Indiana Tribüne, Volume 15, Number 349, Indianapolis, Marion County, 4 September 1892 — Page 4
SndZana Tribüne. Erscheint ü ö i ich und Sonntttg S.
Die tisüie .Tribüne' kostet durch den Träger Cents r Wsche. die S onntsgS.Trrbüne- S CentS per Wowe. SStilt zusammen ISEentS oder S3 CentZ per Sfonat. Per Pcst iugesch:ckt in Vor zuöbezahlunz $V per Jahr. Office: 130 Ost Maryland Strahe. Jndwnapotts', Ind., 4. September '92. Qll sich Herr aZUrsui rüchN. 2 jlto Stet k?ariZX I. Ganz Paris kannte ehemals Im ztaUener, osn dem hier die Rede ist, ud roußte, daß er wahrend mg Mo naie der Affociö deS BaronS Lersur gerjen. Dieser, ein Bankier zweiten Ranges, kühn uud blsaeilen merkwürdig glücNich in seinen Unternehmungen, trennte sich von Calcattoni, ohne daß man genau erfuhr, roaS zrsischen Vei'öen vsrgefallen. Sie blieben noch eine Zeit lang im Verkehr mit einander, und diese oberflächlichen Beziehungrn dauerten bis zu dem Aufsehen erregenden Ereignig tei der Hochzeit deS jungen Antonin Le rour mit Mademoiselle de La ComheaurFoatsines, Tochter eineS LandedelmanneS, dessen Name niemals bis an die Pforten der VZrse gerungen war. Wieso der Parier Vantier eine Provinzlenn zur Schwiegertochter nahm, die kaum Miüionärin war, diese Frae beschäftigte die Gemüther. Daß dre Liebe diesen Vnnd gestiftet habe, nein, das wslr zu unwahrscheinlich; Niemand ko,!te eS glauben. Denn wenn die junge Draut auch nicht ohne Neize war, so hatte doch ihr zukünftiger Gemahl, seit seinem achtzehnten Jahr ein ftotter, freier Lebemann der großen Welt, absotut nicht das Talen:, aus Llebe zu heirathen. GutuntenichMe L:ute behaupteten, baß es mit der Firma Lerour bergab ginge, daß der alte Herr seinen Nuin komnicn sahe, auf die fmancielle Eroberungen seines Sohnc angewiesen wäre und dem jungen Manne, wie sich selbst, eine Zusiucht, fern von den Boulevards ur.d ihren geschäftlichen Bcgegnungen, sichern wollte. Wie dem auch sei, die Heirath kam zn Stande, und der Banquier, der denLeuten mit der EinkavunA von 2000 Personen zu impsniren wünschte, verlangte, daß sie in Paris gefeiert werde. Au den Zeugen der zukünftigen jungen Baronin Lerour gehörte auch der berühmte Desroches, Director der Nationalbibliothek, ein intimer Freund und Landsmann der ZZaknilie La 5ombe-aur-Fomaines. Sein Äeruf als Vtbliothekzr belastete ihn mit einer 0tV$e von Pflichten, die sich bei oberflächlicher Betrachtung zu widersprechen schienen. Er mußte der gefälligste und der mißtrauischste Mensch zugleich sein. In jedem seiner Leser sollte er inn Schüler, neu Bruder der Wissenschafr, fast einen Freund sehen, aber einen Freund, der auch vielleicht ein Spitzbube fein könnte, dessen Bewegun, gen uns defzen naschen er mit dem Scharsblick eineZ Detcctios zu beobachten hatte. Seht Euch einen Bibliothekar naher an und Ihr werdet immer einen gründlichen Skeptiker und einen gewand' ,en Polizisten an ihm entdecken. DesrcheS sagte oft: Ich kenne Frauen, welche treu sind, und Kassirer, welche nie gestohlen haben. Aber es gibt keinen Menschen, der nicht im Stande wäre. ein ihn besonders interessirendeö Buch unter die Weste zu stecken. Mfo die Hochzeit fand statt und nach der Ceremonie n der Kirche vereinigte man sich bei Madame de Lerour zum Lunch. In einem der Salons waren, wie es die barbarische Sitte mit sich bringt, die Hochzeitsgeschenkc ausgestellt.' Unter den vorhandeuen Schmucksachen