Indiana Tribüne, Volume 16, Number 27, Indianapolis, Marion County, 16 October 1892 — Page 3

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Hräsin Jaroii.

fötraaii ton Sa tRfst. (3. Fortsetzung.) Warum hast Du es mir denn nicht gesagt?" Weif Tu nie Antheil nahmst an dem. was ich that. Du fraM mich ja auch nicht danach und als ich Wittwe wurde da nun. wir lic len unZ und werden uns auch heirothen." Wa-a?! Liebt Euch?'. Wollt IjdrailKn? Und das muh ich hören! Nie undni?niner. jüg' ich Dir. hörst Du? Jet geh' mir aus den Augen' Fort'.Sie zsg sich, erschrocken über die maß lose Aufregung des 'Greifes, zurück. Sie hatte sich wohl gedacht, daß ihr Be kenntniß ihn schmerzlich treffen würde, aber auf einen solchen Wuthausbruch dcZ sonst so ruhigen Mannes war i doch nicht gefaxt. ES thu: in r leid, dachte sie. aber eZ ist thöricht von lhm. so aufzubrausen, alZ hätte ich Gott weiß was begangen. Cr wird doch nicht glauben, daß ich immer trauern und weinen werde un den guten Leonhard? Er sollte sich eher freuen, dag ich ihm nicht immer zur Last bin. das; er mich los wird. Vom ersten Augenblick an konnte er mich nicht leiden, er hatte es ir ja selbst gesagt. Zu ihrem nicht geringen Verdrusse fand sie am andern Tage, als sie nachmittags wieder zu ihrem RendezvouI sich einfindm wollte, die Hausthür ver schlössen. Marianne, machen Sie aus!" gebot sie der Haushälterin mit strenger, gerunzeUer Stirn. Was soll denn da? bedeutend" Die Haushälterin schüttelte unwillig den Kops. .Es ist das Verbot des gnädigen Herrn...Was?!" ries Sicglinde. .Verbot! bin ich denn in dem HauI eine Gesan gene?" Das nicht, gnädig? Frau, aber naMrlich ist es. wenn der Professor bös ist. Als man ihm von Ihren Zusammenküttften erzählte, ist er ganz blaß geworden, so Maß, daß ich dachte, er falle todt um. Mit beiden Händen hat er sich an dem Tijch gehalten. Ich wollte ihn beruhigen, aber da kam ich schön an. Zusperren!" rief er. Las sen Sie das " nun ich will es lieber nicht einsprechen, wie er Sie nannte. Er brsahl. das ich Sie nicht hinaus und den Obersten nicht hereinlassen dürfe, und deshalb ist die Hausthür zugefchlo?sen." ..Seid Ihr denn alle närrisch?" rief Sieglinde. glaubt Ihr denn, daß ich das dulde?" Na, sehen Sie, gnädige Frau, es ist halt gar so früh nach des jungen Herrn Tod, warten Sie nur noch ein paar Monate, dann wird sich der Herr Proftsjor schon besinnen und erweichen lassen. Es ist ja natürlich, daß ihm der Gedanke wehthnt. daß sein lieber Sohn so bald von Ihnen vergessen wurde, schonen Sie den alten Mann, dann wird noch alles gut werden. " ' Sieglinde ging zurück in ihr Zimmer und dachte nach, was nun zu thun fei. sie wunte, das; Bergh sie mit Ungeduld erwartete. Wenn er nun selbst käme, welchen Empsong hätte er von dem närrischen Schwiegervater zn gewärtigen? Mit pochendem Herzen Karrte sie Stunde aus Stunde, aber Niemand jvrrr fll't.'M WtWft r itinr.i lrt -mit dem Schwiegervater sprechen, ich lass.! vv Kitlllt teuere mich getrost aus Bergh. ihm kann ich mich anvertrauen, er wird es vicht erlauben, daß man mich gefangen tiü, kr wird lern tt 5t schien Manne sein Unrecht vorhalten und mich au? diefcm elenden Leben erlösen. Wie sie gchacht, so kam es auch. Vcrgh fuhr schon am nächsten Pormittage vor. und sie flog ihm die Treppe herab entgegen und hatte sich beinahe in Gegenwart Mariannens in seine Arms gestürzt. ..Gott fei Tank, daß Du Sie nicht krau! sind", sagte er, ihr die Hans küssend. lrum Kilt Tu gestern nicht gekommen?" fuhr er leise fort. ich habe draußen gewartet, bis fünf Uhl." ' Weit man mich gefangen hielt." Gefangen? Wieso? Tu wirst alles hören, er ist wüthend, ich weisz nicht warum, aber hier ist er ja." Bergh begrüßte den alten Mann, der, todten bleich, seinen Gruß unerwie fceri ließ. Mein Herr", fing er mit zitternder Stimme an, was muß ich von Ihnen, von einem Manne in Ihren Jahren und iN Ihrer Stellung hören? Haben Sie so wenig Achtung vor der Frau Ihres Kameraden? Herr Oberst, ich verbitte mir Ihren Besuch in meinem Hause und verbicteJhnen den Umgang mit meiner Schwiegertochter." Ich staune über Ihre Erregung, Perr Professor, die