Indiana Tribüne, Volume 15, Number 349, Indianapolis, Marion County, 4 September 1892 — Page 6

6

iÖ232

Ein civilieirter Neger. sstrslilchr Sttzz? von Karl Eugen SGmld. Die Amerikaner haben ein Sprich r?ort, daszsar nicht sehr philanthro fcisä) klingt, dafür aber den Vortheil der Wahrheit hat, die bekanntlich selten angcnchm ist: Tbo onlj ood Indiaa is adead Indiaa. Die Australier haben ihre Ansichten über die schwärzen Ureinwohner ihres Landes zwar noch nicht so llipp und klar ausgesprochen, aber trotzdem ist kein Zweifel, daß sie mit den auf Australien übertragenen Ideen übereinstimmen. Der Australneger im Busch ist jagdbares Wild, so Zehr auch Menschenfreunde dagegen eifern mögen. Von Zeit zu Zeit macht ein grün von Europa gekommener Philanthrop den gutgemeinten Versuch, die Austral neger zu civilifiren, aber sobald er Land und Leute bester kennen gelernt hat, stellt er diese Experimente ein. Ein solcher Menschenfreund war Vater Michael O'Brady. der sich im Jahre 1880 in einem Städtchen in Nord-QueenZland niederließ, um die dort lebenden katholischen Schafkein, die lange in der Wildnisj geweidet hatten, zum gemeinsamen Stalle der alleinseligmachenden Kirche zurückzuführen. O'Brady war ein sehr gemüthlichem Bursche, konnte viel Whiskey vertragen und besaß ein mit allerhand kindlicher Frömmigkeit, irischem Witz, mensch lichcr Nächstenliebe und gutmütiger Bonhommie angefülltes Herz. Man sollte glauben, damit habe er genug zu thun siehabt, besonders da die irischen Bewohner des Städtchens keine Heiligen waren und mit ihren andersglau bigen Mitbürgern um die Wette fluchten. tranken und Karten spielten. O'Ärady wühlte sich m diesen Berg sündiger Menschheit ein wie ein Maulwurf,' und da er kein Heuchler, fondern ein frommer und guter Mann war, so that er wirklich viel Gutes und hielt manchen von der Flasche ab, die ihn vorzeitig unter den Boden und in den Himmel zu bringen drohte. Trotz dieser harten Arbeit unter der weihen Bevölkerung fand der gute Priester auch noch Zeit, sich um' das Seelenheil feiner schwarzen Brüder, die nicht weit von der Stadt an einer Lagune campirten, zu kümmern. Sein gesunder Verstand brachte ihn bald auf den richtigen Weg bei diesen Heidenbe kehrungen. Er fütterte die Schwarzen, wenn sie in die Stadt kamen, schenkte ihnen Pfeifen und Tabak und arbeitete so am Körper herum, um zur Seele zu gelangen. Für jede richtige Antwort Äamen die Neger ein Stück Tabak oder sonst ein Geschenk, und bald redete dasMnze Niggercamp nur noch in Bibelsprüchen, und auch das Stehlen härte auf. so lange Vater O'Brady ihnen die Bäuche füllte. Die Einwohner der kleinen Stadt ließen den guten Pastor gewähren, obgleich sie dergleichen Experimente schon öfters gesehen hatten und das Ende vor aussahen. Als nämlich die Jütterungen aufhörten. denn Vater O'Brady dachte, er habe die Neger so gründlich bekehrt, daß sie keiner materiellen Anlockung mehr bedürften, und außerdem war er selber ein armer Schlucker und hatte nicht viel zu beißen, da hörte auch der gute Lebenswandel der Schwarzen auf, und abgesehen von ein paar Bibelsprüchen, die sie nicht so schnell vergaßen, konnte man der schwarzen Horde nichts mehr von der Tünche der Civilisation anmerken. Vater O'Brady blieb auch nicht lange bei seiner mühsam zusammengetriebenen Heerde, denn die Bezahlung war schlecht und blieb manchmal ganz au 5. imd von Bibelsprüchen allein kenn stlbst fcer bcsio Christ nicht satt werden. Also zog der brave Mann weg, um sich anderswo eine f eifere Weide zu suchen. Unter den Negern, die O'Brady in den Schooß der Kirche ausgenommen hatte, zeichnete sich ein gewisser Boney" durch körperliche und geistige Kräfte aus. Ter Priester hatte seinen sammtlichen Täuflingen schöne Namen beige legt, zumeist aus dem HeUigenkakender. Einen von ihnen hatte er wegen einer kleinen Schwäche,, die er für den großen Kaiser hegte, Napoleon Bonaparte getaust, und daraus hatten die Busch leutc, denen kurze Stauten lieber find, Boney gemacht. Bei Boney hielt die ihm zu Theil gewordene Civilisation crn längsten vor. Er sprach leidlich englisch, war nie betrunken und trieb sich immer in der Stadt herum, wo er den Hausfrauen Holz spaltete, den Männern die Pferde hon und sattelte und sich auf sonstige Weise nühlich machte. Am käusiqsten aber war Boney sür einen Teutschen beschäftigt, den wir Wüller nennen wollen, obgleich er nicht ganz so hieß. Was Müller in seiner .ls , f Vnmaig qeroqcn war, crjuyc io) nie. da ich ihn nie darnach fragte, obgleich ich fast ein Jahr lang täglich mit ihm verkehrte. In der klemen Stadt, von der ich erzähle, war er Apotheker, und da der Doctor gewöhnlich betrunken war, stellvertretender Arzt. Müller verstand etwas von Botanik, sowie von Zoologie und m sewen Mußestunden, deren er durchschnittlich 8 bis 12 täa lich hatte, beschäftigte er sich mit seinen Herbarien, Schmetterlingskästen und pnitusflaschen. Er war Agent sür mehrere südliche Museen, denen er die Eneuanine der tropischen Thier und Pflanzen-Welt zu verschaffen pflegte. Wenn ee eine derartige Bestellung erhielt, so theilte er dies gewöhnlich Boney mit, der ihm dann das Verlangte besorgte. Boney krhlelt ernt Pfeife Tabak oder ein Mit tagessen, und Müller schickte den be treffenden Artikel zugleich mit seiner Rechaung von 5 Pfund oder so an den Besteller. Tieft Partnerschaft bewährte sich vortrefflich, und alle Theile waren sehr zufmden ml! dem cuj der Dieser civMsirte Neger that die an W aeZchetzene Cmwrbeleckuna Mo

