Indiana Tribüne, Volume 16, Number 14, Indianapolis, Marion County, 2 October 1892 — Page 2

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sine Kaltwasserkur gegen Gtffr focht. De? neueste Sieg der Hydropathie, der den Verteil hat, sich thatfachZich guaetrcacn zu haben, den seltsamen Heilerfolg ljat neulich eine schöne Frau du ihrem Gatten erzutt. Lebt da draußen in einer Sonirnerfrische unweit Wiens eis. junges Ehepaar, still und einsän:, nur daß hie und da einige Freunde des Mannes sich der Gast f Kundschaft der schönen Hausfrau er freuen. Aber gerade diese Besuche be kümmern den Herrn des Hauses. Lau ter junge EkegsntZ, die seiner Zrau nichts als homgsütze Galanterien zu sagen wissen das macht besorgt und unruhig. Er muß ins Klare kommen nrit der Treue seiner Frau, er muß wissen, wie lang der Faden fein dürfe, an dem er sie herulnflattern läßt. Da kommt ihm ein wunderlicher Einfall. Er hat einen Freund, auf den ti sich unbedingt verlassen kann, der ihm mit Haut und Haar ergeben ist; der soU ihm d:r Prüfftcin für die eheliche Treue sei er Frau werden. Er beauftragte ihn, seine? Frau regelrecht den Hof zu machen und ihm von ihrem Verhalten genauen Rapport zu erstatten. Ter Freund, zuerst ein wenig verduft, geht schließlich ouf die sonderbare Goldprobe ein ; ein bischen Eitelkeit ist auch im Spiel kurzum, der Feldzug beginnt, der Freund im Vordertrcffen, .der Gatte lauernd im Hinterhalt. Die erste Schlacht wird geschlagen am Abend kommt der Freund mit einem unsäglich langen Gesicht zu dem Gatten, ' die Tame hat ihn, als er kühner wurde, schroff und energisch zurückgewiesen. Aber die Zweifel find aus der Brust des Herrn Gemahls noch nicht der scheucht. Das habe sie gethan, weil sie sich beauf,cht,gt dachte ; er solle nur .;,, Tir.ifcs- ? liUJf cuuiiut uuHlli uu"nnunii Am nächsten Abend kommt nicht der ' Freund, sondern die Frau zu ihrem : Gatten nd beklagt sich über die Zu. ' dringlickkeiten des Freundes. Das er. I weicht sein Othello-Gemüth ; er sieht,; daß er ihr Unrecht gethan aber wer weiß, ob dies nicht'Berstellung ist, um . ihn in S'ckerhcit zu wiegen ' i und so bittet er den Freund, noch ein mal den Gang nach Canoffa zu thun. ! Er tritt zum drittenmal die Fahrt n. Und siehe da diesmal siegt seine Beharrlichkeit. Die schöne Frau gibt ihm ein Rendezvous e? schwimmt in Seligkeit, aber da fällt ihm ein, daß das Ganze ja nur ein G'spie! ist. Und er kommt zum Freunde, halb strahlend vor Siegesfreude halb vcr legen, wie er dem Aermsten die Nach, kickt schonend mittheilen soll, JRa, dersteh't Du." setzt er sich in Scene, und schließlich kannst Du' ihr ja doch nicht übel nehmen bin eben zu scharf dreingrgangen mit Einem Wort ich soll sie heute Abenden Eurem Sa. leite erwarten. Heute, um zehr. Uhrl" tx Mann schäumt; -er dankt dem Freunde mit einem Händcdruck, daß dieser an allen fünf Fingern Hühner ougen bekommt, abcr er wird sich rächen; natürlich geht e? zum Rendez. vous statt des Freundes, der jetzt in wohlverdienten Ruhestand tritt, und dann wird er schon zeigen, was ein be keidigtes Mannerherz vermag. Er kann in seiner Erregtheit den Abend nicht erwarten. Inzwischen trifft seine Frau Vorbereitungen ZU ,dcm Rendez. vous. Sie beauftragt ihr Dienstmädchen mit einem Schaff Wasser und den Hausmeister mit einem festen Prügel um 10 Uhr beim Salettlzu sein. Da ihr Gatte ihr keinen Schutz gcgen dicJu dringlichkeitenfeinehFreunors gewährt, will sie iün sich stlri auf diese originelle Weise vom Halse schaffen. Der Abend kommt. Es ist All still und rnbig geworden. Da schlägt es Zehn. Mit htm letzten Schlagt, huscht ein Mann in das Salettl und im nächsten Moment rauscht und wirbelt es. als wäre der Niagara hereingestürzt, dazwischen dröhnt es. als ob ein Dutzend Teppiche ... . - . ihrer Herrin dem für 10 Ubr anac.

llögkitopsi roiircm. er V auzmemer v,t,iilli, vllv -puu tjuuc n und das Dienstmädchen chabm ihreZ Jahre wird? Und wke es nicht beffer, Amtes gewaltet und nach Jbtm Beicbl ihn oder Mama selbst darüber zu in-

sagten Ankömmling dis-zarkestm Ehren Dieser Brief war cm ben zweitalte, des Empfanges erwiesen. War die sien Bruder, Gymnusialdirector Otto Gnädige erstaunt, aks um 11 Uhr ihr ' kar Meyer in Hildesheim gerichtet, Herr Gemahl naß wie ein Pudel und einen Mann, der sich durch .eine große hinkend in's Zimmerkam! Der Schluß Gründlichkeit auszeichAete und welcher war: Reuiges Bekenntniß ,und Ge alle anderen Momente für unwesentlich lübde ewigen Vertrauens." Es lebe der Frage gegenüber betrachtete, od die Kaltwasserkur! Für den Mann hat denn des Vaters beverstehender Ge. die Sache ncbttbei das Ucble, daß die burtstag wirklich sein siebzigster wäre, stunde von dem Vorsall sich Mch ver Auch er' meinte, daß man weder Vater breitete. Hausmeister und DMlstmäd. noch Mutter über diesen Punkt Snter chen pflegen eben nicht fchr verschwiegen pellirm dürfe, denn bei der Anspruchsu sein. , lougkeit der alten Leute, bei ihrer Wen " k schenscheu und ihrem zuiückgezsgencn V r.o b a t e s N iML,l. -Herr Leben wäre darauf zu rechnen, da s 1-TJf.f 5..s. j-fij -. . . - fiJL -x . , ;i

uiuuic, -ccuper eine anztocaies. C 1- t. ? Tm stch .eine .aroße

raucyi ez.icn uarttn s?QUZlnccht zum oen uno uen urauoei Rausschnlcißen". Auf eu:e Zeitung?, sie von dem auf sie gep!

