Indiana Tribüne, Volume 15, Number 363, Indianapolis, Marion County, 18 September 1892 — Page 4
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Tie iZglie .Tribüne" kostet durch den TrSger ii CrniÄ per Woche, die SonntagSTribüue" 6 ifcntS per Se. Beide zusammen IS Cents oder SS Gent 3 xcr Monat. Per Post zugeschickt in Vor zusbezahlunA k per Jahr. cssice: 130 Ost Maryland Strahe. Indianapolis, Ind., 18 Scpt'ber '92. Moderne L?kelaHo!tker. Im Allgemeinen stimmen die Klagen re Zeitgenessen darin überein, daß mit de zunehmenden Alter der Welt Ht Menschheit freudloser, verdrießlicher unv matter wird. Die Legende von den gu ten alten Zeiten, obwohl selbst Jahrhun derte, Jahrtausende alt, wurzelt zu tief in den unllaren Empfindungen der Gesammtheit, li daß sie durch die überzeugenden Beweisführungen Einzelner, von bea althergebrachten Ideen (Zmancipirter, auerottet werden könnte. Aber es ist nicht ausschließlich die Spiegelung des Gedächtnisses, welche die Vergangen heit in hellerem Lichte erscheinen läßt, 23ir fühlen, daß uns etwas fehlt, das unsere Borfahren besessen ; wir glauben uns dessen voll bewußt zu sein, sind aber doch nicht im Stande, dieses unklare Erwas zu desiniren, es logisch zu rechtfertigen. Die Welt ist reicher und bequemer geworden, sie ist im großen Ganzen .bes ser daran" ; aber gleichwohl scheint sie nicht glücklicher geworden zu sein. Die meisten Rationen bilden sich heute ein, eine Zeit hinter sich zu haben, deren cha rakteristische Signatur der aufdemHöhe Punkt befindliche frohe Lebensgenuß war. Eigenthürnlicher Weije ist es oft der Fall, daß eben dieselben Generationen, an Kelche dieser Glaube der Epigonen sich anklammert, sich keineswegs des größten Friedens und Wohlstandes, oder auch nur einer leidlich befriedigenden Lage er freuten. Aber dennoch sieht man immer auf die Vergangenheit mit dem instinkti den Gefühl zurück, daß trotz alledem und niedern die Menschen einst glücklicher waren als heute ; zugegeben, daß sie ab solut gar keinen Grund hatten es zu sein, so waren sie es nun doch einmal und da mit Punktum ! Das lustige 'Wien" ist traditionell, aber der heiterste Optimist würde Beden ken tragen, dem schwer arbeitenden, mit Mühen und Sorgen überladenen Wien von heute dieses Epitheton der Freude zu geben. ES gibt wohl Belustigungen von einer gewissen Sorte in Hülle und Fülle, aber sie gewähren keine reelle Freude, keine frische, freie Fröhlichkeit. Es gibt ferne? eine große und der Zahl nach nicht gerinzer werdende Klasse von Müssig gangsrn, die nichts zu thun zu haben scheinen, als sich zu amüsiren, und die diese ihre Lebensaufgabe fehr energisch anfass; aber Frohsinn ist nicht ihr Theil. Diese Vergnügungssüchtigen von heute verdienen nicht das Epitheton luftig" in dem alten, traditionellen Sinne ; zur Kennzeichnung der ermüden den, ermattenden Amüsements, denen sie ihre Z:it widmen, müßte erst ein neuer Terminus gefunden werden. Wo hätten wir denn den Grund davon zu suchen, ivenn wirklich Frohsinn und Leichtherzig keit aus dem modernen Leben verschwin