sÄMSSZL

Lußerlich dadurch kund, daß er ein Paar blaue Hosen, einen einflügligen Frack und einen hohen Cylinder trug, welche Gegenstände er nach und nach redlich durch allerlei Handlcistungen erworben hatte. Besonderen Stolz empfand er über den Besitz des Cylmderhutes, den er bei feierlichen Gelegenheiten auf eine lange Stange zu stecken md so weithin sichtbar zu tragen pflegte. Das Einvernehmen zwischen Muller lnd Boney blieb ungestört, bis der Apotheker eines Tages eine Bestellung ur emcn Negerschädcl erhrelt. Der Schädel wurde verlangt, um ein köpf oses Skelett zu ergänzen, und das Betellunasschreiben forderte Müller auf hi- m'ü h?r rtrRKtpn !?üznel1knkeit I ZU erledigen. Das that der Apotheker, indem er seinem getreuen Boney einw t fc w y w j j schärfte, der betreuende Artikel müsse am nächsten Montag zur Stelle sein, und Boney versprach Pünklich'eit und Schnelligkeit. Am Sonntag lud er Combo, der schwarzen Pserdeiungen des Metzgers ein, mit ihm fischen zu gehen, und der arme, irregeleitete Neger nahm die Einladung an und wurde nicht mehr gesehen. Spät am SonntagAbendkam Boney fröhlich an Müller's Haus an und be trat die Kammer, wo unser Naturfo? cher eben am Abendesien saß. Aus einem Cylinder, den er unter dem Arme trug, zog Boney mit freundlichem Grinsen den blutigen Kops Combo s und legte lhn neben die Theekanne auf den Tisch, während Müller's Augen aus dem Kopfe quollen, dajz cr aussah, wie eine große Fliege. Die Haare prangen ihm mit einem hörbaren Ruck n die Höhe, jeder Blutstropfen vcrchwand aus seinem Gesicht, und die Zähne schlugen einen weithin vernehm' baren Generalmarsch. Hier sem Schädel", sagte Boney ln einem Neqenenglisch, das nur Insinitive und keine Artikel kennt, und zeigte eine weißen Zähne. Nach einer Mi nute sammelte sich Müller so weit, um einen treuherzigen Gehilfen fragen iv können, wo er den Kopf her habe. Ich nehmen Combo fischen", enlärte Boney liebenswürdig, zu viel heiß, er liegen unter Baum und schlafen, ich schneide Kopf ab mit Tomahawk." Und er wies aus das kleine Handbeil, das er im Riemen stecken hatte. Dann griff Müller den christlichen Nigger, der zetzt seinerseits vor Schreck beinahe weiß geworden wäre, und flüsterte ihm wie ein Besessener in's Ohr. wenn er sich nicht gleich zur Thür hinausmachte und liefe, was er laufen könnte, bis an's andere Ende des Continents, und seinen Namen ändere und seine Schandthat bereute und fich niemals bei Tageslicht sehen ließe, so würde er sicher gepackt und gehängt und nachher verdammt und ewig vom Teufel gequält werden. Dem Nigger dämmerte es aus, daß Müllers Rath gut sei. und somit mach:e er sich auf die' Socken, ohne auch nur daran zu denken, seinen üblichen Tabak sür den Kopf zu fordern. In teuer Gegend wurde er nicht mehr gesehen. Als er weg war, dachte Müller nach, was er mit dem Corpus Telicti anfangen solle, und als er mit Nachdenken fertig war, süllte er emen Kenel mit Wasser, machte ein gutes Feuer darunter, warf den Kopf in den Kessel, und kochte ihn so lange, bis Haut und Fleisch sich losgelöst hatten, rvorauf er den blanken Schädel herausfischte und zum, 'Trocknen in die Sonne stellte. Dann packte er ihn fein säuberlich in eine Kiste und schickte ihn an den Besteller. Er vergaß auch seine Rechnung nicht und besorgte überhaupt die ganz? Angclcgenhcit s?hr gsschästsmäig. Der Rest von Combo kam mcht wie der zum Vorschein, und die Leute glaubten. er und Boney hätten zusammen - i . . , I ' v rt1 " n . i - r . gas -iieuc geiuazr, uno 'luuer heb fie bei dem Glauben. Eines Abends aber, a3 wir zusammen saßen und von Schädeln sprachen, erzählte er nur die Beschichte unter dem Siegel des ticssten Scheimmsses, und deshalb hielt ich sie -ür interessant genug, sie wieder zu eröhlen. Benutzte Gelegenheit, Nun adieu, alter Freund, mich hst Du nie wieder!" Gar nie mehr?Nein. nie mehr!" Ach, Theodor, dann borge mir noch 10 Mark!38 rötest. .Sei dock nicht so läut. Huber! Trüben am Nebentisch hat eben ein Herr gerufen: Dem Schrei maul fallt' man döÄ etwas Bilduna beibringen!" Was, wer hat gerufen? Den möcht ich seh'n; der mir a' Vilöung beibrächrl" , - o n ve f f i rt n i a. trau .Warum ziehst Du mich denn von ehern slrnfcm Auslaaesenster wea. lieber Mann?" Mann: Weil ich die großen Auslagen jürchle