nnonce hm melden

Anzahl stämmiger Burscken M ihm, noch keine standesamtlichen Einfr&airn und Schlaule kömmt wegen der chten gen ; da aber, als der Geburlsort des Wahl in are Verlegenheit. Da kommt Vaters ein Dörfchen in der Nühs dvn ihm ein leuchtender Gedanke: Er stellt Kaiisch, wo er sIS der Sshn eines Hie EandioatLn zu Paaren an nnd käßt deutschen Jnspectois auf tintm Gutstin?n den andren hinauswerfen. Du ,, host geboren worden, bekannt war. so Sieger führen mnker sich dasselbe Ma- wollte e? durch Rückfrage bei der Kir növer aus. bis zuletzt der Gewandteste chenbchorde sich üb das Datum Ge. obgleich arg geschlagen, zurückblieh. I wißheit verschaffen.

Natürlich erhielt dieser die bewußte An. . ßellusg. Einfach. Vater (Wittwe. zum Sehn) : Was sagst Tu zu in ' Verbindung mit der reizenden Guts-, besierstcchter Hohmwald? TvS wär ine Partie für Dich. Sohn: Skiir, t ft w , iq roiu lkikg vleiven. aker: Gut, T. , . i. ' I baun werde ich sie heiratlzenl wra de eines Feuer webrm annes. Nachdem der Sara in die Erde geftnkt und der Pfarrer ge sprechen, ergreift der Feuerwehrhaupt, ' ana das Wort: Mitbürger! Freunde! i . v .i v ... r. ...... vzmiBgtiiQti raurkge Z)euerwesr!!l" ' Splitter. Je mehr man pie Menschen kennen lernt, desto w kn iQ man kennen lerneu.

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fff iMffkriW iCü Ser fitdzkafte VcvttttStaf. . ,..U . i ZneJimWeazkMchtk Balt Cliat JuttiA. 8. Eins hätte ich bald vcrges. sen, obwohl es das Wichtigste des gan zen Briefes ist. Als wir dieser Tage wicwr einmal in Berlin waren und nach dem Heiligen Lachen" im Schau fpiclhause uns im Leistbräu mit Ernits ein Stelldichein gegeben hatten. hörten wir von ihm. daß in dieses Jahr Papas siebzigster Geburtstag fallen muß. wtU chen Tag wir bei der uns Kinder wahr haft beschämenden Anspruchslosigkeit unserer Eltern doch mit allen Ehrcu und mit vollem Pomp begehen wollen: zum mindesten denkt Ernst an eine Art Familientag. da uns Papa seit Jahren nicht gleichzeitig zusammen gcschen hat. Da Ernst in der Fabrik so sehr öeschäf tigt ist und Hermine zu schreibfaul ist, so übernehme ich es. eure Meinung zu sondircn und schreibe eine ähnliche Epistel an Hugo nach Moskau. Wie denkt ihr denn über Hellmuth? Wenn er auch den Eltern manchen schlechten Streich gespielt hat. so gehört er doch sozusagen immer zur Familie. Wißt ihr seine jetzige Adresse? Der letzte Brief, in welchem er um Geld bat, war aus Rio de Janeiro datirt. aber von Buenos Aires abgestempelt. Sprich also mit Deinem Manne, liebe Ernestine, und schreibe bald Deiner treuen. Dich liebenden Anna. Ludwig und die Kinder lassen sämmtlich grüßen." Nachdem die Adressatin, Frau Doc Jt Ernestine Kurck in Straßburg. Rissen Brief ihrer Schwester, die Frau Oberstlieutenant a. D. Kracht aus Potsdam, empfangen hatte, war sie sehr freudig erregt, zog sich sofort an und ließ sich ihren Mann vom Ober kellner des Restaurants herausrufen, in welchem derselbe allmorgentlich feinen