Indiana Tribüne, Volume 16, Number 21, Indianapolis, Marion County, 9 October 1892 — Page 3
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HMn Jaron.
Reasait ccn La lNosee. (2. Fortsetzung.) TiidEit daZ ist eS. Sieqlinde. WA Ich kenne Tich allerdings noch nichj ' -v ' sehr lange, soviel aber habe ich wahrcnö der Zeit, die Tu bei mir lcöst. gesehen, Äaß Du noch ein Kind bist, ja, ein rechtes Kind. Und ein solches kann ich nicht reisen lassen, zudem glaube ich nicht, daß Du am Krankenbett von großem Nutzen bist. Etwas anderes roarc es allerdings, wenn mein Sohn nach Dir dtrlangte, allein die Gräfin Daron schreibt, daß er wünscht, in Po ris bleiben zu dürfen; sie erwähnt mit keinem Wort Deine Person, er muß sich also nach Dir nicht sehnen. Und das ist seltsam, denn er hat Dich doch .auZ Neigung geheirathet. Sieglinde wandte einen Moment daS schöne Haupt ab. Der Professor fuhr fort: Früher glaubt: ich, daß eZ Deine Schwelicr gewesen sei, die er liebe ; e: rühmte mir immer ihren Charakter, ihr Gemüth, ihr Herz." Wenn man Dich so reden hört, Echwiegerdater. könnte man wirklich glauben, es wäre nur Mitleid gewesen. UZllZ ihn bewog, mich zu hcirathcn. Professor Abcnsberg sah sie erstaunt an. Was Du jetzt sprichst, glaubst Du selbst nicht. Du weißt recht gut, daß eine Schönheit wie Du nicht aus Mit leid gefreit wird." Co lassen wir das. sprechen wir v?n dem. wa uns beiden so schwer am Hmen liegt, von Leonhard. Willst Du mich also wirklich zwingen, hier zu bleiben?" Ja." erwiderte er bestimmt. ..ich sehe keinen triftigen Grund, Dich einer Gefahr auszusetzen, und Leonhard ist offenbar auch meiner Anficht." So muß ich gehorchen, ob ich will oder nicht. (5s scheint, daß mir vom Schicksal bestimmt ist, daß ich mich im mer dem Willen Anderer unterwerfen muß. Als kleines Kind schon mußte ich im Waisenhause den OrdensschweItern unbedingten Gehorsam leisten, und al mich dann meine Schwester zu -sich nahm, da war es kaum anders. Ja selbst meine Verlobung mit Leon bard würde, glaube ich, stattgcsuNden Zzaben, auch wenn ich mich dagegen ge sträubt hatte. Zu meinem größten Glück liebte ich ihn und er liebte mich, nicht meine Schwester, wie Du vorhin fagZest. Daß ich aber bei der Sache bleibe! Sogar jetzt habe ich nicht ein mal den freien Willen, zu meinem todt tranken Manne zu eilen, um ihn zu pflegen. Tu wirsst mir meine Jugend, meine Schönheit vor. als wäre es ein Verbrechen, für das ich büßen muß." Mein liebes Kind, ich mag nicht mit Dir streiten, dazu bin ich zu bekümmert, zu traurig. Es kann ja sein, daß ich, ein alter, griesgrämiger Mann, nicht das rechte Verstündnin für Dich habe, so viel aber fühle ich. daß ich Dich nicht allein reisen lassen darf.Mißmutbig erhob sich die junge Frau und begab sich in ihr Gemach, um über das nachzudenken, was ihr Schwieger vater soeben zu ihr gesprochen hatte. Der alte Mann war ihr widerwärtig, feine Launen und Gewohnheiten langweilten sie-, wie würde sich wohl in Zu lunst ihr Leben gestalten? Die letzten Nachrichten ans Paris, welche von der Gräfin kamen., waren sehr bcsorgnißerregend. An ein Wei terdienen Leonhards beim Militär war nicht zu denken. Was dann, wenn er siech und gebrechlich heimkehrte? Sicher würde er bei dem Vater, den er so ergeben berehrte. wohnen. .Ach! muß ich immer in dem alten Hause bleiben", seufzte sie. Aber Leonhard würde dann bei ihr sein, sie würde wieder seine schönen blauen Augen mit Bewunde rung auf sich gerichtet wissen. Welch' eine Jdtt des Schwiegervaters, daß Leonhard die Schwester geliebt habe. Der Gedanke war ihr nie gekommen. Als zwölfjähriges Madchen hatte Maloine sie aus dem Waisenhause ac nommen und war mit ihr in das Thurm sch! Sßchcn gezogen. Damals däuchte ihr das alte Gebäude, die Herr lichc Umgebung mit dem See am Fuße des Berges ein Paradies. Mit ungc bundener Lust genoß sie ihre Ircihi'it, während die Schwester mit rastlosem Fleiße künstliche Blumen machte, die sie 'in die Stadt zum Verkauf schickte. Wie yut war doch Malvine sie hatte nie Tadel für sie, sondern nur zärtliche Worte und hingebende Liebe. Die n sten Jahre war das Leben auf dem Schlößchen trotz der gänzlichen Abge schloffenheit von jedem Verkehr mit der Außenwelt doch köstlich gewesen. Im Winter wie. im Sommer wußte die Schwester sie zu unterhalten. Und dann kam er und mit ihm kam die Liebe über sie. Er war zu den Hofjagden in's Eebirg gekommen und wohnte drüben in Schied orf bei'm Oberförster. Er