Indiana Tribüne, Volume 15, Number 349, Indianapolis, Marion County, 4 September 1892 — Page 3

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nttESSTSZSC Ein Verbrechen. Ccsltionftrc3ian on Regwald Warnet. (10. Fortsetzung.) 25. Sie NaZzforschunaen, welche Sir JchTl über cctx italienischen Flüchtling Sani Aldan anstellte, ergaben einige mterenante Thatfachw. Einige Bekannte des BaronZ inner ten sich deZ ercentrischen Italieners noch sehr wohl. Signo? Sant Mhan hatte als Ver bannter in London von eine? Pension gücdt. welche ihm sein älterer Bruder, der Graf Sant Alban. ausgefegt hatte. Letzterer hatte sich nie um Politik bi kümmert und lebte ruhig auf seinen Gütern. Ter Flüchtling aber hatte sich ioä Tend seiner Berbannung so sehr an England gewöhnt, daß e? auch später in London blieb, nachdem Victor Emannel Konig geworden war und ihm so mit die Siiuttehr nach Italien offen stand. Er blieb nnverh rathet und starb in Paris wahrend eines Besuches dieser Stadt. Ein alter Bekannter von Sir Huntcr war mit dem verstorbenen Jtu liener befreundet und hatte ihn oft bt sucht. Er erinnerte sich eincZ Knaben, den er oftmals bei demselben angettof fen hatte, init einem feinen, ausdruckst vollen fteudrt, welchen der alte Italiener seinen Zigeuner nannte. Ter Knabe war von Signor Sant Alban irgendwo als ein Modell für ein Gemälde angenommen worden, und da dem alten Italiener das offene und in telligmle Wenn des Knaben gefiel, so hatle er sich bemüht, ihn seiner vaga bondirenden Existenz zu entreißen und ihn zn erziehen. Was anZ d.'in Knaben geworden fei, konnte Sir Johns Freund nicht sagen. Beim Tode seines Wohlthätcrs hatte er wahrscheinlich alle Unterstützunz vcrloren. denn der alte Herr besaß kein eigen :ö Vermögen und lebte nur von der Pniion. die sein älterer Bruder ihm ausgefegt hatte. Durch diese Mittheilungen wnrde Manches aufgeklart. Man konnte daraus schließen, daß Mr. Saint Alban ein Mann von dunkler Herkunst war. welcher den Namen seines Beschützers angenommen und nur etwas dem engtischen Sprachgebrauch angepaßt hatte. Denn es schien jetzt außer Frage zu stehen, daß der verschwundene Finanz mann mit dem ehemaligen Zigeuner knaden identisch war. Auch die geheimnißvolle Beziehung zu den Stai'.leys fand hierdurch ihre Erklärung. Jacob Stanley war, wie Tom Brn fel cnideckt hatte. Zigeuner. Es konnte also wohl sein, daß der Knabe, welchen ser alle- Italiener protegirte, seinen UrDrung und seinen Jugenderinnerun gen nicht ganz vergessen hatte, und daß ?r bei zufälligem Zusammentreffen mit dem Zigeuner Stanley in Manchester die Bande erneuert hatte, welche die Gliede? des Zigeunerftammes verbin' den. Dadurch konnten, wie schon gesagt, die Be,chungeu, welche zwischen Saint Alban und der Frau des Sträflings bestanden, erklärt werden. Aber diese natürliche Erklärung war sür Robert Ponier.fehr unbefriedigend und machte ihn um so begieriger nach Tartmoor zu eilen. Sobald die Verhandlung g?g?n PH flotte Tnvivier beendet war. verabschiedete er sich von seinen Freunden und machte sich auf den Weg. Sir John bestand darauf den französischen Erbürgcrmcister von Saitd hant mit sich zu nehmen. Dudivier war ganz gebrochen. TrotzlÜem. was man ihm jagte, hatte er sich doch mit der eitlen Hoffnung geschmeichelt, daß die Anklage gegen feine Nichte fallen werden der, Ausgang der Perhandlung war daher ein sehr schwerer Schlag für ihn. Jetzt tobte er über englischen Eigen sinn, cnglisckc Ungerechtigkeit und engli'Äe Brutalität und verwünschte den Tag. an dem er seiner Nichte erlaubt fcctte. den Boden des perfiden Albion zu erretcn. I Sir John hielt es daher für das Y Beste, daß er Sandbank verlasse und mit Tuvivicr nach London gehe. ES war wenig mehr zu thun, als geduldig während der Zeit zu warten, die bis zu hex von ihnen gehofften endgültigen Freisprechung (zharlottens hingehen raußte. Baron Hunter hatte seinen Einfluß Qngcwenoet, um die Lage des jungen Mädchens im Gefängniß erträglicher zu machen. Er dcsaß mächtige Freunde und scheute sich nicht, sie zu diesem Zweck in Anspruch zu nehmen. Eir John besaß ein Haus in der Nähe des Hyde-Park. und dahin führte er Monsieur Duvwie?. Der gutmüthige . Baron war weit davon entfernt, den seltsamen Zwischenfall vorauszusehen, welchen seine freundschaftlichen Gefühle für seinen französischen Freund herbei führen sollten. Der alte Franzose verbrachte . seine Tcge sehr trübselig, ging nur wenig aus und hielt sich hartnäckig von allen Zerstreuungen fern. Abends faß er im Salon bei Sir John und Lady Hunte?. Eines Abends einige Tage nach seiner Ankunft in London blätterte Mnßeu: Duvivier gedankenlos in einem Photographiealbum der Lad? Huntt? mW wandte die Bilder, die ihm ganz fremde Personen darstellten, eines nach dem andern mechanisch um. Plötz lich erhob er den Kopf. Diesen Hier kenne ich!" sagte er. Ich tausche mich nicht, das ist ! " Haben Sie Jemand erkannt, Mcn sieur Tusivier fragte Lad? Humer mit freundlichem Lächeln. Wer könnte das sei? Sie verließ ihren Platz und näherte sich dem alten Herrn, welcher mit dem Finger auf eine Photographit ceutttr.

