Indiana Tribüne, Volume 15, Number 356, Indianapolis, Marion County, 11 September 1892 — Page 7

SWWMLLW 23 Erinnerung attMc Sszlatyi" tage vom 16. ! August "" lö?0. Ztreiundzwanzig Iah find seit e nen Augusttagen von 1870 verflossen, welche, durch den Kamvf um Mefc den Grundstein legten" zur Wiederaufrich lungdes Deutschen Reiches. Tie deut schen Fahnen, welche heute von den Thürmen von Met; wehen, die Nassen gräber dcntschkr Krieger, welche bort den Gttnzroall des Deutschen Reiches bilden, sie führen eine beredte Sprache, die in den weitesten Kreisen tiefgehende Erinnerungen weckt, besonders aber da. wo heute Kciegcrvcreine oder Familien, welche ein theures Gut aus den Opfer a!ta? des Vaterlandes gelegt haben, sich ju: weihevoller Gedenkfeier vereinigen. Im Anschluß daran hat ein alter unge nannt gebliebener GeneralstabZoffizler in der Äugust-Nummer von Westcrmann "5 deutschen Monatsheften cZ un rernounen. aus jene gewaltige Aktion interessante und zm Theil über raschende Streiflichter fallen zu lassen. Tie Schlachten von Wörth und Svi Hern hatten in den ersten Augusttagea die hochfliegenden Träume des Napo leonischen .hcqeizeS. den Schauplatz der Kriegsentscheidung nach Süddeutschland zu vcr legen, sah geknickt. Nun wurde vielnlehr das Rückwärts-Concentriren" zum dringenden Gebote, da die Btl)ei digung des eigenen Landes in's Auge gefaxt werden mußte. MacMahan hatte sich nach der Niederlage bei Wörth auf , LhalonS zurückgezogen, um eine neue Armee zu sormiren. Die Rhein armce, wilch?zNopoleon selber bcfchligte. mußte mit MacMahon Fühlung zu bekommen suchen. Da ober die Vereinigung der franzosischen HcereS Massen an der mittleren Mosel, etwa bei Narren, wegen deS drohenden Auf marfche? der Teutschen nicht mehr möglich war, so wurde' der allgemeine Rück' zug aus vhalonS beschlossen. Ausgabe der deutschen Heeresleitung war eS nun. die gewaltige Festung Metz mit ihren vorgeschobenen FortS in weitem Bogen zu umfassen und der Rheinarmcc die Straße nach Westen zu versperren. Die mörderischen Schlachttage, welche vom 16. 13. August in der Umge bung von Me gewüthet und mit dem Siege der Tcutichen endigten, haben diese Absicht vollständig erreicht. Sie machten die Schlacht bei Sedan mög lich und offenbarten dem deutschen Volke, daß nun der endgiltige Sieg der deutschen Waffen und des deutschen Geistes mit Zuversicht zu erwarten sei. Daß sich das Alles in so kurzer Zeit entscheiden konnte, dazu hatte zum größten Theil die französische Heeres' leitung selber beigetragen. Ganz un glaubliche Zustande haben hier ge herrscht. Es dürfte nun allgemein in terefsiren, einen Blick in dieses wunder liche Chaos, in dieses Schwanken, Zö gern. Verfehlen und Verzweifeln des französischen ObercommandoZ zu wer fen. ES erscheint schwer erklärlich. weZ halb die französische Armee, die sich im Lei'iA der Festung befand, nicht unter dem Schule derselben die Mosel, sei tl Zur rechten Zeit, sei es schnell genug, zu überschreiten vermochte. Kaiser Napo !eon hatte allen AngrissZgedankcn ent sagt, er fühlte sich in feiner Stellung östlich von Metz zu erponirt. Es wurde deshalb schon am 7. August der allgemeine Rückzug der ganzen Armee aus EhalonS beschlossen, die vorbereitenden Befehle erlassen und mit deren Aus' führung begonnen. Bald aber lieg man in Me die Rückzugsgedanken wieder sallm und brachte der erregten öffentlichen Meinung den militärisch richtigen Entschluß Zum Opfer, indem man sich wieder dem Gedanken zuwen dete, dem deutschen Heere noch östlich von Metz extgegenzueten. Die Franzosen verfügten über 200. 000 Mann bei Met; und batten deS halb keine Veranlassung, am Erfolge zu zweifeln. Man entschied sich für ewe Stellung westlich der sranzSstfchen Nied. einem Jlüßchen etwa 10 Kilome, ter östlich von Mek, und bezog dieselbe am 10. August, obwohl sie sich schon am ersten Tage als taktisch ungünstig erwieS. Unker diesem Eindruck wurde der Entschluß wieder verändert und ein engeres Zusammenziehen dicht an der Festung beschlossen. Dies für die .jranzöstsche Sache so unheilvolle Hin und Herschwanken der obersten Heeres leimnz war am 12. August dadurch zu einem gewissen Abschluß gelangt, daß on diesem Tage Kaiser Napoleon sein Commando ganz niederlegte, den Mar. schall Bazaine zum Oberbefehlshaber der Rhcinarmee ernannte und sich an schickte, das Heer zu verlassen. Da aber der Kaiser, ohne einen Sieg erfochten zu haben, nicht nach Paris Zurückkehren konnte, war er vorläufig bel der Armee geblieben. Seine Anwesenheit mußte aber