, die Aouleau? waren den ganzen Nachmittag dicht zusammengezogen; doch eben tritt die altere Schwester an das Fenster und öffnet langsam die Flügel, eine nach dem andern weit, weit wie verstört, wie verweint sie aussah, wie anklagend, wie flehend hebt sie die Augen zum Himmel, jetzt blickt sie hinüber, ihr gerade in's Angesicht, schnell, fort vom Fenster; wie beklemmend legt es fich um die Brust der vornehmen Frau, sie bleibt einen Augenblick inmitten des Zimmers stehen ein Gefühl von Furcht und Neue überfällt sie Ob es wohl Recht war, day sie du5 Briefchen, die Bitten von drüben .... an stch gehalten hatte, daz; jit dem Sohne den Glauben ließ, auch er sei vergessen; ob es wohl Recht war. daß sie ihn darin bestärkt hatte, mit Gründen, die fast für Beweise gelten konnten Es war ein Kampf gewesen, das fühlte sie; was galt ihr die Echtheit der Waffen, wenn es sich um das Lebens glück des Sohnes drehte. Sie handelte in gutem Glauben, kein Unrecht zu thun, ah bah, solche Herzen brechen nicht so leicht, das und Romanphrasen, aber nun. . . . schon feit einigen Taaen hieß es im Hause, die Kleine drüben wäre schnier krank. streng verboten hatte sie Allen, dem jungen Herrn, wenn er käme, davon zu sagen. Fort mit den traurigen Gedanken! Es wird vorübergehen und Nichts wird das Liebesglück der jungen Leute stören. ?rau von Fabern tritt an ihren 'chrubtifch und nimmt ein reizendes Mädchenportrait in die Hand. so mag sie zetzt aussehen," denkt lic, lo von reuoe und uz:. vimx ist sein Rennen längst vorbei, er hat gesiegt, es kann ja nicht anders sein, ihr war's, als hörte sie den Lärm der rauschenden Musik, das Hochruscn der Menge, das Schnauben der abgehetzten Pferde, ihr war's, als sahe sie den blonden Kops des Lohnes sich in freu digem Stolze vor feiner Erwählten nei gen. Ja. so mutzte sie jetzt ausseyen, die reizende Anna, so verführerisch würde der kleine Mund lachein, so vielversprechend würden die leuchtenden Augen glänzen." Sie stellt das Bild wieder zur Seite, es ist dunkler im Gemach geworden. Frau von Fabern fröstelt, iinnend geht sie im Zimmer aus und ab. Drüben ili tefet ein matter Lichtzchein im Zimmer; wie magnetisch davon angezogen, tritt die einsame Frau näher an das Fenster da plötzlich stößt ne einen halb unterdrückten Schrei aus, sie stüt sich mit beiden Hän.den auf das Fensterbrett und starrt mit Mit geöff ncten Augen, als ob sie etwas Schrecklichcs zu Gesicht bekommen hätte. Endlich ermannt sie sich, heftig klin gelt sie. Betti," sagt sie mit rauh tönender Stimme, was weißt Du von drüben, von der kleinen, Klavierlehrerin?" Sie ist vorher gestorben, gnadige kirau," sagte die gefühlvolle Zofe, ach, es foll drüben ein großes Unglück sein. sie haben sie Alle so geliebt." Was was hat 'ihr gefehlt?" fragt die blasse Frau athemlos. Die richtige Krankheit, gnädige Frau, soll, der Doctor nicht gewußt ha den. es wird wohl Abzehrung gewesen sein, oder etwas am Herzen, es war nur ew. schwächliches, zartes Fräulein, sagen die Leute." etti war klug und rücksichtsvoll, sie wollte ihre Herrin nicht weiter aufregen, behutsam ließ sie die Gardinen herab und zündete die Kerzen und die Kronen an. Gut so, gut so," lobte die errcgtl grau, recht viel Licht muß es sein, heut soll es hier noch lustig werden, komm Betti, hilf mir. hier diese 35!u men, Rosen und Veilchen dort auf den Tisch, nun können sie bald kommen, o wüßten sie, wie ich mich danach sehne. so t und nun das Bild hier zu den Blumen gestellt und hörst Tu. Betti.. sag es auch den Andern, daß Herr Lieutnant heut nichts mehr erfährt von drüben, es klingt so häßlich gerade heute. ?!un geh'.' laß mich allein.. Die Pendule hob aus und schlug. ... .Wie Ungeduld die Stunden am oers zahlt. Den Rennplatz müssen sie längst verlassen haben, .... er hat sie nach Haus begleitet, sonst würde er schon zurück sein, gewiß ist er zur Seite des Wagens geritten dann hat er sie hinausgeführt, wie mag dem llc ben Jungen das Herz geschlagen haben, und nun sitzen sie in ihrem jungen Glück und vergessen die alte Mut' ter.... Unruhig durchschritt die Generali da Gemach. In der Straße war's ruhig gewor' ,en, jetzt rollt in der Ferne ein Wagen.
