Indiana Tribüne, Volume 16, Number 21, Indianapolis, Marion County, 9 October 1892 — Page 6

Ein berühmte? Wallfahrer. Zola, welcher an einem Roman arbeitet, welcher die Wollsahrt nach Lour dcs zum Suject haben wird, begab sich bekanntlich nach LourdeZ, um, an, Ort und Stelle Studien zu sammeln. Zola bat nach der Irankj. Ztg." einem Mitarbeiter der Tempi" gegenüber ausführlich erzählt, was er in LourdeS geselln hat. Die echcn zwei Tage," erzählt er. Jbiieb ich unerkannt. Ich wchnte der Äntunft der Kranken am Bahnhofe bei. Guter Gott, welches Elend! Die Thränen traten mir beim Anblick aller die fer menschlichen Schmerzen in Auge. Wer daZ nicht gesehen hat. kann es nicht ahnen. Da ich bald erkannt wurde, such!? ich die Geistlichen auf, welche die Pilgerfahrt leiten. Sie empfingen mich sehr höflich und sagten mir: 23ir haben nichts zu verbergen; Sie können Alles sehen." Der Ärzt der Grotte. Dr. Voissarie. stellte sich mir zur Verfügung, und ich erhielt eine Karte, die mir überall Eintritt der schalte. So habe ich auch das Bureau besucht, in welchem die Heilungen verzeichnet worden. Eine Heilung habe ich in den zwei Stunden, die ich dort zubrachte, nicht bemerkt. Wie sollte ich iidrigens die Heilung einer organischen Krankheit, eines Herzleidens z. B.. zur Stunde feststellen lassen ?j Ein Anderes wäre es mit der Heilung einer aufjal leuden Wunde; wenn diese wirklich nach einem Wasserbad verschwände, so mußte man Wunder rufen.'' freilich sah Zola in , LourdeS ein Mädchen Namens Elementine Tronve aus Aoniöe. welches im vorigen Jahre von eine? Knochenföule am linken Ab sän geheilt werden. Vor ihrer Abseife nach LourdeS hatte ein Arzt sie unter sucht. Die Ablösung des halb zerfres jenen Knochens war für nöthig besun den worden. Sie kommt in Lourdes an-, man Uicht sie in ein Büd. wo sie zwei Äkinuten (die gewöhnlich? Dauer diese? Operationen) bleibt; man zieht sie heraus: die eiternde Wunde ist plö lich trogen geworden, der Knocken hat sich wieder gebildet: sie ist geheilt. Sie hat mir", sagt Zola, ihrcu Jutz ge zeigt; er ist gesund. Aber wie war er im vorigen Jahre? Vor dem Bade hatte ich ihn sehen wollen. Fräulein Ärouve ist eine sehr ausgeweckte Person, die ihre Geschichte offenbar nicht zum ersten Mate vortrögt. Herr Zola-, sagte sie mir. ;Sif glauben nicht an Wunder: Sie sind ein Ungläubiger; ich trerde für Sie beten." Wie Sie wollen, mein Kind", antwortete ich, JiaS kann mir nicht schaben lWas die offenen Wunden betrifft.erzählt Zola weiter, so bilden sie die Hauptsrage der Aerzte desHeiligthumS; sie namentlich will man geheilt sehen. Oh, diese Bäder, in welche man die Kranken eintaucht, was für ein schmerz liches Schauspiel sie darbieten! Das Wasser hat eine Temperatur von 10 Grad: man erneuert es nur zweimal täglich, und da es täglich Bataillone von Kranken aufnimmt, so sieht man in ihm den Eiter der Wunden, die cS gebadet hat. Eharpiereste und andere Unrcinlichleiten. Es ist ein Vacillenbad. eine entsetzliche Mikroben-Ouint esienz. Das ölZunderbare ist, daß die seS angesteckte Wasser nicht selber eine Krankhettsursache wird. Ich habe ge sehen, dazz in an in diese Bader zwei Gelähmte an Riemen eintauchte. Bei der Berührung des kalten Wassers er griff sie ein hejtiges Zittern; sie warfen mit dem Ausdruck der Angst den Kops zurück, aber man nahm darauf keine Rücksicht. Ost widerseten sich die Aerzte diesem Eintauchen, aber die Kranken selber bestanden, darauf." Wenn Zsla bei den Bädern keine Heilung gesehen hat. so verhält es sich anders an der Grotte. ..Gestern folgte ich der Pr'ozejflon: ich befand mich ge rade hinter dem hl. Sakrament. Auf dem Wege des Zuges, vor der Grotte, lagen die Pilger auf den Knieen, das Geficht im Swube oder mit gekreuzten Armen. Die Kranken, auf Trogbah tm liegend, streckten die Hände flehend gegen das hl. Sakrament aus. Andere schluchzen bitterlich: noch Andere xt jen: Maria. Jurkgfrau, heile mich!' Maria, heile sie!" rief es von ollen Seiten. Es war ein unendlicher Glaubcnsschni. der nach Leben mt langte. Denn die Kranken verlangten von der hl. Jungfrau nicht, daß fie ihnen ein, anderes Leben zusichere, on dein das; sie ihnen dieses Leben bewahre; nicht den Himmel wollen sie, sondern die Erde! Vor der Grotte ist die Aufregung und Begeisterung der Pilger, der Kran ten und der Gesunden, unbeschreiblich. Ich sah Leute, die sich nicht bewegen konnten, plötzlich ausstehen und gehen. Aber sokche Resultate werden auch in den Krankenhäusern durch die Sugge stion erlangt; kein Arzt leugnet, daß Heilungen dieser Art vor der Grotte stattfinden, und Eharcot schickt seine gläubige Kranken nach Lourdes. Zweifelsohne werden nervöse Krankhei ten. in Lourdes geheilt; ober die Aerzte des HeiligthumS halten sich bei diesen Heilungen nicht aus; sie richten ihre Ausmerlsswkeit vielmehr aus die Wun den." AlleS in Allem fand Zola dal Schauspiel, dem er beigewohnt hat, sehr interessant und ergreisend. Es herrscht unter allen diesen Kranken, sagt er. eine rührende Brüderkichkeit und häufig sieht man einen derselben für die Heilung des Nachbars, nicht für die scinige beten. Schließlich sagte Zola, er werde in seinem Werke die ganze neuere katholische Bewegung und die politische Haltung des Papstes schil. dern; er werde ihn aber erst im nächsten Jahre zu schreiben anfanzen, noch ein mal Lourdes besuchen und sich dann irgendwo in die Einsamkeit zurück liefern. Dem Berichterstatter des 6autoi3", dn ihn ebenfalls interviewte, hat Zola gesagt: ..Ich will studiren. Ich bin wie der hk. Thomas, ich will die Wun