Frühschoppen trank. Ganz erschrocken kam dicker daraus, berubiaie sicki aber. ' ' i? , s er hörte, um was es stch handelte: dcnn man lchrieb April und bis zu dem mozen age im September lagen noch volle sechs Monate. Indes machte er seiner aufgeregten Ernestine keinen Vorwurs. denn im ganzen war dem fa beschastigten Arzte alles wlllkom. wen. was seme Frau in Aufregung und Thätigkeit hielt und ihn, der Mit taO und Abends müde und abgespannt nach Hause kam. der Verpflichtung ent. binden konnte, sie zu unterhalten. Er fand ho die Idee dieser Feier sehr züt gemäß und versprach, stch in jeder Weise zu bethätigen, auch zu einem Rendezvous zu kommen, obwohl er frei lich für dieses Jahr sich eigentlich eine Nctse n ach Paris in den Kopf gesetzt hatte. Erncstme sollte auf der Karte einen Ort ermitteln, welcher für alle Geschwister gleich gut erreichbar wäre; solle Vorschläge für das Programm machen und an Hellmuth, das räudige Schas de? Familie, schreiben, dessen letzte ihr bekannt gewordene Adresse, ach welcher er sich von dem Schwager hundert Mark hatte schicken lassen. Porto Alegre gewesen war. Frau Ernestine nahm nun den Zirkel und Atlas zur Hand und machte Messungen. Zwischen Berlin, Potsdam. Hildesheim. Stroßbnrg und Moskau siel der Mittelpunkt ungefähr in die Nähe von Wilna. Da man aber einem siebzigjährigen Papa und einer dreiundsechzigjähri'gen Mama nicht gut zumuthen tonnte, zur Feier ihres Ge burtstages in's Innere Rußlands zu reisen, so lag es auf der Hand, Berlin sür den gesächteu Zweck in Aussicht zu nehmen; genau ließ sich die Sache doch nicht durchführen, denn hätte man auf &ii in Brasilien herumvagabundirenden Bruder Rücksicht genommen, so hatte der Famikiencongreß in Sene gambien stattfinden müssen. Ernestine entwarf nun auch ihre Idee, wie der Jubeltag des guten Papas zu feiern wäre: a. bei gutem Wetter, d. bei schlechtem Wetter, c. bei wechselnder Temperatur, und verweilte zum Schluß bei einer Frage, welche ihr ewig bedenk licher und pedantischer Mann in ihr wachgerufen hatte:- ist es denn auch . t. . ,i s. r. cn-k., - rrt terpelliren? W gcgelk jeocu ,IejiruuZkM um Pank ita. i?"V . ri' ... . V i curmt, wenn lauten Attentate erfuhren. Vor siebug Jahren gab es Der Tirector nahm Qlso diesen Theil der Angelegenheit ouf sich und ent warf er war zum Lehrer der moder nen Sprachen an de ih m unterstellte Gymnasium, kam aber in furchtbare Verlegenheit, wenn er in tit Lage der. setzt wurde, mit einem Franzosen oder -j ... w - ... r... . At . - ligianoer zu sprecyen eues Ävenos . ... X . . k I i X Lli ... i: i !' 'H " cen -crici an oas lreyensinr von ra poczyn in reinstem Schul-Frsnzosisch. Hugo' und Jda in '!! Moskau, welche Zrübcr eine Fabrik von Selterswasser besessen, sich aber nach einer Reihe, von -ihren zürÄuhe tzcsetzt HUten, ertllär' k li-it. vt o ft . t . ' - vaftAyncn vle cier oes eauris ''rfftWili jhrin die Cmc känte z lt langer Zeit hatten sie mit lhren dm utevteu Köchern klne Reue nachSt.