itn'1 Die Quellen des Scherzes und Humors versiegen doch in unserer Zeit nicht: und kann nicht auch der ernsteste Äann zugleich der froheste sein ? Der ölmeruaner tst ener der humorvollsten Menschen, und er ist auch einer der ern stesten ! Sollte nicht b:er der Grund davon liegen, daß vie köstlichsten Prokukte nordamerikanischen Witzes, mögen sie aus dem Munde eines 3!ew Aorkers oder eines Hinterwäldlers stammen, fast immer einen der moralischen oder sozia len Schäden des verhältnißmäßig so Iaendltchen Landes zum Gegenstand ha den ? Der Amerikaner freut sich seines yumcrs bis zur Traurrgkeit : und ge rade, wenn er seine fremdartigsten, ba rockestm Einfälle zum Besten gibt, macht er den Cmdruck eines perfekten Melan chemers. Der Amtralier, d. h. der Änglo-Australier, ist der vergnügunassüchtigste Mensch, den man sich vorstellen kann ; er will sich amüsiren um jeden Prers. Aber trotzvem kann er rncht zu den frohen Menschen gerechnet werden, weil die Vergnügungen, die ihm zu Geböte stehen, so armseliger, elender Natur sind, daß sie ihn wohl erheitern können, aber nicht im Stande sind, in veredelndem Sinne auf ihn einzuwirken. So bleibt, ihm selber unbewußt, der wahre Frch'inn aus. Zu Tausenden renne?t die Bewohner des fünften Erdtheils zu einem Cricket oder Fußball-Match, bei denen es nicht nur blaue, sondern auch suslaufende Augen giebt ; zu Zehntausend en sind sie Zuschauer ernes Pferderennens und lassen sich von der Sonne braten, wenn das Thermometer im Schatten 45 Grad Celsius zeigt. Dabei ylauben sie, sich zu amüsiren ; aber das Phlegma, mit dem sie ihre Fröhlichkeit, wenn sie solche wirklich emptlnden, zu verbergen verstehen, ist der beste Beweis, daß sie wahre Fröhlichkeit nicht kennen. ES gab eine Zeit, wo die Franzosen in hervorstechender Weise als die fröhlichste und lebenslustigste unter den europäischen ?!ationen galten. Ihre sonnige Leicht Herzigkeit und ihr natürlicher Frohsinn waren das Thema jedes Reisenden, der aus anderen Ländern sie zu besuchenkam. Es ist eine paradoxe Ironie des Schicksals, daß die französtsche Nation gerade zu der Zeit, da dieser Zug ihres SktionalcharakterS am deutlichsten zu Tage trat, was ihre materielle Loge,ihre soemlen und politischen Freiheiten betrag die bejammernswertheste auf dem euro däischen Continent war. Alle Reisebeschreibungen über Frankreich . aus dem 17. und 18. Jahrhundert stimmen darin überein, das man auf dem Lande nichts fand als Schmutz und Ar muth; aber Noth und Knechtschaft wa ren nicht im Stande, die Leute unglück lich zu machen. Jeder fang, lachte und darbte, wie er es von seinen Eltern her gewohnt war. Der Durcyschnittsfran zose von heute ist ein ganz andere? ; die isoii Masse der Station bat ihre Lage
urch die Revolution, dle den geknechtem r . 7 vL-rij I