fpismfr.

Lektüre. igsa 33. 3t Man kann die Lektüre, d. H. Alles, was lesbar, ist, füglich die Nahrung des Geistes nennen, ebenso wie Alles, was eß und trinkbar ist, zur Ernährung des Leibes dienen kann. Der einzige Unterschied zwischen den geistigen und leiblichen NahrungZmit' teln besteht darin, daß eS Menschen gibt, welche ohne die Ersteren fertig werden, während ohne die Letzteren Niemand leben kann. In den- meisten übrigen Beziehungen läßt sich jedoch deVergleich seh? gut durchführen. Es gibt Speisen, deren fortgesetzter Genuß manche Leute 'dick und setj macht, währen) andere so mager bleiben, wie zuvor; Dinge, welche di Einen ungestraft genießen können, während die Anderen schwer krank da von werden oder gar ihr Leben ver' lieren; indifferente Nahrungsmittel, welche man genießen oder deren man sich enthalten' kann, ohne sein körper liches Wohlbefinden dadurch merklich zu verbessern oder zu verschlechtern. Und endlich haben wir Getränke, von denen, je nach Constitution, Lebensgewohnyei' ten ?c. ein Glas den Einen betrunken macht, während der Andere eine große Quantität davon zu sich nehmen kann, ohne sein geistiges oder körperliches Gleichgewicht zu verlieren. Tasselbe gilt von der Lektüre. EZ gibt Bücher ie., welche den Geist und Geschmack viele? Menschen erircuen, bilden .und läutern, während sie auf andere nicht den geringsten Eindruck machen. Wir haben ferner eine Art von Litteratur, welche ein Mann, ja sogar eine ffrau, deren Geist klar, Gemüth unverdorben und Charakter fest ist, durchstiegen kann, ohne daß die betreffenden Werke irgend welchen Eindruck, als höchstens den des Bedauerns oder der Verachtung des Verfasiers, hinterlassen, während dieselben Schriften für schwache und unklare Köpf? wahres Gist sind. Wie unter den Speisen, so sind auch unter den geistigen Nahrungsmitteln Sachen, welche wir an uns vorüberziehen lassen, ohne ihnen auch nur einen zweiten Gedanken zu widmen. Und endlich ganz ebenso, wie bei den Getränken, gibt es auch unter den Büchern ?c. solche, die den Einen in Ekstase verseM während sie der Andere dutzendweise lesen kann, ohne seinen Gleiche muth darüber zu verlieren. Die Parallele ließe sich noch sehr viel weiter ausspinnen. Für unsere Plauderei genügt jedoch das Bisherige, um darauf aufmerksam zu machen, daß die Auswahl der Lektüre ebenso wichtig sür die Wohlfahrt des Geistes ist, wie die der Nahrungsmittel sür den Körper. Man geht za auch mcht nach dem Markt, im schlechtes oder verfaultes Zeug für die Küche nach Hause zu holen, warum Bucher kaufen, welchesür Kops und Herz schädlich find? An unserem Vergleich festhaltend, be ginnen wir mit den Fett onschenden Dingen, zu welchen wir alle Lektüre rechnen, die das positive Wissen des Menschen vermehrt, feinen Gesichtskreis erweitert, ihm neue wissenschaftliche oder sociale Probleme zugänglich macht, auf deren Gebieten er bisher venig oder gar nicht zu Hause war ?c. Wie zum Fettwerden des Körpers, so gehört auch zu dem des Geistes eine gewisse günstige Disposition. Wer dieselbe nicht besitzt, dem geht es. wie dem viel effenden, aber trotzdem mager r rii w vleivenoen Menfcyen: er kann noch fo viele Bücher durchlcsen und durchstudiren und bleibt doch so klug, als wie zuvor. Diner Zustand ist übrigens nicht schlimmer, wo nicht sogar besser, als derjenige der Geistesverfettuna. bei welcher der Patient den Wald vor lauter Bäumen nicht sieht und fich mit ge lehrten Theorien so vollpfropft, daß' er darüber das praktische Leben ganz au? den Augen verliert. Was die zweite Clane, die sur manche unschädliche, ja sogar nützliche, für ansere jedoch gefährliche Lektüre betrifft, so gehören hierher unter Umständen so zar wifzenfchaftliche. medicinische :e. Werke, welche nicht jeder verdauen ann. Und doch wäre es der Gwfcl )er Bornirtheit, zu wünschen, daß d betreffenden Bücher nicht vorhanden vZren und dadurch der Fortschritt der Menschheit gehemmt würde, nur desjalb. weil ein Paar lausende oder so tarbunderttaklfende unklare Köpfe und halbwisser durch solche Lektüre noch onfufer werden. Leute, die fühlen md sich selbst sagen müssen, daß solche tinze nicht sür sie geschrieben sind, önncn und sollen sie eben bei Seit' äffen. Unter die allgemein gefährliche 2it üre, um nicht zu sagen Gemcinscha,en, gehört natürlich auch die leider ehr große Anzahl von Romanen. Sit-en-(oder vielmehr Unsitten-)Gemälde, Novellen welche man unter dem Zikel Schmutz- und Schundliteratur .usammcnfaßt. Wir können das Achwein nicht hindern, sich im Schmutz zu wälzen und ebensowenig verhüten,, )aß der menschliche Schweinigel die! chm am Besten zusagende Lectüre ver langt und auch erhält. Das Bedauern liche an der Sache ist nur, daß, .wie zuweilen auch giftige Schwämme und Kräuter aus Unwissenheit oder NeuZierde gegessen werden, so auch diese .'benso giftigen Bücher in unrechte Hände gerathen und daselbst unab'eh bares Unheil anrichten. Die dritte Klasse, die indifferente Lektüre, regt weder an, noch aus.. Wer etwas Zeit übrig hat, der nimmt so ein aleichgiltiges Buch oder eine, noch gleichgiltigere Brochüre oder, was immer es sonst sein mag. auf, 'UM sich eine rnüßiqe halbe Stunde zn vertreiben. und legt da- Buch in vielen Fällen aus der Hanö, ohne recht zu w,zien. wa-,cr aclctcn hat: ' Trotz oder viel mehr gerade wegen ihrer Harmlosigkeit möchten wir. diese Art von Literatur nicht missen; denn sie gewährt zuweilen