lähmend auf die Entschlüsse deZ Marfchalls wirken, um so mehr, als dem Kaiser ein zahlreicher Troß unbesugker Rathgeber zur Seite stand. Alle einsichtsvollen Männer im französischen Heere waren langst von der Nothwendigkeit des Rückzuges und davon überzeugt, daß derselbe bis ChaIon führen müsse. Erschien aber die ser Rückzug unvermeidlich, so mußte jede- fernere Zaudern bei Metz derderblich werden. Wahrscheinlich hat schließlich steifer Napoleon bei Abgabe des Eommandos den Abmarsch der Rheinarmee auf Verdun dem Oberbe sehlshader als erste Aufgabe vorge schrieben. Nachdem wieder zwei Tage thatenlos verlausen waren, erließ der MarschaÄ endlich am 13. August den Befehl zum Rückzüge, der am folgenden Tage beginnen sollte, auf dessen ungehinderte' Ausführung aber ange sichtS deS nahen Gegners nicht mehr t mit Sicherheit gerechnet werden könnte. Der Rückzugsbefehl selbst bereitete dem eigenen Entschlüsse die Gefahr, unausführbar zu werden, denn er ve stimmte von drei ihm offenstehenden Straßen nur zwei zum Abmärsche, und indem er gerade die am weitesten nörd lich süb?end5..d.e,r Einwirkung des gea

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ner am meinen entzogene unoerusnq tigt ließ, verwies er eine seiner Kolon, nen aus die über Mars-la-Tour füh rcnde. welche sich bereits in den Handen der preußischen Kavallerie befand. Nie ist wohl ein leichtfertigerer Befehl gege den worden. Met), dieS Hauptbollwerk der französischen Ostgrenze, war gar nicht für einen Krieg vorbereitet; die Festung war durch die Armee, nicht di:sc durch die Festung zu schützen. Ter Kommandant hatte erklärt, die Festung nicht vierzehn Tage haßen zu können. Wenn in erster Linie der Wille, zu siegen, siegt, so war die sranzöstsche Armee schon bei Beginn ihres Rückzuges geschlagen. Die Unentschlossenheit der Heereslei tung. deren Folgen die Bein? der Leute zu tragen gehabt hatten, heute Vormarsch ohne den festen Willen, den Gcgne? auszusuchen und zu schlagen, morgen Rückmarsch, ohne daß ein Ent scheioungskamps dazu gezwungen hatie und vor allem der Gedanke: Der Kai ser. der den- Namen Napoleon trägt, steckt das Schwert in die Scheide, ebeer kö gebraucht und verläßt die Armee, dies Alle? mußte lähmend auf die Ge müihcr der Armee wirken. Dies wa rcn die Gründe, weshalb die französische Rheinarmee erst aiMittag dcs 14. August erst oen Uebergang vom rechten auf daS linke Moseluser begann. Am 10. August war diese Bewegung noch nicht beendet. ES waren für den Uebergang über die Mosel nicht genügend zahlreiche Brücken vorbereitet, der Marsch durch die engen Straßen der Stadt in keiner Weise geregelt, endlich die den Thal rand hinabsteigenden Straßen durch überzahlieiche Trainfahrzeuge gesperrt. Die folgenden Niederlagen finden die erste Erklärung in der Thatenlosigkeit und Uncntschlosstnbeit während der Tage vom 7. 12. August. Die un geheure Bravour der franzöZschen Sokbaten bei Mars-la-Tour, Vionville. Saint Privat la Montague undGravelotte sind die einzige leuchtenden Punkte in diesem trüben Kapitel der französi schen Geschichte. Der Vrans von GrindelwalS. Grindcl:?ald. 19. Aug. Unter den vielen Katastrophen, von denen die Schweiz im legten Jahre heimgesucht wurde, ist die Brandlatastrophe im schönen Alpendors Grinde!wald eine der furchtbarsten. Seit vier Tagen hatte eine tropische Sonne herabgeglützt auf die zum größten Theil mit Schindeln gedeckten Dächer der Häuser, der Hotels wie der Bauernhöfe. Das Bärenhotel hatte erst kürzlich einen neuen, massiv gebauten Schornstein erhalten, der aber, dank der Thätigkeit der Köche, in fortwährend hoher, oft sehr hoher Temve ratur gebalten wurde, einer Temvera. kur, welche die dieser Tage durchschnitt lich 29 Grad Rcaumur erreichende Sonnenwärme noch verdopvelte. Ter Tachstuhl selbst bestand theilweise aus Holz. a ein Theil des DacheSwar noch aus Schindeln gebildet. Schon vor 14 Tagen war ohne andere directe Ursache am Schornstein Feuer ausgebrochen, wurde aber damals bei voller Windstille rasch gelöscht. Am Donnerstag wehte ein scharfer, sturmartiger Föhn oben hinter dem Wetterhorn h?rvor und als die Flamme aus dem Dache hervorschlug, jagte sie der wilde Sturmwind auch schon mi! rasender Schnelle über das ganze weite Gebäude hin. Kaum entstanden, ward die Gefahr auch schon bemerkt, und so schnell war auch schon die Hilse zur Stelle, daß viele Fremde erst durch daS Zischen der Wasserstrahlen und das Gerassel der im Handumdrehen von allen Seiten auf das bedrohte Dach ge richteten Feuerschläuche