Indiana Tribüne, Volume 16, Number 7, Indianapolis, Marion County, 25 September 1892 — Page 7
fcaqKi?qugj:ggaMEaiaft'ft w.T'Sssgg
LMK Moltke'ö Jugend. Aus Moltke's Jugend erzählen im Bande dc? Denkwürdigkeiten seine Nichte r!. Marie Ballhorn und Ma. jor v. Burt hübsche Inge undrlebniffe. Nach Abschlug der ' türkischen Reise, so berichtet Frl. Ballhorn, machte der damalige Hanptmann v. Moltte zuerst in Berlin bei meinen Eltern Halt. EZ roon gerade die Weihnachtstage. als er bei uns ankam, und ich erinnere mich deutlich dcs großen, hübschen Manncs. der, mit dem türtlfchcn Fc; das Haupt bedeckt, in leichter Cittltlciöung, mit den Schien des Orients beladen (so schien es unZ Kindern) in unser WeihnachtSzimmer trat. kleine ?)iut ter hatte er unter Anderem ein Wschchcn mit Rosenmasier mitgebracht. daZ noch heute in kec Familie bewahrt wird. Unter mancherlei seidenen Shanils, von Türtinncn gestrickten Strümpfen, tlcinen Handarbeiten. Echmiiclsachen und Äonkränzen befanden sich auch zrvei Ho!;!öffel, von Soldaten im Lager von Risid geschnitzt: auch diese sind noch in unserem Bcsip. freilich haben sie jc't nur noch den Werth, den ihnen die Hau), die sie czab. verlieh. TamalS aber waren sie noch ziemlich einzig in ihrer Art. Auch daZ kleine arabische Pferd, daz der Cnlcl in der Schlacht von Nissib geritten, hatte er mitgebracht. Es hatte Ausnahme in unserem Stall gefunden, und mein Bruder und ich machten darauf unsere ersten Aeitversuche. freilich nur, wenn uns der Onkel leibst oder dessen yfeir knecht darauf festhielt. Ersterer ritt damals fast täglich, von meinem Vater begleitet, aus dem Nissib spazieren. Der Weg führte die Herren meisten zum Halle'schen Thore hinaus, von wo aus man damals sogleich aus die Felder kam. Unser altes amilieuhaus stand an der Ecke der Friedrich- und Zimmer ftrcße, und um dort aus bis zum Thor wurde die erstere nur noch durch die Kochslras-.c durchschnitten. So konnten wir Kinder die lange, damals ganz öde Strane fast bis zum Thor hinunter den Reitern nachschauen. Air hat sich dies Bilv tief eingeprägt. Schon damals hatte der Onkel feine schweigsame Art. die ihm später den Ramm des gros'en Schweigers" ein trug. Es war dies Schweigen ein Gemisch vo-n ?!achden!tich!cit und eine? Art Blödigkeit, wie er selbst manchmal sagte. Er fühlte in sich nicht die Fähigseit, sich leicht über augenblickliche Eindrücke anzusprechen oder gar. wie man sagt. Redensarlcn zu machen". Taizt tarn es, das; man ihm sein Schwcigen oft als Stolz auslegte. Er war eben im Schreiben stets ein anderer, als im Äeden. Er selbst sagte einmal zu seiner Frau nach einer Gesellschaft: Heute war es natürlich wieder sehr lang??eilig bei Moltkes." So wenig gern er sich im geselligen Verkehr äußerte, so gern verkehrte er mit Kin dorn. Tlcit uns neckte er sich viel, er zählt? uns Geschichten von Türken und Türkinnen. Wobei er. wie ich vermuthe, manches für seine kleinen Zuhörer er fand, um sie zu erfreuen. Er konnte dann still vergnügt in sich kincinlachen; sahen all' die staunenden Kinderaugen aus ihn. so war er befriedigt. Ueber Haupt liebte er Witz und Scherz und besah selbst einen trockenen Humor, bei dessen Aeußerungen sein an sich hübsches Gesicht von eimm feinen, irsni sehen Lächeln umspielt wurde, das es schr verschönte. Eines AdendS erinnere ich mich be sonders, an dem er am Theetisch eine türtische Schildwache in sicndcr Stel lung zeichnete: da er uns erzählte, daß dre Türkinnen stets verschleiert wären, so fragte ich ihn bedauernd: Eine Tame kannst Du wohl nicht zeichnen?'' Da erschien das oben erwähnte Lächeln onf feinem Gesicht; er nahm den Stift und zeichnete ein weibliches Gesicht mit fchars gebogenen Augenbrauen und von großer Schönheit, wie mir schien. Äber, Onkel, woher weiht Tu, wie sie ausiah ? fragte ich. Nun, ich sah hinter den Schleier,sagte er ganz ernst. Warum die Erwachsenen alle lachten, begriff ich damals gar nicht. Ta ich ein sehr großes Gefallen an seinen Zeichnungen fand, so machte er mir öfter das Vergnügen, mir Kleinigkeiten zu zeichnen. Leider hat sie alle der Zahn der Zeit vertilgt, wer konnte damaU ahnen, welchen Werth die Sachen später haben würden. Seine Liede für kindliches, unbesan genes Seelenleben mochte bei dem Feld marschall auch wohl bei seiner Vcrlobung mitgewirkt haben, denn seine Braut war fast ein Kind, als er sich mit ihr verlobte. Wenige Tage nach ihrem sechzehnten Geburtstag war sie die Braut - des schon vierzigjährigen Mannes. Deutlich erinnere ich mich noch des Augenblicks, den diese Verlobung auf die Familie machte. Manglaubtc'nicht, daß Helmuth richtig g. wählt habe, erstens des großen Alterunterschicdrs wegen und dann, weil Marie Allen als ein äußerst wildes, ausgelassenes Kind bekannt war wie sollte sie zur chrbaren Gattin des ernsten, gelehrten Offi. er paffen? Da er so schweigsam war und fein Inneres so sorgfältig cerbarg, traute ihm wohl Niemand eine so liefe, innige Liebe zu. Aber auch hier bewies er durch die That die Richtigkeit seiner Absichten. Seine 27 Jahre lang mit seiner Frau geführte glückliche Ehe hat genügend gc zeigt, wie richtiger gewählt hatte. 9lie rnals hat er nach dem Tode feiner Frau an eine zweite Ehe gedacht, wie man ihm so viele Jahre znmuthete, und von der zu reden, die Zeitungen nicht müde wurden. Als er einmal in jener Zeit mit meiner Schwester durchs Brandenburger Thor fuhr, sagte er lächelnd zu ihr: A!orgcn habe ich im Gerede der Wett nun wieder eine neue Äraut." Auch des Tages erinnere ich mich deutlich, an dem wir die Jugendgespie. lin als Frau Majorin in Bcrlm cc Müßen konnten, jt fflhnnt Mre-i.