ganz ungerechtfer4igt ist. Ich liebe Sieglinde und bitte Sie um die Hand derselben." Nie!" schrie der Professor dunkel. Toth vor Zorn. JVit gebe ich die Er Zaubnis." Bergh sah den bebenden Mann pxiX send an. die rollenden Augen, die Uu chende Brust, die zitternden Lippen. Herr Professor, fassen Sie sich." rief er voll Erbarmen mit dem Greise, Bit sind krank." Nein, schrie der Professor, ich bin leider nur zu gesund und wiederhole Ihnen, lassen Sie mich in Ruhe mit Ihrer Werbung; nie und nimmer gebe ich meine Einwilligung. . Aber was können Sie gegen mich haben?" Wer kann mich zwingen zu reden? schrie der ProZeflvr. Genug der Worte, entfernen Sie sich endlich. Ich ich hasse Sie fort aus meinen Augen!" r Der Oberst schüttelte erstaunt den Kopf; offenbar, der Mann war nicht

bei Sinnen, man konnte jetzt nicht mit ihm reden. Warten wir." sprach er zu Sieglinde, das Mißverständnis muß sich aufkläre:,." Bleib!" herrichte der Professor Steg linde an. als er sah. daß diese sich mit Bergh entfernen wollte: aber er sprach zu tauben Obren. Mit eine ununfli gen Geberde schritt sie mit dem Oberst aus dem Zimmer. Nun hast Tu es selbst gehört." flii sterte sie ihm mit Thränen in den Au gen zu, gehört und gesehen. Er wird nie seine Einwilligung zu unserer Verheirathung g?ben." Wir brauchen sie ja auch nicht' lächelte er. er hat kein Recht über Dich. Welchen Einwand könnte er denn erheben?" t Ter Herr Professor wünscht, gnadige Frau." unterbrach sie da die Haushälterin, daß Sie zu ihm kommen." Schon gut. Marianne. Also auf Wiedersehen. Herr Oberst." Was willst Tu. Schwiegervater? Marianne sagte, Du wünschest mich zv sprechen." ..Kind, Kind, welch einen Jammer hast Tu über mein Haus gebracht!" rief er die Hände faltend und sie mit kummervollen Blicken anschauend, vcrsprich mir bei dem Andenken Leonhards. daß Du Vernunft annehmen, daß Tu jeden Gedanken an diesen Mann ausgeben wirst." ..Sage mir erst warum ich es thun soll." Er preßte beide Hände an die Schläfe und rannte, stöhnend einige Mal im Gemach umher, als empfinde er einen unerträglichen, heftigen Schmerz, dann blieb er stehen und stampste mit dem Fuße .Nun. sprich endlich, sage, welchen Grund hast Tu?" (ir sah die junge Frau verwirrt an. Weil ich eS einfach verbiete," stot terte er. ..Ich bin felbftständig und kann heirathen, wen ich will." ..Nein." schrie er, den Obersten nicht." Warum gerade ihn nicht?" Weil er weil er ein schlechter Mensch ist." rief der Professor, ein grundschlechter Mensch. Sei vernünftig, Sieglinde. es wäre Dein Unglück," stöhnte er. Wochen schwanden dahin. Sieglinde blieb eingeschlossen .und Bergh wartete taglich auf sie. äff gnädiger Herr, es ist fervirt."

Professor Adensbera letzte sich mit einem schweren Seuf er vor den Tisch und blickte wie fragend auf Marianne. Sie verstand seinen Blick, zuckte aber nur mit den Achseln. ..Hast Tu der Schwiegertochter qe sagt, daß die Suppe ausgetragen ist?" Tie lyrau Hauptmann". antwortete Marianne, ist heute schon nicht zum frühstück herunter gegangen, und als ich ihr dann später die Chokolade hin auftrug, önnete sie mir nicht einmal die Thür. Auch vorhin, als ich meldete, daß fcrvirt fei. bekam ich keine Antwort. Sie izt zornig, daß fie nicht mehr in die Stadt darf; übrigens, wenn Sie es mir nicht ungütig nehmen, ich meine, wir sollten die junge Frau ichs :o einsperren." Wenn sie aber nicht gehorcht", fuhr der Professor zornig auf, geh' und sag', daß ich nicht gesonnen bin. noch länger zu warten, sie foll äugen blicklich kommen." Marianne entfernte sich, kam aber schon nach einigen Minuten wieder zu.lück. .Herr Prosesssr," tief sie in großer Erregung, es muß cüiffl Besonderes fein, sie giebt ga: leine Antwort." Pah." rief er. sie geberdet sich wie ein ungezogenes Kind. Laß sie fchmol len, wenn sie Hunger hat, wird sie schon essen." Herr Professor, ich fürchte fie ist " Was denn? Lan mich doch in Ruhe." Co gleichziltig er sich auch stellte, eine geheime Angst verdarb ihm doch den Appetit. Nach Tisch erhob er sich, stieg die Treppe hinauf und klopfte an. Keine Antwort. Mache auf, Sieglinde, ich befehl' es." Todtenstille. Wenn Tu