der greifen, will meine Hand in die Wunden legm und mich überzeugen, ob sie richtig geheilt sind. Aber selbst wenn ich diese Wunden konstatirt habe, werde ich nicht sagen, was in der Tiefe meiner Seele vorgeht. Etwas kann ich sagen und werde ich auch schreiben. Ich habe von Lourdes als von einem Aberglauben sprechen hören, der eine Schande sei für unser Jahrhundert, und ich habe das selbst geglaubt, aber ich konstatire im Gegentheil, daß Lour des ein Ort der Lieb?, der Begeiste rung. der Hingebung ist. und ich bin überzeugt, daß Lourdes nützlich ist in unserm Jahrhundert des Egoismus. Was das Uebernatürliche betrifft, so werde ich davon später reden. Was ich jetzt schon sagen kann, ist.' daß ich hier außernatürliche Tinze gesehen habe.Der Elephant und die russische Nationalhymne.

Unter diesem Titel erzählt ein eng lisches Blatt folgende Schnurre: Der Tirector einer in einer kleinen franzö fischen Stadt aufgeschlagenen Menagerie kündigte eines Tages an. daß eines seiner intelligentesten Thiere, der Ele phant Tippo, am folgenden Abend mit seinem Rüssel auf einem eigens zu die sem Zwecke gebauten Klavier die ruf' sische Nationalhymne spielen werbe. In hellen Schaaren strömte das Publikum in die Menagerie, um dem eigenortigen Schauspiele beizuwohnen. Nachdem Tippo die Versammlung würdevoll begrüßt hatte, ging er. ohne auch nur im Geringsten vom Lampen sicher ergriffen zu sein, gemessenen Schrittes zum Klavier und schlug höchst eigensüßig den Deckel zurück; aber kaum hatte er einen Bkick aus die Klaviatur geworfen, als er vor Schreck erbleichte. so gut eben ein Elephant erblassen kann, und wie ein Backjisch in Ohnmacht fiel. Als er wieder zu sich kam, zitterte ei am ganzen Korper ; dann stieß er. in dem er feinen Rüffel wie in furchtbarer Anklage zum Himmel erhob, einen fol chen Schrei aus, daß zwei SiZreihen sammt den daraussttzenden Herren und Damen zu Boden stürzten. Der Mena geriedirector war natürlich ob der im erwarteten Absage des Elephanten Debütanten sehr entrüstet und lud den Klavierlehrer Tippos zu einer längeren Unterredung ein. Nach Berlaus der Unterhaltung, die eine halbe Stünde gedauert hatte, erschien der Tirector wieder in der Arena und kündigte an. daß zu seinem Bedauern die Borstellung nicht stattfinden könne ; Tippo habe nämlich in dem Elfenbein seine leider ;u früh verstorbene Mutter erkannt und als guter Sohn weigere er sich, das Andenken der theuren Verstorbenen durch Herumschlagen auf ihren Zähnen zu beleidigen. Unter diefen Umständen könne er, der Tirector. nichts Besseres thun, als die russische Hmne von der Circuskapclle spielen zu lassen, was denn auch unter allgemeinem Beisall geschah. Nach der russischen Hymne wurde dann noch die Marseillaise her untergeblasen. worüber Tip. o in so freudige Aufregung gcrieth. daß er ohne Rücksicht auf feine verstorbene Mutter das ganze Klavier in Stücke schlug. Der kurzsichtige Gärtner, oder wie einem Tramp umsonst Haupk und Barlhaar geschnitten wurde. wjes&i&Jk ftfi Ycfiyüwm, ; fMr'VfVnfcJ?,; , I H-MöW'- tel A.VhH&5. (-sr' -kV.MW''. yw' - HtfMJjirMirr j. M rr" ' -Z L IIL v1 r fc. r;j . li i - trZ& 2bm--.im3-Säl -5- v r5:?-.. 1 IV. RegeZrechte Buchung. . A (zu seinem Freund): Die Mitgist hat mir mein Echwiegervater gutgeschrieben!- B: ..Dagegen hat er Tich mit der Tochter belastet ES ist noch schwerer, auf seine Art zu nehmen, als zu geben.