Erholung nach angestrengter Arbeit und das ist auch etsas werth. Zu der berauschenden Lektüre endlich gehört ein Theil der philosophischen Werke für Diejenigen nämlich, welche sie, ebenso wenig wie schwere Getränke, vertragen können. Solche Leute reißen einzelne Sätze willkürlich heraus, sügen dann ihre eigenen Schlußfolgerungen hinzu und schlagen manchmal geistige Purzelbäume, welche einen ebenso komi schen Eindruck machen, wie das Herum torkeln eines Menschen, der etwas zu tief in's Glas geguckt hat. Ferner gehören hierher diejenigen Tendenzschristen. welche auf die Erre gung gewisser Wünsche und Leidenschaften der Menschen berechnet sind. Dieselben sind zuweilen mit. einem wahrhaft diabolischem Geschick geschrieben und versetzen ihre Leser, welche die Abficht des fanatischen oder perfidem Verfassers nicht durchschauen, in eine Art von Haschischrausch, aus dem sie leider nur zu oft erst der Verzweiflungsruf ihrer darbenden Frauen und Kinder weckt, wenn es zu spät zur Umkehr und ihr eigenes und mit ihm auch das Lebensglück ihre? Familien vernichtet ist. Wie wir sehen, ist somit die Auswahl der Lektüre schon bei Erwachsenen, welche ein gutes Theil vertragen können und ein reises Urtheil, wenn auch nicht immer haben, so doch haben sollten. durchaus nicht leicht und sind etwaige Mißgriffe ost von den schlimmsten Folgen begleitet. Um so viel mehr Grund zur sorgfältigen Ueberlegung und der äußersten Vorsicht, wenn es sich darum handelt, die Lektüre von Kindern und heranwachsenden jungen Leuten zu bestimmen, beziehungsweise zu überwachen, deren geistige, wie körperliche Mägen noch nicht an so schwere Kost gewöhnt sind, wie die der Großen. Keinem vernünftigen Menschen wird