nicht gehorchst, lasse ich ausiprengcn." Nichts' rührte sich, er bückte sich und horchte mit angehaltenem Athem am Schlüsselloch. Herr Proftfsor, ich glaube, sie ist gar nicht im Zimmer." Warum glaubst Tu das?" Wäl " sie erinnerte sich jetzt, daß in der Frühe der Riegel der Hausthüre zurückgeschoben war. Erst beachtete sie es nicht und dachte, sie habe gestern Abend vergessen, den Riegel vorzuschieben. Jetzt wußte sie, daß es die juw ge Frau gethan. Nun?" fragte der Professor, waZ "innierst Tu?" Ich fürchte, sie ist fort," Ter.Professor entfärbte sich. Mein Himmel!" stöhnte er. Lauf, hole den Schlosser, die Thüre muß er brachen meiden." Kurz nachher flog die Thüre krachend auf. Das Gemach zeigte eine Unordnung, als ob die Bewohnerin sich eben zur Reise gerüstet hätte. Die Schub lad? des Kastens waren alle auf, allein nur wenig schien eingepackt zu sein? denn Wäsche und Kleidungsstücke lagen noch umher.' Das Bett war unberührt, auf dem kleinen, altmodi sehen Schreibtisch bemerkte der Professor einen Brief. Heftig ergriff er ihn. Als er sein Adresse las, zitterte er so stark, daß er sich setzen mußte, er wußte nun, daß sie ihm entflohen, um nicht wiederzukeh ren. Er öffnete das Schreiben, es ent. hieZt nur emige Zeilen: Er möge ihr verzeihen, daß sie auf solche Weife sein HauS verlasse, sie lege seinen Namen

ab, da sie binnen kurzem die Gemahlin des Obersten. Bergh werde. Mit einem lauten Aufschrei, der mehr einem Fluche glich, warf er den Brief zu BodLn. Beeile Äch. dm Hut. drnRixk!" Aber, gnädiger Herr. Sie haben ja noch Ihre Hausschuhe 'an." Hab keine Zeit mehr." rief er und lief so rasch, als es seine alten Glied?? vermochten, den Weg zur Stadt cnt lang. Sein erster Gang war zur Komman dantschast. um nach der Wohnung des Obersten Bergh zu fragen. Dann fuhr er mit einer Droschke in die angegebene Straße. ..Wohnt hier der Oberst Bergh?" Zu dienen." antwortete der zuvorkommende Lakai. Melden Sie mich, da ist meine Karte." Während der Lakai die Karte in Empfang nahm, blickte er den alten Mann spöttisch lächelnd an. Der Herr Oberst ist nicht hier,sprach er. Was? nicht hier? wo ist er denn?" ..Aus feinem Gute." Auf welchem Gute?" Waldricth." Wo liegt es?" Bei Grasing." Mein Gott, welch ein Aufenhalt. tief der Professor und eilte auf den Bahnhof, nm sich zu erkundigen, wann der nächste Zug nach Grasing gehe. Im Moment ist einer abgegangen, der nächste geht zehn Uhr Abends." Bestürzt eilte er heim, heute noch wollte er die Reie antreten. Die Zeit däuchte ihn eine Ewigkeit. Die Hände auf den Rücken gefaltet, das Haupt zu Boden gesenkt, schritt er unruhig auf und ab. Vergebens suchte ihn Mari anne zu trösten, er hörte nicht, was sie sprach. Schon um sieben Uhr ging er wieder nach dem Bahnhof. Endlich saß er im Waggon, der Zug setzte sich in Bewegung der Prcföksor stieß einen Seufzer der Erleichterung aus. Es war halb wölf Uhr Nachts, als er in Grasing cnka n. Er ging in das nächste Gasthaus des Ortes und fragte, ob er einen Wagen nach Waldrieth bekommen könne. Heute nicht mehr," sagte mürrisch der Hausknecht, aber ein Zimmer für die Nacht kann der Herr haben." Aechzend legte sich Abensberg zur Ruhe, aber er konnte kein Auge schlic ßen. In den ersten Morgenstunden stand er auf und befahl einzuspannen. Das Schloß, daß man schon von weitem sah, war ein einfacher vierecki' ger Bau. Näher kommend gewahrte der Professor, daß das Thor mit Guirlanden, Kränzen und Fahnen geziert war. Bei diesen festlichen Zeichen erschrak er. Was bedeutet denn das?" fragte er den Kutscher. Der Herr Oberst hat gestern seine Hochzeit gefeiert." Der Professcr sprang aus dem Wa gen. Ein Diener trat ihm entgegen und fragte nch seinen Wünschen.' Ich möchte den Herrn Oberst fprcchen. sogleich." Der Herr Oberst sind nicht hier." Wie? man hat mir doch gesagt, daß er gestern " Hier getraut wurde", ergänzte der Diener. ..dem ist auch so. allein gleich nach der Trauung ist die Herrschaft abpreist." Ganz gebrochen ließ sich Abensberg auf eine der Gartendänke, die vor dem Schlosse standen, niedersinken. Wer ist denn die Braut?" fragte er den ihn erstaunt betrachtenden Diener. Eine