aus die Gefahr aufmerksam wurden. Ader alle Lösch arbeit erwies sich als völlig wirkungs loS. Kaum fünf Minuten, nachdem die erste Flamme cmporzüngelt, stand schon das ganze obere Gebäude in Flammen es war drei Uhr Nachmittags und stand auch schon die eng' Zische Kirche (sie war ganz mit Schin dcln bedeckt und aus Holz gebaut) in hellen Flammen: gleich nach ihr lohten die Sche nen n.nd Stallungcn des Bä renhotels zum Himmel empor; heulend fiel der F'öhn in die aufprasselnden Feuergarbcn und von wildester Panik ergriffen, flohen die Menschen und Thiere, bald die bewegliche Habe rcr tend, bald daS kaum Gerettete den Flammen wieder preisgebend, in wüstem EhaoS durcheinander. Alles stürzte zum Bahnhof. Da. ein Feuerregen trieb die flüchtende Menge CS ?l -t F m " in wilder '.'ingil zurua. und tcyon alten die sprühenden Funken auch daS Bahn Hofsgebäude bereits in glühender Um armnng ersaßt, und an ungezählten Stellen zugleich aufflackernd, leckten gierige Flammen auch hier schon empor. Da dampfte der um -4 Uhr fällige Zug von Jnterlaken heran. Alles 'stürzte ihm entgegen, aber inzwischen waren schon kaum eine halbe Stunde war seil der Entstehung des Feuers vergan gen sechs große Gebäude zu einem riesigen Scheiterhaufen geworden, der weit hin seine Feuerbrände entsandte. Ter Zug mußte vor der Gluth und der unwiderstehlichen Wildheit des Elemenks zurückweichen; ein Feuerregen prasselte auf die Wagen nieder, und biS durch die Fensteröffnungen stieben die Funken hinein. Einen Augenblick schien der mit Passagieren überfüllte Zug in Flammen zu sieben und eine furchtbare Kataftrovhe unabwendbar; da gelang eZ der Geistesgegenwart und der kaltblütigen Energie des jugendlichen Zugführers die , Maschine .auf , die Drehscheibe zu brmgen, im vollsten Feuerregen zu drehen, um nun mit Volldampf den Zug aus der furchtbaren Gefahr zu ret ten; rasch dampste er davon und alle Gefarzr .schien überstanden, da fuhren die Flammen aus dem letzten Packwagen hervor; ein einziger Schrei ging durch die ngstgevijeßt Zuschauenden:

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SS iVVW'!Ki..7Tr-ZJ! da sprang der Zugführer von der Ma schine, in wildem Lauf sah man ihn zu dem brennenden Packmagen eilen, einen Augenblick verschwand er hinter den Flammen und der Päckwagen war abgehängt: gerettet fuhr der Zug wci ter', hinter sich den rasch von den Flam men verzehrten Waggon zurücklassend. Indessen hatte der Föhn die Flam men weit hinübergetragen, das Thal hinauf und hinab, und wechselnd, in sast unerklärlicher Weise warf er mäch tige Feucrbüschel bald hoch hinauf in 500 bis 1000 Meter entsernt über dem Bärenhotel liegende Bauenrhöfe, bald die Abhänge hinunter auf Gebäude, die noch einen Augenblick vorher außer aller Gefahr zu sein schienen. Die Angst, die Verwirrung, der Jammer sind schwer zu beschreiben. Während die fremden Reisenden mehr ziellos als verzweifelt umherliefen und -standen, viele von ihnen sich mit philosophischer Ruhe, einiges Handgepäck zur Seite, in die vorläufig oder doch scheinbar ge schützten Abhänge friedlich lagerten. andere unter ihnen, ratdloS und vcr x)veifclt Freunde und Verwandte mit Namen rufend, umherirrten, standen die Einheimischen mit düstern, aber fast immer ruhigen Mienen vor den Trum mern oder den Flammen, den Resten ihrer ganzen Habe. Dazwischen irrte Vieh, jagten wild gewordene Pferde und mit wildem Fluche ihre Gäule antreibende 5kutsche?. Unter ihnen einige dreißig bis vierzig hochelegante Equipagen. Ein prächtiger Vierspänner entführt den eben erst eingetroffenen Großherzog von Mecklenbürg: gleich hinter ihm zwei Equipa. gen, welche die großherzogliche an Eleganz. Feuer der Thiere, Haltung der 'Kutscher und Bedienten unzweifelhaft schlagen, und in fast herablassender Weise ihr den Vortritt lassen, das prächtige Viergespann und der jenem folgende . U Charkow gespannte Dreiwagen der amerikanischen Millionürin MrS. Payne. AlleS in wildem bunten Zuge nach Jnterlaken hinabflüchtend. An 120 Fremde waren aus Erkursionen begriffen und erfuhren erst spat Abends ti xxtt Rückkehr, daß all' ihr Gepäck verbrannt und sie anderswo Unterkunft suchen müßten. Grindelwald ist keine zusammenhSn gende Ortschaft; man bezeichnet mit diesem Namen das obere Thalgebiet des schwarzen Lutschincnbachs, zwischen der kleinen und der großen Scheidegz, abgeschlossen durch die Fekskolosse der Wetter und Schrcckhörner. des Welter bergs nnd des Eiger, zwischen denen die beiden Grindelwaldgletfcher bis in 'die Thalsohle herunter steigen. Nur ine Strecke der Hauptstraß?, etwa vom Hotel zum Bären bis zur Kirche, ist dichter bebaut, und dieser Theil, wel cher den Namen Gysisdorf führt, ist fast ganz ein Raub der Flammen ge worden. Erst seit Kurzem führt eine Eisenbahn von Jnterlaken nach Grin oelwald. deren Bahnhof nahe beim Hotel zum Bären steht oder vielmehr stand, und erst vor wenigen Tagen ist die Bergbahn von Grindelwald über die kleine Scheidegg nach Lauterbrun nen feierlich und unter allgemeiner Freude eröffnet worden. Jekit herrscht Schrecken und Bestürzung im T.