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Das ist ja Mr. Saint Alban! sagte Lady Hunter erstaunt, und hiei neben ihr ist seine Frau. Samt Alban?" sagte Monsieur Duvivier ganz verwirrt. Aber ich habe Monsieur Saint Alban nie ge sehen, und eö ist nicht möglich, daß ich ihn kenne. Dieser da, von dem ich spreche, ist eine Person. Namens Courkin, welchen ich vor einigen Jahren in Frankreich gesehen habe." Nicht möglich!" rief Sir John aufspringend und trat näher, um einen Blick auf das Album zu werfen. Nein. Sie irren sich! Dieser Mann ist. wie meine Zrau sagt. Mr. Sainl Alban. derselbe Mensch, welcher aber Sie wissen ja." Duvivier starrte das Portrait mit ängstlicher Spannung wieder an. Bei Gott," erwiderte er. ich irre mich ineswegs. das Bild ist zu vorzüglich: es ist Lourtin und kein Ande rer! Ich würde ihn überall erkennen." ssourtin? Courtin? fragte Sir John Hunter, erstaunt über Duvivier-' Beharrlichkeit. Was erinnert Sie an irgend einen Gondin, während doch Saint Aldans Portrait vor Ihnen liegt? Ich sage Ihnen. Sie müssen sich irren! Wahrscheinlich täuscht Sie eine Aehnlichkeit!" ..Dies ist unzmeifelhast Mr. Samt Mbans Photographie," sagte die SB ronin, ,.er gab sie uns erinnerst Tu Dich, mein Lieber? im letzten Sommer, währendwir Alle im Marinehotel wohnten. Nein, halt! Ich irre mich nicht, er hat sie uns nicht gegeben, son dern seine Frau. Jetzt erinnere ich mich, daß ich ihr die meinige und auch Deine dagegen gegeben habe." Nun. ich kann Ihnen nur sagen", er widerte der alte Herr. daßJhr Monsieur Saint Alban derselbe Courtin ist, den ich in Frankreich kannte. Ich bin nicht im Geringsten im Zweifel, das Portrait ist ausgezeichnet. Es ist Cour tin, wie er leibt und lebt! Es ist nicht möglich, daß zwei Menschen einander so vollkounnen gleichen." Aber was war dieser Courtin?" fragte der Baron nachdenklich. Das ist eine eigenthümliche Geschichte, und deshalb erinnere ich mich dieses Menschen so genau", erwiderte der Bürgermeister von Nouen, sie be ginnt in den Tagen unseres verhäng nißvollen Krieges mit Deutschland. Ich werde Ihnen die Geschichte er zahlen und dann muffen wir nach Frankreich, um dem Schurken nachzu spüren." Der Baron gab seinen Dienstboten einige Aufträge, sandte einen Brief an Norfolk und bereitete Alles vor. um am nächste Morgen mit Monsieur Tuvivier nach Frankreich abzureisen. Oh gleich der Baron nicht an chkanosigkelt litt, sondern eine kräftige Gesundheit besaß, hielt ihn doch die seltsame Wen dung. welche die Ereignisse genommen hatten, die halbe Nacht wach. Je mehr er nachdachte, um so fester war er davon überzeugt, daß Courtin und Mr. Saint Alban identisch wären. Der Zigeuner knabe. welchen der italienische Flücht llna erzogen hatte, war ohne Zwelsel seinem Wohlthäter nach Frankreich gefolgt und nach dem Tode desselben auf seine eigene 5k?aft angewiesen geblieben. Cr hatte Beschäftigung gefunden und war nach Tours gekommen, wo er sich verheirathete. Das Uebrige muhte sich durch Nachforschungen in Tours selbst aufklären. Jedenfalls hatte man jetzt eine wichtige Spur in Bezug auf Saint Aldan's Vergangenheit, die sofort per folgt werden mußte. Die Stunde der Abreise kam endlich, und Sir John suhr mit Duvivier nach dem Bahnhcf. Ein Herr mit buschigen Augenbraunen und scharfen, grauen Augen erwartete sie dort, welchen der Franzose erkannte und dem Baron als Monsieur Brusel vorstellte. Aber Mister Brusel hatte noch etwas Befferes zu feine,. Empfehlung, als diese Vorstellung. Ein Brief von Mister Norfolk, den er übergab, sprach die Meinung aus. der Tetectiv würde thuen ein nützlicher Begleiter sein. Wenn es Ihnen recht ist. Sir", sagte der Letztere, so werde ich mich Ihnen anschließen. Zwei llöpse sind besser, als einer, sagt man, und drei sind besser als zwei, und sechs Fäuste schaffen mehr als vier und Niemand kann sagen, ob unsere Fäuste nicht auch noch nützlich sein werden." Sir John, dem ein gewandter Mann stets willkommen war, und der Tom Brusel , auf den ersten Blick richtig be urtheilte, nahm das Anerbieten des sc! den mit Vergnügen an. 27. Wer in Plymonth früh aufsteht, sieht oft Schaaren glatt rafirter Man ncr. welche an einander aekctttt sind. Solche Gruppen kommen häufig mit t . oer umnoiM uns oem Äiwnyos an und nahmen nach kurzem Aufenthalt ihrePläke in einem großen, düster aus sehenden Omnibus ein, welcher von pnster drernschaumden Wächtern oe gleitet wird. Die Ewwohner von Plv mouth sinö an diesen Anblick gewöhnt und achten wemg auf dieze Rnzenden. Es sind Sträflinge, welche in das Ge fängniß von Dortmoor abgeliefert werden, das auf einer Anhöhe, etwa zwei tauieud FuL über dem Spiegel des Meeres hegt. Es ist ein düsteres Ge. baiide, das nngs von emer Einöde um geben und fast das ganze Jahr über in trübe Nebel eingehüllt ist. Wenn ein Etrasllna m das Gefananln von Dort moor eintritt, so gelten Dantes Worte zur lhn: Lasciate ogni speranza L2nH auVHoffnuna. hinter euch."5 Es gibt keine Aussicht auf Flucht. .iv , .K.i.ii. f . '- f--uuo reine Jssnung sur U)N, v!5 leine Zeit um ist; nur durch gute Führung kann er dieselbe abkürzen. Dortmoor ist eine Welt für sich: Leute aller stände, aller Tvpen sind in- seinen Mauern zu sinden. Jeder Sträfling ist nur unter seiner Kummer bekannt, aber wenn man den Namen zu der Nummer fügt und die Geschichte rn dem Namen welch' eine MJNnigfattigkeit

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ergibt sich dann hier! Zum Vessviel Nummer 25,730. Seine äußere Erscheinung ist nicht im geringsten derschieden von der feines Nachbärs in der nächsten 23,731. Beide tragen diese!den Mützen und Jacken, die mit einem breiten Pfeil gezeichnet sind, beide tra gen dieselben' rauhen Strümpfe und Stiefel, beide führen dasselbe Straf lingsleben und gehorchen denselben Vor schriften, und doch, welch' eine Klus! liegt zwischen der Vergangenheit dieser beiden! Der eine ist ein geborener Verbrecher, feili Vater war ein Dieb, seine Mutter vielleicht auch, er ist im Laster aufgewachsen, zum Verbrecher erzogen worden und im Gefängniß vollständig zu Hause. Sein Nachbar Nummer 25.731 ist dagegen ein Neuling. Vor noch nicht langer Zeit war er em gut auslehender, hoffnungsvoller Jüngling mit rosigen Wanaen und einem herzlichen Lachen, der im Wohlleben aufwuchs und die Freude seiner Eltern und Verwandten war. Aber seine Genußsucht brachte ihn auf böse Wege und in schlechte Ge fellschaft, und hier büßt er für die Thorheiten einer tollen Jugend. Das Leben der Wächter und Solda ten ist wenig verschieden von dem trübseligen Dasein der Gefangenen. Dleselben Nebel verdüstern auch ihre Er stenz. dieselben kalten Windstöße blasen auch ihnen iuö Gesicht, auch sie haben sich einer streben Disciplin zu unterwersen. Unverheirathcte Wärter woh nen beisammen. it haben ihr Lezezim mer. ihr Billardzimmer und eine mit Sand bestreute Wirthsstube, aber es ist im besten Fall ein melanchousches Da fein. Die Unterhaltung dreht sich meistens um Erlebnisse im Gefängnis;, um die Schlauheit, Bosheit und Intriguen der Verbrecher und die Eifersucht der Umgestellten, welche du gute Meinung ihrer Vorgesetzten zu gewinnen streben. Auch über ihnen liegt der Schatten des düsteren Gesangnlvdafttns. Eines Nachmittags, früh im Novemher trat Robert Power in das düstere Gebäude ein, mit einem Brief von Mister Norfolk, der ihn dem Tircctor des Gefängnisses empfahl. Dieser cm pftng ihn nnt militärischer Kurze und wies ihn an einen Oberaufseher, einen plumpen Jrländer. welcher unter fo schwierigen Verhältnissen immer noch etwas von seinem nationalen Humor bewahrt hatte. Tie'em war die Ver anlasfung zu Roberts Aufenthalt in Dortmoor mitgetheilt worden. Gut, gut. mein Söhn." sagte der Jrländer, Kommen Sie mit mir. wir wollen Ihnen gleich Ihre Arbeit an weisen. Wir wollen einen hübschen, niedlichen Gesängnißaufsehr aus Ihnen machen; wir haben eine Unisorm. die Ihnen passen wd. wie ein Handschuhs Sie werden der Adonis von Dortmoor ' sein! Ich weiß, warum Sie gekommen sind, aber, merken Sie sich: nichts gegen die Vorschrift. Ich habe strenge Ordre, darauf zu sehen, und es wird nicht gut für Sie sein, wen.n Sie sie verletzen.Der Oberaufseher meinte dies 'virk lich. wie er sagte, aber in seinen f-nd lichen Augcn war zu lesen, daher im Grunde ein vortrefflicher Bursche i;i. auf dessen guten Willen innerhalb der Grenzen seiner Pflicht Robert Power zählen konnte. 