ac
SSSZX&Ji m - wtorarrizrcrT wir, in hx zwar eine stattliche ziemlich grone, schöne junge zu setzen, aber doch auch ba!d das lustige Kind wiedcrzu finzen. das sich munter mit uns her umjagte. Am aklcrwundcrbarstcn aber l?ar es mir. das: der ernste 'Herr (ve mahl uns mit seinen: stillen Lachen zusah und sehr zufrieden zu fein schien. w.'brend er den ältern gegenüber sich wenig von seinem inneren (ücke merken liest. Major Henry v. Vurt, der Neffe und langjährige Adjutant des Fcldmar fchalls. berichtet nachstehende kleine Charakterzüge und Begebnisse. Als der eldmarschal! im Jahre 1882 auf einer Reife zum Besuche des Königs von Schweden einen Tag in Kopenhagen vcrmeilte, zeigte er mir das Haus, wo er mit seinem Bruder rri als Pensionär und Kadct bei einem Äe neral Loren; gewohnt hatte. Ihr Zim mer war ein kleines Gela über einem Tborwege. Tort haben die beiden Gnaden gefroren und gehungert, denn r-n sehr geizige General flimmerte sich nick t um ihr Wohl und Wehr sondern rht'B sie aan; einer alten zanksüchtiaen Haushälterin, die ihnen weder ae j hörige Nahrungmoch im Winter Wärme ' zukommen ließ. Sie besaß eine alte i Ziege, die einst in die Wohnräume des ; Generals gelangte und hier einen Spie gel zertrümmerte. Aus Zorn darüber befahl der General, das Thier zu i schlachten, und Fleisch und Fett dienten den naven zu? fepaje. Wir gingen dann auf den Parade platz. Hier hatte der kleine Helmuth als Kadct einmal den Kopf beim Still stehen im Gliede etwas vorgestreckt, da kam ein Offizier auf ihn zu und ver setzte ihm mit dem Ellenbogen einen Stos; in's Gesicht, so daß das Blut sogleich aus der ?!asc floß. Der Knabe fing an zu weinen und der Osfizicr suhr ihn mit den Worten an: Hvorfor holder du Snuden vor?" (Warum hältst Tu die Schnauze vor?) Auf meine Frage, warum er seinen Eltern nicht geklagt babe, erwiderte der Feldmarschail: ..Die Post ging nur sehr selten, so dah wir Jahre lang nicht nach Hause kamen, und dann dachten wir. es müßte so sein." Endlich erkrankte der Knabe am Typhus und kam in s Lazarcth, das ihm wie ein Paradies erschien. Der Heurige. Dodenheim (Rheinhcssen). Ende August. Tos Jahr 1892 ist fast zu zwei Drit kel vorüber, und nachdem die WetreiDe Ernten überall zur Zusriedenheit ausgefallen sind, wendet sich der Blii den Weinbergen zu. von deren Gedeihen dos Wob! und Wehe eines großen Theils der Bevölkerung-amRhein abhängig ist. Leider ist die Rebe eine sehr launenhafte Pflanze. Es hat fast den An schein, als ob die Nervosität der Zeit sich auch auf sie übertragen hätte. Tie WeiN'Ehroniken wissen im Laufe der vergangenen Jahrhunderte keine Periode auszuweisen, in welcher die Winzer eine solch lange Reihe von Jahren mit steten Miersolgen zu kämpfen hatten, wie in den leßtcn 21 Jahren. Seit dem Jahre 1868 wurde kein Herbst ge erntet, der sowohl vorzüglich an Gute wie reich an Menge war. (5s blieben nicht nur in dieser gan zen Zeit die sogenannten Haupttreffer aus, sondern es traf sich auch immer grade, daß in den Jahren, wo man nun endlich einen Hauptwein crwartcte, ein besonderes Fehljahr zum Bor schein kam. Man nimmt unter den Winzern an, daß es durchschnittlich alle 11 bis 12 Jahre ein volles, gutes Weinjahr gibt. Tie Einnahme hat jich auch in diesem Jahrhundert bis 1868 bewahrheitet. Auf den feurigen Komctenwein von 1811, dessen sagenhafter Glanz bis auf die Jetztzeit reicht, . kam der 1822er, groß, edel und fein. Tie scn beiden großen Vorgängern stellte sich würdig an die Seite der 1834er und 1816er. Dann kamen die drei Wun verjähre 1857, 1858 und 1859, die dem Winzervolke eine nie geahnte Glanzperiode brachten, und mit dem schönen 1868er scheint Gott Bacchus für unsere Gegenden zu Grabe getra gen morden zu sein. Eine echte, tollfröhliche Herbstlust kennt unsere Jugend nicht mehr; sie muß sich von den Eltern erzählen lassen, wie hoch es früher zur Herbstzeit herging. Nach dem 68er hätte das nZchste Hauptweinjahr etwa 1879 oder 1880 sei müssen. Es kam aber anders. Auf dos Waffcrjahr 1879 mit rcrregnetem und erfrorenem Wcinhcrbst folgte ein früher, langer und ausnahmsweise strenger Winter, der die Weinernte für 1880 zerstörte, sodaß diese beiden Jahre kaum nenncnswcrthe Ertrage lieferten. Elf Jahre später, als die Winzer nach ihrem alten Spruch nun wieder etwas Gutes erwarteten, da ging es ihnen ganz ähnlich so. Der kalte, schneckok'c Winter von 180091 ist nicht allein schuld, das; im verflossenen und in diesem Jahre wenig