er kommt näher näher. . . ...Die Pferde pariren der Wagen halt, ein anderer folgt und ein dritter. . ..sie eilt an das Fenster, da steigt fchon der General aus. ...sie sind es also.. . deutlich kann sie beim Schimmer der Laterne den rothen Manteltragen sehen und dort aus dem andern Wagen .... Anna; aber wo bleibt er. die Hauptperson, ihr Hellmuth? 'Warum stürmt er nicht allen voran, warum sieht sie nicht seine schlanke, elastische Gestalt zuerst Allmächtiger Gott, was ist das? Eine Gruppe Menschen hat sich angesammelt, jetzt heben sie etwas Tunkles, Verhülltes, aus dem Wagen, wie eine eiserne, kalte Kralle greift es nach ihrem Herzen, sie will rufen, schreien, sie kann es nicht, sie will das Fenster öffnen, ihre Hand fällt zitternd zurück .... vielleicht gestürzt . . . . denkt sie und preßt die Hände an die Schläfen .. ..vielleicht ein Arm- oder ein Bein bruch, was soll'S denn noch sein!" Draußen im Korridor wird es lebhaster. schwere Tritte erschallen, eine tiefe Stille gebietet Ruhe, der Diener kommt, die Zofe stürzt herbei und ringt die Hände. 5!un öffnet sich die Thür ; Frau von Fabern wendet sich, sie fleht den alten General, der wankend, bleich zu ihr tritt, ihre beiden starr herabhängenden Hände ergreift und liebevoll, mitleidig zu ihr spricht, sie hört nicht, was er sagt, sie steht wie versteinert, einer Niobe gleich, sie sieht wie im Traum die Kameraden behutsam die schwere Last hereinbringen, den starren Körper auf den Divan legen, sie regt sich noch imnier nicht, sie sieht den General, der sie fast in den Armen halt, wie irre an. . . . ' Was wollen Sie, was?" ringt es sich endlich hervor, er, er gestürzt. er hat die Hindernisse nicht nehmen können er todt?" Und nun ist Leben in die vor Schreck erstarrte Frau gekommen, mit wildem schritte stürzt sie zum Divan hin. sie hebt die Decke, die des Aermsten Körper verhüllt, sie sieht das bleiche, leblose Antlitz, die gebrochenen Augen, sie fühlt die eisige Stirn, in wildem Schmerz schreit sie aus wie eine verwundete Löwin. Hellmuth. Hellmuth, gieb mir Antwort, s kann nicht fein ; großer allmächtiger Gott dort oben, laß es nicht fein, nicht todt, nicht todt, nicht todt...." Mit zitternden Händen reißt sie die Uniform auf und preßt ihr Ohr an's Herz des Sohnes, dann nimmt sie den bleichen, schönen Kopf in die Hände, und tastet unsicher herum. Ein Schauer ergreift sie, dort sickert noch Blut, sie preßt den Mund wieder und wieder auf die blassen Lippen, sie versucht, ihm durch heiße Küsse Leben einzuhauchen. vergebens, das blonde Haupt fällt leblos starr zurück, diese Augen strahlen nicht mehr, dieser Mund lächelt nie wieder ihr verlorenes (Blud liegt da vor ihr in den Kissen, in denen sie noch vor Minuten ihren seligen Träumen von Glück nachgehangen hatte. Dort steht das Bild des schonen Müdchens, dort duften die Rosen nnd Beilchen; sie steht auf und legt die Blumen in seine kalten Hände. ' Ein junges, unglückliches Kind kniet nun vor ihr und vermischt ihre Thränen mit den heißen Tropfen aus den brennenden Mutteraugen, sie legt den verweinten Kopf in ihre zitternden Hände und flüstert: Mutter. Mutter, ich habe ihn ja so sehr geliebt." Und drüben in dem einfachen Zimmer wacht die treue Schwester bei der geliebten Todten. Original und Eopie. Ter Großherzog Karl August von Sachsen-Weimar.Eisenach hatte einen Kammerlakai Namens Heidenhaus. Eines Abends befand sich Letzterer im Vorzimmer des fürstlichen Gemaches, nnd. da die