28. Jacob Stanley trug die Nummer 37.542 imd wohste auf dem dritten Stock. Halle A. Gefängniß Nr. 2, Zelle No. 42. Stanley besaß keine kräftige Gesundheit. Als er ins Gefängniß kam. wurde er krank und mußte ins Svital gebracht werden. Als er wieder genaß. befand er sich in einem Zustand großer Schwäche. Ter Arzt des Lon doner Gefängnisses hatte ihn basier als einen Sträfling bezeichnet, welcher mit leichter Arbeit beschäftigt werden solle, und dem zu Folge hatte der Arzt in Dortmoor auf feinem Papier bemerk Schuhmacherwerkstatt". Ohne Zweifel hakte es der Arzt gut gemeint, aber es war doch ein Irrthum. Stanley war hauptsächlich deshalb er krankt, weil er an srische Lust und Be wegung gewöhnt und als Gefangener derselben beraubt war. Die einzige Stunde, während der die Sträflinge am Tage innerhalb des Gerichtshofes in langer Reihe spazieren gingen, war von geringem Ruhen für einen Men scheu, der den größten Theil seines 2t bens in der freien Natur zugebracht hatte. Ihm,,,, fehlte der Anblick des grü nen Grases, der Bäume und die Wärme des Sonnenscheins; der Ausenthalt in den vier Pfäh!cn.der Werkstatt war ihm eher schädlich, als zuträglich. Stanley wurde bald ein vollständiges Wrack n Körper und Geist. Die Auskunft, die Robert Power von dem Obern uffeher über ihn erhielt, war im Ganzen gut. Der Sträfling No. 37.542 machte wenig Zu schaffen. Er gehorchte den Vorschriften und war eifrig bemüht, gute Zeugnisse zu erhal ten, die ihn zu einer Abkürzung feiner Strafzeit derechtigkcn. In diesem Be streben lehnte er es sogar ab, inS Hospital zu gehen, obgleich seine gebrochene Gesundheit dies wohl gerechtsertigt hätte. Denn im Hospital konnte kein Sträf ling honen, gute Zeugnisse zu erhalten. er zog deshalb vor. zu arbeiten, so lange die Kräfte aushmten. In letz ter Zeit war sein Wesen jedoch finsterer geworden, und ein Act des Ungehorjams hätte lhn des lang ersehnten Ver gnügens beraubt, einen Brief zu erha! ; . Robert Power hatte seine Stellung als Gesangnißwärter im dritten Stock der Halle X eingenommen. .Am Tage nach suner Ankunft. . um zwolx Uhr mittags, zu der Stunde, wo die Gefan genen zum Mittagessen .kamen, , hatte Robert auf den Rath des ObcraufseherS diese Zeit zu seinem, ersten Austreten gcwählt.Tem Sträfling wird nach dem 'IDiHrtrtfnVtt irrnhi H3tf rt!rti?n f mU'1 V j . . 'W4M. W V,v j MVk um noch feine Hängematte auszurollen und snne clle in Ordnung zu brm gen. Hat er dies gethan, so kann er

t!e freie Zeit bei einem Buch verbring gen. er kann nach Belieben schlafen oder in seiner Zelle auf- und abgehen. Wahrend der Speisestunde macht auch der Arzt seine Runee und besucht die Pa tientcn. Die Sträflinge kamen die Treppe heraus und eilten in ihre Zellen, Stan ley jedoch hatte keine Eile und ging mit müden Schritten. Sein hageres Gesicht war zu Boden gerichtet, er zeigte ! keine Gier nach dem Essen, das ihn er ! wartete. Er war von mittlere? Größe, ' hatte dunkles Haar und Vart, die wie bei allen Gefangenen kurz geboren waren, und Robert bemerkte, daß seine Augen denselben starren Ausdruck hat ten.' welcher bei Saint Alban so auf fiel. Da der Sergeant feine Abstam mung kannte, so überraschte ihn diese Achnlichkeit nicht. Als Stanley sich der Zelle näherte, vor welcher Robert stand, blickte er auf. und in demselben Augenblick erkannte er den jungen Mann tro dessen Uniform. Todtenbleich fuhr er zurück.

D Doctor!" ms er aus, .der Doctor!" Was. Sie erkennen mich wieder? sagte Robert, indem er mit einigem Mitleid auf die gebrochene Gestalt Nickte, welche fo wenig dem gesunden. rüstigen Manne glich, den er rn Man cheste? gekannt hatte. Ja." stöhnte der Sträfling, im fähig, sich von seinem Erstaunen zu erholen. Sie lehen. wom Sie mich durch Ihre Niederträchtigkeit gebracht haben!" sagte Robert Power streng. Sehen :e nch den Mann an, deiien Zukunft Sie durch Ihre boshaften Lügen ruinirt haben!" Ein krampfhaftes Zittern bcsiel Stan sey. aber er gab keine Antwort. Jetzt kamen die Aufseher mit dem Mittag lien. Stanley muj-,te rn seine Zelle gehen und sein Eßgeschirr hinausreichen. Robert wurde abgerufen und hatte keine Gelegenheit, das Gefpräch fortzusetzen. Aber später, als. wieder Alles ruhig war und auch die Aufseher ;u ihrem Mittagessen gegangen waren, öffnete er geräuschlos Stanleys Zelle und trat ein. Der Sträfling hatte feine Mahlzeit fast unberührt gelassen. Er war im Gefängniß ein schwacher Esser, dem die Rationen viel zu groß waren, die anderen ungenügend erschienen. Aber an diesem Tage dachte er weniger als je an das Essen: das unerwartete Erscheinen des Doetors hatte ihn völlig erschüttert. Beim Eintritt Roberts blickte istansey mit bitterer Miene auf. 