Wein geernlet wird ; er hat auch vielen Weinbergen den Tod gebracht, und noch jetzt werden manche ausgchauen werden müssen, die sich krok aller Pflege nicht mehr erholen zu können scheinen. Nur ein feuchter milder Winter 189293 würde sie retten können. Der Proccntsah der aus gehauenen und nun wieder zu verjüngenden Felder ist so groß, daß du osl aufaeworfene Zraae wieder leblzast er Z örtert wird, ob es nicht die OilligZeit verlange, daß ein Steuernachkaß für Weinberge eintrete, so lange sie brach liegen und Jungselder sind, was etwa 810 Jahre dauert. Denn während dieser Zeit erfordern sie diele Ausgaben und geben wenig oder gar keinen Er trag. Tie badische Regierung ist in dieser Hinsicht mit löblichem Äeispiel vorangegangen und hat für Rodfelder Steuerermäßigung bewilligt. k Tie WMcrungsverhältnisse in die. sem Jahre warm für den Weinstoä . leidlich günstig. Allerdings war der Amang nicht gut. Mitte Mai noch waxenM Aussichten sehr berstbend.
- rii" - -
tsaexiaaimBxaBattto&iMma ,n Die Blüthcnanzahl war spärlich, der Austrieb kümmerlich und lückenhaft. Mit dein 22. Mai aber trat heißes 'Wctte? ein. das bald zu tropischer Hikc wurde und bis in die ersten Tage des Juni ununterbrochen anhielt. Diese Tage änderten sofort die ganze .'age. da sie ein üppiges Wachsthum brachten. Bald aber schlug das Wetter wieder um. und durch die Kühle und die kalten Nächte litt der an und für sich scho:' geringe Blüthenanfatz sehr. Ter Boden war aber noch warm und trocken und verhinderte einen gänzlichen Durchfall der Blüthe. Im Juli bis zu "Anfang August war das Wetter schwankend, jedoch war es der Entwick lung der Träubchen im allgemeinen nicht hinderlich. Die frühe Blüthe be lohnte sich und der August mit seiner ungewöhnlichen Hic führte die Trau b;n rasch ihrer Reite entgegen. Heute findet man schon überall im Felde reife Trauben, was dicHosiuung auf eine grosse ftiitc und einen s ruhen Herbst rechtfertigt. Laßt man jez,U den Blick über das weite Rebgesiloe fchweifen, so hat man die große Befriedigung, die Weinberge nach langen Jahren doch endlich triebet einmal gesund, frisch und grün zu sehen. Das Wachsthum ist freilich infolge des Regenmangels kein üppiges: aber die vorhandenen Slöcke sind gesund. Ae scher, schwarzer Brenner, Perono. spora, Laubrausch u. s. w. chaben sich in diesem Jahre hier nicht gezeigt un) auch das verheerende Ungeziefer,, wie Spring-, Heu- und Sauerwurm. blieb aus. Tie Ärb.'itkn in den Weinbergen konnten stets rechtzeitig vollführt werden, im (Gegensatz zu den Regenjahren, welche die 'Winzer oft zu wochenlanger Unthätigleit zwangen und nachher dann ein Uebermaß von Arbeit brachten, die nicht bewältigt werden konnte. Auch das Unkraut, dessen Ausrottung viel Arbeit macht und das den Boden ererschöpft, blieb ziemlich aus. Gegen das Borjahr ist in dem Stande der Weinberge entschieden ein Fortschritt zu verzeichnen. Der Winter sieht im' mehr Zuversicht in die Zukunft. Der heurige Herbst wird zwar nicht reich werden an Menge, dagegen, wie man hoffen darf, vorzüglich an Güte. MoltkeNnekdoten. Aus dem soeben erschienenen 5. Band der gesammelten christen und DenkWürdigkeiten lassen wir eine Anzahl von Anekdoten folgen, welche in der Schrift von Personen aus der Umge bung Moltkes beglaubigt werden. ?cajor Henry v. Bart erzählt fol gendes Erlebnis: Als der Feldmarschall einmal in Ragaz zur Kur war, ging er allein durch den Wald nach dem Dorfe Pfafcrs. (5s n?ar sehr heiß geworden, und er verspürte starken Durst. Cr ging in eine Torfschenke, um sich mit einem Trunk zu erfrischen. Der Wirth gesellte sich zu ihm und sagte: Wohl Kurgast in Ragaz?" I.,." Der Moltke soll ja da sem?" Ja." Wie schaut er denn aus?" Nun. wie soll er denn aussehen? Wie (Ziner von uns Beiden." Hübsche Erlebnisse mit Meiltle erzählt General"von Vcrd?, f. Z. Gmeralstabsofficier bei Moltke. Moltte vermiete 1809 bei einem Diner beim fachsifchen Kronprinzen in Dresden einen fachfischen Orden. Als wir nach Beendigung des Diners die Trepp? hinunter stiegen, blieb der General plönlich auf einem Treppenabsatz steken und sagte in vorwurfsvollem Tone zu sich: Wie ungeschickt! Da hätte ich doch beute einen sächsischen Orden anlegen müssen!" Sein Adjutant. Major dc'Claer, vcrschaffte ihm jedoch sofort Beruhigung, indem er bemerkte: Ich würde mir erlaubt haben. Euer Excellenz darauf aufmerksam zu machen, aber Euer (5r cellen; besitzen keinen." Ein zufriede nes Lächeln glitt über des