Indiana Tribüne, Volume 15, Number 356, Indianapolis, Marion County, 11 September 1892 — Page 3
.v?fi:
mi'i;!;!;:' r:lil:iil!!:!lif!lK:!l!:!:!:fii: '"f!? jifli l?!!111!
it
, . ur, y
"iffi.ÄHltl,
, , , .- vm- i-uti r - .1 - J T I TlT-m HM 1 1 Ein Verbrechen. f fH'ciiBrlTsrs-n on JRftnal Vaenet. (11. Fortsetzung.) Ich habe mir inimer gedacht." sagte daß Sslint AldZn der Mann war. Jifccr was veranlaßte ihn. Sie und Ihre Jvrau gegen mich zu Hetzen? Ich be i&tn niemals Böses gethan." ttimncn Sie das nicht errathen? sagte der Sträfling. ..Ich bin gleich daraus verfallen. al er zu nur lam und sagte- Jckob. es ist ein Vermögen in gönnen, und Du mußt mir dazu ceitelten." habe einen Verdacht." widerte fcower. aber ich möchte die Wahrheit oon Ihnen selb?: hören." Nun. es hänselte sich um feinen Freund, den reichen Menschen, mit dem rr 'o eng beireundet war. und dessen Wiiiire ex spate? heirthele." .S:e mkinen Mister (Mo? ..ichkig! Aber Sie waren im Wege und ich und ms ine Frau jcLlteii ü f c i : i c n . , ; : :' ' ' ' i : ,. ,,. , ...ch war im Wege? In, c3 ist eine schändliche Ge. schichte!" flüsterte der Sträfling, der Reiche starb sehr plöklich. nachdem Sie jort ivann." Woran si er o er? Haben Sie ge hürt. -ruie man feine Krankheit genannt hat?" fragte Äobert. in kalten Schweiß zusdiechend. bei di-ser Bestätigung sein:3 schwärzesten LcrdachteZ. Unterleibsentzünduna nannte man es. E dcs'.cl ihn eines TageZ plötzlich; a:n nachnen Tage war er todt." Richtig, das war das Arsenil," mui'.nctteÄobert vor sich hin. Was für ein Dummkopf war ich doch, düj; ich nicht gleich von Ansang an daran socht?. Wer hat ihn behandelt, als er trank war?" fragte er. Der alte Arzt derselbe, bei dem Sie enreien. warm." .,D?ttor Merritt. Und hatte dieser keinen Verdacht ?" Nicht im Geringsten, er fand Alles in Ordnung. Der Tcdtmschnn würd? ausgestellt die Beerdigung fonv statt. Älles in Ordnung, wie ein Uhrwerk! ÜUx ich kannte Eharley. und erinnerte mich daran. waZ er von uns verlangt hat!?. Ich wußte Alks besser!" skert Perser hörte mit klovscndem herzen zu und verfiel in Nachdenken. Alles war so klar, wie der Tact; hun dert kleine Einzelncheiten. welchen er hin Gewicht beigelegt hatte, fielen ihm ieftl wieder ein. Saint Alöans häusigeBefuche in Mr. Gallos Haus, seine heuchlerische Freundschast für denselben, wahrend er im Geheimen jenen verbnnißvollen Einfluß aus die Frau aroann, die sich von d'sem Anbeter m der sanften Stimme, der glatten Zui'.ge und dem hübschen, dunklen Ee jii-t bethören lief;. d)e lügnerische Sorgfalt, mit welche? er in Gegenwart von Fremden seine Pläne zu verhüllen .--oußte, indem er hingebende Freundschüft für den Mann zeigte und sich der nrau gegenüber auf die gewöhnlichste hSstichkelt beschränkte. llnd hatte Robert Power nicht schon rinc genügende Erklärung für jene Thai.' aus welche Stanley hinwies? Mr. Gallo war plötzlich an Unter-leib-öntzündung gestorben. Die Symptome waren die einer Arsenikoergifzung. und gerade über die Wirkung des Arfenils h2tte Saint Alban stch mehrfach bei Power erkundigt. Mr. Gallo war ein kräftiger Mann, er litt an der Gicht, aber im Ue öligen waren seine Gefundbcit und seine Körper beschaffenheit tadellos: er gehörte nicht zu den Personen, von denen man hätte glauden können, das sie in wenigen Stun den stcrbm. - Robert hatte als Gallo'S Hausarzt leine Besorgn itz für ihn gehabt und cie ihan. was sür sein besonderes Uebel ruthig war. ohne für feine allgemeine Kesundbeit Befürchtungen zu hegen. Einem Arzt, der keinen Verdacht hegte, konnte es wohl entgehen. daß bei dem Tode Arsenik eine Rolle gespielt hatte, lis war nur natürlich, daß der Adenteurer bei Ausführung seiner Pläne die Anwesenheit Roberts in Manchester fürchten mußte und ihn zu entfernen wünschte. Robert, als Mr. Gaüos HanZarzt. hätte leicht argwöhnisch werden können, Doctor Merritt dagegen kannte Mr. Gallo sehr wenig' und konnte ohne Schwierigkeit getäuscht werden. Der schlau ongelcg'te Plan, welcher die Laufbahn des jungen Arztes vernichtete, war jft vrllkomznen klar zu durch chauen. ..Welch' gewissenloser Schurke!- dachte Robert. Abc? er hatte noch endere Frag? zu stellen. ..Wie trafen Sie mit diesem Saint Aldan zusammen?" fragte er. Es war in Manchester, am weißen Montag." antwortete, der Zigeuner, eine Bande der Unsrigen war zu einem Wettrennen gekommen, um zu sehen, ob wir nicht bei dieser Gelegenheit etwas Wischen könnten. Ich ging umher und sah nach den Schaubuden, als ein voranchmer Herr vorbeiging und mich scharf ansah. Dann flüsterte er mir keife zu: Kosch Tobak.