hatte die Schwester besucht und war beinahe der tägliche Gast im Schlößchen. Jetzt erinnerte sich Sieglinde, daß Malvine damals mehr Sorgsalt als -sonst auf ihre Toilette verwendet hatte, daß sie froher, glücklicher aussah, daß sie mehr sprach als gewöhnlich, oft lachte, und daß ihre Wangen eine tiefere Farbe gewonnen hatten. Sollte der Schwiegervater doch recht , haben? Bestand wirtlich eine Neigung zwischen den Beiden? Sie entsann sich, daß zu jener Zeit Leonhard eigentlich wenig auf sie geachtet hatte. Drei Jahre war er jeden Herbst gekommen, die letzten zwei Jahre war er mehr im Schlößchen als auf der Jagd. Tann brach das Schreckliche herein. Es war Winter. Die Berge waren weiß, der See gefroren. Sie, Sieglinde, war nicht mehr so lustig, wie sonst, sie lies nicht mehr Schlittschuhe und machte keine Schneemänner mehr. Die Lange ' veike verfolgte sie, die Sehnsucht nach
s etwas Unbestimmtem plagte sie. ihre Gedanken weilten bei dem fernwohnen
den Leonhard. sie sprach mit der chwe ster immer von ihm. und einmal hatte Malvine sie so seltsam angeschaut sie war bleich und dann plötzlich rotv geworden. Von diesem Tage an hielt Malvine die Briefe Leonhards stets verborgen. Und dann war Malvine schwer krank geworden, sie hatte vom nahen Tode gesprochen und Sieglinde gebeten, an Leonhard zu schreiben, daß er kommer' möge und zwar sogleich. Als Leonhard gekommen war. da sprach die Schwester lange allein mit ihm. Dann rief sie Sieglinde und legte ihre Hand in die Leonhards. Wie bleich war da Leonhard. beinahe noch bleicher als die Sterbende, die bald da' rauf in seinen Armen verschied. Sieglinde erschauerte bei der Erinne rung und seufzte tief auf. Nach dem Vegräbniß war sie mit ihm hicrhergefahren zu seinem Vater in das trostlose, langweilige Dors. Schon nach ein paar Monaten mußte die Trauung erfolgen. d:e in grösser Eile und Einsachhcit voll zogen wurde, denn vom Altar weg mußte er in den Krieg. Wieder seufzte sie schwer auf. wie hatte sich doch alles so gänzlich verändert! Sie ging beinahe täglich allein in die Stadt, und wenn sie die eleganten Damen sah. wünschte sie ebenso geneidet zu fein. Traurig kehrte sie' jeden Abend zurück, der Weg war lang und einsam, wenn sie doch wenigstens in einem schönen Wagen die langweilige Allee, welche die Landstraße einfaßte, entlang fahren könnte! Mit Neid sah sie den Liebespaaren nach, welche Arm in Arm ihr zuweilen auf dem Wege be gegneten, der von der Stadt nach dem Dorfe führte, an dessen Ende das Haus ihres Schwiegervaters lag. Das müf fen glückliche Menschen se'in. dachte sie. 0. wenn doch Leonhard kein Of freier reäre! Als die Nachricht von den Siegen der Deutschen kam. war sie gleichgiltig ge blieben: sie begriff das allgemeine In teresie nicht. Sie blieb kübl und ver standnißlos wie ein Kind. Als sie ober j die Nachricht von der schweren Verwun dung ihres Mannes erhielt, war sie er schrocken und bekümmert. Sie ärgerte sich über den Schmiegervater, der sie nicht fortlassen wollte. Wäre die Mhe der Stadt nicht gewesen, würde sie noch . lieber in das Schlößchen zurückgekehrt sein. Aber Leonhard würde dies nie geduldet haben. Jmmer muß ich mich dem Willen Anderer fügen." seufzte sie. Ja, die Stadt, das war die ganze Zeit über ihre Lust gewesen. Es war ja für sie alles neu und ungewohnt. Die Sehn sucht nach Pracht und Vergnügen war mächtig in ihr erwacht. Mißmuthig kehrte sie jeden Abend heim in das öde. stille Dorf und sah in das bekümmerte Gesicht des Schwiegervaters. Wdch eine Lust mußte eS fein, mit Leonhard Arm in Arm durch die Straßen der Stadt zu gehen und sich bewundern zu lasten. Es freute sie, daß sie auffiel, und um diese Freude genießen zu kirn nen, scheute sie den langm Weg nicht. Bei jedem Wetter ging sie trotz Sturm und Schnee. Die Vormittage ver brachte, sie in ihrem Zimmer, sie blieb lange im Bett. Dann machte sie sorg' faltig Toilette und las die Romane der alten Zeitungen, die sie in der Dach kammer gefunden hatte. Manchmal erfaßte sie große Sehnsucht nach Leon bard, sie erinnerte sich, mit welchem Entzücken sein blaues Auge auf ihr ge ruht, wie zärtlich er sie geküßt, und mit welch rührender Sorgfalt er sie nach dem Tode ihrer Schwester behandelte, wie er bemüht war, sie zu trösten und ihren Kummer zu lindern. ' Einmal kam sie verdroyen wieder aus der Stadt zurück. Als ihr die Magd die Hausthüre öffnete, sagte oleze: Gnädige Frau, es ist Besuch bei'm Herrn Professor, ein