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Das Geheimnik von Fall Aiver.

Unser Land war niemals arm an ebenso grausigen wie geheimnißvollen Criminalge Schichten, und gerade die neueste Zeit hat deren wieder mehrere im Viordcn und Süden geliefert, welche der Feder eines Edgar Allan Poe wür dig wären oder einem Ti:mas den Ausruf entlocken konnten: Wie schade, daß ich das nicht erfunden habe!- Zu den eigenthiunlichsten und herzbeklem mendsten dieser Romane der Wirklichkeit gehört jedenfalls der Borden'sche Mordroman von Fall River. Mass., dessen Einzelheiten alle Fragen nach dem Wesen der Menschennatur' auf's Reue auszuwerfen scheinen und an das Dichterwort erinnern; .Abgründe liegen im Gemüthe. Tie tiefer, als die Hölle sind" aber, fügen wir gleich hinzu: auch un endlich kälter! b es den lHcrichtcu wirklich gelingen wird, den blutdurch sickerten schwarzen Schleier dieser Tragödie zu heben, steht noch dahin, und über die Schuld oder Unschuld des merkwürdigen Weibes Lizzie I. Borden, welche unter der furchtbaren Anklage steht. Mutter und Vater grausam ab geschlachtet zu haben, halten wir bier kein Gericht. Die telegraphischen Mittheilungen der Tagespreise haben die scheinbaren Hauptthatsachen des Toppelmordgreuels in das Licht gerückt: aber wenige Eriminalfälle fordern in folchem 'Maße zu einer Familicnstudie heraus, leiten so gebieterisch von der einzelnen Person auf die Sippe, wie gerade dieser, und von dort aus fällt manches Licht wie ein fahler Blitzschein auf den Eharaktcr dieses unheimlichen Fräuleins. Im gehörigen Zusammen hang erhält auch Vieles einen anderen Werth, als in den bruchstückweisen Berichten der Telegraphencorrespondenten. MMiM "fWinV P''..' WVf Frau Borden. (Räch nem vor tt Jähren, al5 ki s? alt na,rt ge nsMmene BUde.) Die Bordens find typische Alt-Yan. kees, gleichviel ob sie Unterröcke oder Hosen' tragen, und auch der Apfel Lizzie" ist nicht weit vom Stamm ge sallen. Schon in den alten Kämpfen der Rundköpfe spielten die Bordes eine Rolle, und zu den ersten puritani fchen Bcsiedlcrn von Massachusetts gehörte ein Borden. Kampflust, düste rer Fanatismus, Kaltblütigkeit, zäher Eigenwille und verbissene Hartherzig keit sind hervorstechende Eigenschaften aller Bordens. Eine Frau aus dieser Familie kämpfte einst gegen die Briten k in einem Fort, welches die revokutionö. ' ' I ren Patrioten in der heutigen Main Str. zu Fall River errichtet hatten, und sie stürzte eines Tages aus dem Fort und. spießte einen britischen Soldaten mit dem Bajonnet. Wo es zu kämpfen, zu raufen nnd zu grabschen gab, waren die Bordens mitten drin. Sie find aus einer Familie zu einer großen Sippe angewachsen, und das Adreßbuch von Fall River weist heut zutage mehr Bordens, als Smiths, auf. Je nachdem sie reich oder arm sind, bewegen sich die Bordens in ver schiedenen Kreisen. dennoch halten fie unter manchen Umständen alle zufam men, wie Pech und Schwefel. Soweit das Geschlecht Borden. Nun zu den nächsten Angehörigen Lizzies und zu dieser selbst und ihren, höchst abnormen häuslichen Verhaltnissen, in denen alle schönerm Herzenstricbe frühzeitig Zoll um Zoll gemordet wurden der doch fortwährend verkümmerten ! Andrew Jackson Borden, der ermor dete Vater Lizzies. war feines Zeichens ein Leichenbestatter von Haus aus wenigstens und der größte und schmutzigste Geizhals in Fall River. Ein Dickens hätte kein besseres Original skr einen Ausbund von Geiz und Habsucht finden können, gepaart mit frömmelnder Heuchelei, die ihm vielleicht schon durch fein Geschäft geboten schien. Die Lcichenbestatter - Firma Borden & Almy hatte viele Jahre ein Monopol über dieses' Geschäst in Fall River und Umgegend und machte Geld wie Heu". Borden legte dieses Geld sehr schlau an. Sein Geschäftstheilhaber Almy, der sich so gut wie gar nicht um die Führnntt der Bücher kümmerte und allem Anschein nach von Borden an die Wand gedrückt wurde, schnappte eines Tages über und erzählte überall auf , der Straße haarsträudende 'Dinge von der Art, wie die Firma Jahren lang ihre Um den 'reingelegt hatten Auch ertappte die Firma einmal einen Clerk beim Kassendiedstahl, ver zichtete aber auf gerichtliche Verfolgung, als der Elerk drohte, eme gewisse Geschichte zu erzählend Aber nur gottlose Menschen rümpften dieserhalb die Nase stber den patentfrommen Borden, dessen ehrwürdige Locken jeden Sonntag in der Central-CongregationaZistenUrche an der Spitze seiner chrwi'zrdigen Fa milke glänzten, und der nebst seinen sämmtlichen Angehörigen zu so und soviel Temperenj und ähnlichen Gesell schalten geschästshalber gehörte, obwohl er die Paar Groschen, welche die Kir-chen-' und Temperenz -Verbindungen ihm kosteten, durch grausame Entbehr rungen daheim wieder erauIfchindete! AIS übrigens gelegentlich der Erwelte rung einer S.traße ein Grundstück Bor dens beschlagnahmt werden mußte trat