Ankunft des Großherzogs nicht so bald zu erwarten war, vertiefte er sich zum Zeitvertreib in eine Zeitung. Plötzlich ertönt aus halbgeöffneter Thür die Stimme Karl Augusts: Ist Hage (geheimer Secretär) schon da?" Noch nicht, Hoheit!" ruft Heidenhaus, überrascht von seinem Sitz aufspringend. Die Thüre schließt sich; der La. iai kehrt zu feinem Sitze zurück und nimmt die Lektüre wieder auf. Nach einer kleinen Weile öffnet sich nochmals die Thüre und zu gleicher Zeit vernimmt Heidcnhaus die wiederholte Frage: Ist Hage da?" Nein, königliche Hoheit!" ruft der Lakai mit lauter Stimme; kaum aber hat er das letzte Wort auZgefprochcn, da bricht ne-
benan ein schallendes Gelächter los. Nun weiß Heidcnhaus auch, daß er zum Besten gehalten wurde, daß der Fragende nicht der Großherzog, sondern der geheime Kanzleibote M. war, der die Stimme des Ersteren täuschend nachzuahmen verstand. Der Gefoppte wußte gar wohl, daß er mit einer Op Position die Freunde der Necker über den gelungenen Streich nur noch ge nährt hätte. Er zog es daher vor, ohne auch nur ein Wort zu verlieren, den, Tagesneuigkeiten weiter nachzufor schen. Er sollte keine Ruhe haben, der arme Mann. Ist Hage da?" ruft es abermals. Die' Geduld eines Lakaien kann unendlich sein, aber dem braven Hcidenhaus riß doch der Faden der Toleranz Ei ja scheer' Dich zum Kuckuck, Du Die Thüre schloß sich wieder, leise, ganz leise. Es war der Großherzog selber, nicht sein Nachahmer. der diese letzte Frage gestellt hatte. Als Heldenhaus den veraana der Sache mitgetheilt wurde, gerieth er in urchtvare Wuth. Einen Tag ver brachte er abgeschlossen von Allen in entsetzlicher Angst und Pein. Endlich trat er zaghaft vor den Großherzog und machte' ilene einen Kniesall zu thun. Laßnur",sag!eKarlAugustmitderihm ü..1C j. ;r. eigenen -fcitücnaiöutoigieii, iaj rociß sie haben mich wieder einmal nachge äfft."
!lnk,,tmltche südliche Gäste. Hin und wieder findet unser zei tungslesenoes Publikum des Nordens unter den Stadtneuigkeiten der Tagespresse einen Fall berichtet, daß aus ei7kem Bündel Bananen plötzlich eine Tarantel oder ein Skorpion zum Vorschein gekommen sei. und allgemeinen Schrckken verbreite habe. ?!nr Wenige aber wissen, wie gewöhnlich solche jxälle in den großen Eommissionshetusern und an den Ausladestellen der Frachtdzmpfer sind, und welche Menge südlichen Gethiers auf diesem Wege als ..blinde Passagiere" nach den ?torden kommt. Ganze Bände Noturgeschichte ließen sich über diefe. oft sehr merkwürdigen, aber auch für den Ungewohnten wenigstens, grausige Thiere und Thierchen schreiben. Gar Mancher ahnt nicht, wie lebensgefährlich eigentlich die Arbeit im Dienst der Bananen Großbank' ler ist. Fast in jeder Wagenladung dieses Obstes, welche aus dem Schiff geholt wird, ist das eine oder andere lebende giftige Reptil verborgen und kommt durch das Rütteln und Schütteln der Obstfchichtcn bervor; manchmal zeigte? sich auch est lange darnach in den La-