- Das sind Worte aus der Zigeunersprache, und andere folgten nach. Ich wußte so gleich, iah er einer von den Unsrigen MürZ s Nun, . wir kamen ins Gespräch, und 5 !ch !, fand, daß er zu unserm Stamm gehörte, und daß sein Vater der alte Horser war, welcher vor dreißig Iahten an den Pocken gestorben ist. Iet erinnerte ich mich des Herrn wie. dar, d?nn es fand sich, chaß wir als Hin der mit einander gespielt hatten." Die Erinnerungen schienen den Sträfling so aufzuregen, daß fr große MchwierigZeit hatte, sich des Gebrauchs seiner Nationalsprache zu tnthalten. Daraus, fuhr er fort, sprachen wir lärigk Zeit, ich erzählte ihm. wie schlecht es mir, gehe, wie ich krank gk. worden sei und mit der Polizei Unglück shade. Er schien aber in glücklichen " Umstanden zu sein, gab mir such etwas
JpISiSSffW''
aara ."v avirrm ti ans r.T-"" Geld und versprach, mich wieder zus treffen." ..Erhielt natürlich fein Versprechen? frag Robert. Äewif;'." erwiderte Stanley. Jch glaube nicht, das er damals in Bezug auf mich böse Pläne im 5kopf battc. Was er für mich that, that er aus freiem Wiüen. Er wußte eine Stelle als Portier uitd sragte mich, ob ich die selbe übernehmen wolle. Ich war im Gefängniß gewesen und noch schwach von meiner Nrankheit. deshalb grisf ich zu. Ich kam nach Manchester, bald daraus lernte ich Beß kennen, heirathcte sie. und den Rest wissen Sie." Robert zweifelte nicht daran, daß Stanleys Aussagen der Wahrheit entsprächen. Stanley schien der Meinung zu sein, daß Saint Alban. als er ihn unter seinem Schutz nahm, zunächst aus Mitleid und Gutmüthigkeit gehandelt habe. Das mochte so sein. Robert wußte bereits, daß auch der Schlechteste gelegentlich eines guten Antriebes fäbig ist. Vielleicht hatte Saint Alban Mit leid für seinen früheren Spielkameraden gefühlt und da er im Stande war. ihm mit einigen Worten zu helfen, hatte er dies gethan. Dennoch war es klar, daß er es späterhin vnftauden hatte, den Zigeuner für sich nutzbar zu machen und für feine Wohlthaten stch mit Zinscn bezahlt zu machen. Wie kam es. daß Sie wieder in Schwierigkeiten gcriethen?" sragte er nach einer Weile. Das kam von dem üppigen Leben' erwiderte Stanley finster. ."Er bezahlte nicht , schlecht für unsere Dienste, aber ich wurde dadurch von der Arbeit ab gezogen, die alten Gefühle erwachten wieder, ich traf mit meinen früheren Genossen zusammen, verlor meine Stel lung wegen Vernachlässigung meiner Pflichter,, und da ich wünschte. daß Beß wie eine seine Dame aussehen sollt?, siel ich der Polizei in die Hände und wurde hierher gesandt. Ich war cs nicht, der den Waldhüter erschossen hat. aber ich war mit dabei, und das war genug. Als ich in's Gefängniß kam. versprach harlcy. datz er für Befc tzrgen werbe, und er hat lern Wort nicht gehalten." Aber ich werde das mttnwe halte,erwiderte Robert. Wenn Sie mir gegenüber thun, was Recht nt. dann j'olt Ihre Frau nicht Vkangcl leiden." .Ich werde es thun." jügte, der Sträfling. Beß hat einen Bruf von lhm. und ich sagte ihr. ne solle ihn forgfältig aufbewahren, denn es ist ein Beweis, daß er die Hand in der Sache gehabt hat. Aber Sie werden einen feierlichen Eid leisten, daß ihr nichts geschehen soll, wenn sie das eingesteht? Sre war immer dagegen, aber ich zwang sie dazu; das arme Ding hätte Alles gethan, aus Lieb? zu mir." Tarauk habZ ich mein Wort aegeben. und Sie können mir glauben. Aber jet ist es spät, und ich muß gehen. Wollen ie morgm d:ese Geschichte, die Sie mir erzählt haben, in Gegenwart des GelangMLöittctorS wiederbolenk" .Des Ekföngnißdirettors?" lief Stanley entsetzt. .Ja. ja, Sie müssen ihm Ihr? Angabe machen, das ist nothwendig." Jch alaube nicht, daß ich mich dazu entschließen könnte,- murmelte der Sträfling. Robert zuckte mit den Achseln. Ich sehe. :ch habe mich in Ihnen geirrt." sagte er. Run. es ist gut. dann schweigen Sie. w:e bisher. Aber mit unserm Handel ist es aus, erinnern Sie sich daran." Der Zigeuner drückt? den Brief, den er von feine? Frau erha!t?n hatte, an die Brun und stöhnte. Könnte oenn nicht sie das Alles machen? Ich werde ihr eine Botjchast senden, welche sie veranlagen wird, die reine Wahrheit auszusagen." Robert schüttelte den 5kopf. Da genügt nicht." erwiderte er fest. Die Sache muß erst von Ihnen ausgehen; Ihre Frau kann Ihre An. gaben nachher unterstützen und