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Borden aus der besagten fafhionablen Kirche aus, weil zu der Verlust. Abschätzungscommission, welche ihm natürlich" nicht genug für das Grundstück gab, auch ein Diaconus jener Kirche'gehörte; er fchloß sich dafür der alten .Ersten Kirche" an. wo auch die Kirchenftühle weniger Miethe kosteten!

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Lizzie J. Borden. Bordens unglaublicher Geiz wuchß mit den Jahren noch mehr, namentlich als er seine zweite Frau hnrathete. die ganz .nach seinem Herzen" war und in der ..Linfenspalterei" ihn noch übertroffen hätte, wenn dies überhaupt möglich gewesen wäre. Und das Un heimlichste an diesem Geiz war, daß e, sich gegen die Familienangehörigen und gegen sich selbst ganz ebenso äußerte, wie aeaen die übriae Menschheit. Da Borden'sche HauS. in welchem keir Pfennig für moderne Verbesserungen oder Betheiligung an denselben jemals ausgegeben wurde, ist ein förmlicher Zwinger, beinahe nach dem furchtbaren alten pennsylvanischen Einzelhast-Sy-stem eingerichtet; man konnte darin nicht von dornen nach hinten oder von hinten nach vornerr gelangen, ohne immer wieder das Haus zu verlassen, und jeder Insasse schloß sich meisten theils gegen die Andren ab oder wurdi von ihnen abgeschlossen! Und was für ein Leben wurde h diesem kerkerartigen Heim geführt! Hier war es, wo Lizzie, die Tochter eines Mannes, der beinahe zu den Millionä ren gezahlt werden konnte (fein Grundbesitz allein wurde auf $275,000 ge schätzt, und sein beweglicher Besitz noch bedeutend boher). unter arimmen Enk behrungen ibre Jugend hat vertrauern müssen, d. b. so lanae m überbauvt noch Gefühle, wie das der Trauer kannte. Mit der Zeit scheinen solche Schwächen ganz und gar in ihr ertödtet worden zu sein einschließlich jedes Gefühls für ihre Eltern. Nicht besser als ihr, erging es ihrer älteren und befchrünkteren Schwester Emma. Aber der schwache Geist wird uyter solcher: Hemmnissen gebrochen oder gebogen, der starke sucht sie zu sprengen. ' Was kann Lizzie dafür, daß sie ein starkgei stiges Wesen ist. und ihre moralische Verkuppelung dadurch noch verhängnißvoller wird? Lizzie ist alles Andere eher, als schön. An ihrer Physiognomie ist absolut nichts r (V.:. .;."t i! . . rr' - i 9? msum,ge. cni behrungsgluhenden Augen quellen un. l.t 1 r3 V 11 Ajh kAxW M l heimlich aus dem Kopfe hervor, nd unstät ist ihr Blick; die Nase ist ziemlich groß und lang, das Fleisch der Wangen ist aufgedunfen und hat eine unver kennbarc Neigung, in Falten herabzuhängen; die ganze Haut sieht ölig und ungesund aus; das aufwärts gekämmte rothbraune Haupthaar hat ebenfalls ein unnatürliches Etwas an sich. Früh gealtert sieht diese Person aus. viel mehr, als ihre Schwester, da fie dieses Höllenleben stärker empfunden hat. Hinter dieser Stirne scheinen alle edle ren Triebe erstickt zu sein. Alle erwähnten Eigenschaften, welche in der Familie Borden schlummerten und wucherten, wurden bei ihr in einem solchen Leben auf das Höchste gesteigert und noch um neue vermehrt. Kein Funken wirklicher Kindesliebe konnt mehr auf diesem Boden glühen, und alle Trauer verhärtete sich bei ihr zu hohnlachendem Trotz. Die Entbehr n gen in den Kleidern namentlich traten natürlich im Verkehr Lizzies mit ihren Altersgenossinnen und Freundinnen, welche alle aus ärmeren Familien ta men. ganz besonders hervor und wühl ten wie ein Feuer in ihrem Innern. Ans diesem Schuttbcct ist dieser Nachtschatten gewachsen! Ob die unge wohnlich greuliche Ermord uug des 70 jährigen Harpagon Borden und seiner würdigen Gemahlm eine That, deren Einzelheiten auf eine Perfon deuten, welche am liebsten die Beiden zehn mal. statt einmal abgefchlachtet haben würde wirklich . von Lizzie verübt worden ist, gegen welche fast alle Umstände so stark zeugen, oder ob nicht: an ihrem Charakterbild, wie es heute vor uns steht, macht dies kaum noch einen Unterschied! Schaudernd verhüllt der Genius der Menschheit fein Haupt vor solchen Verzerrungen der Natur. Eine Moralgeschichte- zu liefern, war der Zweck dieser Studie uicht; aber jedenfalls wäre es nicht zu verwundern, wenn den beiden alten Geizteufeln. welche unbefriedigt mitten in ihrem Mammon ihr elend und sorgenvolles Leben unter dem Mordbeil beschlossen haben. Jemand die Grabschrist setzen würde: ..Der Geiz ist die Wurzel alles Uebels." DasHochstc. Student Süffle: Höre, welch' phänomenales Schwein! Soeben Telegramm erhalten, Erbtante gestorben. 200.000 Mark hinterlassen! Ich Universalerbe." Student Kniffle: Ja, Glücksmensch, da können wir uns ja ein eigenes Wirthshaus lausen. Eintritt für Gäste verboten!' Aus einer Zeitungsno. UZ. ...:Tie Töchter des Herrn Pra sidenten verschonten das liebliche Feit