en Bauern um freien grünere nmv machte, enorm verbeffert. Äber sobald m. :.. zr. ,c,:lk,k. I iuf ufic vtivu",tlMV f'i.tu1?u ü"" j txt, sobald sie chre Knechtschaft adgeschüttelt, soziale und politische Freiheiten errungen hatten, verloren sie die heitere r . . . r . r . rv.r.r. ab die Selbttständiakeit den Menschen erfter macht ; früher lebte der französi sche Bauer in den Tag hinein ; höhere ' ' . m . r . . I BedurfnN e yatte er mcyi. m rer ftTtiCCU, cic 8n.ymiH, (usij .-ut . - r i -f. ................ rj, k. e!vttvewuVNem, erwacyie in icm oas . - . . .: r treten, es weuer zu vrmgen, ai eine Vorfahren ; mögen auch oft feme erlangen, das ernste Streben, die Sorge in voryancen. aju sonnige Siu)lyer- . t . .ts r . o .f. i. r, . I lkeit vergangener Jahrhunderte, das Leben in den ay hmin" ist für immer dalnn; er selbst aber ist geworden, was er früher nicht war, ein ernster, strebender Mensch. Wenn er sich desien selber bewußt ist. kann da die wahre Fröhlichst ausbleiben ? Noch einem anderen Menschen wird nachgesagt, daß . . r-r. : er nkieu guren xm ?.incr vwyerigen , r v .v . I lorgiocn iieiicu unier vrm uuivruac der frisch erlangten Freiheit eingebüßt habe. Aufmerksame und, wie wir nicht L ... m ' t C I t n t L leugnen tonnen, eyrtiwe eovacyler rer
Levyasttgreu, welcye i zu? ayryun zu werden, verdien: woyi, oaß mix uns derte früher vor allen anderen Nationen tn wenig revanchiren. Woran laborirt der Welt auszeichnete. Das Fazit ist, denn der traditionelle spleenige Englän
Wünsche sich nur daraus concentriren, Uebung. Und wenn sich nur unser desein Besitzchum um einige Hektaren Lan- dauernswerther Vetter Michel entschliedes zu vermehren oder für seinen junge- ßen könnte, sich hinfort John oder Dick ren Sohn eine StegisrunZvanstellung zu m nennen, würde er gewiß bald ein leid-
Zustande rn den ustaaken voncoro- herrscht etwa folgende Tagesordnung: gtmerika haben es oft ausgesprochen, daß Bevor die Herrschaften sich des Morgens die auf den Plantagen a!s Arbeiter die- erheben, wird ihnen, Herren und Damen enden Neger, zur Zeit ihrer Knecht' in gleicherWeise.Thee mit Butter u.Brot schaft zumeist ausgelasien wie die Kin- n's Bett gebracht : die jüngeren Leute
Ler, jetzt zu blöden, numpfsinttigen Crea? ziehen in der Regel Brandy und Soda luren geworden sind. wüster vor. Durch diese Erfrischungen Die Losung dieses scheinbaren Räth- gestärkt, kommen sie, wenn nicht etwa ein wie die Freiheit zu ihrem vermeid besonderer Anlaß zu früherem Ausstehen
Nchen gefrierenden, verbummenden Eim vorliegt, gegen 10 Uhr zum Frühstück, fluß komme, ist sehr einfach. Thatsäch Wenigstens vier warme Gänge, alle möglich ist der Neger der Südstaaten nämlich lichen Sorten kalten Fleisches, Früchte,
noch heute Nicht im Stande, feme Cman zipation ganz ernsthaft zu nehmen; eS haftet in ihm noch immer ein gutes Stück der ängstlichen Ehrfurcht vor dem old msster". Die Schuld aber liegt nicht an ihm selber, sondern an denen, deren ausgesprochene Politik es noch heute ist, dem sozialen Fortkommen der Emanzi vation alle möglichen Sindernifse in den Weg zu legen.
Der arme deutsche Michel gilt Nicht mcht für UiejemaeH, ete ganz beionoers erst seit beute oder gestern, sondern schon um ihre Gesundheit besorgt sind; schwarseit lanaen Jahrhunderten als der zur Kaffee bildet den Schluß des Lunch.