üe, und weit hinaus Traacr und innige Theilnahme mit der heimgesuchten Be völkerung und den zahlreichen Kur gästen. Ein anderer Bericht lautet: Ein wolkenfreier herrlicher Himmel breitete sich über dem schonen Grindel wald, als gesternNachinittag gegen drei Uhr Rauchwolken aus dem Dachfirst des Riesenhotels zum Bären auswirbclten. Infolge einer ihrer Wirkung bis zum Rordf'uß der Alpen äußernden, von Irland kommenden Depression stürzte unter den den Gr!ndelwald!:ssel beHerr lchenden Weiterhörnern stürmischer Föhn zu Thal. Man nimmt on. daß noch brennbare Holztheilchen aus dem Küchenkamin über das nur zum Theil mit Schiefer gedeckte Dach hinweg auf Schindeln flogen und diese dort vom rasenden Föhn rasch' zum Brennen ge bracht worden sind. Fünf Minuten rangen die Besitzer, deren einer Leiter der 'hiesigen Feuerwehr, mit dem wüthenden Element um die Erhaltung ihres Hotels, dann mußten sie den Kampf aufgeben. Keine Feder kann schildern, welche Schrecken die eine Stunde brachte, die das weltbekannte, wa 100 Mei lange vierstöckige Hauptgebäude gänzlich in Asche legte und vom Erdboden verzchwinden machte. Ein Mobiliar im Werth von 260.. 000 Frs. war vernichtet. L(Z.000, Fla schen Wein waren zerstört ; wohl mehr als die Halste des Gepäcks der Fremden war verbrannt. Das PrachthauZ zum Bären, eine jener Schöpfungen, auf die die Schweiz mit gerechtem Stolz blickte, war nicht mehr. Kein Mensch mar tirrunniiittb fiirnmfft (?9 r ..jj. . .. iM.ui.llkfV . . Fremde, die den Gasthof bewohnten, wurden gerettet : das Riesenhaus hatte mehr als 20Auszänge. Aber das unglückliche Grindelwald ! Der Föhn sollte und wollte seine Opfer haben. AlleZ nördlich vom Bären thalwärts hatte die Gluth erreicht. Noch 'sechs" kleinere Gasthöfe, der Bahnhof, das Telegraphenamt, im ganzen' 42 dew ohnte und 43 unbew ohn te Gebäude 90 Firste, wie die Sprache hier lautet waren eingeäfchert. Auf der rechten Thalseite, von wo den An kommenden jene bekannten tief brau nen Holzhäuser, auf kleinen, Hügeln gcle gen, unter Nußbäumen versteckt 'und von den grünen Matten so reizvoll um? grenzt, grüßten, begegnet, das Auge jetzt nackten, schwarzen astlosen Stam men in einer braunen farblosen Boden? fläche, die einzigen traurigen Zeichen, daß vor einem Tage da zufriedene, ar beitsame Menschen wohnten., EZ der drent hervorgehoben zu werden, dag die ; hier weilenden Engländer und Enalän Oberinnen sich unter Einsetzung ihres Lebens um die Rettung von Hab und Gut der Einwohner 'bemüh,s . haben,

zelegene verfiel der furchtbaren Gluth.' Tie mächtigen eisernen Trager zeigten Weißglühhike. Viele Hunderte Grade

während sie ihr eigenes Gepäck verloren gaben.

Was englische VttniNer und Hof deamte verdienen. Gelegentlich des letzten Ministerwech selS in London ist auch wieder einmal in die Oeffentlichkeit gedrungen, was die englischen Minister und sonstigen höheren Staatsbeamten für Gehätter beziehen. Das sind ganz schöne Summen. an die ein festländischer Minister noch lange nicht heranreicht. Der best bezahlte festländische Minister ist der deutsche Reichskanzler, der 54.000 M. bezieht: seine preußischen Colleqcn be kommen 32.000 M. Von den franzo iischen Ministern bezieht jeder 30.000 Franken. Nun sehe man sich aber die englischen Ministergchälter an! Der erste Lord des Schatzamts hat 100,000 Z?Z. (5000 PfuiD' Sterling), der Lord kanzler 200.000. der Schatzkanzler 100.000, die Minister des Inner'.:. dS Zleußern, der Kolonien, des Krieges und für Indien je 100,000, der erste Lord der Admiralität 90,000. der Staatssekretär für Irland 100,000, der Präsident des HandelZamtS und ver Lordsiegelbewahrer je 10,000, ebensoviel' der Kanzler des Herzogtums Lancaster (eine C-inecure). der Dirck tor deS öffentlichen WohlthätigkeitSwesenS 40.000. Von den Hofämtern sind die bcstbe zahlten diejenigen des Großseneschalls. des Lordkämmerers und des königlichen PrivatkassirerS: sie sind alle drei mit 40.000 M. dotirt. Der Intendant des königlichen Hauses hat 25.000 M., der Zahlmeister 20.000, der Eontrolcur 18,000. der Vicekämmercr 19.000 M. u. s. w. Alle die Aemter gehen mit einem Ministerwechscl in andere Hände über. Man kann vielleicht den politi schen Werth deS englischen Parlamen tarismuS nach den Ausgaben bemessen, welche die Nation für denselben macht. Ter Ministerwechscl hat übrigens auch den Ehrendamen der Königin einen Vortheil gebraust: ihr Gehalt ist von 200 auf 500 Pfund (von tt auf 10. 