'ie sind gekommen, um mich aus zulachen. nicht wahr?" sagte er. Jetzt lst an Ihnen du Reche. Das Leben lst hier hart genug, und Sie wollen es mir wahrscheinlich noch härter machen, Sie werden mich anzeigen, fo ost Sie fön nen " Das ist nicht meine Art", erwiderte Robert, der die düstereu Ahnungen wohl degri n, welche den elenden Zustand des Sträflings noch verschlimmerten. Wnrn ich das thun wurde, so wäre es nicht mehr, als was Sie verdienten, aber wenn Sie sich ordentlich benehmen, so werde ich Ihnen keine SchwUrigfei ten machen. Ich sehe, Sre sind hm reichend bestrast; Sie sehen aus, als wollten Sie ms Grab steigen." Ich bin sehr krank!" ieus,te Stan-, lep. ich habe nicht msHr Lebenskraft als eine Fliege; dieses Leben und der Gram todten mich." Warum gehen Sie denn nicht inS Svital?" sagte Robert. .Das wäre besser für Sie." Der Sträfling schüttelte den Kopf. Das Spital kann mir nicht helfen, was ich brauche, ist frische Luft und Befreiung von meinen morgen! Die nagende Sorge ist schlimmer, als alles Andere." Was haben Sie für Sorgen, da Sie nun doch einmal im Gefängniß und. wo le Alles, was zum Leben nöthig ist. erhalten?" Wieder schüttelte Stanley den Kopf. Das ist es nicht." sagte er, aber der Gedanke an meine Frau drückt mich schwer, und ich kann ihn nicht aus den Sinn bringen. Ich weiß. Sie sind kein Freund von mir, Herr Doctor, aber Sie würden trotzdem Niemand mehr Elend' wünschen, als ich zu ertra gen habe!" Wollen Sie damit sagen, daß Sie sich um Jbre Frau grämen?" fragte Robert. Stanley nickte. Um sie gräme ich mich. Ich hatte schon vor wenigstens vierzehn Tagen ihren Brief erhalten sollen, aber der schielende Jim. der Ausseher in der Werkstatt, hat einen Groll gegen mich und zeigte mich an. Ich verlor zwölf gute Noten und die Aussichten, SZachrichten von meiner Frau zu erhalten." Der Sträfling bedeckte sein Gesicht mjt den Händen. Seine Gedanken waren weit entfernt, bei der Frau, von der er getrennt war, und an welcher er zu hängen schien. Robert Power 6e merkte dies wohl, und sah deshalb vor aus, daß Stanley nicht schwer zu bes handeln sein werde. Bei seiner Niedergeschlagenheit konnte ein freundliches Entgegenkommen augcuicheinlich von bester Wirkung sein und der' jünge Seracant war um so mehr dazu ae nesgt, - als er in Wirklichkeit ? von derrn 11 .. " iv t rwi jk ä naurkgen na oes Cannes gerührt Qr.'' H . 'Üily?:.i'i : : Was würden Sie sagen," begann Robert nach einigeirMinüten langsam. ..wenn ich Ihnen Nachrichten von Ihrer Frau geben könnte?" ' , Sie?" ries der Zigeuner rnit sun kelnden Augen. ' . Robert nickte. ' Aber ein Verdacht stieg in dem Straf, ling auf. Sie wollen mich ausforschenk" sagte er sinster. Sie sind gekommen, um Ihre Rache zu kühlen, das weiß ich." " : ' , ' Rein, Stanley," erwiderte Robert, .ich bin nicht so grausam, wie Sie glauben. Es gah eine Zeit, wo ich Sie sür Ihre Schändlichkeit hätte erwürgen

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3 . können, aber das ist vorüber. Ich bm j durch langes Nachdenken zu dem Schluß , gekommen, daz; Sie verleitet wurden, i mir zu schaden, denn Sie selbst konnten i keinen Haß gegen mich haben, da ich Ihnen nie etwas Böses that." Der Zigeuner nickte, schwieg aber noch immer argwöhnisch. Es ist die Wahrheit, was ich Ihnen fagte, ich kann Ihnen Nachricht von Ihrer Frau geben," fuhr Robert sort, ich habe sie gesehen." Sie haben sie gesehen?" fragte Stanley mit zitternder Stimme. Und ich weiß, wo sie wohnt." War sie, war fiegefund, als Sie siefahen?" Ich konnte nur einen flüchtigen Blick nach ihr werfen, sie schien gesund zu sein, aber ich glaube kaum, daß sie i günstigen Verhältnissen lebt." Der Sträfling stöhnte. Ich Hütte vor vierzehn Tagen einen Brief erhalten sollen, und jetzt liegt er da imd ich darf ihn nicht lesen! Das ist genug, um einen Menschen zur Verzwetflung zu