Melancholie geneigte Schwärmer unter den Nationen. Das Warum ist schon so oft von Berufenen und Unberufenen beantwortet worden, daß der erneute Versuch einer Lösung des Problems wenig Verlockendes hat. Unsere Nachbarn jen seits des Kanals des AHeines und des Po lassen tl sich nun einmal nicht nehmen, daß wir Deutsche im Allgemeinen uns selbst in gedrückter und düsterer Stimmung befinden. Einige besonders tiefsinnige Beobachter unseres behexenden Einflüssen Bach'sch er und Aeerhoven'scher Musik gefunden : der 3vfrtrfitrtti ?Z trtpnfmlif!hn s!ii1tÄ Vier I v. ... "( " t ... m 1 lor sich also in Spitzfindigkeiten, der Ge - l , r. r f ' t Ntus oer UN l in auoerei wie rönnen wir da noch vernünftige Menschen sein k Mark Twain, der köstliche amerikanische Humorist, der, soweit uns bekannt ist, für seine Werke durchaus nicht das Lob der Tiefe des Gedankens beansprucht, hat . , , i rts ? I eme iverr emiaazere uno rrersenoere )Ukagnofe unserer atronalkrankhett ausgestellt. Unsere ganze Melancholie kommt nach ihm lediglich von der ermüdenden, abzehrenden Einwirkung der deutschen Sprache, atoam hat eme nnt dem ge,st" reichsten Witz geschriebene Untersuchung dem demerkenswertheuen Produkt des menchltchen Jntelletkes, der Sprache, gewidmet und in seinem komisch.fremdartigen Styl sich über die Mühen und Plagen auszelaffen, denen Geist und Kopf sich unterziehen müssen, um das Geschlecht oer yaupiworter. die am oer Armei . c tw , ? . ?5 k . v . s i no Aozeiikoa pcy einzuprägen uno ras Gedächtniß so zu stärken, daß man das Verbum emes em Dutzend Gedanken umfassenden deutschen Satzes von endloser Länge mit diversen Parenthesen und Cmschievseln, bis zum letzten Worte behält. Wir glauben i - i -.i ,r n r l r gern, oaij zeoer nrcyrveur,cye e?er vrezer amüsanten Auseinandersetzungen recht herzlich über dieselben lachen muß, wah rend em Deutscher dre Pomte des ScherzeS mit dem besten Willen nicht zu würdigen versteht. Aber was Mark Twain's Humor gezeitigt, darauf hat in r '-r - r r r auem Mtmie mng r emer emer engti wen Kritiker weiter gebaut; derselbe sucht aus den witzigen Fälschungen des Ame rikaners echte Münze zu machen und gar m oen ,erreyr zu orrngen. ai? aer stige Schwerfälligkeit, der trübe tumpsstnn" des modernen Deutschen, die starke Voreingenommenheit" seines Kopfes sind nur eine Folge der ireneln. die seine Sprache ihm auferlegt. Wer etwa daran noch zweifelt, der möge sich nur des starken Widerstandes erinnern. den einst Fürst Bismarck dem Vorschlag, die deutschen Lettern durch lu von den meisten europäischen Nationen gebrauch ten römischen Charaktere zu ersetzen, ent.ftjTU yvyiiiyi,!. VCer stark konservative, Uderleg,ame Staatsmann wußte, daß mit den deut schen Buchstaben auch die ganze deutsche Sprache zum Kukak aebm würde. Und was die Folge wäre, wenn die Deutschen sich einmal von den ihnen durch ihre Sprache auferlegten geistigen Fesseln befreiten und dadurch in den Stand gesetzt würden, ihre des bisherigen l . t tyt . - l ' i. c sprachlichen Alpdruckes ledige Aufmerksamleu ihren polnischen Angele aenheuen zuiuwenden, das wäre un schwer zu errathen. S-e würden hin reichende Muße haben, sich selbst zu regieren und würden den Fürsten Bismarck, der dies bis dato für sie besorgt hat. tmn XtuM in ft h- &,mtr " ö 'WWM I , W VHMVftJW . f .9 4. m m rr-' nicyr emmar vie germgue iimmlzcyung, ae chwe,ge denn eine selbst tändiae w iU Wirkung bei seiner Politik wünscht, ist eS lem Wunder, daß ihm m erster Lirne nichts mehr am Herzen liegt, als die Conservirung der veralteten deutschen Sprache, welche also aus besagten Grün? den der mächtigste Bundesgenosse des Despotismus ist. Wie ttcbt es denn nun mit dem lieber