l mit ihrem Besuche.

AuS Kaiserin Cugknle's Der gangcnheit.

In Madrid wird anläßlich des eben abgeschlossenen Verkaufs des in Biarritz gelegenen Palais der Kaiserin Eu genie sie bekam 200.000 Francs dasür unter der Spitzmarke Sie transit gloria" eine alte, aber interessante Geschichte wieder aufgewärmt. Man ruft die Erinnerung an das Jahr 1860 wach, in welchem die Kaiserin, welche damals im Zenith ihrer Schönheit und Macht stand., in ihrem eben erbauten Palais zum ersten Mal die Elite der in Biarritz versammelten französischen und spanischen Ariftokra. tie empfing. Für denselben Sommer war auch ein zweites, prächtiges Pa Iais dort fertiggestellt worden. Für wen, wußte man zuerst nicht: aber der Besitzerin es sollte eine Dame sein ging der Ruf großen Reich' thums und unvergleichlicher Schönheit voran. Und als die Dame, die aus Kuba gebürtige Gräfin San Antonio, endlich erschien, da erwies es sich, daß Frau Fama nicht gelogen hatte. Hier eine Spanierin und dort eine Spa nierin; die Eavaliere schwankten und wußten nicht, ioem sie den Vorzug ge ben sollten. Es erschien auch Kaiser Napoleon, und alsbald ging die Sage, daß Eu genie Montijo sich fortan mit der Fremden in das kaiserliche Szepter theilen mußte. Und nun begann ein Kamps zwischen beiden Damen. Kein Kampf mit Degen und Pistolen: wohl aber eine gegenseitige Ueberbietung an Sammt und Seide, an duftigen Spitzen und an duftiger Schmink an Dia manten und Perlen und Allem, was Menschenbeqebr. Und alsbald zeigte es sich, daß die Gräfin San Antonio auf der ganzen Linie zu avanciren de gann. Im entscheidenden Moment aber kam ein Anderer der verlierenden Kaiserin zu Hilfe. Dieser Andere war kein geringerer als der junge spanische General Serrano. welcher bisher aus wärts auf Urlaub geweilt hatte und nun herbeigeeilt war, um feiner schö nen Frau Zügel anzulegen und sie mit sich fortzuführen. Die Gräfin San Dlntonio aber konnte es Eugen ie Mo'n tijo nicht vergeffcn, daß dieselbe Kaiferin geworden war, während sie selber nur Gräfin geblieben. Man erzählte sich also, daß sie sortan der böse und gute Engel ihres jungen, thatkräftigen und an fich schon ehrgeizigen Gemahls wurde; daß sie es war, die ihn aufstachelte, sich mit Prim und Topete an die Spitze der Septemberrevolution zu stellen und die Königin Jsabella. obgleich ihm diese seiner Zeit eine treue Freundin und sogar mehr als eine Freundin gewesen,' vom Thron zu ver treiben. Es gelang ihr: ihr Gemahl, General Serra'no, schon früher durch die Gnade Jfabellas Herzog de la Torre geworden, wurde der Regent Spaniens und genoß königliche Ehren: die schöne Gräfin war also endlich in Spanien geworden, was die Nebenbuhlerin drüben in Frank reich. Zu gleicher Zeit aber brach über beide das Unglück herein; beide wurden abgesetzt und beide wurden häßlich, und die Krone welche, sie tragen mußten, war fortan nur die Krone des Skandals. Die Kaiserin verkaufte den Pa last in Biarritz. die Herzogin de la Torre bewohnte ihr Hotel weiter fort: aber ihr ehemaliger freiwilliger Hos staat ist in alle Winde zerstoben und und sein Fehlen erinnert die Herzogin daran, daß sie nun das Gegentheil von jung nnd schön geworden so hat sie denn ihre von Anbetern nicht mehr beunruhigte Muße benutzt, um ein sranzösisches Buch Okoses vraiss". zu schreiben, in welchem sie in historisch nicht ganz treuer Weise das politische Leben ihres verstorbenen Gatten zu be schreiben versucht. Es bezahlt sich." Chor des Publikums: Schmach und Schande, daß diese brutalen Bestien in Menschengestalt durch ihre wüste Hol' zerei Geld wie Heu machen! Die drei Meisterkämpen von New Orleans (Eorbett. McAuliffe, Dixon): Wenn wir die Bestien sind, so seid Ihr sie Dummköpfe und Narren, die uns reich machen! Unterschied. n m Schwätzers Phrasenschwall ein Dauerregen, Der Jeden bis zum Ueberdruß durchdringt: De4 Redners Wortstrom e'in Gewitter fegen. Der blitzt und donnert und Crquickung bringt. Dann allerdings. Arzt: Sie glauben' wirklich, gnädige Frau, saß der Verstand Ihres' Mannes durch t letzte Krankheit gelitten habe? Dame: Gewiß, Herr Doctor, denken Sie sich, er hat gestern meinen neuen rnt für billig befunden, ich bin zu lok erschrocken über diese Aeußerung. zenn bei gesunder Verstände wäre sie l.tmoglich! Darum! Man heißt, während Zie Frau im Büde ist. Strsh-Mtwer, veil man da am leichtesten Feuer 'tmM