ihre Be weife anbringen, aber Sw müsicn zuerst sprechen." Ich glaube nicht, daß ich dazu im Stande' bin," sagte Stanley zaghast. Es soll Ihnen nichts geschehen," sagte Robert. Ich verspreche Ihnen, daß Sie keine Unannehmlichkeiten haben werden. Diesem Schurken sind Sie nichts schuldig, er hat Sie ebenso betrogen, wie er Andere bctroq. Aber Sie müssen ja oder nein sagen, ich habe keine $ttt mehr, also überlegen Sie sich die Sache sorgfältig." Der Gedanke an den Verrath an feinern unglücklichen Weibe brachte Stanley zum Entschluß. Gut, es soll morgen geschehen." sagte er, .Bcß so!! sich nickt zu Tode arbeiten oder verhungern! Sie werden Ihr Wort halten, nicht wahr? Lassen Sie mich Ihr Gesicht sehen, dort beim Licht jo. ich glaube, ich kann Ihnen trauen! Wenn meine Aussage Ihnen nützen kann, so werde ich sie machen." Die Stille und Ruhe der Nacht senkte sich bald nachher auf das düstere Gefängniß herub, doch keiner war so ruhelos in diese? Nacht, als der GeZängnißwärter Robert Power, in dessen Träume sich die schönsten Zukunfts bilder Mtschten, wahrend der -träflinz No. 37.542 stöhnend den Brief seiner Frau an stch drückte. 30. Sir John Hunter. Herr Tuvivier und, der Tetectiv Tom Brusel gelanzten ohne Ausenthalt oder Abenteuer von London nach Falkestone, nach Boulogne und nach Paris. Tort Mit den sie über Räch!, weil es zu spät war, um an demselben Tage nach Tours weiter zu reisen, und außerdem. , weil die Reisenden Erholung nöthig hatten. Früh am Morgen waren sie jedoch wieder auf, und nach wenigen Stunden stihrte sie der Zug dem fernen Tours zu daZ in einem lachenden, prächtigen Thale liegt, durch feine alte, gothische
nies
Kathedrale, seine großen Se!5m
fadnken, fernen schönen I"B und durch noch viele andere Dinge berühmt ist. die mit dieser Geschichte Nichts zu thun haben. Das Erste, was Monneur Tuvtvicr in Gesellschaft seiner Begleiter that. war. daß er sich nach dem Rathhaus beczab, um dort Erkundigungen cinzuziehen. Er brauchte sich nur der Stadtbehörde vorzustellen, um mit großer Höflichkeit empsangen zu werden. Bertin. der Bater der hübschen. zungen irau. welche umvur als Madame Eourtin gekannt und welche fo rührend kür ihren Mann gebeten hatte, war vor Kurzem gestorben. Dies wußte Tnvivier, denn Berlin war ein Geschäftsfreund von Duvivier gewesen, und sein Tod war ihm nach Rouen gemeldet worden. AusOdem Ratbhause wurde zunächst festgestellt, daß das Geschäst des verstorbenen Bertin jetzt den Namen Fer ron trug. Ein Herr Ferron hatle die ältere der beiden Töchter Bertin's aeheirathet. und da keine Söhne vorhanden waren, wurde er der Nachfolger im Geschäst. Letzteres wurde noch in dem selben Laden, gegenüber der 5kathedrale betrieben, nur die Veränderung im Namen war eingetreten. Nach diesem Hause in der Nähe der Kathedrale lenkten daher die Fremden ihre Schritte. Hier mußten sie eine Antwort auf ihre Nachforschungen erhalten. Bon außen hatten das Haus und das Geschäft ein gedeihliches Aussehen. Duvivier. ein erfahrener Kcnner in solchen Sachen, betrachtete es mit beifälligem Ernst, Alles sah sauber und solide aus, augenscheinlich wurde es von jungen Leuten geleitet, denen Fleiß und Energie nicht fehlten. Es war eine stille Tageszeit, und in dem Laden befanden sich keine Kunden. Madame Jerron faß am Zahltifch. Sie war eine hübsche Frau von siebenoder achtundzwanzig Jahren, mit einem niedlichen, sreundlichen Gezicht und glühenden, dunklen Augen. Das Erscheinen der drei Fremden versetzte sie in begrelslichez Erstaunen. Lcr bis imposante Sir John, vom Kopf zu Füßen ein echter, englischer Landedklmann. war keine alltägliche Erscheinung, ebensowenig Mr. Brusel mit seiner langen Nase und seinen duschigen Augenbrauen. Duvivier jedoch, mit seinem Schnurr und Kinndart und dem rothen Bande im Knopf' loch war ohne Zweifel ein Franzose. Zuvorkommend fragte Madame ger ron nach den Wünschen der Herren. Monsieur Duvivier. mit dem Hut? in der Hand, übernahm es. die Unter Haltung ernj, aber höflich einzuleiten. Wir sind in einer etwas delicaten Veranlassung hier, Madame." begann er. es wäre vielleicht besser, wenn mir persönlich mit Ihrem Gemahl. Herrn Ferron sprechen tönnten." Ein Blick des Erstaun:ns folgte bissen Worten. Welche Täuschung für die Hr:eni Monsieur Ferron war ungluälichcrweife abwesend und wurde vor Abla:ii einiger Tag? nicht zurückerwartet. Madame Ferron erfreute sich jkö?ch vollen Vertrauens ihres Gatten un) fragte daher, ob