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lun geplant und nun sie hinreichend vorbereitet wären, muNen sie dte Idee wegen der für September geplanten Reise nach Berlin wieder aufgeben, da zwei solche Reisen in einem Jahre doch ihr Budget allzu bedeutend belaste. Indes wollten sie das Opfer bringen. wenn es sich darum handelte, den El tern eine Freude zu bereiten, und ihre Frühjahrsreise aufgeben, wenn die Feier unumstößlich sei. Der Patriarch der Familie, Eommercienrath Ernst Meyer, der das vom Vater gegründete wohlrcnommirte Berliner Fabrikge schäft in Contobüchern fortführte, hatte es übernommen, an den einzigen Jung gesellen der Familie, Hellmuth, zu schreiben, der das allerletzte Mal von Bangkok um Geld gebeten hatte, wohin er von Brasilien aus als Cchiffsmaat mitgegangen war, um nun in Asien fein Glück zu versuchen. Er stellte ihm den seltenen Tag mit solcher Feierlich' keit dar und erklärte ihm, daß auch die andern Geschwister aus Süd und Nord stch zusammenfänden, um in Gegen wart des theuren Vaters und der lieben Mutter ihre FamilienZusammenge Hörigkeit von neuem zu beschwören und zu befestigen. Er wünsche und hoffe, daß auch er diese Gelegenheit nicht vorübergeben lassen werde, sich pünktlich cinzufinden und den Segen des Vaters, der schon viel Geld an ihm verloren, einzuheimsen. Von den Reisekosten sprach das Familienoberhaupt vorläu fig nichts. Mittlerweile ist auch das Programm der Feier festgestellt worden. Am 2. September früh 6 Uhr sollte der Jubi lar durch das Ständchen einer Militär kapelle. die im Hofe des Hauses Auf flellung nehmen würde und die der Herr Schwiegersohn Oberstlieutenant Kracht aus Potsdam besorgen würde, aus dem Schlafe geweckt werden; Herr Kracht fetzte schon die Stücke fest, die zur Vorführung kommen würden. Um 7 Uhr würde Papa dann im Schlafrock sein blumengeschmücktes Zimmer detreten. wo ihm ein Kinderquartett, besetzt mit seinen musikalischen Enkeln und Enkelinnen, entgegentönen würde, wo rauf beim Frühstück Vortrag und Dec lamation verfchicdencr zu dem Zwecke gedichteter Glückwunschgedichte seitens o'er übrigen Enkclfchast folge. Um 11 Uhr würden sich dann die Söhne und Töchter in Gala beim Papa einfinden und ihre Geschenke, die sämmtlich fcierlich in einem Zimmer Aufstellung sin den werden, unter Ansprachen in gc bundener und ungebundener Rede über geben. Darauf kam e'me Pause von 30 Mi nuten, während welcher sich der Jubi lar umkleiden würde, um die Teputa tionen der Behörden, der Handelskam mer. der Stadtverordneten, der wohlthätigen Vereine, welchen er angehörte, der Fabrik, welche er gegründet, ent gegenzunchmen. Hiernach' Festessen mit festgesetzten Trinksprüchen und befonde ren zum Zweck gedichteten Liedern. Um 2 Uhr Fahrt zur Bahn, wo ein be kränzter Waggon das Jubelpaar und die versammelten Gäste nach einem der Havelscen entführen würde, wo eine Kapelle sie bei Ankunft am Bahnhöfe in Empfang nehmen und zu einer Stelle im Walde tragen würde, wo die Vesper eingenommen werden, Aufführungen. musikalische und dramatische. in einer Sommerbübne stattfinden, zu letzt die Gesellschaft durch ein splendwes Abendbrot mit voraus vergebenen Tischreden, beim Heimweg zur Bahn durch ein Feuerwerk erfreut werden sollte. Der Herr Oberstlieutenant au ber Diensten hatte so oft bei Krieger und sonstigen Vereinen zu allseitiger Zufriedenheit derartige Feste arrangirt. daß er mit Freuden auch diese Festlich, keit übernahm, und der militärisch gc schulte gewissenhafte Mann machte schon im Juni feine Erhebungen und Vorbe sprechungen mit Gasthofbesitzern, Ka pellmeistern, Eisen bahndirectoren. da mit seinerzeit alles wunderbar klappen und am Schnitrchen gehen solle. Inzwischen kam nacb einigen Mahn Briefen aus Polen die erbetene Ant wort. Der Pfarrer konnte kein Iran zösifch und hatte erst jetzt Gelegenheit gefunden, den Brief, von dem er nur die beigelegten drei Rubel verenden hatte.in dem nahen Kreisstädtchen durch einen Freund übersetzen zu lagen. Die Antwort war polnisch geschrieben und enthielt vier engbeschriebene Seiten. Der Herr GymnasialDirector hatte ihn .acht Tage bei sich herumgetragen und jedem, der ihm danach aussah, vorgelegt: kein Mensch konnte polnisch. Er schickte ihn darauf an den Bruder Hugo in Moskau und von dort kam er mit einer Uebersetzung zurück. Der Pastor erzählte in demselben weitschweifig und mit einer dramati schen Schilderung von einem Brande,' dessen Schrecken ihm noch aus seiner Jugend im Gedächtniß geblieben wa ren. bei dem ein Theil der Kirche, vor alkm die Sacriftei und deren Kirchen bücher ein Opfer der Flammen gewor .den seien. Das gewünschte Taufzeug .niß war also nicht beizubringen. Die drei Rubel hatte der gute Mann für die Ortsarmen verwandt. Quittung lag flicht bei. Nun war Holland in Nöthen. Man konnte doch nicht gut einen siebzigsten GcKurlstag feiern, der gar keiner war, und .etwas Gewisses wußte man eben nicht. Der Herr Eommercienrath ent sann isich daß er ungefähr 25 Jahre jünger als sein Papa war, aber ob 23, 24, 26 oder 27, das hatte er nie festge? ftellt. Frau Dsctor Ernestine Kurck aus Stroßburg sollte sich darauf en! sinnen, daß, als der Vater am Tage vsn Sedan seinen Geburtstag feierte, jemand in der Familie gesagt hätte, ! er müßte jetzt ungefähr 50 Jahre alt werden. Da diese Angaben sämmtlich nebelhafter Natur waren, 1 beschloß man, Mama in's Geheimniß zu zie hen. " , x-t " Mama war zuerst etwas erschrocken. Sie lebte mit ihrem Manne in so fried licher Zurückgezogenheit, daß die, in Aussicht gestellte Unruhe sie öngstigte.

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Cchllrßlich aber rührte sie doch die Liebe ' ihrer Kinder, und da man in Aussicht stellte, ihren Lieblingssohn Hellmuth 'zum Geburtstage des Vaters nach Hause i kommen zu lauen, überwog die Sehnsucht und Freude ihre Bedenken. Frei lich. Genaueres konnte sie auch nicht angeben. Sie wußte nur. daß sie grade 7 Jahr,'. 7 Monate, 7 Tage sün ger war als ihr Mann, ob es aber am 2(3. Januar 02 oder 63 oder 04 oder 66 gewesen fei. vermochte sie nicht zubestimmen. Man kümmerte sich in alter Zeit nicht so darum und wegen der Mutter Taufzeugniß noch einmal nach Polen zu schreiben, dazu war es schon zu spät. Inzwischen nahmen die Vorbcreitun gen ihren ungestörten Fortgang. Der Herr Oberstlieutenant ließ sich eine solche Aufgabe nicht mehr entreißen; wenn kein Jubiläutn vorhanden gewe, sen wäre, man hätte eins machen müs sen. In der weitgetrennten vielköpfi gen Familie herrschte von alters her eine gemeinsame Krankheit: die Dichtentis. Die Säuglinge am Busen der Mutter sprachen bereits in Versen. Bei der Gelegenheit einer so hervorragenden Familienfeier waren natürlich ' alle Schleusen geöffnet und von Moskau wie Hildesheim, von Berlin und Straßburg gingen in .verschiedensten Handschriften Begrüßungs- und BeglückwünschungsDialoge. Monologe, Epiloge, dramatische Aufführungen in Potsdam ein. über welche der Herr Oberstlieutenant und seine Anna mit Bedächtigkeit zu Gericht saßen und Kritikübten. Auch von dem Schmerzenskind der Familie. Herrn Hellmuth, war eine Antwort ge kommen, und zwar aus Honolulu. Er hatte dort einen kleinen Posten als Schreiber in einem Thcehause bekommen.'aber ihn selbst trieb die Sehnsucht nach Hause, und er würde unfehlbar der Familie Einladung Folge leisten, wenn man ihm das nöthige Kleingeld überweisen würde. Nachdem der Fa miliettrath ad hoo zusammengetreten '. war. sandte der Herr Eommercienrath . rasch mit einem eindringlichen, beleh-j rmdcn. warnenden Briefe das Billett .... k. cn . .. r c7 . t vvli yunutyiu nuuj oerua ein. ?us Baargeld hätten sie ihm nicht anver traut. Da geschah plötzlich etwas Unerwar tetes. Aus dem Zimmer des Jubilars ging ein Rundschreiben an die gesammten Kinder mit der Bitte, einander diese Epistel brüderlich zuzusenden. Er hatte aus Fragen seiner Frau den Schluß gezogen, daß man damit umgehe, sei nen siebzigsten Geburtstag zu feiern, und als er dies Mama'n auf den Kopf zugesagt, habe diese ihre Mitwisserschaft zugegeben. Hierauf sagte er seinen Kindern und deren Frauen, seinen Neffen und Enkelkindern den tiefgefühltesten Dank, aber er nehme hie (5hre für geschehen an. Sie sollten stch die Ko sten und Umstände ersparen: die Sache gehe aus zwei Gründen nicht. Ad 1 halte er in feiner Philosophie die Feier eines Tages, der als Markstein hinter einer anstrengenden Thätigkeit und einem Leben von Arbeit liege, für durchaus nicht statthaft. Jede'Stunde bringe dem Tode näher, das lasse sich nicht andern: aber daß man gewisser maßen den Tag feiere, mit welchem die Straße des Lebens ein Ende und die des Todes ihren Anfang , nimmt, das finde er absurd und grausam. Man .müsse einen solchen Tag verjchwcigm. völlig übergehen, überhaupt zu zählen aufhören, und darum habe er dies auch mit bestem Wissen und Willen gethan. Vor zwei Jahren war er nach seiner Rechnung 70 geworden. Man habe früher nicht so viel mit sich herumge macht, seine lieben Nebenmenschen aus der Ruhe geschreckt, und sie genöthigt, de Telegraph zu benutzen, weiße Handschuhe zu tragen, Briefe auf resi gem Papier mit Phrasen zu füllen. Aber er entsann sich, fünf Jahre jünger gewesen zu sein als lein in Gott ent schlafen Stiefbruder, und dieser hätte jetzt 78 werdm müssen. Mit ihm sei überhaupt die einzige Möglichkeit aus der Welt gegangen, sein Älter genau zu ermitteln. Denn dieser fromme Mann, welcher vor fünfzig Jahren nach England auswanderte, weil er es für gottlos hielt, eine Waffe zu führen, und der, obwohl ein beliebter und beschäftigtcr Stockmaler, doch blutarm starb, weil ti Alles, was er besaß, un ter die Armen vertheilte, habe das Erb fiück der Familie eine kostbar gebundene Bibel besessen, auf deren Teckel feit Hunderten von Jahren jeder Aeltcste deS Hauses die Familienchronik, insbe sondere die Geburtö und Todestage aufgeschricbm habe. Er bitte also seine Kinder, ihn nicht zum Gelächter der Menschen zu machen und seinen 72. Geburtstag so still vorübergehen zu las sen wie dessen Vorgänger. Diese Mittheilt wirkte höchst niederschlagend auf die feicrlustigen Söhne und Töchter. Man wallte und koninc es nicht glauben' daß. man ihnen die Feier unterschlagen hätte. ES war auch schon alles disponirt. Hugo und seine vierköpfige Familie hatten die Passe in's Ausland genommen, der Schuldlrector in Hildes'heim seinen Ur laub darnach eingerichtet; der , Straß burger ! Arzt 'Dr. Kirnt hatte einen Stellvertreter engagut. Hellmuth war aller Berechnung nach unterwegs. Der Oberstlieutenant- konnte ,und wollte nicht ein, halbes Jahr umsonst gearbei tet haben. ! l' Der Herr Eommercienrath hatte bereits in der Fabrik von der gro ßen Feier verlauten lasten und eine Geburtstags-Äemuneration jn Aussicht gestellt.' , Die Sache ließ sich nicht mehr andern. Der Oberstlieutenant stampfte mit dem,, Stock auf den Boden und sagte: Ja, glaubt denn der Vater, wir feiern seinen siebzigsten Geburtstag sei netwegen? Er ist hier vollständig Ne h?s chD?!1'i;'!,'i!ili :; - v v ;, Dazu hatte sich noch etwas gefunden, was den Angaben des ..Jubilars wider Willen" widersprach" ! Unter dem alten in der Fabrik aufgehäuften Gerümpel lag ein Bild des Großvaters ohne Rah. men, auf welchem der alte Her? mit ti

nem Tituskopf. steifer weißer Binde und bUtzender Bufennadel im braunen Kragenmantel dargestellt war. Die !.,:k: ii ...! j. i . . ei . i ..

tfaiiimenaaniianni war unoeureiioar. Im Dunkel des Hintergrundes entdeckte man nun b auffallendem Lichte das Facsimilie eines damals beliebten MalerS und das Jahr 1820. Nun sagte die Logik folgendes: Würde der Vater jetzt '72 Jahre, wie er glaubte, fo hätte er damals schon gelebt, der Ahne also sicher verheiraih.t sein müssen. Bei den guten ehelichen Verhältnissen, welche seit uralten Zeiten in der Familie herrschten, aber ist mit Sicherheit anzunehmen, daß sich der Großvater mit seiner Frau, zum mindesten doch mit einem Trauringe" hatte malen lassen. Nicht aber, daß er hier allein" dargestellt war. trug er auch einen Verlobungsring" mit einem funkelnden Diamanten, und aus diesem Umstände war klar ersichtlich, daß der Großvater vor 72 Jahren, wie auch sein strahlendes Gesicht erkennen läßt. Braungam. oarnacy die Trauung em Jahr später vollzogen und der lN Äede stehende Jubilar genau vor 70 Iah. ren geboren sein mußte. Diese EntL. I . . n ? , . .11 dcckung gab den Zweifelnden Hinterhalt und den Vorbereitungen frtschen Impuls. Die Tochter aus Straßburg und die Schwiegertochter aus Hildesheim waren acht Tage vor dem großen Tage nach Berlin gekommen und Anna, die Frau Oberstlieutenant, pendelte ununtcrbrochen zwischen Berlin und Pots dam hin und her. Die Mutter wurde nun damit beauf tragt, in Liebe den komischen Alten umzustimmen, ihn von seinem festen Vorsah. am betreffenden Tage zu verreisen abzubringen, und es gelang ihr auch. ihn schließlich zu einer Resignation zu bewegen, die das schlimmste über nch ergehen lävt. Man wute. dan er stch rm geheimen lebhast darnach sehnte, den Jüngsten, den er wegen emer thm mm. X . fe m m. W a OfH iuf 4. M, . a V. j. nii zu,ugrilvcl! oertvvung uno underer dummen Streiche in tyrannischer Härte von sich gestoßen, der zu dem in ungtano icocnocn jnici grsloycn. vis ... . rr o.. : f.: rr : . . n . . zu oqicn 4,oac in feinen jjicnjun uugehaltcn hatte und nun jchon zwei ahre wie ein Geachteter in die Welt herumgewandert war, ohne einen richtigen Halt zu finden, an fein H.'rz zu drücken, und man yane Andeutungen gejagt. daß ihm ein Wiedersehen mit dem verlorenen Sohne m AWicht stände.o ,agie er oenn am Aveno ce .,epi. iu vrli um tun -oaiuiiiiütuui: nc seiner festlich geputzten nrau durch eine ganze Phalanx von Söhnen und Töchtern und ungezähltem jungen Volk mit leuchtenden Augen und purpurnen Wangen durcharbeiten muhte, aus einer' Umarmung m die andere sich schlmgend und die Kiemen und Klein, flen an ihm, als er sich in den geblüm ten Scffe geworfen, hinauftletterten und ihm Sträuße darbrachten und süße Worte sagten und Küsse gaben, da war bei dem alten, im langen Festrock, ein neues braunes Sammtküppchen aus dem greisen Kopfe tragenden Herrn aller Widerwille geschwunden, alle Philoso phie über dm Hausen geworfen und er durchkostete alle Wonnen von Menschen glück und Familienliebe. Und als eine Deputation der Stadtverordneten kam und ihm als dem Begründer einer jetzt Hunderle von Arbeitern beschäftigen den Fabrik ihre Glückwünsche darbrochten und Verdienste vorrechneten, von denen er keine Ahnung hatte, und als eine Abordnung der Werkführer und Arbeiter kam, welche ihrer Dankbarkeit nicht Genüge thun zu können vermeinkm. da kam er sich unendlich groß und wohlthätig vor und drückte in einer weichen Stimmung allen mit herzlichem Dank die Hände. Und so ging es fort den ganzen Tag. wenn auch das ursprüngliche Programm wesentliche Einschränkungen ersahren hakte uud alles, was zu großes Aus sehen machen konnte, sorglich vermieden war. Wie aber auch die Freude der Alten hell war, überall um sie herum liebe alle strahlende Gesichter zu sehen und die seit Jahren ihnen entschwunden uen Kinder um sich vereinigt zu wissen, einer fehlte und die Verstimmung ließ sich nicht ganz unterdrücken, daß er. an dem man etwas gut zu machen, dem man etwas abzubitten hatte, doch nicht, wie man zu hoffen gewägt, in den Reigen der zur fröhlichen Feier verfammel ten Familie zurückgekehrt war. Die Sorge lag auch auf den Brüdern; bis jetzt war alles nach Pro gramm gegangen das Nichteintreffen des Erwarteten war die erste Fehlnum mer. ,Das Schiff Turandot" war vorgestern in Hamburg fällig gewesen: man hatte gerechnet, daß er mit dem Morgenzug in Berlin sein mußte. Gerade will sich der Jubilar, müde des langen Sitzens und der nicht abreißen den TrinksprÜche, etwas enttäuscht und den Söhnen grollend, daß sie seinen Lieblingsmunsch nicht erfüllt haben, vom Tisch erheben, als sich eine elasti sche Gestalt im dunkelblauen Jaquet durch die Reihen schiebt, ein gebräuntes Gesicht dem blumenbekränzten Ehrenstuhl zustrebt und mit einem Ausschrel von freudigem Staunen und heller Freude die Eltern den langersehnten Liebling "m ihr Herz drücken. Und 'wie sich jetzt Alt und Jung herandrängt, um den Weltumsegle. wider Willen zu umarmen, und dieser sich nach dreijährigem Aufenthalt in der Fremde von seinen wärmsten Freunden und Freundinnen umgeben und herzlich als einer der Ihrigen begrüßt sieht, hatte man das Gefühl, daß zusammen war. was zusammen , gehörte, und der alte Herr und die m ihren Sohn verliebte Mutter konnte sich ga

Gott will, ich halte still." und ging zu g?bcnh.'it gehoben worden. 'Wenn jervie überhaupt das Wachstum beim ett. gzch e Geschichtsforscher darnach ge-! weiblichen Geschlecht unreaelmäßiaer as Erwachen am andern Morgen aqt werden, wann die alten Sprachen ' und launenhafter ist. Nach der Wachs, war höchst unzcmüthlich. Die Blech- sich' fest gebildet haben, müssen sie offen ' thumsgerung findet bei beiden Ge Instrumente der Militärkapelle, welche ! d ehrlich bekennen, daß solch ein Zeit , schlechtem wieder stärkeres Langen. Schier dreißig Jahre bist du alt" an Zunkt nicht genau zu bestimmen ist. ! Wachsthum statt, und das Zusammen.

stimmten, jchreätcn den Jubilar aus gniiat man sich mit annähernden treffen der Wa

oem aziummcr. oorr iiaajgcr Hrniab?n -wie h c Wolosl e sie aibt. so ttnaden und das

die 5flnder,tlmmen aus dem rüyuuck-- (ant stch sagen, daß einige arische Spra. k wachstbum der

limmer ertönten und er na) am Arme,, oslnsfrit in Indien, nd in 10. und 11. S

nicht genug thun in Dankbarkeit gegen die Söhnet welche das alles so schön zu seinem siebzigsten GeburtZtag arrangirt '

haben. Zu deinem siebzigstzn Geburtstage fallt hier der Amcricanisirte plötzlich ein habe ich dir auch etwas mitge bracht, was dir k5in Kaiser und König schenken könnte. Dabei packte er ein in ein seidenes Tuch geschlagenes Bündel aus, welches er auf einen Sritentisch g:legt hatte. Kennst du das, lieber Papa? Und mit leuchtenden Blicken und vor Begier zitternden vorgestreckten Händen strebte der Alte dem ihm wohlbekann ten, seit einem Menschenalter nicht mehr gesehenem Schatze zu, einem dicken Buch in violettem Ledercinband mit silbernen Beschlägen und Spanne, der Familienbibel. Das Erbstück des guten Onkels, wel chcs ich ihm heilig zu halten und dir zu überbringen versprach und nun herzlich j Glück wünsche .zu deinem und dabcr gffnete er den Teckel und zeigte auf eine Reibe vergilbter Sckrist,eicken und i Zahim neunundsechziqsten Gcburts i iaae. I ? Neunundsechzigsten? fragte es rinas um mit höchst erstaunten, komisch ge dehnten md dupirten Stimmen. Da stand es deutlich auf dem Teckel mit steiler deutlicher Schrist in schwarzer Gallustinte: .Am 2. September 1823. früh H Uhr. gebar mir meine treue Ehegattin Amalie einen Sohn, welcher bei der nachmaligen Tause Ernst August Bal thasar genannt wurde. Philipp August Meyer. Es entstand ein langes Schweigen; darauf war ?!iemand gesaßt , gewesen. ' Der Jubilar kämpfte einige Mnuten. dann ;uckle um seinen Mund ciu Lächeln. Kinder, sagte er, mir kann die Sache schg pgssJch habe ein Jahr langer " zu leben, und wenns euch recht ist. so . jern wir übers Jabr den richtigen siebziger. Ich bin heute aus den Ge. schmück aekommen! " a Die Vntwi?lnng der Ursprache. Bei der Eröffnung des Orientalisten ' Eongrecs in London hielt Professor ' mar Mulle? nriord feine : rnngsrcde. der wir folgende Ausfüh. , rungen über die Ursprachen entnehmen, j Durch die Sprachforschung fei der Medien, um 2000 Jahre v. Ehr. vol lendet waren und in metrischer Form aebrauckt wurden, und zwar als un abhängige Abarten der alten arischen Sprache, die ihre Höhepunkt lange vorher überschritten hatte. Jenen Sprachzweigen folgte das Griechische bald. Fragt man nun. wie viel Jahre ver - fließen mußten, bis das Arische sich in zehn verschiedene Sprachen theilte, wie es etwa das Sanskrit im Vergleich zum Gichischen ist oder das Lateinische zum Gothischen, so lautet die Antwort, im mer geologisch", daß schon zur Ausbildung des kleinen Unterschiedes, der zwisch?n dem Italienischen und dem Französischen besteht, ein Jahrtausend nothwendig war. daß mithin zur Tren nung des Arischen in sechs Sprachen. Keltisch. Teutonisch. Slawisch, Gric. chisch. Latein und Jndo-Jranisch. doch zum wenigsten 10.000 Jahre erforder lich gewesen sind. Und Professor Mül- - . . .-.j . denn, dieser ist der Beginn des Gedan

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ler bemerkt dazu: den Anfang der !no, i o'.e anviluoer. rapci ii Dinge mag der Gelehrte nicht ersassen, aber der Wachsthumsrhythmus in namentlich den Anfang der Sprache. , Stadt und Land der gleiche. Aehn

kens. Sodann empfahl der Redner. ' zunähme. Die Stadtkinder beider Ge über den Studien in der neuen Welt schlechter sind in allen Altersstufen leich die alte Welt nicht zu vergessen, deren ter (durchschnittlich um 0,7 ilo), als Urgeschichte, die soweit man von einer die Landlinder, solchen reden darf, vor 100 Jahren j Die Stadtkinder nehmen wahrend noch völlig .unbekannt war. heute so der Schulzeit weniger an Gewicht zu. weit ergründet ist. daß kein Lehrbuch &ls die Landkinder: beide treten fast der Geschichte mehr die allen Reiche des gleichschwer in die Schule ein. die LandMorgenlandes übergehen kann. Binder verlassen die Schule c-ber schwe Was z. B. in Egvpten 4 5000 r. als die Stadtkinder. Jahre v. Ehr. bestand, wurde durch die j Dieser Unterschied blieb auch noch Geschichte an der Hand der Svrachsor- für das Jünglings-WachSthum nach ichung ergründet und erklärt. Und faltig, denn nach den Rkkrutinmgsnachdem die Forschung hatte erkennen listen ist die Durchschnitisgröße der im lassen, daß es in den Anschauungen ! ?i. Lebensjahre stehenden jungen TOn und Einrichtungen all' dieser Reiche ge. ! Rct 'in allen ländlichen Bezirken überall meinfame Puntte gebe, verschwand all-! fast gleich groß, dagegen in den Städmählich, dank weiteren Forschungen, ien kleiner und in wetteren Grenzen die lang grhegte Ansicht, daß das bloß - schwankend, als in dm Landbezirken; ein Zufall sei. daß die Länder des t indessen haben die Bezirke mit den gidß. Orients völlig getrennt voneinander - len Rekruten nicht immer auch die

lebten, dan keines von dem anderen etwas wunke. iZ ergav stch zueru. daß zwischen den semitischen und den arischen Völkern ein reger geistiger Ver kehr herrschte; ein Beweis dafür war das griechische Alphabet. Die Völker lebten auf einem verhältnißmäßig llei nen Gebiete zusammen und waren auf den Verkehr miteinander angewiesen, abgeschlossen waren bloß Ehina und Indien. Der Redner schloß mit der Aufforderung, in England eine ollge meine Vereinigung für orientalische Studien zu gründen. Die französische Schau, spielerin Arnould. am Ende des 18. Jahrhunderts, bttühmt sowohl als Dar stellen, wie auch durch ihren Geist, hat folgenden Ausspruch über ihr Geschlecht gemacht: Uns Frauen gegenüber giebt es nur zwei Möglichkeiten: entweder uns zu lieben, oder uns kennen zu ler nen." Für die Frauen verderbter Kreise und Zeiten enthält, wie die D. Rom.-Ztg." meint, der AuS,pruch unbedingt viel Wahres, aber nur für solche. Sonst ist er einzeilig: denn es giebt Frauen, die man lieben kann, ab. wohl man sie kennt und 'weil man sie. UNNl.

Das Wachsthum der Kinder.

Der bekannte belgische Statistiker Ouetelct war der Erste, der aus staüsti schern Wege die Wachsthumverhaltnisse des menschlichen Körpers ftudirtc. Er stellte den Satz auf. daß das Wachs thum der Knaben und Mädchen von der Geburt bis zur Reife des Körpers in gleichem Schritt und in jedem Jahre mit gleicher WachSthumS?röße v,r sich gehe. Als aber 1877 Boxdüch in Boston sehr umfangreiche Beobachtun gen (an 13.091 Knaben und 10.904 Mädchen) anstellte, da zeigte sich, daß vom 11. bis 15. Jahre die Madchen größer waren, als die Knaben, während Lcterr vor und nach dieser Zeit die Mädchen an Körperlünge üdertra sen. Aehnliche n?ehr oder weniger ausgedehnte Erhebungen an Schulkindern sind spater auch in Deutschland gemacht worden. ,;ulett in den ersten Tagen des Juni 1889 an Schulkindern des Krci scs -aalse!d. im Ganzen an tWM Kindern. 99 Knaben und 4S07 Mädchen. Das aus diesen Kbrvermes sungen und Gewichtsbeftimmungen herausgearbeitete Ergebniß ist nun noch einer Uebkrsicht des Professors Dr. Emil Schmidt im Eorresporidenzblatt der deutschen Gesellschaft, für Antbrovo logie, Ethnologie und Urgeschichte- so! gendes: In Ueberklustimmuna mit den Be obachtungen anderer Forscher lebren j die Messungen, daß die Kuaben bis zum 10. oder 11. Jahre größer sind. als die Mädcken, daß aber von die se:n Zeitpunkte an bis zum Ende der Schulzeit die Knaben von den Mäd chen steigend an Körperlänge über troffen werden. Indeß gestaltet sich das ' Wachsthum in den cin;clnen Jahren nicht ganz gleichmäßig 5iwi schen dem 10. und 11. abre wachsen die Knaben weniger stark, als vorher und nachher, und der Vergleich mit rrt r j j, . . DcobZÄtungsreihen aus andern Län dcru leiueichnet dies-als eine allge I meine Erscheinung, indem in diesem Zeitraum alle Knaben in Amerika wie in Schweden, Dänemark. England. Deutschland und Italien ein zögern des Wachsthum zeigen. Auch bei den Mädchen nnden Wachs , thumsverzögerungen statt, am regcl mäkiasten Zwischen dem 9. und 10. ' Jahre, also zwei Jahre früher, als bei den Knabe. Diese Zögerung ist bei den Mädchen mdenen weniger gleich. chsthumszögerung der gesteigerte Langen Mädchen zwischen dem ahre bewirtt. daß von ; da an in den folgenden Schuljahren . die Mädchen großer sind, als die Kr.a i den. Auch im Gewicht zeigen Kinde? be tröchtliche Schwanlungen, die hierbei' noch stärker hervortreten mütti als bei i der Länge, da das Maß der kejeren. eine lineare Größe darstellt, während ! das Gewicht als Maß der Masse einer kubischen Größe entspricht. Auch dem Gewichte nach wachsen die Mädchen im regelmäßiger, als die Knaben. Bei der Gewichtszunahme tritt ein ähnlicher RbvthmuS hervor, wie bei dem Längen Wachsthum; Jahre gesteigerten Massenivachschums sind durch Jahre geringe. rer Zunahme gttreunk, bei den Knaben das 10. und 1!., bei den Mädchen das 8. und 5. LebenSsahr. ! EinBleich d?r Durchschnittsgröße aller wdttinder mit der aller Land' linder bei beiden Geschlechtern zeigt, daß die Stadtkinder in allen Jahrgänm kleiner und langsame? wachsend c t . . i " . liches findet Nch auch m der Gewichts j ößten Schulkinder, und umgekehrt. Vom Stoff. Der Dichter sucht den Stoff zum Drama, Die Dame den zum neuen Kleid, Der Zecher sucht noch Stoff zum Tm seit, Der Advokat nach Stoff zum Streit. Den Stoff an sich liebt übe? Maßen Der wack're Jünger der Chemie; Indeß die Rest liebt den Stoffel Das ist der einzige Stoff für sie! Bildlich. Richter: Me kamen Sie dazu, den Kläger einen Ochsen zu schimpfen'?" Angeklagter: Das war ia nur bildlich. HerrAmtsgerichtZrathZ--Richter: Bildlich?!" - Angeklagter: Ja, weil er mich vorher im Laufe des Gesprächs- seh? grob vor den klopf tieß!Viel schlimmer. Schulze: Sehen Sie nur. wie mager ich ge worden bin habe die Knöpfe dedeu tend versetzen lassen müßen. Müller: ' -Will nichts sagen! Ich bin oft so ma ger, daß ich oft sogar ganze Röcke der.

leben muß