ufR 4 j il Pv iJ, - pYlm

Ausgesperrt. HAmrreS.'e do F. v.Vkuxa.

Tie junge Frau schmollte. Vor acht Wochen war sie als Augusts Gattin thm nach Wiesbaden gefolgt, und schon begann er, sie des Abends allein zu lassen. Trotzdem er ihr klar zu machen suchte, daß er seine alten Freunde doch nicht zanz vernachlässigen dürfe, daß sie ihm wenigstens zweimal wöchentlich einen gemüthlichen Skat gönnen müsse, begriff sie einfach nicht.' wie er sich ohne sie zmüsircn, überhaupt nur ohne sie aus gehen konnte. Und gar erst Abends." sagte sie chränenden Auges; ich sike dann ganz allein, weil ich noch keine BekanntSchäften hier habe, und so überkommt mch das schrecklichste Heimweh. Oft möchte ich dann sofort auf den BahnHof eilen und zu meinen Eltern ab reifen." Besser wäre es. mein Herzensschatz, Du gingest ruhig zu Bette und versuch lest zu schlummern!" Das kann ich nicht, ich fürchte mich allein; unser Maoduni und die Haus Wirthin schlafen in den entfernten Mansarden, deren Fenster auf den Hof gehen. Die hören nicht, wenn mir etwas passirt. Aber, Aennchen, was sollte Dir denn geschehen?" O, liest man nicht jeden Tag von Raubanfallen und Tiehstähle: Hier m Wiesbaden, wo so viel srcmdes Zo!k zusammenströmt, wäre das doch nichts Ungewöhnliches!" August schaute nachdenklich auf sein Weibchen. .Aengstigen sollst Tu Dich uicht. stind. Sieh', ich verspreche Dir freiwillig (ein leiser Seufzer entfchlüpfte ihm), daß ich an dm Abenden, zu beuen ich mich mit meinen Freunden, nuniein mal fest cngggirt habe, nie spater, alsum 11 Uhr nach Hause kommen will. Ganz zurückziehen von ihnen tara ich mich nichf, sie würden mich auslachenund einen Pantoffelhelden nennen. Bis 11 Uhr passirt so leicht nichts Schlimmes da ist hier noch zuviel Leben aus der Straße. Adieu also-, uud laßDir die Zeit nicht lang werden." Seufzend ergab sich Amrcr rir ihr Schicksal. Sie las, mbeitete an. einem Geschenk für die Mutter, legte Kartem und wanderte zur Abwechselung im Zimmer auf und ab. Daheim hatte sie einen großen Familienkreis verlassen, deshalb kam ihr das-Allein sein gar zu schrecklich vor. Als es um 10 Uhr auch in der Küche still wurde und die Magd in ihre Man sarde hinaufgestiegen war, kam die alte Furcht wieder über sie. Das Wohnzimmer ßfci$ nach dem hose heraus; zwischen ihm und dem Vordcrzimmer lag noch ein Eorndor. So hörte sie auch kemerlU Straßen zeräusch; Todtenstille umgab sie. Müde und doch aufgeregt warf sie sich auf die EhaiseloVgue lmd dachte darüber nach, wozu wohl Bierhäuser und Scatpartien auf der Welt wären. Allmälig aber verwirrten sich ihre Ge danken; fie schlief ganz fest. Fünf M:n.utcn nach 1 1 Uhr langte August in Sturmschritten vor seinem Hause an und schob schnell deu Schlüssel in's Schloß. Da ein Krach! Er hielt das obere. abgebrochene Ende desselben in der Hand, der Bart aber steckte tief im Schlosse. August klopfte nnd rres, denn eine Schelle besaß das Haus nicht. Meine krau würd ja doch noch aux fein." dachte er; wenn sie mich im hinterzimmer nur hört!" Aber Niemand horte lbn; er hatte sich schon heiser geschrieen. Soeben brach auch noch ein heftiger Regen los, und er trug keinen Schirm bei sich. St? muß zu Bett gegangen lern. dachte er frierend und vor Näffe triesend. Was thun? Einen Schlosier heraustrommeln? Geht nicht, alle Hauser sind schon zu. In ein Hotel gehen? Abc? ich bin überall bekannt,' was wür den die Leute dort denken? Die Bierlokale sind auch schon geschloffen! Doch halt! Ter Taunusbahnhof ist noch auf, dort kommt um 12 Uhr der letzte Zug." Er rannte rm Regen von de? Karlstraße die ganze Rheinstraße hinab und war froh, als er in der Bahnhofsrestau ration faß. Bier gefällig? August schüttelte sich bei diesem Angebot und bestellte Grog. Beim dritten Glase sah er, daß hier feines Bleibens nicht länger war. Ein weiterer Nachtzug kam nicht; das Lokal wurde geschlossen. Ganz verzweifelt sah er nach der Uhr, es war