sie nichr seine Et,2e einnehmen könne. Gviß!" erwiderte der frühere Bür germeister mit seiner ernsten Höflichkeit, nur um Ihnen vielleicht einen Schmerz zu ersparen, haben wir nach Monsieur Ferron gefragt." Einen Schmerz?", rief Frau Jer ron erregt aus. ..Mein Gott, sollte Aliiö? ktwZs zugestoßen sein? O nein, wie surchtsam bin ich doch, dann hätten Sie nicht nach mcinkm Manne gefragt." .Erregen Sie sich nicht." fuhr Monsieur Duvivier fort, wir bringen keine schlimmen Nachrichten über Monsieur Ferron. Wir haben vielleicht überHaupt keine schlimmen Neuigkeiten, ich fragte nur aus Rücksicht, uns weil wir nicht wünschen, Sie unnöthigcrweiie aufzuregen." Um was handelt es sich denn?" fragte die Französin, noch imm verwundert, und blickte bald Duvivier. bald den Baron und den Detectiv an. Wir haben wenige, einfache Fragen zu stellen." sagte der Bürgermeister. Wollen Sie die Güte haben.' Madame, sie zu beantworten? Sie betreffs n Ihre Familie, vor Allem aber muß ich Ihnen sagen, daß wir nicht aus leerer Neu gierde gekommen sind. Erlauben Sie mir. zuerst mich vorzustellen. Ich bin Monsieur Emilie Duvivier, Kaufmann in Nouen. Mein Name ist Ihnen vielleicht nicht unbekannt, Ihr Herr Vater, Monsieur Bertin. der mich mit seiner Freundschaft und seinem Ver trauen beehrt, hat ihn vielleicht zvs weilen erwähnt." Gewiß," erwiderte Madame Fer- . il. 1 m ron mir tteoensmuroigem acvcin Ihr Name ist mir sehr wohl bekannt, er sieht auch in unseren Geschöstsbüchefn. vrst neulich hat Alcidc davon gesprochen, die Beziehungen mit Ihrer werthen Firma, welche durch den Tod meines Vaters unterbrochen wurden wieder aufzunehmen." Der Bürgermeister !erbeugke sich. Ich werde stolz auf diese Ehre sein, sagte er. D?ese Herren." fuhr er fort, sind Engländer, wie Sie ohne Zweifel bemerken. Sir John Hunter, aus den Kreisen der, vornehmen Welt." fügte er vertraulich hinzu. ..und Mister Brusel, fein und mein Freund Madame Jerron verbeugle sich tief. Die Erwähnung der hohem Stellung des Barons hätte ölnZruck gemacht, Womit kann ich Ihnen dienen?'' fragte sie. , Wir sind von England herüber ge kommen." fuhr MönsikurITuvivitr fort, um einige Fragen! an Sie zu richten; Sie können daraus auf die Wichtigkeit schließen, welche wir dm Antworten beilegen, . d:e Sie uns ge ben können." :Ä---;!.-: ".... 5 . V '1 jöcicn eirttctneuai. dar ia mn Vergnügen thun werde, was ich kann
juaKsaiB,vi,ira viMaraBarara
erwiderte ??rau Perron, welche ahnte. I daß ein wichtiger Zweck die Fremden hierhergeführt haen mußte. Die Nachforschungen, welche wir mit Ihrer freundlichen Hilfe anstellen wollen, beziehn sich auf Ihre Frau Schwester. Madame Eourtin denn fo heißt doch Ihre Schwester, nicht wahr?" .Madame Eourtin? Allerdings!" erwiderte Iran Ferron verwundert. Ist ist Madame Kourtin noch am Leben k" traute duvivier zs gernd. Am Leben?", rt P'adame Ferron. Maccleinc am Leben? Gewiß!" Gan; mit dieser ftraae beschäftigt. hotte die Französin den eiaenthümli chen Eindruck nicht bemerkt, weichender Name Madelttne towie ihre Antwort aus Duoivier und seine Begleiter her vorbrachte. Der Bnraermeister war bleich aewor den. Sir John ging ruhelos bin und ver und labst IHx. Bauel zeigte einige Anzeichen von Erregung. Sie rvincti benimmt, daiz ste am Leben ist.. ..uns gcjunv?" fuhr Du vivicr sort. Ja," erwiderte Madame Ferron mit wachsendem Erstaunen, aber warum fragen Sie danach' ..Entschuldigen Sie. wenn ich Ihnen eine andere Frage stelle, statt die Jhrige zu beantworten." sagte Duvivier. ..Ihre Frau Schmcsicr. Madame Eourtin, sagen Sir, ist am Leben und gesund. Befindet sie sich gegenwartig in Tours?" Madame Fcrron blickte auf. Nein, mein Hcrr, sie ist nicht in Tours, sie hat uns vor einiger Zeit verlassen." süate die Dame zögernd hinzu, als ob es ihr widerstrebte, von Familienangelegenheiten mit Fremden zu sprechen, welche die Veranlassung zu ihren Fragen noch nicht genügend erklärt hatten. Wenn sie nicht in Tours ist, befin det sich. Madame Eourtin dann noch in Frankreich?" fragte Duvioier beharr lich. Warum interefsiren Sie sich so sehr sür Maseleine?" fc-zte Madame Fer. r?n. Diese Herren. Ihre Freunde, kommen von England, wie Ske sagen, was haben Sie und dieselben mit mci ner Schwester zu thun?" Ich beoauere sehr, daß ich mich für den Augenblick nicht besser ausklären kann, Madame." sagte Duvivier, öu ßerst bewegt, ich muß Ihre Nachsicht in Anspruch nehmen. Ich bin ein alter Mann alt genug, um