vornehme? Cf ficicr ist es." Rasch eilte Sieglinde hinauf in ihr Zimmer und besah sich erst im Spiegel. Als sie aber hinunter kam. war der Schwiegervater wieder allein, er stütc fein Haupt auf die Hand und fah tief traurig zu Boden. ..Ist der Äesuch schon wieder fort?" fragte sie. Ja. er kam direkt aus Paris. ES war Oberst Vergh. der im selben Palais Aufnahme und Pflege fand, in dem noch immer mein unglücklicher Leonhard liegt. Du; Nachrichten sind schlimm. Wir müssen uns auf Alles gefaßt machen. Es ist keine Hoffnung mehr. Vielleicht hat er es jetzt schon überstanden. Oberst Bergh suchte mich zu trösten, er sagte, daß Leonhard die beste Pflege habe, ei: auf Erden mög lich sei. die Gräsin selbst wäre ein (in gcl, sie ist immer um ihn. Man hatte schon, so lange Bergh noch in Paris weilte, jeden Tag seine Auflösung erwartet. Er hat Leonhard vor seiner Abreife gesprochen, derselbe weiß, daß es mit ihm zu Ende geht, er hat Bergh gebeten, uns seine legten Grüße, sein Lebewohl zu übermitteln." Sieglinde war bleich geworden. .Mein armer Gatte!" jammerte sie. und ich bin nicht einmal bei ihm. Warum warst Du so grausam, mich zurückzuhalten?" Der Oberst wird wieder kommen sprach in leisem, kummervollem Tone der Professor; er wird Dir sagen, daß Leonhard dieselbe Ansicht hatte wie ich. Er wünschte, Du solltest bei mir bleiben auch auch wenn er sterben sollte." Sprich nicht davon, ich kann e nicht hören", rief sie, .mein guter Ire der Leonhard'.- Eie brach in ein krampfhaftes Schluchzen aus. Der Professor sah mitleidslos aus die weinende Frau. Sie wird sich wieder trösten." rnux melte er. ..aber ich welch' ein Fügung des Himmels! Mir ist so bange zu Muthe alles stürmt in meinem alten, . armen Herzen Leonhard, mein
Sohn! mein Trost, mein einzig Kind! - Alles ist heute in mir er wacht alle Erinnerungen aus ferner. ferner Zeit kommen über mich, o mtiv Gott!" Lange saß er so und suchte wieder die Fassung zu erlangen. Sieglinde hatte sich indessen aus dem Zimmer entfernt; jeZ;t war sie in ihrem Gemache und weinte still vor sich hin. Tann trocknete sie sich die Augen. Wm, Leonhard. sprach sie. .das darfst Du nicht von mir verlangen, bei Deinem Vater kann und will ich nicht bleiben, wohin aber mich wenden? Wie arm ich bin. ich habe es nie gewußt, jcht aber fühle ich es. Leonhard. Tu warst mein Alles! Was soll ich nun beginnen? Mein Gott, ich kann den Gedanken nicht fassen! Ich weiß nicht, was mit mir geschehen wird aber da bleiben, nein! Sie rang die Hände und fing wieder an zu weinen, bis fr in Schlaf verfiel. Professor Abensberg hatte die Abend mahlzeit unberührt gelassen und war die ganze Nacht übe? wach geblieben. Er hatte eine Lade seines Schreibtisches geöffnet, ein Bild herausgezogen, das er lange mit Rührung betrachtete. Heute muß ich wohl Gott danken, dab Du heimgegangen bist. Marie. Dieser Schinerz ist Dir erspart aebtieben. Unser Leonhard! Das Band, das uns so fest aneinander knüpfte o. Du schuldloses, liebes, gutes Weib Du!" Er beugte sich und drückte einen in nigen Kuß auf das Bild, ehe er es wie der verschloß. Ruhelos ging er in fei. nein Gemache auf und ab. erst gegen Morgen faßte er sich mehr, seine Gedan ten richteten sich auf die Zukunft. Ich werde allein sein," seufzte cr. so allein, wie ich war. ehe ich mir sie erwarb. Lconhards Weib, dieses thörichte, herzlose Kind, diese schone Puppe ist mir nichts. O. mein Sohn, wie konntest Du Dein edles, großmüthig Herz an diese Frau hängen."
..Gnadige Frau, der Herr Professor lassen sagen, daß Herr Oberst Bergh Sie zu sprechen wünscht." meldete die Haushälterin. Soll ich Ihnen viel leicht beim Anziehen behilflich sein?" Ja, nein," erwiedert. Sieglinde. verwirrt über das Ereigniß eines 3$c suches. Sieglinde zog rasch ein einfaches Hauskleid an, warf noch einen Blick in den Spiegel und strich sich die Haare glatt, ehe sie hinunter eilte. Eine dunkle Röthe stieg ihr in's Ge sicht. als sie die Thür des Wohnzim mers öffnete und statt eines alten Man nes die hohe, imposante Figur des Obersten sah. Auch Bergh war bei ihrem Erscheinen überrascht, fein Blick flog musternd über die schlanke, anmuihige Mädchengestalt. Sollte das Frav Abensberg sein? Leider bin ich in einer traurigen Angelegenheit fjier, fing er mit seiner klangvollen Stimme an und reichte ihr die Hand. Sie schlug ihre großen dunklen Au gen auf nnd sah ihn an. Mein Schwiegervater." antwortete sie. sagt mir. Sie brachten Nachrichten