eins. Als er auf die Straße trat, hatte der Regen susgchört; bev Mond lächelte etwas schadeufroh zu ihm hernieder, als wollte er sagen: Siehst Du. geschieht Dir recht! Wa rum spulst Du scai r Trotz des' Grogs kam das innere Frösteln wieder. Da feilst nichts, als ein Dauerlauf!" dachte der Unglück Uche. So machte er sich denn auf und rannte durch die Wilhelms- und Tau nusstraße hinaus ins Rerothal. dann trab, trab zur griechischen Kapelle hm auf und sogar bis zum Nerolerg an der anderen Seite ging es wieder hin unter, bis er zur Stadt und. durch die Schwalbacherstraße in die Nähe seiner Wohnung kam. Da hörte er die Uhren der Stadt 4 schlagen. Noch immer kann ich nicht nach Hause, vor feös schließt die Wirthin nicht uuf und kann sie überhaupt auf machen ? Der Schlüsselbart steckt drin, und die drei Fruuen sind gefangen; aber ich werde mich, vor sechs zu einem Schlosser begeben und öffnen lassen. Jetzt muh ich nothnzeNdig wieder etwas Heißes zu mir nehmen nnd einen Sitz erlangen. Um 4 Uhr kommt der erste Zug aus dem Rheinischen Bühnhof an. dort giebt's warmen Kaffee. Vorwärts also!" - Eine Sophaecke und das heiße Ge

tränk war errungen, aber nun stellte sich die Müdigkeit ein. August schlief bald ebenso fest, wie gestern Abend seine Anna auf der Ehaiselongue. Wie aber sah es mit dieser jetzt aus? Sie war mitten in der Nacht aus ihren Träumen emporgefahren; als sie die Situation erlannte und ihren Galten auch im Schlafzimmer nicht versand, war es um ibre Fassung geschahen. Weinend, händeringend d'urchmaß sie das Zimmer: Die ganze ?!acht nicht nach Hause zukommen, schändlich'. Und solchem Mann will noch von Liebe re den?! Er hat mich sogar zum Besten gehabt, als er mir einredete, er käme um elf nach Haufe. Die ganze Nacht im Wirthshause sitzen und Karten spielen, da? kaun er doch nicht! Wer weiß also, wo er sich herumtreibt, wozu man ihn diese Nacht verführte! Aber ich warte das nicht üb, ich reise sofort zu meinen Eltern: um 7 Uhr geht ein Zttz in die ser Richtung." Als es Fünsschlug, w?ckie sied! Magd, sprach von einem plötzlich ange kommenen Telegramm, ließ sich einen Handkoffer vam Speicher hslen und packte ein. Das Mädchen wunderte sich im Stilen, daß der Herr nicht mit auf gestanden war ko-ch:e Kaffee und besorgte eine Drosch'e. Die Hausthiir stand weit auf, ei Schlosser hantirie daran. Als Annr die Trepre heradlam. eilte iür die Wirthin entgegen. D tuten Sie sich doch, Madame in dieser ?!acht miß ein Dieb an unsrer Thür gewesen sein und rinnt Einbruch versucht haben. Wahr' scheinlich ist er gestört worden; ich fand ein tn o bete b x och irei Schlüssel inr Schlau? und konnte nicht ousschZicßkn., Ich mußte vom Fenster aus die ach darin rufen, die mir kimn Schlosser besorgte; nun lasse ich das Schloß aber ändern. Sie setzen Fnz bleich ai Madame. Sie haben sich gewiß auch erschrocken, nicht wahr? WoÄen Sie f früh schs ausfübrcn?" Anna bejahte, sie war frob. daß die Frau de Koffer nicht gesehen hatte, der schon inr Wagen stand'. 60 nahe mx ich als baren, diese Nacht beraubt zit werde?:! Um so mehr Grund zur Abreise; mag daraus wer den was' da will, .ich bleibe vorläufig wr Eltemhause!" Mit diesen Gedanken fuhr sie am Bahnhof vor; ehe sie das Billet löste, woMe sie ih?cn HÄndkosfer im Wartesaal absehen. Sie steueret auf einen leeren Tisch los, da (Anna hätte beinaheeinM lauten Schrei au I gestoßen) sah fie ihren August auf dem Sopha liezen-; er schnarchte, daß es nur so rasselte, sah aber bleich aus und seine Kleidung schien ganz feucht. Kathlos stand- sie vor ihm; w;5 lest er hierher. Plötzlich schlug er dÄ Augen auf; jcht nur kein' Aussehen erregen! Tie Kellner hatten schon öfters zu dem Herrn hingeschaut, der seit Stunden hier schlief, nachdem er dreimal Kastee verlangt batte. Anna, fetzte sich neben ihren Mann; ihr. Grell! schien plöhlich verslogen, sie wußte selbst nicht toi ruur? Q, Frauchen., wie komme ich.