bringen!" rief er mit Zor nesgluth auf seinem bleichen Gesicht. Man hätte mir Alles anthun können, Dunkelarrest, Brot und Wasser, oder Schlafen in Ketten daraus hätte ich mir nicht viel gemacht, wenn sie mir nur erlaubt hätten, den Brief zu lezen: Hören ie, Herr Doctor. sprechen Sie wirklich im Ernste?" fragte er, während seiu alter Verdacht wieder erwachte. Sie wollen einen armen Teufel nicht unglücklich machen? Ha ben Sie sie gesprochen?" Rein", erwiderte Robert, ich habe sie nur einen Augenblick gesehen, ohn" daß sie mich bemerkte." Wo war das?" In der Dangerfieldstraße, gegen über Saint Albans Haus." Sie ist zu ihm gegangen", mur melte Jacob Stanley vor sich hin, nun, dann wird es ihr jent beuer gehen." Diese Mittheilung schien ihn etwas zu trösten, und er sah etwas heiterer aus. Sie haben mich sehr erfreut. Herr Doctor," fagte er, jetzt ist mein Kops etwas leichter geworden, da ich weiß, daß sie lebt und gesund ist. Sie ist keine starke Frau, und harte Arbeit würde sie bald zu Grunde richten. Aber jetzt wird sie nicht verlassen sein," murmelte er getröstet, man wird ihr helfen und sie vor Noth schützen." Wurden Sie glücklicher lein, wenn Sie den Brief Ihrer Frau erhielten?" fragte Robert nach einer Weile. Ich wurde die ganze Welt dafür geben!" erwiderte der Zigeuner leb haft. Nun, ich will nichts versprechen, aber, wenn Sie sich gut führen," sagte Robert, werde ich versuchen, ihn sür Sie herauszubekommen jedenfalls will ich für Sie sprechen." Der Sergeant hielt die Unterhaltung für einen Tag für genügend. Es war verboten, mit den .Sträflingen zu sprechen, und er durfte sich nicht' zu viel auf die Nachsicht des Oberaufsehers verlassen, deshalb öffnete er vorsichtip die Zelle und trat hinaus. Der Zigeuner sah ihm mit seltsamen Blick nach. Sie wollen mich nicht noch unglücklicher machen?" sagte er. Sir sehen wie ein guter Menfch aus, aber ich kann an mein Glück nicht glau ben. Es wäre gegen die Natur, wenn Sie mir Guteserweisen wollten. Es ist auch wider die Natur," widerholte er kopsschüttelnd, denn ich verdiene es nicht von Ihnen." Aber Robert war bereits verschwur den, ehe Stanley fein heiseres Flüstern beendet hatte. In der Einsamkeit feiner Zelle bedeckte der Sträfling sein Gesicht mit den Händen und versank in ticfeZ Nachdenken, bis das Signal gegeben wurde, das die Gefangenen wieder zur Arbeit rief. ' 29. Einige Tage vergingen, ader Robert Power fand das Leben im Gefängniß nicht einförmig. Wenn ein Mann einen bestimmten Zweck vor sich hat, läßt er sich nicht von Unbequemlichkeit und düsterer Umgebung anfechten. Außerdem hatten der Ort und die Sce nen. die er täglich sah, einen gewissen Reiz der Neuheit für ihn. Er hatte sich in feine Pflichten sehr bald eingelebt und seine Intelligenz, sein Gleich' muth und seine Pünktlichkeit erwarben ihm den Beifall von Mr. O'Eonnor, dem Oberauffeher. Er lernte auch noch viele andere Sträflinge außer Jakob Stanley tat nen, unter denen sich auch die beiden Einbrecher befanden, deren Ergreifung er bewirkt hatte. Diese erkannten ihn sofort. Es waren Leute von ziemlich heiterem Wesen und sie begrüßten Robert mit über raschender Freundlichkeit. Sie sagten sich, daß er seine Arbeit gethan habe, ebensowiesle dieJhrige alles geschästs. mäßig und daß'das Geschick gegen sie entschieden habe. Einer derselben rief sofort. als er Robert erblickte: HallM Sergeant, sind Sie es? Das ist eine angenehme Ueberraschung! Wie geht es Ihrer Schulter? Hoffentlich ist sie nicht sür die Dauer beschädigt." " Der Andere grinste von einem Ohr zum sindern, und tanzte umher, bis er hierbei durch den raschen Eingriff eines Aufsehers unterbrochen wurde, der ihn beim Kragen nähm und in seine Zelle führte. Äber da die Beiden außerhalb des Gefängnisses beschäftigt wurden, sah sie Robert, selten. , Er hörte jedoch, daß die Burschen Viel zu schaffen mach, ten und den Aufsehern, welche die un dankbare Aufgabe hatten, , sie zu be wachen, viel Mühe und Verantwortlich' keit verursachten. . ' Er kam auch noch mit anderen Sträs lingen in Berührung. Leute, die er zu seinem großen Erstaunen hier wieder fand. deren Ramen"ihm in früheren Jahren ' wohl bekannt' gewesen unö welche,, beschämt ihre Kopse senkten. als ne ihn crdlmten.