es emfallen, einem Kinde schwer ver dauliche Kost oder gar berauschende Geränke zu geben, und doch gibt es v:ele um das körperliche Wohl ihrer Nachkommenschaft seh? besorgte Eltern, die ruhig zusehen. . wie ihre Buben sögenannte Dime-Novellm und Backfische von Mädchen nicht minder gefährliche Romane lesen.kwelche die kleinen Köpse verdrehen, die Kraft des Willens durch nüßige Träumerei lähmen und das Gemüth vergiften. Fast alle paar Tage leien wir in den Zeitungen von kleinen Ausreißern. welche die Indianer bekriegeü, große Kundschafter a la Buffalo Bill je. werden wollen, nicht zu reden von den sich n wahrha t erschreckender Zahl mehrenden Kinderheirathen, für welch' letztere übrigens Denjenigen, welche die Trauingen vollziehen, das spanische Rohr mehr gebührt, als den Durchbrennern. Woher kommt all das dumme Zeug, was immer ein schlechtes Ende nimmt und meist den Ruin der betreffenden mngen Leute für den Rest ihres Lebens zur Folge hat? In neun Fällen aus zehn von der mangelbasten Ueber wachung der Lektüre der Kinder im elterlichen Haus. Die Sorgfalt der Eltern für die geistige Nahrung der Kinder soll minde stens ebenso groß, wo nicht uoch größer sein, als die für die leibliche. Werden natürlich nicht allzuschwere - Feh ler in Letzterer Beziehung gemacht, so lassen sich die Folgen derselben meist leicht beben. Aber ein einziges Buch verderblichen Inhalts wirkt Jahre lang fort und fein übler Einfluß kann nur selten ganz beseitigt werden. Zu spät. "5MV5 AMKv V !.:" i ,' (; i . jpsry Was steht da? -Warnuna. Das Bittlr I frrtfft nni-eitrifaeri f .. . ttltkV .tfV4 . r tSStäh Mütterlicher Na,h. , Mutter (zu ihrem Sohn, der zum Militär einberufen istl: ..Noch eins, Toni, wenn s' ebba Krieg anfang n. hernach sel g fcheidt und misch Olch m! d rem!Nmzug. , beginnt so mancher Schönen" ' i Am Kopf das Haar zu schroinden, Kann man auf ihren Zähnen Cs leider wieder findend DerReaen aleicbt dem Musikdilettanten: Entweder er sängt X i V - . i ..C r.iii uu, tuet j yori rllgzr cuj. 1

c

r Y . WtTr

c ..l'ii. ,,.M ' r-

l (Itf2x' A?Cr . , p"i-'T ii

"

Die Musik der Chinesen.