wir kommst Tu hm her i" erun terte sich August jetzt. L-Lv .dÄs- gut sei." flüsterte sie. jorow. wir wollen nach Hz use fahren. Tort sollst Du mir Verzählen, wo Du die Nacht gesteckt hast, und dort wirst Du erfahren, wie ich hierher tomme." safl willenlos ließ sich August zu einem Wagen führen, seine Füße waren schwer und ivd&m ihn kaum. Die 'Aussprache erfolgte sogleich; Anna hatte keinen Grund, an ihresMannes Erzählung zu zweifeln, der Schlüsselbart war ein zu wichtiger , Zeuge, während er nur halb verstand ' was'Anna eigentlich sauf den Bahnhof geführt hatte: ihm war unwohl. . Als sie in die Wohnung traten sprach sie zur Magd: Wir ' verreisen nicht. Mein Mann, der schon' vor. mi? nach dem Bahnhöfe gegangen war, wurde dort trank. Gehen Sie gleich zum Arzte." August lag vierzehn Tage recht.ernst lich leidend zu Bette; eine co:npli.ir!e Influenza hatte ihn in Folge d.'r gliicksnach! evackt. Anna wich nidbt von seiner Seite, denn jent,' wo sie in Sorge um ihn war, merkte sie erst, wie lieb sie ihn hatte. Als er dann gcnese?r war und auch wieder Stat spielte, da beschloß sie, nie mehr mi ih:n zu. zweifeln, selbst nicht nach N Uhr Nachts. Ob sie nochmals auf die Probe gestellt wurde, wer weiß til. Vit dem Seat ist es leider eine eigene Sache, er hat schon manchen Gatten wortbrüchig gemacht. Im Mittel alte? mußte ser Ekel m schimpflichen Gebrauchen herhalten. NnsereUedenssrt, Einen auf den Esel setzen-, 'ruhn vsn ciucr ehemals üblichen Strafe her. die in Halle noch im Jahre 1780 an einem Soldaten dollzoa.en wurde. PavuJo r vin i-.z. i cv,f. "vd?ü k UUllU Alil. iiCJj UllC i?JJ wen. Vra'fettcn Peter m RomnaZt au keinen Esel setzen, verkehrt statt des Zaumes den Schwanz ln de? Htnd. mnt sehr merkwürdige Sitte herrschte bis ins 16 Jahrhundert hinein in Tarmstadt. Diese gute Stadt bezahlte allZährlich zwöls Malier Korn an die Familie derer den Jranlenßein zu Messungen, die dafür aus Verlangen der Stadt, durch einen dessndercn Boten einen." Esel schiften, aus dem die .untent'che Frau-, die ihren Mann geschlafen hatte, durch die Strafen reiten muire. War die Iran-dem Manne .durch hin terlistige Bosheit, ohne ha er sich eh ren tonnte-, beigekommen, so wurde der (Zseldurch den Frankensjcincr Boten geführt, hatte sich aber der Mann in regulärem- Chekrieae prügln lassen.. so mußte er dem Esel selbst führen. Dieser tfsel ist bekennt unter den Jlantn der Frankensteinsche" und die gan;e Sitte als Eselölehen". Oine ähnliche Sitte herrschte auch in einizen anderen tzcgenscn Deutschland?. Der Aerftan d Irrt und l fehlt; die Tumchn! ist unfthlbar.