zerhau fern. Sehen wir uns einige dieser ruppigen GeleLen an. ohne uns an Ort und Stelle ihren Stacheln und Gistzähnen auszusetzen. Sckroarze GüttchZanze. Sehr verrufen unter diesen Bana nen - Berqnügungsreisenden ist eine schwarze Schlange, mit einem braunen Anfing am Hinteren Theil und einer Reihe gelber Queritrcifen hinter dem ungewöhnlich flachen Kopf, welche wie ein breites goldenes Halsband aussehen. Das Steil wird etwa 18 Zoll lang, und die Schiffsleute, welche bekan'ntlich ebenso wahrheitsliebend sind. wie die Jäger und die Zeitungsmenschen. versichern, dan ihr Seife unbedingt todte; doch liegt noch kein no tarieü beglaubigtes Zeugnis darüber ?or. daß irgend Jemand auf diese Weise hätte in's Gras beißen müssen, und Schlangen sind nur zu leicht der Verleumdung oaSqeseyt. da keine von ihnen vertrauenerweckend aussieht. Mit den Banancnlcndungen aus Baracoa kommen die meisten dieser verteufelten Reptilien, manche stammen indes auch aus Jamaica und Eofla Rica. Qetter noch, als diese, stellt sich e,ne indere Schlange ein. die ungefähr zwei Fuß lang ist. von Arbeitern aus unbekanrtem Grunde Diamantschlange z.'nannt wird und gleichfalls, wenn auch nicht in solchem Grade, giftig ein soll Srorpkon. Die Skorpione, vor denen der Mensch schon von Alters her heiligen Respekt hat, sind auch oft zwischen den Ban nen verborgen. Ihre Stacheln grlten nicht gerode für lebensgefährlich, aber wer sie gefühlt hat. dem vergeht die Last zum Arbeiten auf einige Stunden; e, pflegt-feineGeschwul st und sucht in der nächsten besten Schnapskneipe Trost. "In den krsten Minuten nach dem Stich ist der Schmerz ein ganz raender. Der unverschämte Verursacher desselben büßt sein Verbrechen in der Regel unter einem wüthenden Fußtritt. Nicht selten sind unter den ungcrufe nen Gasten auch die Hnndertfüßer, aber nicht die uns Allen gelausigen Qhrenhülcher", welche fchon nieder trächtig genug aussehen, fondern lange, fette Kameroden mit glänzendem durpurrothemLeib und zwei Reihen faffransarbener Beine; die Wirkung ihrer Stacheln wird vsn den Aanaumhänd lern mehr gefürchtet, als die Pocken. So giftig sollen diese purpurnen Unge Heuer fein, daß schon, wenn sie insach über die bloße Haut vahinlausen. ihre Beine eine entzündete reibe Svur hm (erlassen. Wittern sie Gefahr, so sollen sie blitzschnell die Enden ihrer vielen Beinein die Fläche versenken, aus der sie gerade kruchen, so daß es' geradezu unmöglich ist. sie wegzureißen, und das Eindringen dieser Beine in da? Fleisch soll manchmal ichon den Tod zur Folge gehabt baden. Wenn ein Arbeit?? ein solches Wesen von sich krabbeln sieht, bleibt er so ruhig, wie möglich, um es ia nicht zu stören. Us es wieder wegaekrabbelt ist. Dunn allerdings se: ihm der S!:eZeladsatz gnädig
(ÄV Vfe;3r, rf?S'öv .&W Ai$&W.
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Tarantel. Am bekanntesten unter den Spinnen, die sich mit den Banamen einstellen, ist die unter d.'m Namen Tarantel so be rüchtigte Giftspinne. Sie kommt aus ollen Gegenden, aus denen Bananen versandt werden, als ungebetene Dreingäbe, und die Leute, welche beständig das Obst durch die Hände geht, sind stets darauf gefaßt, daß fs ein kleines schwarzes Ungebeuer mit seinen langen haarigen sBcmen die Aeuglcin wie zwei elektrische funken blitzend ihnen die Hosen heraus kriecht; sie kebrcn oder bürsten es so ruhig weg. als ob es eine Raupe oder ein Wassertafer wäre, und in einem pasicnden Äugenblick treten sie es rasch todt, wenn sie keine Lust haben, es einzufangen und zu verkaufen. Meist ist der Rumpf dieser Spinn? etwa so groß, wie das Ende eines Mannesdauincns. mitunter aber kommt auch ein riesiges Exemplar herausgekrochen. welches fich an Forscher oder Euriositätenliebhaber für 61 bis 82 verkaufen läßt. .Der Bis; einer südamerikanischen Tarantel ist stets giftig und in vielen Fällen tödtlichl Das schreckt aber bei diesen und den andern Viehchern" Viele nicht ab. aus dem Lebendigfangen und Verkaufen