Generals Gcficht, aber auf dem nächsten Absatz blieb er wieder stehen und äußerte mit einer gewissen Schüchternheit: Das ist aber doch eigentlich merkwürdig, daß ich noch keinen sächsischen Orden habe!" Bei der Verleihu'ng des Großkreuzcs des Eisernen Kreuzes bemerkte er, als die Decoration bei ihm einging: Das sieht aus, als wenn, es mein Grabtreuz wäre!" Moltke liebtdarmlose Neckereien und betheiligte ' sich auch- an solchen. Er wußte, so erzählt Berdy, daß ich an unserer Mittagstafel in Versailles eine besondere Schwachheit für das auf dem Tisch befindliche Konsekt insbesondere Macronen hatte. In Folge dessen ordnete er mehrmals selbst ganz heim lich an, daß diese Macronenteller entweder weiter von mir ab auf die Tafel gestellt wurden oder sämmtlich sich vor meinem (Sedeck befanden und hatte dann seine besondere Freude, mein verwundertes Gesicht zu beobachten. Bekannt ist seine Einfachheit auch in Bezug auf Essen und Trinken: mancher sehr mäßige Wein wurde von ihm anj's Höchste gepriesen. In seinem Hause kam eines Tages ein Tischwein auf die Tafel, der doch etwas anders schmeckte, als französischer Rothwein. Als dies bemerkt wurde, gestand er schmunzelnd: er habe zu spät entdeckt, daß sein Bor deaux ausgegangen wäre, dasür aber noch einige lafchen Aarwein gefunden, und NUN habe cr geglaubt, daß wir dies nicht bemerken würden. Sehr ergötzlich ist die Erzählung, wie in der Nacht zum 7. August 1870 Moltke durch ein Telegramm des Krön Prinzen die Nachricht über den Sieg bei Wörth überbracht wurde. Tie bclhei ligtcn Ofsiücre kamen im Nachthemd und 'in Pantoffeln in das Schlafzim mer Moltkes. Es war der Anblick, den wir dem erwachenden General' bereiteten, gewiß sehr eigenthümlich, und während er uns, stumm sich im Bett erhebend, betrachtete, wußte er wohl zu nächst nicht, od er wache öder träume., Ader auch für die Eingetretenen war die lange hagere Gestalt dcs. Zlch erhe bendcn Herrn im Nachtgewande.um so ' mehr eine gespensterhaste Erscheinung, als wir ihn zum ersten v)M$ ohne.Per "''-- iM 'MM. tt-i 11 11 -0' .if"" ' .if " I-.jß
ffreaae
tyffiUSEtTCES rücke iahen und der helle Mondschein sich geradein diesem Augenblick auf das tlafsifch geformte Haupt zu concentrircn schien. In dieser Lage und in diesem Eostum wurde demnächst der Bortrag abgehalten. Als Moltke einst die Spottworte eines Witzblattes vorgelegt wurden über die bekannte Aeußerung des Generals von Manteuffel über 7 Fuß Erde, hörte Moltke ernst zu, legte dann die Karten auf den Tisch, sah uns groß an, hob die Hände empor und sagte topsschüt telnd aus tiefster Ueberzeugung: Ich verstehe meinen Freund Manteuffel nicht! Warum spricht der Mann!" Sehr komisch konnte Moltke bei den Whistparticn sein; während des Feld zuges war er keineswegs ein hervorra gcnder Spieler. Kam er in die Lage, einen sogenannten Schnitt versuchen zu können, so legte cr die Karten bin und fing an. den in der Nachhand belindlichen Mitspieler anzublicken, indem cr sagte: Ich muß doch einmal sehen, ob ich ihm nickt im Gesicht ablese, a)as er sür eine Karte hat." Mißglückte dann der Schnitt, so sagte er mit drolligem Ernst: I h hätte mich doch darauf todt schlagen lassen, daß er die Karte nicht hatte. Kann der sich aber verstellen." Gencrallicutenant v. Blume erzählt unter anderem Folgendes: Abends nach Tisch Pflegten ihn einige Ofsiciere seines Stabes in sein Ouartier zur Whistpartie zu begleiten. Nur selten, selbst in Zeiten höchster Spannung der Kricgslage, ist von dieser Gewohnheit abgewichen worden. Dringende Ticnstgcschäte wurden zwifchen durch er'cdigi. Man spielte stets das Point zu fünf Pfennige, aber mit Aufmerksamkeit und Eifer; SpiclfehZer, oder fortgesetztes Unglück im Spiele konnten den großen Strategen sehr ver dricßen, wenn cr auch seinen Verdruß nie in Worten Ausdruck gab. Ueber das Vhlstipicl 'Moltkes erzählt ein ungenannter Gencralstabsofsizier noch Nachstehendes : Zu den Mit spielern im Näuber-Whist", welches der Feldmarschall bekanntlich mit Borlicbe spi.'lte, gehörte öfters ein Herr, der das schnelle Kartcngeben meisterlich verstand, was ihm ost Bewunderung des Feldmarschalls eintrug, aber auch eine tleine Spannung darauf erzeugte, wann sich der schnelle Geber toobl einmal vergeben würde." Durch Jahre hindurch war dies nicht geschehen, bis endlich eines Abends richtig das Unglück eintrat und eine Karte übrig blieb, so das; noch einmal gegeben wcroen mußte. Der Triumpd des Feldmarschalls