000 M.) erhöht worden, so daß in Zu kunst diese von den Töchtern dcS eng liichcn Adels viclbcgehrten Stellen noch mehr Bewerberinnen als bis jrftt finden werden. Die mit dem Amte verbundenen Pflichten sind kcineZwegs sehr anftrengcnd, aber die im Höfleden erheischte Beschränkung der individuellen Freiheit nebst dem unerläßlichen großen Aufwand für Toilette, der mit zum ungeschriebcnen aber dennoch äußerst streng gehandhabten Gcsch gehört, hat zur Folge, daß jede Ehrcndame zum Minbesten die oben angegebene Summe braucht. Dasselbe Kleid darf selten mehr als zweimal in Gegenwart der Königin getragen werden, und wenn man erwägt, daß die Ehrcndamen täg lich Dienst thun, so kann man sich von den großen Ausgaben derselben leicht ciner Begriff machen. Es sind Na türlich gewisse Vonheile mit der Stel lung verbunden, besonders wenn eine Ehrendame sich verlobt oder verheira thet. Englische Parlamentögebrüttche In London hat jüngst die Vertheidig gung deZ neuen Unterhauses begonnen. Man denke sich, so wird der Kölnischen Zeitung geschrieben, an einen Thcatcrschalter versetzt, wo jeder zuerst bedient sein möchte, oder in ein Garde' rodezimmer nach dem Schluß eines Banketts, wo die Hände gierig nach Hut und Ueberzreher ausgestreckt wer den, so bat man ungefähr ein Bild von den britischen Gesetzgebern, wie sie Gott zum Zeugen für ihre RcichZtrcue anrufen. Allerdings t die Vereidigung von Gib Mitgliedern keine Kleinigkeit. obschon abgemacht war, daß sie in Ab thcilungen von je fünf Mann vorge nommcn werden sollte. Da sah man denn die verehrten und ehrenwcrrhcn Mitglieder sich auf die fünf Exemplare deS Neuen Testaments losstürzen, wobei aar oft dasselbe Ercm plar.bin- unS'hergezogen ward bis eZ dem Starkeren verblieb. Zwei T'che waren rigens mitten in das Unterhaus gestellt worden, aus denen bezagte Exem plare lagen: daneben stand ein anderer Trich für dre, welche blon betheuern wollten, und thatsachlich hatte deren Zahl beträchtlich zugenommen, nicht etwa des wachzendcn Atheismus wegen. sondern werk cs eben leichter und beque mer war. Zu letzteren gehörte auch der schwarze Mann, der Feueranbeter Dadabhai Naoroji; er hatte es mit einem Zcnd Aresta versucht, allein dieZ wollte man nicht gelten lassen. Uebrr gens war er lange nicht so schwarz, wie er gemalt worden. Jedenfalls lange nicht so tchwarz, wie der ! Eylmdcrhut, den er gegen die Vorschriften seiner Rc llgion trug. :t i ' Einer der ersten, die zur Vereidigung schritten, war Sir-Charles Tilcke. er hat als Mitglied! des Geheimrathcs den Vortritt;' dann' käm5 der Gegenstand allgemeiner Neugier, Michael Tavitt. der gewejcne tranmg: mcht der ge ringste Einwand wurde gegen ihn' erho bcn. vielleicht fiel soaar derändedruck den er vom Sprecher erhielt, etwas warmer als gewöhnlich aus. sehr wenig cmpfehlenswerther Weise zeichnete sich der neue Arbeitervertreter Keir Hardie ! a us. Am Tonnerstag langte er im Unterhause ' mit einer rothen Rosette an: am Freitag hatte er sich eine m t i . . . i . r Äfl!muB.JuelcaT,ote,eTifeAium.f)e kommen zum Trotz, beim Aufstehe und Gehen ! aus dem Kopfe s behielt. ' Nach den Traditionen darf sich das UnterbauSmikgiled l die Beibehaltung, der Kopfbedeckung , nur gestatten, wenn eS fitzt, sobald es sich aber erhebt, hat eZ aus Äüzlung vor : dem , Sprecher da Haupt zu entblößen.' Natürlich wnrde das unterfangen , des neuen Arbeiter beglückers vom Sprecher mit dem lang gezogenen Ausrufe: Ordnung. Ord 2iuna.;"i:.gcii!n 4 '"', .,, .;: ,! , m4,i k usm . ' I: al!,j';;j" 's ..,!!!:.

Der Doktortitel.