zog ein Diamantenbalsband, dsS der Vater. AutoniuS der Braut gegeben, alle Blick,' auf sich und widerlegte durch seinen Glanz die bösartigen Klatschereien über oen Stand des Hauses. Gering genom mm war das Halsband zehntausend Thakcr werth. Plötzlich, als eben die elegante Menge das lukullisch ausgestaltete Äüfset belagerte, ertönte der Schreckensruf: Das Halsband ist gestohlen. II. Die Lage war allerdings danach, d!e Nerven nneS starken Mannes auf die Probe zu stellen. aberLerour benahm sich wie ein echter Aristokrat. Nachdem ihm eie erste Aufregung alles Blut zu Kopse getrieben, sand er alsbald seine Haltung wieder und beruhigte den zunehmenden Tumult mit den Worten: Vitte, meine Herrfchaften, ei so unwichtiges VorkommniF soll einen so schönen Tag nicht verderben ! Was sind Verluste, die man durch Geld wieder ersetzen kann! Meine lieben Kinder, mit zitternder Hand erhob er das gefüllte Glas, .ich trinke aus Euer Glück Z Dieser leichte Schat ten sei der einzige, der tt je verdunkle!" .Der ist dem Teufel gewachsen, flüsterten einige der besten Freunde des Bestohlenen. .Man muß die Thüren schließen und die anwesenden Personen verhören!" schrien einige Andere. .Niemals erklärte der Herr des Hauses in entrüstetem Tone; . niemals erlaube ich, daß unter meinem Dache die Ehre meiner Gaste verdächtigt werde!" Jnnerholb der Lerour'schen Verwandtschast flüsterte man sich in's Ohr: ,,Gott behüte, wir wollen Niemanden beschuldigen ; aber die Familie der jungen Frau hat Leute eingeladen, die ganz eigenthümlich aussehen und die kein Mensch kennt!" In dem benachbarten Zimmer suchtA Madame de la Comöeaur-FontaincS die tröste ihrer Tochter durch Niechsalz zu heben und erleichterte ihr Herz bei ihren bindnngen der Flnanzleute sind immer sehr cemifcht. Muth, Amelie, beherrsche Dich I Wir wollen unS zu dem Skandal nicht noch lächerlich machen!" Trotz allcdem. da Ereignis War
freunden? voo gehtS in der Aörsenwelt zu! Meinem Schwiegersöhne gebe ich keine Schuld, o nein! Aber die 38
reinlich und fpst ÄUe athmeken aus, als
sie das HauZ des Banqmers hmter stch hatten. Nach zehn M muten waren die Salons verödet. Die arme Amelie nahm mechanisch das leere Etui in die Hand, Antonin sprach leise mit feinem Vater, und die beiden Mütter erwogen gemnnsam dle AvSsichten aus Ergrer; funa des Diebes. Gerade in die em Augenblicke benachrichtigte man Leroux, daß ihn Jemand in seinem Sprechzimmer erwarte. Er begab stch daym und fand den alten Gelehrten Desroches ruhig in einem Sessel sitzen. Herr", begann dieser, ich bin durch meine Verufspflichten gewohnt. Alles zu beobachten, was um mich vorgeht. Ich habe den Diebstahl begehen sehen. Der Schuldiae ist ein Herr über die Fünfzig hinaus, mager und sehr brüntid. Sie kennen ihn persönlich, denn Sre haben ihm in der Sakristei inize Mal die Hand geschüttelt., Uebrigens ein besonderer Umstand schließt jeden Zwcisel aus: Dieser Gentleman warder Einzige, der heute Morgen seine Orden an einem Kelkchen trug ich bin ihm bis in die Straße nackgerannt, und als ich ihn ekcn packen wollte, verlor ich ihn im Gedränge und der Lump rettete sich in einen vorbeifahrenden Fiaker. Aber ich habe die Nummer des Wagens notirt. hier ist sie. Das übrige ist Ihre Sach?. Es ist uoer flüssig zu versichern, dag ich Ihnen als Zeuge zur Verfügung stehe. Gehen wir!" Süd diesen Worten sprang Lerour mit einem Satze