?catlonalcharalters haben neuerdings den andere das Bedürfniß fühlen, sich in Grund dazu in unserem eifrigen Studium kräftigerer Weise als durch Tbee, also der Kant'schen Philosophie, andere m den vielleicht durch Chamvaaner i staun
Bruder Engländer selber, der so stark mit j . m
uns und un erer Svracye ms yjcnaji geht ? Die rührende Liebe, mit welcher , .... ' itsx- ..f,- ciT)f-.. ki UNS UEMfl vi uijaucii uaicttt Mittun cholie und barmt über die Mtttel aus klärt, unser altes Erbübel sammt allen einen bösen Folgen für die Zukunft ios 1 . .. .. l r der? Sein Leiden kommt selbstverltandsich nicht von irgend welchen SchwierigJeiten her, mit denen der Bau seiner . ! . . Ma. m . Cvrawe verknüvst sem konnte, iflieurn ia, namenlii wav cie us'rur vc . . ar V i t ;tH v tf t. v:. of .. 3s- x . r. tntft, die einfach te unv ktarne oer Wett; 1 t . r ,hre urlernunq enoroerl auw mn cacydenken, fondern allein mechanische lich escheidter Junge werden. ... l .. . . . i r c . xi ur)acye der qwermuly ces modernen Engländers denn ihm allem kann sie nicht abdisputirt werden mu also anderswo gesucht werden. Bergegenwärtigen wir uns, daß der spleenige Engländer sia) vorzugsweise aus den HSheren Gesellschaftskreisen recruiirt, wäh rend die unteren Volksschichten nur fucssive von dem Uebel insicirt werden, so - w . eat es nays, oa wrr um oes iaiyers ,.V als jt e i. ; . O . !LoiUNg wiuen einen ttu aus vi ebensweise des bester situirten Engländers werfen. In einer auf dem Lande lebenr . mm den wohlhabenden engmchen amitte Zluchen, yee, astee, iacao. lotyweln, sind zu einem befriedigenden, einem ,.comfortabeln" Frühstück erforderlich, das oft anderthalb Stunden in Anspruch nimmt. Gegen zwei Uhr folgt die wich tige Einrichtung des Lunch". Wieder brcgt stch der Tisch unter Geflügel, Fisch uno Braten, warmen und kalten Bewei sen von des Kochs Geschicklichkeit : Puddtngs und etliche ream'Arten fehlen Wenn hieraus die Herren vielleicht auf die Jagd oder zum Scheibenschießen gehen. so ist es selbst'Zerständlich, daß ihnen zu dieser schweren Arbeit Körbe mit E srischungen nachzctraz-n werden müssen. Die Damen versammeln sich dagegen gegen fünf Uhr um den Theetifch. auf welchem Kuchen und allerlei feine Lecker bissen zu wahren Bergen aufgestapelt sind. Wenn die Herren Mückkommen,leistci '"'ie den Damen GeZellkchaft während ren. Doch all' dieses Schmausen ist rn die Einleitung zum großen Diner, dai im trfit (hr 1T1W 1nivtnk itnh wmw r .V ..VW.. je länger das Diner, desto feiner das ' i r aus Nlkyk vor zevn oder vatv ell beendet ist. Zum schwarzen Kaffee rau chen die Serren eine lebr starke Ciaarr'e Verleumder Zungen behaupten, daß auch die Damen eine Ciaarette versuchen". Thee und diverse Liqueure werden im a r . , l . i i Zerrauf oer weueren cacymunden er vlrt, und nachdem man noch ern weme dem edlen Poker" oder einem anderen Hazardspiel obgelegen hat, verfügen sich die Damen zu Bette, wahrend die Her ren sich endgiltig rn das Nauchzimmer zurückziehen und dort noch eineZeit lang durch alle möglichen und unmöglichen. aus Brandy, '!h,s:y, Nothwern, Soda Wasser, Zitronen' und dergleichen, selbst gebrauten Getränke ihre Lebensgeister in halbwachem Zustande erhalten. Daß nicht allzu geistreiche Gespräche das Beisammensem würzen, darf uns mit vlüfr I r t . ! i nV t . r . ncy! aur die vouoracyte schwere ages arbeit nicht Wunder nehmen. Wer wird bei dieser oollständia natur wahren Beschreibung der nur von Ver dauunas besch werden unterbrochenen 3!ei henfolge der Mahlzeiten Nicht an die Schlemmer? aus der Zeit der römische, .. 