von meinem Manne. Ist sein Befinden wirklich hossnnngslos?" Leider ja. gnadige Frau. Ich war vor meiner Abrei'e noch bei der Gräfin Daron. um ihr für ihre große Gast srcundschaft und Sorgfalt zu danken, und bei dieser Gelegenheit besuchte ich meinen jungen Kameraden und fragte ihn. ob er nicht heim wünsche. Er aber fühlte sich fo elend, so schwach, daß cr hoffnungZlos auf Besserung war. Er bat tnich. Ihnen seine besten Grüße zu bringen und darf ichJhnen sein Worte wiederholen?" Bitte," flüsterte Sieglinde, die mit gefalteten Händen dafaß. Und." fuhr er fort. Ihnen mit Nath beistchcn. wenn das Schlimmste eintreten wird." Glauben Sie wirklich, daß es fo gc sährkichist?" Gnädige Frau. Sie mit Lügen zu trösten, wäre grausam." ,.O mein Gott." seufzte sie und ihre Augen füllten sich mit Thränen, und mein Schwiegervater läßt mich nicht zv ihm " Bergh schwieg und betrachtete mittet big die junge Frau. ,.Gnävige Frau," begann cr nach einer Weile wieder, Ihr Herr Gemahl hat Sie mir warm empfohlen, darf ich mir deshalb die Fr.iheit nehmen, Sie bald wieder zu besuchen? Zugleich erlaube ich mir. Sie zu versichern, daß ich es als ein besonderes Glück betrachten wurde. wenn Sie mir gestatten wollten, daß ich mich Ihnen dienstbar erwetjen kann Kur;, wozu die vielen Worte? Abcns ; berg bat mich. Ihnen ein treuer Freund zu lem. Wollen 'ie mich als solchen betrachten?- Er streckte ihr die Händ' entgegen. Bitten Moment Blüten beider Augen m einander, dann senkte sie die rhnger' zu Boden. Sie sind sehr gütig sehr edelmü thig." sprach sie, und ich wäre Ihnen sehr dankbar, wenn Sie mir ein Freund sein wollten, denn ich bin recht, recht allein. Ich habe Niemand auf der wetten Welt, als memcn Schwugerva ter, und der denkt und empfindet ganz anders als ich und er mag mich gar nicht," letzte sie kachelnd hinzu. O, das ist nicht möglich," rief der Oberst, feie nren sicher." Nein, nein, ich irre mich nicht, sa een cu selbst, ist es nicht grausam, daß er mich nicht nach Paris reifen lonir Gnädige Frau, verzeihen Sie mir. daß ich in dieser Hinsicht' dem Herrn Professor beistimmen muß. Erstens ist Ihr Gatte in bester Pflege, von rühren der Sorgfalt umgeben. Die Gräfin selbst pflegt ihn wie eine barmherzige Schwester. Und dann, Sie könnten allein und sremd zu der jeigen Zeit nicht wohl nach Paris. Es ist wirklich besser, Sie bleiben bei Ihrem Herrn Schwiegervater. Erlauben Sie, daß ich mnnen Besuch wiederhole?"
.Es wird mir eine Ehre sein, Herr Oberst." Als er sich verabschiedet hatte, sah .nan ihn ln seine elegante Equipage steigen. Er warf noch einen Blick nach ihrem Fenster und grüßte sie. Welch eine edle Gestalt dieser Oberst hat." seufzte sie. Da gute, arme Leonhard! Also auch der Oberst hielt es nicht für räthlich, daß sie allein nach Paris reise. War sie denn wirklich gar so schön? Ihm gefiel sie sicherlich."
Einige Tage blieb sie zu yause. Ruhelos ging .sie in ihrem Zimmer umher oder blickte aus die Landstraße hinaus. Diele schreckliche Stnnde." lohnte sie. Was werde ich beginnen. wenn i Ach, ich mag gar nicht daran denken." Nur bei den Mahlzeiten kam sie mit ihrem Schwiegervater zusammen. Das Gesicht des alten Mannes war noch kummervoller als gewöhnlich, cr sprach beinahe nichts mit ihr. Offenbar weil ten feine Gedanken ganz wo anders, als bei der Gegenwart. Soll ich Dir niaü aus der ?tadt Zeitungen mitbringen, Schwiegerva ter?" Wie? willst Du denn heute schon azicder in die Stadt i" Ich war ja gestern und vorgestern nicht dort. Was soll ich denn sonst thun? Das ist doch sicherlich ein UNschuldiges Vergnügen." Ich denic." erwiederte cr, es wäre gar kein Vergnügen, bei dem rauhen Wetter den weiten Weg so allein zu machen. Warum bleibst Du nicht lieder daheim ?" Sie gab keine Antwort, ging in ihr Zimmer und machte Toilette. Die Straße vor ihr war lang und öde und stellenweise sehr schmutzig. Ein eisiger Nordostwind fegte über die weite Ebene, der Weg war menschenleer. Sieglinde fröstelte mil beeilte ihren Schritt. Nur eine Stunde in den Straßen der Stadt herumlaufen, dachte sie. damit ich etwas anderes sehe als diese schwanen Felder, etwas anderes höre, als die mürrischen Reden des grämlichen Schwiegervaters. Sie fühlte sich so recht allein und ver lassen, eine mächtige Sehnsucht erfaßte ihr junges Herz. Immer wieder kehrte der peinliche Gedanke zurück: was dann, wenn Leonhard stirbt? Aber es kann nicht sein. Die Briefe aus Frankreich, welche eigentlich