eine Neben-Jndu-strie zu machen. Es find übrigens auch Hunderte von Gattungen kleiner Spinnen an den Banamen vertreten, und leine dieser wird mehr gefürchtet, als eine ganz kleine rothe, welche man oft nicht eher bemerkt, als bis sie sich Einem an der Hand festgesetzt oder ihren Stachel in das Fleisch gesenkt hat: dann schwillt die betreffende Stelle hoch auf und schmerzt furchtbar. Jzmnkrabb. An Krusten- und Schalthieren fehlt auch nicht, und eines der bemerkend ertbesten darunter ist eine Art Krabbe. Deich? von den Obsthändlern ..Land krabbe" acnannt wird. 5lm Geaensat5 ;u unseren gewöhnlichen Krabben trägt ne ein vuntes uim: oer numps. oer :twa d'k Gröye einer 'Mannshand hat, ist schwarz, die Beine. Scheere und Au zen aber sind flammend roth, und die langen Fühlhörner sind dunkelblau. .lnaemütblicher, als andere jerLdden, sind sie auch nicht. 3 den harmlosen Mitreisenden de? Bananen gehört eine Menge See-Schal lbiere. von denen manche von großer Sch&nhnl sind, ferner eine prachtosZe Scdmetterlinasaattuna mit aroen reißen, roth getupften Flügeln wenn t sich auf eine Perfon niederlassen, vird dies als em Glück-mchen anae!ehen gelegentlich kleine Vogeleier. and die unvermeidlichen Mäuse und Ziatten! Giri Don Juan. Herr: ..Theure Leonore Fräulein: Aber so heiß' ich ja gar Nicht!" Herr: Ah. Pardon, Ludmillak- (für sich) Esel, der ich bin, die Leonore kommt ja erst Nachmittag! Erklärendes Beispiel. Richter (erregt): Anplauschen! an plauschen! Was verstehen Sie unter onplauschen?" Zeugin: I maß ne wie l dös sagen soll: aber wann Jhnt a junges Madel saget, daß Sie a schöner Mann wären. Herr Richttr. dann hätt's Euer Gnaden anplauscht." Enttäuscht. Jr'au des An. geklaUn (zum Vertheidigers: Herr Dulter.' wu iimm! denn r.:ei Menn na hin?" Aber liebe Frau. Sie haben wöhl nich! recht verstanden, er ist p freiJeivrochm." Ach herjeh! Ich dacht' immer, lt wärden em u ü .paar Jahr verssrgtn!Herr: Jshsnn, ich werd' mir das Wein'.rinkkn abgewöhnen müssen!" Diener (nachdenklich): ' Cb ich'S aber auMWn anädiger Herr!
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21 Macht der Muk. In der ..Hildesheimer Allg Zt." lf "en ic;r: Mit der Spitzmeke Die Macht der Minis brachten kiizlich die Blätter eine kine Geschichte kronach ein Bulle, der e:nen Knaben rrsolgte, durch die Kapelle eines Batai!zns der betrencnden Garnison erschre von der Verfolgung abgelösien ud die Flucht ergriffen habe. Dieses vrrreff liche Mittel, wüthende Bullen s rer scheuchen, welches man leider nii immer zur Hand haben kann, zeigt 'iede? die Wahrheit des Wortes: Es ifAlleS schon dagewesen." denn es erinnn oen Einfendcr. einen alten Hildeshener. lebhaft an ein Pendant, welches stavcr etwa 60 Jahren in einer Nacht au der Wiese zwischen Hildesheim und Oäer sum abspielte. Damals und noch ine Reihe von Jahren später waren)!? Heiöesheimer Bürger weideberechtt, wsvon Viele Gebrauch machten üd man sah zur Sommerzr.t jeden Mi gen eine große Kuhheerde aus Damintliore nach den stadtischen Wi, sen ziehen, so auch nach der oben & zeichneten, wo zugleich in einer Bucht dem sogenannten Bullenwinkel". di' für die Heerde nöthigen Bullen, eil ihrer Gefährlichkeit wegen nicht mit ausgetrieben wurden, ihr Nachtczuartie hatten. Zur gedachten Zeit befand sich in Hildeshnm ein Munkcorps unter Di rection eines Spiel in anncZ au? den Freiheitskriegen Namens Wilbelm Watcrmann. dessen Tätigkeit sich beson ders darauf erstreckte, auf den umlie