Humr,ke ton Gustav 7Ztz. So!" sprach Herr Dünnbier halb für sich und ordnete die Stöße lateini scher und französischer Exercitien. Dree Arbeit hätte man hinter sich, und nun will ich mich der Behaglichkeit üborlassen, bis mein Weiblein aus dem Thee zurück ist. Es geht doch nichts über die Gemüthlichkeit l Bin neugierig darauf, ob der m'ir vom Eollegen cm pfohlene kulturhistorilche Roman be: mir dieselbe Wirkung hervorrufen wird. Seit Jahren der erste Roman in mei ner Hand!" lachte er. Doch machen wir unS daran!" Er setzte die Troddelpfeife in Brand, trug die Lampe vom Arbeitstische auf den Sophatisch und machte sich dann halbliegend an'S Lesen. Schon einige Seiten weiter, hatte er Alles um sich vergessen und auch den Verdruß, den er in der heutigen Konferenz mit dem Di rektor wcen einer Prinzipiensrage ge habt. Er achtete nicht darauf, daß er nachgerade zwei Stunden der Lektüre obgelegen, und erst ein hastiges Oeffncn der Thür brachte ihn wieder in die ent rückte Welt zurück. ..Wa as? Schon zurück.Adel. hnd?" fragte er unter einem weitenblick nach der Stutzuhr und stellte sich auf die Füße. Kaum zehn, und das Mädchen hatte Austrag, Dich erst um elf Ubj abzuholen." Wie Tu siehst! Ja, ich bin zurück guten Abend, Fritz!" versetzte sie unter etwas gezwungenem Lächeln. ..Gleichfalls guten Abend. Weibchen!" und er reichte ihr die Hand hin. Doch sage. Dir ist doch etwa nichts zu gestoßen?" Woran Tu auch gleich denkst!" Wenn ich Deine Augen betrachte. Dein ganzes Wesen, das eine gewisse Erregung bekundet erkläre Dich. Adelheids Sonst pflegtest Du in an derer Verfassung aus den Thees zurückzukommen." Sie warf Kapotte und Mantel ad und durchmaß ohne bestimmte Richtung das Zimmer. Dann ließ sie sich in den Lehnsessel am Fenster nieder, und er nahm seinen Platz wieder ein. Wa? Dir vielleicht der Thee zu stark V Die Frau Nechtsanwalt nnd starken Thee lachte sie sarkastisch auf. Oder hast Tu im Essen nicht Vcrsicht geübt ? Wenigstens klagtest Tu Mittags über Appetitlosigkeit. Wie Du auch fragst, lieber Mann ! Hast Du schon je gehört, daß sich bei der Dame Jemand den Magen vcrbor ben hat V Dann hast Du Dich erkältet" Frage nicht weiter, ich bitte Dich darum ! Ich bin durchaus gesund, nur daß ich nicht länger dort nnd lieber zu Hause sein mochte. Lies nur weiter, ich werde Dich nicht stören und nach einem Viertelstündchen schlasen gchcn." Er kam ihrem Wunsche nach, las aber mit steigender Unausmerkfamkcit. Währcnddeß hatte sich Adelheid "in den Stuhl zurückgelehnt und die Arme über die Brust gekreuzt, und bald kam eS in einem stetig vernehmlicher werdenden Selbstgespräch über ihre Lippen: Frau Rcchtsanwalt Frau Doctor Frau Syndikus Frau Oberlehrer Frau Senator Frau Director Frau Pastorin Frau Amtsrichter und dann seufzend: ..Frau Dünnbier Frau Dünnbier Frau DünnbierFrau Dünnbier, Dünnbier. Dünn bicr " Ei. was ist denn das?" fragte er aushorchend. Entschuldige ich meinte nur so -" Doch klang Alles so so komisch, so gar eigenthümlich, möchte ich sagen." 'Möglich, ich will eS nicht bestreiken. Und andererseits war'S durchaus nicht komisch, im Gegentheil möchte man darüber " Sie erhob sich und kam näher. Sich mal. Mannchen, alle Damen im Thee wurden titulirt, und ich allein mußte mich mit leerem Namen begnügen. Und wenn es noch einer wäre wie mein Geschlechtsname Quitzow oder Brabant oder. nun. überhaupt ein Name, der sich hören läßt und dem Ohr wohlgefällig ist! Doch Dünnbier und immer und immer wieder Dünnbier Mann, Tu hättest nur dabei sein müssen, wie die alte, hagere GanS von Syndikus mit Deinem 'Namen umging? Es war nicht zum Ertragen! ÄlS ich mit ihr wegen einer Lappalie nicht Uberein stimmte, bemerkte sie unter zur Schau getragener Freundlichkeit mit nur eben verbaltenem, aber desto beißenderem Spott:' Aber liebste, beste Frau Dünnbier!" Es läßt sich nicht beschrnoen. welchen Inhalt sie mit dem Ton in den Namen legte, und wie darüber die Gesellschaft um ein Haar um den schicklichen Ernst kam. BiS in die Ohrcnspitzen fühlte ich Mich ob der Schmach erköthen. -Und dennoch konnte ich dieser Person nicht mit gleicher Münze heimzahlen, denn sie hat einen Titel und dazu einen wohlklingenden Namen. So blieb denn also, leider Gottes, der Spott auf mir- sitzen, und das Alles ' wegen des abscheulichen Namens Tünnbier! Ja, es; ist ein abscheulicher Name., dieser Name Dünnbier!" stampfte sie unter Thränen, auf. i Er war aufgestanden. Ernst blickte er sie an und versetzte: .t.j' ' Ah. also so kommt's heraus von wegen .Deiner Unpäßlichkeit?, "f." Ja. . Von vornherein, war mir der Name unsympathisch." , , "'C . fs. Und dennoch liefest Tu Dir. vor sieben Jahren meine Aufmerksamkeiten gefallen und wurdest mein Weib?'? " ' : Teine Persönlichkeit ,i , setzte 'mich freilich über den Namen hinweg" ; 1P T ÄlUnpe'M "Lieb und werth bist Tu nur noch doch fage selbst, lieber Mann Staat kann man mit Deinem Namen nicht .:, , ' , l',', " . , , ' . ,'. l, ,,'", , Ml . a..i..... iiiii, i'iü- .!: s..i. ;.; " " machen!" jVJ'ii-S;;! :M.