sehr schöne junge Dame, eine Wittwe mit Namen Sieglinde Abens d?rg." Nun ist nichts mehr zu ändern.murmelte der Professor, ich that nach besten Kräften es zu verhindern." Biite wollcnSie nicht eintreten und eine tlcine Ersrifchung zu sich neh men," sagte artig der Diener. Kopfschüttelnd stieg der Professor wieder in den Wagen und fuhr zur Station. Jetzt da es unumstößliche Gewißheit war, daß Sieglinde sich vermählt hatte, fand er mehr Gemüthsruhe. Mit gu tem Gewissen konnte er sich sagen, daß er sein Möglichstes gethan, um diese Heirath zu verhindern. Er gedachte des Hochzeitstages seines Sohnes, eine tiefe Wehmuth überkam ihn. Ach, schon damals war ihm bang zu Muthe, bei der stillen Hochzeit, welche gar nicht nach dem Geschmacke der Braut war. weil sie ihre strahlende Schönheit Nie mand anderen zeigen konnte als dem Bräutigam und dessen altem Vater. Dann schweiften feine Gedanken noch weiter zurück zu feiner eigenen Trauung mit feiner Marie. Auch eine stille ruhige Hochzeit und cim stille, ruhige Braut, die keinen Anspruch darauf machte, daß man sie oder ihr schlichtes Kleid bewundere, und welch ein unbeschreibliches Glück hatte er durch dieses einfache treue Weib genossen! Wie war sie doch stets bemüht, sein Leben zu er h.'itern! Er war ihr Alles. Welch eine tiefe, innige Verehrung hatte ihm diese Frau geweiht! Und als dann der kleine Leonhaid aus der Bahn des Lebens erschien, welch ein Angstgefühl hatte damals den Professor übcrschlichen, weil erdachte, daß er nun in dm Hintergrund treten müsse, daß die Seele seines Weibes mit dem klci nen blonden Knaben ausgefüllt sein werde. Wie hatte er gelitten! welch eine Eifersucht hatte ihn gefoltert! Aber den ersten Platz im Herzen seiner Frau hatte doch nur er eingenommen, das Kind hc dm Water nicht verdrängt. Und dann, als sie sterbend vor ihm lag, wie rührend hatte sie ihm gedankt sür das hohe Glück, das sie durch ihn empfangen. , . IV. Kapitel. Tiefe Stille herrschte im Palais Da itxt in Paris. Die Diener wagten kcum mit einander zu flüftern.eeräusch.

Ui schlichen sie hin und wieder über di,

mit dicken Teppichen belegte Treppe hinauf, um dort die Befehle der Kran kcnwärterinncn entgegenzunehmen. Vor dein Palais hiclicn drei Doktor chaisen: sie standen schon lange, rrohl kinc stunde. Die Kutscher Mtcn ttnruüig aui ihren hohcn Sine:, zimher oder stiegen ab und gingen einige Male um den Wagen herum, dann standen sie zusammen und plauderten von ihren Herren und ihren eigenen Angelegenheiten. Oben in einem der Salons befand sich Henri Tlziondille. mit bleicher, verstörter Miene und horchte den Aussprüchen der Aerzte, welche eben ein Consilium gehabt hatten. Herr Graf, fassen Sie Muth, wir hosscn wie der Herr Professor Etoile

das Beste, die Gefahr ist vorüber. Ruhe natürlich ist nothwendig. Ihre Kusine muß absolut vor jeder Ausregung bewahrt bleiben." Thionville seufzte und geleitete d?e beiden Herren bis zur Thür, dann kehrte er zu Etoile zurück. Und Sie hossen wirklich?" fragte er. Ja sicher! Sie können sich getrost beruhigen. Ihre Kusine bat eine gute Natur und eine ausgezeichnete Pflege. Und. Herr Graf, die Nachrichten von MiUccroir, ich muß Ihnen gestehen, daß ich sehr erstauz.t war. als ich nach Paris zurückkam und die Ereignisse erfuhr, die sich wahrend meiner Abwesenheit zutrugen. Die Gräsin todtkran!. Und warum ließen Sie ihn denn nicht in da Hotel Dieu bringen?" .Weil er. wie Sie wissen, der Schütze ling meiner Kusine war. und dann ließ ich ihm ja die srcie Wahl. Seit meine Kusine so krank wurde, sehnte er sich aus Paris fort. Ich trug ihm Millecroix an, er acccptirte mit Freuden. Jean begleitete ihn, wir halten keine Ahnung, daß die Reise so schlimm aus fallen könnte." Sie dürfen es Ihrer Kusine vor de?' Hand nicht sagen." rieth der Arzt. Imtürlich nicht." stimmte Henri bei. obwohl ich es unpassend fand, daß sie solchen Antheil an dem Deutschen nahm." Ter Arzt zuckte die Achseln und em pfahl sich. Henri blieb noch längere Zeit im Salon. setzte sich im Fauteuil und sann nach. Seine Gedanken mußten sehr peinlich sein, denn er stöhnte, snh? sich mit beiden Händen durch