nur kurze Berichte der Grüsin waren) und die regelmäßig an den Schmiegervater kamen, erfchienen ihr zwar nicht besonders trostreich, aber doch auch nicht ganz hoffnungslos. Der Oberst warum ich immer nur an ihn denken muß? murmelte sie. Sie blieb stehen und defchattete die Augen mit den Händen. In der Ferne kam etwas gefahren, das war kein Vauernwaaen. Ihre Wanaen färbten sich dunkler und ihre Augen glänzten. Unbewußt beschleunigte auch ue ihren Schritt. Jy, es war sein Wagen, er selbst lenkte die feurigen Pferde. Als cr in ihre Nähe kam, hielt er an, sprani rasch herab und schritt auf sie zu. Wies gnädige Frau? täuschen mich meine Augen nicht? Sind Sie es wirklich und so allein auf der schmuyigen Landstraße? Sie reichte ihm freudig die Hand. Und Sie, Herr Oberst ? Beabsichtigen Sie ?u uns zu kommen, oder machen Sie nur eine Spazierfahrt?" izt lächelte. Nein, Gnädige, wenn ich spazieren fahre, suche ich mir sicher einen anderen Weg aus als diesen. Ich wollte mich nach Ihrem Befinden er kundigen, und fragen, welche Nachrich ten Sie aus Paris haben?" Als sie einen Moment unschlüssig stehen blieb, befahl er dem Kutscher heimzufahren, er legte ihre Hand in feinen Arm und schritt der Stadt zu. Es war eine fremdartige Wonne. welche sie dabei durchschauerte; eine Weile schwiegen beide. Jetzt erst fällt mir em, welch' erne abscheuliche Egoistin ich bin, Herr Oberst, ich hätte Ihre Güte, mich aus dem schmutzigen Weg zu begleiten, nicht annehmen sollen." Ich finde im Gegentheil den Weg jetzt sehr hübsch," sprach er mit feiner ihr so sympathisch klingenden Stimme. Sehen Sie die Gebirgskette in der Ferne und die große weite Ebene ringsherum hat doch auch ihre Schönheit; aber Sie haben mir nicht meine Fragen beantwortet. Zuerst sagen Sie mir, wie es Ihnen geht?". Schlecht, wenn ich Ihnen die Wahr hcit bekennen soll. Wenn ich noch nicht krank bin. werde ich es sicher werden,seufzte sie. Beide schwiegen. Wohin gehen Sie denn eigentlich, gnädige Frau?" In die Stadt.So allein. Ist eS rathsam sür Sie, oen einsamen Weg ohne Begleitung zu machen? Haben Sie denn so dringende Geschäfte in der Stadt? " Sie erhob ihre Augen zu ihm und lächelte. Der schelmische Blick und das Lächeln war das eines reizenden Kindes. Ich habe zwar keine dringenden Geschäste in der Stadt zu besorgen, doch sagen Sie selbst, was soll ich den ganzen Tag so allein in dem'langweil'lgen Hause beginnen? Es ist mir oft, als ob ich ganz verzweifeln müßte.So erlauben Sie, daß ich Sie be gleite, ich fahre Sie dann, wenn Sie erlauben, wieder heim." Sie nickte zustimmend. Geduldig ging er mit ihr von einem Laden zum andern. Sie verschmähte auch die Einladung nicht, sich bei Rot tenhoscr mit Ehocölade und Kuchen zu erfrischen, während er ein Gläschen Cognac trank. Als er bezahlte, stiea eine ffii&Uai Röthe in ihre Wanaen.' sie arin in fck Tasche, aber sie hatte kein Geld In srcy. Geben Sie mir noch Zene Bonbon mere,- sagte er Verkäuferin, auf eine prachtvolle, mit Seide überzogene Schachtel deutend, .und jetzt werden
wir wohl heimfahren mästen; hier ist gleich eine Droschke. Es war thöricht, daß ich meinen Wagen zurück fchickte, wenn Sie mir aber wieder einmal das große Vergnügen machen, daß ich Sie bei Ihren Gängen begleiten darf, dann werde ich meinen Wagen bestellen, es fährt sich darin jedenfalls besser und schneller als in diesem engen Kasten." Er fuhr mit ihr bis zu dem kleinen Hauschen des Professors, beim Abschied reichte er ihr die Bonbonniere. Das ist gut für müßige Stunden-, sprach er und küßte ihr die Hand. Wie im Traume stieg sie die Treppe hinauf in ihr Gemach. Welch' einen köstlichen Nachmittag hatte sie heute verlebt, ob sie es wohl dem Schwieger vater erzählen solle? Gewiß, wenn er mich fragt. Aber er fragte sie nicht beim Abend tisch, sondern las verstimmt und trau rig feine Zeitungen, während ihre Ge danken bei dem heutigen Ausflug ver weilten. Nach einigen Tagen trafen sie sich wieder. Er fprach eifrig mit ihr. fragte, wie sie geschlafen, und ob der Schwie gervater gezanki habe. Sicher hätte er es. wenn er es wüßte; allein, da er mich nicht fragte, habe ich ihm auch natürlich nichts ge sagt. j-ii r r.. 1- : " -