vor die Tbür, als sei der würdige Gelehrte der Dieb, den er unter Schloß und NiegLl halten wellte. .Um HimmelsWlllen. ruhig Vlut. sag? der'Vate'r Antoniens. Jchmei j?yt, wen Sie meinen. Ich kenne die Peöz,!ickkeit. die Sie verdächtigen." .Vereächkigen?" schrie der Vibliothekar. der Teufel soll mich holen, wenn ich ,dn oeldchtige; 9 genau, wie ich Si' jetzt hier sehe, so ae? sah ich ihn. I Spiegel konnte ich beobachten, wie er das Halsband einsteckte, dieser Juwelendieb. Er wird heute Nacht im Gefängniß schlafen, wenn er überhaupt schlafe kann. Aber kommen Sie, verlieren wir keinen Augenblick, die Zeit ist kostbar!" .Bitte", anlwortete Lerour, ohne sich von der Stelle zn rühren, dieser Spitzbube wird in feinem Bette schlafen. Er soll sich anderöwo hängen lassen. Ich kenne ihn, allerdings blos oberflächlich, wir machten früher einige Geschäfte zusammen. Ich will keinen Proceß. Denken Sie sich die jungen Eheleute, ihre Eltern, ihre Verwandten, sich selber auf der Zeugenbank vor den Afstsen! Und all dies um lumpige dreißig- oder vier zigtsuiend Francs. Das habe ich, Gott sei Dank, nicht nöthig! Also, lieber Freund, Sie haben nichts, qar nichts gesehen, nicht wahr? Der Mann wird eines Tages schon gepackt werden. danke Ihnen für das Interesse, das Sie mir tn dieser Angelegenheit bewiesen haben, und fühle mich Ihnen sehr ver pßichteU" III. DeZrsches trat ganz bestürzt ans du Strafte. Einen Dieb erwischt zu haben, und ihn sammt seiner Beute lausen zu lassen ! Zuerst verwirrte ihn diese That sache, dann schien sie ihm ungeheuerlich. Ihm, dem goldehrlichen, offenen Me,n scheu galt dieses übertriebene Erbarmen Lerour' wie eine Mitschuld. Nach reifz lichcr Ueberlegung ging er aus die Poli zeiprasectur, erstattete seine Anzeige, übergab das Signalement des Schuld! gen, die ?!ummer des Fiaker, dann qing er mit erleichtertem Gewissen seines Weges. Während dessen erzählte unser zzinznz, baron den Reportern, welche dutzendweise bei ihm vorsprachen, sein Abenteuer. Wenn ich sage .erzählte", so übertreibe ich, denn die intelligentesten unter ihnen gingen genau so unaufgeklärt fort, wie sie gekommen waren. Kein Wort hatte ihnen den Thatbestand verrathen. Infolge dessen brachten die Zeitungen, aus ihre eigene Ersindungskraft angewiesen, die wiLersprechendsten Berichte. Bald war der Dieb ein Diener des Hauses, bald ein Eindringling, der in der ü)!enge verschwand, bald ein Vetter der jungen Frau, der sich räch? wollte, weil er einen Korb erhalten. Ein Blatt, das schon mehr als einmal durch seine kühnen Voranösetzuna.en dem Finger der Gerechtigkeit den Geg gezeigt hatte, deutete discret an, tt scheine, als ob Lerour sich selbst bestohlen hatte. DaS Alles war aber für den unglücklichen Bankier nur das Vorspiel viel ernsterer Verwirrungen. Tag? daraus besuchte ihn der Pokizei-Jttsxectr, der durch die Aussage Desroches alle Einzelheit n des Vorfalles kannte. Mit ge ballten Fausten wünschte der Bankier den Schwätzer zum Teufel; dann erklärte er, seine Fassung wieder gewinnend, er verzichte auf jede Anklage. Nie käme man aus solchen Geschichten wieder heraus und der Diener des Gerichts ging, wie er gekommen war. ohne auch nur den Namen des Juweliers, bei welchem das Diamantenhalsband gekaust war, ersahren zu haben. Man weigerte sich sozar, ihm das. leere. Eku! als Beweisstück zu zeigen kurzum, wenn es je einmal einem meiner