1 - . . J . en Basaren denken, zumat ,a Lohn Bull auch im Uebrigen eine so große, rüh menswertbe Ähnlichkeit mit dem TypuS eines alten Römers besitzt! Auch dieser wird uns ja geschildert, wie er wüthend 'r i . .. " l. in . .. ißi uno injui uno vann aus Langeweile alle möglichen Dummheiten begeht. Nur m . - . . -. Y. - cvade, da uns tem UdronlN alaubwür dige Nachrichten darüber hinterlassen hat, ob auch des Römers Skationalkrank heit das Leberleiden war. Der richtige moderne Engländer läßt sich mindestens einmal im Jahre seine Leber untersuchen und zerbricht sich dann den Kopf, wie es kommt, daß dieselbe nicht als ganz gesund befunden wird. Daß der Landsmann in Indien in Folge der Hitze, in Canada in Folge der Kälte leberkrank wird, das läßt sich begreifen. Wie er aber auch daheim in oll England I zum Leberleiden kommt, das ist ein Räthsel ! ? rti' i 4. . w v em Auunoer, oa& ;;oyn uu r eim er such, dasselbe zu lösen, melancholisch wt x. . IUUV, OllJIOCT ttUO?, Paß : V0N allen modernen Melancholikern der traurigste ist ! H. G. Helle r. Qo Berliner Gefängniß-No mantik erzählt ein Feuilletonist in folgenden Skizzen, welche zum Theil auf die Ver--ßangenhei! t iurückeikm:. Der Haupt I I mAtiWr.a nir vHirlmMlt!itnEtvt..M schauplatz der Berliner Gekänanißroman tik war noch vor Kurzem die Stadt voigtei", eines der ältesten Gebäude des deutschen Reiches. Im 1ö. Jahrhundert war dje Stadtooigtei kurfürstliches Eigenthum, und auf dem freien Platze vor derselben jtand die Rolandssäule, das ynivol elgenerMchtsptteae. Am .rune I w- ' " m. I rs ri!ri1 ltrftfn ii A omSk lün . J'v"v'v V ' V vu1ö1" "n" wMen e ren Zweck es weniger war, dem beleidigten Nechtsgesühl Sühne zu verschaffen, als dielmehr zur Belustigung des Pöbels öffentliche Schauspiele aufzuführen. Die Stadtvoigtei zerfällt in mehrere Theile, von denen die Ättesenburg" besonders merkwürdig ist. No. 42, die sogenannte finstere Nummer", war Jabrbunderte
Um Raum für unsere Herbstwaaren zu verkaufen "wir alle unsere
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rang ver Schauplatz zener Scenen, 'deren Schluß sich regelmäßig am Fuße der Ilolandssäule abspielte. Hier wurde gefoltert, gezwickt, mit glühendem Eisen gebrannt AlleS zur höheren Ehre Gottes," wie die Formel lautete, mit der der Jnquisitior.srichter den Büttel an's Werk gehen hieß. Hier stand der Zwangsstuhl", in welchem Frauenzimmer eingeschlossen wurden.sofern man es nicht vorzog, dieselben mit Beiseitesetzung des Schamgefühls öffentlich auszupeitschen. Ais in die vierziger Jahre hinein verblieb dieses Marterinstrument in Funktion. DaS Sitzen in demselben war eine der gefürchtetsten Strafen ; die Delinquenten wurden derart eng eingeschlössen, daß sie sich nicht bewegen und nur durch kleine Oessnungen spärlich Luft schöpfen konnten. Mit der finsteren" Nummer wetteiferte an Unbeliebtheit unter den Gefangenen die 183! erbaute kühle", die