'lall zu geycn suoren sie yruie in r den Straßen herum, als aber die Zeit l zur eimkcyr yeranruare, sileg inn ihr aus. besah! dem Kutscher umzukeh" rcn und führte sie am Arm zurück. Drittes Kapitel. Trohdem sie Gewissensbisse fühlte. ging sie am nächsten Tage doch wieder in die Stadt und begegnete Bergh. der sie herumführte und Abends wieder heimfuhr. Wachend und träumend fand sie Berghs hohe Gestalt vor ihren Augen. DciS traurige, sie quälende Bild ihres Gatten hatte er mit seiner stolzen Schönheit verwischt. Die Heimlichkeit ihres Zusammentreffens freute sie. O. wenn der Schwiegervater wüßte, in welcher Gesellschaft' sie sich jeden Nachmittag befand. Mit Herz klopfen wartete sie jeden Tag auf den Briefboten. Welche Nachricht wird wohl aus Paris kommen? Als aber die Anzeige seines Todes wirtlich eintraf, da durchschaucrte eine eisige Kälte ihr Herz. Er war gestor den und sie war nicht bei ihm. Während cr seine Seele aushauchte, lauschte ihr Ohr dem Geflüster eines Andern. 0, mein Vater, verzeihe mir!" rie sie und sank vor dem imSchmerz er starrten Greise nieder. Er hörte ihre Klage nicht und sah nicht das blasse, thränenüberströmte Antlitze In schwerer Qual saß er wie gebrochen, unfähig, auch nur einen Seufzer aus feiner gepreßten Brust aus zustoßen. Die alte Dienerin' brachte kaltes 2Vaster und wusch ihm Stirn und Hände. Fassen Sie sich, gnädiger Herr, sprach sie mitleidig über den furchtbaren Jammer, denken Sie, daß es so am besten ist. Vielleicht hätte der junge Herr doch nur ein elendes Leben fort führen können. Gott möge Ihnen bei stehen!Er schob sie unwillig von sich und stand auf. Mein Gott! Mein Gott! Mein Leonhard!" Dann wankte er an den Schreibtisch, öffnete mit zitternder Hand eine Lade und zog wieder das Bild sei ner Frau hervor. Gnädiger Herr. Sie haben ja noch Ihre Schwiegertochter." Verzeih',' verzeih'," flüsterte Sieglinde. Er gab ihr keine Antwort, fondern winkte ihr zu. sich zu entfernen. Du bist mir immer sremd gewesen von der ersten Stunde an. als er mir Dich als seine Braut zuführte. Du wirst es im mcr bleiben. Geh', ich glaube an D. nen Schmerz um ihn nicht." Sie erhob sich von ihren Knien und stand dem Schwiegervater gegenüber. Gern hätte sie sich gegen feinen Vor wurf gerechtfertigt, allein sie brachte kein Wort über ihre Lippen, ihr Schmerz um Leonhard war nicht geheuchelt, aber sie sühlte. daß sie schuldig, daß sie nicht würdig war. dem alten Manne ein Wort des Trostes zusagen. Mit Scham im Herzen schlich sie in ihr Zimmer. Diese Nacht schloß sie kern Auge, sie hörte den Greis ruhelos die ganze Nacht umhergehen, seufzen und stöhnen und durfte sich doch ihm nicht nähern, durfte nicht mit ihm weinen. Die nächstenTaae bl,eb sie zu Hause. Als sie seinen Wagen vorfahren hörte, schrak sie zusammen, ihr Herz pochte laut: Zagend trat sie in's Wohnzim mer, in welchem der Oberst sie erwartete. Mit ernster Miene ging er ihr entgegen. Der Herr Professor ist untröstlich, es ist nur natürlich; den einzigen Sohn verlieren zu müssen ln so alten Tagen, ist sehr hart. Was hat nur der arme Mann? Mir schien, als wolle' er mir etwas sagen, ein paar Mal öffnete er schon den Mund, aber jedes Mal schwieg er wieder." Als Bergh sie am anderen Tage sah. konnte er sich nur schwer überwinden, ihr nicht auf der Straße seine Zunei gung zu gestehen. Sie muß mein wer den sobald als möglich, dachte er. Nie noch hatte er sich so zufrieden mit sei nem Schicksal gefühlt, nie war er so glücklich gewesen oder doch, ja, da mal vor vielen Zahlen, aber das war lange. Zange her vergessene Wcmne, vergeffenes Leid. Er batte sich damals vermähl aber seine Frau hatte nicht zu ,hm gepai. nein, in keiner Hinsicht, sagte er sich. Sie war kleinlich, eingebildet eiferZüch, iig. mißmLlhZz, und o. so fade. Seine Ehe war eine Hölle, ein Glück, deß sie nur ein paar Jahre dauerte. Dann erst genoß er so rech das Leben, da war er noch jung, mch und schon, die Frauen schwärmte für ihn, aber keine konttte ,hn dazu Zungen, seine Freiheit zu opfern. Er hatte sich geschrooren.
nie mehr zu heirathen. Ms er aber Sieglinde sah, da war der Schwur ver gcsien. Bergh war bisher die Liebe ein Spiel,' jetzt war sie ihm ernst. Er fand olles bezaubernd, berückend an ihr. ihm war sie nur ein schuldloses, naives Kind, eine köstlich frische, unberührte Rose. Mir scheint, dachte cr. daß es ihr mit ihrer Heirath ging, wie mir mit der meinigen. Sie wird mehr ox zwungen worden sein und hat es nichk empfunden, daß ein fremder Wille sie zur Ehe führte. Er gedachte der ein fachen, fchmucklofen Erzählung ihrer Verlobung. Sie schilderte ihm die kranke Schwe ster, die sterbend die Hand Sieglindens in die Abensdergs gelegt. Abcnsberg war ein schöner Mann und bei seinem Regiment allgemein beliebt gewesen. Was war natürlicher, als daß 'sich das Kind nicht sträubte, daß sie das seichte Gefühl, das sie empfunden, für Liebe hielt. Man sah ja, wie ruhig sie bei der Nachricht seiner tödtlichen Verwun dung geblieben war und wie gleichgiltiz bei feinem Tode. Sie weinte wohl und ihr liebes Gesichtchen war traurig, ihre schönen Augen blickten schwermüthig. es -stand ihr reizend, aber es war nur der Schmerz eines Kindes, cr aina