genden Dörfern zum Tanze zu spielen; und trenn die Mitglieder auch nicht gerade Virtuose:: wären, so genügte:; sie doch den Ansprüchen der ländlichen Bevölkerung Eines Sonntags hatten sie in Zchterfum gespielt und dabei nicht unterlassen, nach Musikantenart der Flasche fleißig zuzusprechen. Als sie nun mit Tagesanbruch in sehr an gehcitertem Zustande den Rückweg an traten und in die Whe &s Bulle nwin kels kamen, sahen sie zu ihrem nicht geringen Schrecken, daß die Bullen ausgedrochen waren und direct auf sie losstürmten. Da sprach Watermann die denkwürdigen Worte: Klnneis. hier is kecn annercn Rath as Nummer söben und tni.nricz (27)." Leider bat Niemand erfahren, was da? für eine Com?ositisn gewesen ist böswillige Zungen behaupten sogar. eS fei gar keine gewesen, sondern nue wilde Höllenmusik . aber Thatsache o:b. als küum den Biasinstrumm' ten die ersten Töne entlockt waren, die wüthenden Thiere stutzten und bald da noch in rrilder Flucht das Weite iuch ten. So hatte Watermann durch seine Kaltblütigkeit seine Karc2e vm Unter gange gerettet und war länaere Zeit dn "Held des Tages. Später kam er durch eine Erbschaft in die Lage, als Rentier leben zu können, und war dann unter dem Flamen Der glückliche Wil Helm" eine bekannte Persönlichkeit. In per Vauerttschenke. yvygiyjasj -?-yj r-fciVy rSiJiäJi -X .Trrrr- Zz?&Lä! jp -aaitfa?esatag5ry, - - W: ' ! r , , . . - ... . s Ä . . Vtnitnpcr Ulqi7no)? yutEPt -ir mal. die ganze Wäsche aus meinem Zimmer ist ja schon gebraucht k" Wirth (stolz) :0tk der Herr den. ken wohl, sonst kommt sein Menzch hier übernachten, trtc e?Z" onvervare Hochzeit. Im Monat ONober 17S4ward im Elsaß eine sonderbare Hochzeit geieiert. Der Prinz vn Nassau Saarbrücken vermabtte seinen zwölsjährigen Sohn mit dem achtzekniäkrigen Fräulein v. Montbary. Die Dame sollte nach der Trauung zu ihren Eltern zurückkehren und dort bleiben, bis der Prinz er wachsen sei. Glänzende Fefilichleiken wurden bei dieser Vermählung abge halten. Die gsnZe Umgegend, und vor Allem die benachbarten Höfe, wurden dazu eingeladen. Die Jagden. Lust sadrten und Schm au fernen dauerten drei Tage. Der zwölfjährige KnZde weinte von Morgen bis Abend und war wüthend, der Gegenstand der allgemei nen Neugierde zu sein. Er flüchtete vor feiner Braut und stieß sie von sich, wenn sie sich ihm näherte. Au; dem BaUe wollte der junge Vermählte nicht mit seiner Eemahlm tanzen. Man mußte ihm mit Prügeln drohen, wenn er fortfuhr zu schreien, und ihm Bon bon? versprechen, damit er seiner Ge mahlin die Hand zum Menuett reichte: Sein Vater unternahm es. ihn zu irä sien, indem er ihm ein großes BUder buch zeigte. Darin befand sich auch ein Hochzkitszuq. MI der Prinz diesen erblickte, schlug er daZ Buch zu und rief zornig: Ich will nichts von H:ch;ei,. ten wissen, sie sind gar zu la5.zwk:!iz. und die Braut mit der langen Nale ieh! gerade h aus, wie die m?m:ge. - Kindliches ZartzekuSl. Der kleine HanS ha! zu keinem Ge durlßtag ein Bilderbuch bkktmmen. Plötzlich kommt, er zur Mama geZzufen und fragt: Mama, wißen die Thiere. wie sie heißen?- Nein.' HanS iil'ii neu Seufzer der Erleichterung auz und ru:t: DaSmÜLtö für die Cit! euch Zehr, unangenehm fein." Die Leidenschaft kann einen Schwächlinz zum Riesen und einen Rieten zum Schwächlinz machen.
1 rMJf M & IrW i V M-ÄW irii ÄÄB 4 L fK-'ß3 h V J u .- . i1 r X v M-r- , -ä- 1, vy' , tr . i. ) Mi- & I Vi-Stf i' -3 1
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