Mit Deinem etwa?- warf er vor

wurfSdoll zurück. O freüich! Der Name Quitzow har Klang, er gehört einem alten Geschlecht an" Und der'meiniae einem, denen TrÄ ger niemals auf den Landstraßen elen den und verrufenen NSubernen obla gen, sondern die, soweit die Familien Chronik zurückreicht, jederzeit ehrlichem Erwerbe nachgingen. sei'S als Brauer, sei's als Bauer.' Ich räume ein, daß mein Name Dünnbier, gleich den ande ren mit dem Grundwort Bier, wie Suhrbier, Sauerbier, Schmeckebier und so ähnlich, nicht nach dem Ge schmack gewisser Leute ist. Aber, lieber Gott! was kann man dasür, daß man nun einmal so und nicht ander heißt, und daß der Name thörichte Leute zu Spitzen und Glossen verleitet? Ob ein Name einen untergeordneten und ein anderer einen ohrbefangenden Klang hat, ist nach meiner Ansicht schließlich ohne Belang: Hauptsache bleibt die Person, wegen deren Eigen schastcn je der Name sowohl gewinnen, als auch verlieren kann. Ohne mich überheben zu wollen, möchte ich bemerken, daß ich mich nicht erinnerte, man habe jemals mich meines schlichten NamenS wegen aufgezogen und sogar den Schülern ist es nicht beigekommen. meinen Spitzna men und einen solchen hat ja be kanntlich jeder Lehrer danach einzu richten, vielmehr nennen sie mich wegen meines erhobenen Blicks Sterngucker", schloß er lachend. Ja, wenn nur alle Leute so däch ten, meinte sie wie entwaffnet. Ach. die Leute, die Leute!" Und doch, hatte ich Dir nicht mitgetheilt, wie man selbst in ersten Kreisen über gewiffe Namen nicht hinweg kann ohne Spott um die Lippen? Sage, lieber Mann, kann cs Dir recht scw, wenn ich auch fernerhin auf so eigene Art als Frau Dünnbier angeredet werde?" Sie kam auf ihn zu, legte ihre Arme auf seine Schultern, und ihn schmeichelnd ansehend fuhr sie fort: Männchen, alle die Damen im Thee haben Titel und sogar bei der Frau Pastorin vergaß man darüber, daß sie Sonnenkalb heißt sage, goldener Mann, wie w:r's. wenn wenn auch Du für einen Titel sorgtest, wenn ich wage es zu sagen wenn wenn nur kurz und gut, also wenn Du Dir den Dottcr verschafftest, dann würde man bei der Frau Doctor vergessen, daß sie eine Tünnbier ist." - ..Ei. da falle doch gleich ein Stück Himmel ein!" trat et von ihr unter halbem Lachen zurück und pfiff ein Stück Melodie zu einem characteristi schen Tnt. Ich bitte Dich nochmals. Mann!erwiederte sie unter einem Anfluz von Krnäkung. Mann und Frau sind eins! heißt es. Und demnach darf der eine Theil den Wünschen des anderen nicht entgegen sein.Stcissf Du Dich auf dies Wort, so bequeme Dich doch einfach meiner An sicht an." Das mag ja sonst ganz richtig sein, aber in gewissen Dingen hat der Man;, die heilige Pflicht, die Wünsche deZ Weibes gelten zu lasten, und was da bei in erster Reihe gesellschaftliche Stel lung und Takt anlangt, so wirst Du doch jedenfalls einräumen muffen, daß " Nun bitte ich Dich aber ganz ent schieden, bleibe mir mit dergleichen Erörterungen fern. Du mußt wissen, daß mir der Sinn niemals nach Titelge klapper stand, daß ich vielmehr danach trachtete, mich in meinem Amte gewis fenhaft zu benehmen, und ich denke, daß Tüchtigkeit unddaneben Unbescholtenheit mehr Ansehen verleiht als ein Titel. Ein Titel kann nur die ezedankenlose Menge und dünkelhaste Personen bethö ren und bestechen, nicht aber vcrnünstig denkende." Du schlägst mir also meine Bitte ab?" ; wJa!" iDu'bist hartherzig!' Sage lieber, vernünftig! Du bist sogar rücksichtslo Nimm das Wort zurück!" Niemals! Und hätte ich Dich früher von Deiner wahren Seite gekannt nie und nimmer wäre ich Deine Frau geworden," und damit verließ sie das Zimmer und schleuderte die Thür hinter sich zu. Mit bleichen Wanzen stand er dä. Das war der erste und zugleich ernste Streit zwischen ihnen gewesen, und er fühlte, wie ihm das 'Herz gegen die Rippen schlug. Dann schnellte er die Arme von si'ch. als wollte er den Ver druß von sich abthun, und hurtig cni schlössen griff er nach Ucberzieher. Hut, Stock und Hausschlüssel und verließ das Haus. Im Club wollte er das Gleichgewicht in seinem Gemüth wieder herstellen, obschon er gestern auf seine Betheiligung am hentigenStiftungsfcste verzichtet hatte. Erst einige Stunden nach Mitternacht kam er wieder zurück, und als er von dem langen und festen Schlafe erwacht war, gewahrte rr vor dem Bett seiner Frau eine Schale mit kaltem Waster. in welches sie ein Tuch eintauchte, um es sich auf die Stirn zu legen. Tu bist doch nicht ernstlich krank?" fragte - er theilnahmZvoll - und trat an ihr Lager. Sie antwortete nicht., und er wiederholte noch weicher die Frage. O, wenn ich doch erst erlöst wäre!" brachte sie unter einem langen Seufzer hervor. Ich werde zum Arzt schicken' , .Laß das! Was liegt Tir an mir: Ich habe , erkannt, wie gleichgiltig ich Dir bin ! Wenn ich erst n i ch t mehr se in werde," dann wirst Du vielleicht zu der Erkenntniß kommen,' wie Tu Tich an Mir ,, versündigtest.., ,z Aber,' vergeblich wird Dein Rufen ' an meinem arge und an meinem Grabe sein sühnen zu wollen; vsn Reue gefoltert. , wirst Du wehklagen: O, hätte ich von meiner Adelheid doch jeden Verdruß serngehal ten , und ihr nie : einen heißen und ge , ' ' :: ; :" .V , '1 l.rf i:'!;1'"1.: .'!': 4: .i'.Jif :i . I,:.:. J