Ihr Vater zu sein, und ich bin Ihr Landsmann. Glauben Sie mir, daß meine Beweg gründe ehrlich sind; wir sind nicht Leute, welche sich aus Neugierde in die Anaeleaenbeiten Anderer mischen." Der Ernst des alten Franzosen ver 4 . . sr & am . fc. skyiie Kne '.uwiung, nic?i. aoamc Ferron'S Verdacht schwand etwas, und sie mnderte ihre kampfbereite Hallung. Ich kann nicht an Ihnen zweifeln, sagte sie. ..als Freund meines VaterS würden Sie nicht ss grausam und un ehrenhaft sein, uns cuszuspioniren. Ich will Ihre Frage beantworten. Madelelne ljt gegenwärttg :n Eng land " ,.Ah. in England! Haben Sie Nach r'.chtcn von ibr tief Dummer. ..Gewi: Mazzeleine war immer'eme tüchtige Ariesschreiberin." Und wann erhielt? S:e die letzte Nachricht von ihr?" ..Ertt neuern." erwiderte Madame Ferron mit vollkommener Ruhe. Te? Baron, der U)etectw und Tuvisier zeigten da? höchste Erstaunen. Gestern?" riefen sie aus. Gewiß. gestern!'' wieserholte Ma oame Ferron und starrte d:e Fremden erstaunt an. Sie batts keine Äbnuna von der Aufregung, welche diese unerwartete Antwort bei ihren Besuchern hervor rief. Während der Reife von London nach Frankreich war die Geschichte jenes rc i: frs..::. .:: Viournn, oui cuuiuicr inr.nic. eisriz besprechen worden. Als Brusel NähereS über die militärischen Erlebnisse des BüraermkiNers ertubl. tbellte er natürlich loforl die Ueberzeugung, daß Eour tin, und Saint Alban dieselbe Person seien. Er hatte einige Kenntniß über iaeuner und 'aenerleben. und a s er die Abstammung Saint Atbsn'S erfuhr, sprach er die feste Ueberzeugung aus. daß Eourtin oder Eaint Alban in Wirklichkeit mit den Zigeunern an der Loire verbündet aeweien und nach seiner Ergreifung nur durch seine ungewöhnliche Vewandtlzeit und Ltst entkommen war; Monsieur Duvüvier hatte sich augenscheinlich täuschen lassen. Mister Brusel war zu der festen Ueber zeugong gelangt, daß sie nach Befragung der Madame Jerron aller Wahr scheinkichkeit nach dem Geheimniß von Sandbank auf den Grund kommen würden, und daß Saint Aldan's französische grau das Opfer gewesen sei. Als jetzt in ihrer Gegenwart Madame Ferron den Namen Madeleine , als den ihrer Schwester genannt hatte, verwandelte sich die Vermuthung in Gewißheit, denn die Ermordete hieß Madeleine. Jjre Enttäuschung aber, als sie nun horten, daß, noch am gestrigen Tage Nachricht von Madeleine eingetrosien sei, war kaum zu beschreiben. Sie haben gestern von Madame Eourtin Nachricht erhalten?" rief Du. vivier, als er sich von feinem Erstauneu etwas erholt hatte. Sie haben in der That gestern einen Brief von ihr erhaltkn?" Nein, das hohe ich nicht gesagt, ich floate nur. daß ich über, sie Nachricht erhalten habe." ', Von wem erhielten Sie diese MiltbeilungZ". fragte, Duvivier gespannt. Madame Fcrron zögerte. . S'e werden mick?. entschuldigen, mein Herr, ober ich halte mich nicht für hxrechtigt diese Frage ja.., ,,ßbnt; Worten." ; . ;i. . ,,'7 J.V ,, Ich bitte. . Madame, die Sache ist zu ernst, um Redensarten abzuwägen." sagte der alte Franzose ungestüm.
Nachdem er einen sprechenden Blick mit
seinen Begleitern gewechselt hatte. Ich und meine Freunde hier haben Grund zu glauben, daß Sie in Bezug auf Ihre Frau Schwester grausam getäuscht worden sind. Beantworten Sie diese Frage, ich bitte Sie ernstlich da rum! Wie lange ist es her. daß Sie von Madame Eourtin sckbft einen Brief erhalten haben?" Madame Ferron blickte erschreckt aus. ..ES ist es ist viele Tage her. seit Madeleine mir selbst geschrieben hat." Das wußte ich!" rief Duvivier. Mein armes Kind, bereiten Sie sich auf eine ernste Mittheilung vor. Wie ich Ihnen schon gesagt habe, sind Sie grausam getäuscht worden. Getäuscht? Was ist Madeleine zu. gestoßen? O. sagen Sie eS mir, mein Herr, ich bitte Sie. lassen Sie mich nicht in solcher Spannung. - ..Ihre Schwester ist todt!" murmelte Duvivier heiser. Todt? Ich kann es nicht glau ben!" Sie ist ermordet worden." Madame Ferron legte die Hände au die Brust und stöhnte.' Was sagen Sie. mein Herr? Es ist nicht möglich! Gewiß, Sie irren sich! Madeleine ist am Leben und wohl und glücklich, ihr Mann, welcher jetzt bei Alcide ist. hat es mir gesagt." In diesem Augenblick trat Mister Brusel langsam und feierlich vor. Ich habe etwas hier." sagte er. und zog aus seiner Brusttasche ein PaPier, das er entfaltete, was allen Zweifel lösen wird. Haben Sie Muth. Madame! Seien Sie stark! Sie werden vielleicht alle Ihre Kraft nöthig haben. Sehen