Leser passiren sollte, so von ungefähr die Diamanten eines , Andern in seine. Tasche fallen zu lassen, wünsche ich ihm, daß er mit einem Mann zuthun bekäme, der so wohlwollend und nobel wäre, wie der Herr Baron Lerour. ' .Wenn Sie die Sache durchaus nicht wplgeu wollen, werden wir im Namen des Staates handeln," sagte der Polizei genl im Weggehen. Diese Zusicherung bewirkte, daß dem Finanzmann der kalte Angstschweiß aus die Stirn trat. Er ließ anspannen und fuhr an die Ecke des Boulevards und des Faubourgs Saint Martin. Dort schickte er seinen Wagen zurück und ging zu Fuß in der Richtung des West' dahnhoss. Bald stand er vor einem schlichten HauS, schellte im dritten Stock und gab seine Karte einem verwahrlost aussehenden Dienstmädchen. Fünf Minuten später stand er vor dem berühmten Er-Beamten der Polizeixrafectur. Leiter des besten .Erkundigungsbureaus" der Hauptstadt. .Mein Herr", saate er. .hören Sie ! in zwei Worten, was wicht herführt! I tTf -i ' . i . ' .zr 1 , meliern veryelraiyne iq meinen oyn. Unter den Eingeladenen war ein italienl fcber Erak. der früher mein Associe war
und jetzt zu zenen Gaunern im Vatonrock gehölt, von denen Paris geplagt ist. Calcatroni, so heißt er, hat mir inmitten der versammelten Gesellschaft ein Diamantenhalsband gestohlen, das ich meiner Schwiegermutter zur Ausstattung geschenkt hatte." .Und Sie wollen, daß wir ihn verfolen? fragte der Agent, indem er sich seine Notizen machte. .Gut! Vor Allem feine Adresse!" .Hier auf seiner Karte steht sie. Ich bitte, suchen Sie ihn zu erwischen. Nur, verstehen wir uns recht l ES handelt sich nicht darum, ihn festzuhaken, sondern eö handckt sich darum, ihn vor der Verhaftung durch die Polizei zu schützen, und ich muß Sie darauf aufmerksam machen, daß die Dummköpfe von der Präfektur ihm schon auf der Spur sind ! ... . Mein Verfahren wird Sie in Erstaunen fetzen," bemerkte Leronr; ohne auf unnöthige Einzelheiten einzugehen . . . . " .Mich erstaunt nichts, mein Herr," antwortete der Er-Spion, indem er hin ter seinem goldenen .Zwicker den gewandten Forscherblick auf die Züge seines Clienten richtete. .Sie sind nicht der Erste, der mich um einen solchen Dienst ersucht. Das kommt öfters vor. Wenn das Publikum Alles wüßte, was ich weiß, würde eS in vielen Fällen weniger über die Passivität der Polizei erstaunen. Aber kommen wir auf Ihren Schützling zurück! Sie wünsche, daß ihm nicht die geringste Unannehmlichkeit zustoße. Dafür soll gesorgt werden. Jedenfalls muß er Ihnen das Halsband zurückgeben.'' Der Banquier überlegte eine halbe Minute, ehe er antwortete. .Mein Gott", sag'e er endlich, ,das wäre freilich das Beste. Aber die Geldfrage kommt erst in zweiter Reihe; nur keine Verhaftung, kernen Lärm, kein Aufsehen, keine Gcrichlsverhandlungen, das will ich vsr Allem vermeisen. Ich rechne auf
Ihre lHezäncklkchk'elt. Zdre ntellkgenz. ES ist felbstoerstätidlich, daß Ihnen alle nothwendigen Mittel zur Verfügung stehen. Und was das Allerwichtigsteist, verlieren Sie keine Zeit, die Herren von er Präfellur sind schon bei der Arbeit!" IV. Am selben Abend ging Ealcatront, aus der Oper zu Fuß nach Haufe, um frische Lusr zu schöpfen. Alö er stehen bleibt, um seine Egarette anzuzünden, uäheit sich ihm ein Unbekannter und bitket ihn mit dem legeren Gruß eines aristokratijchen Weltmanns um Feuer. Der Italiener gewahrte ihm das Erbetene mit großer