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Inzwischen besserte sich der Zustand Stanleys. Robert hatte mit dem Gs fängnißarzt gesprochen und ihm drin gend vorgestellt, daß etwas für den Mann geschehen müsse. Demzufolge wurde Stanley mehr Aufmerksamkeit geschenkt. Die frische Lust, nach der er so sehr verlangte, und deren Entbchrung seine Gesundheit so geschädigt hatte, wurde ihm zurückgegeben. Da er für die Arbeit im Steinbruch zu schwer war, andererseits aber, wie die meisten Leute seiner Rasse, mit Pferden und Rindvieh umzugehen wußte, so wurde er in die Abtheilung mit rothen Kragen versetzt. Diese ist eine bevor zugte, welche mit landwirthschastlichen Verrichtungen beschäftigt wird. Schon einige Tage genügten, um. eine merkwürdige Veränderung in ihm hervorzubringen. Er erlangte feinen Appetit wieder, faßte Muth, und sein hohles Gesicht sah runder und weniger geisterhaft aus. Stanley wußte natürlich, wer diese Veränderung veranlaßt hatte, und war Robert dafür sehr dank bar. Endlich kam der Tag. an welchem er den zurückerhaltenen Brief bekam. Robert war nicht zugegen, als cr ihn erhielt, aber er sah Stanley noch am Abend. Der Sträfling war blaß vor Wuth. Halloh!" fagte Robert, was ist mit Ihnen? Ter Brief scheint Ihnen nicht zu gefallen?" Der Schurke!" rief Jakob zur Ant wort. Er läßt sie verhungern! Sie kann nichts von ihm erlangen und verhungert, sage ich Ihnen!" Verhungert? Wer läßt sie vcrhun gern?" fragte Robert. .Run cr, der Mann, der verpflichtet wäre, ihr und mir beizustehen." Äen meinen cit damit!" Jakob Stanley ging in seiner, Zelle auf und ab und murmelte erregt un verständliche Worte in der Zigeuner jprache. .Ich bin mü ihm fertig!" nef er, die Faust schüttelnd, wir sind geschieden! Sie sind ein wirklich auter Mensch, Herr Doctor, und ich werde thun, was Ihnen gegenüber recht ist. Der Mann, der mich und Bessy, meine Frau, ver anlaßten, Ihnen zu schaden, war Char key, derselbe, der mein Spielkamerad war. als wir noch kleine Jungen wa ren. Bcrflucht soll er sem!" Was schwatzen Sie da?" sagte Ro bert. obgleich er wohl ahnte, wer die Person war. der Stanleys Wuth galt. .Ich kann Ihnen nur sagen? dan jener, derjenige, der uns verleitete, kein anderer ist, als der, welcher Saint Alban heißt." Samt Alban: Das wußte ich, da mit sagen Sie mir nichts Neues! Ich hatte schon einige Zeit Verdacht aus ihn." .Ja, das ist der Mann", fuhr der Zigeuner fort, verflucht sei er! JH wünschte, ich hätte ihn nie gesehen, sein Geld hat mir nur Unglück gebracht! enn er niwt wäre, so säße ich letzt nicht hier!" In seinem Zorn war Stanley an genscheinlich abgeneigt, sein Geheimniß zu verrathen. Robert hatte es bisher unterlassen, ihn dazu zu drängen, da er fühlte, daß es noch nicht an der cit war, jetzt wollte er den günstigen Zufall benutzen. Sehen Sie, Stanley.- sagte er, dieser Bursche, dieser Samt Alban hat mich ruinirt, er hat auch Sie qeschädigt und ist zu allem sähig, wie ich sicher weiß. ES gibt keinen abschcukicheren Schurken auf der Welt, auch nicht in diesem Gefängniß. Sie hoff ten wahrscheinlich, daß er als Be lohnung für Ihre Dienste sür Ihre Frau sorgen werde, so lange Sie im Gefängniß sind. Aber es ist ganz ver gebens. wenn Sie sich auf iyn verlaz jen, dieser Mensch hat kein Herz und ist gegen niemand ehrlich!" Das sagt auch meine Frau," erwi derte der Sträfling. Aber ich muß meine Rache haben!" rief er in einem neuen Wuthausbruch. Wi? wollen einen Handel schienen." fuhr Robert fort. Was wollen Sie mir dafür leisten, wenn ich Ihnen ver spreche. Ihrer Frau zu helfen und da für zu sorgen, daß sie keine Noth leidet, so lange Sie hier find?" Dafür würde ich alles thun!" ncs Stanley lebhaft, alles! Dieser Brief von ihr hat mein Herz gebrochen! Sie sagt nicht viel dann, aber ich weiö. er hat sie ihrem Schicksal überlassen. Arme Beljy! Sie ist mcht von unserm Volk und hat keinen Freund in der Welt außer mir. Ich habe sie auch zu dem Unrecht verleitet, ich schwöre es aus meine ieele, dag sie von Ansang bis zum Ende dagegen war. Sie that eö nur. weil ich es fo haben wollte." Nun also, fagen Sie mir Alles der Wahrheit gemäß dann werde ich mein Versprechen halten, so gewiß, als ich ein ehrlicher Mann bin,- sagte Robert ernst. Und Sie versprechen mir, daß Sie Bessy nicht in UnaNnehmlichkeiken drin gen werden, wenn ich Ihnen Alles sage, und Ihnen den Weg angebe, um es zu beweisen ?" fragte Stanley ängstlich. Jch habe nichts gegen Ihre Frau, sie war nur das Werkzeug, aber den Mann selbst muß ich treffen." - Gut. gut." sagte Stanley, meine Aussage gegen ihn wird nicht biel gelten, aber'die meiner Frau, und sie hat die Macht, ihn zu treffen." Das war eine erfreuliche Neuigkeit für Robert; er beherrfchte jedoch seine Freude. - (Fortsetzung folgt.) ' A u s Erfahrung. Prinn pal (zum Eommis, der ihm gctündigt hat): Sie wollen, wirklich heiraten i" Eommis: Ja, Herr Principal. wcil ich ,mich, sclbstnändig machen mochte!" Principal , (mit einem Seitenblick auf seine Frau):, Und da wollcn ic hci' rathen?!" V. Beurtheile niemals ei nen Menschen nach einer guicn Thal zbe? auch niHt nach.riner aVten.