Me Musik der Chinesen, eines Vol. keö, welches ein Fünftel der Bevölkerung der ganzen Erde ausmacht, darf, wenn auch Nicht de ästhetischen Genuas wegen, so doch wenigstens in kulturgefchichtlicher Hinsicht ein gewisses Jnter esse deanfpruchen. Wir sind ja auf Grund der Berichte von Reisenden gewohnt, die gegenwärtige chinesische Mufik für Nichts als ein rohes, barba risches. regelloses Geräusch zu erklären. Und roh, Barbarisch und geräuschhaft ist nun diese Mufik der vShne des Himmels allerdings, aber regellos keineswegs; für ein einigermaßen gefchultes Ohr ist sie nichts weniger als unmethodisch und willkürlich. ' wie H. E. Krehbie! in der neuesten Nummer des Globus" nachzuweisen sucht. Was die psychologische Seite der Musik betrifft, fo waren die Chmefen fchon seit unvordenklichen Zeiten über das Wesen der Verwandtschaft und die Wirkung munkalijcher Tone sehr wohl unterrichtet. Nach den Lehren der Schule des Konfuzius sind Ceremonien und Musik die geeignetsten und wirksamsten Factoren, um die Sitten zu veredeln und dem Staate Gedeihen zu verleihen. Die Mufik ist eine Sprache, welche den Menschen befähigt, seinen Gefühlen Ausdruck zu verlechen. Wenn wir be trübt sind, werden unsere Melodien dies verrathen. In Augenblicken der Freude tlingön unsere Stimmen hoch und klar, und unsere Worte, fließen rasch dahin. Im Zorn ist unsere Sprache kraftvoll und drohend, in der Furcht und Ehrfurcht sanft und bescheiden, in der Liebe ohne Härte: kurz. jede Leidenschaft hat ihre besondere Ausdrucksweise, und gute Munk mu die richtigen Töne dafür finden: denn leder Ton mun ihrer Natur entsprechen und sich verständlich machen. Töne sind die Worte der musikalischen Sprache. Modulationen die Sätze. Stimme. Instrument und Tanz vereinigen sich, um dem Gestalt zu verleihen, was zum Ausdruck gebracht werden soll." Das ist eine alte chinefische Definition der Musik, die unseren heutigen Anschaumigen über den Zweck und die Wirkung der Musik gar nicht fernsteht. Ebenso treffend heißt es in einem Erlaß des Kaisers Tschun 2300 v. Chr.: r srt 5 i nyre oie snnoer oer VroLen. vag ne durch Deine Sorge gerecht, milde und weift werden; daß sie Festigkeit lernen. ohne streng zu fein; daß sie die Würde und den Stolz ihres Standes zu wahren verstehen, ohne eitel und anmaßend aufzutreten. Drücke diese Lehren in Gedichten aus, daß sie in passenden Melodien gesungen werden können, begleitet von Instrumentalmusik. Laß die Musik dem Sinne der Worte folgen; kazz sie einfach und geistvoll sein; denn eitle, leere und weichliche Musik ist zu verwerfen. Musik ist der Ausdruck der Seclenstimmung; wenn die Seele des Componisten tugendvoll ist. so wird auch seine Musik voll Ade! fein und die Seelen der Menschen mit den Geistern des Himmels vereinigen." Diese Aeußerungen' deuten also die frühzeitige Anerkennung der Thatsache hin. daß die Musik mit dem Gemüthsleben des Menschen auf' Inniaste verbunden, daß sie gewissermaßen die Stimme des Gemüths ist. Wie der Grieche, so verwirft auch der Chinese eine Trennung der Musik von der Poenc. Und wie m der griechischen Tragödie und in den lyrisch-dramvti-schen Tondichtungen Richard Wagners. so bricht auch im chinesischen Drama im Augenblicke höchster Gesühlscrregung der'Schauspseler in Gesang aus. Ader in China besteht nicht nur eine innige Verbindung zwischen Musik und poetjscher Rede, fondern auch zwischen Mufik und Rede im Allgemeinen. Da das Chknefische eine einsilbige Sprache ist. so hängt es wesentlich von der musikalischen Betonung ab. ob ein Satz diese oder jene Bedeutung haben soll. Schon die Unterhaltung von Chinefcn aus dem gewöhnlichen Volk läßt erkennen, daß ihre gewöhnliche Sprechweise fast so musikalisch ist, wie das reeitativ 5ee der italienischen Oper. Viele Wörter der chincfifchen Sprache nehmen je nach der Betonung drei bis sechs verschiedene Bedeutungen an: da. bei hat diese Betonung mit Accenler oder Emphase nichts zu thun. Die Chinesen haben einen eigener. Gedächtnißvers, um das Verständniß der Betonungen (scbirifr) zu erleichtern: m. j f. Mf.i er gieiazmaöige xorr fern yjao ist weder hoch noch niedrig. Ter steigende Ton" ruft laut, ist heftig, glühend, stark. Der fallende Ton" ist klar und deutlich, sein einformiaer, niedriger Pfad ist lang. Der eintretende Ton- kurz, plötzlich, abgerissen, schwillt schnell an. Die Chinesen sind an die durch die sUng erzeug ten Tonunterfchiede so gewohnt, daß c leichter einen Unterschied in der Tonhohe eines Wortes erkennen, als eine Veränderung des Vokals. Wenn das Wort msn? zuerst Z. B. aus den Ton 5 und hinterher emen Ton Niedriger auf f gesprochen wird, so bemerkt der Cb'nese den Tonunterschied leichter, als emen Vokalwechsel, wenn msn und z. B. mivl? beide in derselben Tonhöhe gesprochen werden. Die Verwirrung, welche durch falsche Anwendnng der sohln im Chinesischen angerichtet werden kann, ist ebenso groß, wie die, welche im Deutschen z. B. durch Verwechslung des Accents in Wörtern wie durchbrechen, umgehen, übersetzen, modern,, oder durch Vokalverwechslunz. wie in schon und schön, rosten und rösten, graulich und gräulich u.s.w. entstehen kann. ' Es sei noch eine kurze Erläuterung der soUlo?von Dr. Williams erwähnt. Der gleichmäßige Ton- ist der natiir liche Ausdruck der Stimme. In dem Satze: Willst Du es mir zeigen?" Nein) das werde ich wshl bleiben lassen!" illustrirt der verschiedene Tonfall die Frage und Antwort, der höheren und niederen gleichmäßigen Ton. ' Der