Sie hier! Erkennen Sie darin Ihre Schwester?" Der Detectiv hatte eine Photogra phie der schönen, jungen Frau mitgebracht, welche in der' Villa Rob Roy ermordet worden war. Diese Photographie war bald nach ihrem Tod angefertigt. worden und Mister Brusel hatte ein Bild erhalten, das er bestän big bei sich trug. Es war ein vortresflich gelungenes Bild der Ermordeten, wie sie auf ihrem Bett gefunden wor den war. mit losen Haaren und weit aufgerissenen Augen; schwarze Strei fen bezeichneten die Wunden aus der linken Seite des Halses, düster erschien die Wand, von welcher die Gestalt und das Gesicht der Ermordeten sich lebhaft abhoben. Madame Ferron starrte das Bild an. Es ist Madeleine. meine Schweper!" schrie sie auf und siel bewußtlos in Duvivier's Arme, der ihr rasch nä her getreten war. 3l. Als Madame Ferron sich erholt hatte, brach sie in heftiges We:nen aus, dann aber ergriff sie plötzlich eme Wuth, ein Durst nach Rache. Das Ungeheuer!" rief sie. das graufame. abscheuliche Ungeheuer! O, meine arme Madeleine. meine arme, arme Schwester, Du sollst gerächt wer den!" Wir sind gekommen, um Ihnen dabei zu helfen, mein unglückliches Kind." sagte Duvivier. ..er soll der Gerechtigkei! nicht entgehe" ..Ach. und jetzt ist er mit Alcide zu sammen." sagte Madame Ferron mit einem Schauder, ich zittere bei dem bloßen Gedanken." Seien Sie unbesorgt um die Sicherheit Ihres Mannes! Jener Elende wird nichts gegen ihn unternehmen, dazu hat er zum Glück keinen Grund. Beruhigen Sie sich und leihen Sie uns Ihre Unterstützung! Es ist wichtig, daß wir All? wissen, was vorgefallen ist." Ich bin bereit, zu sprechen." sagte Madame Jerron. Madeleine muß gerächt werden, daS ist Alles, was ich verlange!Von welchem Tage war der letzte Brief, den Sie von Ihrer Schwester erhielten, datirt?" fragte Duvivier. Ich habe alle die Briefe von ihr oben." erwiderte Madame Ferron, kommen sie mit mrr, Sie sollen sie sehen." Sie ließ den Laden unter der Obhut
einer Dienerin und führte ihreBesucher durchdrungen, und der kindliche Parts, in einen kleinen Salon im ersten Stock. darSNyllt von dem Punzen Eiteldessen. Fenster auf die Straße gingen f F"edr,ch. ;neK
und einen prächtigen Anblick der alten . . " . Kathedrale boten. Tann nahm sie aus einem Schrank ein Packet Briefe. Hier sind sie alle," sagte sie, ich habe keine Geheimnisse mehr vor Ihnen, Sie und diese Herren müssen sie lesen." Die Herren setzten sich, und Duvi Vier übernahm es, die Briefe der Ermordeten laut vorzulesen. Sie waren .in zärtlichem Tone gc schrieben, wie das zwischen Schwestern natürlich ist, welche sich ihre geheimsten Gedanken, ihre Hoffnungen und Befürchtungcn mittheilen. Ter 'erge Brief war datirt vom Eharing-Croß-Hotel in London, den 17. October. Er war kurz: Ich bin wohlbehalten angekommen, meine liebste Marianne, und sester. als je in meinem Entschluß. Du kennst besser, als irgend Jemand, meinen Geisteszustand, seitdem Monsieur Roquetle uns mitgetheilt hat, er habe Charles in London gesehen. Monsieur Roguette künn sich nicht getäuscht haben, er kennt Chörle zu genau. Es ist schade, daß er weiter nicht? hat er fahren können, als daß Eharles den Namen angenommen hat. welchen er, wie Du weißt, getragen hat. ehe er sich als Franzose natursllsiren ließ. Aber als Saint Alban werde ich ihn finden, es ist mein Schicksal ich fühle es, mit diesem Manne noch einmal zusammmzutreffen, der mich so graulan verlassen hat. Das ungeheure London erschreckt mich, aber kchhäbtMli7''öaKf!k nige Englisch, das ' ich,in früheren, glücklicheren Tagen . gelernt hatte, um Charles zu gefallen, hat mir wundervoll geholfen. Bete für mich, tbeuerlk
af.-;flfiy.TE
Schwester! Du bist so glücklich mit Del nem guten Alme. und lch so elend!" Sie wünschen vielleicht zu wissen. wer der hier erwähnte Monsieur 2?a quette ist?" fragte Madame Fcrron, die Thränen zurückdrängend. Er ist ein Handelsreisender, der mit uns in geschäftlichen Beziehungen steht und mit diesem Ungeheuer, dem Manne meiner Schwester, wohl bekannt ist." Monsieur Duvivier fuhr fort: ..Der zweite Brief, gleichfalls aus London, ist vom 19. Octobcr datirt. Er lautet: Endlich eine Nachricht, meine theuerste Marianne. O. ich hatte Recht, nicht aus Dich und Alcide zu hören. Du wünschtest, -ich - solle bei Euch zu Hause bleiben, und nicht mehr an ihn denken. Aber, wie konnte ich das? Wie war mir das möglich? Ich eine Frau und doch keine Frau! Er ist und bleibt mein Mann, so