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Die Mache des Walöwirths. Das Regiment wa? mit Sack und Pack zur nächtlichen Felddienstübung ausgerückt; ein HalbBataillsn versah den Vorpostendienst und obwohl man jeden Augenblick auf das Anrücken des markirten" Feindes gefaßt war und den Feldwachen angesichts der nahen Gefahr selbst das Rauchen verboten hatte, war vom Feinde immer noch nichts zu erspähen. Das Verweilen der Truppe in der Nähe seines GehösteZ sich zu Nutze machend, schlich der Waldwirth" sich mit einer Hunde führe an die Vorpostenlinie heran und verkaufte heimlich den hungernden und durstenden Marsföhnen den mitgeführ ten Vorrath an Bier, Schnaps und Hottehü - Würstchen. Die Leute der Feldwache No. I hatte er bereits gestärkt, da. im Begriff, den Nest seiner Waare bei der Feldwache No. 2 abzu setzen, siel er dem gestrengen Herrn Vorposten Commandeur in die Arme, der ihn stellte, einem Verhör unterzog und ihn dann aus der Vorpostmkette hinausbefördern ließ. Mit der Hälfte seines Krams heimkehrend, schwor der Pseudo-Marketendcr dem Herrn Major grimmige Rache. Einst selbst Soldat gewesen, verfiel er auf folgende Idee. Er bewaffnete sich mit einigen beim letzten Feuerwerk nicht mehr zur Ver Wendung gekommenen Fröschen", schlich sich abermals an die Vorposten heran und . brachte in einiger Entser nung vor der Front der Posten die Feuerwerkskörper zur Erplosion, dann stahl er sich schnell wie der Wind davon. Die Wirkung war eine glänzende. Der Knall rief bei der lagernden Truppe die Wirkung hervor, daß der Feind au greife; einzelne Schüsse sielen, bald aber wurde es auf der ganzen 'Linie mobil, Eommandorufe ertönten, das Feuer wurde verstärkt und was das Wunderbarste' war nun zeigte sich such der wirkliche, d. h. markirte Feind. Diesem Zufall verdankt es der Frevler, daß dem gestrengen Herrn Commandeur Sie eigentliche Ursache des Alarms mt ling. Die rechte Flügelfeldwache frei .ich hat den Braten gerochen.und den rachsüchtigen Waldwirth hinterher tüch ng ausgelacht. Anzetgeblüthen. Der Hannover'sche Courier" hat nis Zeitungsannoncen folgende Blu nenlese gesammelt: Ehrenerklärung! Zch nehme die seither verbreiteten lägen gasten Gerüchte gegen Amalie P. zurück nd erkläre sie für ein schönes, mittet iltcs. ehrenhaftes und unbescholtenes Frauenzimmer. Oberlaak 27a wer sen Hühneraugen, Ballen, sowie Ueberdeine nach Maß ausgearbeitet. We zen Krankheit der Frau wird zu sofort nne andere oder ein Mädchen in Mo aatsdienst gesucht. Gesucht: Ein vor nehm und gesund- aussehender rnv in den geheilten Patienten" im LZartzsaaZ eines Arztes darzustellen. Reisende, welche geneigt sind, die sämmtlichen MilitÄrtuche der preußi ichen Armee nebenbei mit auf die Reife m uebzneni. ivcroen gebeten ihre Äöref jen'nebst Bedingungen sub X Y Z ab zugeben. In Langensalza sind in )er Enggaffe No. zu verkaufen: acht Zentner Eechswochenkartoffeln. neun Meter Spalier und zwei Spalier !hürm, ein großes Faß mit fernen keifen, sechs Bohnenstangen, eine Hundehütte. Nunketterne und verschie zen? Gemüsesämereien, Alles keimfähig. Warnung. Das Gerücht, ich hatte nne Frau mit zwei lebenden Kindern, varne ich einen Jeden, solches weiter iuszusagm oder ZU verbreiten, da ich zslcheS auf' Strengste gerichtlich ver wlgen werde. Daß ich solche gehabt zabe, leugne ich nicht, aber laffct sie ruhen. Rosen und Blumenstöcke in ?eder beliebigen Größe sind vorräthig and werden auf Wunsch angefertigt. Nilch und Badekurortl Nach selbstge. orüsten Erörterungen ist der Ort Mün bcnbernsdsrf reich an Sauerstoff und Stickluft, wie zur .Heilung für Lunge and Leber und Zersetzung des Blutes außerordentlich ergiebig. Es werden hierdurch geehrte Reflektanten ausge Zordert. Biertrknkerö Trost. Wenn ich d'rüber nachstudir'. Was in unserm braunen Bier, Außer Hopfen und Getreid', Sich noch sonst macht alles breit: Kokkelskörner. Alkohol, Opium und Vitriol, Kalmus Wermuth. Bitterklee, Wachs. Alaun und Aloe, Pfeffer, Coriander. Zimmt. Schwefelsäure selbst man nimmt, Natren, Kali, Süßholzsaft, Farbmalz, Syrup mafsenhaft Käm' mich fast ein Zweifel an. Ob der Trank gesund fein kann. Wenn ich nicht zum Troste wüßft Daß das Meiste W a s ser ist. I. Klipp. Der Mnster-Gattc. , , Ich bin als Mustergatte Wohl ziemlich unerreicht: Was sie mir kocht, das ich .Und das ist nicht so leicht!-, , , Doch, daß ich auch ruhig lausche , Wenn sie mit Weh' und, Ach Mir ihre Verse vorliest: .Da? macht mir Keiner nach!", ,;r ;:, '':::.::..:': W,:':",?:'!"';e sBor Gericht. .Aber. Herr Richter, wurual krieg' ich denn für die ;w?i gestohlenen Gänse heuer zwei Wochen meh, als voriges Jadr heuer sind Die Gaus' doch viel billiIst !' Physikalische Erschei. Buna. Lehrer: .Müller, wenn Sie Während eines lZelJttterö den Rücken ei ne? Kak reiben, besonders gegen den Strich. N7J5 springt Ihnen da in di Auaen?" Sülcr: Die Rciti

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