s

steigende Tcn erscheint in Ausrufen wie Ach so!" der fallende Ton" kommt in umgekehrter Folge zur Geltang. Der eintretende Ton" ist eine plötzliche Unterbrechung derselben Modulationsweise. gleichsam wie abgeschnitten. Wenn' man Schloß" sagen will und in der Mitte des Wortes von einem Schluckauf überrascht würde, so daß man die beiden letzten oder den lchten Konsonanten auskäßt, fo trifft man ungefähr die Aussprache dieses odrng. Eine weitere Merkwürdigkeit der chinesischcn Musik liegt in der Tonleiter mit nur fünf Tönen, die merkwürdigerweise auch in vielen alten schottischen und irischen Melodien vorherrscht. Troi des Fehlens von Quart und Septime ist diese Skala doch seh? melodisch; man braucht nur mit den schwarzen Taften des Klaviers einen Versuch zu machen; solange man sich an sich an die schwarzen Tasten halt. wird man immer, man mag bei gegebenen Tempo Und Rhythmus ziellos' sein, wie man will. Melodien erzeugen, die das Ohr nicht beleidigen. Die Bezeichnung der Töne ist etwa? mystisch. So heißt der Grundton F der Skala der Kaiser", der zweite Ton G der Minister", A der gchorsame Unterthan". C das StaatZwesen," I) das Symbol des All". Der Werth jedes Tones wird also auch durch seine Benennung gekennzeichnet und außerdem durch Planeten und alle möglichen Dinge noch symbolisirt. So symbolisirt der Kaiser" den Planeten Saturn, den Magen, die Erde, die gelbe Farbe, das Süße. Der Grundton jeder Skala wird als Mann angesehen, die Quinte als Weib, und beide zusammen erzeugen alle anderen Töne.. Sechs von den zwölf Halbtönen find wieder männlich oder vollkommen, sechs sind weiblich und unvollkommen. s Weil die Töne auf acht verschieden tönenden Substanzen (gegerbter .vaut, Stein, Metall, gebranntem Thon, Holz, Bambus, gedrehter Seide und der Kalehaffe) hervorgebracht werden, sind sie achterlei Art. Da die Töne mit Geschlecht und phantastischen Attributen belegt sind und dadurch mit allen Din gen in symbolischer Beziehung stehen. so ist es wunderbar, daß die Chinesen trotzdem an der pentatonischen Skala seltgehalten haben. Aber sünf ift dem Chinesen eine heilige Zahl; es gibt fünf Elemente, fünf Planeten, fünf Himmelsrichtungen, fünf Geschmäcke, sünf Hausgötter, fünf Kardinal rügenden u. t w. Bei so vielen Hemm nisten, die jedem Ton anhaften, darf man eine Harmonie der Töne in unserm Sinne in China allerdings nicht erwarten: die Oktave, die Quinte und ihre Umtehrung, die Quarte sind die einzigen als harmonisch anerkannten Intervalle. Keine Ueberhaftung Braut (beim Gang zum Altare): Aber. Emil, doch ein wenig rascher!" Bräutigam: Wozu auch noch in's Unglück rennend Ter pfiknge Johann. Jean, ich wünsche, daß Sie künftig Ihre Verbeugungen vor mir in i gkttwart Fremder tiefet machen, viel tiefer!" Wollten dann Frau Baronin picht HfninnnZ hnmif tA'S leicktkk lerne. "I ' jj """'" " immer in Markstück! fallen lassen?!" Galante Variation. Du bist wie eine Blume,Hat Heine einst gesagt; Was AehnlicheS zu singen ' Hab' ich mich oft geplagt. Doch nun ist e? gelungen. Jetzt hat die Seele Ruh': 'Aicht Du bist wie die Blumen. Die Blumen sind wie Du!" O. Klein. Dauerh afte Waare. Will kower (Inhaber eine KleidermagazinZ zu seinein Kommiö): Herr Rosen

"fJSk l Tf.r'Va l "4 j7,rv"V i,' A's?? w , , .j yt'i V- wr-riv -. äm 'bv,.. gJ

M - ' ' .nffiar3fr "

' heim, Sie hzb'n gestern wieder zu viel getrunken, das schabt" dem Ge'chäft l" Nosenheim :, Wieso schzdt',daö dem Veschäft. wenn ich Abends ,'roaS trink - Wulkowcr : Wzsg ? ' Welln 8ie ' AbendS rocl getrunken haben, hab'n Sie in der Früh' so a Zittcrniß in de ' Händ', daß Cie beim Vorzeigen von die billigen Hosen allernal herunter IcklltlcllldieKnllvv'l" ,