schlecht er auch gegen mich gehandelt hat. Würdest Du einwilligen, Dich aus solche Weise sür immer von Alcide zu trennen? Nein, ich kenne Deine Natur besser. Du würdest ihn auf der ganzen Welt suchen. Ich hatte nicht so weit zu suchen, ich bin selbst noch nicht mebr. als durch eine Straße von London aekommen. Wo alaublt Du. daß ich !eine Adresse fand? Nun. in meinem großen, dicken Buch in rothem Einband, auf dessen Deckel gedruckt steht: Adreßbuch von London". Ich fand seinen Namen mit sehr wenig Mühe. und. theuerste Marianne, ich bin bis zu seinem Haus gegangen. Denke Dir. er hat fern Wort gehalten! Als er mich verließ, schwur er, er werde sein Glück machen und dann mich abholen. Ach, er kam nicht zurück, aber er hat sein Glück gemacht. Er wohnt in einem großen Hause, mit einem mächtigen Portier an der Thüre, wel cher zweimal so groß ist, als Alcide. Ich kann Dir nicht sagen, wie mein Herz klopfte und zitterte, ich wagte kaum zu sprechen, denn ich erwartete jeden Augenblick die Stimme Eharles' zu hören und fein Gesicht zu erblicken. Er ist von London abwesend und bringt den Herbst in einem Seebadeort. Namens Sandbank, zu, das war Alles, was ich von dem großen Manne ersahren konnte, denn natürlich wollte ich nicht sagen, wer ich sei. aus Furcht. eS könne EharlcS mißfallen. Ich brauche Dir nicht zu sagen, daß ich nach Sand bank gehe, aber ich fürchte mich ein wenig vor meinem vornehmen Herrn! Alles, was ihn umgibt, ist so großartig, wie kann ich hoffen, daß er mit mir armem Wesen zufrieden sein wird? Ich kenne ihn zu gut. als daß ich ihn inmitten seiner vornehmen Freunde überraschen möchte. Deshalb habe ich für jetzt den Namen unserer lieben, verstorbenen Mutter angenommen und werde mich ihm vorsichtig nähern. Ich kann noch nicht sagen, wohin DudDeimn nächsten Brief adressiren sollst, aber, wenn Du schreibst, so schreibe an Mademoiselle Madeleine Faure. Du wirst sehr bald von mir weitere Nach richt erhalten." Der Brief schloß mit Ausdrücken Zchwestcrlicher Zärtlichkeit. Ungeduldig und mit liefern Interesse griff Duvivier zum nächsten und letzten Brief. Mit gleicher Spannung erwarteten der Baron und Brufel die Erklärung des Geheimnisses. Der dritte Brief war von der Villa Rob Roy geschrieben und datirte vcm 22. tober. (Fortsetzung folgt.) Unter der Ueberschrift: .Der Apfel des Pari!" erzählt der Bär" folgende kleine Hofgeschichte. Zu Lebzeiten des seligen Kaisers Wil Helm fand einst eine Theater-Ausiüh rung seiner Urenkel in Gemeinschaft mit gleichaltrigen Kindern des Hofkrci fes stakt. Die' Bühne war klein, aber allerliebst, ein paffender Schauplatz für die Leistungen der reizenden kleinen Cchauspieler-Gesellschaft. Die Herr schastcn, sowie andere Väter und Müi ter, Onkel, Tanten und Geschwister der Darsteller hatten Ursache, Gutes zu erwarten, denn die Miniatur-Göttinnen Juno. Venus und Minerva waren von der Wichligkelt ihrer Aufgaben ganz I ? ü"VllT uf " . A V ; i.l S v .M Ml? n r V " iitrt m i ViVMvfc sei der rechte Mann", um mit Würd der ..Schönsten" den Apfel der Cris zu reichen. Die Aufführung begann und gespannt lauschten alle Zuhörer, als der entscheidende Augenblick herankam, wo der moderne Paris den veihängniß vollen Apfel der Schönsten überreichen sollte. Welch ein stürmischer Beisall aber wurde unserem kleinen, resoluten Weiberfeinde dargebracht, als er nach einigem Besinnen ohne Rücksicht auf die Heiligkeit der urallen Mythe die Frucht verspeiste, statt durch Ueberreichung derselben an die rosenbekränzte Venus unler den Himmlischen die nöthige Zwietracht zu säen ! Hatte im grauen Alterthum der schöne Sohn des Priamus und der Hekuba gehandelt wie der Hohenzollernsprosse, so wäre den Göttinnen manches neidische Herzklopfen, mancher grausame Racheact erspart geblieben ! ' Au szü gliche r Vergleich. Bezirksamtmann (auf Visitation): ..Das ist wahr, liebe Leute, Plagen müßt Ihr Euch schon; aber wir Beamte hadcn'Z auch nicht leicht wir haben Kopfarbeit; die ist noch schwerer davon versieht Ihr nichts!" Bauer: . Ja. 's sell kenn' i' scho' auch, daß'decs hart iskD rum fchüllkln auch unsere Ochs n allemal d' Köpj'.wcnn i ihna 'S Joch aufleg'!" , .1 i ; '-jj . - ... "" " ' '' :! ... , j. , ' u n etwa r t ete W e ndun Er (am Bahnhof zu ihr) : Im vergangenen Sommer hast Du fast jede Woche auS Carlsdad dringende Briefe um Geld an mich gerichtet; nicht wahr liebe Emm?. diesmal wirst Du '$Wim Sie (einfallend): Telegraphi-ren!"