luicht tief. Armer Abensberg! - Vi t ( t i OT A fr IVW jf- Si. (. Xi. Kf 1 llliit 19 ui9 vif im awciider Gräfin Eecile trauriger blickten, als er mit ihr von dem Deutschen sprach. Eine seltene Frau, diese Daron. Welch' eine Idee, die Verwundeten in ihrem Hause selbst zu pflegen, pflichtgetreu wie eine barmherzige Schwester! Nnd Abensberg. der sa gerne in Paris blieb, ich sah es ihm an, der Gedanke an die Hcimath war ihm peinlich. Sieglinde, Dein Gemahl dünkt mich, war Dir gegenüber sehr kühl: (Zr wußte, datz er sterben werde. er bat mich, seinem Vater und seiner Frau daheim die letzten Grüße ZU brin gen. Als er von seinem Vater sprach. da zitterte seine Stimme, in feinem Auge glänzte eine Thräne aber als er von seinem Weibe fprach, war er fehr gefaßt. Sagen Sie ihr, sie soll mich Nicht vergessen, sie soll glücklich sein. Sie soll ihr junges Leben genie tzen. sie ist zur Freude geschaffen, die arme Kleine. Ich stellte mir vor. ein unscheinbares Wesen zu sinden, als- ich hinausfuhr, den Professor zu besuchen l und fand Ich erschrak formlich, als ich- Sieglinde sah. .Was wird der Schwiegervater sa gen?" fragte Sieglinde nach etwa zehn Wochen Bergh. wenn er hört, datz ich wieder heirathen will? Ich fürchte mich wirklich vor ihm, er fchaut mich immer so verächtlich an. ich getraue mir nicht, es ihm zu fagcn." Es ist auch noch zu srühy mein süßes TSubchcn. beruhte Dich und überlaste es mir. Ich halte bei ihm um Deine Hand an, gleich darauf machen wir Hochzeit, und dann sind wir die Glück kichsten unter der Sonne." Mit liebkosender Zärtlichkeit sah sie zu ihm auf. Liebst Du mich denn wirklich? so recht, recht sehr?" fragte sie ihir. Mehr als alles!" erwiederte er mit feurigem Blick. Ich kann es. nicht in Worte kleiden, ich würde mich selbst lie der tödten. als Dich verliere:!." .Es ist auch Niemand da, der mich Dir streitig machen möchte, lächelte sie. aber es beglückt mich so daß Du mich fo- sehr, sehr liebst. Weißt Du. ich kam mir immer so arm, s? vereinsamt vor, selbst damals, als ich seine Braut war, zcht denke ich oft, daß er mich gar nicht genrocht hat. Mein Schwiegervater brachte mir erst diesen Gedanken bei; er sagte. Leonhard habe meine Schwester geiiebt und mich nur ans Mitleid, aus Pflichtgefühl geheirathet."Bergh lachte auf: .Mein Täubchen. Dich heirathet man nur aus Liebe, aus rasender Liebe. Nenne Abensberg nie vieder in meiner Gegenwart, versprich mir, daß Du auch nie wieder an ihn denkst, es macht mich unglücklich, wenn Du von ihm svrichst, ich. bin auf Deine Vergangenheit eifersüchtig, den Gedan ken kann ich nicht ertragen, daß Du einen andern liebtest." Ein schönes Paar." sagte ein Etra ßenarbeiter. die kommen alle Tage. Die Frau hat erst ihren Mann verlo ren. es ist die Schwiegertochter des alten' Professors von Perlach.Elendes Weid! Ist es wahr, wasman mir fegt?" fu.hr der Professor Sieglinde an. Sie erschrak und blickte furchtsam auf den vor Zorn bebenden Mmm. Washast Du denn, welches Verbrechen- soll ich denn begangen haben?" fragte sie scheu. Du haft den Namen DeineMan nes geschändet. Tu Du bist kaum. erst rn die Drauerkleider geschlüpft: u.ru denkst schon wieder an einen: anderen Mann. Das ist also Deine Treue. Deine Liebe, das Dein SchmerzzUW den verlorenen Gatten. Und Dn.wact es noch, mir unter die AugM: zu treten. Du mit Deiner fcheinheil'gen, Miene..Aber Papa, ich begreift. DiÄ wirklich nicht; fo höre mich dach erst: en. ehe Tu mich deschimpsst und, verur' theils So leugnest Du aW? .Fein. Papa, das Äll ich nicht, son der ich möchte Dir dÄlmeh? die Wahr heit bekennen. Ja) halze den Oberst. B?gh öfters getrohen: " .Wie? arider Straße 5 .Ja. auf der Stc&, und ich lim Unrecht dabei." (Fortsetzung folgt.) Lebensspruch. Klar im Verstand sein. Hilfreich zur Hand sein. Beim (Jeden blind fein. ZuweU'n ein Kind sein. Treu steiZ und wabr sein. Start in Gefah? sein. Duldsam, wenn kann sein, Wenn's gilt ew Man sein.
Verkettungen deö Lesens.