Zuvorkommenheit.' Zndem der Fremde grüßend dankte. flagte er: .Sie entschuldigen, Herr Calcatroni, hben Sie die Absicht, heute Abend nach Haule zu gehen?" Der ehemalige Assoice der Firma Lerour zuckle zusammen, als er seinen Namen ausjprechen horte. Aber azsbald gewann er seine Kaltblütigkeit wieder. die seine Stärke war. und sagte mit dem Lächeln eines Mannes, de das Ueber' sehende amüsitt: .Wirklich, mek Herr, seit einigen dreißig Jahre, seit ich meine Eltern verlöre, beunruhigt sich heute zum ersten Mle ein menfchlicheS Wesen um meine Tugend. Uni Sie fallen gerade aus einen meiner bra ven Tage! Ehe eine halbe Stunde vergeht, werde ich in meinem Bstt liegen!" .Darüber täuschen Sie sich", autwortete der Fremde. .Ehe zehn Minuten vergehen, werden Sie in einem Fiaker sitzen zwischen zwei Polizisten, die berells an Iyrer Thüre auf Sie warten. Wenn Se mir glauben, brennen Sie schnurstracks durch und übernachten bei mir. Uebr igens, wo sind die Diatarnen? Einige Secunden war Calcatroni ganz prrpler. )ana sagte er etwas von oben herab: .Dcr Sch.'rz übersteigt die Grenze. Und vor Allem, wer sind Siei" .Eine Fee, ein guter Engel, ganz wie im .schwarzen Domino". Ich bin der Vertrauensmann Ihres Freundes Lerour, der nicht wünscht, daß auch nur ein Haar Ihres Kopses unter der Scheere des Friseurs von MazaS falle. Wollen Sie mir nicht glauben? Gehen Sie mit mir! Ich zeige Ihnen von Weitem die zwei Agenten, die auf Sie lauern. Vielleicht flimint Sie dieser Umstand etwas williger, mir zu folgen. .Gehen wir lieber gleich zu Ihnen," entschied der Italiener. .Wir können dort gemüthlicher plaudern." Zu behaupten, Calcatroni habe in jener Nacht viel geschnarcht, wäre übertrieben. Die Agenten, die ihm nachspürten, gingen natürlich unverrichtetcr Sache ihrer Wege. Von diesem Augenblicke an entspann sich zwischen dem Vertrauensbeamten des Herrn Lerour und seinen früheren Berufs kameraden ein homerifcher Kampf: sie überbot: sich an Schlauheit und Geschicklichkeit; diese waren eifrigst hinter der Spur ihrks Mannes her, jener that alles Mögliche, ihn sicher nach England zu schaffen. Die Treibjagd war im besten Gange. In aller Geschwindigkeit berichtete dcr Aenl Herrn Lerour über die Resultate seiner Kriegslist. Zugleich theilte er mit. daß Ealratroni ihm aufgetragen habe, Herrn Lerour feiner Dunkdarkeit zn versichern. .Ich schenke sie ihm, sagte der Bankier trocken; .aber wenigstens soll er Ihnen die Diamanten zurückgeben." .Im Augenblick ist dies unmöglich, sie sind für 15,000 Francs verpfändet." .Für 15,000 Francs? wiederholte Lerour und schlug die Hände über dem Kopf zusammen. .Wirklich, ich mochie die Adresse des Pfandleihers kennen, dcr dieses Geschäft gemacht hat!" ,Ah. sie sind gewiß bedeutend mehr werth?" fragte der Agent mit voller 'Spannung. mt 5,000 Francs!" wiederholte Leronr, ohne auf ihn zu hören. ,Was ist da zu machen ? Wenn sie dieser elende Hehler verkaufen will,.. .... ich flehe Sie an, bringen Sie mir morgen seinen Namen!" Aber nicht der Agent war eö, der, am nächsten Morgen im lururiösen Bureau des Herrn Lerour erschien. Ealkcatroni schickte stolz seine Karte hinein und geduldete sich nicht einen Augenblick ln dem Wartezimmer, wo mehr als einmal bedeutendere Persönlichkeiten ihre, Zeit verloren hatten. , Als- die belden Herren allein und alle Thüren , gut verschlossen waren, am der Italiener festen Scbrit.