RFi

Zwei Dichter. Vor Jabren hatten zAei junge Män ner in Wien sich Zussmmengethün und mehrere Possen geschrieben, welche an den dortigen Vorstadtbühnen Erfolg halten. Plötzlich fo erzählt das m tradlatt ging die Compagnie' in Trümmer. d!e beiden jungen Dichter hatten ihr eigenes Talent entdeckt und rollten Einer den Anderen an Onai nalität übertrumpfen. Einer sagte über den Anderen, daß derselbe keine Ideen habe, die bereits aufgeführten schwanke wollte Jeder von den Beiden allein gedichtet haben und der Mitautor sollte nur aus dem Theaterzettel figu rirt haben aus Freundschaft des eigentlichen Verfassers. Und da die Beiden nicht gemeinsam dichten wollten, schrieb jeder einzeln seine Stücke, welche jedoch spurlos in den Archiven der Theater verschwanden. Hie und da erblickte ein solches Werk das Licht der Rampen, aber nur als Eintagsfliegen, die sich rafch die lugel verfengten und hinstar ben. urotz der ausenscheinlichen Mißerfolge, die sie einzeln erlitten, haßten sich die ehemaligen Compagnons gegen seitig doch als Concurrenten. Begegneten sie sich einmal in einem Gast Hause nur zufällig, dann sah dieftZ Local Beide nie wieder; kamen sie im Künsilercase zusammen, dann ging der Eine bei dieser, der Andere bei jener Thüre hinaus kurz: sie konnten ein ander nicht fehen, ohne dasGauenebe zu bekommen. Um dem Lärm der Großstadt zu entfliehen, miethete sich "hh eine der Dra matiker in dem Gasthose eines an der Wcstbahnstrecke gelegenen Dorfes ein. Acht Tage wohnte er dort in angcnehmer Weltabgefchiedenheit und bekummerte sich nicht darum, wer ußerdcm im Hause logirte. Nur die Bücher wa ren seine Gesellschaft. Einmal vergaß er eines der Bücher, in welchem er eisrig zu lesen pflegte, irgendwo, und fragte die Tochter des GasthsssbesiMs. ob fl? dasfelde nicht aus einer Bank :m Garten gesunden habe. Das Madchen verneinte. Da der Schriftsteller jedoch !n ihrer Hand ein Buch bemerkte, fragte er die Wirthstochter, was es enthielte. Es gehört dem Herrn Doctor, welcher seit zwei Tagen hier wohnt." Sie nannte einen Namen, der den Schriftsteller erbeben machte, den seines Feindes! Erschlug das Buch aus und las : Kokebue's gesammelte Lust spiele." In diesem Momente kam sein Antagonist und überreichte jhmdssvcr gesiene Buch mit de?,hshnischen Bemerkunz: Also auch Sie entlehnen Ihre Originalität- aus Kotzeburs Wcr ten?.'.. Das Geheimniß war gelüftet. Eine Versöhnung erfolgte und in der wieder zusammengeleimten Dichtersirma fun girt der selige Kotzedue als wirlich JiiU lcr" Compagnon. Aus dem sievenZährigen Krieg. Ueber die Unterbringung des prcußi schen Schatzes im siebenjährigen Kriege möcht Dr. Holzapfel in den Forschnngen zur Geschichte Magdeburgs" einige intercffante Angaben. Die Frage der Verlegung des königl. Hoflagers von Berlin wurde zuerst 1757 in Erwägung gezogen, wobei Küstrin. Magdeburg, und zuletzt Stettin in Betracht kamen. Der König, der anfangs für Küstrin sehr eingenommen war, entschied sich auf dieGegenvorstcllungen seines Ministers des Grafen von Finckenstein. wel cher Friedrichs II. geheime Justruttion von 10. Januar 1757 in Händen hatte, sür Magdeburg, wo denn auch ker Hof von Octsber 1757 bis Januar 1758, dann von August bis November 1751) und zuletzt vom März 1760 bis Februar 1763 sich aufhielt Dorhin mußte nach des Königs Bestimmung die Familie unter dem Schuve der ganzen Garnison gehen, wobei auch der Staatsschak), die Krondiamantm, das Silberzeug der Prunkzimmer und das gesammtc' goldene Tafelgeschirr mitge. nommen werden sollten. Im Juli waren acht Tage lang zehn Personen im Schlosse zu Potsdam mit dem Ein packen der Werihsachen beschäftigt : am 10. August stand alles Silber zur Absendung bereit. : - Ansang October wurde der Münz, director ttnöffelt in Berlin angewiesen, nach Magdeburg zu gehen, um dort das Silbe? auszuprägen, die Königin aber mußte Mitte desselben Monats bei Haddicks. Anrücken aus Berlin in größter Eile nach Spandau flüchten und kam erst gegen Ende October nach Magdeburg. Aus dem SiaaUfcha& war eine Million Thaler nach Küstrin abgegeben worden und Münzdirctto: Kttöfjclt, der das königliche Silber ein schmelzen und ausprägen sollte, konnte damals melden, daß von dcr Einschmclzung des Jahres 17-15 'wobei de? herrliche silberne Chor auZ dem Äitler saal verloren ging noch 33 Barren vorhanden seien. Auch alle.Juwclen des Hofes und die Pretiosen der rn storbenen Königin-Mutter kamen nach Mogdeburg. Friedrich II. bestimmte wegen EinschmelzungderSttbergerathe. daß dieselbe nach dem Kleveschcn Fuß in Groschen und Sechspfennigstücken folgen solle, so daß er aus der Leg! rung nach Abzug der Unkosten 000.000 Thaler erziele., Wahrend die Königin mit den Prinzessinnen Amattc und Ferdinand nach ausführlicher Bezchrei. bung etwa sechs Wochen spater Magdebürg wieder verließ, wurden über den Sch atz weitere Nachrichten nicht gegeben. Nur soviel geht au? anderen Meldun qcn bcrvor, daß auch ein Theil der kZriegskasse damals nach Magdeburg in Sicherbeit gebracht wurde, wahrend der üdiige Thell nach Kustrin kan:. N e s i q n i r t. Richter: Heben t noch clwaS zu Ihrer Äeribeidigung vorzubringen?" , Angeklagt?: ?!ee ls'sen ,w:r cei! Ich hab' mir schon !ud?' c: zwai'.zigmä! vor Jericht ver lh?öigt-Lvcr stslS war'S für d: