Indiana Tribüne, Volume 15, Number 356, Indianapolis, Marion County, 11 September 1892 — Page 4

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Fndiana Tribüne. Erscheint zNglich und Sonntgs. Di?sgliche Tribüne" kostet durch den Träger li (Sem per Woche, die SonNtagS-.Tridüne'' b Imt4 perWosr. Beide usamme lSEent der B5 (Je ntS pr Monat. Per Post igeschickt in Vor znsbezehwng ' per Jahr. Osffce : 130 Ost Maryland Strafte. Indianapolis, 3nd., 11. Sept'bcr '92. ttÄtftNNtg. CriIarj oaS m tütn tm ff. Graf Kerynk, Wir hatten eben das Ecldspind zuge schlössen und ich hatte meinen Schlüsse! in die Tasche gesteckt ich bin nämlich der Leiter der Filiale der Breslauer Berg Bank in Beuthen hatte den Ueberzie her angezogen und meinen Hut genom' eiert, als Jemand eilig eintrat. Komm ich noch zur Zeit?" Ich schütteile den Kopf. Zum Teufel," sagte er, ich muß in einer halben Stunde nach Berlin und will noch vorher einzahlen." Thut mir leid, aber wir können kein Geld mehr annehmen." WaZ soll ich aber thun?" erwiderte er. Ich habe an Ihre Centrale 30,000 Nm. zu remittiren ; es sind Wechsel in diesem Betrage von mir dort domicilirt, und wenn ich es von Berlin aus schicke, kommt das Geld zu spat ; die Post ist schon geschloffen. Sie müssen telegr' thuen, daß der Betrag hr liegt." Der Sprecher, Fabrikbesitzer Holz, war ein seh? guter Kunde. (23 wäre eine Thorheit von mir gewesen, das Geld ;u rückzuweisen, weil es nach Kassenschluß war; ich überzählte es also und da ich den zweiten Schlüssel zum Tresor nicht batte, -legte ich es vorlausig in mein Pult. Kommen Sie und trinken Sie ein Seidel mit mir bei Dolmetsch," sagte Hclz. ':. Dolmetsch war nur ein paar Schritte von unserem Comptoir, ich hatte jeden sehen müssen, der hineinging, so begleilere ich also Holz dahin ; wir tranken ein Glas Bier und dann ginz er nach dem Vahnbvf und ich heim. Ich hatte näm llch die Gewohnheit, 'auf dem Nachhause Wege Abends noch bei Dolmetsch einzu kebren und so war ich fast bei unserer Wohnung angelangt, ehe ich mich an daS Geld erinnerte. Es war äraerlich, denn wir hatten eine kleine Gesellschaft, die erste seitdem wir verheirathet, und ich hatte versprochen, zeitig zu Hause zu sein, um ein bischen zu helfen. Es war 8 Uhr und ich mußte den ganzen Weg zu rückgehen. Ich rannte so schnell ich konnte, fand aber zu meiner Erleichterung daS Geld richtig in meinem Pult. Sagen Sie Herrn König" - König ist mem !ttprocurist wandte ich mich an den Lehrling, der mich einließ, daß ich den zweiten Schlüssel zum Tresor brauche." Wem brauchen Sie den Schlüssel setzt noch V fragte der freche Junge. Ich war wüthend ; ich kann mich überhaupt mit diesen Schl?fiern nicht stellen, wenn An sie etwas fragt, antworten sie mi t iner anderen Frage. Um das Tresor zu öffnen. Dumm k-pf! Wo ist Herr König V Wissen Sie nicht, wa er ist?" Dann würde ich Sie nicht danach fragen." Er ist doch bei Ihnen zur Gesell schaft." Daran habe ich gar nicht gedacht ! Ich konnte das Spind nicht öffnen und das Geld in meinem Pult zu lassen, ging doch auch nicht an. Ich steckte es also ein und beschloß, eS König zu geben nebst meinem Schlüssel, damit er auf dem Nachhausewege noch in's Bureau ginge und das Geld weglegte. Äls ich nach Hause kam, war ich in schöner Verlegenheit. Da ich geglaubt hatte, mich umziehen zu können, bevcr einer der Gäste eintraf, hatten wir unser Schlafzimmer als Garderobe für die Da mm eingerichtet, wo sie ihre Hitte und Mäntel ablegen konnten u. s. w. Das Zimmer war nun voll von Hüten und Nappen und Shawls und eine Dame batte sogar ihre Alltagslocken über dem Spiegel aufgehängt. Meine Sachen lagen zwischen diesen weiblichen Verhüllungen und ich mußte sie darunter hervorsuchrn. Eben war ich dabei, in meme Beinklei der zu fahren, als die Klingel laut er f.hcll. Ich hörte meine Frau in den llorridcr kommen. eS waren ' nämlich Graupe's, unser Stolz, sie hatten einen eigenen Wagen und lebten auf großem Fuße. Wie freundlich von Ihnen, zu kommen, liebe Frau Graupe," sagte meine Frau, indem sie sie küßte, ich konnte es bis in mein Zimmer hören. Wie reizend Sie alles arrangirt ha ben ! Ich kann es niemals so hübsch gemacht bekommen, trotz meiner großen Dienerschaft." Bitte, gehen Sie in'S Schlafzimmer, Ihre Sachen abzulegen, ich muß zu meinen Gästen zurück." In's Schlafzimmer l Da stand ich und versuchte vergeblich, m mein zweites Ho senbein zu gelangen. Ich hatte nämlich die Beinklerder seit unserer Hochzeit nicht getraaen und war rncht dunner lnzwl 'chen geworden. Die Thür des Zimmers ging nicht zu verschließen, ich rannte also hm und stemmte mrch dagegen. AVer t hatte veraenen, daß die Thür sich na außen öffnet ; sie ging auf und ich siel uxt lautem Schrei m Frau Graupe s Arme. Tableau! Die Wtusik begann schon im Salon. als ich in's Zimmer zurück humpelte. Ich verbarg meinen Kops : zwischen deu Hüten und Muffs, die auf dem Bette Ia gen, und weinte beinahe ; ich war ein so zart besaiteter Mensch. Ja, eS beschämte mich vttl mehr als Frau Graupe, denn sollte man es glauben? sie erzählte die Geschlchte der versammelten Gesell schafr, begleitet von Pantomimen, und als ich mich spater rm ealcii zeigte. wurde ich mit unauslöschlichem Gelächter empfangen. Ich sagte rhnen, daß den Schlesiern jedes feinere Gefühl man? ff . W m 4 .geue, aoer t laqten nur um o mehr. Die Gäste waren fort, die.Lichter aus

iX"7WiVfiSjWra MM'tiiC.nT'i 'in" il i I iiiuiiT. Ji löscht, ich war eben im Begriff, in's Reich der Träume hinüberzuschlummern. -

als em Geräusch mich aufschreckte. Zu erst war ich nicht klar darüber, ob ich wirklich etwas gehört oder nur geträumt hatte ; ich richtete mich auf und horchte. Waren es nur meine aufgeregten Nerven oder sind das wirklich Schritte? Jetzt aber unleugbar wird eine Thür vorsich tiz auf und wieder zugemacht. Wie ein Llitz fährt der Gedanke mir durck'sHirn die 30,000 Rm.! In dem Lachen und Tanzen und Necken hatte ich nämlich ganz vergeffen, daß diese Summe in mei nem Besitz war und ich hatte sie in der Tasche meines Ueberziehers stecken lassen, der im Corridor hing. Mit einem Sprung war ich aus dem Bette und i kinem Augenblick in dem Corridor, Gott im Himmel, der Ueberzieher war fort ! Die Thür, die ich sorgfältig verschloffen, war nur in's Schloß gedruckt. Ich suchte im Hause, im Hof. ich lief auf cie Straße hinaus, vergebens ! ES war eine dunkle, feuchte Nacht, die Laterne an der Ecke warf ein trübes Licht, machte aber die Gegenstände erkennbar, doch nichts war zu sehen, eS war still und einsam. Das Geld war fort, gestoh len ! Ich wiederholte diese Worte me ldanisch, als ich in's Haus zurüc?ng und in's Bett kroch. Das Resultat die ses Verlustes stand deutlich vor meiner Seele, Entlastung, der Ruin aller meiner Aussichten, der vollständigste ö!mn! Was sollte ich thun ? An wen mich wenden? Der Schlag war so plötz lich und schwer, daß er mich beinahe im fähig zu denken machte. Mein einziger Wunsch war nur, einzuschlafen und nie wieder zu erwachen. Aber der Morgen wird kommen und mit ihm das Elend ! Ich weckte meine Frau sie hatte die sanze Zelt ruhig geschlafen. Ellse," sagte ich, wir sind ruinirt, Diebe sind Üuv'''Tch:V Diebe," schrie sie, zwo ue noq da?" Nein." Gott sei Dank, dann sind wir ja sicher ! Was liegt an allem anderen, so lang unfer Leben nicht bedroht ist. Aber mem Regenmantel hängt rm Eorrwor. oh bitte, sieh' nach, ob sie den nicht ge nommen haben." Hätten sie nur den gestohlen, statt mei nes Ueberziebers ! Ich erzählte meiner Frau die Geschichte mit den 30,000 Nrn. Erst wollte sie es nicht glauben, dann brach sie in bitterste Klaaen aus. Aber nach einer Weile faßte sie sich wieder. Du mußt sofort nach der Polizei, Al bert," sagte sie, sie müssen überall hin telegraph:ren, nach Breslau, nach Ber lin, überall. Geh' ohne Zeitverlust, augenblicklich ! Jede Minute Verzöge rung kann unseren Ruin herbeiführen." Ich rannte nach der Polizei. Als ich dem Jnsector die Sache mittheilte, sagte er: Ich glaube, ich weiß, wer de 2)uv ist." Oh, Gott sei gelobt, dann können Sie ihn also gleich fettnehmen lassen und rch werde das Geld wiederbekommen. Ich will nur das Geld, Herr Inspektor, den Mann selbst können Sie laufen lassen. Ich will ihm sogar noch etwas für ferne Mühe geben, tomn ich nur das Geld wiederbekomme!" Herr," sagte der Inspektor, die Po lim ist nicht dazu da, den Leuten zu Geld zu verhelfen. Seien Sie froh, wenn wir Äle m Nuhe lassen, die Sache sieht sehr verdächtig aus. Und dann, wie kann ich den Mann festnehmen lassen, welchen BeWels haben Sie oder wir i" Ich mußte zugeben, daß ich nichts be weisen konnte, worauf mich der Jnfpector verächtlich ansah. Lauen Sie uns etwas näher auf die Sache eingehen. sagte er, nachdem er einige Notizen ae macht. Wie so wüßte überhaupt Je mand, daß das Geld bei sich hat ttn?" Ich weiß es nicht." Aber ich weiß es," sagte der Jnspec tor. Sie gingen wahrscheinlich noch in dieKneipe, nachdem Sie das Comptoir verlassen ?" Ich mußte zugeben, da& ich das gethan hatte. Auf düse Weise werden die meisten Diebstäble veranlaßt. Wahrscheinlich waren Sie nicht allem dort ? Aha, das dachte ich mir. Und vielleicht un terhielten Sie sich mit Ihrem Freunde? Jawohl." Und erwähnten etwas von den Ger?e." Sehr möglich." Dann faß der Dieb wahrscheinlich am nächsten Tische und hörte alles. Er folgte Ihnen nach dem Comptoir, und da Sie keine Vorhänge, sondern nur Eisen stäbe vor den Fenstern haben, kann na türlich jeder sehen, was Sie thun. Der Dieb sah also, wie Sie das Geld nicht in's Geldspind verschlossen, sondern ein reckten, er folgte Ihnen nach Ihrer Woh zung, verbarg sich im Hause und nach, em alles ruhig, führte er sein Stückchen lus. Es ist klar wie die Sonne. Und sann kommen Sie zur Polizei und wir 'ollen Ihnen wieder zu Ihrem Gelde ver' zelfen." Aber wenn Sie den Dieb kennen, varum wollen Sie nicht wenigstens nack 'hm schicken?" Wir wissen allein, was wir zu tbun haben, mein Herr, das überlassen Sie ins nur. Wir werden ihn schon bekom nen, wenn nicht für den Diebstahl, so zoch für den nächsten, und dann werden rir es ihm einbläuen." Weiter konnte ich nichts erlangen, der Vlann war, wie alle Schlesien dickköpfig, venn auch gewissenhaft. So ging ich enn heim, elend und verzweifelnd. Der 5az begann zu grauen und die Sonne beleuchtete die Unordnung, die das ge Arige Fest in unseren Skäumen geschaffen. Zieste von Hummersalat, Hühnerknochen, Eingemachtes und der Geruch vonMein nd Bier. Ich setzte mich nieder in all' Der Unordnung, lehnte meinen Kopf aus meine Hand und starrte in dumpfer Sleichgiltigkeit vor mich hin. Plötzlich sah ich mich jm Sp!egel und sprang auf. Jett im Hmmel, Mr dieses ,lende, 'chuldlge Gesicht baö meine? Konnten zin paar Stunden einen Menschen so ver ändern? Ich sah wie ein Verbrecher aus und Jedermann wird Mich auch dafür halten. Wer wird die Geschichte von dem Tiebstahl glauben ? Der Inspektor selbst hielt's für eine Erfindung, sonst väre sein Benehmen ein anderes gewe len. . Ick werde lür's Leben aebrand

tarn vor meinen Mitmenschen dastx jen.

Meme mau war inzwischen ausae tan den, sie brachte Ordnung in die Verwir mng der Stube, beruhigte mich etwas nd überredete mich, das frühstück mit hr zu theilen und ich suhlte mich wirklich .'in wenig besser, nachdem ich gegessen und getrunken. Albert." sagte Elise, Du mußt so. ort nach Breslau und mit den Dircctoken sprechen. Es ist besser, sie hören es don Dir, als von einem Anderen, erzähle hnen ausführlich, wie sich alles zugetra en. z$ war oocy nur eme cacyiaing' eit, vielleicht verzeihen sie Dir und entlassen Dich nicht." Das Ware allerdings das Beste' antwortete ich, aber wie soll ich hinge anaen ? Ich habe kcm Geld, diese unglückselige Gesellschaft hat den letzter Thaler verschlungen Borge welches von önrg." Er hat selbst nichts, er bat mich ae ftern, ihm zehn Mark zu leihen, was ich natürlich nicht that, well ich sie nicht be laß." Der geneigte Leser wrrd denken : Der Äcensch wer sich auch aar nicht zu hel fen, warum versetzt er seine Uhr nicht ? Die Wahrheit zu gestehen, diese befand sich schon sert voriger Woche oerm Pfand leiher. Es war vielleicht Unrecht, unter solchen Verhältnissen eine Gesellschaft zu eben, aber m lwer Taaen war mern(Äe halt füllig, und dann wären wir wieder obenauf gewesen. Weißt Du was. Albert," sagte meme f & n p 4 i r . ixrau, verlause oem Ptanolelyer die Uhr, sie muß wenigstens hundert Mark erth sein, denn sie hat zweihundert gestet. Du vast nur dreißig darauf be !ommen, vielleicht giebt er Dir noch Sreißig ; oder verkaufe den Pfandschein. Ja, aber erst den Pfandschein haben ! Er war natürlich in meiner Brieftasche, sie in dem gestohlenen Ueberzieher steckte. Aber manchmal giebt der Pfandleiher einen anderen Schein, wenn der erste verloren gegangen, und Kothe war ein inständiger Kerl und kannte mich seit lange. Ich folgte also meiner Frau und zing hin. Es war mir zu Muthe, wie ttnem Verbrecher, aber ich bemühte mich zleichgiltia auszusehen. Kothe," sagte ich, der Pfandschein, Sen Sie mir sur die Uhr gegeben haben ist fort, er ist mir gestohlen worden." Ist er wirklich fort?" sagte Kothe mi' Ich lauem Lächeln. WaS wollen Sie damit sagen V schrie ich, scuerroth tm Glicht. Jedermann schien mich zu beargwohnen. Er war vielleicht fort, aber jetzt ist n sicher, ich hab ihn hier." Sie haben ihn? Woher?" Vor 'ner Stunde unaesähr kommt ein Rm zu mir und sagt : Was wollen Sie mr für den Pfandschein geben ? Wie ich den Schein ansehe, erkenne ich sofort, daß :s Ihrer ist, ich betrachtete mir also den vZenschen näher und sage : Sie haben den Schem nicht aus ehrliche Wetze er orben." Und Sie baben den Burschen festge halten? Ist er im Gefängniß? Sie sinr em cavitaler Kerl, othe." Nee, das habe ich nicht gethan. Dew ken Sie, ich werde einen Kunden in Uw gelegenheiten bringen? Ich weiß, ei wäre Ihnen sehr unangenehm gewesen, wenn Ihre klemen Geschäfte mit mrr be kannt würden. Ich nahm also den Schei und sazte nur: Ich werde nach 'nem Schutzmann schicken, und fort flog er, tarn aeiaat." Ich sank auf einen Stuhl nieder, ver .ij.t. IllUUi. Und er nahm nicht einmal das Geld mit," fuhr Kothe fort, daS ich ihm auj den Ueberzieher geben wollte." Was sür einen Ueberzieher?" schrie ich, auswrmaend. Einen sehr netten, braunen Uebw zieher, den er versetzte. Er würde Ihnen pauen, glaube ich. Da rst er." Es war mein Ueberzieher, in mein eigenes Halstuch eingebunden. Ich riß das Bündel auf, fühlte m die Bruw rasche, da war die Brieftasche und in ihr heil und unversehrt die 30, 000 Rm. ! Wie ich nach dem Comptoir gekommen bm, ob auf memen Bemen oder aufFlu geln, weiß ich nicht. Und nachdem ich das'Geld diesmal sicher verschlossen, eilte ich nach Hause. Elise sah mir sofort an, daß Alles in Ordnung, und wir führten gemeinsam einen Freudentanz durch die ganze Wohnung auf. Mem Dieb war also nicht der Schlaukopf gewesen, zudem ihn der Inspektor machen wollte, sow dern, wie es scheint, nur ein ungeschickter Anfänger in seinem Fach. Hätte er sich die Mühe genommen, die Taschen der Brieftasche zu untersuchen, d wäre er jetzt ern wohlhabender Man wenn man ihn nicht bekommen hätte und ich wäre vollständig und verdientermaßen zu wrunde gerichtet. Französische Heixathen, Daß in Frankreich die Ehen in bey höheren Klassen der Gesellschaft meist nuz von Eltern und Vormündern arrangirt Convenienzehen sind, ist zu bekannt, um besondere Erwähnung zu verdienen; be fremdlicher ist eS dagegen dem an deutsche Sitten und Verhältnisse Gewöh iten, daß sogar in Bürger und Ärbeiterkleifen ber der Wahl der künftigen Lebens fährtin fast ausnahmslos das Interesse entscheidet. Die Heirath ist selten etwas anderes als eine Art von Kausvertrag und man scheint dabei von der Ansicht auszugehen, daß, wie der Appetit beim Essen, so auch die Liebe sich rn der Ehe kmnnoen weroe. Wünscht ein unternehmender Laden-. gehilft die errungenen Kenntnisse für eigene Rechnung zu verwerthen, so sieht n uch vor auem nach emer mau um. deren Mitgift es ihnr ermöglicht, sich zu etaburen. Soll der mnae Bauer das von seinem Vater ererbteGütchen antie len, so halt er erst vorsichtig Umschau unter den Dorfschönen, welche von diesen ihm das beste Stück Äckerland zubringe, und bei annähernder Gleichheit' der Chancen ist dann zehn gegen eins zu rvetten, daß er diejenige wählt, deren Aecker den semigen am nächsten liegen. Der junge, noch unbekannte und unqenannte Advokat wirbt um ein reizloses Mädchen in per Voraussetzung, daß deren einflußreicher , Vater das samgr tbun c .'.' , . '" ' " roiip. um oen eorgeuraen cowleaerroon

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zu emer Ztt der Potilik aeucnven Hericn-1 lichkeit zu machen, während der strebsame Architekt, dessen Dienste noch nirgends gefordert worden, eine Dame freit, deren Vetter die Vergebung städtischer Bauten in der Hand hält und der Mann von Welt überhaupt erst dann daran denkt, eine Ehe einzugehen, wenn seine Verluste beim Turf zu einer Höhe ange' wachsen sind, wo eme Begegnung mit seinen Gläubigern anfangt, unbequem zu werden. Die Heirat ant eben als em Tausch Handel, bei welchem jeder der Betheilig ten möglichst auf seinen Vortheil bedacht rst; die Jnsceniruna varurt le nach den Verhältnissen, doch der Kern der Sache bleibt stets derselbe; hier giebt em? alte Erbtante den Ausschlag und dort das Wappen auf dem Wagenschlage. In der Amtsstube des Notars werden die gegenseitigen Forderungen und Zuge ständnisse von den Bevollmächtigten er wogen, verglichen und festgesetzt, und während dessen bemüht sich im Vorzimmer der Heirathscandidat im schwarzen Gesellschaftsanzug und untadeligen Gla es Eindruck" auf das Herz der Erko renen zu machen. Daß t eine Partei sich dabei Übervortheilen ließe, kommt nicht vor, und wenn der glückliche Bräu tigam nachher seinen Freunden von seinen frohen Hoffnungen spricht, zählt er jedenfalls zuerst die materiellen Vortheile auf, die ihm aus der projectirten Heirath erwachsen, wogegen die Braut im Kreise ibrer Jugendgespielinnen frohlockend mit theilt, wie hoch sich in Zukunft ihre Putzrechnung belaufen darf, in Anbetracht des reichen Nadelgeldes, das ihr von dem künftigen Gatten ausgesetzt worden. Zur Illustration des Gesagten dient wohl am besten folgendes Geschichtchen aus eik.em Pariser Cafe. Alfons B. theilt seinen Freunden mit, daß er sich in der kommenden Woche zu - verheirathen gedenke: Ein hübsches Mädchen, gute Familie , wohlerzogen für den Anfang ist uns eine Nevenue von jäbrlich 40M0 Franken bewilligt." Die Freunde drängen sich glückwünsckend um ihn, da rollt ein eleganter Zweispänner vorüber, und Marime A., ein alter Freund von Alfons Ä., bemerkt diesen und winkt ihn mit lebhafter Gebärde tzeran. heda, Alfons, alter Knabe, hast Du schon ge hört? Ich werde m,ch verheil atbm. Vier Millionen, mein Lieber, vier Mil lionen ! Gelt, das läßt sich hören!" Ein Gruß mit der feinbehandschuhten Rechten und der Wagen rollt werter. Mit langem Gesichte tritt B. in das Case zurück und berichtet das eben Vernom mene: Meine Verhältnine -sind nicht schlechter als die Marimes ! Ich habe mich übereilt, aus der Sache kann nichts werden! Hol der Teufel die ganze Ge sch ichte!" Mädchenhandel. Die Wiener Polizei forscht eifriq nach einem Individuum, das verdächtig ist. junge Mädchen nach dem Orient ver kauft zu haben. Die Wiener Bchör den wurden, wie das JB. T." berichtet, durch die österreichische Botschaft in Konstantinopel auf das Treiben dieses Mädchenhändlers aufmerksam gemacht, welcher bei der Ausübung seines schänd lichen Handwerkes einen eigenthümlichen Weg einschlägt : er heirathet nämlich feine -Opfer unv verkauft sie sodann. Vor Kurzem erschien im dor tigeri Botschaftsgebäude eine ungefähr ychtzehnjährige Frauensperson U7ld bat thranenden Auges um Schutz. Sie gab gn, daß sie Olga Püß, geborene Jampol, heiße, die Gattin des Wiener Getxeidehändlexs German Püß und soeben aus dem Harem eines Kaffeehandlers tntsloyen sel. Auf die Frage, w'.elo sie als Gattin eines Wiener GetreidehZndlers in einen Harem komme, erzählte die außerordentlich schöne junge Frau ihre LeidensgeschichteIm' heurigen Frühjahre kam nach dem Dorfe Jablonowska des lubliner Gouvernements, ihrem Heimathsorte, ein fremder Mann, der sich in ihrem Elternhause als German Püfc einführte und angab, ein reicher Getreidehändler in Wien zu sein. Nach kurzer Bekannt schaft warb er um ihre OlgaZ Hand Und kurz daraus fand die Hochzeit statt. Während jhres, Brautstandes hatte sie mit ihrem Verlobten , correspondirt. Die Briefe hatte sie regelmäßig nach Wien, nur ein einziges Wol nach Budapest adrefsirt. Die nähere Adresse hatte sie vergeffen. Ter angebliche German Püjmachte Mit seiner jungen Frau die Hochzeitsreise über Wien, wo nur auf- wenige Stunden Aufenthalj genommen wurde, nach Konstantinsvel. Hier befand sie sich, als sie eines MoraenS 'frwachle.' in einem" fremden

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ftaiile unter ihr ganz unverannicn Leuten. Wie so sie dahin gerathen, das konnte sie nicht angeben. Sie wollte aus der Wohnung eilen, doch .vurde ihr beveutet, daß sie als Sklavin nnes hohen türtischen Beamten das Haus nicht so ohne Weiteres vcrlape" öilne. Nun wurde der Unglücklichen erst klar, daß sie das Opser eines Schwind iers geworden sei und sich in einem Ha rem befinde. Von dart aus wurde sie mehrmals in andere Harems verkauft, wo sie vielfach Mißhandlungen ausge setzt war. weil sie mehrmals' vergebliche Fluchtversuche machte. Der letzte ist geglückt.' Von diesem Falle wurde sofort die russische Botschaft verständigt, welche über ähnliche Vorkommnisse an der österreichisch-russischen Grenze schon unterrichtet war und Olga Jampol wurde unter russischen Schutz genom men. Die österreichische Botschaft brachte die Angelegenheit zur Kenntniß der Wiener Polizeidirektion, welche nunmehr genaue ?ja'chforschungm nach dem Getreivehlndler German Piiß" anstellt. lin Getreideh'indler dieses Namens existirt in Wien nicht, allein die Erhebungen haben zu Tage geför sert, daß sich ein Individuum', auf welches die Beschreibung, welche die unglückliche Olga Jampol von ihrem hatten machte genau paßt, zu wiedcr doltenmalen unter den verschiedenster! IZamen in Wien herumgetrieben habe, dieser Akensch soll schort mehrere Md? chen geheirathet haben, um sie darin, nach dem -Orient sn esneu Hqr?m z:' 'erkaufen. Werth einer Schachtel eine Guinea. t Schläfrig. ! Ist em Mann deZ j Tag? Über ichias.Z rig. nachdem er die!! Nacht gut gejchla fen, so zeigr daS auf Unverdaulich-,' Kit und auf einen!! ii trankenMagen hin. mmmn ID 1 1 I Q werden, tudem ffe dZe bat j lr Ihi tau evsttt dttftodfknden Ab. i sonderungen entfernen. aVLe bxUbhtt und ner. ! vösea Bkschmnde heile nd Migräne schnell ' ' linderi. ', Qit eitet geschmacklos n) nfla.'tarrs $Z2t , . ifcwr. i BelftHfii Vpo:l,e?ern. Pre SZc. dle ?chach:el. ' : Ne ork Devot: S65 anal Ekr. ' i'ioiiin Eil fein 1- nra, d tt our:lW iinio.vevrk. nuiillT uil hutvuraWlv, tjr lla.M -sf i iihrr ownjr or jl.l.nil in :hrli luolilir., Iit-re thrj Ur.AtJ m tut do tbe wwk, , F.r to Iran. V suraiib rrlhior. Wt M.n rou. No ritk l'uu nu üttui

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