Um Raum für unsere Herbstwaareu zu verkaufen wir alle unsere
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tcs aus fernen stchkltH verwirrten tzrAssocis zu, mau hätte glauben können, Lerour sei der von der Polizei Verfolgte. .Mein Herr," sagte der Besucher, .ist eS wahr, was man sagt? Sie stehen Vor dem Vankerott? Was?!" stammelte der Vater An, toniens, .eine solche Sprache in Ihrem Munde...." .Nicht soviel PalhoS, wenn ich bitn darf," unterbrach der Andere. .Wahrend einer Woche war ich dumm genug, zu glauben, daß die Erinnerung an un fere srührren Beziehungen Ihr Verhak ten gegen mich beeinflußt hätte ; ich war davon Aktühit, ich gestehe eS. Ein schsi'.er Ecl war ich, zu glauben warum Sie solche Angst hatten, die Polizei in Ihre Verhältnisse blicken zu lassen." .In meine Verhältnisse?!" protestirte Lerour, mit einem Rest von Energie. .Heute früh." sagte der Italiener, in seinem anmaßenden Tone beharrend, .that ich etwas, waS ich bis jetzt, da ich Sie für einen Ehrenmann hielt, für über-, flüssig gefunden: Ich ließ die Diamanten schätzen!" .Sie haben Sie also nicht vcrpsän det?" schrie der Bankier, von seinem Stuhle aufspringend. .Verpfändet, mein Herr ? Seit wann bekommt man Geld für geschlisseue Glas?" Lerour siel auf seinkn Stuhl zurück. .Aha jetzt sindSie schon weniger stolz! Weil Sie das Publikum über den Stand Ihrer Geschäfte täuschen möchten, errothen Sie nicht, den Ha Ihrer Schwiegertochter mit ganz gemeinen Gasperken zu schminken? Um den Abgrund,der das Vermögen Ihrer Clienten verschlingt,zu verdecken, betrügen. Sie ein armes junges Mädchen, das ganz stolz gewesen wäre, sich mit diesen glänzenden ügen herauszuputzen ! .Ich hatte sie später schon in Ver trauen gezogen" stotterte der Banquier. .Sie würde verstanden haben, daß in diesem Augenblicke .Ziehen Sie Niemanden ins' Vertrauen, mein Herr, das ist überflüssig. Sobald ich das Haus hier verlasse, stelle ich mich den Gerichten. Aber man verurtheilt k.wen Menschen um einiger Glas stücke willen, die ihm zufällig in der Hand geblieben. Sie aber, Sie werden dem öffentlichen Gespötte anheimfallen, Sie werden entehrt sein. Morgen wird die Menge Ihre Bureaux belagern und Ihre Depots zuückverlangen. Das ist eS, was Sie fürchten. ,Jhre Angst um mein Erwischtwerden beweist mir das. Aber machen Sie sich darüber keine Sorgen. Ich gehe jetzt direct auf die Präsektur! ..Bitte, bleiben Siel" stöhnte Lerour. Was verlangen Sie, um diesen Weg zu untel lassen?" Ich brauche 15,000 Francs. Dies ist vielleicht viel, aber wenn Ihr Diamantenhalsband auf den Gerichtstisch wandert, kostet eö Sie mehr als 15,000 Francs...." Woher diese 15.000 Fiancs genommen wurden weiß ich nicht; ich weiß blos Eins: in dcr Kasse des Herrn Baron Lerour fanden sie sich nicht. Aber endlich, ach einer etwas ausgedehnten Wartepause kassirte Calcatroni die verlangte Summe ein und betrat die Straße mit kem festen, freien Schritt eines ManneS. der einen Akt der Gerechtigkeit vollzogen hat. In seiner Brieftasche trug er ein Schriststück. dessen gewissenhafte Aesorgung er übernommen hatte, einen Brief von L'erour an die Präfectur, in welchem ver Bankier erklärt, daß das Diamantenbaleband soeben hinter einem Möbelstück d's Salons entdeckt wurde und wieder ruhig in seinem blauseidenen Etui liege. Seint jener Zeit haben sich die Ge schafte des Bankiers wieder gehoben. Seine Schwiegertochter tragt heute