MSTWMA
Eine heuere digarrc. Man schreibt aus Bayreuth: Eine, der beiden Wiener Meistersinger, del zur Zeit als Mütze des WagnerthesterZ! hier seines Amtes waltet, wanderte unlängst von Angermanns Gasthaus für daß in sein Heim. Es war fast 3 Uh, Morgens, die Gaffen einsam und dunkel. Da überkam unseren in der stillen Nacht einherschreitenden Sänger ein menschlich Sehnen nach einer Cigarre, bei deren Duft und sanftem Glühen er den langen Heimwea sich abkürzen wollte. Ein Blick in die sonst wohlae füllte Eigarrentasche, sie war heute auS nahmsweise leer. Weit und breit abei keine Seele, die fein Rühren theilen un befriedigen konnte. Mit einem Mal klärten sich des Sängers Züge. E inig Schritte noch und er stand vor der THU, eines Tabakkramers, freilich vor eine, verschlossenen Thür. Die Sehnsucht nach einem süßen Glimmstengel kennt jedoch keine Hin dernisse, und so beschloß alsbald der Künstler, den Hüter der dunklen Pforte, die zu dem Cigarrenparadiese führte, zu wecken. Unglückselige? Weise erfreut sich der Pförtner eines allzugcsundcn Schlafes. Wiederholte Schlage an di Ladenthüre vermochten den Krämer ss wenig aus seinen holden Träumen zu wecken, wie des Sängers freundliche Einladung, die er nüt seines Basses Grundgewalt an den müden Schläfer richtete. Der Bayreuther unmusikalische Sohn wollte nicht erwachen. Kommst Du nicht willig, so braucheich Gewalt." rccitirte jetzt der Sänger Erlkönig" und schoß gerade vor dem Schlüsselloch des Ladens einen Revolver ab. den er stets zu feinem pnsön lichen Schutz mit sich trug. Dieser Weckruf verfehlte nicht feine Wirkung, oder richtiger gesagt, er in fehlte sie wieder. Dean statt des Bayreuther Krämer tauchte die Bayreuther Behörde auf in Gestalt eines um die Nachtruhe der Stadt stets besorgten Dieners der öffentlichen .Ordnung, den der Schuß aus seiner Morgcnruhe ge rissen. Die Worte variirend. Es sog der König mit dem Sänger gehend ging unser citatenrcicher Sänger zu nächst in Gesellschaft des Polizisten wei ter. um an zuständiger Stelle er fahren, daß er unter Berücksichtigung der außerordentlichen Milderungsum stände, welche für die Mitglieder deZ Bayreuther Musentempels ihre Geltung haben, für feine nächtliche Ruhestörung eine Buße von 20 Mark zu erlegen habe. Der Sänger zahlte auch den Preis für die theuerste Cigarre feine Lebens, die er nota. hene gar nicht ge raucht hat. Eine Schönheit aus dem Dime Schmöker. r - $fiL sY ! VV '-X !.Ur &H N-? txr 55 -55 .Die Jungfrau. war von wahrhaft berückender Schönheit. Sternen gleich prahlte ihr Augenpaar, überschattet von ebenholzschwarzem Rabenhaar.Ihre Lippen waren wie reife Kirschen und ihr Köpfchen wiegte sich graziös auj ihrem schlanken Schwanenhälse. Ein bekannter sociali stischer Wanderredner hat die Gewöhnheit, in seine Vortröge stets eine An. zahl Citate aus den Reden und Bn I schüren seiner berühmten Genoffen ohne j Quellenangabe einzu flechten. Im dori ' fnnym l.m K? Ztfiml VlUiltU iUliV 14 141 Vil V.UUUJ UHU hielt auch in St. Gallen einen längeren Vortraq. Ein älterer Bürger der Stadt welcher ihn bereits wiederbolt reden ge ! hört und seine Eigenthümlichkeit kannte.' nahm, wie wir den GI. Nachr. ent ! nehmen, seinen Platz ganz nahe an der, Kednerbühne ein. Es dauerte nicht lange, bis der Redner eins seiner ge liebten Citate vom Stapel ließ. Das, . ist von Eabet", schaltete der alte Heri; - mit lauter Stimme ein. Ter Sprecher z stutzte, fuhr aber in seiner Rede fort. i.Das ist von Laffalle". erklärte der St. Galler, als bald darauf der zweite - fremde Gedanke folgte. Der Redner biß sich auf die Zahne, setzte aber di? Rede fort. Das ist von Bellamy mußte er bei einem dritten Ausspruch hören. Jetzt wurde er kreidebleich und lwarf dem lästigen Zuhörer wüthende Blicke zu, spann aber den Faden seiner Rede fort. Das ist von Liebknechts vernahm bald darauf das Publikum Dies war nun dem Redner doch zu diel. er bückte sich nach dem alten Herrn hinunter und sagte in heftigem Tone: Sie Unverschämter, wenn Sie jetzt das Maul nicht halten, so werfe ich Sie au dem Saale hinaus!" Das ist jetzt von Ihnen", kam darauf ruhig aus dem'Mundc des Alten die Erklärung. Hin au 8 gegeb en. Mein Herr, Sie scheinen nicht zu wissen, was sich gehört! Ich habe zu HauseKmggeS Umgang mit Menschen", ich will Ihnen daS Buch auf acht Tage leihen!" Sehr gütig! Können Sie es denn so lange entbehren?" ; A u s,,., t inem The a, i t r b u t ich t e ! In dem blondgelockten Haar sah die , Künstlerin geradezu perückend aus 3 n Eh in o I e d e n g e ge n " wartig 1 022 Bürger der Ver. Staaten , davon 400 in Shanghai. in Tiec Tsin und 75 in Canton.
r
t
j
a
V,
V
V '
!,'!:
ffl'Slil";"'!;;'' Wßi lilSÖiii;;;!!!!'!!::. M':!ij !, f.:.. n '! M!gm t j, j jFii,l!ij j-f ss iföläÄiPi fi Ssilii! : VsW S, .BÖ-, r