aber äußertc sich in einem kaum merklichen Lächeln, das in bekannter Weise um die dünnen Witwen spielte, und in den fünf Worten "bis (lat, qui cito clat!" Der köstliche Humor dieser trockenen Bemerkung wirkte dann aber auf dem Geber fo nachhaltig, daß er sich flugs zum zweiten nun aber auch zum letz? ten Male vergab. Das feine Whist zu Dreien, auch das hohe Whist mag ich nicht. Ich will mich Abends beim Spiel erholen, nicht aufregen." Das war die Mei nung des alten Herrn, und fo wurde denn das alte Räuber - Whist. Point ein Pfennig, unermüdlich gedroschen". Bon den verschiedenen Touren" war es Jahre lang die schwarze Dame", die der Jeldmarschall besonders begün stiate. Auf der Generalstabs-eise im Jahre 1879 wurde denn auch öfters des Abends ein Partiechen gemacht, wiewohl alle Bethttligtcn der damals neunundsiebzig Jahre zählende Feldmarschall nicht ausgenommen, am Bor mittag viele Stunden lang zu Pferde gesessen und demnächst im Zimmer gr arbeitet hatten. An einem solchen Abend hatte der alte Herr besonders lölück; auf seinen Borschlag wurde noch eine schwarze Dame" gespielt, und noch eine und noch eine, die er sämmtlich gewann. Bei der Abrechnung stellte es sich heraus, daß er über zwei Mark gewonnen hatte. Das peinliche Gefühl aber, feinen Herren Geld abzu gewinnen, namentlich da auf feine' Beranlassung das Spiel verlängert war. ließ ihn die Worte sagen: Herrschaf ten. heute haben wir ja doch bloß zu z Pf. das Point gespielt Herr v. Kulmiz erzählt Folgendes . Als in den achtziger Jahren sein Be gleiter auf einer Fahrt durch Schweidnitz auf die schönen Promenaden hin wies, die den Platz der früheren Fcstungswälle einnehmen, bemerkte der Fcldmarschal! : Wenn ich im Himmel Friedrich dem Großen begegnen werde, werde ich einen schweren Stand haben, weil ich sein liebes Schweionitz alFestung habe eingehen laffen." Herr v. Kulmiz erzählt auch noch Folgendes über den Besuch Moltkes auf dem Eommersitz einer im Schweidnitzer Krciie wohnenden Nichte : Moltte brachte, als Regen ihn an das Haus bannte, eine Thonpfeife herbei und vergnügte sich vielleicht zwei Stunden damit, den Kindern Seifenblasen zu machen. Der Anblick war rührend, den alten Herrn von einer großen Kin derschaar umgeben, auf jedem Knie ein Kind, und bei dieser Thätigkeit an dem Jubel der Kinder sich ersreucn zu sehen. Uebrigens nannte er sich gegen alle Großneffen und Großnichten Opapa", und ließ sich von diesen auch so nennen. Aus dem A u f s a tz h e f t d e kleinen Karl .Auch ist das Wasser sehr nützlich, weil man daraus zu den Inseln aelaaacn kann. " e r !5 9 m e ner G a m bettas, Frau Lcris. ist dieser Tage aus ihrer Villa bei Eahors ein eigenartiger Unfall zugestoßen. Im Garten wurde sie von einem großen und starken Assen überfallen und durch Bisse an Armen und Beinen verwunoet. Ihr Hilsege schrei rief die Dienerschaft herbei, wo raus das Thier, welches einem Officier gehörie, die Flucht ergriff, dabei aber durch einen wohlgczieiten Flintenschuß getodtet wurde. Frau Lcris hat den Schreck überwunden, und die Berletzun&m sollen nicht bedenklicher Natur s.ln.
Ter TotninerB!ann.
Cen rmiiI. Schiller meinte, daß die beste rau, wie die beste Regierung, diejenige fei, von der man am wenigsten spricht. Ob das auch auf Männer anwendbar ist? Wird diese Frage bejaht, dann müßten unsere Sommer-Münner volltommane Geschöpse sein. Denn kein Mensch spricht von ihnen, vielleicht aus dem Grunde, daß kein Mensch an sie denkt, wahrend ..rks summer.irl" uns in Wort und Schrift und Bild überall entgegentritt, so daß es höchst ungalant von mir ist. dieser Thatsache den Schil ler'schen Ausspruch voranzustellen. Vom Standpunkte des ?summer-irl". ein Ausdruck, der ebenso unübcrsryba? ist. wie Comsort. ließe sich einwenden l) Schiller ist veraltet. 2) er ist Idealist. also ganz unpraktisch. 