SeparatzellenAbtheilung der Stadtvoigtei. Die gänzliche Abgeschiedenbeit, das Dunkel und die rigorose Behandlung machten diese Abtheilung zum Schrecken und Abscheu Uer Jener, welche das Unglück hatten, in diesen Räumen logiren zu müssen. Der überwiegende Theil der Selbstmorde, welche die Statistik des Berliner Criminalge fängnisses zu verzeichnen hat, fällt auf die kühle Nummer". Dagegen waren die Gesellfchaftssäle das reme Paradies der Gefangenen. Hier waren die Herren Verbrecher ganz unter sich und verbrachten die Tage möglichst angenehm. Ein Unterhaltungsstoss par und ist das Erzählen begangener Verbrechen. Außerdem machte noch die Langweile erfinderisch in der Herstellung aller möglichen Spiele. Auf künstlichem Wege hergestellte Karten das Material bieten zerrissene Hem den, die Figuren wurden mit Blut ge malt Mühl- und Brettspiele waren an der Tagesordnung. Ferner wurden förmliche Verbrecherlehrkurse abgehalten, bei denen besonders daö VerHörspiel" von großer Wichtigkeit für die Insassen dieser Räume war. Es wurden Verhöre singirt und Unterricht im Verhalten vor dem Zlichter ertheilt. Den Unerfahrenen wurde der Weg gezeigt, wie sie den Rich ter irreführen könnten, und es hätte den Neid mancher gewiegten Criminalisten rrrrgl, iceirn jie mit ngeyori yaiicn.ioir geschickt man hier mit Paragraphen UM' sprang. Die Einrichtungen der Neuzeit im Gefängnißwesen mögen wohl die Farben solcher Ztomantik ziemlich ausge bleicht haben. Im London er Gerichtshöfe, wo die Breach of Promise (Eheverspre chen) verhandelt werden, kommen sehr oft die Liebesbriefe zur Verlesung, natürlich stets zum größten Gaudium deS Publikums. Vor einigen Tagen hatte eine Miß Ella Arden gegen einen noblen Lord geklagt, dieBriese schienen sehr com promittircnd zu sein d. h. für beide Parteien, denn das Fräulein hatte sie zwar ihrem Vertheidiger zur Einsichtnähme gegeben, wollte aber durchaus nichts davon hören, daß ße laut verlesen würden. Aber ein schlauer Advokat weiß sich zu helfen, eine kurze Berathung und darauf die Bitte an den Richter, tmsiweilen nur die Anrede, i. e. die Ueberschrist der Briefe vorlesen zu dürfen. ES wurde gestattet und er las Nummer für Nummer : 1) Geehrtes Fräulein Arden, ii) Liebes Fräulein, 3) Angebetete Ellen, 4) Meine süße Elly. S) Mein Liebling, mein Abgott, 6) Mein einzig geliebtes Weib, 7), 8) und S) Mein Engel, mein Alles (Pause), 10) Liebe Ellen, il) Mein Fräulein. 12) Dem Fräulein Euen Arden, 13) Madame " Der noble Lord wurde zu 100 Entschadigung verurtbeilt. Heitere svomTge. Im Kaf. feehause. Shen Sie de,i kleinen Dichlcr dorr, den mit der langen Nase Der kann 'von Glück reden, daß er ein Dummkopf ist." Warum Wäre r gesch-'t, so müßte er ja bemerken, wi dumm er ist !" Stilblüthe. Aus einem Festattikel, geschrieben anläßlich der Enthüllung eines National-Denkmals : Jungfrau Germania, blickt herab aus Deine Söbne ........ " W i e s i e schmeckt. JunAe Chesrau: Wie Karl. Du sagst mir gär nicht ob die Suppe schmeckt, die ich doch ganz allem zubereitet habe? (5r: Nun ja. mein Kind, sie schmeckt ja aber ichmßlich! C o l l e g i a l. Baron : Können e mir denn den Stoff auch mit gu. lem Gewissen empfehlen? Schneider: Gewiß, Herr Baron, trage ja. wie Sie sehen, sogar selber nichts anderes : Kindermund. Hier steht: ,Men legte den Todten in einen bkeier nen Sarg. Mama, ist Blei nicht ge. rade so furchtbar ungesund?"