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rechten Wunsch versagt, dann wäre Ziö mir erhalten geblieben und mcht an gebrochenem Herzen gestorben! Zu spät zu spät!" Verlaß mich, ich verzichte auf den Beistand eines gefühllose ManneZ!" nd damit tauchte sie das Tuch abermals ein. Liebes Kind. Du sprichst im Fie der!" sagte er mit nsicherer Stimme die feine Besorgnißverrieth. Mein Bewußtsein ist klar," antws? tcte sie langsam und kehrte ihr Gesicht nach der Wand. Gleich darauf wim merte ,'ie: Mir ist zum Sterben ich sterbet RathloZ beugte er sich über sie. doch wehrte sie seine Nähe matt mit der Hand ab und schloß, von einer Ohnmacht be fangen, die Augen. Adelheid, liebstes Weib Auguste. Auguste!" rief er aus der Thür. Schnell zum Arzt, Auguste! Mein Gott, nun mutz auch das Mädchen nicht da fein, und ich kann ja doch nicht selbst zum Arzt, während mein Weid gefährdet daliegt!" Er kam wieder an daS Bett, und kosend rief er: Weibchen, verlasse mich nicht, stirb mir nicht!" indem er sie innig umsing. Endlich vernahm er Athem, dann sah er die .Lippen sich bewegen, hierauj vernahm er gebrochene Worte und end lich; mein letzter Wunsch ward nicht." Ja, w, ja. er foll doch erfüllt wer den. wenn Du mir nur erhalten bleibst!" sprach er angsterfüllt in sie bimin, und als sie die tiefe Ohnmacht wieder verlassen hatte, brach er in hellen Jubelaus. Du wolltest, lieber Mann?" fragte sie im Tcne einer Heiligen. Ja. und dreimal ja! Ich wiederhole es bist Du mir doch über Alles theuer. Sage, ist Dir schon etw besser?" Etwas." Wenn Du Dich nur bald wieder er holen möchtest!" .Ich denke," lächelte sie matt. Einige Monate später befand siä Frau Adelheld Dünnbier, geborene van Quitzow, in seliger Aufregung. Eine Sendung von der Universität war cingetroffen, und darüber vergaß sie die Pfanne im Bratofcn. Endlich, endlich und cZ wa? doch nur ein halbes Stündchen kam ihr herbeigesehnter Mann mit Büchern unier'm Arm auZ der Classe. Nun." fragte cr. ob ihres lwchrotbm Gesichts und der glänzenden Augen b troffen auf dem Flur stehen bleibend. Nun, sragst Du?" erwiderte sie, und ihm stürmisch um den Hals fallend, jauchzte sie auf: Herr Doctor. Herr Doctor!Ah so!" schmunzelte er über ihre Glückseligkeit. Ja. ja da auf dnu Tische und halb versteckt gewahre ich das Diplom. Ein theures Stück Papier. Theuer, meinst Du? Gewiß theuer, aber in idealem Sinn! Tie Bagatelle von vierhundert Mark läßt sich' zchii ersparen." Es wurde uns allerdings schwer ge uug. aus den Schulden hercuSzukom men. welche bei gegenseitiger Mittellosigkeit die Einrichtung der Wirth schaft " .Wer aber wird heut? trockene Ercm pcl aufstellen! So. jetzt ein stslies Gesicht aufgeseht. Herr Doctor. nein, so ungefähr, wie ich es Dir vormache so mag'S angehen, und nun thu' mir den Gefallen und rufe mich an: Frok Doctor!" Frau Doctor!" Wie hübsch daS klingt! Und wie dZlange und hämische Gans von Frau SlmdiluS wohl pustsin wird, daß jje mich nun tituliren muß! Wart'. )it soll noch heute eine gesegnete Mahlzeit haben." Sie huschte hinaus und gab dem Mädchen den Auftrag: Eine weiße Schürze vor. und dann hm zu der Fraw Syndikus und bestelle: Eine Empfeb lung von Frau Doctor" Von welcher Frau Doctor?" Nux von mir! Ter Herr ist jet Doctor geworden, und mich sprichst Du von tPft an natürlich als Frau Doctor an also: Frau Doctor ließen eine Empfehlung ausrichten ja", grü belte sie, was bestelle ich denn eigentkch? alfo, eine Empfehlung. Frau Toc tor ließen für einige Stunden um ge fällige Ucberlasfung deZ HäkelmustcrS bitten." Und die Küche verlassende lachte sie in sich hinein: Wie die Person wohl fauchen wird, daß sie mir nicht mehr ihre Krallen einsehen kann. HerzenSmann", redete- sie dann in der, Stube diesen an, ich denke eben dar der nacb. daß dem Akte auch die gebühr rende Weihe gegeben werden muß. Uebermorgen ist mein Geburtstag; ich hatte anfänglich vor, ibn bescheiden in einem kleineren Tamenkreise zu vcrleben; indeß meine ich, daß Du mit mir; einverstanden sein wirst, wenn wir bet uns eine große Gesellschaft unter Zu" ladung von Herren veranstalten." MeinctlregeN," erwiderte rr erge bungsvoll, ohne aber in Anbetracht derz Wonne seiner Frau die Äiene zu ver ändern. Doch als er endlich aLcm war. seufte er laut auf: Doktor wäre man nun ja wäre man nun auchi gescheidker? TaS Geld, das schöne efc a die Weiber!" Aufrichtige Freundschaft Nimm mir nicht übel, liebe Weib chen. aber in Deiner heutigen überlade nen Frisur bist Du um 1 Jahre öllerN Ah, darum bat mich meine Freundini 'iü 'a so oft versichert, daß ich darin uu ly Jahre jünger üLSseh?!" . ; Bericht. Der Bürgermeister eine kleinen Ortschaft schickt an die Gemeinde zeitung einen kurzen Bericht über den; Brand des herrschafMcheu SHlosieZ undi schreibt . unter. Anderem: Bon , , den Schweinen Miben.bttnßZnsturz-de5 StalleZ IG Stück mehr oder " weniger gktödtet. .

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