die Haare und trocknete sich mit dem feinen Batisituch die feuchte Stirn ab. Es ist nicht mehr zu ändern." mur mclte er. stand hastig auf und ging in das Zimmer seiner Kusine. Eine alere jzrau trat lhm entgegen. Wie geht es?" flüsterte er. Gut." nickte sie. Glauben Sie, daß ich sie sprechen darf?" O ja, Herr Graf, der Professor hat es erlaubt, denn ich sagte ihm. wie besorgt und unglücklich Sie sind." Haben Sie doch die Güte. Schwester Ma i a'Martha, und fragen Sie zu erst ob sie nu& sehen will." Die Sch'.ener schritt an das große. mit himmelblauer Seide umh.ngcne Bett und sage der Grünn, das; ihr Bet' ter da sei. Eecile machte eine schwache Bewegung mit dem Kopf und reichte dem sich leise Nähernden ihre Hand. Er beugte sich über dieselbe und drückte einen langen, innigen Kuß darauf. .Henri, wie geht es' ihm?" fragte sie. Eine Nöthe erschien auf der Stirn des Grafen. Du fragst immer nur nach ihm, erwiderte er ungeduldig, warum fragst Du nicht nach mir. nach meinen schwen Sorgen um Dich." .Du bist gesund, aber erEs geht ihm besser," sagte er langsam. Gott sei Dank." flüsterte sie. der Professor wollte mir gestern auf meine Frage nicht antworten, er wich mir aus und fage, er habe ihn noch nicht gc .ehen, feit er wieder hier ist. Wer hat ihn denn während der Abwesenheit Etoiles behandelt?" Henri erröthetc wieder. Wer? fragst Du. Aber Kind, ich weiß es wirklich nicht, wie der Arzt hieß, ich glaube, wenn ich nicht irre, war es Autin." Dn weißt es nicht? O He?:, wie herzlos Du bist, geh, ich will allein sein." Gehorsam schlich er wieder hinaus. Am nächsten Tage, als er die Kusine besuchte, fragte sie wieder nach AbenS bcrg. s. Höre Eecile." rief der Graf, Profester Etoile hat es strengstens verboten, daß Tu Dich aufregst, alfo thue mir den Gefallen, und laß Dein Fragen." Henri! ich weiß nicht aber es kommt mir vor, als sei nicht alles in der Ordnung. Ich mißtraue Dir. Du umgehst' die Wahrheit, darum bw ich so unruhig." So laß Dir sagen, daß der Deut sche verlangte. v" Was verlangte?" unterbrach ihn Eecile und sah ihren Vetter erwartungsvoll an. Er wünschte aus Paris fortzukommm." Du lügst, schrie sie heftig. Wenn Tu so ungestüm bist, wert ich schweigen." Nein, ich befehle, rede, sage mir ,Nes." ..Da ist nicht viel zu sagen." erw! derte er so ruhig und gelassen, als sp:eche er von etwas ganz Gleichgiltiz:m. Als er erfuhr, daß Du trank geworden, sehnte er sich fort." Fort?" wiederholte sie ungläubig und schüttelte den Kopf. Ja. das heißt nicht in seine Hei math, aber er wünschte aus'S Land, da schlug ich ihm vor ich glaubte in Teinem Sinne zu handeln,, wenn ich jeden seiner Wünsche erfüllte also ich schlug ihm vor. Aufenthalt aus meinem Gute Miller.?!; zu nehmen." Pfui, Henri! wie konntest Tu das

thun! die Entfernung, das einsame, öde Schloß!" ..Er hat aber doch sofort einge willigt." Wie? also er ist nicht mehr in mti mm Hausc?" Wenn Du nicht ruhig sein kannst, werde ick keine Silbe mehr sagen." Wo ist Abensberg? Was hast Du mit ihm gemacht?!" Nichts anderes, als ihm den eigenen Willen gelassen, er ist in Milleroix." O mein Gott! o mein Gott!" stöhnte sie. ..Ich wünschte, ich hatte Dich belo gen." sagte er, Etoile rieth. man solle Dich nicht ausregen, da Dich aber die Wahrheit so unglücklich macht, wäre es besser gewesen, ich hätte sie Dir vorent halten." Welche Nachrichten hast Du über ihn? Wer pflegt ihn? welchen Arzt hat er? wie geht es ihm?" ..Besser; er hat eine ausgezeichnete Pflege und einen tüchtigen Arzt, also sorge Dich nicht, fei ruhig und werde erst ganz gesund, dann wollen wir das Weitere mitsammen besprechen. Einmal mußtDu ja doch wieder vernünftig werden, Eecile; seine Frau würde sicher nicht erfreut sein, wenn sie wüßte, welch reges Interesse Du an ihrem Gatten nimmst." Schweig. Henri, herrschte sie. Ich gehe schon, eben ist auch der Professor angefahren, er wird schön zanken, wenn er sieht, wie Du Dich aufgeregt hast." Etoile war tvirklich sehr unzufrieden, als er seine Patientin sah. WaS hat es denn gegeben, Kind? fragte er sich über sie beugend, so raschen Puls und so rothe Wangen?" Wisen Sie schon, daß Äbensöerfl niut