3) ein Dutchman", der uns überhaupt nicht impo jnircit; 4) Ilonni soit qui mal y pensc; 5) Was versteht so ein Mann Überhaupt davon! (i) 1 dou care ! anybow! Die Frau nimmt in Amerika die be vorzugte Stellung ein und betrachtet den Mann als Lastthier und zwar mit vollem Recht, denn der Amerikaner be nimmt sich dem mehr oder weniger schönen Geschlecht gegenüber wie ein rechter Esel und kann sich nicht bell' am, wenn er als solcher behandelt wird. f.;.,. itt.vttf;AfH fh-irtt 03. .U U U 11 Ull i WU K Ul V 1 1 U vlltl v? ihm noch nicht ausgefallen zu s in, daß! er in diesen heißen Tagen nicht einmal eine l!4aiVone spielt, spielt ein. fach qa? nicht mit. Oder, wo ist das Witzblatt, das ihn und seine Neize in! Verführer schen Kartons veranschaulicht? i mu L w,trn,, hi, is, i-w.t? W'V VtV yj "" j! 4 f llM ll.lllJHll Wann hätte je eine Hexenküchen-Firn-a daran gedacht, sein rosiges Gesicht qH Fabrikmarke sür ihren Sarsaparilla oder anderes fades Geschlapp zu vcrwer thcn? Wo verbirgt sich der Feuilletonist, der ihn unter seine Feder nimmt? Hier! rufe ich. aber, daß Gott erbarm! De.n verwahrlosten Thema entspricht das verwahrloste Talent, so von einem solchen bei einem Dilettanten überhaupt die Rede sein kann; daß dieser Ritter, ohne Furcht vor Tadel, noch dazu in eigener Sache auftritt, stempelt sein Unterfangen noch mehr zu Ton Ouixo iiiiiiiuiiutu iiivui k'it " v init, a& aßen Spott will sich der ' I Schreiber gern gefallen lassen, wenn er nur semen Cervantes findet, der den Typus Sommermann" präservirt für spätere Geschlechter, zu deren ?fu& und Frommen, wenn the last girl of Eurnnier" längst versunken und vergessen ist. , Im Sommer, wie auch zu anderen Jahreszeiten, scheiden sich die Männer in verheiratete und unverheirathete; der Unterschied zwischen beiden ist im Winter auffälliger, als im Sommer, denn zn jener Zeit sind die ersteren be weibt, während beide Klassen im Som mer unbeweibt sind, denn selbst ein Ehe krüppel hat Anspruch auf Erholung, den ihm die liebende, mitunter auch geliebte Gattin gewährt, indem sie sich aus dem Staube macht. Ter Kenner, beiläufig bemerkt sind in solchen Dingen nur Junggesellen öttttner lann nq so anen zettwctllg befreiten Mann nur ,en nur Junggesellen Kenner, kann nch mit innigem Mitleid betrachten. Weiche Seelen, wie z. B. meine, werden gerührt durch die ersten Ausbrüche der Freude, nachdem der Hausvater die mühsam hervorgepreßten Krokodilsthränen des Abschieds schmunzelnd fort gewischt hat. Ach, die Freude wird nur von kur;er Daner und nicht einmal ' j i e ;vn eine ungenn'chte sem: wie cm Mene Tekel erscheint schon bgld mltlammcn. K"' ü" f" ?;r o??t: 'i.'". Ä-.""' Ketten pottcnl" Mit andern Worten: die nrau fchreibt: Schicke Geld". Das wäre das Wenigste; das Ber
ja da: aber der weitere nyalt öcs,nntnif des Zustandes unserer der22? Jinn?:SÄ?ie 111 beiratheten Genossen entspringt bei uns
l. d t
.v1 r " Va -7 ' ""Junggesellen die Rührung und das tiil fcm iChao! 7m Mr"mHMt 01 rtrttl i'-. P 1 Z 0
aus dem Engel der Brautzeit ein ganz satanisches Weib geworden ist,- das mit teuflischer Bosheit die Gattcnquälcrci betreibr. ohne von einem Gattenschutz Verein daran gehindert zu werden. Die liebenswürdige Form des Brie feö dient dem grausigen Inhalt zur Folie: Rosen sind über den Abgrund gelegt, damit das Opfer um so sicherer hineinfalle. Und es fällt hinein, gründlich! Bon der kleinen Folter, bunte Bänder von derselben Schattirung wie die von der Frau gesandten Proben zu kaufen, ist hier keine Siede, denn talent volle Männer erblicken in solchen Auf trägen einen willkommenen Borwand, eine hübsche, junge Freundin als fachverständige Assistentin in die Läden mitzunehmen und sür die gelcistemi Dienste mit eine? Ausfahrt, einem Theaterbesuch oder dergleichen zu quittiren. Es ist rathsam. ein befferes Wisicn der erpcrten" Freundin nicht ganz genau die gewünschte Schattirung zu wählen und 'sich zuständigen Ortes lieber Farbenblind schelten zu lasien. als den Bcrdacht zu erregen, daß die Farben unter vier Augen ausgesucht wurden. Wird ein solcher Verdacht auch nicht erweckt, es hat überhaupt keinen Zweck, das Nichtige zu senden, denn Tank hat man doch nicht davon, die höchste Anerkennung lautet nur: Ein blindes Hühn findet auch ein mal ein Korn!" Ueber diesen Punkt, und viele andere. finden die Leser sehr schäkenswerthe Belehrungen und Fingerzeige in me'u nem vortrefflichen Werk: Der Stroh wittwer; Winke und Rathschläge zur freudigen Gestaltung des Daseins. Berlag von Hage & Stolz in Glück städt" ; ein äußerst beliebtes Buch, das bereits in taufenden von Ezemplaren auf Lager geblieben ist und, aus Noth wehr, nur an Männer, nie an Frauen, verkauft wud. Der oben erwäbnie bochnotbveinlicke
Austrag lautete folgendermaßen: i Sommer-Männ zu sem. ..Souimer- ., Beinahe hätte ich zu erwähnen Mann" ist kein Teutsch: wie bemerkt, vergessen, daß wir nächsten Donnerstag ist summer-irl unübersetzbar, für im Mountain Biew Hotel einen Kk' sumraer-man schlage ich die Ueber öiimball' haben werden und daß Mac ' seZung mit ..Strohmann vyr; Stroh.