Ich hatte, so schreibt ein ehemaliger diesseitig? Offizier, dem Bitiiner Tagblt.", btx späte? seine Tiensie dem unglücklichen Kaiser Maximilian in Meriko g.'widmet hatte, im Januar 1 605 durch einen besonderen GlükZ umstand die Führung eine? berittenen Kompagnie Sudanesen in Menko übernommen. Wenige Wochen spater mel dcte sich in Orizaba ein Korpora! der Fremdenlegion, ermächtigt durch einen Revers des damaligen Kommandeurs der IsFion etraag-ers, Colonel Quxita d'Ornano, bei mir zum Dienste, und ich ersah aus den Papieren des stark beschnurbarteten. forschen Anlömm lings. daß ich einen ehemaligen baun fchen Offizier, den Herrn v. F.. vor mir hatte. Ich stellte ihn. da ich fast völlig selbstherrlich kommandirte. als Sergeant ein und behielt ihn im Auge. Die erste, ziemlich ernste Affaire mit den mexikanischen Guerillas in und bei Amecameca brachte mich mit dem neuen Sergeanten, der sich über jedes Lob drav bmommen. naher und er tbcilte mir über seiue Vergangenheit Nochstehendes mit: ZEr war Qberlieutenant bei den bcie rifchcn Kürassieren und dttsönZlcher Adjutant des Prinzen Adalbert gee fen und stand in hoher Gunst bei die semPrinzcn. Doch. ..so geht's, wenn ein Mädel zwei Buben lieb hat, 'Z thut Wunder selten gut, eines Abends nach der Oper fand der Oderlieutcnant U nen vrinzlichm Gönner und Gebieter in trautem tei -artete bei der Dome seines Herzens! Sein Zorn war furcht bar und äußerte sich so wenig ehrerdle tig. daß er schon am folgenden Tsze feines Postens als Adjutant enthöbe? wurde. Aber er konnle such den Mund nicht halten, so daß seine Aeußerungen fchlichlich Aergerniß im OisiciercochZ erregten. Ermabnungen seitens dcZ RegimcnMommandcurZ und seitens der eigenen Familie halfen nichts, und a!Z er eines Tages sogar in der ersten Kon ditorei der Garnison seine Bulldogge mit Fußtritten regalirte und sie dabei, wie er überhaupt stets that. Adalbertrief, da platzte die Bombe er wurde aus dem Dienste entlassen. AkZ er dann, um seine Familie zu argern.daS Streit objekt es war nur Jm Irrlicht heirathenwollte und die Jauch ausführte, da sagte si$ die Familie von ihm los und entzog ihm die Subsißenzmittel. Er ging, über das große. Wasser und war. wie ich schon erwähnt, im Gefechte kreuzbrav: euch sonst benahm er sich anslandig. wenigstens eine Zeit lang. Kaum ma? er Sergeantmajor. Wacht meisten geworden, da traf ich ihn eineZ Nachmittags wir lagen vsr dem Feinde sternhagcl bctr'uuken. so daß er nicht zu Pferde steige tonnte! Ich setzte ihn; natürlich gründlich auf die Hinterhand zurück und Z half etwa vier Wochen; da kam's wieder, er war ein sogenannter Quartal-Sauser und nicht zu ballen: ich dcgradirte ibn und ließ ibn. aus der ersten Etappe zur Verfügung, der Fremdenlegion zurück. Spater ersuhr ich. da,h er noch einmal zum Ksrpom! und San:: zum Sergeanten befördert und aber,n:a!? dkgrodirt worden war., Jnr, Anfange der siebziger Jahre tauchte d Herr Barn, wie damals die baienichen Zeitungen meldeten, in München a!s Dicnstmann auf und vcr sah, sein Amt pünttlichnnd gut wenn er nicht betrunken war: er hatt? den. sonst, a ganz chrenwerlhen Beruf in München, gewühlt. abernzalZ um seine Familie. zu arger! llnlüngst führte m'Äcin Weg durch die Hetzager-AUee noch dem großen Sterm EZ hielt da? ein elegantes Ka priotet mit zwei vrQchtvollen Schweiß fuchsen bespannt: ein Düner saß hinten aus. ein zweiter nqteile am Kopizeug öeö.- HandpzerdeZ. der Herr hlelt die unruhigen Thiere selbst im Zügel. Ich war dicht dabei sieche geblieben, da mich die Pferde interesstrten. Plötzlich trafen, sich meine. Augen mit denen des WagenlenkerS: DONUnwetter, so dachte ich die st u nllen Auge, der ungeheure, dichte. Schnnrrbart.. jcht allerdings stark erarat. wo 03 (t du die gesehen?: Eine Blutwcllc stiez langsam meinem Gegenüber, dcm mnn AnNarre woht sufgcsaukn wan ins Gesicht, und da halte ich's. wenigstenZ glaube ich e zu habe, und rnoasietir I Bsyron tlo K tiitmit e? von rneinen Liöpen. D, der zweite Diente hatte eben den Fuß. aus d2S Hinterrad wieder gesetzt, bäumten die Füchse, durch schar sell Peitfchcnhicch-Fxtrofsen. hoch auf und m jchlanlm Trabe ging, uach den Brandenburger Thore zu. Ob er's'wchleTkskn Utt mag. ha Herr Bawn. den ich da drüben in Mexiko Imvitn gelernt? Ich glaube nicht, dc.ich mich irre. un ich ent sinne mich auch,.d5 cr einftenZMir erzchlte. daß zwischen ihm und tm Reichthum nur znM Augen ständen möglich, dajj diese sich mittlerweile geschlossen hben! Belm ist ein Dorf, man trift! hu arn chssten alte Betannte. . . . Schlau. Lehrer spricht MÄ den Schülern sÄner Klaffe über ! d'tf fünf Sinne und. deren W:chtigleit. Gesetzt also." sraav der Lehrer, wir sollten nun einen dieser fü.nf Sinne entbehren und Dir stände die Wahl frei, welchen Sfcrn möchtest. Du crn liebsten entbehren. Fritz Lehmann?" gritz Lehmann (der kurz vorher wegen einer Unart gezüchtigt worden iß. die geschlagen? stelle relbeud): JaS Ee sühl. AuZ Ersahen ng gespro und mhm wird s tcic n che Hund!" Also der Asse soll ein halber Mensch sein: ja, demnach ist also der Mensch ein deppelter Äffe! Wer schweigen kann, verdient gehört zu reden.
ch e n. Su: Was laut Dir denn cui, ein jung? 5 Nretodil zu Zausen?" Er: .Vier Wochen unter Deine: Hmschast