mcur da ist?" Etoile schrak sichtlich zusammen. Wer hat es Ihnen gesagt," forschte er. Henri, glauben Sie, daß auch nur ein Wort wahr ist? Abensberg hätte verlangt, aus Paris gebracht zu werden. welch eine Lüge! O, daß ich so schwach und elend daliegen muß! Ich bitte, ich beschwöre Sie, nehmen Sie sich seiner an." Kind, Kind, ruhig! Vor allen Dingen fassen "Sie sich. Eecile! Sie waren doch sonst so besonnen und vernünstig. Ich muß wirklich Ihrem Bet ter recht geben, auch mir gesällt es nicht mehr, daß Sie so übergroßen Antheil an dem Deutschen nehmen. Werden Sie erst gesund, dann können Sie Ihren Schützling wieder selbst pfle gen, wenn er dieser Pflege noch b )arf." Sie wollen damit sagen, wenn er dann noch lebt," ächzte sie. Ach mein Gott! ich wünschte, ich wäre statt seiner gestorben, wie gerne ginge ich heim. Das Leben ist mir eine Qual! Die Zukunft schrecklich, ich kann gar nicht daran denken. Und seit Henri so niederträchtig gehandelt, seit er den Sterbenden aus meinem Hause, ohne mein Wissen und Willen hinterlistig entfernt hat. seitdem hasse ich ihn. Nie. nie werde ich sein Weib. Nichts hätte ihn mir mehr entfremden können als dic.e Schlechtigkeit. Sagen Sie es ihm. Herr Professor, ich bitte Sie. Lie ber sterbe ich. als daß ich diefem Menfchen meine Hand reiche. O erbarmen Sie sich, nehmen Sie sich des hilflosen Verwundeten an, thun Sie es mir zu liebe, denn ach vor Ihnen will ich kein Geheimniß haben. ja, ich liebe ihn! Ich liebte ihn vom ersten Augenbkickc an. als ich in seine Augen sah. Um meinetwillen erbarmen Sie sich sein.r." Der Zustand der Gräfin verschlim merte sich wieder. Der Tod stand lauernd vor ihrem Lager und verlangte Aach seinem Opfer. Aber die uner müdliche Sorgfalt Etoiles und die gute Natur Ceciles errangen den Sieg. Sie genas, aber nur sehr langsam. Mit großer Behutfambcit wachte Etoile, daß keine neue Aufregung stattfinden konnte, weshalb der Graf lange Zeit das Verbot erhielt, seine Braut besuchen zu dürr sen." Sie saß auf einem Fauteuil am Fen ster und sah sehnsuchtsvoll zum tief blauen Himmel auf. Wenn ich nur wüßte, wie es ihm geht." flüsterte sie. entweder ist er ge nefen oder todt. ES ist doch grüßlich, daß ich es nicht weiß; o, die grau samen Menschen!" Da kam Henri und barchte ihr einen köstlichen Strauß Rosen, die er ihr in den Schoß legte. Etoile hat mir endlich erlaubt. Dich zu besuchen." rief er, und wollte ihre Hand erfassen, um sie zu küssen, was sie aber mit einer raschen Bewegung zv verhindern wußte. Sage mir endlich ehrlich, wie es Abensberg geht." Nun." rief er, das ist ein schöner Empfang. Seit Wochen bin ich aus Deiner Nähe verbannt, ich schmachte darnach. Dich zu sehen, und das erste Wort, das ich von Deinen Lippen höre, ist die Frage nach dem v Deut schen. Vergißt Du denn ganz, daß Du als meine Braut mir Rücksicht schuldest?" Ich bin nicht mehr Deine Braut, Henri. Hat Etoile es Dir nicht gejagt, daß ich mein Wort zurückgenommen, Zeit ich" Sett Du Dich in einen Anderen verliebst-hast. Aber, mein Täubchen, diesen Andern kannst Tu nie und nim mer haben. Du wirst so vernünftig sein und Dich nicht zum Gefpötte der Welt machen." Ich werde überhaupt nicht heira then." sagte sie ruhig. Den Deutschen sicher nicht, dafür hat Gott gesorgt." , Eecile sprang jäh vom Fauteuil auf, die kostbaren Rosen fielen zu Boden. Was willst Du damit sagen?" ries sie. Daß Gott Dich von ihm für immer mer getrennt, sei vernünftig, eö war ja voraus zu sehen. Allmächtiger!" stöhnt pe und sank aus den Fauteuil zurück.

Er war ja längst von den Aerzten aufgegeben." suchte er sie zu beru higen. fein Tod kann Dich nicht über raschen." Wo und wie kam es?" fragte sie and wandte ihm ihr todtenbleiches Geficht zu. Er wünschte fort ich glaube, es war der Tod. der ihn trieb ohne grausam zu sein, konnte ich mich seinen Wünschen nicht wider seken. Auf der Reise starb er." Wo ist er begraben?" fragte sie. Auf dem Kirchhose von Millcroi;. Kam niemand von feinen Leuten?" fragte sie weiter. Nein, ich schrieb es seinem Vater und dem Oberst Bergh. Beide dank ten mir schriftlich." Und sein Weib? kam auch sie nicht?" Nein, mir ist nichts davon bekannt, sie würde sicherlich zu Dir gekom men sein, um sich zu bedanken zur die außerordentliche Liebe, die Tu ihrem Gatten weihtest," setzte er höhnisch hinzu. 0 mein Gott," ächzte sie. Aber Eecile. so sei doch nur vcr .tünftigt." siug er wieder an. und gieb Dich nicht so thörichten Gedanken hin. Gehen wir zusammen fort von hier,