echte Diamanten. Aber Calcatroni geht jeder Bemerkung über seinen ehemalige Assockö und dessen Familie mit den Worten aui dem Wege: 'Ich sehe dies Leute gar nicht mehr. Glauben Sie mir, das ist kein Verkehr für unser niicn ! M Wirkung der 2,!us.k auf : . - Thiere. Im Londoner Zoologischen Gartervurden dieser Tage Versuche angestellt, )ie Wirlunz derMusik auf verschiedene !hiere zu erproben. Ein Violinspieler plelte erst vor dem Bärcnkäsig einige -tücke. Die Bären näherten sich neu tieriz dem lisengitter und steckten die Pfoten , hindurch, als wollten sie das Instrument ergreifen. Dann setzten i sich und , hörten dem Violinspieler zusmerksam zu, mit, allen Zeichen gro,er Beiriediauna. Dann und wann
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o Unsere Biere, hergestellt aus den kräftige, gesunde Getränke, abgelagert Lager, Wiener, leßen sie ein bchaglichcs Brummen veriehmen. Bei einem falschen Akkord, en der Geiger absichtlich griff, zogen ich die Thiere unwillig in den Hinter zrund des Käfigs zurück. Dann traten ie wieder an das Eisengitter heran, und als der Geiger einen' Marsch erlö len ließ, gingen sie nach dem Taste im Näfig herum. Auch die Lö:vm erwiesen sich als zroß? Musiklicbhaber; sie schlugen mit )em Schweif wie mit einem Taltstock ius den Boden, und eine Löwin schob hren hohen" Gemahl ganz unsanft ;u?.5eite, um sich dem Violinspieler nähern zu können. Die Wölfe hin zegen waren weniger für musikalische Genüsse eigenommcn, sie hoben den ZZücken und fletschten die Zähne. Dcr .ndische Wolf schien die größte Furcht ju empfinden, er floh in den Hinter irund des Käfigs und legte sich, am ganzen Körper zitternd, auf den Bauch. Auch ein asritanischer Elephant äu zerte sein Plißfallen aus ganz unzwci zeutige Weife; er rüttelte an den Ei senstäben und brüllte ohne Unterlaß. Am meisten überrascht von der Musik ivaren die Assen, und Zufriedenheit wie Mißfallen äußerte sich bei ihnen in gleich ausfallender Weise. Ein falscher Uttord jagte stets allen ohne Ausnahme unglaubüchen Schrecken ein. In den :o'lstm Sprüngen warfeli. sie sich voll Sntjetzen in die Flucht und schnitten, sobald sie sich möglichst Welt entfern iatten, die fürchterlichsten Grimasie? In Ncbraska ist eine Frau nit einer Stoss, die 4 Zoll lang ist. .wM eiXJlltJifelii21 5 Geschmacklos Wirksam. 5 Bei allen sbiliösen und nervösen l Vesckwsrdöti. , , ry, w! Moräne. BlZhungen und Mag?nsZm??, j,e. Schmmdelan'ällen. Ueberskmgun. BIS. yungerluacy oemnen. Taumel. ScdläsngkeU. Schauer, heißen AufmaUungen., Dppülosig' k.'ir. urzakhmigkeit. Werfiovwng. Ecordut. leitet , aus der Haut estörle Sidlaf. er. schrköeadea Träumen, alle nervösen und tzchwäcke.Anwandlungen und Unregelmäßig 1 leiten, oenen tarnen unrerwcrse iao, MieinrrseschmacklofeaundaLf. 2 löSda? n Ö.lle iiberioaen. Bei , alle Apo:hekern. Preis Uemi die J Echachkel. 5 Vsw ?Irk Devot: Kannl &r r-T. V' - ! 9000.00 jrMrtt?1nerin.? bf J X. Gul in,Trur.N.Yat mmiIi f. t. Ih.Jer, yo rn.jr ni.k iuu ti. n. ..eh y.n)ulckljr iir lu.iti'u tuvnt i tj It . il... .t Ui. man, MJ miwm f um J on. ituib wie, L (.-. tt a i( ii ! Am.rica, ym rat eunnurtir. t hütrr, fh ine .'.I Tour lim.,or tr ni)unrnt ou!v m tb. Mi All i . trI f.jr 81 1.1a. r r.ry wurkrr. w tut rtimlüiin T.rythinjr. EA8ILY, FtKlJlty tei.ro. rKTl LLAK.S I JttK. AJUrow .t onc. TUMt A in., fO&YL), iXk
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