CBSS3R39E9R
tha und Emma (das sind die Töchter) dazu Einladungen haben: Ich habe bestimmt, daß sie die Kostüme vom lctztwintrigen Maskenball tragen sollen und schicke Dir- per Erpreß einen Schlüssel zu der großen Kiste im Keller, damit Du die beiden Anzüge heraus nehmen ' kannst. Du mußt aber keine Zeit verlieren und die Sachen sofort schicken, sonst kommen sie zu spät. Das Schloß zur Kiste ist nicht mehr ganz in Ordnung, aber doch ganz leicht zu öffnen. Du mußt nur den Schlüs sei beim Hineinstecken etwas auswärts und nach links richten, bis Du merkst, daß er irgendwo gegcnstoßt. dann dringst Du ihn wagerccht, aber immer nach links, und schiebst ihn noch ein ganz klein wenig weiter, aber nicht zu - " ' ' r . Z viel, sonst bleibt er to sezt stecken, das ? wegen kannst, dann richtest Du thn in einem rechten Winkel zur Vorderseite der Kiste und stößt ihn so lange vorwärts, bis Du im Schloß etwas klin ken hörst, worauf Tu rasch nach rechts abwärts richten und so laüge schieben mußt, bis der Schlüssel haken bleibt, dann drückst Tu den Griff soweit hin unter, daß der Schlüssel wieder wagerecht ist und schließst auf. Es ist, wie gesagt, ganz leicht und einfach, aber Euch ?Mnnern muß man Alles erst erklären unddann macht ihr's noch manchmal falsch. Obenauf liegt luu ! lauter Unterwäsche, sorgfältig gepackt; if I v ti t (I hu mir den emztgen ö)e allen und knaule und wühle darin nicht so herum, Tues immer thust sondern packe d' zachen vornchtig aus und lege ne nicht aus den chmutzigen Keller. boden sondern brette erst Papter da ruber aus (die lange Beschreibung, wo das Papier zu finden, wird hier aus gelassen) und überhaupt, stecke nicht die ganze Geschichte mit Deiner Cigarre in Brand. Ganls zn Unterst sind die An züge. Du darfst aber den Sammt nicht gegen den Strich reiben. Wenn Du sie hast, dann packe alles Andere wieder vorsichtig ein und schließ zu, dabei mußt Du mit dem Schlüssel dieselben Manöver wie vorher, aber in umgekehrter Reihenfolge machen. Es bleibt Dir dann nur noch übrig, die sür die Kostüme passenden Perrücken zu vczorgen uno zwar in vitro yoxi; taj I ( . V styi t.'fi ni . :r . 'ube der Bann bi,b, Ba , ermann I 'HKlN!!. VtHl.lf All Hrt-1A. oder Biedermeier, vielleicht auch Borne' müller; es ist irgend so ein Name mit einem B.; ich glaube, er wohnt in der 9. Straße, es kann aber auch die kl. sein; ich erinnere, daß es einen Block von der !0. war, denn in der wohnt meine Putzmacherin: Du kannstja auch das Haus ganz leicht finden; jeden Mittwoch gegen drei Uhr fifct da gegen über auf der Straße ein blinder Dreh orgelfpieler mit einem kleine weißen Pudel, aber manchmal sitzt er auch vor der Grace (5hurch am Broadway und etwa sechs Häuser davon (wovon? fragt der geängstigte Ehemann) ist bei schö nem Wetter ein grüner Papagei vor dem offenen Fenster. Ich glaube aber, der Perrückenmacher ist lckten Januar umgezogen und ist t Üptown, das kannst Du ja leicht im Adreßbuch nachsuchen. mein liebes Mannchen, w.;en ff,lnm n,.?,, ( I I k und pünktlich ausführst, kocht Dir am ersten. Sonntag im September Dein Leibgericht Deine Dich liebende Gat tin." Man sollte es nicht sür möglich hal len. aber der Mann hat Alle gut ausn erirfiteh i rtife ntiS ÄiriT!i4i V rrt nii!.n.f nrn. 1 uuittiujv vwt vwri.n nib - Mengen sind es nicht allein, j ihn an feine Ketten erinnern. In Befolgung eines Darwin'schen GescZcs bat er sich den Bedingungen des Ehe. ; i 5: rU lebens angepaßt und die Fähigkeit, sich l, ist durch Ber rtimtri ? ,, i m . Mitleid, wenn wir Zeugen der ersten ! Abschikdssreude sind. Gott sei Dank," sagt einer zcner Sklaven, fcht esse ich im Hotel und 3!iemand sagt etwas, wenn ich eine halbe Stunde später komme ; ich kann mich auch im Parlor aus das Sopha legen, ohne mit der Frage geärgert zu werden, ob ich auch nicht eben erst Pomade in's Haar gethan habe." Noch eine ganze Ne'ihe anderer Bortheile spiegeln sich in seiner Phantasie, aber auch von ihnen gilt der Satz : DU Vorfreude ist das Beste." Bald findet er, daß im Hotel doch Alles in einem.Topf gekocht wird; das Sopha ist auch' steif und unbequem und die ötusflüge auf überfüllten Booten und Eisenbahnen sind doch wahrhaftig lein Vergnügen. Berschämt sucht er seine unverhcira theten Freunde in ihren Schlupfwinkeln auf und kommt zum Schluß, daß er da .doch eigentlich nicht mehr hinpaßt"; er ist nicht Fisch und nicht Fleisch: er möchte fröhlich sein mit den Junggesel len und kann nicht mehr so recht. Er ist an ein regelmäßiges Leben gewöhnt und fühlt sich den folgenden Tag unbehaglich, wenn er über die Strange schlagt. Und dann erst die vielen Vlackcreien. Früher, als Junggeselle, hatte er doch auch mit Waschfrauen zu thun, damals waren sie aber doch noch viel intelligenter und schwatzten nicht so furchtbar viel; die Knöpfe waren in der guten alten Zeit auch viel fester ange- ; näht und Möbel wurden nicht so stau big. Allmälig wandelt sich seine Freude ' m Bedauern über die , Abwesenheit der Frau, das Bedauern in Sehnsucht: die übermächtige Gewohnheit kommt zur Geltung und die Freude des Wiedersehens ist aufrichtiger, als es der Schmerz der Trennung war. Mit dem Auaenblick. wo die ntarn am Bahnhof in seine Arme nicht sich selbst aber ihre Bündel und Packet? , legt., mit diesem Augcnbzick hört er auf.
wittwcr bringt das absolute Nichts die. ser Bedauernswerthen nicht genügend zum Bewußtsein. - Die unverheirateten Männer, fa, denen geht cö im Sommer, wie im Winter, Gott sei Dank, recht gut und es läßt-sich nur Günstiges über sie bt richten, deswegen schweige ich über ne. denn Schopenhauer sagt: Der Optimismus ist eine ruchlose Gennn-i.-; als anständiger, moderner Mensch bin ich also Pessimist und male nur dn Schatten, es Andern überlassen), in hehren Lichtgestaltcn der Hagestolze zu verewigen. Ein Manuskript auf Birkenrinde. Vor zwei Jahren entdeckte der indischc Lieutenant Bowcr in einer luftdicht verschlossenen Kammer unter einem etwa 60 Fuß hohen buddhiüischcn Denkmal in der Nähe von Kizchar in chinesisch Turkestan ein gut erhaltenes, auf Birkenrinde geschriedeues Manuscript von 55 Seiten Umfang. Die Regierungen von Indien uiid Bengalen übernahmen gemeinsam die Kosten, den Fund wissenschaftlich prütcn. über setzen und herausgeben zu lassen, eine Aufgabe, mit welcher der in Diensten der bengalischen Regierung stehende deutsche Sanskritforscher Dr. Hoernle betraut wurde. Die Ergebnisse dieser Untersuchung, deren Be'rössentlichunz die ..Asiatische Gesellschaft" von Bengalen ans sich nahm, liegen nun vor. Das Manuscript ist in einem archai stischcn Sanskrit (Gupta - Idiom) ge schrieben, der älteste Theil , etwa um das Jahr 525 vor Christi Geburt, der jüngste 50 Jahre später. Das Bower. Manuscript". wie der Fund benannt wurde, ist daher das älteste, bis jetzt bekannte indische Manuscript und zu gleich eines der ältesten Manuscripte überhaupt. Der Inhalt scheidet sich in fünf Abtheilungen, von welchen die erste und die fünfte medicinifche Werke darstellen; die zweite und vierte. Ab theilung sind Sprichwörtersammlun gen. während der dritte Theil die Geschichte eines Zaubermittels gegen Schlangenbiß, welche Buddha selbst Ananda mittheilt, behandelt. Ter Eingang zur Vorrede lautet: ..Heil dem Vatagatas! Ich bin gewillt, ein erprobtes medicinisches Handbuch. Na vanitaka genannt, niederzuschreiben, welches das ausgezeichnete, in alten Zeiten von den Maharshis aufgestellte System enthält. Alles, was den von Krankheit besallcncn Männern, Frauen und Bindern heilsam sein kann, ist in diesem Buche niedergelegt. Dem vorsichtigen Arzt wird es sich durch die Gc nauigleit der angegcbenei Heilmittel empfehlen, aber dein Liebhaber vieler Einzelheiten wird mit der Mannigfal tigkeit der aufgezählten Recepte gedient sein." . Der Schluß der Vorrede ent ipU eine Warnung, das Buch keinem m die Hand zu geben, der nicht einen Sohn und einen Bruder hat. und seine Lehren keinem mitzutheilen, der sich weigert. Schüler anzuiichmen. Der Zweck dieser Warnung, die Lehren der Nachwelt möglichst lang? zu erhalten, scheint erreicht worden zu sein, da Dr. Hoernle eine ganze Reihe von Recepten gesunden hat. welche heute noch in Bengalen angewendet werden. Das Bower-Manuscript" wird bald den Orientalisten al!cr Länder zugänglich sein, da die indische Regieruiig die Her ausgäbe einer auf plwtogravbischem Wege hergestellten Facfiniile-Auögabs in Angriff geuo:nmcn hat.
Spruch. Hoff' nicht allzu viel vom Leben: Was im llebcrfluß zu geben Manchmal es verspricht. Hält es schließlich nicht. Doch verzag' aich nicht am Leben: Was es nie versprach zu iben. Gibt es plötzlich oft Reich und unverhofft! Der Name Schlesien" ist schon oft zu deuten versucht worden; neuerdings brachte die Zeitschrift für deutsche Üulturgefchichtc eine Abband lung von Paulus- Easscl, Schlesien und sein Name", in der der Name von sliv., Schlehe, abgeleitet wird. Gegen diese Etymologie wendet sich ein lange rer Aufsah von P. Kühncl im Jahres bericht der Gesellschaft für Anthropo logie und Urgeschichte. Der Verfasser hat den slavischen Namen in Deutsch land ein eindringliches Studium gc widmet. Der Aufsatz von Paulus Cassel bot ihm wohl nur den äußeren Anlaß, mit seinen Junden hervorzu treten. In fleißigster Weise sammelte er zunächst die litcrariscye Ueberlieferung, der Namensormen aus den Ecschichts'" quellen und aus Urkunden, wobei auch der Name des Zobtcnberges berück sichtigt wird, der früher Slenz hieß. jDen Namen Zodlen deutet Kühnci als ..Sabbatsort".) Weiterhin werden die Wandlungen, die der Name durchzu machen hatte, verfolgt und sprachlich erörtert mit Widerlegung der von Eas sei aufgestellten Etymologien. Mchnel stellt am Schlüsse seine Ergebnisse zu. sammen, aus.denen wir das Wichtigste hervorheben. AIs Nachbarn der von Tacitus ausführlicher behandelten Lygier. der Bewohner Schlesiens, tre tcn bei Ptolemäus zuerst die SUingen in Niederschlesien aus. Wenn 'ihr Name sich in der schlesisihcn Hcimath erhalten hat, kann dies nur in slavi schem Gewände der Fall sein, da Sla ven, und zwar Lcchen. die Site der Germanen eingenommen haben. ' Nach slavischemSprachgesetze muß aus Siliny altsl. Sitezi werden. Ter lateinische urkundliche Name Slesia, Sijsi&, so wie der deutsche Schlesien" stammen vom tschechischen Sleiy". Daß der Stamm des Namens, nicht die Form, ursprünglich germanisch ist, giebt Kuh nel zu. Will st ' d u ' als eine renom' mute Persönlichkeit gelten, tttrWftUtrjji eine ren?mmirendk ""W