neue Eindrücke, neue Bilder werden die r krankhaste Einbildung Deiner Seele verscheuchen." Wir sind getrennt, laß mich." ruf sie. laß mich allein. Deine Gegenwart thut mir weh." Als er sich entfernt hatte, sank sie auf die Knie und verbarg ihr Gesicht in beide Hände. Lange blieb sie so, dann erhob sie sich und seufzte: Ich glaube es nicht, nein, ich glaube es nicht!" Professor Etoile. Sie kennen mich ieit meiner Kindheit, ich weiß, daß Sie mein Freund sind." sprach Eecile. werden Sie mir eine Bitte erfüllen, von der die Ruhe meines Lebens abhangt? Werden Sie mir in einer trau rigen Angelegenheit beistchen?" Wenn jch Ihnen dienen kann. Kom tesse, rechnen Sie auf mich. Sie brau chen keine langen Umschweife zu machen; also was ist es?" Ich glaube nicht, daß Abensberg todt ist." Ah!" rief der Professor auffahrend, was soll das heißen, was wollen Sie damit sagen?" Das, was Sie so gut wissen wie ich. Herr Professor. Sie wissen, daß Henri eifersüchtig, herrisch, eigensinnig ist. daß er mich zwingen will,' seine Gemahlin zu werden. Er sah in Abensberg das Hemmnis, deshalb schaffte er ihn, wäh rend ich besinnungslos dalag, weg." Aber Kind, bedenken Sie doch, das wäre ja ein ganz gemiineZ Verbre chen." Ich will damit nicht sagen." fuhr sie erregt fort, daß er ihn tödtetc. nein, aber er hat ihn irgendwo ycrborgen, und diesen Ort ausfindig zu machen, sollen Sie mir helfen. Ich werde nicht eher ruhen, bis ich ihm auf der Spur bin. bis ich ihn finde. Sehen Sie denn nicht, daß mich diese Ungewißheit auf reibt, daß ich in dieser Unruhe zu Grunde gehe?" Ich fehe allerdings, daß Sie sich in einem sehr aufgeregten Zustande befin den. und ich muß Sie inständig bitten, sich etwas mehr zu beherrschen und nicht Ihrer tollen Phantasie nachzuhängen. Sie träumen mit offenen Augen am Tage." Nein, ich fühle es hier in meinem Herzen, er lebt." Bedenken Sie. in welch einem Zu stände er war. ich würde e für ein Wunder halten, wenn er noch aus Er den weilte." Sie wzll: mir also ?.ich! beiflchen? Sie halten zu Henri? Sie lieben ihn mehr als mich?" Nein, Komtesse, Sie irren; aber ich kann Ihnen nicht recht geben, wenn Sie den Mann, der Ihnen von Jugend auf als Gatte bestimmt war, auf solche Art kränken und demüthigen. Er liebt Sie, es ist erklärlich, daß ihm die Veränderung, die in Ihrem Gemüthe vorging, schmerzlich ist, Sie haben sich sür Abcnsbera wirklich in unverantlicker Äeife geopfert; dadurch haben Sie Ihren Berlobten aus den Gedanken gebracht, daß Sie den Deutschen lieben; denn so wie Sie ihn pflegten, so pflegt nur 'die tiefe, heiße Liebe des Weibes." Eecile erhob sich und stellte sich mit verschränkten Armen vor den Arzt. Wer kann cZ mir wehren, daß ich ihn liebe?" Die Treue," erwiderte er ruhig und ernst. Ihr Wort, daß Sie dcm'Grasen Thionville gaben." (Fortsetzung folgt.) Die Lieblingslektüre. Man unterhielt sich in einer Gesell schaft über Literatur, und Jeder nannte seine Lieölingslektürc. Ein älterer Herr, der biZöer an dem Gesprach nur zuhörend Theil genommen hatte, wurde schließlich auch nach seiner Lieblingslcktüre gefragt. Die Speise karte!" antwortete er phlegmatisch, aber sehr bestimmt. Nur einen Fehler. Jemand pries die Schönheit einer Dame und hob besonders die Zaztheit und Weiße ihrer Haut hervor. Ja wohl!" sagte ein Anderer, sie hat eine sehr weiße Haut, nur hat diese einen Fehler." Und der wäre?" fragte der Preise? im Zweifelstone. Sie färbt ab!" entgegnete der , Andere trocken. Ein Marg i n a Ire i m Kai ser Josephs. Eine Dame in Steier mark, Namens Kemder, bat den Kaiser Joseph, ihm ihre Gedichte widmen zu dürfen und sandte diese im Manuskript nn. Ter Kaiser schrieb eigenhändig an den Rand der ersten Seite. Mei. e werthgeschätzte Kemder! . Mach' Sie, statt der Berfe, Hemdcr!"

Der EselSrükken.