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Unsere Biere, hergestellt aus den besten Stoffen, mit Verwendung der besten Sorten Hopfen sind sämmtlich kräftige, gesunde Getränke, abgelagert und gut vergohren. Von unseren besten Marken, wie: Lager, Wiener, Pilscncr, Bildwerfer und Spccial Brcw, geht keines aus der Brauerei, das nicht fünf bis sechs Monate gelagert hat. Wir können, aus das Urtheil Sachverständiger gestützt, dreist behaupten, daß unsere Biere zu den besten zahlen, die in Amerika gebraut werden, und jede? vcrurthcilslos Urtheilende wird dies anerkennen müssen.
Indianapolis
Z Werth einer Schachtel eine "Vuice". Dem allgemeinen Verlangen ent 2 sprechend, werden in Zukunft HF VsTW A TVU PII f 8 i für die Vereinigte Staaten mit einer t Zaescumaazosen uno auflösbaren Hülle z überzogen sein, den Geschmack der Pille i vollständig verbergend, ohne jeooq i irgend einer Welse ihre Wirksamkeit zu 5 deeintritcktiaen. . l Preis 23 Cents dle Schachtel. ' i m.w cni oer r t -Jifl ijuk Mjtyui. OUU WUlUll 11. ,13 j Ein großer Gutsbesitzer aüs der Bautzener Gegend, der als stei ßiger Kirchgänger, conservativer Heißsporn und eifrigster Antisemit bekannt ist, hatte, fo erzahlt der Oberlausitzer Vottsbote", seit zwei Jahren seine rei chen Erträge an Roggen aufgespeichert und war trotz der hohen Geireidepreise nicht zu bewegen, seine Vorrathe zu ver tausen. da die Preise noch viel höher werden müßten, ehe er losschlüge". Bei vem gegenwärtigen Sinken d.'r Äoggenpreise iah er sich aber nun doch zum Verkaufe gezwungen. Es zeigte sich nun ober, daß der Roggen mit unzäh ligen sogenannten Krebsen" durchsetzt war. wodurch er für den menschlichen Genuß unbrauchbar wurde. Statt nun dm verdorbenen Roggen als Vieh sutter zu verwenden, tödtete er die Krebse durch Ehlor dämpfe und ver kaufte die hierdurch ungenießbar gewordenen Körner an verschiedene kleine Müller für tadelloZ gute., abgelagerte frucht. Das aus dem Mehl gebackene Brod war aber ülelricchcnd und ungemeßbar, so daß die betreffenden Mü'' 'r nebcn ihrem ?.elde auch ihre Kundschaft nnbüßt'cn.- Änch müssen dieselben ihre Mühlen erst gründlich reinigen lassen, bevor wieder gukeZ Getreide gemahlcr verden kann. , Nach dem Bericht. wel chen die,.Ulmcr Ztg." in No. 130 von einer SiFüng der Anthropologcn-Vcr jammmng erzlatttt, zeigten ausgefundene Töperwaareu ls Ornamente: .Linien. Punkte, Strcifen. dreieckige, viereckige Kreije." Also kannten unsere Vorsahren die Quadratur des Kreises und d.e Sache ist leider nur wieder Pelgezsezch.'lt gcrathm. Auf den Mann. .2va. mm mag Fräulein Jsabella nur M tmmer mit einem Jagdhund promeul rcn'i" Run. vielleicht ist er auf den Mann dreslirt.
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