Der österreichische Feldmarschall Gras Montecuculi hatte einen Adjutanten. Namens Eicozna, der zwar tapfer und von gutem Eemüth. aber auch unend. lich beschränkt war. so daß er ihn nur in seiner Stellung beließ, weil es an hoher Stelle gewünscht wurde. Freilich mußte er dem witzigen Feldmarlchakl oft als Stichblatt dienen, und diese, nannte ihn seinen Vertrauten gegenüber nur feinen Generalstabs-Efel"'. Als Montecuculi am l. August 1064 bei St. Gotthard in Ungarn den Groß, vezier Muhammed Körr'ili aufs Haupj geschlagen hatte, verlangte er noch aus dem Schlachtfelde nach Papier und Bleistift, um sofort die erste flüchtigk Nachricht an den Kaiser zu senden. Ohne Zögern riß Cicogna ein Perga mentblatr aus seinem 'Notizbuche und reichte es dem Vorgefetzten. Bei dem Mangel eines Tisches stellte der allzeit dienstfertige Adjutant seinen Rücken zur Verfügung und lachend schrieb dee Marfchall nun folgende Depesche: Kai serliche Majestät! Habe mich seit heute früh 9 Uhr mit den Türkenhunden herumgebalgt und endlich die Bestie Körnli aus's Haupt geschlagen. Ler hoffe. Kaiserliche Majestät werde er freut fein. Geschrieben auf dem Rücken eines E'els, im Lager von St. Gotthard". .Hier", sagte er. verschmißt lächelnd zu dem Adjutanten, schreibt mir daZ Blatt noch einmal ab und dann mag es ein Courier zu Pferde sofort nach Wien bringen". Eicogna folgte unter Benutzuna einer Trommel dem Befehl, heimlich beobachtet ron dem Marfchall und fei' nem Stab. Plötzlich warf der Adju. tant das Papier auf die Erde und er klärte, keinen Buchstaben weiter schrei ben zu wollen. Ja was soll dzs heißen?- fragt, der Feldherr tcheinbar entrüstet. BleiÄ vor Zorn erklärte jener, da er sich nicht zum Esel machen lasse. .Was gibt's da zu krokkhlkn?" der. setzte der Marschall. Wiret Ihr der Esel, so möchte ich ihn nicht zum Adju tant haben, aber Ihr seid alt genug, um zu wissen, daß das Pergament, auf welches ich geschrieben, öie'Rückenhaul des Esels ist." Das leuchtete dem GetopLien ein, während die Oisieiere Mühe hatten, das Lachen zu unterdrückn. Monte cuculi aber schrieb nunmehr aus dem inzwischen herbeigebrackten i)e!ö'.lsche seinen Bericht an den Koiser. 'während die Depesche mit dem Elelsrücken Über Haupt nicht err.st gemeint n?ar und vere stöhlen vernichte! ward. Eicogna aber erzählte noch in iräke ren Jahren mit Stolz, daß der SicgeZ beriet der Schlacht vom t. August 1064 auf seinem Rücken, mit seinem Bleistift und auf einem Blatt aus seinem Notizbuch geschrieben worden seiDie Trauer der Bräute in Nutz land. Eine russische Braut ist weit davon entkernt, den heiteren Sinn j:i zeigen, mit dem die Bräute anderer Völker dem entscheidenden frohen Tage cnt gegengehen, der sie für immer mit dem Geliebten vereint. Schon lange vor der Hochzeit dort dort die Braut auf, sich an den Freuden der Jugendgespie len zu betbeiligen. Allabendlich ver sammeln sich die Freundinnen bei ihr, sind ihr beim Nähen der Kleider bcbilf. lich und singen dazu traurige Lieder, welche die Braut bald mit lautem Weinen, bald mit leisen Thränen begleitet. Die Freundinnen trösten sie entweder oder sie tchikdern, selbst mitweinend. du Schattenseiten des ehelichen LebenZ: ar.in bctrur.kknen Mann mit der Peitsche in der Hand, böse Schwieger eltern. launenhafte SchwäZkrinnen. In Nordrußland ist es Sitte, daß dit Braut drei Tage lang vom Morgen bis zum Abend unter irgend einem Schleie, stehend iör jungfräuliches Leben be weint. Dabei berheiligcn sich Eltern, Patbcn, Verwcr'.dte. auch Freunde. Es gereich! der Brout zur großen Ehre wenn sie bei der Beweinung mebrere Male täglich in Ohnmacht källt, so daß man sie mit ganzen. Eimern Waffe, beließen muß, um fie wieder zu sich zu blmqen. Im Gouvernement Jaro-low ist eZ unter den Bräuten Sitte, am Tage der Trauung die sogenannte jungfrüulicht Schönheit" zu beweinen. Diese wird von einer kleinen, etwa 2 Fuß hohen, mit Bändern, farbigen Läppchen und Papierblumen geschmückten Tanne dar gestellt, an deren Aeste mehrere Licht stümpfchen angeklebt sind. Die Braut stellt die .jungfräuliche Schönheit" aus den Tisch, klagt, daß fie nur noch wenige Augenblicke als schönes Mädchen glänzen könne, und nimmt dann von ihr Abschied. Sie erzählt, daß sie dieselbe in die dunkeln Wälder" bringen, aus eine weiße Birke aushängen werde, und wenn dann ihre Freundinnen nach dem Walde kämen, so würden sie die junafräuliche Schönheit" auf das seidene Gra? fallen lassen. Ihr eigene, Vater und die lieben Brüder würden das Gras mähen und die jungfräuliche Schönheit zerschneiden. In anderen Gouvernements wird du jungfräuliche Schönheit" nicht in den Wald verbannt, sondern der Schwester oder irgend einer nahen Verwandten übergeben, wobei auch Bänder und Pfefferkuchen unter alle Jungfrauen vertheilt werden. Diese Volkssitten tragen alle den wehmüthigen Zug. der den slavischen VoltSjtämmen meisten eigen ist. Bitter. WaS sagen Sie da ,u? Mein WohlthätigkeitSconcert findet nicht statt!- Nun, das ist ja eine Wohlthätigkeit!" Immer kulant. Samuel leben, daß De machst ä feindliches Ge ficht, wenn De wirst geworfen 'naus, daß De Der mchz verdirbst de Kund schakt!'

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